Staatsbürgerkunde

Ein Podcast über das Leben in der DDR. Im Gespräch mit Zeitzeug:innen und Expert:innen schaut Martin Fischer in jeder Folge zurück auf die Lebensaspekte in der Deutschen Demokratischen Republik. Ohne Ostalgie und verbunden mit der Frage, was sich aus der Geschichte lernen lässt.

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episode 90: Auf Augenhöhe [transcript]


Von eigenem Geld, eigener Zeit und der eigenen Stimme Veröffentlicht am 12.04.2020
Laufzeit: 2 Stunden und 11 Minuten


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 2020-04-12  2h11m
 
 
00:00
Musik
00:09  Andrea Spee-Keller
Ja
00:10
Also ich glaube fast fünfundneunzig oder neunzig prozent der frauen in der ddr gearbeitet haben und es sollte einfach niemand nur hausfrau sein das also das kann man schon für den überwiegenden teil der frauen sagen.
00:26  Jessica Bock
Diese forderung für sich ein ein raum in der öffentlichkeit zu haben um mit frauen zusammen zu kommen ins gespräch zu kommen sich auszutauschen womöglich auch die zum handeln zu ermutigen das ist schon auf jeden fall ein politikum gewesen.
00:45  Martin Fischer
Staatsbürgerkunde ein podcast über das leben in der ddr von martin fischer.
00:56
Folge neunzig auf augenhöhe.
01:26
Herzlich willkommen zur neuen folge schön dass sie wieder mit dabei seid und ich hoffe euch geht es gut.
01:31
Diese folge habe ich im märz zweitausendzwanzig aufgenommen zu einer zeit in der das neuartige korona virus das weltgeschehen bestimmt.
01:38
Wie viele von euch bin auch ich zuhause reisen für den podcast sind momentan leider nicht möglich aber ich habe eine möglichkeit gefunden meine gesprächspartnerin telefonisch in die sendung einzuladen.
01:49
Der sound ist daher in dieser folge etwas anders als ihr ihn kennt ein hoffentlich spannendes thema macht das aber hoffentlich vergessen.
01:55
Schon lange wollte ich eine folge zu den frauen bewegungen unterstellung der frauen der ddr machen.
02:00
Die allgemeine vorstellung frauen seien in der ddr vollkommen gleichberechtigt gewesen stimmt bei genauerem hinsehen nur zum teil und genau hinsehen möchte ich daher mit euch und meinen gästen in dieser folge.
02:12
Und zwar auf aspekte die das leben für frauen in der ddr bestimmt haben und damit starten wir auch gleich meine erste gäste ist andreas speaker die ich am östlichen rand deutschlands per telefon erreiche.
02:24
Ich begrüße am telefon heute einmal und nicht vor ort andreas keller in bautzen hallo frau spiel keller.
02:34  Andrea Spee-Keller
Ja guten tag herr fischer.
02:35  Martin Fischer
Wir hätten uns jetzt eigentlich persönlich gegenüber gesessen aber also wenn jemand diese aufnahme nach hört wir befinden uns immer noch im frühjahr zweitausendzwanzig und
02:44
haben eben die spezielle situation mit dem corona virus und deswegen haben wir die reise
02:50
habe ich die reise abgesagt und wir haben aber eine möglichkeit gefunden wie wir trotzdem telefonieren können und ein bisschen sprechen wollen über ihre biografie
02:58
die sich auch mit den frauen fragen in der ddr ein wenig beschäftigt das schon mal als ankündigung,
03:05
jetzt würde ich sie tatsächlich mal bitten stellen sie sich vielleicht einfach mal kurz vor was machen sie denn gerade und du erreiche ich sie denn.
03:12  Andrea Spee-Keller
Eben sitze ich in meinem büro ich hätte eigentlich eine praktikantin aber die macht homeoffice die habe ich mit arbeit versorgt aus so dass ich also dir sehr gut
03:23
alleine in meinem büro sitzen und dinge abarbeiten kann die schon lange liebend liegengeblieben sind.
03:29  Martin Fischer
Und was sind das für dinge was was ist denn ihre was ist denn ihre arbeit und das ist vielleicht auch der der bogen zu dem thema.
03:34  Andrea Spee-Keller
Also einerseits ist es für mich 'ne sehr komfortable situation da meine ganzen veranstaltungen die geplant waren auch wo ich teilnehmen wollte abgesagt sind.
03:45
Und ich komme jetzt mal zu den dingen die liegengeblieben sind zuallererst hatte ich wir hatten im september eine große veranstaltung zur europäischen karte für gleichstellung von frauen und männern auf lokaler ebene.
03:59
Da haben wir fördermittel bekommen über die europäische union.
04:04
Und da bin ich jetzt dabei die abrechnung zu machen da bin ich in den letzten zügen und da bin ich sehr froh dass ich da ein bisschen zeit hatte jetzt.
04:11  Martin Fischer
Denn sie sind gleichstellungsbüro frauenbeauftragte in bautzen das vielleicht nochmal ganz kurz zur einordnung das ist momentan ja die stelle auf der sie sind oder die position die sie innehaben.
04:22  Andrea Spee-Keller
Ja ich bin seit neunzehnhundertneunzig also seit fast dreißig dreißig jahren gleich lang und frauenbeauftragte in der stadt bautzen.
04:31
Und bin da,
04:34
zuständig einmal intern für frauen und männer also in der verwaltung das nennt sich frauenbeauftragte nach dem sächsischen frauen fördergesetz.
04:43
Da geht es darum also die vereinbarkeit von beruf und familie gut zu vereinbaren also ich bin da auch ansprechbar für diese themen die das personal betreffen oder die beschäftigten betreffen.
04:57  Martin Fischer
Also intern für die behörde sozusagen.
05:00  Andrea Spee-Keller
Ja genau und extern bin ich als gleichstellungsbeauftragte tätig das heißt dass ich in die stadt hinein wirke.
05:09
Und ja ganz unterschiedliche aufgaben habe einerseits vertrete ich sozusagen die kommunale gleichstellungspolitik nach außen.
05:19
Ich bin also ansprechpartnerin als auch für vereine vereine gruppierungen und ähm,
05:27
wichtig ist mir dabei also ein netzwerk zu haben um dinge zu verwirklichen und durchzusetzen
05:34
wir machen sehr viele an veranstaltungen gemeinsam wir haben hier im bautzen ein frauenzentrum was schon seit neunzehnhundertneunzig aktiv ist wir haben ein frauenschützen haus und auch frauen vereine mit denen wir zusammenarbeiten.
05:48
Das ist eine klassische mittelstadt sagen wir gerne die im ländlichen raum liegt und wir sind ungefähr fünfzig kilometer
05:57
östlich von dresden im entfernt also nochmal vierzig kilometer liegt dann görlitz ist vielleicht auch eigentlich bekannt und görlitz ist ja ein teil der stadt.
06:08
Also in polen ist sozusagen der andere teil heißt es so dass wir sozusagen im dreiländereck.
06:16
Polen tschechien und sachsen oder deutschland halt liegen,
06:21
ja ein ziemlich also mitten in in europa aber eben sehr oft sehr östlich von deutschland.
06:28  Martin Fischer
Ich hab's auch gesehen in ihrer e-mail signatur sind da noch immer die die die die schlusskurs auch nochmal auf polnisch drin.
06:36  Andrea Spee-Keller
Nein das ist nein das ist nicht polnisch ähm das ist ähm.
06:43  Martin Fischer
Ah das ist sorbisch okay.
06:45  Andrea Spee-Keller
Ja genau also wir sind sozusagen die heimliche hauptstadt der sorgen ähm und.
06:54
Deshalb ist es uns sehr wichtig dass wir auch versuchen im also die sorbische sprache also weil ja die verbinden und sorten auch hier ihre heimat haben,
07:04
das wird zum beispiel auch auf den straßen schildern die sind immer zweisprachig ausgelegt und ähm,
07:12
also dass das auch ein stadtbild sichtbar wird dass wir zwei also die sorgen die deutschen halt zusammenleben.
07:20  Martin Fischer
Okay verstehe dann habe ich mich gehört dann wird's auf jeden fall klar war das.
07:23  Andrea Spee-Keller
Ja das ist das denken ziele.
07:25  Martin Fischer
Ich dachte weil sie gerade richtung polen geguckt haben aber natürlich macht's natürlich mehr sinn wenn dann ja.
07:31
Die sorbische minderheit dann auch da berücksichtigt ist als das nachbarland.
07:36  Andrea Spee-Keller
Genau also das also wir haben hier zum beispiel in bautzen auch ein ein sorbisches schulzentrum wo es ein gymnasium gibt und in der oberschule und grundschule,
07:47
und verschiedene farbige einrichtungen wie zum beispiel das sorbische institut das passt ja die einzige wissenschaftliche einrichtung klären in bautzen ist.
07:58  Martin Fischer
Jetzt hatten sie gerade gesagt sie machen diese oder haben diese position und diese aufgabe seit dreißig jahren inne das hat wahrscheinlich dann aber nicht neunzehnhundertneunzig angefangen um jetzt mal den schritt zurück zu machen auch in die ddr-zeit.
08:10  Andrea Spee-Keller
Nein das hat schon also wirklich damit zu tun dass,
08:15
in dieser umbruchszeit friedliche revolution ja auch die frauen wach geworden ich würde ich mal sagen oder das ist sozusagen auch möglich war sich gesellschaftlich anders zu engagieren als das in der ddr-zeit war
08:27
also das ist zumindest das was ich erlebt habe das ist ähm also ich kann ja.
08:32
Schon mein persönlicher situation berichten aber es gibt auch andere erfahrungen aber
08:37
für mich war es so dass wir mit verschiedenen anderen frauen uns getroffen haben in der wendezeit und gesagt haben wir wollen ja äh aufpassen dass wir jetzt nicht als also dass wir für unsere interessen eintreten
08:51
und im jahr im märz neunzehnhundertneunzig gab es da ein erstes treffen.
08:58
Im theater bautzen also das waren drei frauen die im theater,
09:03
beschäftigt waren und dort ja fanden wir auch sehr viele diskussionen statt was denn den umbruch betraf also wir als stadt,
09:12
und freizeit war kurz vor dem vor dem also vor dem geplanten abriss,
09:19
und die häuser waren verfallen obwohl es eben der,
09:23
historische bausubstanz fahren wir haben so eine alte mittelalterlicher stadtkern und ähm das war geplant den abzureißen und da haben sich viele.
09:32
Bürgerinnen und bürger auch dagegen aufgedehnt zum beispiel eben auch das theater mit also die schauspieler die haben dann auch direkt auch verrate aufführung gebracht wo das angesprochen wurde es war also eine sehr heiße zeit.
09:46  Martin Fischer
Wie ging's denn den frauen also jetzt speziell am theater und vielleicht auch generell neunzehnhundertneunzig in welche situation haben sie sich denn befunden ich ich habe mich auch so ein
09:54
bisschen versucht zu informieren und ich bin immer immer wieder darauf gestoßen dass halt gerade die wände oder die
10:00
ja ja eben die die deutsche einheit für die frauen noch mal eine besondere schwierigkeit dargestellt hat weil sie halt eine völlig neue stellung in der gesellschaft vorgefunden haben als die die sie davor gekannt haben trifft trifft das zu.
10:15  Andrea Spee-Keller
Na ja das ist viel differenzierter würde ich mal sagen weil das ähm es kam natürlich ganz darauf an wie
10:23
wie alt also in welcher generation die frauen gelebt haben oder ja welche welche schulbildung oder welche berufliche qualifikation sie mitgebracht haben von daher kann man das glaube ich
10:36
ganze pauschal sagen aber klar war uns damals auch dass ich etwas verändern wird.
10:43
Also das wussten wir ja dass die frauen sozusagen im sogenannten westen wir haben viele hausfrauen waren ne und das fanden wir nicht so gut,
10:53
dass dass da irgendwie sozusagen so 'ne rollback kommen sollte und diese angst war schon da ähm weil ja.
11:03
Also ich glaube fast fünfundneunzig oder neunzig prozent der frauen in der ddr gearbeitet haben und es sollte einfach niemand ähm
11:12
nur hausfrau sein das ist also das kann man schon für den überwiegenden teil der frauen sagen also ich habe mal ein interview geführt oder im gespräch mit seiner form für die hat gesagt dass wir keine für mich gar nicht in frage weil dann müsste ich ja,
11:26
also zu hause zu bleiben da müsste ich ja als geburtstagsgeschenk für meinen mann von seinem geld kaufen das war also unvorstellbar dass man sich so,
11:36
bezeichnend.
11:37  Martin Fischer
Das heißt diese wirtschaftliche unabhängigkeit war schon was was ein wichtiger faktor war für frauen in der ddr.
11:45  Andrea Spee-Keller
Und das war ja über viele jahre,
11:48
normalität will ich mal sagen dass die frauen auch sagen konnten ich ich lebe mein leben und unabhängig ich kann auch unabhängig von ehe und partnerschaft ähm.
12:00
Ja mein leben streiten obwohl also gerade es wurde ja sehr früh geheiratet es ging auch damit zusammen dass,
12:10
die familien auf eine wohnung bekam die kam ein kredit den sie dann auch teilweise nicht zurückzahlen mussten.
12:17
Wenn kinder kam es gab glaube ich fünftausend euro euro weitere fünftausend mark ddr mark und ähm wenn man drei kinder hatte braucht man gar nicht zurückzahlen.
12:30  Martin Fischer
Da kam dieser wort dieses begriffs ab ab kindern den gab es dann so als als sehr flapsig bezeichnung dafür dass eben je mehr kinder mal hatte desto weniger kredit man zurück zahlen musste.
12:43  Andrea Spee-Keller
Also die familien wurden schon gefördert und dass frauen arbeiten gehen konnten dann hat er auch damit zu tun dass ähm
12:52
die wirtschaft die arbeitskräfte brauchte man darf jetzt nicht sagen dass der feministischer kampf vorausgegangen ist dass frauen,
13:00
also berufstätig waren wie das vielleicht so in den achtundsechzig jahren bei den im westen war also das kann man also nicht vergleichen es war nicht erstritten sondern das war halt parteilinie
13:13
weil die arbeitskräfte gebraucht wurden was natürlich wo natürlich viele frauen auch davon profitiert haben weil gerade
13:20
in meiner großmutter generation ne also und auch
13:25
teilweise noch in meiner mutter generation also meine großmutter waren eins und eins geboren meine mutter neunzehnhundertvierundzwanzig gab es viele frauen noch die keine berufsausbildung hatten,
13:35
weil das halt für frauen und ähm ja für mädchen nicht vorgesehen war
13:40
sie sollten sozusagen tätigkeiten machen wo man halt keine berufsabschluss brauchte im gegensatz männer hatten fast alle.
13:47
Eine berufsausbildung auch wenn es in diesem jahr ging.
13:50  Martin Fischer
Wie ging's dann der mutter zum beispiel zu beginn der ddr-zeit also war die dann gezwungen oder sollte sich dann in der position wo sie dann eine arbeit erlernen und aufnehmen musste.
14:03  Andrea Spee-Keller
Also meine mutter hat krankenschwester gelernt schon also im krieg ähm ziehe
14:10
ist sozusagen aus ihrem heimatdorf weggegangen und ähm hat im krankenhaus eben hier in bautzen krankenschwester gelernt und hat dann auch ähm am ende die derzeit als krankenschwester gearbeitet und,
14:24
sie hat dann allerdings den beruflich fortgeführt weil.
14:28
Weil wir gerade im handwerksbetrieb hatte und sie ist dann dort mit eingestiegen,
14:33
ich hatte aber auch glaube ich mit damit zu tun dass meine schwester eine krankheit hatte und sie dort flexibler dann war.
14:41  Martin Fischer
Okay aber sie war dann schon also hatte quasi eine ausbildung gemacht und war dann auch in dem beruf tätig wie wahrscheinlich viele frauen in ihrer generation dann auch dann,
14:49
ins berufsleben gekommen sind auch zumal nach dem krieg ja dann männer auch in vielen bereichen nicht da waren um halt die stellen auszufüllen.
14:56  Andrea Spee-Keller
Genau und was noch dazukommt ist gerade also die frauen der generation und jünger will ich mal sagen dann auch die möglichkeit hatten
15:05
sich zu qualifizieren also es gab ja so besonders studienmöglichkeiten also nicht nur für frauen auch für männer aber es wurden auf frauen gefördert dass sie einen berufsabschluss nachholen konnten oder eben auch zum studium gehen konnten.
15:20  Martin Fischer
Das war ja schon relativ früh auch angelegter ddr das dann eben diese möglichkeit zum studium zu arbeitsaufnahme und auch zu selbstbestimmten arbeitsaufnahme gegeben war im westen war sie dann teilweise noch so dass der mann da die erlaubnis geben musste dass die frau arbeiten gehen durfte
15:33
und das war in der ddr ja schon viel früher oder überhaupt gar nicht der fall.
15:38  Andrea Spee-Keller
Ja also das war ein familienrecht geregelt und diese beschränkung gab's wirklich also zum einen recht der ddr nicht also das war von anfang an also da stand ja auch ähm.
15:51
Die gleichberechtigung in der verfassung der ddr also die.
15:56
Gleiches recht auf arbeit lohngleichheit bei gleicher arbeit von frau und mann und besondere schutz für die frau für ehe und familie.
16:04
Das war schon sehr fortschrittlich.
16:07  Martin Fischer
Genau das war's glaube ich also was hier schon festgeschrieben oder auch schon d r verfassung genau mann und frau sind gleichberechtigt alle gesetze und bestimmungen die der gleichberechtigung der frau entgegenstehen sind aufgehoben
16:20
fünfzig wurde es dann nochmal verfeinert mann und frau haben bei gleicher arbeit das recht auf gleichen lohn und,
16:28
also es war wirklich schon wie gesagt kurz nach kriegsende war das dann quasi schon festgeschrieben in der verfassung der ddr.
