Staatsbürgerkunde

Ein Podcast über das Leben in der DDR. Im Gespräch mit Zeitzeug:innen und Expert:innen schaut Martin Fischer in jeder Folge zurück auf die Lebensaspekte in der Deutschen Demokratischen Republik. Ohne Ostalgie und verbunden mit der Frage, was sich aus der Geschichte lernen lässt.

https://www.staatsbuergerkunde-podcast.de/archive

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episode 92: Eingesammelt [transcript]


Vom Benutzen, Wegbringen und Neumachen Veröffentlicht am 12.09.2020
Laufzeit: 1 Stunde und 26 Minuten


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 2020-09-12  1h26m
 
 
00:00
Musik
00:03  Doreen Brumme
Es wird alles zurückgebracht. Wir bringen die leeren Bierflaschen, Brauseflaschen in den Laden und das bringen wir halt zum Altstoff.
00:12
Das war für alle Leute ein Teil ihres Lebens, also so eine Alltagshandlung,
00:18
akzeptiert wurde, egal wer man ist, ob man nun der Doktor ist, der Bürgermeister oder eben der ganz normale Verkäufer da im Gemüseladen hat man auch die Tochter in unserer Klasse. Also das haben wir alle gemach.
00:32
Alles muss neu gedacht werden. Wir müssen uns neu aufstellen und das ist schwierig in einer Situation, wo jeder sagt, oh, noch geht's mir ja gut, noch geht's mir ja gut.
00:44  Martin Fischer
Staatsbürgerkunde. Ein Podcast über das Leben in der DDR. Von Martin Fischer.
00:56
Folge zweiundneunzig, eingesammelt.
01:30
Herzlich willkommen zur neuen Folge. Schön, dass sie wieder mit dabei seid.
01:34
Für diese Folge von Staatsbürgerkunde habe ich mir ein Thema ausgesucht, das einerseits typisch DDR ist und andererseits sehr aktuell. Ich spreche mit meiner Gästin Doreen Brummer über Sekundärrohstoffe oder kurz Zero, wie das in der DDR abgekürzt wurde,
01:48
Wer jetzt ein wenig Ratlust ist, was sich mit diesem sperrigen Begriff verbirgt und wo da der aktuelle Bezug versteckt sein soll, das klären wir gleich auf.
01:55
Viel Spaß und Erkenntnisgewinn mit der neuen Folge. Herzlich willkommen Doreen Brumme in Hamburg. Hallo Frau Brumme.
02:05
Guten Morgen, genau, wir sprechen über das Internet miteinander
02:09
und wir wollen sprechen zu einem Thema, das äh auch ein äh sehr DDR-Spezifisches Thema ist. Wir wollen sprechen über das Zero-Prinzip. Und bevor wir erklären, was das ist, stellen sie sich doch mal bitte kurz vor
02:22
Wer sind sie und was machen sie in Hamburg?
02:26  Doreen Brumme
Ja, ich bin Doreen Brumme, bin Journalistin schon seit dreißig Jahren jetzt grade vor kurzem, am dreizehnten August, dreißigjähriges Jubiläum, denn in der DDR war man ja vor dem Studium beim Volontariat und das war halt vor dreißig Jahren, dass ich meinen ersten Tag hatte. Ähm.
02:41
Ich bin bis heute leidenschaftliche Journalistin, habe mich unter anderem auf Energie und Umweltthemen spezialisiert.
02:49
Bin als Bio-Bloggerin unterwegs, mache aber auch für Print und äh Online-Medien ganz viel in Richtung Energie, erneuerbare Energie.
02:58
Ich bin verheiratet und habe vier Kinder.
03:02
Also auch als Motherfuhr unterwegs und ja, damit habe ich auch da wieder das Umweltthema dran, denn meine Kinder sind die Großen inzwischen so alt, dass sie auch als Fridays for Future Jugendliche unterwegs sind und mich da auch fordern und meinen Einsatz forder.
03:16  Martin Fischer
Ah toll, die kommen ja immer wieder vor in ihren Artikeln so ein bisschen, aber dass die jetzt auch ähm schon auf den Demos mit sind, das hatte ich noch nicht entdeckt.
03:23  Doreen Brumme
Ja, nee, wir gehen auch teilweise zusammen hin und äh es gibt ja dann auch so die Großdemos, also jetzt natürlich nicht mehr, aber bei den Großdemos letztes Jahr waren wir tatsächlich auch zusammen und äh stehen dann dafür ein, dass sich da irgendwas ändert, ne? In der Politik.
03:38  Martin Fischer
Genau, das ist ja wirklich das dringende Thema unserer Zeit, neben neben dem Corona äh Thema, das wir jetzt grad alle haben, aber,
03:45
direkt danach oder auf gleicher Ebene, wenn nicht sogar äh ebenso wichtig, ja, haben wir eben dieses Klimathema, das momentan leider bisschen in den Hintergrund getreten ist, weil sich alles um Corona dreht.
03:56  Doreen Brumme
Auf jeden Fall, also es ist das viel stärkere, es gab noch niemals so eine massive Bedrohung für uns alle und die trifft reich und arm, schwarz, weiß, gelb, grün, blau, rot, ähm,
04:07
das ist einfach so, dass aber die persönliche Betroffenheit durch Krone natürlich stärker war und dieser Abstand in Folge der persönlichen Betroffenheit,
04:16
kleiner bei Corona und insofern vermuten wir in unserer in Anführungsstrichen sicheren Welt,
04:23
immer noch ja es trifft uns vielleicht nicht und dadurch wird auch die Handlungsmotivation natürlich stark ausgebremst, wenn man jetzt Leute trifft, die auf Inseln sitzen, wo schon alles unter Wasser steht, ist das natürlich ganz anders,
04:37
vorderen Handlung sofort ein, ne?
04:39  Martin Fischer
Und für uns ist es noch nicht so immanent sichtbar und deswegen denken wir, man hat ja noch zehn, zwanzig, fünfzig, hundert Jahre und äh,
04:46
leider nicht genau. Ähm, ja und das Thema Umwelt beschäftigt uns auch in dem Thema eben, worüber wir sprechen wollen, eben Zero, dass ein wie gesagt sehr spezifisches DDR-Thema war, aber in dem,
04:58
Grundgedanken ja wieder auch wieder nicht, weil's eben um das Thema Recycling geht,
05:04
erzählen sie mal, was ist denn das Prinzip Zero gewesen? Muss man ja sagen.
05:09  Doreen Brumme
Na ja, gar nicht mal unbedingt gewesen. Also es ist einfach so, dass die DDR ähm das als sekundäre Rohstoffsystem zur Rückführung eben solcher Rohstoffe ähm sehr früh schon etabliert hat.
05:21
Das kam daher, weil die DDR war ja Teil des RGW des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe und die haben.
05:29
Als Planwirtschaftssystem gearbeitet, das heißt jedes Land im RGW, also die sozialistischen Staaten haben sich darin verbunden,
05:36
hat äh Planwirtschaft betrieben, es wurden Pläne aufgestellt, die mussten die Betriebe dann, also die staatlichen Betriebe und das war ja der Großteil.
05:44
Erfüllen, da gab's Planken, die mussten erfüllt werden, das wurde dann auch relativ systematisch kontrolliert und natürlich auch,
05:54
Wenn man den Plan nicht erfüllte, war das natürlich kein so schöne Sache. Ähm für den Betriebsleiter,
05:59
Aber im Rahmen dessen hat man eben organisiert, wo fließen Rohstoffe hin, wo fließen die ab, was wird produziert, wie viel produziert jeder, das wurde,
06:08
international gemacht, also
06:10
bestes Beispiel war immer Ungarn hat immer die Busse hergestellt, die Icarus Busse, die Autos wurden verteilt, ne, die die ähm Sowjetunion damals ja noch mit Mosquit und Wolga und die DDR mit Trabi und war,
06:22
immer so weiter, die Tschechen mit dem Skoda. Es gab also für alles einen Plan, wer was macht und das wurde dann wieder verteilt. So und ähm,
06:31
dadurch, dass wir ja als RGW dann sozusagen nicht angebunden waren an die internationale Rohstoffverteilung mussten natürlich auch.
06:38
Die Verbrauchten, also sekundären Rohstoffe dann wieder zugeführt werden, der der Industrie, damit man wieder was hat, aus dem man im besten Beispiel dann zum Beispiel Glas machen konnte. Also die Altflaschen, die Leeren wurden wieder zurückgeführt,
06:52
um sie dann wieder zu befüllen. Und insofern ist das eigentlich gar nicht nur Vergangenheit, sondern es ist ganz dringend Gegenwart, denn wir haben ja auch ein großes ähm.
07:02
Problem, was wir in Deutschland noch lange nicht gelöst haben, auch wenn wir als in Anführungsstrichen Recycling Weltmeister gelten.
07:09  Martin Fischer
Aber die Idee war damals tatsächlich auch schon zu sagen, okay, wir haben halt diesen begrenzten Vorrat an an Rohstoffen, den hatten wir tatsächlich auch gespürt in den sozialistischen Ländern und hat sich dann eben kreativ überlegen müssen, wie
07:21
ja nutzt man eigentlich das, was wir haben möglichst lange und möglichst oft.
07:26  Doreen Brumme
Genau, also es waren einundsiebzig und sechsundsiebzig hat die DDR da ganz gut Pläne aufgestellt und ähm,
07:32
die haben ganz fest damit gerechnet. Also es war eine neunundneunzigprozentige Quote von äh wiederverwertbaren Flaschen zum Beispiel und das war eine Quote mit der mussten die einfach auch rechnen,
07:43
dass die Rückführung so sicher durchgestaltet war, so flächendeckend auch,
07:49
das war eine große Zahl beim Planen auch, also das war verplantes ähm Material und wenn man das nicht,
07:57
hätte, dann hätte man noch älter ausgesehen, also wir sind ja dann ziemlich schnell dann in den Achtzigern in diese Mangelwirtschaft reingerutscht und das wäre dann noch schlimmer geworden, ne?
08:07  Martin Fischer
Wann hat das begonnen? Das Sero-System, also wann ist das erstmals etabliert worden.
08:11  Doreen Brumme
Also man hat's in den sechziger Jahren, wenn ich mich nicht irre so ähm schon etabliert so angedacht und umgesetzt und es gab davor schon auch so Vorgänger. Also es war nicht gleich sozusagen ähm Serum mit diesem mit diesem ähm,
08:26
mit diesem Elefanten oder mit diesem pinkfarbenen Elefanten al.
08:29  Martin Fischer
Der Elefant Emmi.
08:31  Doreen Brumme
Genau, sondern es gab davor schon so eine irgendwie so ein Rumpelmännchen und das waren auch schon so Rückführungs ähm,
08:39
Ja, Stellen sozusagen für in Anführungszeichen Altstoffe. Also wir haben damals ja Altstoffe gesagt und eigentlich gar nicht Zero Zero war dann immer nur im Volksmund. Ähm die Annahmestelle. Also man sagte das dann auch so, ich gehe zum Zero oder warst schon beim Sero oder,
08:54
ne? Oder.
08:54  Martin Fischer
Aber ich mache Zero hat man eigentlich nicht gesagt, sondern ich gehe Altstoffe s.
08:56  Doreen Brumme
Nein, nein, nein, nein, man hat Altstoffe gesammelt, ne? Das war einfach so der der das Vokabular, was dann benutzt wurde.
09:04  Martin Fischer
Genau, da muss man nämlich vielleicht auch nochmal drauf hinkommen, beziehungsweise wollte ich eh noch drauf hinkommen, sie sind ja nicht nur Expertin für das Thema und haben sich da äh informiert und recherchiert und Artikel geschrieben, sondern sie sind auch äh aktive Zeitzeugin gewesen in ähm ja,
09:18
und Jugendtagen, ähm, denn sie sind gebürtig damals noch aus der DDR.
09:24  Doreen Brumme
Genau richtig, also ich bin halt auch in äh in in Ostdeutschland aufgewachsen, bis ich äh dann zum Studium nach Hamburg ging. Hm,
09:32
und wohnte in der Kleinstadt äh Nähe der Grenze und ja also ich hab das einfach alles erlebt ich kann ja so ein bisschen mal erzählen ähm,
09:42
Altstoffe sammeln war bei uns ähm eine doch lukrative für uns Kinder äh Freizeitbeschäftigung, ähm denn
09:50
Dadurch, ähm, dass der Staat diese Rohstoffe brauchte, hat er eigentlich was gemacht, was man heute gar nicht so für verkehrt
09:59
ansieht, jedenfalls, wenn man mit Wissenschaftlern spricht, die sich mit Motivation beschäftigen. Die haben nämlich ähm recht gutes Geld gezahlt für die ähm Altrohstoffe
10:10
gab's so irgendwie zwanzig Pfennig, also bei erstmal schon muss man noch unterscheiden ganz kurz, es gab natürlich die ganz normalen Brauteflaschen, also limonade Flaschen würde man hier wahrscheinlich sagen,
10:21
Ähm und auch die und Milchflaschen oder Joghurt in Gläserflaschen gab's ja bei uns auch ähm,
10:28
Die wurden auch rückgeführt, die brachte man dann zu der Verkaufsstelle zurück, also HO oder Konsum, wo man das vorher erworben hatte. Das war auch schon ein sehr sicheres System, Mehrwegflaschen zurückzuführen,
10:39
aber eben Flaschen von Alkohol, also Wein und äh Sekt und ähm ja, was noch ne Bier ist dann wieder rückgeführt worden übern Handel.
10:48
Aber sonst also mehr die mehr die hochprozentigeren Alkoholiker äh oder aber auch und auch ganz viel Gläser, ne? Also die ganzen Schraubgläser mit mit den Metalldeckel oder Einwickler äh zum einwecken.
11:02
Die wurden alle dann über Zero zurückgeführt und.
11:07
Wurde einfach ganz gut bezahlt, wenn man das so in Taschengelddimensionen mal durchrechnet so als Schüler und ähm,
11:15
Das war dann so eine organisierte Freizeitbeschäftigung, die da muss man dazu wissen, dass die Jugendlichen und die Kinder in der DDR ja auch,
11:24
nahezu äh flächendeckend organisiert waren, in dieser Pionierorganisation und in der FDJ der freien Deutschen Jugend.
11:31
Die einen hatten halt weiße Händchen mit bunten Tüchern, wenn sie kleiner waren, blaue Tüchlein, wenn sie größer waren, rote Tüchlein, so Dreieckstüchlein um den Hals, das ist so ein bisschen angelehnt an die Scouts oder ähm Pfadfinderorganisat.
11:43
Und die freie Deutsche Jugend waren, die mit dem blauen Hemd und der aufgehenden Sonne.
