8 Fuß - der Orgelpodcast

Dieser Podcast beschäftigt sich mit Kirchenmusikern und ihren Instrumenten. Ich selbst spiele seit vielen Jahren Orgel und finde die unterschiedlichen Klänge sowie auch die Persönlichkeiten an der Orgel immer wieder schön zu entdecken. Ich möchte euch auf eine Reise durch diese Welt mitnehmen!

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episode 3: "Je größer die Orgel, desto zärtlicher muss sie gespielt werden" [transcript]


Ann-Helena Schlüter ist Komponistin, Autorin, Pianistin und Organistin – durchweg kreativ. Ich habe mit ihr über ihre Liebe zu Bach, das Entdecken neuer Stücke und die Führerorgel in Riddagshausen gesprochen. Aktuelles zu den nächsten Konzerten, ihre CDs und weitere Infos findet ihr auf ihrer Webseite.

Hier ihr aktuelles Video:

Foto: Marco Dittrich

Der Beitrag „Je größer die Orgel, desto zärtlicher muss sie gespielt werden“ erschien zuerst auf 8 Fuß.


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 2020-11-03  1h0m
 
 
00:00  Moderator
Autorin, Komponistin, Organi,
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und Pianistin Annel Schlüter macht viele kreative Dinge und ist gefühlt jeden Tag woanders, um dort zu musizieren. Heute hat sie sich für acht Fuß den Orgelpodcast Zeit genommen und damit herzlich willkommen zur
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dritten Ausgabe und Hallo nach Würzburg.
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Annelena, du sitzt gerade an deiner Heimorgel mit Hauptwerk, da werden wir auch noch heute drüber sprechen in Würzburg. Gibt es jetzt für dich ein Instrument, das für dich eine Form auch von Heimat, vielleicht symbolisiert nach dem Motto, das ist meine Heimatorgel,
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Gibt es sowas.
00:36  Gast
Also ich bin dankbar, dass ich diese Hausorgel hier habe, die habe ich seit Oktober letzten Jahres kurz,
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Also mehr oder weniger kurz bevor die Krise die Pandemie angefangen hat. Das konnte ich damals ja noch gar nicht wissen, hätte ich die jetzt nicht, wäre ich in vieler Hinsicht
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sehr aufgeschmissen gewesen, weil man in manche Kirchen nicht betreten konnte. Also ich bin sehr, sehr froh, auch wenn es eine elektronische Orgel ist, die zu haben. Also das ist hier für mich natürlich schon,
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einfach ein eine Art Heimatorgel, weil ich hier zu Hause beim Tee trinken zu jeder x-beliebigen Uhrzei.
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Sitzen und ein Stück weit auch Noten fressen kann, das heißt.
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Einfach die Basic, die Basis von neuen Werk, neues Repertoire, wenn man anfängt, Fingersätze zu schreiben,
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Ich weiß. Aber ähm.
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Dafür ist so eine Organ sehr, sehr gut geeignet und ansonsten mag ich natürlich gerne hier die Steinmeier-Orgel in Sankt Josef in Würzburg,
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oder auch die Bäckerei in Sankt Johannes, aber auch die Deutschhauskirche hat eine kleine, zweimanualige, die mir gefällt,
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Also es muss nicht immer eine bombastische Orgel sein. Wie gesagt, das hier ist Hauptwerk, eine elektronische Orgel, die mir aber trotzdem große Dienste geleistet hat, weil ich hier einfach sitzen und üben kann.
01:57  Moderator
Und für alle Tech-Freaks da draußen, was genau hast du? Also bei mir zum Beispiel steht jetzt eine zwei manualige Viscountorgel, was hast du genau.
02:04  Gast
Also die hat drei Manuale. Ich habe ungefähr vierundzwanzig Sample Sets von unterschiedlichen Orgeln, aber ich bin noch lange nicht fertig. Ich möchte noch mehr, zum Beispiel, möchte ich auch eine Coverligel haben, die habe ich noch nicht oder mehr französischer Stil.
02:19
Ja, also das ist eine schwarze, eine schwarze Orgel einfach mit drei Manualen und einem Computer und zwei Boxen,
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und ja aus Hessen.
02:32  Moderator
Sehr schön. Gibt, hast du eine Empfehlung für Samplesets für Hauptwerk? Für alle Hauptwerkfanatiker.
02:39  Gast
Also na ja, also ich hab jetzt,
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erstmal auch die, die man im Internet kostenlos findet, die habe ich alle drauf, aber natürlich mag ich auch gern die Holzheiorgel, die Führerorge aus Mittagshaus, Silbermann habe ich drauf,
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ähm dann eine von ähm ja, also ich habe jetzt noch nicht die aller aller. Man braucht ja jetzt auch nicht tausend Stück. Ich nehme meistens eigentlich immer die gleichen. Die nimmt man dann immer.
03:05  Moderator
Ja, verstehe. Nicht wundern im Hintergrund bei mir fetzen gerade ein bisschen die Katzen wieder rum. Also man könnte vielleicht ein bisschen was scheppern hören und wir telefonieren ja heute über Zoom. Das ist das erste Mal, dass wir auch einen Orgel-Podcast über Zoom abwickeln. Ich bin ganz gespannt, wie es dann sp.
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Auch wird, wenn du mir dein Simple Set zeigen wirst,
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deiner Webseite steht, ähm, du hast mit Dreiern angefangen, Klavier zu spielen, bist also den ganz klassischen Weg eigentlich gegangen, erst Klavier, dann Orgel,
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Wie bist du zur Orgel gekommen? Da hatte jeder so seine eigene Geschichte.
03:34  Gast
Ja, sehr spät bin ich zu Hause gekommen. Als ich klein war, als ich Kind war, hat mir kein Mensch die Orgel vermittelt, weil das Klavier ist so unglaublich dominant gewesen,
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Also eigentlich bestand meine Welt ja meine musikalische Welt und auch sonst einige aus einem Flügel, aus dem Klavier, ja? Aber das ging lange so und das ist,
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es kann einen so einnehmen, dass wir ein anderes Instrument
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eigentlich überhaupt gar kein Platz ist. Und dann, ja, dann ähm mit mit der Liebe zu Johann Sebastian Bachs Musik ist mein Interesse für die Orgel. Sehr, sehr step by step gewachsen. Ich war dann eine Zeit lang im Ausland für ein Auslandsstudium,
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in Arizona und da habe ich meinen, hatte ich dann mal einen Nebenfachorgel. Und da habe ich gleich gemerkt, dass es was völlig anderes, ach du Liebezeit, da müsste ich mich vielleicht entscheiden, das geht nicht, das kann ich nicht. Ich kann gar nicht,
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das geht gar nicht. Na ja, dann habe ich's wieder so ein bisschen äh auf Eis gelegt. Und dann, dann war ich in Leipzig,
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und das dann weiß ich nicht wie das kam. Ich hatte dann Unterricht in der Thomaskirche eine Zeit lang an den Orgeln dort, was ja auch schon ein großes Geschenk ist.
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Dann,
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hab mit der Lehrer damals ein Stück vorgelegt und ich fragte ja was ist das denn? Von wem ist das denn? Und er meinte, ja, das wäre vom Bach. Dann habe ich ges kann gar nicht sein. Dann hat ihr Bach für Orgel komplett anders komponiert als für Klavier,
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dann sagte dieserjenige, ja, so ist es auch, so ist es auch. Und dann habe ich halt festgestellt, diese Facette von Bachs Musik werde ich ohne die Orgel niemals kennenlernen.
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Weil weil die Art wie Bach für das Klavier komponiert ist, viel intellektueller, ist sehr intellektuell, sehr ich weiß, diese verspielt halt, diese Leidenschaft, dieses,
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dieses andere, was ich nicht weiß, wie ich es in Worte fassen soll, das machbar an der Orgel und das wollte ich
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unbedingt kennenlernt und dann habe ich mich mehr damit beschäftigt, Passagalia und so weiter, Triosonaten kann man ja am Klavier nicht spielen. Also ähm ist für mich klar gewesen, dass ich Orgel lernen muss. Und das war zweitausendsiebzehn,
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zweitausendsechzehn, zweitausendsiebzehn, ist ja gar nicht lange her.