16:34  Andrea Spee-Keller
Ja aber das heißt natürlich nicht dass,
16:36
also die rollen sozusagen dass die zuständigkeit für familie und haushalt die blieb nach wie vor also bei den überwiegend bei den frauen
16:47
zum beispiel für voll beschäftigte verheiratete frauen gab's ja diesen hausarbeit bezahlten hausarbeit tag also,
16:57
einem kind also wenn ein kind sozusagen in der familie da war dann konnten die frauen ähm,
17:05
diesen hausarbeit tag erhalten.
17:07  Martin Fischer
Das war ein tag im monat wenn ich wenn ich richtig informiert bin genau.
17:09  Andrea Spee-Keller
Ja ja ja für einen tag im monat aber nur für frauen also für männer gab es das nicht.
17:17  Martin Fischer
Ich habe mal so eine gegenüberstellung hier herausgesucht wie ungleich des feldes tatsächlich auch noch war zwischen frauen und männern was jetzt,
17:26
haushaltstätigkeit oder betreuungstätigkeit von kindern anbelangt und also was mir im kopf geblieben ist ist dass die frauen quasi noch einen zweiten vollzeitjob in der woche hatten neben ihrer eigentlichen arbeit der quasi.
17:38
Mit dem haushalt und der kinderbetreuung zusammenhängen also unbezahlt,
17:44
der sich an rein rechnerisch so ergeben hat während die männer dann über sehr viel mehr freizeit verfügen konnten auch nachdem dann die fünf tage woche eingeführt wurde.
17:52  Andrea Spee-Keller
Ja da kann ich mich auch noch daran erinnern dass ja die beschäftigungszahlen also die arbeitszeit die wöchentliche arbeitszeit betrug dreiundvierzig dreiviertel stunden ähm.
18:07
Ich glaube man konnte dann weniger arbeiten vierzig stunden eben wenn kinder da waren also selbst als ich angefangen habe habe zu arbeiten und sondern fünfundsiebzig musste ich auch noch,
18:20
diese dreiundvierzig dreiviertel stunden arbeiten.
18:23  Martin Fischer
An sechs tagen oder war das dann schon fünf tage woche.
18:26  Andrea Spee-Keller
Das waren dann schon fünf tage aber das war dann man die sechs tage arbeitswoche abgeschafft wurde,
18:32
gar nicht es war glaube ich in den sechziger jahren irgendwann weiß ich nicht genau.
18:38  Martin Fischer
Aber dreiundvierzig stunden das natürlich schon schon eine menge also auch auf fünf tage gerechnet.
18:43  Andrea Spee-Keller
Also ab neunzehnhundertsiebenundsiebzig wurde das dann abgeschafft.
18:46  Martin Fischer
Wie haben sie das erlebt also wie sind sie damit umgegangen alles unter einen hut zu bringen oder bringen zu müssen.
18:54  Andrea Spee-Keller
Ja ich muss noch mal dazu sagen die reduzierung der arbeitszeiten und siebenundsiebzig war nur.
19:00
Von dreiundvierzig dreiviertel auf vierzig wochen arbeitsstunden war nur für mütter wir beschäftigte mütter mit zwei kindern unter sechzehn jahren hatte ich gerade falsch gesagt.
19:10  Martin Fischer
Das heißt für alle anderen blieb es bei den dreiundvierzig.
19:12  Andrea Spee-Keller
Weil er ja genau bin ich glaube ich sogar bis zum ende der ddr-zeit genau.
19:19
Bei mir war die situation so dass ich.
19:23
Mit siebzehn eine berufsausbildung gemacht habe und ähm ja keine kinder hatte und dann ja gearbeitet habe und nebenbei sport gemacht hat ist ja meine freizeit genossen hatte sozusagen.
19:36  Martin Fischer
Was haben sie gelernt was war die ausbildung.
19:38  Andrea Spee-Keller
Bin uhrmacher rin.
19:40  Martin Fischer
Ah ok.
19:41  Andrea Spee-Keller
Männer ja also ein handwerksberuf und habe nach dieser ausbildung dann auch noch meine meine meine meisterinnen abschluss absolviert sozusagen.
19:53
Aber da war es wirklich so dass wir halt.
19:57
Von sieben uhr dreißig früh bis siebzehn uhr dreißig gabelt albert gearbeitet haben und wenn dann mittagspause von einer stunde.
20:08  Martin Fischer
Das heißt wirklich ein sehr langer tag und dann und dann und dann noch einkaufen und und haushalt gehen wir ja wahrscheinlich auch als selbstständige junge frau dann trotzdem hat.
20:17  Andrea Spee-Keller
Ja gut ich habe zu der zeit noch zu hause gewohnt ich glaube da hatte ich den luxus dass ähm mich da.
20:26
Versorgt wurde ich sagen dass ich nicht darum nicht so weil also sehr kümmern musste weil ich war ich hab ein paar sportlerin also ich habe volleyball gespielt und bin dreimal in der woche zum training gegangen und wir sind auch jedes wochenende der gefahren.
20:39
Von daher glaube ich hatte ich das schon so gesehen viel freiheiten.
20:46
Mein erstes kind habe ich dann neunzehnhundertdreiundachtzig bekommen und in diesem jahr habe ich auch geheiratet und dort hat sich dann natürlich einiges geändert.
20:56  Martin Fischer
War das dann so diese dieser ablauf dass man gesagt hat okay jetzt verheiratet kind und jetzt kann man dann auch eine wohnung beziehen.
21:03  Andrea Spee-Keller
Das war möglich sozusagen also man bekam dann so ein wohnraum berechtigungsschein und musste dann halt auf die suche gehen wie das also.
21:15
Da eine wohnung zu finden und das war natürlich nicht leicht und ähm.
21:21
Weil es wurden zur wohnung angeboten dass viele sind ja also es war begehrt in einem neubauwohnung zu ziehen ähm,
21:29
und bei uns gab es also so ein großes neubaugebiet in gesundbrunnen aber da
21:33
musste man halt wirklich lange warten und auch ohne kind war das glaube ich sehr schwierig und wenn dann bekam man in der wohnung im altbau angeboten die dann natürlich auch sehr sanierungsbedürftig war.
21:46  Martin Fischer
Mit eigenleistung.
21:48  Andrea Spee-Keller
Mit eigenleistung wir hatten dann das glück dass.
21:53
Ja werden dann die idee zu sagen wir schauen mal ob wir irgendwie ein haus
21:58
mieten können oder die mieten war das gar nicht sondern ein haus kaufen aber das grundstück die grundzüge gehörten ja der stadt aber das haus konnte was auf dem grundstück stand das konnte man kaufen und ähm.
22:13
Das war halt nicht so leicht da das auch zu finden aber es war dann irgendwie,
22:20
der eine kandidieren der andre dehnen und über same wichtig gute beziehungen zu haben also jemanden zu kennen vielleicht auch irgendwas anbieten zu können was man was benötigt wurde und darüber konnte man dann ähm.
22:35
Auf glück haben da in
22:37
ja jemand zu kennen der in haus anbietet also weil das glaube ich in der zeitung wurde das gar nicht anders analysiert und es gab auch keine
22:47
immobilienmakler oder sowas kann ich mich nicht erinnern und mein damaliger mann hatte glaube ich irgendwie einen onkel der eine fleischerei hatte und äh darüber gab es dann die möglichkeit da irgendwie.
23:01
Jemanden kennenzulernen der einen der der aus dem haus ausziehen wollte und dass wir dann kaufen konnten.
23:10  Martin Fischer
Das heißt die wohnraumfrage war dann geklärt aber die die lange arbeitstage und die dann noch anstehenden besorgungen die blieben ja dann trotzdem vermute ich mal.
23:20  Andrea Spee-Keller
Ich war dann ich war ja dann zu hause sozusagen in und das haus musste auch sozusagen schon da musste vieles umgebaut werden.
23:31
Und.
23:33
Ich habe dann versucht mit kind das alles zu organisieren es gab auch in dem ersten jahr kein geld also wir mussten dann von dem geld meines mannes leben.
23:42  Martin Fischer
Das heißt wo sie mit dem kind zu hause waren da gab's dann kein mutterschaftsgeld oder.
23:46  Andrea Spee-Keller
Dreiundachtzig gab es noch kein mutterschaftsgeld ja das war dann erst bei dem zweiten also das sogenannte bibi.
23:56
Gab es zwar schon also man durfte zuhause bleiben aber.
24:01
Es gab geld erst bei wenn man zwei kinder also beim zweiten kind gab's das geld erst so war das.
24:08  Martin Fischer
Nach dem ersten jahr mussten sie dann wieder zurück in den in den beruf.
24:13  Andrea Spee-Keller
Wir haben uns dann dagegen entschieden also ich hatte ich hatte einen krippenplatz beantragt,
24:19
ehrlich gesagt war ich dann aber froh dass ich keinen bekam weil ich habe ja in einem privaten betrieb gearbeitet und ähm
24:27
das war also nicht möglich sozusagen zuerst bekam die in krippenplatz die in wichtigen betrieben also für den staat wichtigen betrieben arbeiteten
24:38
textilindustrie oder ja,
24:41
bautzen grad von schneider maschinenfabrik sozusagen die perfekte oder waggon bau also die frauen hatten eher chancen da im krippenplatz zu kommen,
24:50
zu bekommen aber ich fand es damals ganz spannend,
24:55
oder wichtig für die kinder da zu sein und wollte dann auch drei jahre zu hause bleiben.
25:03  Martin Fischer
Und das ging dann einfach oder gab es dann auch noch von staatlicher seite hatte ich zum beispiel auch noch mal gelesen dass dann auch nochmal nachfragen kam und ob man da nicht doch wieder arbeiten gehen möchte weil das das land braucht ein jahr.
25:17  Andrea Spee-Keller
Aber das dadurch dass ich ja ein krippenplatz beantragt hatte und ich kein bekommen habe war ich da sozusagen ähm,
25:27
von dieser seite abgesichert ja und ich denke wenn ich in einem volkseigene betrieb gearbeitet hätte dann wäre der druck hätte hätte sich erhöht sozusagen also viele frauen haben ja auch berichtet dass
25:38
wenn die zeit teilzeit arbeiten wollten dass
25:41
war möglich sozusagen aber es war schwer es war ein kampf und es war dann auch so dass man halt nicht so gut erstellen bekommen hat also.
25:50
Teilzeitstellen die sozusagen wo man ein stück weit vielleicht auch,
25:55
karriere machen konnte das war dann halt nicht möglich sondern man hat dann so einen sogenannten schone kosten bekommen würde ich mal sagen also das war dann so nicht dass die halbtags gearbeitet haben sondern die haben dann schon sagen man konnten dann vierzehn oder fünfzehn uhr
26:08
nach hause gehen damit ihre kinder dann eher aus dem aus den einrichtungen holen.
26:12  Martin Fischer
Wie haben sie es denn bei anderen frauen gesehen oder erlebt wie das bei denen geklappt hat alles unter einen hut zu bringen.
26:20  Andrea Spee-Keller
Also was was ist beobachtet habe dass es ja die jungen frauen
26:26
ihre kinder schon derzeitig in der krippe abgeben mussten also es wurde ja spätestens um sieben angefangen mit der arbeit und äh das fand ich
26:35
damals für mich nicht so richtig vorstellbar dass ich mein kind schon halb mit meinem kindheit schieben vor der grippe stehe und ähm dass da.
26:45
Hinbringen und das war halt.
26:51
Viele frauen junge frauen haben ihre kinder schon derzeitig in die einrichtung gebracht und es gab,
26:57
keine andere möglichkeit es hat mir haben ja viele frauen auch im medizinischen berufung gearbeitet und auch als lehrerin oder im kulturellen bereich also es war halt.
27:07
So dass man sehr zeitig früh anfängt mit arbeiten aber ich glaube es war auch so dass die,
27:14
kinder dann eben spätestens um drei oder vier dann wieder abgeholt werden konnten und je nachdem wie das family ja geredet geregelt wurde.
27:23
Und die kinder wenn die kinder also nicht mehr ganz so klein waren hat es eigentlich ganz gut funktioniert und frauen die dann gesagt haben ja.
27:33
Mir ist das wichtig denn mit dem kind am nachmittag was noch was zu unternehmen oder auch am wochenende.
27:38
Mit der familie ausflüge zu machen dann hat das familienleben sehr gut funktioniert wenn auch die männer mitgezogen haben.
27:46  Martin Fischer
War das die regel dass sie wenn sie das gemacht haben oder war das unterschiedlich.
27:51  Andrea Spee-Keller
Das war unterschiedlich denke ich dass
27:54
waren ganz individuelle lösungen und ich denke dass viele männer dass wir selbstverständlich genommen haben dass die haben das ja auch in ihrem,
28:03
erlebt dass die frauen gearbeitet haben und es wurde auch gemeinsam gefeiert und es wurde ein veranstaltung organisiert,
28:13
so dass ja es war ein sehr gutes jahr pragmatisch in vielen familien glaube ich gelöst.
28:23
Wenn großeltern da waren die haben sich natürlich auch eingebracht aber die auch die die großmütter haben ja auch noch gearbeitet von daher,
28:30
was so das ist also sehr also,
28:34
es war nicht so dass so großfamilien gab sondern die wenn die jungen familien familie gegründet haben,
28:40
dann sind die rausgezogen hat eine eigene wohnung und mussten sich dann auch alleine um die kinder kümmern.
28:47  Martin Fischer
Aber ich weiß auch noch meine meine oma hat auch noch ja also kann ich mich noch erinnern als kind dass meine oma dann auch noch als verkäuferin gearbeitet hat also da war dann wirklich alle frauen generationen noch noch auf arbeit.
29:00  Andrea Spee-Keller
Und das war natürlich auch häufig gut weil die also gerade wenn jemand als verkäuferin gearbeitet hat war das natürlich perfekt für eine familie weil die konnten sich sozusagen konnten dann wieder was organisieren was die familien braucht also ich weiß noch dass
29:14
ganz schwer war bombe windeln zu bekommen die wurden sozusagen ja auf ration verteilt.
29:21
Und man musste dann schon am beginn der schwangerschaft anfangen sozusagen immer wieder binden zu kaufen wenn's mal welche gab weil man bekam nur zwei stück oder ich weiß nicht wie viel in der packung drin waren damit man dann.
29:36
Geboren wurde also ausreichend windeln hatte und die also bis zu meinem dritten kind habe ich sozusagen jeden tag
29:44
windeln gewaschen sache die man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen kann da es ja diese wegwerfwindeln.
29:53
Es gibt aber jetzt wieder junge familien und junge frauen die sagen also wir gehen wieder zurück zu den baumwollwindel weil das gesünder ist und umweltschonender was auch ganz spannend ist.
30:03  Martin Fischer
Da gibt's auch ganz interessante dienstleister die jetzt quasi auch so hohl und bring dienste anbieten für windeln und.
30:09  Andrea Spee-Keller
Ja
30:09  Martin Fischer
Also ich glaube auch so brauchen sie nicht gewaschen werden auch meine mutter hat auch noch erinnerung daran dass sie gesagt hat also es waren die windel waren immer entweder in benutzung oder hing auf der leine oder nass also es war.
30:21  Andrea Spee-Keller
Also ich habe dann ich hab dann also das ist sehr witzig ich hab dann also ich hatte das glück eine automatische waschmaschine zu haben das war also auch nicht normal ich glaube da haben wir sogar irgendwie das geld was wir damals bekommen haben dass sie diese,
30:35
diese fünftausend euro haben wir dazu genommen um diese waschmaschine zu kaufen.
30:40
Und dann wurde das das wasser aus der waschmaschine das wurde aufgefangen sozusagen also das ähm.
30:49
Waschwasser sozusagen und dann wurden die schwindel narren ausgespült.
30:54
Also wir haben sehr bewusst also was ja sozusagen ist ja so viele familien gehen jetzt wieder auch so zurück ne also mit dieser äh umweltschonung dass man versucht darauf aufzupassen dass wir eben.
31:08
Die ressourcen nicht so verbrauchen und da.
31:13
Mir fällt das sehr leicht das alles noch kenne aus der ddr.
31:17  Martin Fischer
Weil sie gerade gesagt haben also sie hatten dann eine waschmaschine das war ja auch nicht von anfang an so also ich glaube ich würde ich vermute mal ihre ihre mutter hatte wahrscheinlich nicht so viele elektronische geräte im haushalt zu kühlschrank,
31:28
waschmaschine maschine ja gar nicht waschmaschine das kam mir dann alles erst so ein sechziger siebziger jahren bis dann überhaupt mal so ein großteil der bevölkerung überhaupt solche maschinen angekommen sind und,
31:40
ja auch mit dem versprechen frauen dann von diesen einfachen haushaltstätigkeit zu entlasten aber das war halt am anfang noch gar nicht der fall.
31:47  Andrea Spee-Keller
Ich kann mich erinnern dass meine großmutter mütterlicherseits die hat in einem dorf bei löbau gewohnt.
31:57
Und die hat ihr wasser noch aus der quelle geholt also die ist sozusagen hat kein wasseranschluss im haus gehabt.
32:06
Hier ist mit den zwei eimern also da kann ich mich als kind noch erinnern und die hat.
32:12
Bis in die siebziger jahre da gewohnt in dem haus und dann sind wir halt wasser holen gegangen aus dem aus der
32:18
kleinen quelle sozusagen oder es war ein rohr sozusagen was im boden war und dann wurde der wassereimer gefüllt und die hatte natürlich bis zum schluss keine waschmaschine meine andere oma,
32:30
die hatte schon eine waschmaschine sozusagen aber keine automatische sondern da gab es in der maschine so ein wie so ein grill.