11:48
Und da wurde war das wirklich auch ähm ja schon geplant würde ich einfach sagen, dass man die Kinder und Jugendlichen eben auch dazu anhielt,
11:56
in ihren Vierteln, in ihren Städtchen, Dörfern, wie auch immer ähm diese Altstoffe einzusammeln und dann auch zuzuführen. Also da wurde dann das Geld natürlich für Schule und Schulsachen benutzt,
12:08
In dem Sinn, als dass wir, wir haben so Organisationen oder oder Kampagnen dann damit unterstützt in Entwicklungsländern ähm,
12:16
wo dann, weiß nicht, Freiheit für Angela Devis und solche Sachen, glaube ich, ähm wurden damit dann finanziert.
12:23
Aber wenn ich's privat gemacht habe und das gab's eben dann auch, dann hat man's natürlich in seine eigene Tasche gesteckt und hat sich ein Taschengeld verdient.
12:30  Martin Fischer
Ich kann mich auch noch erinnern, wir waren dann tatsächlich öfter
12:33
Bei Pioniernachmittagen, also ich war bis zur zweiten Klasse noch Jungpionier. Ähm also der mit dem der mit dem blauen Halstuch waren wir dann auch öfter unterwegs mit äh ja mit dem mit dem Bollerwagen und haben dann halt bei bei Leuten geklingelt, um halt zu fragen, ob sie noch Altstoffe haben.
12:48  Doreen Brumme
Genau, also das, das ist genau das, was da passiert ist, dass man eben dann in der Klasse im Klassenverband losging oder manchmal auch im ganzen Schulverband und dann wieder klassenweise Grüppchenweise und klingelte man einfach die Nachbarschaft ab und,
13:01
wiederum haben ja, wenn sie nicht selbst schon auch Kinder hatten, die da mitsammelten, haben sie auf jeden Fall gesammelt. Also das ist ja auch was,
13:09
Es war uns allen bewusst, also ich habe auch mit so vielen Menschen auch gesprochen, im Zuge der Recherchen für diese diese Artikel, die ich schon darüber geschrieben habe.
13:16
Das war allen ganz bewusst äh und da kam auch keiner auf die Idee, dass irgendwie dann a selber wegzubringen, ähm sondern man hat gesagt, das machen die Kinder schon, äh dass die kommen bestimmt und dann war das auch so, die warteten teilweise schon auf ein,
13:30
Also ich hab auch so älteren Leuten geholfen den auch nicht mehr so bewegungsfreudig waren und beziehungsweise hätten sie gerne konnten aber nicht mehr,
13:39
Und die haben einfach einen auch angesprochen, wenn man zur Schule ging, so Mensch kommt ihr, wann kommt ihr denn wieder? Habt schon hier wieder drei Pakete liegen und das war auch so,
13:47
Es war immer so ordentlich gemacht. Also es war so ganz diedlich
13:50
die älteren Leute haben das immer so ganz süß in so Päckchen verpackt mit Bändchen drum, also das war das war eine Kultur, ne? Da da das machte man so. Bändchen drum, die Zeitung, das wurde nicht Lose irgendwo hingetan, sondern man sammelte das schön,
14:03
Papier und dann gab's hinterher nachher noch irgendwie so diese ganzen Silberfolie, da hat man so Kügelchen,
14:09
und die so als Kügelchen gesammelt und ja.
14:13  Martin Fischer
Es wird sehr viel Agribie.
14:14  Doreen Brumme
Das war wirklich,
14:15
Ja, ich habe das Gefühl gehabt, die haben äh also man hat das so ganz normal geschluckt, also so das das ist so, das gehört dazu, unser Land braucht das, vielleicht auch, weiß ich nicht, ob das zu so ein so weit gehendem Bewusstsein,
14:27
Aber zumindest war das klar, es wird alles zurückgebracht. Wir bringen die leeren Bierflaschen, Brauseflaschen in den Laden und das bringen wir halt zum Altsto.
14:35  Martin Fischer
Man muss vielleicht auch dazu sagen, ich kann mich jetzt zumindest auch nicht erinnern, dass es irgendwo noch andere Container gegeben hätte, wo man Sachen hätte abgeben.
14:41  Doreen Brumme
Nee, nee, nee, nee. Nee, nee, das gab's nicht. Also man man also man muss ja dazu sagen, wir hatten ja tatsächlich nur Glas als zum Rückführen. Wir hatten Papier,
14:51
das meistens Zeitungspapier war, damals war's ja auch noch wie im Westen, dass ganz viele Haushalte, Tageszeitungen abonniert hatten,
14:58
Also die Tagessetung kann dann, manche hatten auch zwei eher so, ne? Also Tagessetung, da kam schon was zusammen.
15:04
Diese bunten Zeitschriften gab's ja gar nicht so viele in der DDR, also das war nicht so das Ding. Es war also eher schon meist Schwarz-Weiß-Papier und ähm Packpapier und so Kartons gab's auch nicht so viel,
15:16
war dann beim Altstoffhandel eher dabei und dann war auch schon fast Schluss, also man hatte dann ja noch Lumpen, die wurden auch im Altstoffhandel a.
15:26  Martin Fischer
Stimmt, Lumpen gab's auch noch. Also also alte Kleidung.
15:29  Doreen Brumme
Dann nachher genau, genau und dann ging's nachher weiter später kam mir die Specki-Tonne, aber da kommen wir noch drauf, was ich sagen will, woher ich das so gut weiß,
15:38
Weil meine Oma nämlich in meiner Kleinstadt irgendwann äh gesagt hat, ähm sie will sich ein bisschen Geld dazu verdienen. Ihre Kinder waren dann alle raus aus dem Haus und äh die ersten Enkeln so wie ich kamen schon regelmäßig rein,
15:51
Und zu Besuch in den Schulferien und ich weiß noch, dass ich so in der ersten, zweiten, dritten Klasse meine Oma dann zweimal die Woche begleitet habe,
15:59
in diesen Altstoffladen. Das war also in ihrem Viertel so ein so ein ja so eine Räumlichkeit, da gab's nicht mal ein Klo, soweit ich mich dran erinner.
16:07
Und da stand dann so eine riesige Waage drin,
16:09
so zu. Da da konnte, ich weiß nicht, die konnte, glaube ich, eine eine Tonne abwiegen eigentlich und ähm da hatte sie dann so verschiedene Ecken in einer Ecke, dann Weißglas äh Flaschen, Weißglasgläser, andere Ecke, Papier und Papo und sowas
16:23
eine Ecke für Lumpen.
16:26
Und wenn man die, ich weiß noch genau, wenn man die Tür aufmachte, dann rocht, das fürchterlich, weil diese Leute haben's damals natürlich nicht ausgewaschen, die Flaschen und dieser gerende Alkohol dann, also es war schon gewöhnungsbedürftig, aber unsere Nase gewöhnt sich ja schnell an so einen Geruch.
16:39  Martin Fischer
Das muffelige Papier wahrscheinlich auch noch so ein bisschen.
16:42  Doreen Brumme
Ja, so feucht muffelig war das auch und und ganz ehrlich auch die Lumpen haben manchmal ganz schön gerochen.
16:48  Martin Fischer
Ja
16:49  Doreen Brumme
Ähm aber das war trotzdem ganz schön, weil also ich hatte mit meiner Großmutter da eine glaube ich nie wieder so,
16:56
Erlebte Zweisamkeit, es war sehr sehr schön eigentlich so in der Rückerinnung, die ist jetzt schon lange tot. Hm, aber ähm das war war sehr schön, also als Kindheitserinnerung habe ich es sehr positiv.
17:08
Hinterkopf.
17:09
Und ähm es war auch so, dass ich bin schon immer eine Leseratte, ich war schon immer klar, dass ich lese und schreibe, das muss ich auch wahrscheinlich in den Beruf umwandeln, das war irgendwie damals schon klar.
17:19
Das war toll, wenn dann nicht immer nur alte Zeitung kam, sondern manche Leute haben dann auch ähm ausgelesene Bücher oder sowas mitgebracht. Oder wer Westverwandte hatte, hatte auch mal eine Zeitschrift aus dem Westen.
17:30
Oder ja, irgendwie sowas und da war natürlich dann so, dass ich mich dann auf diese verpackten Papiersachen gestürzt habe, die durchforstet habe, ist da Lesestoff drin, den ich noch nicht kenne, der interessant ist.
17:43
Das war irgendwie so paradiesisch. Also ganz ehrlich, da hat man dann zwei, drei, vier Bücher gehabt, sich in eine Ecke gesetzt, auf irgend so einen Papierhaufen und dann gelesen und unter anderem hat meine Oma mir dann auch da,
17:53
Alte deutsche Sprache beigebracht, weil's eben damals dann noch das war ja dann in Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger. Ähm.
18:00
Einfach die Sprache dann gezeigt hat, wie sie das gelesen hat und ich hab's dann gelernt und ja, also für mich ist da echt was bei rumgekommen, ne? Also so in Bildung sage ich mal.
18:10  Martin Fischer
Das heißt, die ganzen Klassiker sind dann irgendwann in der Zero-Sammelstelle der Oma aufgeschlagen.
18:16  Doreen Brumme
Ja
18:17  Martin Fischer
Bücher wahrscheinlich.
18:18  Doreen Brumme
Nicht ich wollte gerade sagen, es ist waren eher weniger so die Klassiker, das kann ich gar nicht sagen, weil ein Buch.
18:26
Vielen Leuten ja viel wert gewesen. Also Bücher hatten glaube ich einen größeren Wert als heute. Heute gibt man so vieles ist nur noch so Pepe, also Peberweg und nicht so ein gebundenes Buch. Heute gibt man Bücher glaube ich eher weg.
18:37
Nee, wir sind damals glaube ich so es gibt immer Leute die Bücher nicht so wertschätzen oder den Inhalt. Das Einbuchs nicht so, also es war jetzt nicht so, dass da dass da jetzt hier irgendwie Goethe oder so was aufschlug, daran erinnere ich mich eigentlich nicht.
18:50
Aber doch so Kinderbücher und und Jugendbücher, sowas gab's schon. Wenn die alt einfach älter geworden sind, ne.
18:55  Martin Fischer
Wer kam denn dann so zur Zero-Annahmestelle? Waren das jetzt hauptsächlich tatsächlich Schüler, Pioniere oder.
19:01  Doreen Brumme
Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee. Also die Schüler und Schüler und Pioniere, die waren ja eingebunden meistens in diese Abgabe ähm über die Schulen und da wurde das ja auch ganz oft so wettbewerbsmäßig gemacht, da gab's dann,
19:13
auch wieder die Motivation zu wecken, weil jetzt kristierst du ja nix für dein Taschengeld und nicht jeder sieht jetzt ein, dass die Klassenkasse gefüllt werden musste.
19:21
Deswegen hat man da dann eben Preise verteilt. Da gab's dann für den mit den meisten Flaschenpreis, für den weiß Papier und so, da gab's dann Büchergutscheine. Habe ich auch mal einen zweiten Platz gemach,
19:31
Nee, nee, also zu diesem Altstoffladen kam dann eher wirklich die Nachbarschaft, ne? Da kamen dann die Leute. Und ab und zu natürlich auch mal paar Schüler, die dann wie ich auch,
19:41
Taschengeld machen wollten, aber meistens war das schon so, die Nachbarn und und alle, die drum rum wohnten, die kamen dann dahin und brachten alles, was sie in den.
19:51
Zwei, vier, sechs, acht Wochen, die sie dann wieder gesammelt hatten, äh so aufgehäuft hatten.
19:55  Martin Fischer
Das heißt, man hat da nicht extra noch alles zurückbehalten für die für die Schüler, wenn die klingeln, sondern hat auch zwischendurch immer wieder selber mal weggebracht, damit sie's nicht so sehr ansammelt.
20:04  Doreen Brumme
Genau, also ich denke es schon. Also man man wusste ja auch, wenn wenn du, wenn jetzt keine Enkel hast, die sagen, Oma, ich komme dann, wir haben da einen Termin, weil so zweimal im Jahr kann ich mich erinnern, war das organisiert,
20:14
dann
20:15
ärgert's einen ja auch irgendwann, wenn man genug da rumstehen hat, ne? Also dann, dann will man's loswerden und das hat man auf kurzem Weg dann getan. Es war halt wirklich so organisiert, dass diese Zero-Annahmestelle
20:26
so flächendeckend verteilt war in der ganzen DDR, dass dass wirklich jeder da zu Fuß hingegen mit dem Handwagen oder manche haben auch einfach halt einen Kinderwagen dann gefüllt, um den zu schieben, ne? Also das war schon, war schon so.
20:38  Martin Fischer
Ich weiß auch noch, wo es bei uns in der Kleinstadt war, also das war also der den Ort kenne ich, kann ich jetzt noch genau zeigen, wo dann da die Sero-Annahmestelle war. Und ich erinnere mich auch noch in ihr.
20:47  Doreen Brumme
Ja, ja, ich.
20:48  Martin Fischer
Bitte? In dem Artikel haben Sie nämlich auch geschrieben, ähm, ihr Klassenkamerad war der Sohn des Bürgermeisters, wenn ich mich richtig erinnere.
20:57  Doreen Brumme
Genau, genau, ja, ja, ja, ja.
20:59  Martin Fischer
Und der Bürgermeister hat dann eben mehrmals im Jahr oder zweimal im Jahr, weiß ich jetzt nicht mehr so genau, ähm diese großen Fahrten veranstaltet mit dem LKW, wo der dann alles abgefahren ist und das erinnere ich mich auch.
21:06  Doreen Brumme
Genau, genau. Ja, ja.
21:08  Martin Fischer
Dass das bei uns auch so ähnlich war, dass man irgendwann eine große Aktion mit dem LKW hatten.
21:13  Doreen Brumme
Genau, also das war bei uns natürlich großartig, wenn du den Sohn des Bürgermeisters in der Klasse hast, da hast du natürlich direkten Draht, ne? Das war schon toll. Aber wir hatten auch den Sohn des Fleischers und die Tochter des des Kinderarztes dabei. Also wir waren
21:26
ziemlich gut aufgestellt in der Klasse und äh konnten im Grunde genommen bei jeglichen äh Wünschen äh zu zu Dingen, die man so machen wollte, konnten wir natürlich dann die großen Ressourcen der Stadt an äh
21:39
stechen und und auch nutzen und für den Bürgermeister war das natürlich auch immer eine große Sache, weil er sich dann feiern konnte, aber auch seinen Sohn und,
21:47
überhaupt ein Engagement als Bürgermeister. Ähm das war dann so, dass in dieser Kleinstadt später,
21:52
Wo denn Regiment der NVA dahin verlegt und dann wurde so ein ganz neuer Stadtteil hochgezogen mit lauter so schnell gebauten Plattenbauten und ähm,
22:02
Da waren dann die ganzen Offiziere und ihre Familien durften ja außerhalb der der Regiments dann wohnen und die Soldaten und die ganz normalen Leute, die da gedient haben, die waren dann natürlich in ähm im Regiment sozusagen geblieben, also im im ja Regimenzat,
22:17
Und ähm.