05:38  Moderator
Und würdest du also sagen, das finde ich jetzt sehr spannend, dass du sagst
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Bach ist sozusagen die Referenz für dein musikalisches Schaffen, mit dem bist du mehr oder weniger groß geworden und auf der Orgel ist Bach aber nicht so, ich würde sagen akkurat wie am Klavier, wenn ich's richtig verstanden habe, sondern mehr,
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Romantischer oder mehr weiß ich nicht ähm verschnör.
06:00  Gast
Verspielter, verspiegelt worden. Also was heißt Akkoratia? Vielleicht kann man das so sagen. Also nicht mehr nicht so intellektuell, also mit intellektuell meine ich ja nichts Negatives. Ich meine einfach nur diese,
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Art wie Bach für Ohren komponiert, hat, hat was verspielteres, hat etwas ähm.
06:19  Moderator
Woran machst du das fest? Weil das,
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mir tatsächlich, also ich bin, dass ich anders groß geworden mit äh Bach an der Orgel, eher so quasi als der Zizeru für das Latein, ja, das sehr strikte Spielen, aber wenn ich dich jetzt richtig verstehe, hast du es für dich anders interpretiert, gi
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es so Beispiele, wo du es festmachen kannst, wo er verspielter für dich wirkt.
06:39  Gast
Ja, ja, allein schon an den Präludien und Fugen. Ähm also,
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Natürlich ist Bach für viele Leute generell strikt, ja? Sowohl am Klavier als auch an der Orge,
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und in gewisser Weise stimmt das ja auch. Also ich kann jetzt nicht sagen, dass Bach plötzlich äh Rock and Roll an der Orbi geschrieben hat. So meine ich das nicht. Ich meine, dieses hochgradig intellektuelle,
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Klaviermusik wie beispielsweise.
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Kunst der Fuge, auch Goldberg-Variationen. Gut, das hat auch was verspieltes. Oder die Odorbetika eins und zwei, die sind für mich trotz allem hoch, gradig intellektuelle Werke.
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Strikt aber sehr, sehr ähm abstrakt auch in vieler Hinsicht, wobei das Wetiker eins ist weniger zweites geht noch, aber die Preludien und Fugen an der Orgel,
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die sind durch die Bank meiner Meinung nach nicht in allererster Linie intellektuell, die sind voller Leidenschaft, die sind das liegt vielleicht auch am Pedal, ne? Man merkt so,
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Man merkt, dass ähm das Spedal gibt nochmal eine ganz andere Facette dazu. Ähm macht das Ganze nicht romantischer, aber fast wie romantischer, ja? Also.
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Es ist wie ähm es kommt nochmal was Warmes, Lebendiges dazu.
07:50  Moderator
Verstehe. Bist du jemand, der sagt, Bach im Pedal darf man nicht Legato spielen? Weil das scheint ja ein großer Streitthema, in der etwas strikteren ähm Bachanbetungsfangruppe zu sein. Wenn ich das richtig interpretiere.
08:05  Gast
Na ja, also die Schulen und Traditionen, die es da gibt.
08:11
Das kann man, kann man ja kaum glauben. Ich komme ja, ich bin froh, dass ich aus der Klavierwelt komme und deswegen das so nicht mitbekommen habe,
08:18
Manche Leute, die ja nur aus der Orgelwelt kommen und mit diesen Schulen, Traditionen und fast schon Dämonen groß geworden sind.
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Wie man jetzt das Spedal bei Bach spielt, gut,
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Ich mein das was ich auch lernen musste ist die Sache mit der Artikulation, die an der Orgel was ganz anderes bedeutet als am Klavier, ja? Also da wird dann zum Beispiel gesagt, das muss artikuliert werden,
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es muss artikuliert gespielt werden. Was das jetzt genau heißt, da konnte man jetzt auch,
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fünf Kapitel aufmachen, ja? Also ähm manche Leute verstehen einen Unterschied zwischen Legato und artikuliert. Darunter,
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das ist ja schon Obst, ja? Es gäbe es nur entweder Legato oder Artikuliert, aber so ist es natürlich in keiner Art und Weise, wenn man am Klavier schon gar nicht. Da gibt's ja zig Facetten dazwischen. Es gibt ein offenes Regatto, ein dichtes, ein artikuliertes Legator gibt es auch,
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Und ähm
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Es gibt ein luftiges Regatta, ein angedeutetes Legator, eins, das schwebt eins, das züffig ist und eins aus sehr, sehr legator ist. Und ähm
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Es gibt die verschiedensten Formen, es gibt nicht nur entweder Legato oder Artikuliert schon gar nicht, entweder Legatho oder abgesetzt. Für manche Leute heißt's heißt artikuliert, ab
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gesetzt, das muss man sich mal vorstellen. Das ist natürlich äh abstrus so so zu denken. Es gibt für mich sehr, sehr viele Facetten von Artikulation. Und Pigator ist eins davon.
09:39  Moderator
Sehr spannend, wie du das darstellst und das erinnert mich so ein bisschen an meine Klavierlehrerin. Die hat immer zu mir gesagt, du musst das Stück zu deinem Stück machen. Ist das auch etwas, was du so unterschreiben würdest?
09:51  Gast
Ja, es ist ähm ja, das ist jetzt ähm ja, wieder was ganz anderes, aber ja, natürlich, also ein Stück, das ähm das ich starte, dass.
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Was ich anfange, das muss ähm erstmal zu mir sprechen, das heißt, ich kann nicht nur einfach irgendwas lernen. So, ich lerne das jetzt das Stück, weil ich muss oder weil ich will, sondern ähm.
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Es es spricht zu mir, das heißt es es findet eine Resonanz statt, also es spricht zu mir, es resoniert in mir, ich habe einen Dialog mit dem Stück. Das ist dann mein Stück.
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Dauert da noch natürlich eine Weile. Also auf der einen Seite ist es von Anfang an meins,
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ich weiß, es spricht mich an, ich hab's ausgesucht, wir haben uns gegenseitig ausgesucht, wieso, sich gegenseitig erkannt, ja? Aber es dauert eine Weile, bis so eine wirkliche Beziehung zu so einem Stück hat, auf einer eigenen motorischen,
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und emotionalen Ebene, weil weil diese ganzen anstrengenden Überstunden stehen auch erstmal ein bisschen dazwischen, dass man.
10:50
Das ist zwar eine Liebesbeziehung ist zu dem Stück, aber auch eine Arbeitsbeziehung. Und damit diese Liebesbeziehung nicht von der Arbeitsbeziehung erstick.
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Muss man auch immer gucken, dass diese Resonanz, die da ist, also dass der Herzschlag zu da ist, dass das bleibt durch die.
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Dass man's nicht kaputt übt, dass das durch das durch das durch die Arbeitsbeziehung trotzdem bleib.
11:12  Moderator
Das sind äh sehr interessante Ausführungen, also ähm ich fand's auch sehr interessant, welche Worte du verwendet hast, weil letztlich es wirkt ein bisschen ein Stück ist,
11:20
quasi wie ein Date, ja? Es muss irgendwie auf beiden Seiten ein bisschen funken und dann muss man ein bisschen dran arbeiten, der Hoffnung, dass eventuell mehr draus wird. Also von.
11:30
Sehr interessanter Vergleich. Wenn du ein neues Stück beginnst, also fangen wir doch mal mit dem ersten Date an. Ähm,
11:39
Wie laufen die Stücke inzwischen über den Weg? Ist es auch sowas? Du bist auf YouTube unterwegs, schaust dir was andere Organisten so machen und auf einmal entdeckst du etwas oder hat jemand was gespieltes interessiert mich jetzt?
11:51
Also wie ist so die Entstehungsgeschichte, wenn du auf was Neues triffst.