32:39  Martin Fischer
Und die musste man dann von hand.
32:42  Andrea Spee-Keller
Wurde das da reingelegt und dann bewegt er sich da das ist da drin und irgendwann musst du das dann trotzdem rausgeholt werden und bei meiner mutter wir hatten einen waschhaus,
32:53
mit einem kessel mit meiner mutter habe ich die ersten jahre noch zusammen in den waschhaus einmal im monat glaube ich an wer der wäsche gewaschen.
33:02
Der kessel wurde eingeheizt und dann wurde die wäsche richtig gekocht bettwäsche und die unterwäsche und.
33:10  Martin Fischer
Also nicht wie heute dass man dann einfach zwischendurch mal so eine wäsche anmacht während man noch andere tätigkeiten macht es war dann wirklich.
33:17
Ich stelle mir grade so vor das war dann ein tag wo man wirklich die wäsche gemacht und dann waren wir wieder mal ein arbeitstag und am schluss sinkt man erschöpft auf dem sessel zusammen.
33:26  Andrea Spee-Keller
Ich denke das ist für die frauen schon sehr anstrengend war also zum beispiel wir hatten sehr lange auch noch einen badehosen der angeheizt werden musste und dann wurde halt freitags gebadet und dann wurde freitags feuer gemacht.
33:40
Zentralheizung gab es ja sowieso nicht sondern in den häusern waren überwiegend öfen die jeden früh im winter geheizt werden muss.
33:53
In der familie musste dann zeitig aufstehen und die briketts anheizen und ins durchgebrannt war konnte man der zuschrauben und der glück also wenn man das alles richtig klappt hatte man dann wenn man abends nach hause kam also immer noch eine warme stube.
34:08
Wenn's besonders kalt war müsste man zwischendurch nochmal einheizen.
34:12  Martin Fischer
Ich glaube das hatten wir auch noch im bad das wird in so einem boiler hatten der dann befeuert werden musste und wir hatten so ein aber wir hatten schon glaube ich so eine nacht speicher ofen im wohnzimmer.
34:24  Andrea Spee-Keller
Mit strom hört ihr.
34:25  Martin Fischer
Genau aber wir haben auch noch regelmäßig kohle briketts geliefert bekommen die dann stauben in den keller gebracht werden mussten.
34:34  Andrea Spee-Keller
Und das waren ebenso arbeiten die die frauen ja
34:38
nebenbei leisten mussten oder die frauen und die männer in den familien wo das gut geklappt hat und wo wir uns auch unterstützung gab ne weil die männer die bei einer
34:50
mutter generation da war es schon so also dass ähm dass das,
34:57
die rollen sozusagen da noch klarer verteilt waren also bei meinem vater war es so dass er eben
35:03
auto gefahren ist meine mutter hat sehr spät dann die fahrerlaubnis noch nachgemacht aber die ist eigentlich nie richtig gefahren weil er konnte das dann doch nicht so richtig zulassen dass die,
35:14
dann das auto auto und ja also so waren halt,
35:21
die rollen noch ziemlich klar verteilt und für ihn war es eben auch selbstverständlich dass er also,
35:29
seinen sport gemacht hat und auch die sonst mit also getroffen hat zum start spielen.
35:37
Obwohl es stimmt meine mutter hat eigentlich auch sport gemacht und ähm ist auch im chor gewesen also sowas nicht überlege ich mir gerade ja.
35:46  Martin Fischer
Aber die haushalts- teilung war wahrscheinlich schon noch mehr bei ihrer mutter oder was war das denn das hat sich wahrscheinlich den ersten den späteren generationen so ein bisschen angehende angeglichen.
35:57  Andrea Spee-Keller
Da ich ja zu hause war die ersten jahre als die kinder klein waren war das bei mir sozusagen ja auch noch so dass,
36:04
der der traditionell eine rollenverteilung war dass ich sozusagen essen gekocht habe und ähm ja auch für die kindererziehung überwiegend zuständig war.
36:18
Aber ich habe dann eben bei dem dritten kind ähm war ja sozusagen die wände und ähm.
36:25
Dann gab es ja anderthalb jahre elternzeit und die hat sozusagen dieses letzte halbe jahr hat dann mein damaliger mann.
36:37
Übernommen sozusagen also da ähm mit mit der aufnahme meiner tätigkeit als gleichstellungsbeauftragte hat sich dann das sozusagen umgekehrt.
36:50  Martin Fischer
Was war denn der auslöser in diese stelle zu kommen also war das alles ein zufall oder hatten sie sich dann auch schon zu ddr-zeiten,
36:59
vielleicht auch ohne jetzt offiziellen auftrag angeschaut wie sieht's denn aus überhaupt mit der geschlechter gerechtigkeit in unserer gesellschaft.
37:06  Andrea Spee-Keller
Also das war so dass.
37:12
Ich durch ich war kirchlich gebunden und war auch in der jungen gemeinde aktiv also wir haben uns dort getroffen und ähm.
37:24
Als mein erstes kind kam ähm bin ich dann in ein mütter kreis gegangen wo wir sozusagen über.
37:35
Themen die familie und gesellschaft.
37:38
Betrachten als uns ausgetauscht haben das war für mich so sehr wichtig also mit anderen frauen ins gespräch zu kommen.
37:47
Uns auszutauschen ähm was noch dazukommt war dass ich ähm von der katholischen kirche.
37:55
In der nähe von bautzen ehemaligen lehrer gab
37:59
der sich überhaupt psychologische themen weiterbildung angeboten hat was ist alles so in der ddr eigentlich nicht gab und der war irgendwie ausgebildet auch von psychologen aus dem westen und hat es dann weitergegeben
38:14
das fand ich sehr interessant und sehr spannend und ähm da bin ich regelmäßig monatlich zu solchen weiterbildungen gefahren.
38:24
Und dann neunzehnhundert neunzig gab es in.
38:29
Im august im juli war das den kirchentag den evangelischen kirchentag in leipzig und da hat dann ein jahr davor so eine weiterbildung angefangen man bei wurden dann ausgebildet als
38:42
so eine art kursleitung für diesen kirchentag dass wir uns halt.
38:48
Anderen die sich in dem kirchentag treffen dann für eine gruppe leiten können und wo sich auch wieder darüber ausgetauscht wird und das fand ich sehr spannend habe mich da auch eingebracht und dadurch hab ich mich,
39:02
erstmals angefangen mit gesellschaftspolitischen themen in frage stellen auseinanderzusetzen was in der ddr sozusagen das war ja alles sehr,
39:11
gleichgeschaltet es gab war klar welche meinung man zu vertreten hat der wird gerade dieser staatsbürgerkunde unterricht ne da waren ja die vorgefertigten antworten da.
39:23
Wir wurden nicht dazu angeregt also zu diskutieren und unsere meinung zu sagen sondern
39:30
wir haben hier gelernt dass ausfindig zu lernen und dann wiederzugeben und das was wir in der schule gesagt haben bestimmte dann eben nicht über einen mit dem,
39:40
was zu hause gesprochen wurde.
39:41  Martin Fischer
Und die haben auch nicht oder man hat auch nicht hinterfragt quasi warum frauen so wenig in leitungspositionen kommen oder.
39:49
In der regierung saßen also das war war das das war ja sichtbar aber man hat jetzt nicht hinter hinterfragt indem sinne vermute ich mal.
39:59  Andrea Spee-Keller
Also gerade diese gesamtgesellschaftlichen.
40:06
Themen also vielleicht gab's ja es gab es gab sicherlich in berlin und in den größeren städten gab es ja auch
40:14
frauengruppen schon in den achtziger jahren die sich ganz intensiv damit auseinandergesetzt
40:18
haben das waren ja auch messen frauen die irgendwie studiert hatten an der uni waren und in der friedensbewegung dann über die kirchlichen frauengruppen aktiv wurden,
40:29
das gab es schon aber nicht in unserer ländlichen region hier weiß ich ich kann
40:34
jetzt nicht sagen dass ich da jemanden kenne es gab sozusagen kontakte in über die kirche in zur westlichen gruppen und da gab es auch zum beispiel
40:45
unsere jungen gemeinde oder kirchgemeinde hat auch kontakte nach dem westen da kenne ich eine frau die sich da schon zur umweltfragen getroffen hat mit
40:53
mit denen mit dieser
40:56
gruppe von jugendlichen sozusagen aber ich war zum beispiel da nicht dabei weil ich habe kleine kinder hatte und ähm.
41:05
Ja auch damit beschäftigt war
41:08
aber wir hatten einen ökumenischen arbeitskreis wo also katholische protestantischer und brüdergemeinde also ganz verschiedene
41:17
glaubensrichtungen gemeinsam nicht getroffen haben mit einer kirche oder mit,
41:24
auch wieder einen ökumenischen arbeitskreis aus aus den niederlanden.
41:30
Scheiße oder heißt dieser ort und äh.
41:35
Wir hatten uns ähm ich weiß gar nicht wann aber in den späten achtzigerjahren jährlich immer zur himmelfahrt getroffen und das war auch nochmal sehr wichtig für meine.
41:48
Also dass ich sensibel wurde für diese themen ne ähm wir haben uns dann ja bestimmte,
41:55
thematiken vorgenommen eben gesellschaftspolitische oder umweltfragen und haben dann darüber diskutiert und immer natürlich auch in diesem,
42:05
kirchlichen kontext und ich fand das sehr spannend also miteinander ist es konnten wir ja nicht miteinander ins gespräch zu kommen also,
42:14
auszutauschen die eigene meinung erstmal,
42:16
herauszufiltern was denke ich denn überhaupt wie stehe ich dazu auf zu hören wie sagt das sagt jemand anders der,
42:24
eine andere meinung hat und dazu in meinungsbildungsprozess zu beginnen das fand ich sehr spannend.
42:32
Und hat sicherlich auch dazu geführt dass ich da versucht habe mich auch immer wieder weiterzuentwickeln.
42:38  Martin Fischer
Bestimmte sehr dynamische zeit gewesen wenn ich wenn ich das so höre also dass dass man überhaupt erstmal entdeckt oh da da gibt's jemand der hat
42:46
die gleichen themen hat vielleicht ein bisschen andere meinung aber jetzt ist es eigentlich spannend auch herauszufinden was wollen wir denn was wollen wir denn erreichen oder was worüber sprechen wir denn was sind unsere ziele also das das klingt jetzt gerade sehr sehr dynamisch.
42:58  Andrea Spee-Keller
Aber dieses also diese ziele so weit fahren wir überhaupt noch gar nicht also das was kann man sich vielleicht auch gar nicht schlecht heute gar nicht mehr vorstellen ähm.
43:09  Martin Fischer
Das überhaupt ziele haben muss.
43:11  Andrea Spee-Keller
Das wort eigentlich gar nicht also das
43:19
es ist ja einerseits haben wir ja in der ddr auch viele freiheiten gehabt also gerade
43:24
wenn ich sage was ich mit dem sport zu erlebt habe und so also diese gemeinschaft und wir hatten auch erfolg und wir hatten
43:32
und also ich kann nicht sagen dass ich mich eingesperrt gefühlt habe sondern dass ich zu der zeit gesagt hätte ich vermisse was ganz stark also das ist überhaupt
43:41
gewesen aber wir konnten das ja auch nicht anders.
43:45
Aber was wir wirklich nicht gelernt haben und frei zu äußern für uns einzutreten also das ähm.
43:53
Sicherlich es gab ja auch eine nina hagen ne also die das sehr sehr gut gelernt hatte weil ja auch eltern hatten die sie da bestärkt hatten und gefördert haben ne also das war ja sozusagen die
44:05
frau die sozusagen ja sich an keine grenzen gehalten hat aber das waren die absoluten ausnahmen ne und ähm
44:14
je nachdem wie auch die eltern sebastian vogel vorgelebt haben,
44:21
also das hat spielt ja auch eine große rolle und wenn jemand aus dem kirchlichen kontext kam und die eltern sozusagen vielleicht in eine sichere arbeitsstelle im kirchlichen kontext hat,
44:34
die konnten ihre kinder freier erzielen aber das würde eben auch dazu dass die kinder kein abitur machen durften oder eben nicht studieren durfte,
44:43
weil die dann da gesagt haben nee ich mache eben keine jugendweihe weil ich will das,
44:50
also ich will das nicht sondern ich mache konfirmation und das würde dann dazu dass sie einfach ihren studienplatz nicht bekommen haben obwohl sie eben einen durchschnitt von eins komma eins oder eins komma null hatten
45:02
also ich kann da ein beispiel von deiner befreundeten pfarrerin die.
45:07
Dann fahren geworden ist aber eigentlich medizin studieren wollte und.
45:13
Ja so war das immer abwägen also ich hatte mich dann entschieden ich
45:17
nachher die jugendweihe mit weil ich fand das auch cool mit meinen anderen meinen schulkameradin und freundinnen und freunden zusammen die jugendweihe zu machen und im jahr später habe ich dann
45:29
konfirmation gemacht weil mir das auch wichtig war über die kirche eben gesagt hat die wollen das eben nicht dass das beides in einem jahr stattfindet.
45:38  Martin Fischer
Aber das war dann immer eher ein abwägen in einem persönlichen kreis oder einem kleinen familiären kreis als jetzt eine öffentliche diskussion darüber zu beginnen.
45:46  Andrea Spee-Keller
Also öffentlich diskutieren habe ich wirklich ähm angefangen zu lernen also klar haben wir mit freunden viel diskutiert und gesprochen und äh aber wir haben auch
45:56
versucht da ein zusammenhänge herzustellen und ähm,
46:01
also ein erlebnis hatte ich auch noch was mich sehr geprägt hat der jungen gemeinde so wenn man eine rolle gespielt hat da gab's ja das auch schon dieses also damals war ja diese aufrüstung so ein problem ne.
46:14
Also in den anfang der achtziger jahre also in den siebziger jahre und das hat uns schon auch nachdenklich gemacht und es dieses wettrüsten und ähm da gab es
46:25
also daten stand ja auch die friedensbewegung und es gab diese manche vielleicht schon gehört ähm
46:30
ich werde zu flugschau diese initiative es gab ja viele junge menschen die dann auch gesagt haben wir wollen als männer die gesagt haben wir wollen nicht zur armee gehen wir verweigern und geht dann zu den sogenannten bau soldaten,
46:43
und ja dann fing das so langsam an den achtziger jahren dann so
46:49
die opposition sozusagen wurde dann immer auf wirklicher will ich mal sagen und ich hatte mir dann
46:56
weil es gab irgendwie über die kirche so ein lesezeichen wo es dieses schwarze zur flughafen drauf stand und das konnte man sich ausschneiden und das habe ich mir dann auf meinem parcour genäht,
47:06
und bin dann somit durch bots präsentiert,
47:10
das war schon sozusagen also wie soll ich mal sagen also die parteiführung oder die leitung dir,
47:19
sie haben ihn das dann ins gesicht gesagt dass man einen staatsfeind ist wenn man das getragen hat.
47:26
Das habe ich daran erlebt dass ich mitten auf der straße von einem älteren herrn angeschrien wurde ich sollte das also wer heute mir das fast abreißen.
47:36
Was ich mir wage sozusagen mit diesem zeichne rumzulaufen und.
47:42
Also das war mir auch nicht egal also sie hat damals noch respekt finde wenn ein älterer mensch uns angesprochen hat.
47:52
Also weil wir weil wir einfach so erzogen waren aufzusagen also wenn ein älterer mensch uns anspricht dann sollten wir nicht das ist uns egal ob ich gar nicht hin ne.
48:04
Und das war also das ist für mich heute noch so prägend also dieses
48:10
ich weiß gar nicht was ich dann gemacht habe ob ich das weitergetragen habe aber wir haben dann eine rückt natürlich darüber diskutiert wie gehen wir jetzt damit um weil wir sind jetzt bei uns im aus also es war ja auch immer so wir wussten ja dass hier in bautzen,
48:22
die es gab diese haftanstalt zwei also der sogenannte stasi klappt das ja heute eine gedenkstätte ist.
48:29  Martin Fischer
Das stimmt.
48:31  Andrea Spee-Keller
Also wir wussten dass es diese gefängnisse gab und ich bin jeden tag da dran vorbeigelaufen und ähm.
48:40
Also das was wir gerade selber nochmal so klar dass es wirklich also wahrscheinlich auch damit zusammenhängend dem diese erfahrung deine die ddr-zeit.
48:50
Mit dieser ökumenischen mit diesem dokumentarischen arbeitskreis da.
48:55  Martin Fischer
Dass man da so ein anderes auch miteinander nochmal erlebt hat und dass man überhaupt ja mal gedanken austauschen kann.
49:01  Andrea Spee-Keller
Genau das war nochmal wirklich wahrscheinlich eine,
49:06
besondere erfahrung also menschen zu erleben also wir brauchen ja auch immer vorbilder und
49:15
menschen zu erleben die sozusagen ja schon in einer freiheitlich demokratischen gesellschaft aufgewachsen sind die das gelernt hatten also auch unterschiedliche meinungen zu formulieren und über sich zu sprechen.
49:30
Und auch auszuhalten wenn jemand eine andere meinung hat also das waren das waren sie wahrscheinlich erfahrungen die,
49:38
wir in der ddr nicht hatten und das,
49:41
ich glaube auch hier im osten ist das für uns immer dass es hier viele immer heute noch schwer also weil ich verstehe auch immer nicht so richtig ne warum ähm
49:50
ist es hier manchmal so schwierig im osten warum gibt es so wenig vertrauen auch in die demokratie.