22:18
Diese ganzen Kinder von den ganzen Offizieren waren dann auch bei mir auf der Schule und da war es dann so ist das dann sogar der NVA-LKW kam, statt des Bürgermeisters nachher, ne? Also da hat dann die NVA ganz, also die NVA die nationale Volksarmee.
22:31
Bundeswehr heute. Ähm, die hat dann mit ihren,
22:35
Fahrzeugen dann geholfen. Das war dann auch noch mal ein Schlacht drauf, ne? Weil da kamen dann die grünen Militärwagen angefahren und haben die Altstoffe eingesammelt.
22:43  Martin Fischer
Also es war dann schon eine so eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, hat jetzt auch keiner als Last empfunden, also muss man wieder auf die normalen Bürger hinzublicken, die die haben jetzt auch nicht gesagt, oh jetzt muss ich da schon wieder zur Sero-Annahme stellen, sondern also,
22:56
das war schon glaube ich verankert, dass man das so macht.
22:59  Doreen Brumme
Meinte ich vorhin. Also das war so ein Ding muss man machen, Sachen, ne? Also das das gehörte ganz normal dazu, weil weil jeder hat auch gesehen,
23:08
Also da gab's gar nicht die Frage, also Wegwerfmentalität war aber damals noch gar nicht können wir nachher nochmal drüber sprechen, wenn es dann darum geht, ähm, wie es heute ist. Ähm, oder wie es dann dieser Wechsel kam, aber es gab
23:21
die Wegwerfmentalität damals ja noch gar nicht. Also zumindest nicht im im in der DDR und
23:26
Ich muss auch immer dazu sagen, man kann es nicht als pauschalisieren. Berlin muss man bestimmt anders betrachten als als das Umfeld. Ähm also ich kann's halt immer nur für meine Kleinstadt aus dem Erlebnis auch so sagen,
23:37
Das andere muss man dann eben immer gucken wie ähm,
23:39
wie Studien das eben dann auch eroiert haben, was da dann in anderen Gegnern passiert ist, aber hier war es einfach so, das macht man es gehört ganz normal dazu, dass eine Flasche nicht irgendwie weggeworfen wird, sondern dass es eine leere Flasche, die kann wieder befüllt werden und,
23:54
Das war für alle Leute ein Teil ihres Lebens, also so eine Alltagshandlung,
23:59
akzeptiert wurde, egal wer man ist, ob man nun der Doktor ist, der Bürgermeister oder eben der ganz normale Verkäufer, da im Gemüseladen hat man auch die Tochter in unserer Klasse, also das haben wir alle gemacht.
24:11  Martin Fischer
Weil sie gerade schon gesagt hatten, ähm man hat dann eben auch diese Lumpen gesammelt. Ähm man hat glaube ich auch Kork gesammelt, fiel mir jetzt noch einen.
24:18  Doreen Brumme
Genau, genau, also wir haben wir haben auf jeden Fall also am im Oktoberferien haben wir in der Kleinstadt,
24:24
auch Kartoffeln gesammelt, wir sind immer die Nachhut gewesen, wenn die Kartoffelacker leer gemacht wurden, also ich weiß, ich weiß nicht wie viele Tage ich im Oktober dann ein, zwei Tage immer pro Schuljahr.
24:36
Das ging hoch bis glaube ich bis ich achte Klasse war oder neunte, da haben wir Kartoffeln gesammelt. Dann haben wir ähm ähm im Herbst,
24:46
Bucheckern, Eicheln und Kastanien gesammelt und zwar nicht zum Basteln, wie ich das heute mit meinen Kindern tue oder zum Essen, sondern äh tatsächlich äh für die Wild äh Fütterung im Winter. Also die haben wir dann,
24:58
Wir hatten auch die Tochter vom Förster in der Klasse, genau und.
25:02  Martin Fischer
Alle alle Stände vertreten, alle Berufe vertreten. Mhm.
25:04  Doreen Brumme
Ja, nee, Sache ist halt Kleinstadt Milieu, ne? Ähm und da haben wir dann ähm tatsächlich äh säckeweise Buchäckern, Eiche und Kastanien gesammelt im Stadtwald und allem drumherum und haben die dann dem Förster gebracht.
25:18
Der hat die dann gelagert im Fursthaus.
25:21
Ähm ich glaube, diese Kronkorken, das, das hat man, haben wir nicht gemacht, aber wir haben ähm dieses Korkzeug gesammelt, wobei man,
25:32
wenn ich das richtig erinnere, ich war da ja noch kleiner, aber ich glaube, wir hatten gar nicht so viele echte Korken in den Weinflaschen. Ich glaube, das war.
25:39  Martin Fischer
Ich, also ich meine auch Kork war immer was ganz Besonderes und ich habe also ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal große Mengen Kork gesammelt hätte.
25:47  Doreen Brumme
Nee, nee, das weiß ich nämlich auch nicht, weil ähm das meine ich eben, das war ein Rohstoff, den gab's gar nicht so auf,
25:52
wenn ich mir, ich war jetzt schon in meinem Erwachsenenleben halt entgegen, wo Cork wächst und die geguckt habe, wie wertvoll das ist. Ähm das ist ja heute auch ein,
26:01
Schöner Rohstoff, der sich auch für viele Sachen eignet und insofern Qualk kann ich mich nicht so gut erinnern, ne.
26:07  Martin Fischer
Ich weiß noch, als wir dann im Westen waren, also durch unsere Ausreise neunundachtzig und wir hatten dann so eine Korkpinnwand, also es war was ganz Tolles, diese Korkpinnwand, also diese.
26:15
Wirklich mal so eine große Fläche von Kork zu fühlen und da haben wir diesen, also das das kannte ich halt so nicht und das war, da erinnere ich mich dran, das war wirklich was.
26:22  Doreen Brumme
Daran erinnere ich mich auch noch, dass dass er nicht, euch hatte mir dann auch ziemlich schnell eine angeschafft, einfach für übern Schreibtisch,
26:29
Und dann noch luxuriöser wurde es doch dann, wenn man dann mal irgendwann in ein Badezimmer trat, wo Korkboden ausgelegt,
26:37
einfach so als als als als Bodenvotus war auch fand ich dann das war da, habe ich dann gedacht, so jetzt, jetzt, jetzt kennst du alles, jetzt hast du alles gesehen.
26:45  Martin Fischer
Richtiger Luxus ist, wenn man Kork hat. Das das heißt das einzige was man dann noch weggeschmissen hat war dann weil wir's vorhin schon von der von der Speckgitonne so ein bisschen hatten waren dann tatsächlich so Essensreste oder ich überlege gera.
26:58  Doreen Brumme
Anfang glaube ich schon, aber ich weiß einfach, als ich dann so alt war, dass ich den Mülleimer rausbringen konnte,
27:05
sozusagen bei uns beim Haus dann da wurden schon diese Speckitonen aufgestellt, also da hat man dann auch wieder ein Sammelsystem initiiert, ähm wo,
27:17
Lebensmittelreste, also nicht nur was übrig bleibt bei der Zubereitung, sondern durchaus auch was schon gekocht war und was eben dann auf dem Teller übrig.
27:27
Sowohl vor dem Kochen als auch nach dem Kochen. Das Essen wurde in die Speckie-Tonne gebracht, da stand dann halt neben jedem.
27:33
System, also stand denn da so 'ne Specki-Tonne? Die hieß Specki-Tonne, weil da so 'n Schwein drauf war, das war Specki. Es ging ja darum, den Speck des Schweins sozusagen zu erhöhen, die Speckschicht.
27:45
Und ähm das war ziemlich ähm flächendeckend auch wieder gemacht. Wobei ich da ähm nicht ganz so weiß, wie es in den Großstädten war, aber bei mir in der Kleinstadt,
27:54
Viel Landwirtschaft drumherum,
27:56
haben die das auch ordentlich abgesammelt, also die waren recht froh, dass die ähm vor allen Dingen in diesen Massentierhaltungs ähm äh Stellen sozusagen,
28:06
haben sich schon gefreut, dass sie da Lebensmittel dann bekamen zum Füttern. Ich weiß noch, dass sie auch Brot gesammelt haben für Bauern. Ähm,
28:13
wobei ich das nicht weiß, ob das jetzt so familiär erbedingt ist, aber wir zu Hause haben auch Brot gesammelt für die Pferde in der Familie und so.
28:20  Martin Fischer
So altes Brot oder harte Brotkanten oder.
28:22  Doreen Brumme
Genau, genau, harte Brotkanten gesammelt und dann immer regelmäßig dem Onkel mitgegeben, der irgendwie zwei Pferde hatte und in der LPG, also in der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft ähm.
28:34
Der verstaatlichten Bauerngruppe eines Dorfes, so ungefähr könnte man schnell übersetzen, ähm,
28:40
da Pferde betreut hat. Also der hat's dann in die Pferdestall mitgenommen.
28:43  Martin Fischer
Ich glaube, das hat bei uns alles, haben wir uns alles die Enten bekommen am Teich. Das äh das alte Brot, also ich.
28:50
Ähm ich ich muss mir sie echt stark versuchen zu erinnern, ob wir Brot gesammelt haben. Es könnte sein, aber ähm ich ich kenne eigentlich nur noch.
28:58  Doreen Brumme
Aber man hat, hat kaum was weggeschm.
29:00  Martin Fischer
Ja, das wollte ich gerade auch nochmal drauf kommen.
29:02  Doreen Brumme
Also wir haben, wir haben ja in der DDR so gehabt,
29:05
normalerweise versorgte man sich über den Laden, aber mit dem im mit den Achtzigern trat ja diese Mangelwirtschaft sehr stark zu Tage. Das fehlten also diverse Konsumgüter,
29:15
und eben auch Lebensmittel und ähm das war ja so, dass gerade diese frische Sachen hm also Obst und Gemüse, da ich weiß ganz genau, dass es ganz oft,
29:25
Weißkohl und Rotkohl gab in Zwiebeln einen Kartoffeln, aber dann war schon auch schon fast vorbei und diese ganze Frische kriegte man A, wenn man gut stand mit der.
29:38
Gemüse, Frauen, Gemüseladen oder in der Gemüseabteilung des des des HO oder des Konsums.
29:45
Oder man hatte eben selbst einen Garten und äh ein ein, also die DDR baute auch wieder darauf, dass die Menschen sich selbst versorgten, also dass sie im Garten alles anborten und ich weiß, meine Oma hatte einen riesen Garten in der Stadt und wir mussten dann alle hin,
29:58
Kinder und da immer Wirtschaften? Also Oma war richtig starke Frau, die war vom Bauernhof früher gehabt, hat,
30:05
wurde vertrieben und hat so einen Track mitgemacht, wieder zurück und Aldi wusste schon, wie sie da so die Leute,
30:11
ordentlich im Garten verteilen konnte und wir mussten wir haben alles gemacht, wir hatten Karotten, Kradieschen, Kartoffeln, Salat, äh Kohlrabi, Blau und Weiß, äh,
30:21
cool, aber dann auch Erdbeeren, alle Sorten Beeren, Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, alles, also wir konnten von diesem Garten wirklich leben und unsere Frische.
30:31
Sozusagen organisieren, die auf die Teller landet, die auf den Teller landete. Und wenn wir das nicht gehabt hätte,
30:38
dann hätte man echt einen Vitaminmangel gehabt irgendwo dann schon, ne? Und und darauf baute das ganze Land und je stärker das wurde,
30:46
also der der Mangel dann auch irgendwann wurde an Konsumgütern, ähm desto mehr wurde natürlich klar, ich kann das nicht alles aus dem Garten äh machen und das äh weil der ist ja auch saisonal bestückt, deswegen hat man auch ganz früh diese Einweg,
31:00
Kultur gehabt, also wir haben ja auch nicht weggeworfen, wir haben ja geerntet,
31:05
frisch gegessen und wurde aber in also ich kann mich an der Aktion erinnern, ich weiß, meine Großmutter hat dreißig, vierzig Gläser pro.
31:13
Obstsorte oder Gemüse eingeweckt und das wurde alles im Keller dann in riesigen Regalen ähm ja gelagert,
31:23
und dann aber verteilt in der Familie. Also wir haben ja dann auch jeden also eingeweckte Pflaumen, Birnen, Äpfel, Kirschen,
31:29
sauer, ähm, Apfelmus, alles kam aus aus Konserven, die wir sozusagen selber angelegt haben und eben dann nicht kaufen mussten in Dosen oder so, ne? Und das war eben Teil der Ernährung der Bevölkerung.
31:42  Martin Fischer
Da kann ich mich auch noch dran erinnern, dass meine Großeltern dann eben äh in der in der Mietwohnung gehört in großer Garten dazu, den sie bewirtschaften durften. Da stand auch eine ganz al
31:50
Kirschbaum drin und dann haben wir halt immer im Herbst dann die Kirschen geerntet und dann wirklich eingeweckt und dann diese Gläser mit den mit eingeweckten Kirschen, die standen dann bei jedem im Keller. Ähm.
32:00  Doreen Brumme
Ja, ja. Manchmal hängt's einem ja schon zum Hals raus, ne?
32:03  Martin Fischer
Ja, aber andererseits fast dann auch wieder also toll, wenn man da ein neues Glas aufmachen konnte und denken, ach Kirschen, aber irgendwann war es dann tatsächlich zu viel.
32:10  Doreen Brumme
Genau, genau und bei uns war es sogar, wir haben die Kirschen aus dem Harz geholt, weil da war wieder eine Verwandtschaft, die hatte zwei große Kirschbäume im Harz und da waren diese großen Knupperkirschen und da wurden die dann einmalweise hochgefahren,
32:21
uns in Norden und dann haben wir da also einweg Orgien gefeiert, wenn ich mich da dran erinnere, richtig.
32:29
Aber es ist halt so, dass jedes Glas, was man benutzt hat,
32:32
abgewaschen, dann wieder abgekocht und wieder benutzt. Das einzige, was wir ersetzt haben, wenn ich mich richtig erinnere, ist,
32:39
dass wir diese Gummiringe, diese roten Dichtungsringe, die musste man, die hatten halt nicht so eine lange Lebenszeit, die haben wir ganz oft ausgetauscht, aber wir wussten auch, dass Glas war schon mal voll, wird wieder gefüllt, also auch da haben wir eigentlich kaum was weggeschmissen,
32:53
wenn man einen Garten hatten, nur wer dann eben keinen Garten hat, der hat eben diese Konservengläser dann zum Altstoffhandel gebracht.
33:00  Martin Fischer
Und man hat irgendwie habe ich jetzt so das Gefühl bekommen beim Gespräch schon so einen direkteren Bezug immer nochmal so gehabt zu den Sachen, wo sie herkommen und wo sie hingehen. Also es war jetzt nicht so nicht so anonym.