11:55  Gast
Von Stück zu Stück verschieden. Manche sind ganz wichtige Dates und andere sind,
12:00
einfach ein paar Dates äh am Weg, ja? Und manches höre ich und will das auch lernen und dann ist auch wieder gut,
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oder ich es, ich schaue mir das eine Zeit lang an und dann gibt's Stücke, die sind außerordentlich wichtig für einen, wo man weiß, es sind Lebensstücke,
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wird man sein ganzes Leben lang denke ich mal spielen. Das ist für mich zum Beispiel PSD Org von Bach oder die Pasta Kalia gesehen worden. Die Passakalia zehn wollen wir mit einem Grund, warum ich mich
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mir das Orgelspiel überhaupt angetan habe, sage ich jetzt mal, aber so ein Stück
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sowas gibt es nicht fürs Klavier. Also das ist ein Paradebeispiel für mich dieses Werk, für die Verspieltheit und die Andersartigkeit wie Bach an der Orgel komponiert. Man kann dieses Stückchen falls das romantisch bezeichnen. Man kann die Passagalia C mal als,
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meiner Meinung nach schon,
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Verhältnis zu dem, was was Bach am Klavier komponiert hat. Als romantisch bezeichnet. Sowas gibt es nicht, so eine Klavier äh Komposition gibt es einfach nicht. Und das ist halt für mich ein sehr wichtiges Date gewesen, ein so wichtiges Date, dass ich mir Zeit genommen habe, bis ich damit angefangen habe,
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Bis dahin, dass ich da, dass ich immer dachte, ach nee, habe ich jetzt noch nicht. Ah nicht später, aber irgendwann mal war ich dann ein bisschen wie gezwungen, das jetzt zu machen.
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Man darf jetzt so ein Stück auch nicht auf den heiligen Sockel stellen. Es ist ein Stück, ein fantastisches Stück, aber dann geht man weiter und ähm.
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Man hat ja nicht ein Date mit dem Stück allein, man hat also aus meiner Sicht auch ein Date mit dem Komponisten, ja. Also wenn ich Bach spiele, dann habe ich ein Date mit Bach,
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und ähm und den finde ich ja sowieso schon toll. Es ist da so ein weiteres, ein weiteres, ein weiteres Date mit ihm und und es wird immer toller.
13:33  Moderator
Er dir auch oder ist das dann etwas der der dass wir den Mieterphysik überlassen.
13:39  Gast
Also ich habe schon das Gefühl, dass er mit mir spricht, aber ich will da jetzt mal zu weit gehen, sonst denken manche Leute, sich noch mehr weiß, was über mich. Aber ich habe schon das Gefühl, er würde mich mögen, wenn er mich jetzt irgendwie kennen würde, ja,
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Ich meine, er kennt mich ja schon. Aber.
13:58  Moderator
Ich merke schon, du hast ähm wie soll man sagen, ein gesundes Selbstvertrauen, also jemand, der sagt, bach würde mich mögen, er hat ist für mich jemand, der ein gesundes Selbstvertrauen hat.
14:09  Gast
Glaube ich mir ist halt einfach mal.
14:11  Moderator
Nee, sehr schön, aber wenn du jetzt so ein Stück ausgesucht hast und es ist mir auf Instagram sehr stark aufgefallen, dann bist du ja jemand, der sehr viel in die Noten schreibt, so viel, dass man fast
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Böse formuliert die Noten schon nicht mehr sieht. Was schreibst du da alles rein und warum? Das musst du mir erklären. Also ich würde da Schnappatmung kriegen, würde man sagen. Ähm,
14:31
wenn.
14:33  Gast
Gar nicht, dass ich da so viel reinschreibe. Das das ist nicht so, dass ich jetzt da denke, ich schreibe viel rein,
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sondern am Ende steht dann halt furchtbar viel drin, aber ich habe gar nicht mitbekommen, dass das so ist. Ähm ich klicke eigentlich erst dann mit, wenn's wirklich schon akut ist. Also manche Stücke von mir waren dann so akut,
14:49
dass ich selbst ich nichts mehr lesen konnte und ähm und dann waren die durch die Reise noch irgendwie halb zerfetzt und sahen aus, als wäre ich hätte ich sie aus der Müll. Als der Müll kriegt mir gezogen, ja. Aber ähm,
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Aber ich habe alle Noten doppelt. Das heißt oder fast, alle wichtigen Noten vom Dach sowieso,
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dann fange ich wieder mit leeren Noten an, wenn das Stück von für mich das erste Mal durchgearbeitet ist. Und dann steht beim zweiten Mal bei weitem nicht so viel drin.
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Und die Farben sind für mich beim Analysieren eines Stückes einfach schön. Es motiviert mich, es hilft mir, es macht mir Freude,
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Es gibt ja das Gefühl, dass ich das Stück mehr und mehr verdaue, verinnerliche, weil ich Farben sowieso gerne mag. Und wenn ich dann merke, jetzt ist zu viel, dann tausche ich das aus, dann lege ich die Noten weg.
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Verkauf sie und also verkauf sie als Kunstwerk meine ich und dann nehme ich neue Noten.
15:45  Moderator
Aber was genau schreibst du da rein? Also neben Finger und Fußsatz, das ist einigermaßen, denke ich, verständlich, aber was symbolisieren die Farben, schreibst du dir rein, wo sind die Melodien oder wie kann man sich das alles vorstellen, was für Notizen landen in deine Noten.
15:59  Gast
Aber schreibe ich da rein, ich schreibe rein, wenn er mir eine Hemiola auffällt, wenn ich das Gefühl habe,
16:05
hier artikuliere ich nicht dementsprechend wie ich es haben möchte oder hier ist nicht diese dieser weiche Anschlag den ich will, denn dann schreibe ich mir das rein,
16:15
dann dynamische Dinge schreibe ich mir rein, dann alle Töne, die ja, was ich mir auch aufschreibe, alle Töne, die jetzt zum Beispiel am Mittwoch nicht gingen, markiere ich.
16:25
Dann gehen aber am Donnerstag andere Töne nicht, die markiere ich auch. Am Freitag markiere ich wiederum Töne und dann kommt dann wirklich der Tag,
16:33
Wirklich alles wirklich ist. Aber das ist halt so, das habe ich gar nicht vorgehabt. Das passiert dann halt.
16:41  Moderator
Okay, also so eine Art Hengmen, Prinzip, äh welche Töne passieren wann nicht über deine Hand, ich verstehe,
16:48
Wie kann man sich das äh vorstellen
16:52
wenn du jetzt ein Stück übst, ich habe so gelernt, Divided Impera, linke Hand mit Fuß, rechte Hand mit Fuß, nur Hände, nur Füße,
17:00
ist das auch etwas, was du in deinem Unterricht verwendest oder sagst du deinen Schülern da ein anderes Prinzip an, wenn sie an neun Stück herangehen sollen.
17:08  Gast
Nee, ist schon ganz wichtig, dass die Linke haben mit dem mit dem Pedal gut kooperiert,
17:13
Ähm ich bin jetzt schon der Typ, der auch gerne mal viel gleich direkt zusammenspielt oder über was halt sehr wichtig ist, ist das Langsame, das Ruhige, das Zärtliche, gerade an der Orden, das ist das, was mir auch gut gefällt,
17:25
dieses Rasen und das Sportliche, was ich vom Klavier kenne oder meinte, zu kennen.
17:31
Ist an der Orgel nicht so gegeben, fällt größtenteils weg, also diese Ruhe, diese Tiefe, das das Grabe dem, ja, die die Größe.
17:41
Also ich meine, die Orgel nimmt die Größe ja schon auf, das heißt, ich bin wie unter den Fittichen der Orgel, sie ist die Große, ja? Ich bin im Windschatten,
17:51
In diesem Windschatten kann ich agieren. Also ich meine, es hat schon was psychologisches erstmal die Orgel, so die Größe und alles, wie sie ist und.
18:00
Und ähm dass ich dann mal Hände getrennt über oder mal mit dem Pedal, das ist halt der zweite Schritt, aber das erste ist wirklich, die Orgel gut zu verstehen, zu wissen, was ist die Orgel, wer ist das,
18:12
warum und ähm was spiele ich da und wie fühle ich mich dabei und dann wirklich dieses je größer die Ohren, geht desto zärtlicher muss man sie spielen, habe ich das.