49:58
Und ich denke dass das auch damit irgendwie zusammenhängt das
50:02
versucht wird dass der staat zur verantwortung gezogen werden soll obwohl er jetzt für viele dinge ja gar keine verantwortung trägt würde ich mal sagen sondern dass man da auch selber versuchen muss ähm sich einzubringen und sich zu engagieren und das ist
50:16
einfach nicht erlernt wurde in der ddr und deshalb diese vielen irritationen entstehen.
50:23  Martin Fischer
Und das ist immer noch nach dreißig jahren so ist wobei dann eben vor dreißig jahren auch so so ein so eine große gesellschaftliche gruppe eigentlich auch die wände überhaupt erst herbeigeführt hat eben auf so einem weg ist dann doch erstaunlich dass dann,
50:37
trotzdem so.
50:37  Andrea Spee-Keller
Aber das bezweifle ich eben dass es eine große gruppe war also das.
50:41  Martin Fischer
Nur die sichtbaren waren die man gesehen hat.
50:43  Andrea Spee-Keller
Also ich denke nicht dass es eine große gruppe war sondern es waren weniger die den mut hatten dann sozusagen noch in der schwierigen zeit auf die straße zu gehen.
50:55
Und dann.
50:59
Also der rest ist sozusagen dann auf die straße gegangen wo es hieß wir sind ein volk und die die gesagt haben wir sind das folgt es waren nicht mal nicht der überwiegende teil.
51:12  Martin Fischer
Das ist auf einer kleinen.
51:13  Andrea Spee-Keller
Da haben die anderen noch hinter der gardine gelobt sozusagen was ja auch verständlich war ne weil wir wussten ja auch nicht also in welche richtung das geht ne.
51:26  Martin Fischer
Viele haben wahrscheinlich damit symphatisiert und fanden es gut aber vielleicht stimmt ihre vermutung dass
51:32
dass man gesagt hat okay in den großen ballungszentren da sieht man dann die bilder von von demonstrationszug massen die dann über durch die straßen laufen
51:40
und vielleicht aber auch an viel in so kleinen gruppen tatsächlich darüber diskutiert worden also im im haus häuslichen kreis oder im familienkreis was man halt nicht gesehen hat.
51:50  Andrea Spee-Keller
Das,
51:52
das das denke ich schon aber es gab natürlich auch viele die für die das gar nicht vorstellbar war weil die hatten sich auch ähm sehr gut eingerichtet in der ddr und es war klar wie die wie es weitergeht,
52:06
es gab so eine klare struktur für das eigene leben und ähm das passt ja plötzlich alles nicht mehr und.
52:15
Also ich kenne auch einige leute die damals gesagt haben na ja das wird sich sowieso nichts ändern oder ja sind die immer schon so pessimistisch waren aber weil die natürlich auch von also also hier im osten sozusagen,
52:29
also haben wir ja über generationen hinweg nur diktatur und
52:35
unfreiheit erlebt würde ich mal sagen und diese paar jahre weimarer republik also ich denke vielleicht gab es da in berlin also so ein aufbruch aber doch nicht hier in der oberlausitz.
52:49
Kann ich mir jetzt nicht vorstellen so und ähm zumal ja wir auch sehr viele umbrüche hier erlebt haben also grad ähm.
52:59
Nach dem krieg sind ja ganz viele menschen weggegangen die also die gesellschaft mitgestaltet hätten sozusagen,
53:08
dann also die sozusagen im westen abgehauen sind vor einundsechzig ne dann gab es eine große ausreisebereit.
53:16
Sind auch wieder die guten leute weggegangen es sind nicht die hier in in der region geblieben die was verändern wollen sondern sind die gegangen die eben noch verändern wollten und die gesagt haben das mache ich nicht mehr mit.
53:31  Martin Fischer
Die die möglichkeiten und den willen hatten was zu verändern.
53:33  Andrea Spee-Keller
Ja genau ja die sind dann gegangen und oder haben die ausreise beantragt oder haben das aussicht genommen das waren ja auch menschen die ein risiko eingegangen sind ne,
53:43
und dann sind wir an der ganz viele.
53:47
Also die viele junge menschen also besonders junge frauen ab neunzehnhundertneunzig die da sozusagen eine lehrstelle gesucht haben,
53:56
sie sind eine ganze generation von jungen frauen ist ja weggegangen und auch natürlich junge männer und
54:04
jetzt vielleicht sagen ich würde gerne wiederkommen ne aber ähm die verdienen im westen teilweise über tausend euro mehr warum sollen die uns haben sich auch etabliert warum denn jetzt wieder zurück kommen weil es immer noch weniger verdient wird viel weniger bedient wird als im westen,
54:20
deshalb ist der unterschied der einkommensunterschiede zwischen männern und frauen auch im osten nicht so hoch wie im westen das liegt einfach daran dass es hier viele
54:31
behörden gibt oder dass frauen auch in berufung arbeiten die,
54:36
den öffentlichen dienst zugeordnet werden und aber sozusagen die industrie hier fährt dass die männer eben sehr sehr gut verdienen wie das im westen.
54:46  Martin Fischer
Das dann ja das auf einem niedrigen niveau quasi alle ungefähr das gleiche verdienen aber das niveau hat insgesamt sehr viel niedriger ist wie gesagt als als im westen.
54:55  Andrea Spee-Keller
Genau.
54:57  Martin Fischer
Ist denn dann aus dieser diskussion.
55:01
Begeisterung oder gruppe ist dann daraus dann auch so der der wunsch bei ihnen standen da weiter zu arbeiten und dann auch als ich die möglichkeit boot gleichstellungsbeauftragte zu werden dass sie dann da gesagt haben das würde ich gerne machen.
55:13  Andrea Spee-Keller
Genau da müssen wir jetzt noch den kreis schließen also
55:18
so dass wir da diese frauen also dieses diese frauengruppe gegründet haben fraueninitiative nannte sie die sich damals die sich erstmals im märz neunzehnhundertneunzig getroffen hat
55:31
und
55:32
wir haben daraus dann ein verein also ein verein gegründet ein der ersten vereine in bautzen die fraueninitiative bautzen und wir haben derzeit ich dann gesagt wir brauchen räume wo wir uns treffen können.
55:47
Dann wurde uns vom damaligen rat des kreises eine wohnung angeboten in der sich früher die staatssicherheit getroffen hat das was mit,
55:56
das war so in der frauenräume da konnte man die zentralen plätze der stadt ganz gut einsetzen und das war natürlich für die staatssicherheit der praktisch ähm.
56:12
Sie sozusagen dort sitzen konnten und das treiben in der stadt beobachten konnten.
56:18
Ja und diese räume haben wir dann bekommen mit einer reichen straße neunundzwanzig da war das frauenzentrum dann das sogenannte frauenzentrum in bautzen sehr viele jahre ansässig jetzt ist das nah also umgezogen
56:29
in einer anderen straße.
56:33
Aber seitdem gibt es halt diese anlaufstelle für frauen und familien und gibt es also bis heute worauf wir eigentlich sehr stolz sind und damals hat unsere fraueninitiative,
56:48
zu den ersten kommunalwahlen dann einen brief geschrieben an die einzelnen parteien die sich haben aufstellen lassen dass nach der wahl.
56:59
Eine gleichstellungsbeauftragte installiert werden soll in der kommune sozusagen,
57:06
da haben wir sozusagen das versprechen bekommen dass das dann geschehen soll und dann gab es eine ausschreibung,
57:15
und dann haben wir ja da wir uns ja regelmäßig getroffen haben dann gesagt so wer macht denn das jetzt eigentlich und äh irgendwie,
57:23
haben wir uns dann alle ratlos angeguckt und gesagt ja wie geht denn das hier weiter also ich hatte ja vor ich hätte noch ein kind was noch,
57:30
ich glaube die war damals neun monate ja ähm und ich wollte eigentlich noch zu hause bleiben hatte ich mir überlegt.
57:39
Ja irgendwie hatte jeder etwas anderes einen plan und ich habe mich dann,
57:48
mit unterstützung der anderen habe ich mich dann beworben und hab dann diese stelle es gleichstellungsbeauftragte bei der stadt bautzen.
57:57
Bekommen und seitdem bin ich halt.
58:02
Für diese arbeit zuständig wo worüber ich sehr froh bin weil das eine tolle arbeit ist sich um,
58:10
die unterschiedlichen belange der frauen und männer zu kümmern und wir haben damals also recht schnell auch ähm.
58:19
Frauen schutzhaus gegründet oder öffnet.
58:23
Über eine initiative was es auch heute noch gibt wo ich's ja pro bin dass wir da eine anlaufstelle haben dass ähm frauen in so einer situation geholfen werden kann.
58:36
Und ähm ja es gibt ähm ja zu viele veranstaltungen die das thema immer aufgreifen die hatten jetzt erst.
58:45
Der herbst im vergangenen jahres eine große internationale konferenz.
58:52
Sagte ich vorhin schon gemeinsam mit unserer partnerstadt.
58:57
Ihr habt schon jetzt nie so und da haben wir darüber darüber diskutiert wie die gleichstellung in der europäischen union aussieht also speziell auch auf lokaler ebene.
59:07  Martin Fischer
Was würden sie denn sagen was war denn eine der größten herausforderungen jetzt gerade so neunzehnhundertneunzig einundneunzig gleich zu beginn ihrer tätigkeit.
59:18  Andrea Spee-Keller
Die größte herausforderung war eigentlich die große entlassungswelle von frauen also,
59:26
ähm ja.
59:30
Für dieses jahr selbstverständlich war arbeiten zu gehen ne also ihren beruf zu haben also die fehler in der textilindustrie gearbeitet in den also auch in der verwaltung in den großen betrieben und die frauen mussten ja zuerst gehen.
59:44
Vielleicht haben sie dann noch eine weile kupferball wetter geld bekommen aber irgendwann war es so dass sie sich auch ähm ja
59:53
arbeitslos melden mussten und das war wirklich sehr sehr schwer für die frauen viele haben sich dann jahrelang würde ich mal sagen
1:00:02
also mit mini zu schöpfen sondern mit zur wm jobs über wasser gehalten sind dann auch äh ja besonders in den dörfern
1:00:13
die landschaft gegangen haben dort irgendwelche arbeiten gemacht für die sie auch gar nicht qualifiziert waren und es war wirklich eine sehr schwere zeit ich habe dann
1:00:22
versucht um ja zusammenkünfte zu initiieren für die frauen dass wir darüber informiert haben was es für möglichkeiten gibt,
1:00:32
was ihr tun können was es vielleicht auch für neue tätigkeitsfeld betätigungsfelder gab oder gibt es ist wo man weiterbildung machen kann also all diese sachen.
1:00:44
Das war mir als erstmal wichtig so ein netzwerk auszubilden für die frauen die ihr ja plötzlich in der luft hängen.
1:00:53
Wir haben dann solche sachen gemacht wie unsere stadt braucht frauen dass wir gesagt haben also wir wollen euch qualifizieren also auch die interessen jetzt hier vor ort für euch einzutreten also,
1:01:04
es gab ja auch also in den parteien viele frauen haben dann gesagt als ich machte aber nicht mehr mit es war ganz schwer also auch wieder die frauen dazu zu motivieren sich auch politisch einzubringen das ist also bis heute eigentlich noch so
1:01:17
das machen wir wieder werben muss dafür dass frauen sich gesellschaftspolitisch oder politisch eben kommunalpolitisch einzubringen.
1:01:28  Martin Fischer
Und das dann immer ja immer wieder auch anzusprechen und zu sagen das das ist was ist was man zusammen bewegen kann.
1:01:37  Andrea Spee-Keller
Ja
1:01:38
wir haben hier eine ganz tolle initiative jetzt von jungen frauen die sich jetzt auch hier in der region mit dem landkreis görlitz und landkreis bautzen vernetzt haben die haben wir jetzt vor der wahl eine initiative gestartet frauen wahl
1:01:53
lokal wo sozusagen ganz,
1:01:56
aktiv auch nochmal werbung gemacht wurde auch weiterbildung angeboten wurde und veranstaltungen speziell für,
1:02:06
politisch interessierte frauen gerade die jungen frauen wollen wir ja auch wieder hier zurückholen,
1:02:14
oder sozusagen die frauen die jetzt vor ort auch hier noch da sind jungfrauen aufstützen und stärken denn es gibt richtung ist das jetzt immer mehr weggehen weil wenn die,
1:02:26
ältere generation sozusagen hier in der überzahl ist und ausschließlich das sagen hat dann fühlen sich ja auch junge menschen nicht sowohl hier in,
1:02:35
region und das müssen wir eigentlich versuchen also mit solchen initiativen dann auch entgegenzuwirken
1:02:41
das ist sozusagen auch ein anliegen deshalb sage ich auch,
1:02:46
würde ich gerne das feld räumen sozusagen und auch ähm ja junger frauen unterstützen dass sie hier,
1:02:55
ihre ideen und anliegen auch verwirklichen können.
1:03:00  Martin Fischer
Das ist auf jeden fall also ich finde es beeindruckend dass sie das dreißig jahre jetzt gemacht haben oder bestimmt auch sehr sehr viel erlebt haben und warum mitgekriegt haben was halt so gesellschaftliche veränderungen anbelangt und.
1:03:15
Was so feministische tendenzen auch waren in in beiden teilen deutschlands wie es dann zusammengewachsen ist und da stelle ich mir sehr sehr spannend vor.
1:03:24  Andrea Spee-Keller
Ja es ist halt mit dem feminismus hier aufm im ländlichen raum.
1:03:28
Also weil also das also es ist wichtig also niedrigschwellig war anzufassen also das
1:03:37
frauen für frauen ist das ganz wichtig aber wenn wir hier von feminismus sprechen da ziehen sich sofort alle zurück das oder
1:03:45
viele zurück und ich merke jetzt so die tendenz bei den jungen frauen ist es jetzt wieder anders da kann ich jetzt mit diesen themen eher anknüpfen ne also die
1:03:53
die sind ja auch durch viele also durch die hochschulen auch sozusagen sensibilisiert auch was,
1:04:00
geschlechtergerechte sprache betrifft also sichtbar machen von frauen und männern in sprache zum beispiel also das ist aber.
1:04:11
Bestimmten generationen überhaupt gar kein thema und das war immer so mein anliegen also auch alle irgendwie mitzunehmen also auch
1:04:20
frauen aus
1:04:22
verschiedenen kontexten also egal also kirchlich oder auch mit den unterschiedlichen parteien in richtung sozusagen also ja wir haben hier eine arbeitsgemeinschaft hatten der über viele jahre.
1:04:34
Wo eben wirklich alle gruppierungen oder unterschiedliche frauengruppen von der gewerkschaft über die kirchen und aber auch
1:04:43
die unterschiedlichen parteien eben zusammengefunden haben und das ist immer so das war schon immer eine herausforderung auf die übung wieder zusammenzubringen auch zu überlegen welche
1:04:54
themen können wir auch gemeinsam bespielen und gemeinsam auch vertreten.
1:04:59  Martin Fischer
Ich stelle mir vor dass halt für die ältere generation vielleicht auch eher so lebenspraktischer themen im vordergrund standen weil,
1:05:07
ja sie ist vielleicht auch so gewohnt waren noch aus ddr-zeiten und auch wenn jetzt die gleichberechtigung nicht,
1:05:13
nicht so wahr wie sie es vielleicht auch kolportiert wird oft gesagt okay der ddr waren alle frauen ja gleichberechtigt und war aber übersieht dass halt diese doppelbelastung durch haushalt und beruf immer noch da war war vielleicht dann doch,
1:05:24
ein anderes schon selbstbewusstsein da ohne dass muss jetzt feminismus nennen musste.
1:05:32  Andrea Spee-Keller
Ja ja also also ich denke dass es gibt ganz unterschiedliche erfahrungen ne also das,
1:05:41
sagen na klar war ich war ich ich war selbstständig oder ich war gleichberechtigt da gab's überhaupt gar keine abstriche sagen sehr viele frauen und die sagen eher das ist für mich heute schwieriger weil die
1:05:55
wirtschaftlichen interessen ja jetzt so im vordergrund stehen ne und früher waren's halt die politischen da waren es halt nicht so sehr die wirtschaftlichen interessen und es kommt natürlich jetzt auch darauf an wo wo,
1:06:07
welche arbeit habe ich habe ich dort auch persönliche freiheiten ne also gerade diese die ersten zwanzig jahre nach der wende war es ja auch so da ging's wirklich darum auch,
1:06:17
zu knüppeln will ich mal sagen ne und äh,
1:06:21
für diese vereinbarkeit von beruf und familie dass man also gleitzeit oder homeoffice also all diese sachen das kommt jetzt erst langsam so auf also hier jetzt jedenfalls in unserer region und flexible arbeitszeiten das,
1:06:36
dass man ja nicht immer so stark jeden früh um sieben da sein muss.
1:06:43
Für viele verantwortliche bisher ganz schwierig gewesen da diese flexibilität wissen reinzubringen und deshalb ist das.
1:06:51
Schwer dass über einen kamm zu scheren würde ich mal sagen.
1:06:55  Martin Fischer
Es sind auf jeden fall also es ist ja eine schöne perspektive wenn sie jetzt sagen ok sie treten jetzt drehen jetzt kürzer und jemand
1:07:03
anderes übernimmt der vielleicht auch ein paar jahre jünger ist und dann eben auch nochmal neue impulse reinbringt und mit einem neuen blick da nochmal drauf guckt um eben jetzt auch diese diese neuen sachen oder diese neuen anforderungen auch gleich zu adressieren.
1:07:16  Andrea Spee-Keller
Ja ich denke aber ich werde es auch unterstützen.
1:07:19  Martin Fischer
Auf jeden fall das ist das den eindruck habe ich den eindruck habe ich.