33:10  Doreen Brumme
Ja, ja. Nee, das ist natürlich das ist was, was ich jetzt hier in Hamburg in der Großstadt mit vier Kindern ganz anders erlebe. Also ich bin immer noch ein sehr naturnaher Mensch und brauche das auch,
33:20
Und wir haben echt hier wo die kleinen waren auf dem Balkon hatte ich Himbeeren, Stachelbeerbäumchen, Erdbeeren haben wir bis jetzt, wir haben dieses Jahr über hundert Erdbeeren aus drei Kästen geholt ähm,
33:31
einfach das erleben die Kinder viel zu selten, also dass sie so sehen sehen oder pflanzen, wachsen, pflegen, hegen und dann ernten und verarbeiten.
33:42
Den Geschmack einfach überhaupt. Ich meine wir fahren hier in die in die ins alte Land unter Hamburg, in diese riesige Obstlandschaft und und damit die mal, also Bäume sehen, wo Äpfel dranhängen und die dann mit der Hand pflücken.
33:54
Und so, weil.
33:55
Die haben das sonst nicht erlebt, die die haben diese Verbundenheit einfach nicht damit und das ist natürlich ein großer Punkt ganz grundsätzlich bei bei unserer Wegwerfgesellschaft, dass man diese Verbundenheit verliert.
34:07
Und nicht nur das, man verliert auch die Verbundenheit oder die die Information zu der Qualität. Also ich meine, wenn ich früher einen Apfel und Baum gepflückt habe, oh ja, okay, da ist eine Made drin, rausgebissen, das Stück mit der Made drin, kann ich mich gut erinnern,
34:21
ausgespuckt, weitergegessen.
34:23
Oder aber Mensch, da war eine Made drin, dann hat man so gedacht, naja, geschmeckt habe ich's nicht. Würde mich jetzt nicht umbringen, habe ich sie wohl mitgegessen. Ich meine, hat's uns gestört? Nein.
34:32  Martin Fischer
Oder eine faule Stelle, ich weiß noch meine Oma hat dann immer faule Stelle weggeschnitten und hier kann's noch essen, das ist noch guter Apfel.
34:37  Doreen Brumme
Auf jeden Fall, da hat man überhaupt nicht drüber nachgedacht, dass das nicht ginge,
34:40
Aber heute A diese ganze Sortierung, die Vorsortierung der der Waren sozusagen. Ähm, also ich mein weiß nicht wie viel Artikel ich darüber schon geschrieben habe, wie, wie, wie schlimm das eigentlich ist, dass man schief und krumm sozusagen
34:52
oder klein und groß dann oder zu klein und zu groß in vermeintlichen Maßen ähm einfach nicht mehr akzeptiert und und die die Menschen zu so einem.
35:02
Ja, so quasi Qualitäten äh erzieht, die die einfach unrealistisch sind und äh das ist hal,
35:08
viel Verschwendung und und macht uns auch sehr arrogant gegenüber dem was wächst und,
35:14
normal ist eigentlich in der Natur. Und ich sage zu meinen Kindern zum Beispiel immer meine Güte, du hast doch auch einen Leberfleck oder du hast da eine Stelle. Und so ein Apfel hat das Recht genau wie du auch einen Leberfleck zu haben. Und,
35:25
Ne, ich meine, schneide den bei dir ja auch nicht raus und kannste mitessen. Ah, nee und sieht komisch aus, möchte ich doch nicht.
35:30  Martin Fischer
Ist genau das gleich.
35:33  Doreen Brumme
Esse ich das meistens vor. Ja, dann esse ich das meistens vor und sage, hier schadet doch nichts, schmeckt gut.
35:38
Na ja, aber es ist halt leider so eine Entwicklung, ne. Da muss man ordentlich gegenhalten und das geht nur, indem man die Kinder dann auch in die Natur führt und ihnen zeigt, guckt mal hier, so sieht's aus.
35:48  Martin Fischer
Und um den Bogen zu schlagen zum zum äh im Zero System, dass man dann irgendwie auch sagt, okay, guck mal, da geht's dann auch wieder hin und das ist jetzt es muss nicht immer alles neu gemacht werden und äh und nicht jede Verpackung muss jetzt neu und aus Plastik sein, also Thema Plastik haben wir uns noch gar nicht
36:03
kommen wir gleich vielleicht noch machen. Das ist halt auch gar kein gar kein Plastik so in dem Sinne als Verpackung gab, sondern dass das halt wirklich.
36:10  Doreen Brumme
Nee, hatten wir nicht, ganz wenig.
36:11  Martin Fischer
Man wusste es ist halt irgendwie Papier und Glas viel ähm oder vielleicht noch so ein bisschen beschichtetes Papier glaube ich, also für diese Milchkartons oder so. Ähm.
36:21  Doreen Brumme
Egal, wobei die kamen ja auch erst später. Wir hatten ja diese Milchtüten, da diese diese Plastik ähm so nee, die drei diese Dreiecks, also diese.
36:29  Martin Fischer
Das war das Schuhe, das war in der Schu.
36:30  Doreen Brumme
Dinger.
36:31
Ja, das war die Milch in der Schule später dann, ne? Anfangs war die ja auch mit so einem Milchflaschending und so einem ähm Silber, Alu, Aluteil da, Folie, Deckel.
36:43
Der hatte ja öfters mal Löcher anzu.
36:44  Martin Fischer
Mhm.
36:45  Doreen Brumme
Ähm nee, also das Problem ist.
36:49
Eigentlich und das sieht man heute ähm diese durchorganisierte Rückführung äh in der DDR über Zero ist eigentlich etwas, was sehr erhaltenswert gewesen wäre,
37:01
Das hatte man ja auch anfangs versprochen, dass man das erhält und dann ist es aber so passiert, dass ähm.
37:06
Mit der Öffnung der Grenzen und mit der plötzlichen wirtschaftlichen Einheit kam also ich hab gra,
37:12
das in Vorbereitung für das Interview nochmal nachgelesen. Da da war das dann so, dass äh vom vom Westen her die LKWs mit den Rohstoffen kamen, die wir ja vorher gesammelt haben und relativ teuer eingesammelt haben, damit die Leute sie auch bringen,
37:25
die kamen mit LKWs für Bruchteile,
37:28
dieses Geldes, dieser dieser Kosten sozusagen und äh das hat sich nicht gelohnt und dann ist sozusagen von heute auf morgen dieses Serosystem,
37:36
also nicht kollabiert, sondern eigentlich so in in sich zusammengesunken und ähm das Gleiche ist wohl auch passiert, das habe ich,
37:45
dann in der im Zuge der Wende nicht so mitkriegt, weil ich da dann Abitur geschrieben habe und äh auch mich für mein Volentariat dann schon fertig gemacht habe. Ähm und das Gleiche ist wohl auch passiert mit den mit den Rückführungen von Leergut in den Handelsorganisationen
37:59
Da war das dann wohl so, dass es da in manchen Städten sogar so ein bisschen ähm Unruhen gegeben haben soll,
38:06
Leute also Leergut was sie denn plötzlich nicht mehr losgeworden sind,
38:10
Weil ich das auf einmal Einwegverpackung gab aus dem Westen Dosen, es gab Dosen, ich meine hallo, die gab's ja ewig nicht,
38:17
und das staute sich dann extrem, sodass die Leute es nicht mehr losgeworden sind und der Handel wusste jetzt auch nicht, wie er damit umgehen sollte und das war wohl irgendwie einer der letzten Beschlüsse, die De Maizire dann noch gefasst hat, dass das dann noch,
38:30
übergeleitet wurde. Das also was ich hervorheben möchte ist.
38:34
Leergutflaschen in der DDR, die waren vereinheitlicht.
38:38
Das ist in der Planwirtschaft nämlich toll, weil dann war das egal welche leere Flasche, zu welchem Hersteller wiederkam, weil es war die gleiche Flasche, die er vorher mit seinem Saft gefüllt hat,
38:48
Und das war egal, ob er die jetzt tatsächlich diese Flasche schon mal hatte oder nicht.
38:53
Und dadurch war die Rückführungsquote natürlich leichter zu handhaben, man hatte ja nur diese Einheitsflasche und ähm es ist halt die Frage.
39:02
Bei einer Marktwirtschaft, in der an Angebot und Nachfrage das immer alles regulieren, ähm ist es natürlich so, dass auch Konkurrenz das Geschäft belebt, sind ja alles diese schönen Marktwirtschaftssprüche, die sicherlich auch ihre Berechtigung haben, aber,
39:14
Wenn ich ganz ehrlich bin, wir gehen ins Geschäft und wir haben fünfundvierzig verschiedene Flaschen.
39:19  Martin Fischer
Und jedes sieht anders aus.
39:20  Doreen Brumme
Und äh ja genau und und noch dazu, also meine ich damit verschiedene, also Beschaffenheit, man materiell und auch äh vom vom Design her.
39:29
Inhaltlich sowieso. Und dann ist es so, dann nimmst du dann nutzt du ja dein Glas von Al Natura, musst du zum Al Natura Menschen zurückbringen, dann hast du ein paar Edekas, die nehmen verschiedene Sorten, aber auch nur die du, die sie verkaufen,
39:41
und das macht das alles so schwierig und man ist doch so genervt dann davon und es gibt halt Dinge die hätte man vielleicht übernehmen können. Ähm,
39:51
Jetzt versucht man natürlich hier schon seit Jahren und Jahrzehnten auch in Westdeutschland äh Recycling zu machen, Verpackung, Plastik gab's bei uns gar nicht, aber meine Güte, wie toll war das dann die Plastiktüten zu haben,
40:02
wussten wir natürlich nicht wohin damit. Also auf einmal die DDR Deutschen haben dann sozusagen oh Plastiktüten und dann hatten so viele, dass sie dann auch auch alles wieder zusammengebrochen ist, weil sie dann nicht mehr wussten, wohin damit.
40:14
Das ist halt äh ein Erbe, was wir jetzt haben. Wir haben uns super schnell an das Neue gewöhnt. Einheit ähm also einmal Verpackung tralala und haben jetzt ein Riesenproblem damit. Also,
40:24
also die Recyclingquote liegt bei siebenundneunzig Prozent, aber und das muss man immer wieder betonen.
40:35
Davon sind nur knapp siebzig Prozent tatsächliches Recycling, das heißt tatsächlich Rückführung von Altglas in Neuglas.
40:42
Denn der Rest, die gut vierzig Prozent, die werden energetisch recycelt und dann kriege ich immer schon Lachkrampf, weil energetisch recycelt heißt Leute, nix anderes als verbrennen und verbrennen es nach.
40:54
Also es ist einfach alles andere als umweltfreundlich, also jedes Feuer, was wir auf dieser Welt.
41:00
Mit Absicht menschengemacht sozusagen schüren, schadet der Umwelt und ich meine, wir haben genug Feuer, die wir nicht selber schüren oder nicht wollend im im Amazonas oder in in Afrika brennt es.
41:12  Martin Fischer
Oder jetzt in USA.
41:12  Doreen Brumme
Stärker als im Amazona ist, ja, das spricht kein Mensch drüber, ne? Und und das ist halt so traurig, ähm weil ähm.
41:21
Sozusagen uns Rümen wie toll wir mit unseren gelben und braun und tausend Tonnen graue Tonne gelber Sack, alles was es gibt, jede jede Kommune noch unterschiedlich, wie toll wir das alles machen und wie toll wir.
41:35
Im Haushalt unsere Kinder erziehen, ja, ich meine, wir haben jetzt hier fünf Abfallbehälter, in denen wir sortieren, nimmt einen Raum, eine in unserer Wohnung und auf dem Balkon,
41:44
Ist schon nahezu unzumutbar, ähm aber wir machen das und wir machen das gerne und du wirst als Erwachsener ja dann auch schon belehrt von deinen Kleinsten, so. Mama, jetzt hast du das aber falsch reingeworfen oder Mama, das gehört hier rein,
41:56
Toll, finde ich gut, mache ich. Veranker ich super gerne. Das Problem ist nur, wenn ich meinem Kind dann erzähle, davon, das wird alles verbrannt.
42:04
Ne? Dann, dann, was soll ich denn da sagen? Also ich meine, da fassen wir einen Kopf und sage, Leute,
42:10
Irgendwo müssen wir hier was ändern und das ist dramatisch, dramatisch, was da pass,
42:14
und wir dürfen uns nicht darauf ausruhen zu sagen, wir sind Irrsweckling-Weltmeister überhaupt nicht, gar nicht.
42:19  Martin Fischer
Und ich finde auch diesen diesen ähm diesen Aspekt noch äh bei dem Zero-System, dass man irgendwie auch und wenn's noch so ein kleiner Cent-Betrag ist, dass man da irgendwie auch so diesen Taschengeldfaktor da irgendwie noch so mit rein,
42:28
gedacht hat, dass man halt wirklich auch gleich sagt, okay, das ist was. Da, das ist so ein Sammeltrieb, den dann halt die Kinder dann irgendwie nachgehen können und ähm,
42:37
Dadurch quasi auch lernen, dass man das dann zurück. Also es ist eigentlich
42:40
eine pfiffige Idee gewesen, dass da irgendwie zehn Cent, das ist oder zehn Pfennig, damals war ja nicht, ist ja nicht viel, aber für so ein Taschengeld ist es halt schon, sagen wir, da kann man sich dann weiß ich auch nach und nach fünf Gängen kann man sich dann weiß ich nicht,
42:53
ein Comic-Heft kaufen oder äh Mosaik.
42:55  Doreen Brumme
Nee, das war, nein, es war viel lukrativer, also ich erinnere mich an Summen von so zwischen zwanzig und vierzig Mark. Also das waren schon so Summen, die man da so an so einem Nachmittag dann vielleicht zu dritt, musste man die teilen, aber das waren schon ein paar Merkelchen, die da zusammengekommen sind.
43:09
Das muss man nicht unterschätzen, die Preise stehen noch irgendwo im Internet. Ja, also auf jeden Fall. Und was ich noch sagen wollte, ist, dass ähm es geht nicht nur diese wirtschaftliche Motivation war ja da. Also es war schon auch.
43:22
So 'ne soziale Komponente dabei, weil man hat natürlich auch.
43:31
Mit den Leuten gesprochen. Also sowohl die Malstoffhandel reinkam, das war ja auch der der es war der Friseur, ne? Also es war das Austauschen von ähm,
43:40
und Ratsch, da in der kleinen Stadt, damals schon gut, ne? Das da wusste man, man wusste Bescheid und auch bei den Kindern, also gerade wenn die Kinder die Pioniere da so, wenn Jugendlichen war das nicht mehr so, nun sind Teenager sind ja auch nicht immer so kommunikativ,
43:55
aber die Kleen,
43:56
die sind tatsächlich ja zu den älteren Leuten hingegangen und da gab's dann ein Stück Kuchen oder ein Kakao oder tatsächlich eine Brause und hab mal mit denen geredet und man liebt dann so und hat die auch so ein bisschen.
