Episode Heinz

Spaß. Und deutsche Filme.

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S02E04: Verlierer


Bandenkrieg im Ruhrgebiet!

Wer zuerst blinzelt muss eine Woche lang Spandau Ballett hören: Richie (Ralle Richter) und Hasan (Aram Basyurt) sind schwer im Bandenkrieg. (Bild: ZDF)

Seit Westside Story oder The Warriors weiß man: Jugendbanden rocken. Sich mit Klappmessern die Haare kämmen, Ommas die Handtasche klauen, geile Bandenkluft tragen und sich mit anderen Gangs kloppen. Ein echter 80er-Leckerbissen schmeißt das zusammen mit einer kleinen Punk-Milieustudie. Prädikat: oioioi.

http://episodeheinz.podcaster.de/download/Verlierer_Podcast_komplett.mp3

(Download via Rechtsklick: Speichern unter)

formt banden!

Banden sind cool. Vielleicht isses das Zusammengehörigkeitsgefühl. Vielleicht die Idee von der Stadt als letztem großen Abenteuerspielplatz. Vielleicht ist es das Singen und Tanzen auf der Straße. Heute sieht man sie nicht mehr oft, wahrscheinlich weil alle mit Bloggen beschäftigt sind, aber es gab mal eine Zeit, da waren sie der fiktive Schrecken der Straße.

In den 80ern hat man in einem hellen Moment beim ZDF anscheinend erkannt, dass zwei Dinge natürlich sehr gut zusammen passen: Bandenfilm und Punkrock. 1986 wurde von Bernd Schadewald Verlierer gedreht – ein Film, der sich aber sowas von in Bandenkrieg, Punkrock und einem apokalyptischhässlichen Ruhrgebiet ergeht. Den Plot fassen wir ganz fix für euch zusammen: die Straßenbande der Sharks hat Stress mit der Straßenbande der Rats. Warum sie Stress haben weiß man nicht genau, aber wahrscheinlich gehts darum, wer die Mahngebühren der Westside Story-Anwälte bezahlen soll (da heißen die Banden Sharks und Jets…) Was folgt, sind jede Menge Keile, Krawall und eine Freundschaft zwischen zwei Gangmitgliedern, die nicht sein darf. Ein paar miese Bullen kommen natürlich auch noch drin vor. Extra Glaubwürdigkeit erhält der Film vor allem durch Ralf Richter (der wahrscheinlich in diesem Film nicht mal schauspielert) und Campino. Der schauspielert auch nicht.

Für zusätzliche Glaubwürdigkeit tritt im Film die Thrash-Metal Band Violent Force auf. Cüppi überlegt im Podcast, ob es sich um Creator handeln könnte, aber er ist nur ein unwissendes kleines Licht und Wikipedia ist so viel größer und schlauer als er.

Ein Heimatfilm

Wahrscheinlich sind wir voreingenommen, weil der Anblick pittoresker Ruhrpott-Beton-Brutalität so etwas wie heimatliche Gefühle in uns weckt. Aber der Film funktioniert nun mal sehr gut als Panorama einer Region, obwohl er natürlich vor allem an Dosenbier und Punkrock interessiert ist. Für alle, die nicht aus dem Pott kommen: ihr müsst uns keine Care-Packages schicken.

Vielleicht gründen wir jetzt auch eine Bande. Die Heinzboys oder so. Ihr könnt uns gerne beitreten. Wir sind die drei Jungs, die im Internet an der Ecke rum hängen und rum trollen.


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 2016-10-05  n/a