1:07:23  Andrea Spee-Keller
Und außerdem will ich auch so.
1:07:27
Nebenberuflich dann noch weitermachen und äh ich bin auch super visionärin und das ist mir auch wichtig da sozusagen in dem bereich noch was anzubieten.
1:07:41  Martin Fischer
Also die fahren jetzt nicht auf null runter sondern verlagert die schwerpunkte.
1:07:45  Andrea Spee-Keller
Ja genau.
1:07:46  Martin Fischer
Frau spielt keine vielen herzlichen dank für ihre zeit und diese einblicke in ihrer biografie und ja auch was frauen bewegt hat in der ddr oder die gesellschaft bewegt hat aus frauenperspektive in dem fall und.
1:08:01
Ja dass sie sich die zeit genommen haben immer diese improvisierte technische lösungen mit mir zu sprechen.
1:08:06  Andrea Spee-Keller
Ja ja ich denke mal an am anfang zu ja gibt's denn da so viel noch zu erzielen aber wenn ich dann immer ins erzählen komme dann ist es so dass es doch immer irgendwie mehr wird als ich dann vorher denke.
1:08:21  Martin Fischer
Ich fand es auf jeden fall sehr schön dass man so großen bogen schlagen konnten.
1:08:25  Andrea Spee-Keller
Genau dann wünsche ich ihnen ja auch noch eine gute zeit und für ihr projekt für die weiteren projekte viel erfolg das ist ja auch eine tolle arbeit.
1:08:37  Martin Fischer
Ja dankeschön und ich bin froh dass ich hier auch auf diesem weg machen kann und vertreibt aber auch ein bisschen die zeit und den hören und hören vielleicht dann auch wenn sie es hören vielen dank.
1:08:43  
Musik
1:09:00  Martin Fischer
Wie immer an dieser stelle.
1:09:01
Betrachten wir jetzt das objekt zur folge und telefonisch verbunden ist frank meißner volontär im der sammlung vom ddr museum hallo frank.
1:09:12
Du sitzt auch im homeoffice haben wir gerade schon im vorgespräch geklärt und das beschränkt uns natürlich ein bisschen in der auswahl der objekte weil wir beide jetzt eben nicht im archiv stöbern können aber,
1:09:25
der sicherheit wegen ist das natürlich die bessere variante die wir jetzt hier gewählt haben aber wir haben trotzdem im digitalen archiv gestöbert in der online objekt datenbank eures museums und haben da ein objekt gefunden das zur folge passt.
1:09:39  Frank Meißner
Genau und zwar einen anstecker zum jahr der frau neunzehnfünfundsiebzig beziehungsweise genauer anlässlich des weltkongresses im internationalen ja der frau der im.
1:09:52
Oktober genauer am genau zwanzigsten bis vierundzwanzigsten oktober fünfundsiebzig in berlin ostberlin wdr stattfand genau.
1:10:01  Martin Fischer
Und das war ein kongress der initiiert wurde von der ddr oder war das eine weltweite bewegung die sich dann halt zufällig in ostberlin getroffen hat.
1:10:10  Frank Meißner
Das jahr der frau wurde ausgerufen von der uno generalversammlung
1:10:15
da wurde auch anlässlich des frauentags am achten märz dann eine große internationale veranstaltung mit den vereinten nationen abgehalten und in dem jahr gab es weltweit in vor allem in den westlichen ländern veranstaltungen die gleichstellung und feminismus nämlich eine form thematisiert haben so auch in der brd und vor allem auch in der ddr
1:10:35
allerdings genau der ddr von offizieller seite aus denn der angesprochene weltkongress,
1:10:42
zu diesen anlass eben dieser pin produziert wurde
1:10:46
der war eben auch von staatlicher seite initiiert hat sich dabei um eine sehr große veranstaltung eben über vier tage im oktober gehandelt bei der über zweitausend delegierte beobachter innen und gäste aus allen
1:11:00
teilen der welt auch teilgenommen haben auf einladung der ddr aber es hat zum beispiel auch erich honecker dort gesprochen und es war schon recht auch offizielle veranstaltung.
1:11:11  Martin Fischer
Und alle teile der welt das war jetzt nicht nur die kommunistische sozialistischen ländern sondern wirklich international.
1:11:18  Frank Meißner
Genau das wird durch das international es gab ja auch durchaus berechtigtes interesse aus dem westlichen ländern und den frauen bewegungen dort an den verhältnissen der ddr,
1:11:29
in einigen kunden gab es ja eben gewisse,
1:11:33
vorsprünge was gleichstellung und gleichberechtigung betrifft gerade auch in der westberlin in der brd gab's da auch durchaus ein interesse zu schauen wie sich die verhältnisse im osten genau.
1:11:47  Martin Fischer
Da haben wir gerade schon einiges gehört in ein gespräch von andrea speaker das ist natürlich auch was war,
1:11:53
das was der ddr gut zu gesicht stand zu sagen guck mal hier bei uns sind die frauen schon viel viel mehr gleichberechtigt oder verdienen das eigene geld haben können beruf aufnehmen
1:12:04
das ist eine errungenschaft unseres systems.
1:12:08  Frank Meißner
Genau die ist ja sehr auf die eigene vorne geschrieben von anfang an und.
1:12:14
Mehr und mehr auch dann zumindest einzelne maßnahmen implementiert die das irgendwie angegangen sind auch in die umsetzung in der regel dann nicht ganz ankam gerade was eben die.
1:12:29
Entlastung der frauen betrifft was haushalt und kindererziehung betrifft.
1:12:35
Was habt ihr sicherlich schon gesprochen auch über die dreifachbelastung eben neben dem beruf noch.
1:12:40  Martin Fischer
Wir haben es auf jeden fall gestreift dass halt wirklich die frauen teilweise noch ein zweiten job neben ihrem eigentlichen job hatten,
1:12:48
dass das halt die ganze haus und versorgungs-ag arbeit der familie eigentlich an ihn hängen geblieben ist in den früheren generationen hinten raus ist es ein bisschen besser geworden haben wir dann analysiert was sind denn doch deine erkenntnisse
1:13:01
zur erstellung der frau in der ddr gewesen.
1:13:04  Frank Meißner
Was ich da noch was sagen könnte dass er.
1:13:09
Auch die die fragen der gleichstellung waren ja gar nicht so als solche wirklich wichtige fragen weil auf dem papier war die gleichstellung ja bereits realisiert mit eben auch der.
1:13:23
Quasi etablierung des sozialismus.
1:13:25  Martin Fischer
Also gleich schon der verfassung stand es ja schon drin.
1:13:28  Frank Meißner
Genau in der verfassung was schon geregelt und auch durch die tatsächliche mehr oder weniger berufliche gleichstellung und der möglichkeit und mobilisierung der frauen zur zur eigenen berufstätigkeit.
1:13:42
Sollte ja schon eine klassenlose quasi gesellschaftliche freiheitlichen ordnung irgendwie etabliert werden und,
1:13:52
dadurch auch sich zwangsläufig an veränderungen in der in der geschlechter verhältnissen und im privatbereich eine familie in der kindererziehung ergeben sollten das war so die ideologische vorstellung die sich auch teilweise zurückgeht habe ich gelesen wie beispielsweise auch clara zetkin,
1:14:07
gern auf d r politiker und entscheidungen herangezogen wurde um.
1:14:11
Rechtfertigen jetzt nicht genauer gucken muss auf die zeitlichen geschlechter verhältnisse wenn denn schon die berufliche gleichstellung gegeben ist,
1:14:19
daraus ergibt sich quasi der ganze rest.
1:14:23  Martin Fischer
Also hat dann quasi so ein so eine abkürzung geschaffen wo man gesagt hat guck mal her mit der wirtschaftlichen gleichberechtigung sind alle anderen fragen auch gelöst.
1:14:30  Frank Meißner
Genau die geht einem voraus sozusagen das ist auch eine frage die hat doch die achtundsechziger sehr beschäftigt eben diese frage von haupt- und neben widerspruch
1:14:39
wenn wir jetzt erstmal die gerechte gesellschaft im zum beispiel wirtschaftlich marxistischen sinne etablieren
1:14:45
dann ist der ganze rest geht dann auch mit sozusagen alle anderen kämpfe sozialen kämpfe und gleichstellung nicht nur zwischen den geschlechtern sind dann quasi da schon mit vorweggenommen.
1:14:54  Martin Fischer
Wir haben wir festgestellt und auch schon teilweise gehört dass das,
1:14:58
ja nicht bei allen sich so ausgeprägt hat sondern dass dann ihr tatsächlich noch eine mehrfachbelastung dazu kam und eben auch im beruf die frauen auch nicht so weit aufsteigen konnten wie männer oftmals.
1:15:11  Frank Meißner
Genau im durch die doppelbelastung sicherlich auch durch den allgemein noch trotzdem sehr verankert das traditionelles geschlechterrollen bild
1:15:20
also auch wenn man sich vor allem die politische riege anguckt
1:15:25
das zentralkomitee der sed gab es eben nie ein weibliches voll mit lied nur kandidatinnen und da auch noch sehr wenige die ohne stimmberechtigung quasi mitglied also
1:15:36
mitglied waren und das durchschnittsalter war ja auch über sechzig jahre also wenn das die sprichwörtlichen alten weißen männer die da.
1:15:47
Quasi die politik gemacht haben
1:15:49
und selbst in den kleineren entscheidungs befugten funktionäre posten der sed gab es auch dann habe ich einen schlüssel gefunden und neunzehnvierundachtzig nur vier prozent frauen also es war sehr weiblich männlich dominiert.
1:16:04  Martin Fischer
Genau je weiter das hoch ging in der macht in wirtschaft und politik desto männlicher wurde es dann auch wieder.
1:16:09
Wenn wir nochmal auf die anstecknadel gucken die hier die hier abgebildet ist in in eurer objekt datenbank,
1:16:18
können wir vielleicht mal ganz kurz noch beschreiben ich weiß jetzt nicht ob also hier steht nichts dazu ob du was daraus finden konntest wer die bekommen hat aber was man sieht ist auf jeden fall ja ist eine,
1:16:28
rechteckige,
1:16:29
also eine rechteckige brosche ansteckend an so eine kleine und drauf abgebildet ist auf einem dunkelgrünen hintergrund in goldgelb frauenköpfe das venus symbol ohne stilisierte taube also,
1:16:44
die elemente der frau frieden natürlich was halt für die ddr immer ein ganz wichtiger schlagwort war.
1:16:51
Und dann eben damit man dann auch wahrscheinlich weiß dass es dann dass die studierte kopf eine frau nochmal das venus symbol oder es war halt tatsächlich das symbol des des jahres der frau des weltkongresses das kann ich jetzt gar nicht so sagen.
1:17:03  Frank Meißner
Ja also die symbolik ist in der an der frauenbewegung allgemeine schon recht recht groß gewesen mit dem wenig symbol,
1:17:11
bekommen haben wer noch diese diese diesen anstecker die teilnehmer und teilnehmerinnen des kongresses
1:17:17
das war ja eher in der ddr vor allem auch recht übliche gäste sozusagen bei größeren auch den ganzen parteitagen zum beispiel gab es in verschiedene kleine teilnehmer ehren geschenke sozusagen die daran erinnern sollten.
1:17:31  Martin Fischer
Also symbolische urkunden und anstecker hat man oft gekriegt.
1:17:35  Frank Meißner
Genau das war eine ganz standarisierte sache sozusagen so auch hier.
1:17:40  Martin Fischer
Ich sehe gerade es gab auch briefmarken zum international ja der frauen da ist auch dieses symbol mit der taube und dem eingefassten venus symbol drin also das scheint tatsächlich das symbol des jahres zu sein und jetzt nichts was für,
1:17:51
porsche exklusiv entworfen wurde so wie es jetzt gerade interpretieren.
1:17:55  Frank Meißner
Ja genau.
1:17:56  Martin Fischer
Wisst ihr noch wie ihr da dran gekommen seid hast du da noch was dazu gefunden.
1:18:01  Frank Meißner
Nee leider nicht das ist auch nur einer von unseren vielen namenlosen spenden die wir dann leider doch über die jahre in den ersten neun jahren das museums bekommen haben da habe ich leider keinen kontext dazu.
1:18:13  Martin Fischer
Aber wir können davon ausgehen dass vielleicht sogar jemand da teilgenommen hat oder jemand kandidat teilgenommen hat wenn du sagst das hat wahrscheinlich ein großer masse teilnehmerinnen erreicht diese diese anstecknadel.
1:18:25  Frank Meißner
Absolut also wenn man davon ausgeht dass es zweitausend teilnehmerinnen gab und dementsprechend wahrscheinlich auch von diesen nadeln mindestens genau ist die wahrscheinlichkeit hoch dass es auch jemand war der teilgenommen hat.
1:18:38  Martin Fischer
Gut dann würde ich sagen ist das unser objekt zur folge dass wir euch vorstellen wollten,
1:18:47
zu dem zeitpunkt wo ihr das hört hat das ddr museum noch geschlossen auf anordnung aber ihr könnt euch natürlich trotzdem in der objekt datenbank umgucken und ein bisschen recherchieren und gucken was ihr sonst noch so entdeckt.
1:19:00
Auch wenn ihr jetzt gerade nicht ins museum gehen könnt vielen dank frank dir und
1:19:08
vielleicht hören wir uns ja nochmal über auf diesem weg oder auch in einer zukünftigen folge das hat sie jetzt sehr gut geklappt auch technisch würde mich freuen über das aufrecht erhalten können ich freue mich natürlich auch wenn wir uns wieder persönlich treffen können und in der sammlung stöbern können.
1:19:21  Frank Meißner
Ja da freue ich mich natürlich auch schon wieder drauf aber bis dahin klappt's vielleicht auch nochmal so ja vielen dank martin.
1:19:27  Martin Fischer
Und alles gute dir weiterhin dankeschön macht's gut.
1:19:30  Frank Meißner
Ja das wünsche ich dir auch tschüss.
1:19:32  
Musik
1:19:48  Martin Fischer
Nach bautzen und berlin nehme ich euch nun mit nach dresden zu meiner zweiten gäste ja ich begrüße am telefon auch wieder.
1:19:58
Meine zweite gesprächspartnerin für diese folge jessica bock hallo.
1:20:03
Du bist seit juli zweitausendsechzehn wissenschaftliche mitarbeiterin bei dem digitalen
1:20:10
deutschen frauenarzt da werden wir gleich noch ausführlich darüber sprechen was das ist
1:20:15
und was dich dafür auch so ein bisschen prädestiniert ist deine wissenschaftliche arbeit auf diesem gebiet und du hast promoviert zweitausendachtzehn an der technischen universität in dresden über die ostdeutsche frauenbewegung in den letzten
1:20:28
also in den jahren neunzehnhundertachtzig bis in leipzig und die arbeit trägt den titel wenn wir nicht losgehen geht niemand los
1:20:36
und das bezieht sich eben auf die ostdeutsche frauenbewegung und deine forschungsschwerpunkte wie es hier auch noch lesen kann sind eben auch in der geschichte der frauenbewegung in generell nach fünfundvierzig in ost und west und das ist natürlich ein
1:20:48
sehr breites feld über das sich zu sprechen lohnt ja herzlich willkommen.
1:20:52  Jessica Bock
Ja vielen dank.
1:20:53  Martin Fischer
Das hat alles soweit gestimmt erstmal was ich erzählt habe.
1:20:56  Jessica Bock
Das stimmt alles.
1:20:57  Martin Fischer
Okay du hast wie gesagt diese arbeit geschrieben was hat dich denn dazu bewogen dich auf diesem feld um zu tun.
1:21:06  Jessica Bock
Die gründe liegen ein paar jahre schon.
1:21:11
Zurück also ich habe nach meinem studium angefangen in leipzig in einem frauenprojekt zu arbeiten und ich habe ja auch geschichte studiert
1:21:20
und war da auch immer neugierig wie ist das entstanden so ne wer war warum wie beteiligt ähm.
1:21:28
Und ich hab mich irgendwann im laufe meiner projektarbeit gefragt haben auch wir sind hier in leipzig,
1:21:35
die ganzen frauen vereine und die diese gleichstellung strukturen wie ist das eigentlich entstanden und warum ist das auch im zusammenhang mit der mit den feierlichkeiten der friedlichen revolution die ja auch in leipzig eine ganz,
1:21:50
rolle spielen warum wird das eigentlich nicht erzählt und warum tauchen da auch die frauen gerade auch die frauen bewegten frauen
1:21:58
eigentlich überhaupt nicht auf und das war so ausschlaggebend damals zu gucken wie ist das eigentlich entstanden und so fing das an.
1:22:07  Martin Fischer
War das jetzt irgendwie wissenschaftliches interesse oder hast du auch was auch akteuren oder persönlich involviert in diese frauenbewegung in leipzig.
1:22:18  Jessica Bock
Also schon also ich war da auch persönliche involviert alleine durch meine arbeit kann sich da verschiedene frauen vereine und projekte.
1:22:30
Aber auch zugleich durch meinen geschichtsstunde an der universität leipzig um auch die durch das äh durch mein interesse an an der geschichte das hat so beides zusammen gespielt und ähm genau und daher wollte ich wissen,
1:22:43
wie ich das ja eigentlich passiert weil ich mich auch schon ziemlich gut in der jüngeren westdeutschen frauen- bewegungsgeschichte ganz gut aus kannte.
1:22:51
Durch langjähriges feministisches engagement durchlesen und so weiter also das war mir schon präsent so der berühmte tomaten wurf,
1:22:59
und die sterne kampagne von alice schwarzer aber so die weste die ostdeutsche frauen bewegungsgeschichte also was war,
1:23:09
zu ddr-zeiten was war in dieser umbruchszeit los und vor allen dingen in den neunzehn neunzigerjahren das war gar nicht eigentlich gar nicht präsent.