44:08
Mehr festgehalten in der Gesellschaft. Also die hatten Kommunikation, die hatten Kontakt und ich habe zum Beispiel dann auch.
44:15
Ich weiß nicht über zwei oder drei Jahre ähm einer alten Dame im vierten Stock Kohlenhochgeschleppt, dreimal die Woche, zwei Eimer, das war, das war Muskelarbeit, noch und ne? Ja, ich habe geschwitzt.
44:26
Aber ähm die hat sich so gefreut, die konnte nicht mehr so gut laufen, überhaupt nicht, auch ohne ohne Gewicht extra, also für die haben wir dann auch eingekauft. Ähm,
44:36
aber die war froh, dass sie Kontakt hatte und fragen konnte, was draußen los ist, ne? Wie geht's dem und was macht der und hast du den gesehen und ja und wann kommst du wieder? Die haben sich darauf gefreut. Das war,
44:47
Zuwendung, die die bekommen haben und das war dann sozusagen organisierte Zuwendung und das war war ein wichtiger Faktor, glaube ich. Und wenn ich heute sehe, wie einsam die Menschen sind,
44:57
grad die alten Leute, die wir hier haben, ganz viele alleinstehende, gerade hier in der Großstadt, also in Hamburg.
45:02
Ähm ich weiß nicht, wie oft wir hier im Viertel so bei einigen alten Leuten, da bleibst du, musst du stehen bleiben, weißt du genau, die hat heute noch mit niemandem gesprochen, da musst du mit der zehn Minuten reden,
45:12
ist halt so. Ne, aber da die Zeit muss man sich nehmen und und das ist ja damals mitorganisiert worden sozusagen.
45:19  Martin Fischer
Und das erinnern vielleicht auch viele noch, wenn sie jetzt sich an die DDR erinnern und sagen
45:23
als auch mal die positiven Seiten ihrer Erinnerung an die DDR, dass sie dann sagen, dieses dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und auch vielleicht auch die Bestätigung des eigenen Handelns, indem man halt auch sieht, andere bringen das jetzt auch zur Annahmestelle, dass man dann auch nochmal sieht,
45:35
Es ist das Richtige, was ich jetzt tue und die anderen machen's auch und es ist jetzt nicht so, also,
45:40
jetzt an der Mülltonne trifft man ja selten jemanden, eher noch so im Recyclingcenter
45:44
da Sachen wegbringt, wo man dann, wo ich dann auch noch ab und zu dieses Gefühl habe, oh okay, ah, da hat sich jemand auch hier, hat er das getrennt und das getrennt und dass man sieht, okay, das ist jetzt nicht, das ist nicht so albern, was man selber macht, sondern es machen tatsächlich auch andere und es hat anscheinend auch einen Nutzen, also das, das ist glaube ich auch ein Faktor
45:59
von diesem System damals gewesen, was man sieht, ist es das Richtige zu tun.
46:04  Doreen Brumme
Ja, es war halt alltäglicher und und in dieser Alltäglichkeit dann auch anerkannter und und das hat natürlich auch ähm,
46:11
Das ist so eine also es gibt's ja heute auch, eine Motivation, wenn jetzt der Nachbar eine Solaranlage hat oder ein neues Auto, dann dieser Blick über einen Gartenzaun,
46:19
und ähm man ist ja immer Teil einer kleinen Gemeinschaft, eines kleinen Milieus,
46:25
das ist schon auch so, dass da so eine Art Herdentrieb entsteht und äh der kann sowohl positiv als auch negativ äh auswirken sich und ähm,
46:36
Das war hier ganz sicherlich,
46:38
ein Punkt dieses Zero-System, wo ich heute aus dem Wissen, was ich mir dann hinterher als Journalistin für für Umwelt und Bio und und recycling so angeeignet hab.
46:47
'ne Sache die die man wirklich nochmal durchdenken müsste und auch mal gucken müsste wir machen so viel Gedanken über Motivation wie motivieren wir unsere Schüler, wie motivieren wir wen oder was? Wo auch immer,
47:00
und und man kann hier eine ganze Menge bewegen tatsächlich und und äh wir Menschen wollen ja was Gutes. Ich meine,
47:08
Ganz viele jetzt grad auch in dieser in der sehr Umweltbewegung es stehen ja da und sagen meine Güte aber was kann ich denn überhaupt tun
47:15
spar Wasser, dann sagen sie wieder, in Deutschland müssen da die Rohre sind so groß gemacht, da muss bestimmter Wasserdruck sein, also muss ich Wasser verschwenden in Anführungsstrichen, kann ich nicht. Ich spare Heizung, dann sagen sie wieder, ja, zu wenig Heizen geht ja auch nicht Schimmel und so weiter, Feuchtigkeit,
47:29
was kann ich noch sparen? Ich spar Lebensmittel, ich,
47:32
Bioverpackungssparen ist großes Thema Garde. Fällt dir auf ganz vielen schwer jetzt, wir waren auf einem guten Weg eigentlich mit immer mehr äh weniger, also immer mehr Leben, mit weniger Verpackung und immer mehr Produkten in weniger Verpackung. Jetzt kommt Corona,
47:47
sagen wir wieder alle mein Gott zum Glück sind die Sachen da abgepackt, dann ist das Zeug nicht verseuch.
47:50  Martin Fischer
Ja das habe ich heute Morgen auch nochmal gelesen, dass das jetzt eigentlich auch wie so ein so ein Rückschlag ist.
47:55  Doreen Brumme
Ja, es ist ein Rückschlag für die Verpackungspolitik so ein bisschen, ne? Aber auch eben für dieses Gefühl, dass ich was tun kann. Und natürlich angesichts einer Bedrohung wie des Klimawandels ist jeder.
48:06
Bemüht sozusagen,
48:08
ich glaube, man kann ja ganz viel fragen. Die einzelnen Menschen, wenn du die fragst, möchtest du das Deklimawandel so durchschlägt, wie er sich jetzt anzeigt? Nein, natürlich nicht, möchte ich was tun? Ja, was willst du denn tun? Ja, weiß auch nicht so richtig,
48:20
Ja, ich mache schon dies und das, Energie sparen und und Rohstoffe sparen so weiter, aber der große Schlag.
48:25
Über übers Heizen zum Beispiel kommt über die Brennstoffe ähm ähm den kann der Kleine ja nur, wenn er einen Hausbesitzer ist und eine Heizung hat sozusagen ändern und da muss er eben auch gucken, ob er überhaupt Zugang zu Biogas hat oder zu Sonne und wie auch immer.
48:40
Da werde natürlich ist das dann schön so ein, so ein, so ein einer, wie soll ich sagen, so ein Vehikel zu haben.
48:49
Wo man sich mit identifizieren kann und was man eben auch leicht und einfach umsetzen kann und wo man sozusagen die Wirkung, dessen, was man tut.
48:57
Auch noch miterlebt und ziemlich schnell sogar,
48:59
Also man weiß einfach, ich bring die leere Flasche dahin, die wird wieder gefüllt und dann habe ich sie wieder und damit haben wir gespart, eine leere Flasche irgendwo zu zertöppern und in weniger hochwertiges Glas umzuwandeln. Ich meine, wir müssen uns ja nichts vormachen, also es ist ja.
49:13
Das Ziel muss ja sein und ich bin also Verfechter, der Kreislaufwirtschaft, eine eine rund um hundertprozentig laufende Kreislaufwirtschaft, das heiß,
49:21
Jeder Rohstoff, den ich benutze muss als Rohstoff wieder ein,
49:25
führbar sein in diesem Kreis und und soll auch nicht also nichts dabei rausfallen und das bedeutet ein Umdenken von uns allen, das können wir uns noch gar nicht vorstellen, ne? Aber eben vor allen Dingen da,
49:37
ähm muss umgedacht werden, wo wo das Zeug gemacht wird,
49:42
kann nicht immer beim Verbraucher anfangen, ich muss anfangen auch beim beim Verursacher sozusagen, ich muss darüber nachdenken brauch ich überhaupt 'ne Verpackung,
49:50
Was macht meine Verpackung? Und wir müssen uns,
49:53
auch in unserer so schönen Industriakilisierten Welt verabschieden von Standards, die die Umwelt kaputt machen. Wenn's die Umwelt kaputt macht, dann dann ist es eben nichts, was wir weiter aufrechterhalten k,
50:05
Da müssen wir uns alle,
50:07
ganz stark mit uns beschäftigen und sagen, ich will was ändern, ja? Ich will's aber nachhaltig ändern und ich muss dann tatsächlich auch an so eine Gewohnheiten ran, die einem so lieb geworden sind.
50:18
Ist ein ganz schweres äh schweres Feld, was da vor uns sieht, was wir beackern müssen, aber es geht nur so und dieses Sero-System hat das so ein bisschen bedient und die Leute waren froh.
50:28  Martin Fischer
Das was sie gesagt haben, also das sind jetzt glaube ich auch was sie vorhin gesagt haben, dass man einerseits,
50:33
Die Eigenverantwortung hat aber dann auch ein System, dass diese Eigenverantwortung unterstützt, also einerseits,
50:38
vermeiden und recyclen, hatte ich mir hier noch aufgeschrieben und halt auch, wo ich jetzt auch gerade nochmal dran denken musste, dieses Bringversus holen. Also, heute stellt man ja vieles einfach,
50:47
vor die Tür oder wirft's in die Tonne und uns damals musste man halt wirklich aktiv diesen Gang dahin machen und man hatte, es hat ja auch nicht jeder ein Auto, sondern es ging dann halt irgendwie mit dem Rad oder mit dem Bollerwagen aus. Es war halt eine physische Tätigkeit, die sind diesen Müll wegzubringen und ähm.
51:02
Das ist halt heute völlig entkoppelt manchmal, weil man stellt halt einfach Tüten, Tüte, Tüte einfach raus oder in so großen Wohnanlagen äh in einem riesen Sammelmülleimer und wenn der überläuft, naja, wird schon irgendwann geholt, aber man ist halt.
51:13  Doreen Brumme
Ja oder auch nicht, ne? Wir haben ja auch Probleme, genau.
51:17  Martin Fischer
Und das ist auch was, wo wir wo man quasi so diese Eigenverantwortung so ein bisschen bisschen stupsen kann finde ich, wo man dann sagt, okay und wenn du schon Müll antwortest, dann äh dann musst du den auch irgendwie entsorgen und das ist dann halt auch ein Kraftakt für dich dann auch.
51:29  Doreen Brumme
Das ist das ist tatsächlich so, also ähm das ist tatsächlich auch psychologisch so, dass ähm wenn ich jetzt ähm also ich erkläre das immer am besten Beispiel bei bei meinen Kindern zum Beispiel ähm.
51:42
Wir machen Essen, ne? Jetzt gehst du hin und kaufst ein Fertiggericht, haust du dir rein, ja noch fünf Minuten irgendwie hast du schon wieder Hunger, das liegt natürlich an den Nährstoffen, die da drin sind, die nur so vermeintlich sättigen, dann weißt du noch, du kriegst vielleicht Pickel von denen,
51:54
ganzen Sachen, die da drin sind, Fett und so weiter. Aber wenn die jetzt wirklich.
52:00
Eine Mahlzeit zubereitest und ich achte da zum Beispiel sehr darauf, also auch wenn ich Vollzeitjournalist bin und äh ganz wenig Zeit habe, weil ich nun auch gerade mein erstes Buch geschrieben habe und ähm das rauskommt und da sind so viele Termine.
52:13
Aber trotzdem nehme ich mir die Zeit, ich kaufe frische Sachen ein und äh wir bereiten die zu, wir schnippeln und wir gucken wie viel Arbeit da drin steckt. Dann wertschätzt man,
52:23
das was auch im Teller landet, viel mehr als wenn man's irgendwie von jemandem gereicht kriegt und dann dieser jemand und das ist jetzt ganz wichtig, auch noch kommt und einem den Teller wegnimmt,
52:33
sozusagen sagen jetzt bist du ja aus deiner Essenssituation entlastet, jetzt kannst du spielen gehen. Nein, ich halte meine Kinder schon an, zu sagen, du isst es nicht mehr auf, okay, das kann jetzt keiner mehr essen, also bitte, wirft das mal selber in den Biomüll.
52:48
Dann wird in den Biomöwen. Ja, der ist ja schon wieder und der stinkt und da sind dann auch mal Fliegen, grad jetzt hier bei drei Wochen zweiunddreißig Grad, ne.
52:55
Und dann äh eklig und trallerleicht. Ich so, ja, ist aber das, was wir machen, wir wir konsumieren und wir schmeißen weg und das ist Müll und Müll stinkt. Es gibt keinen Müll, der nicht stinkt. So, jetzt müssen meine Kinder auch den Müll runterbringen, die verschiedenen Tonnen.
53:09
Aber dann, dann ist man sozusagen entlastet, da ich diesen hohen Dienst, den wir jetzt hier haben, ist ja eine schöne Sache, aber.
53:16
Der Weg sozusagen der Verantwortung von einem selber, der ist so kurz, dass man.
53:23
Man vergisst auch, wie schnell man den Müll los wird. Also das ist einfach so eine so eine Normalität. Hingegen, wenn man früher musste man die Gläser sammeln, dann hat man die, also die meisten älteren Leute haben die auch ausgewaschen und so,
53:34
dann musstest du die selber wegbringen, das war Aufwand, das war, es ist Arbeit.
53:39
Man hat den die ähm diese Wertschätzung gegenüber den Dingen anders gespürt als jetzt, wenn man so sagt, also mein Müll endet noch grad mal, ich weiß nicht, wir wohnen zu zwanzig Parteien hier im Haus,
53:50
Das sind irgendwie keine Ahnung. Vierzehn Meter vielleicht zur Mülltonne dann von der äh von der Haustür,
53:56
dann kann ich das schon vergessen. Und wenn dann und das wollte ich grad sagen, dann der Müll mal eben nicht so pünktlich abgeholt wird oder es gibt dann so eine Müllschweine, die dann immer alles daneben schmeißen und so,
54:06
Dann dann ist man schon gar nicht mehr dafür verantwortlich,
54:10
Ne? Also von den zwanzig Parteien bei mir im Haus sind zwei Parteien, darunter bin ich eine mit meinem Mann, dass wir uns immer wieder von diesen Müllschweinen den ganzen Müll wegräumen, ne? Also sortieren, was da irgendwie einfach nur auf die Müllstelle gestellt wir.
54:23
Wir sagen wir sind ja verantwortlich, aber viele in dem Augenblick, wo sie die Wohnungstür verlassen, ihren Müll da irgendwo abgelegt, abgestellt oder wenn sie Glück haben, dann auch noch in die Tonne getan hat.
54:33
Sehen sich nicht mehr an der Verantwortung und das macht es schwer.