18:22  Moderator
Ja, so würdest du sagen, eine Domorgel muss man sehr zärtlich spielen.
18:29
Also ich habe zumindest den Eindruck, wenn ich so manche Dummorganisten höre, sie hatten einen schlechten Tag.
18:34  Gast
Also ich bin ja sowieso nicht gut auf Domedomorganisten zu sprechen.
18:39  Moderator
Das musst du mir erklären.
18:40  Gast
Also na ja, also ähm es gibt so fantastische Orgeln einfach,
18:48
sich nur hinsetzen und langsam spielen, dass man das Gefühl hat, die üben gerade
18:53
Also Orgelspielen heißt nicht langsam spielen, aber für viele heißt Orgel spielen langsam spielen. So ist es nicht gemeint. Ich meine, ich komme aus dem Klavier, da wird immer gerast. Also kam ich mir oft vor, wie so ein Rennwagen. Ich bin ein Rennwagen kommt in ein,
19:08
in eine Fabrik und hier sind dann die die Fabrikarbeiter arbeiten ganz langsam. Und ähm,
19:16
Und ich bin da mit meinem Rennwagen angeeckt, aber man muss sozusagen einen Weg finden, auch als Rennwagen, auch einen großen Domorgeln oder an Orgeln generell, egal ob die jetzt Domagel sind oder nicht.
19:27
Tempo ist eine eine ganz wichtige Angelegenheit, gerade an einer Orgel. Ich finde Tempo, die Entscheidung für Tempo macht Exzellenz aus. So
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Zu langsam ist wirklich grauenvoll. Zu schnell geht nicht. Die Orgel macht es nicht mit. Die Wehrt sich dagegen. Das gefällt ihr.
19:42
Also muss man einen Weg finden, dass man virtuos voller Energie.
19:47
In einem Tempo, das exzellent ist für die Orgel und die meisten wählen meiner Meinung nach immer alles viel zu langsam auch.
19:56
Hassen die, die schnell spielen. Ähm ich bin manchmal zu sehr auf der schnellen Seite, das geht auch nicht. Das heißt, diese Zärtlichkeit muss das also abfedern, gerade an großen Organen. Die Zärtlichkeit federt das ab.
20:11
Man ein Tempo wählt, das Virtuos und zärtlich ist. So, so würde ich das sagen.
20:17  Moderator
Gut, dass äh mit dem langsamen kann ich zumindest aus meiner Sicht verstehen
20:21
kann's nicht schneller. Aufgrund meiner händischen Tätigkeit. Aber das ist ein anderes Thema. Kommen wir nochmal zurück zu einem sehr interessanten, kurzen Einwurf von dir. Was hat es mit den Domorganisten auf sich? Wieso magst du die nicht? Das musst du mir jetzt kurz erklären.
20:35  Gast
Oh je. Bin aber sehr gespannt, wer das mithört. Ach ähm es ist halt eine meiner Meinung nach eine ziemlich krasse Männerdomäne einfach,
20:45
und in denen Frauen viel zu kurz kommen, wo ich darüber erschüttert und entsetzt bin. Klar, dann gibt es Leute, die zählen dann, wenn ich das sage, Frauen namen auf, aber alleine schon, dass die Frauennamen aufzählen,
20:57
gib mir Recht, denn wenn man Männer aufzählen würde, kennt man aus den Zellen gar nicht mehr heraus. Und ähm.
21:04
Es ist sozusagen eine eine sehr konservative.
21:10
Das Langsame passt da ja gut und gerne noch dazu. Ja, das verstärkt das Ganze ja nur irgendwie, ja. Dieses behäbige,
21:18
ist auch ein falsches Wort. Da ruht man sich auf etwas aus. Es das die Konzertorgel an sich, so wie ich das vom Klavier kenne, das Instrument als Konzertinstrument geht da,
21:30
oft irgendwie unter, ja. Und na klar, natürlich ist eine Kirche kein Konzertsaal. Darüber kann man ja auch noch lang diskutieren. Aber trotzdem ist die Orgel für mich ein ein Virtuoses künstlerisches Konzertinstrument. Jede Orgel.
21:44
Egal ob groß oder klein. Und ähm.
21:47
Und es ist völlig in Ordnung der Toast zu spielen und es ist auch in Ordnung da, ein konzertantes Spiel zu wollen und zu fördern. Es ist nicht böse, es ist nicht falsch,
21:57
Es ist gut, weil es gibt genügend Leute, auch junge Leute und auch generell die Gesellschaft, die Orgel sehr langweilig finden. Warum?
22:06
Immer so langweilig gespielt wird. Und ähm wenn die mal ein bisschen fetziger gespielt werden oder mein, damit meine ich nicht Jazz.
22:14
Meine O ist einfach, ja? Dann glaube ich, dann würde es würde die Gesellschaft die Orgel auch mehr ermüll.
22:23  Moderator
Also ich kann nachvollziehen, dass äh Domorganisten hauptsächlich männlich sind, wobei wenn ich eigentlich an Orgel denke, gerade auch im kirchlichen Kontext, denke ich, hauptsächlich
22:32
an Frauen dann mein Eindruck ist, dass gerade viele ältere Frauen eigentlich dieses kirchliche Spielen zusammenhalten, ist das ein Eindruck, der mich täuscht oder wie siehst du das, weil du ja auch.
22:41  Gast
Das stimmt. Das stimmt und darüber bin ich auch dankbar. Aber es ist doch sehr auffällig, dass alle Machtpositionen, die auch noch sehr gut bezahlt sind oder was heißt sehr gut bezahlt,
22:50
gut wird das ihr Eis alles nicht bezahlt, aber dass die Machtpositionen, die einigermaßen gut bezahlt sind, halt Männer sind,
22:57
und die lieben goldigen alten Frauen auf dem Land, die eigentlich alles zusammenhalten. Das sind ehrenamtliche Damen,
23:05
das Ganze eigentlich ja wie du selber sagst zusammenhalten und dieser Bruch.
23:11
Was ich sehe, ja? Das das finde ich einfach nicht in Ordnung. Also ich meine, man kann wirklich sagen, man könnte jetzt sagen, ja, es gibt ja nicht genügend Frauen, vielleicht wollen die alle nicht. Aber mir fällt auf, wenn das, wenn dann eine Frau mal da ist,
23:23
passt sie auch nicht. Aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen hat sie dann auch tausend Sachen an dem wo man was aussetzen kann. Anstatt sich zu freuen, dass mal wieder eine da.
23:33
Daran mer.
23:35  Moderator
Hast du es denn mal, probiert dich auf eine Domorgel zu bewerben.
23:39  Gast
Dahin habe ich nicht, weil ich habe ich Studio ups. Ich studiere, ich habe ich studiere künstlerische Orgel, das heißt, ich studiere ja gar keine Kirchenmusik und ähm da müsste man ja Kirchenmusik studier.
23:52
Und ich glaube auch nicht unbedingt, dass was für mich ist, was ich toll finde, wäre eine Stelle, wo ich wirklich nur Orgel spiele, ja. Also eine Stelle, wo ich nicht noch zig andere Sachen müsste. Schon gar schon gar nicht bürokratische Sachen oder so,
24:04
sondern einfach eine Stelle, wo ich mit meiner Kunst nachgehen kann und die meisten Kirchenmusiker haben mir gesagt, so zu wenn man in so eine Stelle kommt als Kirchmusiker,
24:13
übt man nur noch zehn Prozent, vielleicht fünfzehn Prozent seiner Zeit und der Rest,
24:19
alles andere. Bürokratie, Geld sammeln, rumstreiten, treffen, Chor natürlich, aber auch einfach sehr, sehr viel organisatorisches und.
24:30
Bedeuten würde, dass man vor allem Orgel spielt, dann wäre es top.
24:38
Aber ich glaube, in Deutschland ist das sowieso nochmal spezieller als im Ausland.
24:41  Moderator
Ja, verstehe. Ähm wie ist das denn.