1:23:17  Martin Fischer
Du selbst bist auch aus ostdeutschland also dann später natürlich in den ostdeutschen bundesländern geboren und hat sich das bei euch in der familie.
1:23:27
War das ein thema habt ihr darüber gesprochen wie das für die frauen war hast du da von deiner mutter deine großmutter was erfahren.
1:23:35  Jessica Bock
Also auf jeden fall gab es da auch immer interessante gespräche wo ich immer noch dran bin und mal meine,
1:23:44
meine eigene oma und meine mutti martin also nicht telefonieren also interviewen muss weil ähm.
1:23:51
Auch hier anhand von zwei generationen dann auch wirklich auch so der ddr-geschichte im persönlichen im privaten dann auch nochmal nachvollziehen lässt und da gab's schon spannende geschichten.
1:24:04
Über ja die unterschiedlichen situationen von frauen in den,
1:24:09
den fünfziger und sechziger jahren und wie sich das dann doch gewandelt hat und was meine mum alles so für erfahrungen gemacht hat und auch so in dieser umbruchszeit also da ist ganz viel stoff und material sich da auch nochmal auf privater ebene damit zu beschäftigen.
1:24:24  Martin Fischer
In dem gespräch mit andreas keller sind wir auch schon drauf gekommen beziehungsweise haben wir auch festgestellt dass eigentlich sämtliche frauen generationen
1:24:32
immer gearbeitet haben also aus unterschiedlichen motiven heraus und mit unterschiedlichen ausbildungsstätten also die großmutter generation hat dann quasi nach dem krieg
1:24:42
zahlt sich dann gegenüber
1:24:43
dass sie eben einen beruf aufnehmen musste für die töchter war es dann schon mehr normalität weil es eben auch wirtschaftlich erforderlich war und für die deren töchter dann war es eigentlich selbstverständlich dass man dann auch einen beruf ergreift und sich weiterbildet also das hat sich dann auch über die generation so verändert.
1:24:58  Jessica Bock
Ja das kann ich auf jeden fall bestätigen also ich kenne das auch aus meiner familie nicht anders dass frauen gearbeitet haben und dass das selbstverständlich war selbst meine oma wollte also der traumberuf warst du
1:25:12
das ging dann dann doch nicht aus verschiedenen kunden unter anderem weil dann das erste kind unterwegs war
1:25:19
das war immer selbstverständlich dass das gearbeitet wurde dass eine selbstständigkeit da war eine unabhängigkeit
1:25:26
also das ist noch ganz stark verankert in unserer familie also bei uns auch also bei mir und meiner schwester dass man ein eigenes geld verdient und unabhängig ist
1:25:38
also das ist ganz wichtig.
1:25:39  Martin Fischer
Man muss auch schon bei der mutter und der großmutter vielleicht auch schon gesehen hat.
1:25:43  Jessica Bock
Genau und vielleicht auch jetzt gerade jetzt bei meiner generation denke ich mal spürt auch die.
1:25:51
Erfahrungen mit rein dass wir natürlich auch gesehen haben die arbeitslosigkeit unserer namen die neunzehn neunzigerjahren die lange angedauert hat
1:26:03
wie wichtig das ist da auch auf eigenen beinen zu stehen und unabhängig zu sein und nicht immer zu ändern rennen zu müssen um irgendwas zu beantragen also das,
1:26:13
kann ich mich dran erinnern und das beschäftigt mich auch ne diese zeit diese umbruchszeit.
1:26:19
Auch auf persönlicher ebene auf arbeitsebene also wie das auch ein selber beeinflusst hat auch im handeln und auch im denken.
1:26:26  Martin Fischer
Es gibt ja es gibt ja auch die ja die beobachtung dass
1:26:31
gerade für für frauen also unterschiedlichen alters natürlich in unterschiedlichen ausprägungen die wände auch ein
1:26:36
natürlich ein einschnitt war aber auch dann der vergleich mit dem westen sie dann auch erstmal so ein bisschen überrascht hat wie unterschiedlich dann doch die situation für frauen in ost und west war
1:26:46
gerade was so wirtschaftliche selbstständigkeit anbelangte oder überhaupt die beteiligung am berufs- und arbeitsleben.
1:26:53  Jessica Bock
Also das nehme ich auch noch so wahr dass dass es da auch immer noch unterschiede gibt also dass da auch frauen.
1:27:02
Nach einem nach einem kind dann auch selbstverständlich ja anfangen wieder arbeiten zu gehen einfach weil auch das geld gebraucht.
1:27:10
Es muss ja irgendwie reinkommen das geld und so wird dann in meiner familie immer so erzählt also von von der frauen seite her es muss ja irgendwo reinkommen,
1:27:19
man man muss ja dass das kind irgendwie finanzieren verpflegen ausstatten dass es selbstverständlich dass da auch
1:27:28
frauen ihren anteil bringen also das ist ganz klar.
1:27:31  Martin Fischer
Aber da gibt es natürlich auch die andere seite die dann sagt ja das kann doch der mann machen und das war aber im meines meines wissens war das bei uns in der familie nie so dass das irgendwie so auf
1:27:39
den vater also abgewälzt wurde sondern die frau natürlich aus einem wirtschaftlichen presse aber auch aus einem jahr eigenantrieb raus gesagt hat nee ich
1:27:46
arbeite genauso und ich habe genauso lust und auch eine wirtschaftliche interesse dran das zu machen.
1:27:52  Jessica Bock
Also kann ich auch so also auch aus eigener erfahrung bestätigen und ich kenne auch.
1:27:59
Männer also auch die in meinem alter sind so vom von den jahrgängen her so eine generation also ich weiß nicht inwieweit das repräsentativ ist aber in meinem umfeld sehe ich das verbreitet dass da die männer auch das selbst,
1:28:11
das verständnis ansehen und auch diese diese alleinige ernährer rolle auch von sich abweisen sagen so warum soll ich jetzt hier alleine hier die last tragen und jetzt hier arbeiten gehen wenn du zu hause bist,
1:28:23
auch dein anteil bringt also das kenne ich auch dass da die männer auch diese die selbstverständnis haben dass,
1:28:32
etwas gemeinsam sozusagen eingebracht wird also und auch erwirtschaftet wird.
1:28:37  Martin Fischer
Und das ist jetzt mittlerweile wenn du das beobachtest in ost und west so oder ist das noch eine ostsee aus ding.
1:28:44  Jessica Bock
Das ist schwierig das ist schwierig zu sagen das kann ich jetzt gar nicht sagen ich kenne nicht so viele junge festen männer general.
1:28:52  Martin Fischer
Okay wir gucken vielleicht mal ein bisschen auf die auf die arbeit die du geschrieben hast
1:28:58
also die die keine promotions arbeit deine tochter
1:29:03
der arbeit ostdeutsche frauenbewegung von neunzehnhundertachtzig bis vielleicht erstmal einen blick auf den auf die zeitspanne was ist denn so spannend daran was ging denn neunzehnhundertachtzig
1:29:13
los.
1:29:15  Jessica Bock
Die zeitspanne habe ich deswegen ausgewählt weil mir aufgefallen ist dass die vorhandene literatur entweder auf die neunzehnhundertachtziger jahre schaut.
1:29:25
Was ja durchaus legitim ist oder auf neunundachtzig neunzig,
1:29:29
und es gibt kaum arbeiten die wirklich mal so übergreifend gucken und fragen wo sind die anfänge wie hat sich das entwickelt auch vor dem hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen
1:29:42
umbruch und wir haben auch phasen wie die ddr dann auch die neunzehn neunziger jahre auch beeinflusst also welche rolle spielt auch der ddr kontext
1:29:52
kontext im frauen bewegten engagement im osten der neunzehn neunziger jahre,
1:29:58
also ich wollte mir das auf jeden fall dadurch auch csu übergreifend anschauen um wirklich mal zu gucken was wo liegen die kontinuitäten wann hört etwas auf und warum hört etwas auf,
1:30:09
und was entsteht vielleicht auch was am neuen neue gruppen neue handlungen neue netzwerke genau.
1:30:16  Martin Fischer
Also wenn man sich das anguckt genau der hälfte zwischen dem beobachteten zeitraum liegt dann eben die friedliche revolution mit neunundachtzig neunzig und du guckst dann quasi zehn jahre zurück und guckst dann auch zehn jahre nach vorn von dem zeitpunkt aus.
1:30:30
Wie war denn die situation für die frauen in der ddr also oder die frauen für die frauen bewegung in der ddr so um den zeitraum neunzehnhundertachtzig
1:30:40
wie breit wie weit verbreitet war denn da so eine bewegung bewegung nennen kann.
1:30:46  Jessica Bock
Also was leipzig bestätigt ist dass die.
1:30:52
Für die ddr muss man ja von einer nichtstaatlichen also unabhängigen frauenbewegung sprechen.
1:30:59
Und die anfänge liegen schon in den neunzehnhundertachtziger jahren,
1:31:04
auch für leipzig kann man das sagen weil vorher schwierig wird auch aufgrund der quellen lage am frauengruppen oder lesbengruppe nachzuweisen.
1:31:13
Und so am anfang der neunzehnhundertachtziger jahre lassen sich da gründungen nachweisen also die erste gruppe die ich finden konnte war.
1:31:21
Eine frauengruppe die hat sich zweiundachtzig dreiundachtzig gegründet und wir wollten ähm eine veranstaltungsreihe organisieren mit der also die hieß frauenzentrum.
1:31:32
Die veranstaltung reihe sollte dazu dienen frauen aus der vereinzelung zu holen und miteinander ins gespräch zu kommen über ganz unterschiedliche themen sei es.
1:31:43
Ähm über die situation der frauen in der ddr was verstehe ich unter emanzipation lebe ich gleichberechtigt aber auch über ähm.
1:31:55
Ganz unterschiedliche sachen frauen in der geschichte sexualität kindererziehung genau also das war so.
1:32:03
Der aufhänger der anfang und.
1:32:08  Martin Fischer
Waren damit auch schon politische forderung verbunden oder ging's dann auch mehr mal erst darum sich zu vernetzen und ins gespräch zu kommen.
1:32:16  Jessica Bock
Politische forderung direkt und indirekt also diese forderung für sich.
1:32:23
Ein raum in der öffentlichkeit zu haben um mit frauen zusammen zu kommen,
1:32:29
ins gespräch zu kommen sich auszutauschen und womöglich auch die zum handeln zu ermutigen also auch auf ihr leben bezogen bestimmte wege einzuschlagen lebensführung zu überdenken,
1:32:39
so weiter das ist schon auf jeden fall ein politikum gewesen,
1:32:42
und das blieb auch nicht ohne ohne folgen also die veranstaltungsreihe konnte nicht so wie sich das die frauen
1:32:50
farben stattfinden weil auch dann hier staatliche stellen sehr zeitlich interveniert haben also auf städtischer ebene die die sed aber auch das also auch die staatssicherheit die da schnell.
1:33:03
Maßnahmen ergriffen haben um einmal die veranstaltung zu verhindern diese unter ihre eigene city zu nehmen die dann auch entsprechend inhaltlich wieder auszustatten dass das alles wieder passt ne
1:33:16
in das offizielle und auch maßnahmen um die frauengruppe auseinander zu bringen weil,
1:33:23
eine bewegung war ja in der ddr nicht notwendig weil frauen man waren ja eigentlich gleichberechtigt der ideologie mehr.
1:33:29  Martin Fischer
Welche angriffe hat man denn da gesehen von seite auf die verordnete ordnung.
1:33:36  Jessica Bock
Hallo.
1:33:37  Martin Fischer
Also welche lebensentwürfe waren denn wann denn nicht erwünscht.
1:33:42  Jessica Bock
Also ich glaube alleine dass frauen sich da darüber selbstbestimmt unabhängig gedanken gemacht haben und darüber auch gesprochen haben also das
1:33:51
dass diese vorsage rolle ne die ja dann auch die spd hatte so wenn's um frauenpolitik ging wir sagen was emanzipation ist gleichberechtigung und so weiter und dann dann ist das so
1:34:02
alleine diese diese mündigkeit zu haben und auch für sich zu beanspruchen ich spreche für mich selber.
1:34:09
Also ein doppelter funktion nicht nur als ddr-bürgerin so in einer diktatur sondern auch als frau in diesem patriarchaler staat das war,
1:34:18
das war das politikum.
1:34:21  Martin Fischer
Weil halt oftmals nur männer darüber entschieden haben was jetzt wie die gleichberechtigung aussieht in der ddr.
1:34:26
Das war der punkt okay weil ja also wenn man sich tatsächlich so die regierungskreise anguckt und das polittbüro in besonderen das war halt schon sehr männlich geprägt und auch sehr alt männlich geprägt.
1:34:39  Jessica Bock
Auch emanzipation weiterzudenken also damit war es ja nicht getan dass die frau,
1:34:44
nur berufstätig war also das war ja so mit das wichtigste kriterium emanzipation.
1:34:50
Gleichberechtigung ist erreicht durch die vor allen dingen durch die berufstätigkeit der frauen das ist ein ganz wichtiger punkt das will ich gar nicht bestreiten aber es geht natürlich auch um viel viel mehr als.
1:35:03
Und darüber eine diskussion anzufangen die staatliche nicht vorgegeben oder steuerbar sein sollte das war das war so nicht weiter ohne weiteres.
1:35:15  Martin Fischer
Ich glaube auch wenn man sich auch das berufsleben anguckt dann sind's ja trotzdem gibt es immer noch einschränkungen welche berufe dann frauen ausgeübt haben oder bis wohin sie dann auch aufsteigen konnten in den ausgewählten berufen.
1:35:27  Jessica Bock
Also auch in der ddr gab es ja ein geschlechtsspezifische oder segmentieren arbeitsmarkt das ist ja auch bewiesen also dass gerade im dienstleistungen,
1:35:35
im erziehungsberechtige oder
1:35:39
ernährungsweisen medizinischen bereich dass da überwiegend frauen gearbeitet haben aber wenn es dann dort eine leitungsfunktion gab dann waren das wieder männer gewesen es haben auch durchweg so die zeitzeuginnen auch bestätigt,
1:35:51
viele frauen interviewt die das gesagt haben also frauen betrieb aber die zwei leitungsfunktionen die es gab chef und stellvertreter das von männer.
1:36:00  Martin Fischer
Und die hätten sich dann schon auch gewünscht aufzusteigen oder hat man das akzeptiert als als frau.
1:36:08  Jessica Bock
Ich glaube da hat beides eine rolle gespielt also so dann leitungsfunktion zu übernehmen wenn man noch kinder zuhause hat.
1:36:18
Und dann noch für den haushalt zuständig ist ist dann schwierig also das kennt man ja auch von heute also trotz betreuungsmöglichkeiten aber durch die versorgungslage durch die doch nicht so einfach ein einkaufs bedingungen.
1:36:33
War das nicht so ohne weiteres möglich und es gibt ja auch berichte und nachweise dass da auch.
1:36:43
Von seitens der der sagt man leitungsebene ne dass das dann auch der frauen,
1:36:52
genau aus den kunden,
1:36:53
bevorzugt worden oder vielleicht auch befördert worden weil sie ja dann auch für kinder und haushalt zuständig sind und dann ist auf die nicht so verlass und wir können sie dann nicht auch so einbinden wie es vielleicht notwendig wäre.
1:37:07  Martin Fischer
Also die gleichen gründe die eigentlich heute auch immer noch eingeführt werden und ja ich habe hier noch ein zitat gefunden aus einem buch was ich gelesen habe von einer kaminski.
1:37:17
Also so eine broschüre
1:37:19
und das eben auch so die ja die die anforderungen an so leitungsposition oftmals auch als unattraktiv empfunden wurden wurden also was halt so druck den man ausüben musste oder parteimitgliedschaften der sed,
1:37:33
dass das eben auch unattraktiv schienen für frauen plus dass sie halt dann wahrscheinlich auch ein niedrigeres einkommen gehabt hätten bei dem gleichen stresslevel und verantwortungslos.
1:37:43  Jessica Bock
Genau genau so.
1:37:45  Martin Fischer
Was waren denn so die die die haupterkenntnis aus deiner arbeit oder was hat dich am meisten überrascht als du das beobachtet als als das untersucht hat dieses thema frauenbewegung.
1:37:55  Jessica Bock
Also überraschend fand ich einmal dass die frauengruppen die es in leipzig in den neunzehnhundertachtziger jahren gab dass die sich größtenteils dann.
1:38:06
Im spätsommer frühherbst aufgelöst haben.
1:38:10  Martin Fischer
Neunzehnhundertneunundachtzig neunzig oder.
1:38:12  Jessica Bock
Genau genau neunzehnhundertachtzig neunzig und dann manche frauen dann in die neuen bürgerrechte,
1:38:18
gegangen sind oder sich ganz anderweitig engagiert haben oder auch erstmal gar nicht und das in der gleichen zeit eine neue akteurin entstanden,
1:38:27
die fraueninitiative also zunächst im neuen forum später hieß sie dann fraueninitiative leipzig weil sie aus dem neuen forum dann ausgetreten sind dass sie dann,
1:38:37
seit dem herbst neunzehnneunundachtzig dann bis neunzehn neunzig rein mit die wichtigste lokale akteurin gewesen ist und das aus dieser fraueninitiative dann viele frauen vereine und projekte hervorgegangen sind die,
1:38:51
teilweise heute noch gibt also das erste autonome frauenhaus leipzig ist so ein beispiel die frauenkultur leipzig die frauen bibliothek mona lisa ist auch.
1:39:03
Heraus entstanden.