54:38
Darüber nachzudenken, viel oder wenig mehr, weil er wird ja sowieso abgeholt, er ist ja weg, weg, also aus den Augen, aus dem Sinn, sage ich dann immer, ne? Und das ist so.
54:47
Was ich so sage, man müsste in den Schulen Klimaunterricht machen und und ganz praktisch die Kinder los, kommt mit, wir fahren jetzt mal zu den tollen energetischen Recycling äh Stellen und dann gucken wir mal, was passiert. Großes Feuer und da ist der dicke Rauch, ne?
55:03
Also dieses Erleben von von eigener Verantwortung der die das das Erspüren der Spüren, die man selber hinterlässt,
55:11
wird durch natürlich so eine so eine Großstadtorganisation und äh so einer modernen Geschichte nahezu unmöglich gemacht und und die eigene.
55:22
Wirksamkeit sozusagen nicht mehr erspüren zu können, da verlieren unsere Kinder und und wir alle. Wir verlieren an an erlebbarem und und letztendlich an Motivation wieder was zu ändern.
55:33  Martin Fischer
Jetzt sind sie natürlich auch nah dran an ähm an Kindern, verschiedenen Altersgrade. Was ist denn so,
55:39
so ihr Eindruck in der sowohl schulischen als auch medialen Vermittlung von solchen Inhalten. Also ich weiß noch als ich jung war war halt auch so achtziger, neunziger, da war halt so Peter Lustig mittendrin, also schon so Umweltthemen auch,
55:51
im Jugendfernsehen. Das wird's heute sicher auch geben. Es ist wahrscheinlich nicht mehr so präsent und in der Schule wird es sich auch.
55:56  Doreen Brumme
Nee, also ich staune. Nee, nee, das ist.
55:59  Martin Fischer
Gar nicht, okay.
56:00  Doreen Brumme
Nee also die Kinder fordern das A finde ich sehr stark bei mir ist natürlich so, ich schreib jeden Tag Mama was schreibst denn heute? Na heute schreib ich über ähm also gestern hab ich was über Ameisen geschrieben, wie man die biologisch von der Terrasse runterkrieg.
56:14
Anderen Tag schreibe ich halt über über Verpackungsmüll, am Sonntag habe ich über Verpackungsmüll geschrieben. Da sind die natürlich ähm konfrontiert in der ersten Reihe sozusagen. Aber,
56:24
Ich finde schon, dass so in Kindergärten wird umgedacht ähm vielfach dann auf Initiative der Eltern auch,
56:31
Und also wir sind ja alle nicht doof. Also wir haben ja dann wir sind ja alle auch Menschen die Lehrer, die Schulleiter, die haben ja auch wiederum Kinder und so weiter. Ich finde schon, dass die nachwachsende Generation,
56:41
schon teilweise so stark einfordert, dass wir Erwachsenen uns schämen müssen, dass wir das immer noch nicht hingekriegt haben. Und die Medien, also ich gucke jetzt mit meinem vierten Kind zum vierten Mal bestimmte Sendungen,
56:52
Ähm und äh ich kann, also ich meine jetzt nicht die gleiche Sendung, sondern sozusagen die Sendung an sich und äh neue Folgen so.
57:00
Und es ist so, dass also selbst bei einer Pepper Woods spielte Recyclinghof inzwischen eine Rolle und bei so Sendungen wie Wissen macht A, die zur Zeit ja nicht laufen, aber die waren großartig in solchen Themen und die Sendung mit der Maus ist da auch ganz gut dabei und,
57:15
auch so ähm Wuselgussel oder so, also die die Medien.
57:22
Diese Kindermedien, die schaffen das schon, ganz oft jetzt ähm aufmerksam darauf zu machen, weil weil sie eben natürlich auch sehen, dass viele Kinder ja auch auf den Fridays for Future Demos dabei sind, bei den mit den großen oder mit den Eltern,
57:34
So, also ich finde schon, also da passiert einiges und da hat sich viel getan in den letzten Jahren, da wird das Thema auf einmal,
57:41
so präsent gemacht und auch so verdaubar gemacht, dass die Kleinen, also mein sechsjähriger schluckt das gut und lernt da Dinge,
57:49
also man kann deswegen auch nicht immer das Fernsehen so verteufeln oder irgendwie Internet, YouTube oder sowas. Also ich finde, dass da auch ordentlich was an Informationen rüberkommt, genauso wie ich mich als Erwachsener informiere, können die Kinder das auch,
58:01
und was gerade passiert in den Schulen, nicht ganz spannend, in dem Gymnasium und Grundschulen und ich habe in beides Einbli,
58:08
das umgedacht wird, dass so Schulmaterialien überdacht werden, man eben sagt, weg von Plastikheftern, auch wenn die in der Grundschule abwischbar sind und dann einfach vielleicht in anderen Augen, also in älteren Augen oder in leere Augen,
58:21
praktischer sind, also ich kann da jedes Mal fragen, wie wär's denn mit Papieralternativen? Ja, natürlich gerne, also da gibt's keinen Zucken mehr und das war vor ein paar Jahren noch anders und jetzt,
58:31
Brotdosen werden also diese ganze Versorgung, Getränke und und essen, das wird alles überdacht,
58:38
da passiert schon viel und inhaltlich natürlich auch, weil ähm wir können uns als Eltern auch ganz gut einbringen. Also ich bin jetzt immer zu auf offene Ohren bei der Lehrerschaft gestoßen, wenn ich gesagt habe, Leute, ich bin hier.
58:49
Bio-Journalist, ich kann hier mal gerne was einbringen über das Thema und und machen wir doch mal eine Stunde oder so.
58:56
Das wird mit offenen Händen werde ich empfangen. Also das ist überhaupt nicht so. Also finde ich eigentlich ähm sehr beruhigend,
59:03
andererseits, wenn ich mich ständig mit Klima beschäftige, dann kann ich natürlich auch in so eine Klimaangst verfallen und in so eine Zukunftsangst und mich fragen, sag mal, was machst du hier eigentlich mit deinen vier Kindern? Wo sollen die denn überhaupt? Was sollen die denn noch erleben.
59:17
Das kann einen auch sehr traurig machen und bremsen, aber ich versuch's dann immer andersrum und sage, Leute, es ist nie zu spät was zu ändern, die Kipppunkte sind zwar jetzt schon stärker am Kippen als eben noch vor zehn, fünfzehn Jahren, aber.
59:29
Wenn wir alle zusammenhalten, dann können wir auch was machen und da muss man halt gucken.
59:33
Dass man so als Mutter motiviert und und Zuversicht spendet, das ist immer so mein Lieblingswort, weil ich bin möchte gern Zuversicht spenden und ähm,
59:42
Andererseits sehe ich natürlich auch, was passiert und welche Entscheidungen politisch bei uns und auch in anderen Ländern getroffen werden und selbst Corona schafft es nicht, uns irgendwie zu vereinen.
59:53
Ja dann dann fragt man sich schon, was.
59:56
Nützt es was, was ich hier tue, aber dann sehe ich eben, dass mehr Solaranlagen eingesetzt wurden in in der in den letzten Monaten und dass die Leute aufwachen und es geht wiederum und dann kommen wir zu Sero zurück,
1:00:06
ganz oft nur nicht über so Ansagen, wir müssen und man muss und man kann und man sollte doch, sondern,
1:00:11
Herr Meier nebenan, der hat jetzt eine Solaranlage und Mensch warum macht er das? Dann redet man mit dem übern Gartenzaun und dann holt man sich selber eine. Also diese persönliche Betroffenheit ist nach wie vor.
1:00:21
Eine der wichtigsten ähm Möglichkeiten Menschen dazu zu bringen, was zu ändern.
1:00:26  Martin Fischer
Und das konstante Berichten und Sprechen darüber und sich austauschen, denke ich auch.
1:00:30  Doreen Brumme
Ja
1:00:31  Martin Fischer
Ja Gleichgesinnte sucht und ja dann natürlich auch.
1:00:36  Doreen Brumme
Vernetzung ist ganz gut, ne?
1:00:38  Martin Fischer
Und zusammenhalt die Veränderung anstößt wie eben frei das for Future, was ein ganz wichtiger Komponente grad ist.
1:00:43  Doreen Brumme
Ja und ich mein, ich freue mich dann auch, wenn irgendwie sie mich anrufen und sagen, ich habe da ihren Artikel gelesen und äh wollen wir nicht mal einen Podcast darüber machen. Das ist ja auch ähm in der Hoffnung, dass das irgendwie er das hört und einfach sagt, Mensch,
1:00:57
war vielleicht doch nicht so schlecht diese Idee wie die das damals geplant haben und durchgeführt haben, vielleicht können wir das doch mal hier ein bisschen einbringen, ne? Also.
1:01:07
Ich bin heute Morgen gerade mit dem Roller zum Schulweg über so zertapperte Grünglas äh Flaschen gefahren und habe auch so gedacht, siehste.
1:01:14  Martin Fischer
Früher hätten wir es gesammel.
1:01:15  Doreen Brumme
Genau der Punkt, ne? Ja, na ja, weiß ich nicht, ob man's alles gesammelt hätte und sogar die aus der Tablette flaschen und ich will auch um Gottes Willen, nicht diese DDR so hochstilisieren. Also die hatte eben auch wirklich ganz schlimme Seiten.
1:01:26  Martin Fischer
Wollte gerade sagen, also in diesem Sero-Aspekt, da waren sie, das war halt ein schöner Aspekt, aber auf.
1:01:29  Doreen Brumme
Waren sie gut? Da waren sie gut.
1:01:31  Martin Fischer
Aber was halt so Umwelt, Filter, ähm Abgaswerken oder Flüssen, was da reingeleitet wurde, dass ähm da gab's noch nicht mal Statistiken drüber, habe ich jetzt in der Recherche auch gesehen, dass dass da noch nicht mal erfasst wurde, wie viel Stickoxid da irgendwohin geblasen.
1:01:44  Doreen Brumme
Ja. Aber ganz ehrlich das, aber das ist aber nicht nur ein Problem der DDR gewesen, also da das gibt's in so vielen anderen Ländern auch und und ähm es ist einfach.
1:01:52  Martin Fischer
Ne und bis die Grünen kamen in den Achtzigern, war es auch in der BRD wahrscheinlich nicht so auf der Tagesordnung.
1:01:57  Doreen Brumme
Sagen, dass es hier auch gewachsen. Das Ding ist nur, dass ähm dass wir sozusagen.
1:02:05
In diese mit dieser Industrialisierung haben wir halt haben wir ganz viel kaputt gemacht und ich frage mich heute noch ähm warum niemand immer also Jahrzehnte lang.
1:02:16
Hat niemand über Folgen nachgedacht und heute muss man sich eben über die Folgen schon von vorne rein klar sein und und das ist das die Prämisse für unsere Taten in den nächsten Jahren,
1:02:25
wir erst überlegen, was passiert denn? Ich mein Verbundstoffe zu zu erfinden und zu sagen, hier kannst du deine,
1:02:32
Flüssigkeiten, dicht und äh langhaltend, super transportabel bewahren, es ist super, aber Verbundstoff als einen der größten Recycling,
1:02:42
Probleme überhaupt werden wir nicht mehr los, ne? Und die Plastikberge und die Müllberge, ich meine, wir können jetzt nicht mehr nach China bringen und und wissen nicht mehr, wohin mit unserem Müll und,
1:02:51
es gibt so viele Leichen im Müllkeller, ähm dass es
1:02:56
Ja es wird einem schwummerig vor Augen, wenn man, wenn man das alles bedenkt. Und trotzdem muss man an irgendeiner Stelle sagen, ich gehe da jetzt rein und halte mir die Nase zu, aber mit der freien Hand fange ich an, irgendwas aufzuräumen.
1:03:09
Und da haben wir viel zu tun. Also ich meine, wir haben ein Erbe von von Giftstoffen im Boden in der DDR ohne Ende, der ist das lange noch nicht fertig und und das hast du aber auch überall, also ich meine,
1:03:21
Eins meiner Lieblingsthemen ist äh Textilien gesund herzustellen, wenn ich mir da Asien angucke, was da passiert. Da wird dir schlecht,
1:03:29
und daran sterben Menschen und es geht um Leben und Tod, nur solange es bei uns nicht so so Betroffenheit weckt, nur weil's eben weit weg ist,
1:03:38
dann ändert sich hier nichts, ne? Also Marktwirtschaft macht da auch viel,
1:03:43
kaputt in Richtung Umwelt und es ist schön, wenn jetzt einige sagen, wir werden da umdenken und müssen da neu handeln.
1:03:51  Martin Fischer
Und ähm ja, man kann hoffen, dass das dann immer mehr werden und dass das dann auch ähm zu diesen politischen Entscheidungen führt, wenn genug Leute das dann sagen und auch ähm äh erkannt wird, was zu tun ist.
1:04:03  Doreen Brumme
Ich weiß nicht, ist die Wissenschaftler sagen es schon lange. Mit Korone haben wir gelernt auf die Wissenschaftler zu hören. Jetzt gibt's eine Welle von von Leugnern, die der Wissenschaft auch schon nicht mehr hörig äh sein wollen im Sinne von,
1:04:14
einfach mal das glauben, was die Wissenschaftler sagt und dieses belegt.
1:04:18
Ist ganz schwierig das Ding. Also Klima ist halt so weit weg von diesem Gefühl, also man sagt Sommer, heiße Sommer hatten wir früher auch. Ja, Dürre gab's auch,
1:04:28
Es stört uns ja nicht in dem Augenblick. Aber jetzt, wenn's Wasser knapp wird um Hannover,
1:04:33
Müssen wir mal gucken. Ich warte wirklich darauf, ähm, ich kenne Länder, wo Wasser nachts gesammelt wird,
1:04:38
damit man tags Wasser hat und da wir auch schon gelebt, paar Wochen lang und da wird einem ganz anders, wenn man weiß, wie viel Wert das Wasser hat, was ich jetzt trinke, ne? Und ähm.
1:04:50
Ja, es ist nötig, dass wir Trinkwasser im Klo runterspülen. Es sind so viele Fragen, die man hat, wo alles muss neu gedacht werden. Wir müssen uns neu aufstellen und das ist,
1:04:59
schwierig in einer Situation, wo jeder sagt, ach noch geht's mir ja gut, doch geht's mir ja gut.
1:05:04  Martin Fischer
Und deswegen ähm ja finde ich es auch so wichtig, dass dass sie dann eben auch über diese Themen berichten und wirklich dezidiert über diese Themen berichten und ähm.
1:05:13
Ja auch an zu verschiedenen Stellen. Vielleicht können sie auch nochmal sagen, wo wo man denn ihre Texte lesen kann, äh weil die ja doch auch oftmals sehr praktischen,
1:05:22
Ansatz haben und dann aber doch, dass das Thema dann auch weiten, äh, so wie man's jetzt vielleicht auch hier versucht haben zu sagen, so von der persönlichen Beobachtung aus, ähm, dann so 'n, so 'n großes Thema zu machen, wo wo kann man das denn lesen, wo publizieren Sie und vielleicht auch noch einen Satz zu dem Buch dann?