24:45
Wenn du in den Kirchen spielst, die ja auch letztlich fast immer Gemeinden sein werden, gibt's da auch Kirchenmusiker, die das irgendwie nervt, dass du zu nur kommst, um Konzerte zu spielen oder gibt's da keine, irgendwie weiß ich nicht, Art von Rivalit,
25:00
oder spiel doch auch mal einen Gottesdienst und hilf uns so nach dem Motto.
25:04  Gast
Oh, ich habe ich habe schon viele Gottesdienste gespielt. Ich bin ja gläubig und liebe Gottesdienste. Also das stört mich nicht. Gottesdienst zu spielen. Ich finde das schön.
25:12
Ich hab gar nichts gegen Gottesdienste, das ist halt eben das Lustige, es gibt sehr viele Kirchenmusiker, die mit Gott nichts anfangen können, die haben aber Kirchenmusik studiert und ich bin wirklich gläubig und
25:22
und spiele dann nur Konzerte und dann sagen halt manche Leute zu mir, also
25:28
neidische Menschen, dass ich gar keine echte Kirchmusikerin sei. Also das fällt mir halt zum Beispiel auf. Das finde ich auch serbstros. Wahrscheinlich ist das diese Art Rivalität. Also,
25:38
ich weiß, also es haben mir andere erzählt,
25:40
Das ist zumindest früher so war, dass die die Kirchenmusik studiert haben, mit denen die nur künstlerische Orgen studiert haben, nur in Anführungsstrichen aus deren Sicht,
25:49
auf jeden Fall, dass da immer irgendwie dicke Luft war. So nach dem Motto.
25:53
Nur wer wirklich Kirchenmusik studiert hat, versteht die Orgel, versteht Kirche, ist ein richtiger Organist. Ich halte das für völligen Humbug, weil die meisten Kirchenmusiker spielen viel schlechter,
26:06
beziehungsweise haben gar nicht die Kraft und Zeit so zu üben wie beispielsweise ich oder andere.
26:11
Und ähm haben viel weniger andere Orgeln kennengelernt, kennen meistens so ihre eigene.
26:17
Hocken achtzehn Jahre an der eigenen, was ja auch OK ist, aber ich meine, ich find's auch wichtig, andere Argeln kennenzulernen und zwar viele, es ändert so viel, es hilft einem so sehr.
26:27
Exzellent zu werden oder sich an der sich mit der Orgel an sich zu beschäftigen einfach, mit Räumen, mit Akustik, mit unterschiedlichen.
26:37
Räumen und Kirchen, ja. Und völlig unterschiedlichen Orden von einem Tag auf den anderen und so.
26:45
Na ja also ähm ich denke, dass man auch ohne Kirchenmusik und eine fantastische Organistin werden.
26:51
Sogar, dass es sogar leichter ist, weil man einfach sich fokussiert.
26:55  Moderator
Mhm.
26:57
Wie ist es? Ähm ich habe gelesen, du bist nicht nur Einzelunternehmerin, sondern quasi hinter dir steht auch ein Team, was man,
27:06
aber nicht so nach außen, denn wahrscheinlich in dieser Form erkennen wird, was, wer hilft dir alles oder was braucht es alles, damit du Konzerte spielen kannst?
27:17  Gast
Ja, das ist schon, sind schon einige, schon einige wichtige Dinge,
27:21
Also ähm Fans, Sponsoren, Unterstützer, jemand, der ein Team, was meine Webseite macht, ein Team, was sich ähm um meine CDs kümmert oder Sachen verschick.
27:34
Ähm ja, Leute, die helfen bei der Organisation. Ähm.
27:42
Also allein so eine Aufnahme, man braucht ein tolles Aufnahmeteam, man muss mit Leuten sprechen, dass das organisiert wird, wo wann, was? Man muss hinfahren, man braucht Toplehrer, Leute, die einen immer wieder coachen und ermutigen,
27:56
die sagen bleibt dran, mach das so und so super super Visoren im Grunde und,
28:02
unterschiedliche auch, das hilft sehr, Leute, die einem die an einen glauben und so, das ist alles sehr, sehr wichtig. Also alleine schafft man's nicht. Und und man muss auch wissen, dass es die Berufung ist, die man hat,
28:14
Also man kann das nicht als Hobby machen und auch nicht mal ausprobieren nur. Ich meine natürlich kann man es auch mal ausprobieren. Aber manche Leute machen das ein Jahr und die nennen das dann Sabbatia.
28:24
Machen das ein Jahr und dann gehen sie wieder zurück ins Unterrichten oder in tausend andere Sachen.
28:32
Und bei mir ist es kein Sabath, ja. Für mich ist das mein Leben ja. Also ähm ich mache das jetzt schon seit zweitausendzehn und.
28:41
Ja also.
28:42  Moderator
Gut leben oder wie kann man's zusammenfassen.
28:47  Gast
Ja, also ich finde, dass ich damit bestimmt sehr viel mehr verdiene als.
28:52
Als sehr, sehr viele andere Musiker. Und das sind natürlich ist es eine Sache, man muss immer gesund sein, man muss immer fit sein. Also ich kann weder an meinen Händen noch an meinen Beinen, noch an meinen Füßen, noch an meinen Arm, noch an meinem Kopf irgendwas haben.
29:06
Na?
29:07
Das heißt, ich muss gesund sein, ich muss fit sein, ich muss schlafen, ich kann nicht rauchen oder sowas, ich kann mir jetzt auch, ich kann eigentlich auch nicht wirklich viel Alkohol trinken. Ich, ich muss sozusagen gucken, dass alles irgendwie passt.
29:21
Sehr diszipliniert sein, man muss üben, lieben, sonst kannst gleich vergessen. Ähm.
29:28  Moderator
Aber ist dieses diszipliniert sein, ist das für dich auf Dauer sehr anstrengend, also dass du dir selber sagst und jetzt brauche ich mal Sabbat vom Diszipliniert sein oder ist das einfach dein Lebensstil.
29:40  Gast
Ja, also.
29:44
Weiß es nicht, ich komme jetzt gar nicht so diszipliniert vor. Für mich ist es immer ein Wunder, dass es irgendwie so läuft. Manche Leute halten sich für schwer chaotisch. Ähm ähm.
29:57  Moderator
Gehörte zu Kunst habe ich gehört.
30:00  Gast
Also ob ich jetzt diszipliniert bin, ist auch wahrscheinlich eine große Frage. Aber ich würde schon sagen, was das Üben angeht, bin ich es schon. Also aber ich nenne es nicht diszipliniert, sondern ich brauche das üben, ich liebe das Üben, das Üben gehört zu mir, das ist wichtig, das brauche ich, um mich wohlzufühlen auch.
30:16
Ähm also hat auch nicht nur künstlerische Aspekte. Ich finde üben einfach gut und.
30:23
Ja, also wenn man nicht üben will, kann man's wirklich vergessen. Und dann sollte man noch andere Sachen haben, wie zum Beispiel Kontaktfreudigkeit, man muss sehr gerne reisen. Man muss sich mit fremden Leuten schnell einstellen können, relativ flexibel sein.
30:37
Man muss eigentlich auch ganz gut mit Netzwerk sein, das hilft schon. Wenn man das alles nicht ist, braucht man halt noch mehr andere Leute, die das machen, geht ja auch, geht ja auch, haben ja andere auch.
30:51
Gut, manche sagen, dass viele Netzwerken es auch nicht immer so positiv, weil man hat da nicht nur Fans, sondern leider auch.
30:57
Aber ich habe mir überlegt, okay, man muss sich entscheiden, entweder man sagt, okay, ich vermeide sämtliche Hasser.
31:09
Dann kann ich aber auch vieles nicht machen, was ich mache. Oder man akzeptiert, dass man das, dass man das dann hat, Leute, die einem irgendwelche anonymen Hasskommentare schreiben, ja. Oder ähm.
31:22
Aber dafür gibt es super viele andere, die total begeistert sind. So ist es halt.
31:28  Moderator
Aber um einen kurzen Abstecher zu machen.