1:39:06
Überraschend fand ich auch unabhängig jetzt welche phase wie mutig eigentlich auch die frauen immer warm sich in so einer gruppe zu engagieren also gerade den neunzehnhundertachtziger jahren fand ich das auch ganz interessant dass ein.
1:39:19
Großteil wenn nicht sogar fast ausschließlich die frauen die damals in diesen gruppen engagiert waren zum größten teil auch mütter waren
1:39:28
sie waren berufstätig hatten kinder und fanden dennoch irgendwie die zeit sich in einer gruppe zu beteiligen dorthin zu fahren abends ja und
1:39:37
mit anderen frauen über themen zu sprechen aber auch treffen zu organisieren zu netzwerken in der ganzen ddr,
1:39:45
auch immer verbunden mit einem risiko also weil dieses engagement auch,
1:39:49
wie vorhin auch dargestellt anhand des frauenzentrum auch immer mit risiko dann auch behaftet war überwacht zu werden repressionen zu erleiden das fand ich ganz interessant und auch sehr bemerkenswert dass da.
1:40:04
Ja wie wie mutig da auch die frauen angetreten sind und spannend fand ich auch.
1:40:11
Zieht sich auch wie ein roter faden durch den ganzen zeitraum durch die ganze untersuchung des frauen.
1:40:17
Immer versucht haben sich räume zu erkämpfen und eine eigene sprache eine stimme zu finden aus der vereinzelung auszutreten und auch für andere frauen die möglichkeit zu schaffen,
1:40:30
ja sich auszutauschen lebenswert.
1:40:38
Das eigene leben zu hinterfragen oder auch kraft zu suchen austausch zu suchen um das eigene leben zu verändern oder bestimmte schritte zu gehen das fand ich,
1:40:51
sehr spannend und.
1:40:53  Martin Fischer
Du hast gerade gesagt es gab zu beginn der oder dieser umbruchsphase gab es ja viele viele initiativen frauengruppen die sich da,
1:41:01
dieser eigeninitiative gebündelt haben und von da aus dann wieder kleinteiliger geworden sind,
1:41:07
was glaubst du woher kam so diese diese sanduhr effekt das ist dann weniger geworden ist in der umbruchszeit weil dann einfach so viel los war oder weil dann andere themen in den vordergrund getreten sind was was glaubst du was war da der der auslöser.
1:41:22  Jessica Bock
Ich glaube dass das
1:41:26
mit verschiedenen ebenen zusammen weil sie so umbrüche sind ja auch auf persönlicher ebene passiert und das hat natürlich auch die frauen in ihrem politischen engagement beeinflusst und,
1:41:39
also in den zeitzeuginnen berichten haben wir frauen gesagt dass dann für mich andere themen wichtiger wurden als jetzt in anführungszeichen die frauenfrage oder.
1:41:51
Ja dass sich der andere möglichkeiten nochmal aufgetan haben oder durch das kennenlernen anderer engagierter in den,
1:41:59
dass ich da nochmal andere perspektiven geöffnet haben und dann sich die frauen dort eingebracht haben oder auch aufgrund des verlaufs der ganzen umbrüche sich auch frauen zurückgezogen haben gesagt haben dass es eigentlich.
1:42:11
Ich wollte deutsche einheit und kapitalismus sondern ich wollte eigentlich was ganz anderes wenn man sich dann auch.
1:42:20
Zurückgezogen haben oder weil auch die veränderungen schon stark so sehr auf das eigene leben geprägt haben die unsicherheiten verlust des arbeit.
1:42:30
So weiter dass da auch überhaupt keine möglichkeiten der war sich.
1:42:35
Also auch dieses dieses pensum was die frauen die da engagiert waren also was sie da an den tag gelegt haben das ist unglaublich also das,
1:42:42
mehr als achtundvierzig stunden tag gewesen sein so was in der kurzen zeit da frauen geleistet und erkämpft haben plus auch noch.
1:42:52
Dieser persönliche umbruch diese umbrüche veränderungen auf persönlicher ebene dass man ja auch gucken muss da habe ich nächste woche meine arbeit noch was.
1:42:59
Mit mir und so weiter also das fand ich schon ja also das hat mich auf jeden fall sehr beeindruckt was da die frauen geleistet haben.
1:43:08  Martin Fischer
Hast du ein beispiel für so eine errungenschaft dies dann auch wenn die sich die gruppe dann aufgelöst hat oder eine der gruppen sich aufgelöst hat dann weiter getragen wurde oder zumindest die idee weitergetragen wurde und sich daraus dann noch was entwickelt hat im späteren verlauf.
1:43:23
Was vielleicht auch eingegangen ist in die einigungsvertrag jetzt vielleicht aber auch in in politische forderung wo man gesagt hat okay das das kam halt ganz viele schon früher gefordert frauen vor allem wie es jetzt vielleicht auch gar nicht mehr gibt.
1:43:36  Jessica Bock
Ich glaube da sind wirklich die konzepte und forderungen die die frauengruppen die jetzt im zuge der revolution.
1:43:45
Neunzehnneunundachtzig entstanden sind die lohnen wirklich einer neuen lektüre weil viele forderungen.
1:43:52
Die da drin stehen hochaktuell sind also mir ist das schon passiert im rahmen einer.
1:43:57
Arbeit dass ich da doch nochmal auf's datum des papiers gucken musste steht da jetzt wirklich neunzehnneunundachtzig drauf und nicht zweitausendachtzehn oder so sondern weil sie wirklich.
1:44:09
Aktuell sind und das,
1:44:11
interessant an diesen papieren und der frauengruppen ist ja auch im unterschied zur westdeutschen frauenbewegung dass sie die frauenfrage nicht isoliert betrachtet haben nur für frauen sondern dass sie gesamtgesellschaft,
1:44:23
gedacht haben sie haben emanzipation gleichberechtigt
1:44:27
als etwas gesehen was nur zu realisieren ist wenn auch die männer miteinbezogen werden also dass auch männer ihre rollen überdenken ihre prägungen und da auch,
1:44:39
daraus die konsequenzen ziehen und auch ihr eigenes verhalten verändern dass sie auch.
1:44:45
Bereit sind zum beispiel mehr kehrt arbeit zu machen oder berufe die auch frauen verstärkt ausüben das ist ein ganz.
1:44:54
Punkt oder dass sie auch umweltfragen wirtschaftsfragen alles zusammen gedacht haben auch unterm geschlechter aspekt und das macht finde ich diese dokumente.
1:45:04
Diese forderungen schon auch sehr aktuell und das mal wieder zu lesen und wieder zu entdecken und auch darauf mit aufzubauen auch am heutigen feministischen engagement das würde ich mir sehr wünschen weil ich merke dass das schon.
1:45:18
Fehlt und dass da auch wenig wissen da ist über diese geschichte und auch über das was frauen damals gefordert haben und auch gedacht haben.
1:45:28  Martin Fischer
Das heißt ich habe es gerade ein bisschen rausgehört der feminismus der dann im westen praktiziert wurde oder gefordert wurde der hatte dann in anderen fokus beziehungsweise hat zu diesem gesamten
1:45:39
ein blick gar nicht so aufgenommen der dann vielleicht auch immer aus dem osten vorgelebt wurde.
1:45:45  Jessica Bock
Also selbst auch in in westdeutschland war die front waren die frauenbewegung in ja sehr divers da kann ich das jetzt gar nicht so über einen kamm scheren aber ich denke schon dass dass es da ein ost-west unterschied,
1:45:57
und dass das schon so den die oft frauenbewegung und auch so diesen.
1:46:03
Mit ausmacht dass es da einen breiteren ansatz gab als in westdeutschland das denke ich schon.
1:46:10  Martin Fischer
Ein beispiel hatte ich jetzt gerade noch gefunden und hatte ich gestern gelesen vielleicht auch mal da um es gleich den schritt
1:46:16
zu machen zu dem projekt wo du mitarbeitest dem digitalen deutschen frauenarzt habe ich einen artikel gelesen in eurem aktuellen dosiertes kannst du gleich nochmal vorstellen da geht es eben auch um die gründung des unabhängigen frauenverband im februar neunzehnhundertneunzig da berichtet die
1:46:30
begründerin martin kürzen dörfer wie
1:46:33
wie das war und da kommt eigentlich auch viel von dem raus was du jetzt gerade schon erzählt hast also so dieses diese aufbruchsstimmung aber auch dann so die
1:46:41
die phase wo dann wo man dann feststellen oh es ist alles es ist doch sehr viel was für eine einkommt und
1:46:48
die forderung bricht dann irgendwann weg hat sie erzählt und in den wahlen
1:46:53
waren sie dann auch eben zusammen mit den mit den bündnis neunzig die grünen und dann war eigentlich der listenplatz schon belegt und
1:47:00
also man merkt so richtig da ist eine aufbruchsstimmung da aber man stößt dann doch immer wieder an an grenzen oder,
1:47:06
hindernisse und das erfordert unglaublich viel kraft da dran zu bleiben also es kam in diesem gespräch kann mir das so vor dass das ein wesentlicher faktor auch ist.
1:47:17  Jessica Bock
Ja das auf jeden fall also das ist.
1:47:20
Etwas was diese zeit ja auch so unglaublich spannend macht also im rahmen meiner doktorarbeit konnte ich dann auch.
1:47:28
Audioaufnahmen recherchieren von zwei frauen die in der fraueninitiative
1:47:35
aktiv waren also die auch mitgegründet haben also das war ein petra luchs und cornelia matzke und die haben auf der ersten genehmigten kundgebung des neuen forums,
1:47:45
muss ich kurz überlegen ich glaube zwar der achtzehnte november neunundachtzig aber ich bin mir nicht ganz sicher aber ich glaube schon auch dort mit wortbeiträge gehalten und ich konnte dann mal den
1:47:55
also die audioaufnahmen von petra luxus und ich muss wirklich sagen als ich das gehört habe also kam ja echt auch die tränen weil also es hat mich schon sehr berührt auf ganz unterschiedliche
1:48:06
eben denn also einmal weil das ja auch mit meiner geschichte ist so ne so da gibt's auch diese persönliche ebene aber weil man auch,
1:48:15
an ihrer stimme wirklich hören kann diese hoffnung die sie hatte diese aufbruchstimmung und noch so sagt frauen geht rein in die politik macht was
1:48:23
engagiert euch für euren treffen und macht es keiner und männer macht mal gefälligst mit wir kriegen das hier nur gemeinsam hin sonst wird das nicht,
1:48:32
und das ist schon sehr bewegend wenn man dann solche dokumente hat und das auch noch mal so.
1:48:38
Greifbar also bekommt und,
1:48:43
diese aufbruchstimmung war spätestens wirklich mit der volkskammer wahl vorbei gewesen mit den mit dem ausgang der ersten freien volkskammer wahlen im märz neunzehn neunzig also da war schon eine große desillusioniert und enttäuschung
1:48:57
dass das jetzt auf eine einheit hinaus lief die eigentlich so am anfang gar nicht gewollt war,
1:49:05
die frauen haben dann doch noch versucht also auch noch gefordert dass also wenn's jetzt eine einheit gibt,
1:49:11
dass sie doch dass es ein wechselseitiger prozess sein sollte und auch auf augenhöhe und wie wir wissen ist das ja auch nicht so ganz passiert.
1:49:21  Martin Fischer
Nee und ich glaube das ist auch,
1:49:23
ist auch wirklich beispielhaft für viele für viele bewegungen die halt so in den späten achtzigern und neunundachtzig noch entstanden sind sei es jetzt an den runden tischen oder auch in anderen kreisen
1:49:35
das halt so dieses überlegen wie kann es denn weitergehen also dieser berühmte spruch vom dritten weg also was kann ich noch so eine möglichkeit sein dass da die die frauengruppen auch.
1:49:44
Einfach in diesem
1:49:46
in diesem kanal waren wo wir dann gemerkt hat oh jetzt wir brauchen jetzt hier gar nicht weiter denken es läuft jetzt einfach auf einen von diesen zwei wegen hinaus und die einheit kommt.
1:49:57  Jessica Bock
Aber was man auch aus dieser zeit mit lernen kann also ich glaube dass auch diese zeit unglaublich spannend ist um also,
1:50:05
so auch dinge zu lernen so eine so eine frauenbewegung in so einer umbruchszeit finde ich unglaublich spannend so.
1:50:13
Ich denke auch dass die frauen da uns auch noch viel zu erzählen haben
1:50:19
wenn es darum geht wie kann ich dinge umsetzen oder auch aus fehlern lernen so ne was sollte man vielleicht auch im feministischen oder frauenbewegung engagement vermeiden ich glaube dass da uns auch die frauen also uns auch noch viel mehr erzählen können wir auch von denen noch viel mehr.
1:50:34
Lernen können also die frauen haben ja damals auch viel
1:50:40
gemeinsam versucht umzusetzen auf verschiedenen ebenen sie sind ja auch gezielt in die gremien gegangen,
1:50:46
an den runden tischen in den stadtrat hinein um da auch jemanden zu haben der dann auch die entstehenden frauenprojekte und vereine unterstützt
1:50:56
im idealfall und da auch ressourcen bereitstellt als kontaktperson fungiert als vernetzungsstelle und es ist auch viel ähm,
1:51:05
durch ost west kontakte passiert also die westdeutschen frauen- bewegungen haben da auch die ostfrauen mit unterstützt also durch.
1:51:15
Zum beispiel geldspenden aber auch durch,
1:51:18
bereitstellen von von wissen von know-how also wir haben zum beispiel auch die städtepartnerschaften eine wichtige rolle gespielt dass die leipzigerinnen zum beispiel nach hannover gefahren sind dort hieß es ja frauenbeauftragte
1:51:31
und sich da wissen abgeholt haben ne wie habt ihr das hier gemacht was ist das eigentlich so und auch da.
1:51:40
Viel hinweise und tipps von den westfalen bekommen haben macht das mal so und so und das lieber nicht um da auch erfolgreich agieren zu können das.
1:51:50
Wäre auch schön dass man das mal auch viel mehr auch hier mit in den fokus rückt dass da auch viel grenzüberschreitende auch auf solidarischer ebene passiert ist.
1:51:59  Martin Fischer
Also es gab schon die kooperation und nicht so ein gegenseitiges unverständnis.
1:52:03  Jessica Bock
Ja also das gab es auch also das wird ja dann auch bei uns im dossier was wir haben auf dem portal dreißig jahre geteilt hat feminismus
1:52:12
das ist ja so ein wortspiel ne teilen im sinne von.
1:52:17
Etwas gemeinsam nutzen teilhaben an etwas aber auch getrennt sein von etwas.
1:52:24
Und da wollen wir in dem dossier was wir seit dieses jahr seit diesem jahr haben.
1:52:29
So die westdeutsche ostdeutsche frauen bewegungsgeschichte neunzehn neunzig da nochmal einen neuen blick draufwerfen neue perspektiven und da auch nochmal ähm ja.
1:52:40
Für austausch und auch forschungen mit anregen.
1:52:42  Martin Fischer
Dann lass uns doch darüber mal sprechen also dieses dossier das findet statt auf der plattform die ich gerade schon erwähnt hatte digitales deutsches frauenarzt ship vielleicht kannst du
1:52:54
ganz kurz sagen wie es dazu gekommen ist oder auch gerne ausführlich sagen wie es dazu gekommen ist dass sie diese digitale
1:52:59
frauen archiv zu gründen was die inhalte sind und dann kommen auch gerne noch über das dossier sprechen was da drin ist und was da noch kommt.
1:53:09  Jessica Bock
Genau also das digitale deutsche frauenarzt shit also die idee oder den impuls das zu machen
1:53:17
geht auf einem satz im koalitionsvertrag der letzten,
1:53:23
koalition zurück und der dachverband der dachverband deutschsprachiger frauenarzt also frauen archive bibliotheken und dokumentation stellen
1:53:34
kurz aida hat.
1:53:38
Diese stelle im koalitionsvertrag genutzt und gesagt das ist der moment also das ist das sollten wir nutzen um ein digitales fach portal zur deutschsprachigen frauenbewegung
1:53:49
geschichte zu etablieren.
1:53:52
Aufgebaut wurde dass digitale deutsche frauenarzt auf das vorgängerprojekt meter katalog meter katalog ist der verbund katalog des ida dachverbandes also dort kann man dann in einem katalog in den verschiedenen.
1:54:07
Beständen ida einrichtungen recherchieren weil die einrichtungen deutschlandweit verteilt sind aber auch
1:54:15
sich europaweit finden lassen also wir haben dann auch einrichtungen aus luxemburg schweiz österreich und südtirol.
1:54:23
Die bei uns mit dem dachverband organisiert sind und das digitale deutsche frauenarzt shit möchte dann anhand der.
1:54:32
Bestände der ida einrichtungen frauen bewegungsgeschichte sichtbar machen.
1:54:38
Also das heißt dass ausgewählte bestände,
1:54:42
digitalisiert werden und auf dem dfb portal gezeigt werden wie kann man sich dann auch angucken durchlesen man kann damit forschen arbeiten diskutieren
1:54:53
und diese digitalisierte sind auch teilweise dann auch eingebettet in den sogenannten also texten zu bestimmten themen oder auch akteurinnen.
1:55:02  Martin Fischer
Und das ist glaube ich ein wichtiger punkt weil das ist jetzt nicht einfach ein zettelkasten oder karteikasten wo wir die bibliotheken durchforsten kann sondern ihr bereitet die themen tatsächlich auf und bringt die dann auch ja also tatsächlich multimedial also mit
1:55:17
gestalteten seiten und bildern und texten ja an an den mann und an die frau.