1:05:36  Doreen Brumme
Ja, ganz gut. Ähm ja, also grundsätzlich bin ich jemand, ich ich bin ja nicht nur Journalist sozusagen der Beobachtende, sondern ich verstehe mich immer schon als Dienstleister auch und ähm bin ja auch immer Verbraucher, ich bin Mutter, ich bin Konsument,
1:05:49
Insofern kann ich oder habe ich die Erfahrung gemacht in diesen vielen Jahren, wenn ich schreibe,
1:05:55
wenn ich meine persönliche Betroffenheit nehme als Aufhänger, huch, jetzt weint die Katze hier ganz laut, dann.
1:06:02
Dann dann ist das der Punkt wo du,
1:06:06
dich öffnest und wenn ich mich öffne und sage, guck mal, das bin ich, so bin ich und so mache ich das, dann dann findest du auch immer Wege zu Menschen und und ähm wir reden viel zu wenig miteinander, deswegen ist das immer eine gute Türöffner,
1:06:18
Ja, ich bin momentan, also ihr habt schon viel gemacht, aber immer schon auch viel in der Energieseite. Also ich bin Chefredakteurin des Solartermin-Blogs. Das ist ganz spannend. Da hat.
1:06:29
Der Schokoladenritter, also Quadratisch praktisch gut, die haben neunundachtzig mit Chernobil ihre Haselnussernte verloren in der Tür.
1:06:37  Martin Fischer
Eine kleine Korrektur an dieser Stelle, das Otom und Glück von Tschernobyl war natürlich schon neunzehnhundertsechsundachtzig. Das ist Frau Probe und mir allerdings erst im Nachgang aufgefallen. Also,
1:06:48
Atom und Glück und damit auch der Verlust der Haselnussernte war neunzehnhundertsechsundachtzig.
1:06:53  Doreen Brumme
Ernte verloren in der Türkei. Und da hat der Chef des Unternehmens.
1:06:57
Hat dann gesagt, Mensch, das kann's nicht sein. Energie kann nicht nur über Atom in Zukunft kommen, sondern wir müssen mal gucken und hat sich auf die Sonne spezialisiert und hat.
1:07:05
Solarthermie, also Solarwärme äh aufgebaut und ist heute nicht nur Pionier in der Branche, sondern liefert auch mit die besten Kollektoren technisch mit dem höchsten ähm äh mit dem höchsten Grad an Umwandlung sozusagen.
1:07:19
Und für die arbeite ich und schreib da den größten Solartermin Blogdienst momentan im deutschsprachigen Internet gi,
1:07:24
macht ganz viel Spaß, erneuerbare Energien und so weiter, als jetzt so kleine kleine Technik gegen die großen Energieriesen anzutreten und zu sagen wir haben eben keine Emission. Da gibt's mich zu finden und dann schreibe ich halt ähm,
1:07:38
ganz viel auch für für Blogs, wie Energieexperten oder Solarratgeber oder Dachverpachtung, also da ist viel mit Solar zu tun,
1:07:47
Aber ich hab auch auch leider auch aus persönlicher Betroffenheit bin ich auch sehr spezialisiert auf Krebs und hab da ganz viel, mach ganz viel mit Medizin.
1:07:56
Schreibe ganz viel über Medizinthemen und darüber das ist jetzt der Bogen, habe ich eine Ärztin kennengelernt oder sie mich, ich durfte sie interviewen,
1:08:06
Das ist ähm Doktor Dielek Gürso, das ist eine Herz und Kunstherzchirurgin,
1:08:11
Und die hat äh eine Mission, die möchte halt ähm mehr Kunstherzen in die Welt bringen, weil noch zu viele Menschen sterben, die auf Transplantationsherzen warten. Also Herz Christian nur, wenn jemand gestorben ist, dann kannst du dessen Herz bekommen.
1:08:25
Und darf warten eben zu viele Menschen auf der Warteliste, auch in Deutschland, in Europa und ähm ja da sterben dann eben leider auch ganz viele,
1:08:32
Und sie hat so eine Konzertmission und will das Kunstherz erforschen und etablieren und ähm hat mich dann nach unserem Interview angerufen, gefragt, ob ich nicht ihre Geschichte schreiben möchte.
1:08:43
Und ja, da haben wir ein Buch geschrieben in Korona, Zeit und Homeoffice, äh, parallel zu Home Schooling-Zeit, ich weiß im Rückblick jetzt gar nicht mehr, also,
1:08:52
neun Monate,
1:08:53
komm mir vor, wie habe ich überhaupt geschlafen? Also bei uns liefen teilweise fünf Rechner gleichzeitig hier mit vier Kindern im Moment Schooling und dann ähm
1:09:02
meinen Rechner noch dazu in wir haben nur eine kleine eine ökologische Wohnung haben wir nämlich, wir haben nämlich nur eine ganz kleine zwei wie drei Zimmer Wohnung hier mitten in Hamburg.
1:09:11
Hat aber wieder andere Gründe, ist halt schwierig 'ne Wohnung zu finden wo wo ein Vermieter nehmen mit vier Kindern, aber gut.
1:09:19
Da haben wir das Buch geschrieben, das ist jetzt ähm hab's letzte Woche aus der Druckerei bekommen, es kommt am vierten September raus, das heißt ich stehe hier, weil ich gut bin und erzählt die Geschichte einer Ärzte mit Migrationshintergrund,
1:09:30
im Leben, wie sie dahin gekommen ist und aber auch mit einem ziemlichen Blick auf die Hierarchien in der Medizin, denn da gibt's eine gläserne Decke.
1:09:39
Frauen noch davon abhält, in die Position zu kommen, wo man fachlich und menschlich gerne hinkommen würde und auch hinkommen könnte.
1:09:49  Martin Fischer
Ist auch der Untertitel. Allein unter Männern eine Herzchirurgin kämpft sich durch, also da kommt es auch schon.
1:09:56  Doreen Brumme
Ja, das ist halt wirklich äh ja, das ist so ein bisschen natürlich verkaufstechnisch, aber tatsächlich ist es so, dass,
1:10:01
Spitzenpositionen in der Herzchirurgie und in der Kunstherzchirurgie sind männlich besetzt und es ist sehr sehr schwer Frauen zu zeigen, dass es funktioniert, wenn keine Frau es zeigen kann.
1:10:11
Und das ist halt so ein Punkt ähm ja, der, der, du musst angesprochen werden und das wollte die Ärzte und das haben wir zusammen gemacht. Und ja, jetzt ist es ganz spannend, das erste Buch so.
1:10:21  Martin Fischer
Das glaube ich.
1:10:22  Doreen Brumme
Haben und und wir warten halt einfach jetzt drauf, was passiert und
1:10:26
Ja, sie wird viel in den Medien unterwegs sein, sie hatte halt ihre Mission, ist halt eine wichtige und hat auch schon wichtige Menschen getroffen und ähm ja, wir wir gucken mal. Also, es wäre schön, wenn sich da was bewegen kann. Dass mir weibliche Studentinnen, nicht nur Medizin studieren,
1:10:40
sondern auch irgendwann in den Führungspositionen arbeiten können wollen und dürfen.
1:10:44  Martin Fischer
Ist ja wie gesagt, ist bestimmt auch eine eine schöne duale Geschichte, einerseits halt diese Geschichte, um das medizinische Thema, aber dann auch ihre, ihre persönliche Geschichte, wie sie quasi zu der ähm Ärztin geworden ist, die jetzt quasi dieses Thema vorantreibt. Das ähm.
1:10:57  Doreen Brumme
Auf jeden Fall, das ist ganz, ganz spannend, weil's auch ganz viel dazu mit mir zu tun hat, dass man dranbleibt am Thema, sich eben nicht.
1:11:04
Vom Brot nehmen lässt und und einfach sagt es geht hier nicht um mich, sondern es geht um die Patienten,
1:11:10
Es geht um Leben und Tod und nicht hier um das sich Frau Professor irgendwas werden will oder Herrn Professor jetzt zur Seite schieben will, das will sie alles gar nicht. Sie will, dass ein Kunstherz ähm,
1:11:21
gebaut wird.
1:11:22
Menschen rettet und ähm ja, wir werden in so einem Land wie Deutschland alle irgendwann mal mit Herzproblemen oder Herzkreislaufproblemen konfrontiert, also da ist so eine große Zahl an Betroffenheit, also es ist ja eine Volkskrankhei,
1:11:34
und ähm es ist halt ein Unding dann zu denken, ähm man kriegt alle Hilfe, es wird schon. Wenn man dann tatsächlich da ist, dann muss man eben auch eine Warteliste rutschen und so viel Herzen gibt's dann eben nicht, ne? Also die haben irgendwie dreihundert Herzen, dreihunder,
1:11:49
dreihundertvierzig jetzt und glaube ich letztes Jahr transplantiert und es dann über tausend Leute auf der Warteliste und das ist ein Drittel davon gestorben.
1:11:58
In dem Ja.
1:11:59  Martin Fischer
Also wenn's dann Kunstherz gäbe, wäre schon eine ja, wäre ein Durchbruch für an der Stelle.
1:12:04  Doreen Brumme
Ja, ein modernes Konzept. Es gibt halt eins, was du vierzig Jahre lang oder fünfzig Jahre jetzt fast schon läuft, aber es hat keine Entwicklung gegeben und das ist halt so ein bisschen traurig. Hm, das ist der Punkt, ja.
1:12:14  Martin Fischer
Ich stehe hier, weil ich gut bin, heißt das Buch und äh wenn der Podcast erscheint, ist es wahrscheinlich schon erschienen. Ähm also Erscheinungstermin ist am vierten September.
1:12:21  Doreen Brumme
Genau, vierter September kommt es raus. Mhm.
1:12:23  Martin Fischer
Wir nehmen auf am vierundzwanzigsten August und ähm ja, also das äh wird dann entweder so gleich erhältlich sein oder ist dann schon erschienen.
1:12:30  Doreen Brumme
Ja, kann man ja äh bei bei den tollen äh Vorbestellmöglichkeiten kann man's ja auch vorbestell.
1:12:36  Martin Fischer
Genau. Jeder Buchladen.
1:12:39  Doreen Brumme
Würd mich freuen, wenn sich jemand für das Thema interessiert und ansonsten aber mir ist es viel wichtiger, dass die Leute irgendwas für die Umwelt tun noch, weil weil das ist das viel größere und uns alle viel viel mehr,
1:12:49
betreffendere Thema.
1:12:51  Martin Fischer
Ich verlinke auf jeden Fall ihr persönliches Blog, wo sie auch nochmal querlinks haben zu den anderen Publikationen, wo sie veröffentlichen und natürlich auch einen Link zum Buch da sein wird, denke ich mal. Ich bin jetzt gerade nochmal auf der auf der Seite. Genau und ich selber brauche auch noch einen einen.
1:13:07
Danke mich jetzt erstmal bei ihnen für diesen kleinen Ausflug in die in diesen äh Aspek.
1:13:12  Doreen Brumme
Geschichte, ne?
1:13:13  Martin Fischer
Die Geschichte der Zerobewegung in der DDR und den Ausblick auf heute, den fand ich auch sehr sehr wichtig an der Stelle. Ähm, ja, vielen Dank Frau Brumme.
1:13:20  Doreen Brumme
Ja, sehr gerne, hat war mir ein Vergnügen.
1:13:21  
Musik
1:13:22  Martin Fischer
Eine gute Zeit ihnen weiterhin ihre Familie.
1:13:25  Doreen Brumme
Das wünsche ich ihnen auch. Dankeschön.
1:13:27  Martin Fischer
Dankeschön.
1:13:37
Wenn ihr das hört, ist das Buch von Doreen Brumme und Dilek Gürsel bereits erschienen. Ich verlinke euch die Website des Verlags mit allen Infos und auch das Blog von Doreen Brumme in den Shownotes. Da findet ihr auch die beiden Artikel, über die ich auf meine Gäste aufmerksam geworden bin,
1:13:51
Unter dem Stichwort Zero habe ich mich auch wieder zusammen mit Frank Meißner im Archiv des DDR-Museums umgeschaut und was wir gefunden haben, hört ihr jetzt. Hallo Frank.
1:14:01  Frank Meißner
Hallo Martin.
1:14:03  Martin Fischer
Du bist tatsächlich auch wieder im Archiv. Das heißt ihr seid hin und wieder jetzt auch vor Ort.
1:14:10  Frank Meißner
Genau, wir sind jetzt wieder eigentlich regelmäßig da. Äh nicht mehr im Homeoffice durch die Chorona Pandemie, sondern wieder einmal unseren regulären Arbeitsort, wo wir natürlich auch viel besser arbeiten können, weil hier einfach die Objekte sind.
1:14:22  Martin Fischer
Genau, durch die Weitläufigkeit eures Lagers könnt ihr euch auch gut aus dem Weg gehen.
1:14:26  Frank Meißner
Genau, hier kann man sehr leicht den Mindestabstand einhalten.
1:14:29  Martin Fischer
Nichtsdestotrotz haben wir uns jetzt aber wieder in der Objektdatenbank umgesehen und nochmal zum Thema äh in der Online-Objektdatenbank umgesehen und nochmal zum Thema Zero
1:14:38
zwei Sachen rausgesucht, vielleicht drei und ähm ja, wir wollen starten mit einem Lesezeichen oder genau einem Lesezeichen,
1:14:47
Da ist ein, ja, kleiner roter Elefant drauf zu sehen, der mit einer Laterne im Keller,
1:14:52
umhergeht und auf der Suche ist nach verborgenen Schätzen. Ja, beschreib doch mal was es mit diesem Lesezeichen auf sich hat.
1:15:00  Frank Meißner
Genau, also wir haben eben ein gelbes Lesezeichen hier vor uns, äh wo ein kleines Comicbildchen sozusagen draufgedruckt ist. Ähm das Legezeichen ist gelb und das Bild ist in blau, violett und rot eigentlich draufgedruckt
1:15:14
Und wir sehen da in einen roten Elefant oder bisschen magenta Farben vielleicht
1:15:20
der mit einer Schürze umgebunden in den Keller hinuntergeht, anscheinend gerade mit einer Laterne,
1:15:25
der mit dem Rüssel hält und äh ringsrum ist eben so typisches Kellergerümpel, könnte man sagen. Ähm alle möglichen alten äh Gläser, Schaufeln, Werkzeuge,
1:15:38
ein Vogelkäfig im Hintergrund, ganz verschiedene Sachen.
1:15:42
Und genau unten unter dem Bild sieht man die Aufschrift verborgene Schätze hilft Emmi suchen und Emmi ist nämlich dieser Elefant,
1:15:50
die Elefantendame, Emmi, die das Maskottchen für eben Zero dann in den achtziger Jahren fungiert hat.