31:33
Gibt es dann für dich so etwas wie private Leben eigentlich, wenn du sagst, du bist sehr viel unterwegs, ähm sehr viel auf Konzertreise, kriegt man das unter einen Hut oder ist das tatsächlich etwas, was sehr schwierig in diesem Fall zu organisieren ist.
31:47  Gast
Es ist schon schwer, weil ich eher nicht nein sagen kann, beziehungsweise gierig bin. Also wenn jetzt jemand sagt,
31:57
Ich möchte, dass du da und da spielst, ich an dem Tag aber schon ein anderes Konzert habe, bin ich schon oft in Teufelsküche gekommen, weil ich dann echt versuche, beide Konzerte unter in diesem Tag unterzubring,
32:09
Und das ist mir sogar schon ein paar Mal gelungen, aber mit unglaublichem Auf.
32:14
Wirklich von A nach B hin und zurück und hin und her gefahren bin. Aber ich hab's geschafft,
32:20
nur was dann halt mal passiert ist, dass man zum Beispiel irgendwas vergisst, liegen lässt oder im schlimmsten Fall mal ein Licht nicht ausgeschaltet hat oder eine Heizung noch läuft irgendwo,
32:32
was ja nicht dein da.
32:34
Und ähm weil man einfach so überfordert ist, diese Reisen zu organisieren und dann heißt es, man muss bis dann und dann da sein und den Orbelschlüssel holen. Ach du Schreck, kriege ich das überhaupt hin bis dahin ja und ähm.
32:48
Ja, aber ich ich es ist ja so, ich mache alles mit ICE und mich mit dem Auto. Und manchmal muss mich dann halt jemand schnell fahren,
32:55
fahren, ja? Weil ich nicht noch spielen und Auto fahren kann, ja? Irgendwann hört's dann ja doch mal auf.
33:03  Moderator
Irgendwann ist die Profession zu Ende.
33:05  Gast
Genau. Ich kann Autofahren, ich kann schon gut Auto fahren, ich bin kein Langstreckenauto, weil ich habe auch ein Auto. Aber ich kann jetzt nicht fünf Stunden am Stück fahren, da bin ich total erschöpft, wenn ich ankomme. Falls ich überhaupt angekommen bin.
33:18  Moderator
Und im ICE bist du dann nicht erschöpft, also wenn ich fünf Stunden ICE fahre, dann bin ich auch mal von der Klimaanlage matt.
33:25  Gast
Das stimmt, Reisen ist ganz grundsätzlich anstrengend, auch im ICE, aber daran kann man sich's gewöhnen. Also ich will's, ich würde sagen, ich bin sehr ICE geprobt, sehr geübt, damit klarzukommen. Ich kann ganz gut arbeiten und schlafen da. Also man ist trotzdem müde.
33:39  Moderator
Ist das Zauberwort.
33:40  Gast
Schlafen, genau.
33:41  Moderator
Kommen wir äh zu einer unerfreulichen Situation, die ja gerade alle Künstler betrifft, nämlich Corona und dass wir
33:49
oder dass ihr in dem Fall äh nicht auftreten könnt und da natürlich auch Verdienstausfälle habt und teilweise natürlich auch nicht wisst, wie es weitergehen soll, zumindest bei Leuten, die jetzt,
33:59
vielleicht nicht so weit fortgeschritten sind wie du in ihrem künstlerischen Schaffen, wie gehst du mit der Situation um und wie siehst du die aktuelle Situation und auch die Richtlinien vielleicht? Sagst du,
34:11
man könnte das natürlich wunderbar alles machen,
34:15
Aber schaut ihr auf Fluglinien oder sagst du, nein, es ist schon so sinnvoll, wie es ist, wie nimmst du das alles so gerade wahr.
34:24  Gast
Also für mich sind diese erzwungenen Auszeiten, für mich persönlich sind diese erzwungenen Auszeiten manchmal auch an Segen,
34:32
Ich, also klar, in dieser Woche fällt viel schon alleine dieser ersten Novemberwoche fällt jetzt viel aus, davon sind mindestens zwei Sachen, die mir wichtig waren,
34:43
Aber es ist wird dann halt verschoben. Es ist ja dann nicht für immer weg. Es wird dann verschoben.
34:50
Und was ja vielleicht auch mal okay, es wird verschoben und ich kann in der Zeit.
34:56
Üben und neues Repertoire üben und dann muss ich nicht immer im Zug sitzen. Ist doch vielleicht nicht schlecht. Und das Finanzielle, gut für mich ist das jetzt nicht so, dass, dass ich deswegen jetzt gleich.
35:08
Abstürze, weil es gibt Stipendien, ich habe auch ein Stipendium, ich habe sogar.
35:15
So ein Stipendium auch für Videos bekommen und dann gibt es ja hier in Bayern Künstlerhilfe und so weiter. Also man wird schon auch aufgefangen, ja. Ist jetzt nicht so, dass man da jetzt ich meine klar, es ist sehr schlimm für Konzerthäuser,
35:30
die oder für große Festivals in Popmusik und so, die,
35:36
ja massive Ausgaben haben und die nicht einfach sich zurückziehen und üben können, sondern die.
35:43
Auf diese Festivals und Bands und Chören und so angewiesen sind, dass dass das Menschenmassen sind so, ja. Das ist ja bei mir jetzt so nicht. Und ähm.
35:54
Ich bin ja da fernab auf dem Berg mit meiner Orakel und die Leute sitzen weit weg von mir und.
35:59
Ähm hätte ich jetzt nur die Klavierabende, wäre es vielleicht schwieriger gewesen, weil da die Leute viel dichter an mir dransitzen, ja ähm.
36:10
Naja, also zu dieser ganzen Pandemie will ich mir jetzt gar nicht äußern. Ich finde, das ist alles recht bedenklich, wie das äh gehandhabt wird.
36:18
Weil ähm weil sich halt weil die Kultur ja schon insgesamt.
36:26
In vielen Bundesländern schwer schwer bestraft wird für etwas, was die wo ich mich frage, was das soll. Ähm das geht natürlich gar nicht, aber ähm.
36:38
Ich versuche immer alles als Segen zu sehen. Ich sehe das für mich persönlich als großen Segen mal zur Ruhe zu kommen.
36:44
Zu üben und andere Sachen zu machen. Komponieren.
36:50  Moderator
Auch 'ne Option, also zum Beispiel Gerd von Höft macht zum Beispiel derzeit sehr viele Livestreams von seiner,
36:55
Heimorgel oder von der Orgel, wo er in der Kirche spielen kann und hat dann auch teilweise auf YouTube tausend Zuschauer gleichzeitig,
37:02
und natürlich einen Spendenbutton, ist das für dich eine Option, wo man sagen kann, Kunst muss sich auch ein Stück weit digitalisieren können oder bist du ein strikter Verfechter von,
37:12
Bitte hier Noten und bitte vor Ort, denn alles andere ist für mich nicht,
37:19
die die Wirkung von von Kunst und Musik, also zum Beispiel was ich sehr interessant finde in der Stefan im Stefans Dom in Wien, wurde sehr viel mit Tablet gespielt und nicht mit echten Noten. Fand ich sehr
37:30
Lustig und interessant ist es für dich auch ein Weg, wo man sich als Organistin vielleicht ein Stück weit
37:36
irgendwann weiterentwickeln muss Richtung Digitalisierung oder ist das etwas, was nie wirklich da sein wird.
37:42  Gast
Also ich mach ja beides gerne. Ich ich bin ein totaler Fan von von Webseite Internet, Social Medias und Paypal und einem ganzen Gedöns-Shop und äh und ähm.
37:57
Digitalen Produkten, die man da kaufen kann, aber ich liebe auch das ganz normale, also ich glaube nicht, dass ich mit dem Tablet spielen werde,
38:07
Also gut, man soll es nie nie sagen, aber wenn ich mich da da weiß, da bin ich halt so, wenn ich mal überlege, bach, der hat seine Noten ja mit der Hand so wunderschön aufgeschrieben und dann jetzt kommt der Oberabschuss, hat er das mit Blumengelanden verziert.
38:21
Mit Blumengelanden verzieht. So so fast kindlich, ja? Und.