1:55:22  Jessica Bock
Richtig und das tolle ist dass die aufgrund der geografischen streuung der idee einrichtungen man auch entwicklungen nochmal
1:55:33
lokal darstellen kann also auch da nochmal das lokal spezifische regionale besondere auch nochmal hervorheben kann also zum beispiel die frauen gender bibliothek saarbrücken hat ein
1:55:47
text im dfb portal verfasst wo es auch nochmal
1:55:51
die neuere frauen- bewegungsgeschichte speziell in saarbrücken im saarland geht belladonna hat das für bremen gemacht also da kann man auch nochmal so lokale besonderheiten entdecken und.
1:56:05
Das tolle ist auch dass es dass wir auch die verschiedenen akteurinnen mit sichtbar machen können eine bewegung lebt ja von den menschen die sich dort engagieren und da auch pionierinnen arbeit leisten und das sind auch frauen die größtenteils,
1:56:20
bekannt sind aber trotzdem diese frauen ein unglaublich spannenden lebensweg haben und,
1:56:28
das kann man da auch an vielen beispielen auch nachlesen also gerade noch wir haben vor allen dingen viele frauen aus dem neunzehnten frühen zwanzigsten jahrhundert.
1:56:40
Hedwig dom zum beispiel oder.
1:56:42  Martin Fischer
Die habe ich jetzt gerade in diesem zufallsgenerator offen tatsächlich also ja erzählt gern was zu dumm.
1:56:48  Jessica Bock
Ja sie war mit einer der radikalsten denker drinnen der
1:56:53
sogenannten alten oder ersten frauenbewegung also die auch zeitig schon achtzehn,
1:57:00
frauenwahlrecht gefordert hat aber auch sehr scharf mit vier wort.
1:57:05
Mit viel satire und scharf sind auch die gesellschaftlichen zustände kritisiert hat und auch die,
1:57:11
doppelmoral die geherrscht hat sei es jetzt von kirchen männern oder im bereich der prostitution also ihre texte immer wieder zu lesen das ist ein großes vergnügen das muss man sagen
1:57:24
und sie hat durch ihre publizistische tätigkeit und auch durch ihre streitlustig die sie da hatte da auch mit dazu beigetragen dass.
1:57:34
In der öffentlichkeit dann auch über frauen frauen fragen gleichberechtigung dann auch gesprochen wurde aber.
1:57:41  Martin Fischer
Und das ist eben eine von vielen akteur
1:57:43
die ihr hier habt wie gesagt die zufallsgenerator die ich gerade erwähnt habe dass halt auch direkt auf der startseite also man kann ihn auch sehr gut zum einstieg in die weitere recherche nutzen da kann man dann wie gesagt aus allen akteuren in dir da auf der website habt wird dann eben
1:57:55
bild zeitrahmen und zitat angegeben und das ist eigentlich ein sehr schöner einstieg wenn man sich einfach mal so ein bisschen treiben lassen will.
1:58:03  Jessica Bock
Also man muss dazu sagen dass die dfb portal also wir wollen keinen wikipedia werden zur deutschsprachigen frauen bewegungsgeschichte des
1:58:11
vom neunzehnten jahrhundert bis in die gegenwart hinein das können und wollen wir gar nicht leisten sondern es ist eine einladung ähm,
1:58:20
sich mit diesem thema zu beschäftigen in die archive zu gehen mit den quellen material zu forschen aber auch quellenmaterial abzugeben also wir können und wollen gar nicht alle bestände digitalisieren und online stellen sondern das sind
1:58:34
ausgewählt dinge vor allen dingen quellen die wo es auch notwendig ist,
1:58:41
zum beispiel kassetten oder videoaufnahmen oder dokumente wo das papier jetzt auch schon im kämen guten zustand mehr ist dass man da,
1:58:51
diese dann auch sichert aber es sind auch quellen bestände um auch wirklich neugierig zu machen einzuladen da in die archive zu gehen um damit auch zu arbeiten.
1:58:59  Martin Fischer
Und ein thema davon ist eben jetzt euer großes dossier in diesem jahr dreißig jahre geteilter feminismus dass ganz prominent auf der startseite einlädt auch mit einem schönen restauration und ja das ist auch schon die ersten artikel drauf und
1:59:13
stell dich doch mal kurz vor was uns da erwartet.
1:59:17  Jessica Bock
Also das dossier geteilter feminismus also dreißig jahre geteilt der feminismus schließt an an das,
1:59:26
an den schwerpunkt den wir letztes jahr hatten ohne frauen keine demokratie da haben wir dann nochmal insbesondere auf frauen und friedliche frauenbewegung friedliche revolution fokussiert und auch schon im sommer dazu eine,
1:59:39
sommerniveau täte
1:59:40
veranstaltet und dieses jahr nutzen wir dreißig jahre neunzehn neunzig dreißig jahre deutsche einheit um mal zu schauen wie ist es denn jetzt um die west-und ostdeutsche front bewegung bestellt was war neunzehn neunzig aktuell wie
1:59:58
was war los in der ostdeutschen frauenbewegung an den runden tischen die volkskammer wahlen aber auch dann auf ostwesten ebene.
2:00:08
Genau und das.
2:00:10
Thematisieren wir wir gucken auch kritisch auf aus einer feministischen perspektive auf neunzehn neunzig und wollen da auch.
2:00:19
Insbesondere die die frauen.
2:00:22
Auch die perspektiven der frauen und wespen da auch mitten im forum geben raum geben und auch zur diskussion einladen und auch nochmal eine kritische perspektive auf neunzehn neunzig also.
2:00:34
Das passiert ja jetzt ja auch schon seit längerem da sind wir nicht alleine dafür verantwortlich dass es jetzt.
2:00:39
Eher kritisch gesehen wird auch im zusammenhang mit transformation und treuhand also wir knüpfen da auch an so einer kritischen perspektive an aber wir wollen auch natürlich gucken was ist gut gelaufen.
2:00:53
Wo gab es auch entwicklungen die vielleicht abgebrochen sind aber in dem man auch wieder anknüpfen kann.
2:01:03
Solche themen wollen wir da aufgreifen und sichtbar machen.
2:01:06  Martin Fischer
Die ersten artikel sind jetzt schon archiv erschienen ich gehe mal davon aus da kommen jetzt noch im laufe des jahres weitere dazu.
2:01:14
Und ja also das ist natürlich jetzt auch in den tagen wo man nicht in die archive gehen kann vermutlich auch wirklich ein gutes medium um da einzusteigen und auch viel zu lesen und zu recherchieren
2:01:27
und ich denke mal das wird auch vielleicht jetzt die nächsten wochen monate auch noch ja viele interessenten hoffentlich anziehen und interessierte.
2:01:34  Jessica Bock
Genau also dieses dossier wird auf jeden fall noch bis ende des jahres gefüllt werden mit interviews mit beiträgen auch mit somit audioauschnitte,
2:01:45
mit wem und was konkret möchte ich jetzt nicht verraten das
2:01:48
soll auch ein bisschen eine überraschung sein und weiter neugierig machen aber es kommen auf jeden fall noch weitere beiträge die sehr spannend sind und wo wir auch froh sind dass wir die person da auch gewonnen haben für gespräche für interviews
2:02:02
und auch autorinnen die da für uns auch noch entsprechende beiträge schreiben.
2:02:06  Martin Fischer
Du selber schreibst ja auch also du bist aber zu dem blog vertreten schreibst du auch artikel und bist wahrscheinlich sonst oder kannst vielleicht nochmal ganz kurz erklären was deine arbeit im digitalen deutschen frauenarzt archiv als wissenschaftliche mitarbeiterin beinhaltet.
2:02:21  Jessica Bock
Also meine aufgabe als wissenschaftliche mitarbeiterin ist also ich bin zuständig für die zeit frauen bewegungsgeschichte ost west nach fünfundvierzig und meine aufgabe ist es.
2:02:34
Projekte die im rahmen des digitalen deutschen,
2:02:37
ähm ablaufen wissenschaftlich und auch inhaltlich zu begleiten also auch gemeinsam mit den einrichtungen zu schauen welche themen können wir bearbeiten.
2:02:46
Für quellen bestände auch die entstehung der wissenschaftliche inhaltlich zu begleiten darum austausch mit den autorinnen zu sein auch da digitalisierte oder mögliche digitalisierte mit auszuwählen.
2:03:02
Ja und auch selbstständig dann mit eigenen kleineren beiträgen und dann auch themen zu bearbeiten.
2:03:08
Für das pdf archiv oder genau und auch vernetzung mit anderen institutionen sowohl außer oder universitären einrichtungen.
2:03:19
Ähm genau da auch ähm forschungsfragen mit anzuregen das pdf portal mit vorzustellen.
2:03:27  Martin Fischer
Genauso haben wir uns kennengelernt vor zwei jahren glaube ich auf der geschichte in suhl da war's kurz vor dem start das war genau das war dann zweitausendachtzehn im frühjahr
2:03:37
und september ging's dann online und seitdem bist du also mit diesem mit diesem themenfeld
2:03:43
der deutsche frauenbewegung seit fünfundvierzig in beiden teilen das ist klingt schon nach einer sehr großen aufgabe.
2:03:51  Jessica Bock
Ja aber das macht auch spaß da so die beiden seiten dann auch mal mit im blick zu haben,
2:03:58
und auch darauf zu gucken dass diese frauen bewegungsgeschichte das ist ja auch das tolle an dem dfb portal und auch dass das wichtige an dem portal das ost und west.
2:04:08
Gleichwertig erzählt wird dargestellt wird das war auch ein entscheidender satz in dem koalitionsvertrag damals.
2:04:16
Unterer besonderer beachtung der ostdeutschen frauen bewegungsgeschichte sodass das auf jeden fall mit teil sein sollte und auch mit sichtbar sein sollte das ist.
2:04:29
Besondere und wichtige daran dass diese beiden geschichten dann auch miterzählt werden.
2:04:37  Martin Fischer
Und ich glaube das kommt auch also den eindruck hab ich das kommt auf jeden fall auf dem portal rüber es macht sehr viel spaß sich da durchzuklicken und reinzulesen weil es wirklich auch sehr sehr ansprechend gestaltet ist und wirklich lust macht durchzug durchzuklicken.
2:04:51  Jessica Bock
Das ist schön dass da unser konzept.
2:04:53  Martin Fischer
Hallo.
2:04:54  Jessica Bock
Trainiert also wir achten schon so natürlich gibt es immer sehr viel
2:04:58
zu erzählen und auch darzustellen auch in den texten aber wir achten schon darauf,
2:05:04
dass das jetzt keine bleiben ist dass da jetzt nur text ist wo man ewig scrollen muss sondern dass man da auch die möglichkeit hat zwischendurch einfach mal dann auch in die digitalisierte reinzuklicken,
2:05:15
die ja dann auch mit dem media katalog verbunden sind und man dann also mir ist das schon oft passiert dass man dann abgelenkt wird im positiven sinne
2:05:23
dass man dann da auf seiten stürzt und andere dokumente und dann so schön interessant ja also und es bietet ja dann auch zum beispiel die möglichkeit ostwestfalen bewegungsgeschichte vergleichend,
2:05:36
zu untersuchen anhand von beständen also da das finde ich dann oder auch mal,
2:05:45
verschiedene zeiträume auch zu vergleichen das muss ja nicht nur aus west sein sondern auch was weiß ich prostitution debatte anfang des zwanzigsten jahrhunderts und heute wie war das,
2:05:54
der war da aktiv wer hat sich daran beteiligt wie wurde argumentiert wie wurde über das thema gesprochen haben sich anfang des zwanzigsten jahrhunderts hier auch prostituierte schon zu wort gemeldet ja oder nein solche dinge kann man dann einfach mal.
2:06:10
Dann auch anhand des portals nachvollziehen oder dann.
2:06:14
Durch die texte durch die verweise auf literatur literatur möglichkeiten sich auf dieser weise sich damit auch mal zu beschäftigen.
2:06:23  Martin Fischer
Also gerade diese vielseitigkeit und gleichzeitigkeit von verschiedenen akteurinnen und
2:06:29
gruppierungen des fand ich halt immer oder finde ich immer sehr interessant zu sehen also was mich gerade angesprochen hast mit den prostituierten die sich da zusammengetan haben aber gleichzeitig lief natürlich auch größere gruppen noch in in richtung und das das ist schon
2:06:43
spannend zu vergleichen und zu sehen was eigentlich wie wie unterschiedlich die interessen sind und wie parallel die dann doch zusammen laufen konnten ohne
2:06:51
gegenseitig in konkurrenz zu treten.
2:06:54  Jessica Bock
Genau,
2:06:55
und wie gesagt es kann auch eine einladung sein weil man dann auch entdecken kann wo gibt es denn eigentlich jetzt ein frauennetzwerk archiv und da könnte ich ja auch zum beispiel bestände abgeben ne also dass wir auch immer auch einladen die frauen.
2:07:10
Sofern sie was haben und es ist in der regel immer viel das war auch eine erfahrung im rahmen meiner doktorarbeit es ist unglaublich was,
2:07:17
frauen noch für dokumente zu hause haben die nicht in archiven sind die aber wichtig sind für uns auch wichtig waren für meine fragestellungen dass sie da auch wissen da gibt es einrichtungen die kümmern sich darum
2:07:30
auf die nehmen das an,
2:07:33
und ja stellen das dann auch für die nachwelt dann auch zur verfügung also dass wir auch den frauen dadurch auch vermitteln wollen.
2:07:42
Ihr seid in eurem engagement wichtig unabhängig davon ob ihr jetzt einen bekanntheitsgrad habt die alice schwarzer zum beispiel oder nicht sondern es hat auch einen wert euer engagement und auch euer leben das was ihr geleistet habt das was
2:07:55
ihr auch zu sagen habt und dass es da frauen und einrichtungen gibt die dafür offen sind und das auch mit aufbewahren wollen.
2:08:03  Martin Fischer
Das was finde ich auch also grade wie gesagt auch dieses eine beispiel was ich vorhin noch erwähnt hatte dass eben auch wenn es eine kurzlebig initiative war aber trotzdem das gefühl hat dies war nicht umsonst.
2:08:14  Jessica Bock
Genau na weil mir das auch im rahmen der zeitzeugen im gespräch oft begegnet ist.
2:08:21
Auch gerade am ende der interviews konnte ich ihn da jetzt weiterhelfen so nach zwei stunden wo sie wirklich unglaubliche sachen erzählt haben was sie gemacht haben und so weiter oder sitzt man da und denkt sich so was wie kannst du diese frage stellen ja klar ist es wichtig,
2:08:35
und das.
2:08:37  Martin Fischer
Hallo
2:08:38
das ist finde ich auf jeden fall also ist ein lohnendes ist ein lohnendes projekt für euch wahrscheinlich zu machen und alle das anzuschauen also ich muss mit sehr viel gewinn betrachtet und betrachtet immer noch sehr gerne und nehmen da viele informationen daraus mit,
2:08:51
ja jessica vielen vielen dank ähm würde ich sagen an der stelle für deine zeit die du dir genommen hast wobei,
2:08:58
zuhause wahrscheinlich gerade viele viele haben aber wenn ihr das hört also ich versuche das jetzt auch sehr schnell online zu stellen damit dann eben viele das auch noch jetzt hören können und dann auch recherchieren können lesen können im archiv und,
2:09:11
sich da noch ein bisschen weiterbilden können vielen vielen dank und ja ich hoffe ihr habt auch ein bisschen spaß gemacht hier zu gast zu sein.
2:09:19  Jessica Bock
Ja sehr gerne das war toll dankeschön.
2:09:21  Martin Fischer
Super dann bedanke ich mich und verabschiede mich bei dir und wünsche dir eine gute zeit bis bald.
2:09:27  
Musik
2:09:28  Jessica Bock
Bis dann tschüss.
2:09:33  Martin Fischer
Wenn ihr also in diesen tagen oder wann immer ihr das hört zeit habt schaut euch unbedingt im digitalen deutschen frauenarzt aktiv um.
2:09:40
Diese folge staatsbürgerkunde endet hier und ich bedanke mich für eure zeit und bei meinen gästinnen und gästen andreas keller jessica bock und frank meißner.
2:09:50
Danke auch an wolfgang würde für sein stück ambiente das den soundtrack zum podcast bildet.
2:09:55
Danke auch an rike kretzschmer für das coverbild zu dieser episode und an das ddr museum für die unterstützung und die kooperation für das objekt zur folge.
2:10:04
Die links zu den besprochenen objekten findet ihr neben allen anderen links in den shownotes zu dieser folge.
2:10:10
Und natürlich auch ein großes dankeschön an euch dir den podcast finanziell unterstützt wir freuen uns sehr über jeden betrag der per paypal oder direkt per überweisung zum fortbestehen des formats beiträgt.
2:10:20
Seit der letzten folge haben uns robert jens martin christopher ines daniel alfons mario jörn christoph robert charlotte,
2:10:33
matthias anne und mirko unterstützt vielen dank euch.
2:10:38
Wenn auch ihr etwas in den hut werfen möchtet unter www staatsbürgerkunde minus podcast punkt de findet ihr alle infos unter dem link unterstützen.
2:10:48
Und wie immer freuen wir uns auf eure kommentare zu dieser und anderen episoden auf der website auch ein kommentar bei apple podcast hilft uns sichtbare für neue hörerinnen zu werden und gefunden zu werden.
2:10:59
Daher unsere bitte wenn ihr uns unterstützen wollt musst du das nicht immer finanziell sein empfehlt uns gerne weiter kommentiert und teilt diese folge das hilft ebenso und wir sind nach wie vor auf der suche nach spannenden gesprächspartnerin zum thema jugend opposition in der ddr.
2:11:14
Wenn ihr jemanden kennt oder selbst berichten könnt meldet euch gerne bei uns ein großes dankeschön von uns fürs zuhören und bis zur nächsten folge tschüss euer martin.