1:15:59
Und gleichzeitig ist dieses Bild auch Nordrätselbild, denn weiter steht dann da unten zehn Gegenstände auf unserem Bild, kannst du zu Annahmestelle bringen
1:16:06
und äh die Aufforderung ist sozusagen zu schauen, welche es denn sind. Ähm und auf der Rückseite steht nochmal eben genau der,
1:16:14
ganze Kontext nämlich in der Wohnung im Keller, auf dem Boden gibt es immer etwas zu entdecken, vielleicht auch in Omas und Operes Abstellkammer, Altpapier, Gläser, Flaschen oder alte Plastikbehälter werden zu schätzen, wenn du sie in die Sero-Annahmestellen bringst
1:16:25
Die Industrie fertigt daraus wieder neue Erzeugnisse für dich und für uns alle.
1:16:30  Martin Fischer
Hast du alle zehn Gegenstände gefunden.
1:16:33  Frank Meißner
Ich habe sie nicht alle gesucht, muss ich gestehen.
1:16:36  Martin Fischer
Also ich habe mich ein bisschen schwer getan, ähm ja wir können ja mal gucken. Ähm also ich habe auf jeden Fall ähm die zusammengebundenen Zeitungen auf dem Fußboden, äh die Gläser.
1:16:49  Frank Meißner
Gläser und Flaschen, das ist ja glaube ich auch nochmal vielleicht.
1:16:51  Martin Fischer
Flasche nochmal extra, richtig?
1:16:53  Frank Meißner
Unten in der Flasche. Dann werden auf jeden Fall die die Gießkanne zum Beispiel aus Metall, vielleicht auch verzinkt, äh könnte auch interessant sein. Ähm.
1:17:05  Martin Fischer
Die Lumpen unten, also dieses zusammengefaltete Ballen da, dieser äh dieses ja wirklich da unten diese Rolle. Ähm, ich weiß nicht, ob man Holz zurückbringen konnte.
1:17:18  Frank Meißner
Holz habe ich eigentlich weniger gesehen, dass das eine Rolle das.
1:17:20  Martin Fischer
Hätte ich jetzt auch schwer vermutet.
1:17:22  Frank Meißner
Ja. Man könnte noch denken, hinten auf dem Regal ist noch so eine Gießkanne, die sieht eher aus, als könnte die auch aus Plastik sein, die gab's zumindest in so einer ähnlichen Form aus Plastik und Thermoplastik äh wurde ja auch gesammelt. Also das könnte auch sein.
1:17:34  Martin Fischer
Und der Vogelkäfig ist bestimmt auch aus irgendeinem Metall, dass man noch brauchen konnte.
1:17:39
Aber auf zehn bin ich, also da fehlen mir mindestens noch drei, aber bestimmt ähm ist da alles verwertbar und ähm Emmi hat's hat's voll im Blick, was was verwendet werden kann.
1:17:50  Frank Meißner
Mit Sicherheit.
1:17:53  Martin Fischer
Aber mit diesem Lesezeichen hat man eben auch nochmal versucht, ähm Bewusstsein zu schaffen für ja, für das, was im Keller vor sich hinrottet und gammelt und dann vielleicht zu sagen, bevor es soweit ist, äh bringt's doch zur Sero-Annahmestelle.
1:18:06  Frank Meißner
Genau, man hat eben versucht nochmal gezielt auch die Kinder vor allem vielleicht anzusprechen mit diesem Maskottchen hier ohnehin. Ähm.
1:18:13
Die ja eben auch sowieso häufig über die Schulen und die äh Jungpioniere solche Sammelaktionen ja durchgeführt haben, aber auch teilweise eben auf eigene Initiative sich dann ein kleines Taschengeld verdient haben und
1:18:24
so halt also angehalten worden im eigenen Haushalt oder bei den Großeltern auch zu schauen, ob da vielleicht noch was rumsteht, was man eben dann doch verwerten könnte.
1:18:31  Martin Fischer
Wir haben grad im Gespräch davor schon mal ganz kurz ähm auch den Vorgänger von Emmy gestriffen, das Rumpelmännchen, aber du hast auch noch ein bisschen was rausgefunden zu Emmy, speziell und vielleicht auch zum Rumpelmännchen in der Recherche.
1:18:45  Frank Meißner
Genauso es gab eben zunächst dieses Rumpelmännchen als äh Maskottchen für die die Altstoffsammlung sozusagen
1:18:54
das war eine Art für eben Einzelmännchen oder oder Rumpelstilzchen fast so ähnliche Figur mit einem langen weißen Bauort, einem Hut, in einem Stock und einem großen Sack auf dem Rücken. Das wurde in den Fünfzigern entworfen von Hannes Hegen, der auch die Digitax vom Mosaik.
1:19:08
Als entwickelt hat zumindest den Entwurf dazu gemacht hat und es erschienen dann auch immer so kleine Comicstrips in den Zeitschriften Atze und Fröh sie ähm wo eben
1:19:21
Dieses Rumpelmännchen oder Rumpelmännchen auch irgendeine kleine
1:19:24
habe ich ein kleines Abenteuer erlebt und irgendwie äh zum Beispiel erleben äh zum Beispiel alte Flaschen aus einem See rausholt oder so. Das habe ich mal bei einem gesehen in die Richtung. Und in den achtziger Jahren hat man das dann mal ein bisschen quasi die Generalüberholt und ähm,
1:19:38
Die äh Frühsi-Redaktion hat dann auch im Auftrag vom Zero Kombinat den rosa Elefanten Emmy eben entworfen. Oder manchmal Rot, Rosa, Magenta, so je nachdem. Und äh,
1:19:50
Das stand ja wiederum, das stand ja wiederum von Horst Ahlisch, der vor allem ja auch für den Eulenspiegel und auch die Frövisie gezeichnet hat.
1:19:59  Martin Fischer
Ist auch so ein ganz typischer Illustrator aus DDR-Zeiten, also sein Stil, der hat glaube ich ganz vielen ähm ja Veröffentlichungen und Zeitschriften auch seine Comics gehabt mit ganz verschiedenen Figuren.
1:20:14
Ja, Emmy kenne ich nämlich auch noch, also das Rumpelmännchen, da war ich dann schon zu ähm ja oder da war ich zu jung dafür, um das noch gekannt zu haben, aber Emmy ist mir tatsächlich in der Schule und eben in der Früh sie öfter über den Weg gelaufen,
1:20:26
So, du hast noch ein zweites Objekt äh rausgesucht. Ähm da geht's ein bisschen nüchterner zur Sache, das ein weiteres äh oder ein Flugblatt,
1:20:33
Das ja jetzt ein bisschen eine konkretere Ansage macht.
1:20:38  Frank Meißner
Genau, das ist ein Flugblatt, äh was ich quasi als gezielter Aufruf an die Bevölkerung richtet, ähm groß oben mit der Aufschrift, es geht um Zink
1:20:46
und dann unten drunter eben Achtung, Achtung, liebe Bürger und 'ne weiteren Text dann Hinweise wie man dann bitte verschiedene Haushaltsgegenstände wie Zink enthalten
1:20:57
eben an die in die Sero Wiederverwertungsstellen bringen soll. Ähm und
1:21:02
abgebildet sind, dann eben auch äh zwei Radios, Batterien, eine Taschenlampe zum Beispiel. Und das lässt sich eben, daran wird eben deutlich, dass äh das Gehirn ganz gezielter Aufruf war
1:21:13
der sich an die Bevölkerung gerichtet hat, weil gerade äh im Zink vielleicht Mangel äh herrschte und genau, sofort mit dem versucht
1:21:22
ganz aktiv die Leute darauf hinzuweisen, dass sie das auf jeden Fall nicht anderweitig entsorgen, sondern eben zu den Sero-Annahmestellen bringen soll.
1:21:28  Martin Fischer
Weil das eben auch ein konkretes Anliegen des Seru-Systems war, das ging jetzt nicht ähm ausschließlich darum, ähm so ein Kreislaufwirtschaft zu etablieren, sondern die Kreislaufwirtschaft auch wirtschaftlich zu nutzen tatsächlich,
1:21:40
weil die DDR eben so so arm an Rohstoffen war und deswegen alles zurückgeführt werden musste, was irgendwo verbraucht war.
1:21:47  Frank Meißner
Genau unsere Kunden eben ja die Wiesen eingesport werden zum Beispiel, die man sonst hätte eben ausgeben müssen für den Einkauf von Rohstoffen im Ausland äh und und so hat man versucht, die eigenen Reserven noch zu aktivieren, die da in den Kellern und auf den Dachböden zum Beispiel eben noch
1:22:01
lauten.
1:22:03  Martin Fischer
Hier steht auch nochmal die Abgabe erfolgt vergütungslos. Es ist auch ihr persönlicher Vorteil, wenn sie nach der bewährten Devise handeln aus alt wird neu.
1:22:11  Frank Meißner
Genau, stimmt in ja,
1:22:15
auf jeden Fall. Und sowas gab's eben äh auch immer mal wieder anscheinend. Also wir haben inzwischen noch anderes Flugblatt, das ist wesentlich älter aus den Fünfzigern, da ging es drum, dass äh man dazu aufruft, Knochen zu sammeln zum Beispiel. Ähm und Knochen nicht äh.
1:22:29
Eben einfach mit dem Hausmüll zu entsorgen, sondern auch zurückzubringen, weil man damals anscheinend viele Produkte ähm auch tatsächlich mit Knochen ÖP hergestellt hat. Also solche Knochen, Leim.
1:22:38  Martin Fischer
Ah ja, okay. Ich habe jetzt grad schon.
1:22:40  Frank Meißner
Für die Papiererzeugung und.
1:22:41  Martin Fischer
Was die DDR hat den Knochen gebrocht hätte, aber klar, Leim, Leim ist aus Knochen richtig.
1:22:47
Hier gibt's auch noch paar ganz ja bisschen modernere Sachen, bunte Aufkleber und eben das, was wir im Vorgespräch auch noch gehört hatten, du hast hier noch so ein ähm.
1:22:57
Was war denn nun auch ein Blatt äh Flugblatt Millionen für die Republik? Steht oben drüber, also wirklich auch so diese wirtschaftliche Aspekt nochmal herausgekehrt.
1:23:06  Frank Meißner
Genau wo es eben schon im Titel Millionen für die Republik quasi darum geht, dass das ja eigentlich ein Schatz ist auch wie bei dem Emmi,
1:23:13
Lesezeichen, dass wir anstatt das ja auch so drauf ähm ein Schatz ist da eben noch für die Volkswirtschaft sozusagen mobilisiert werden kann und auch hier ist es vor allem
1:23:22
im Widerspruch zu den vermeintlichen Millionen bisschen eben eher Gerümpel drauf zu sehen. Also
1:23:28
verschiedene Glasflaschen, ein Sakkulum draufsteht und auch hier wieder verschiedene Maskottchen, die aus der ABC-Zeitung für die EU
1:23:37
stammten und genauso hat man auch so viele die Kinder anzusprechen und.
1:23:43  Martin Fischer
Ich glaube, was hier auf dem Flugblatt drauf ist, ist tatsächlich so der Großteil dessen, was gesammelt wurde, eben,
1:23:47
Flaschen Altpapier, also dieser Dreiklang, den man dann so auch immer als Dreiklang genannt hat, der ist hier, der ist hier wirklich nochmal abgebildet.
1:23:55
Ich warte sie heute Morgen auch im äh Recyclingcenter hier und äh habe auch nochmal tatsächlich Batterien und Plastik weggebracht. Also im im Zero Gedanken war ich heute auch schon unterwegs.
1:24:06
Ja.
1:24:07
Aber anlasslos zur Folge einfach, weil ähm ja, weil sich doch im im Keller und äh unter der Spüle einiges angesammelt hat.
1:24:14
Ja, Frank, vielen vielen Dank für diesen kleinen Ausflug in in euren ja nicht Keller, aber eure Archiv und die Sachen werden ja auch nicht zurückgeführt, sondern die wird, die werden katalogisiert und für die Nachwelt erhalten.
1:24:29  Frank Meißner
Genau die entsorgen wir tatsächlich nicht.
1:24:31  Martin Fischer
Dann bedanke ich mich wie gesagt nochmal bei dir und wünsche dir noch eine schöne Arbeitswoche und bis zum nächsten Mal.
1:24:37  
Musik
1:24:38  Frank Meißner
Bis zum nächsten Mal, Martin, vielen Dank. Tschüss. Tschüss.
1:24:47  Martin Fischer
Und damit geht diese Folge von Staatsbürgerkunde zu Ende. Doch die nächste folgt schon bald,
1:24:52
Damit ihr keine Folge verpasst, abonniert den Podcast am besten. Die Links und den großen abonnieren Knopf findet ihr auf der Website WWW Punkt Staatsbürgerkunde Minus Podcast Punkt DE.
1:25:04
Ich bedanke mich für eure Zeit und bei meinen Gästinnen und Gästen in dieser Folge Doreen Brumme und Frank Meißner.
1:25:09
Danke auch an Wolfgang Wöhrle für sein Stück Ambient One, dass den Soundtrack zum Podcast bildet.
1:25:15
Danke auch, wie immer an Ulrike Kretzmann, für das Coverbild zu dieser Episode und einen das DDR-Museum für die Unterstützung und die Kooperation für das Objekt zur Folge. Die Links zu den besprochenen Objekten findet ihr neben allen anderen Links in den Shownotes.
1:25:28
Und natürlich auch ein großes Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer. Wir freuen uns sehr über jeden Betrag, der per PayPal oder direkt bei Überweisung zum Fortbestehen des Formats beiträgt.
1:25:38
Seit der letzten Folge waren Christine, Anne und Mirko, Mario, Manuel, Robert, Günther, Charlotte, Jens, Matthias, Jahn, Martin, Margit und Christoph Spendabel. Vielen Dank an euch.
1:25:52
Wenn auch ihr etwas in den Hut werfen wollt unter WWW Punkt Staatsbürgerkunde Minus Podcast DE findet ihr alle Infos unter dem Link unterstützen.
1:26:01
Und falls euer Podcast schon diese Funktion unterstützt, könnt ihr auch direkt über den entsprechenden Button bei dieser Folge einen Betrag eurer Wahl, Via PayPal beitragen.
1:26:09
Wie immer sind wir gespannt auf eure Kommentare zu dieser und anderen Episoden auf der Website. Auch ein Kommentar bei Apple Podcast hilft uns, sichtbar für neue Hörerinnen zu werden und gefunden zu werden,
1:26:19
Daher unsere Bitte, wenn ihr uns unterstützen wollt, muss das nicht immer finanziell sein, empfehlt uns gerne weiter, kommentiert und teilt diese Folge,
1:26:27
Das hilft ebenso. Ein großes Dankeschön von uns, fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Tschüss, euer Martin.