38:29
Da passt so ein Tablet für mich überhaupt nicht dazu. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Bach auf einem Tablet,
38:34
Blue für Keller, Michi. Also das geht ja gar nicht. Also ich ich lese auch nie meine Bücher über, wie heißt das da? Kindle.
38:44
Also ich habe mein Buch, ja,
38:48
Und das ist mir wichtig und so ist es mit meinen Noten auch, das ist mir total wichtig, den zu denen habe ich eine Beziehung. Ich kann noch nicht zu einem Tablet, das ist nicht das Gleiche,
38:57
Na klar kann man auch streamen und Pipago. Aber es ist für trotzdem nicht das Gleiche sein. Es ist für mich.
39:04
Es ist in einer eine Möglichkeit, eine nette Möglichkeit und,
39:09
durchaus auch eine, die jetzt nicht verächtlich zu sehen ist, klar, wenn da tausend Leute zugucken und dann den Spendenbutton drücken, wie das auch schlecht, aber ähm aber es ist ja genug, fähig, indiskutabel ist ja nicht dasselbe,
39:22
eine Begegnung, einen ein Live-Konzert, das ist das ist eine eine geistgeistliche Sache auch oder wie soll ich das sagen? Eine spirituelle Sache. Das kann zwar durchaus auch,
39:35
rüberkommen, digital, das Spirituelle, kann auch überkommen,
39:40
aber nicht auf der selben Nicht in der selben Idensität. Also eine jetzt nicht gleichwertig mit, wenn man das selber sieht und spürt das glaube ich nicht.
39:51  Moderator
Ja, verstehe. Kommen wir zurück zur Musik. Gibt es in der Orgel jetzt neben Bach einen Art Lieblingskomponisten, den du hast oder willst du da gar nicht so sehr nach Komponist aus.
40:02  Gast
Also ich mag gerne Beethoven, aber der hat ja jetzt nicht so viel. Ähm was mag ich noch? Sehr gern Brooms. Ich liebe Brooms. Ich mag gern List natürlich sehr gerne. Ähm Buxtehude mal auch sehr gerne.
40:18  Moderator
Hast du ein Lieblingsstück.
40:21
Nicht generell. Also wenn du sagen würdest, das ist mein absolutes Favorit, ist es diese Pascalia von Bach oder gibt es noch ein, ein.
40:29  Gast
Ja, die Passau, Cali hat vom Bauch gehört, definitiv dazu, was ich auch sehr gerne mag, ist Brilut und Fuge A Du für Argel vom Bach oder ähm.
40:45
Sehr gern.
40:49  Moderator
Du bist ja zweisprachig aufgewachsen, also ein Teil in dir schlägt schwedisch, äh ein Teil Deutsch,
40:57
gibt es denn Unterschiede jetzt zwischen Schweden und Deutschland? Zum Beispiel jetzt auch im Hinblick auf der Orgel, also merkt man da eine unterschiedliche Kultur in Handhabung, Spielweise, Verständnis, Klangfarben.
41:12  Gast
Na ja, also Deutschland ist schon das wesentlich größere Orgelland, würde ich jetzt mal sagen, weil ähm in Schweden gibt es diese, dieses diesen Reichtum an Orgeln so nicht,
41:22
vor allem nicht auf dem Land die historischen Orgeln sind alle weg. Es gab zu viel Geld in Schweden scheinbar. Die wurden alle äh durch neue Orgeln ausgetauscht.
41:31
Sehr viele Elektronischchorgen gibt es da mittlerweile auch.
41:34
Ja, es gibt sehr hübsche und nette, schwedische Kompositionen, die gefallen mir auch alle sehr gut. Aber ich denke jetzt nicht, dass das äh vergleichbar ist mit mit deutschen Orgelkomponisten. Ähm.
41:48
Weil die sind weltbekannt, also das ist eines weltbekanntes, gerade Geschichte geschrieben und das andere ist schön, sehr schön.
41:56
Gefällt mir sehr sehr gut jetzt ähm ähm Schulkränen, Lindberg.
42:04
Und so weiter ähm.
42:07
Ja, das ist ähm ich glaube, schwierig ist mehr für andere Dinge aus meiner Sicht bekannt, als jetzt unbedingt für Orgel-Komposition.
42:16  Moderator
Für Klavier gibt es da etwas, wo du sagst, da ist es, da würde ich es eher sehen, Schweden oder.
42:23  Gast
Nicht in einem klassischen Bereich, nicht so sehr im klassischen Bereich, wahrscheinlich eher so im im populären, im populären Bereich.
42:33
Dass da die Schweden stärkere Positionen haben, durch Abba zum Beispiel oder durch in Filmmusik, natürlich Filmmusik, Popularmusik, Songs.
42:43  Moderator
Also spielst du auch aber auf der Orgel.
42:47  Gast
Ja, kann man natürlich auch auf Dauer antreten. Mache ich lieber nicht.
42:52  Moderator
Okay. Du sitzt ja gerade zu Hause vor deiner Übungsorgel mit Hauptwerk
42:57
und ähm ich glaube du möchtest uns einerseits jetzt mal virtuell zumindest eine, wie sagt man aufgenommenes Sample Set an der Orgel kurz vorstellen
43:08
Ähm was hast du dir da heute ausgesucht.
43:11  Gast
Also ich hab jetzt hier die Führerorgel von Rittershausen, weil Braunschweig das ist ähm.
43:20
Ja, das kann ich hier sagen. Es ist die Ohren kenne ich. Ich habe da schon mal konzertiert ähm habe drei Manuage, sind sehr, sehr schöne Orgel,
43:31
was mir gefällt und was ich mal vorstellen kann ist beispielsweise, ja sagen wir mal die acht Füße gefallen mir sehr sehr gut,
43:41
Also da kann ich aber ein paar zeigen, Moment, also.
43:47  Moderator
Also nur zur Klarstellung, wir machen das jetzt über Zoom, deswegen wird die Qualität nicht bombastisch sein. Aber dafür gibt es ja wie schon erwähnt, die persönlichen Begegnungen dann im Konzert.
44:09  Gast
Hier bei diesem Sample Set wird die komplette Akustik so wie sie in der Kirche auch ist und die ist massiv ist hier mit dabei. Man kann natürlich bei jedem Sample Set die Akustik auch ausstellen bis hin zur totalen Trockenheit,
44:22
man kann sie also niedriger oder sehr stark machen. Ich hab jetzt hier auf volle Akustik wie im Original. Also das war das Holz gedacht ach.
44:30
Jetzt nehme ich mal Moment.
44:42
Okay, jetzt nehme ich mal.
45:01
Von den von Hauptwerken. Man kann das ja unter unterschiedlich einstellen, wo man das haben will. Jetzt habe ich, warte, Moment.
45:12
Alles mal getrocknet. Das ist Prinzipal achtundhaubwer.
45:24
Und jetzt mache ich.
46:32  Moderator
Klingt ein bisschen wie ein Vergott.
46:36  Gast
Genau, ja, was noch?
46:40  Moderator
Gibt's was besonderes im Pedal? Etwas, weiß ich nicht. Zweiunddreißig, vierundsechzig, Fuß oder.
46:45  Gast
Ja, mein Hintersatz vierfach, also Saune, sechzehn, die kann ich aber zeigen.
47:39  Moderator
Also ihr seid nicht auf dem Metal Festival gelandet, dass es tatsächlich eine Orgel, wenn man nur im Vital spielt. Sehr schön, vielen Dank für die Kurzpräsentation für alle, die sich die Orglitz nicht ganz vorstellen können, ist sie mechanisch oder elektronisch oder pneumatisch.
47:54  Gast
Eine mechanische Orge.
47:55  Moderator
Hat sie ein Rücken positiv oder wie ist sie so ein bisschen aufgeteilt, wenn man's das Bild nicht so ganz vor Augen hat? Weißt du's noch?
48:02  Gast
Oh je, jetzt müsste ich jetzt wissen, ich weiß. Also sie hat auf jeden Fall einen Schweller und ähm ja, ich glaube, sie hat nur positiv. Aber da muss ich echt mal nachschauen. Das weiß ich jetzt gar nicht mehr auswendig.
48:18
Aber ja, das, ich schaue nach und sagte Bescheid, ja.
48:25
Ich war ja da, ich müsste jetzt also pissen.
48:32  Moderator
Alles gut, alles gut. Wir.
48:35
Wir verweisen an dieser Stelle auf die Google-Suche ähm kurz außerhalb des Podcasts. Kriegen wir hin.
48:43
Wie ist das denn, wenn wir jetzt mal ins Jahr zwanzig einundzwanzig schauen, ähm hast du neue Ziele oder Ziele gesteckt, die du als nächstes erreichen möchtest?
48:53  Gast
Ja, also ich möchte auf jeden Fall sehr viel mehr äh komponieren auch. Ich habe dieses Jahr schon recht viel komponiert und auch veröffentlicht und mein erstes Orchesterwerk auch, das freut mich sehr,
49:04
und das nächste ist eben ein Orchesterwerk mit Orgel zusammen. Es ist sehr viel Arbeit, das möchte ich aber auf jeden Fall machen, ist mir wichtig.
49:13
Ja und,
49:17
andere, was ich ähm mehr machen möchte ist neben dem Komponieren auch zu schreiben. Viel, viel schreiben und so. Und das darf man und das sind ja alles Dinge, die kosten Zeit und Kraft und gleichzeitig hat man sein normales Übelpensum und Konzerte oder.
49:32
Also ich ich lasse es mir so ein bisschen offen,
49:35
wie ich das, wie ich das gewichten will. Ich denke dann halt immer an andere große Künstler oder an große Künstler einfach, die schon gestorben sind. Die haben auch irgendwann mal das Konzertleben ein bisschen hinten angestellt,
49:50
um sich dem um sich den schöpferischen Schaffen zu widmen,
49:54
Und da ich weiß, dass das so wenig Frauen im Verhältnis machen oder gemacht haben, sehe ich es als meine Pflicht ein Stück weit an.
50:03
Zu machen einfach. Und ich weiß, das ist ähm anstrengend und aber ich denke, dass meine Kreativität.
50:11
Mehr als genug dafür ausreichen. Ich habe auch,
50:14
tolle Ideen, sonst kann man's ja auch wieder gleich vergessen, ja. Aber selbst wenn man tolle Ideen hat und sehr kreativ ist, ist es immer noch sehr viel Arbeit.
50:22
Das heißt ähm eine Arbeit die auch oder an die man sich auch neu gewöhnen muss. Ich meine so ein Orchesterwerk mit Orgel aufschreiben.
50:30
Ist ja jetzt auch kein Publikum, ja. Und es muss hier auch noch was klingeln hier. Wobei das Klingen ist jetzt nicht so das Problem, finde ich. Aber man man läuft ein bisschen als Frau auch ein bisschen gegen Wind null. Es gibt schon ein paar Leute. Ich finde es grundsätzlich doof,
50:43
Und ähm ich find's eigentlich immer grundsätzlich toll und.
50:50  Moderator
Schon was zu hören von deinen Eigenkompositionen.
50:54  Gast
Ja, die sind klar, die kann man, also ich bin bei äh Furore voller Kassel, Heinrichshofen Verlag,
51:00
in Bielefeld und St. Laurenzius Verlag, Frankfurt am Main und ähm und ich habe dazu die Videos auch auf YouTube gestellt und kann man auch in meinem Shop äh kaufen oder bei denen im Shop.
51:12
Und jetzt ist eben auch ein ein Orchesterwerk rausgekommen, das heißt Seehöhle, das wurde aber noch nicht wo aufgeführt, kommt hoffentlich noch.
51:21
Und und ich arbeite jetzt eben an einem sehr sehr schönen Orchesterwerk zu ähm was mit der Orgel zusammen und tja und.
51:34  Moderator
Sehr fein. Hast du dich im Bereich Komposition auf etwas spezialisiert? Ähm, weiß ich nicht, du komponierst jetzt für eher Klavier oder schaust jetzt einfach mal, was für dich am besten funktioniert, bevor du dich fokussierst.
51:46  Gast
Viele Sachen schreiben. Also momentan schreibe ich schon viel für Orgel natürlich und für Klavier habe ich auch schon einiges. Klavier und Orgel sind bis jetzt so Fokus gewesen, jetzt auch wirklich den Fokus mehr aufs Orchester auch.
52:01  Moderator
Sehr fein. Kommen wir zum Schluss
52:04
Einmal zu einer Sache, die ja auch ganz entscheidend ist, nämlich die Fans und das Publikum. Was hast du da für Erlebnisse mit deinen Fans gemacht, zumindest ein Fan aus Italien, glaube ich, mag dich recht gern, der schickt immer Herzchen. Aber wie ist das so? Ähm,
52:19
Auch als Frau vielleicht äh wenn man auf seine, auf seine Fans, auf sein Publikum blickt, macht man da vielleicht etwas andere Erlebnisse, als die männlichen Kollegen oder was sind die generell für Geschichten in der Runge geblieben von deinen Konzerten.
52:33  Gast
Na ja, es gibt schon Männer, die sagen, der Grund, warum ich so viele Fans habe, auch auf Facebook ähm liegt daran, dass ich eine Frau bin. Aber ähm die männlichen Kollegen haben nicht so viele Fans, was in Orgelwel.
52:48
Ob das jetzt da oder alleine liegt, weiß ich nicht, kann sein. Ich meine, alles hat seine Vor-und Nachteile und Frauen müssen auch ein paar Vorteile haben. Das wäre dann mal einer. Aber ähm.
52:59
Ja, also ich mag Fans und Publikum sehr gerne, habe ich schon immer sehr gemocht, außer als Kind da habe ich's nicht so gemacht. Und aber an sich mag ich Fans im Publikum sehr gerne. Und finde es wichtig, mit denen gut zu kommunizieren und.
53:14
Im Austausch, Austausch zu bleiben, die haben mich auch schon echt ermutigt,
53:20
teilweise sehr treu, natürlich nicht alle, aber sehr viele sind sehr treu. Man darf das nicht verwechseln, das sind nicht teilweise jetzt natürlich nicht meine Freunde oder meine besten Freunde oder so, sind,
53:31
sind Fans und Publikum, das heißt die wissen oft nicht wirklich, nicht wer ich wirklich bin, das das zeige ich auch nicht.
53:39
Die Leute sagen zum Beispiel ich bin sehr sehr offen und sehr, sehr kommunikativ,
53:43
bin ich auch, bin ich auch. Aber ähm meine, also meine Persönlichkeit ist viel mehr als das, was ich zeige. Also da ist noch sehr viel mehr. Ich würde mal sagen, die Spitze des Eisbergs kann man zeigen, seinem Fans und seinem.
53:56
Oder sagen wir ein bisschen mehr als die Spitze des Eisbergs, aber der Eisberg, ja, der ist unter Wasser und der ist ähm verborgen.
54:04
Zeige ich nur ganz ganz ausgewählten Leuten und sonst ist das gefährlich in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich denke, das machen andere Künstler sicher genauso.
54:14
Und bei anderen Künstler ist, ist man halt ist, wie sind halt komplett im Eiswasser, ja. Da guckt dann halt gar nichts raus und das ist dann halt nicht so schön. Ja, also das kann man sich ja vorstellen.
54:27
Also man muss sich schon ein Stück weit aus dem Eiswasser hervorgeben und sich zeigen. Sonst macht es ja gar keinen Sinn.
54:35
Ja und manche können das vielleicht noch besser als ich, die zeigen sich noch mehr. Keine Ahnung, erzählen von ihren ganz privaten Dingen, das mache ich eigentlich nicht.
54:45
Facebook eigentlich gar nichts. Aber wenn ich was aufregt, dann sage ich das schon, dann sag.
54:52  Moderator
Hast du noch so etwas wie Lampenfieber.
54:58  Gast
Ja, ja. Nein, nicht mehr nicht mehr drastisch so, dass man sagen würde oh je, das macht mich jetzt fertig. So nicht.
55:10
Aber ja, ich reagiere auf jeden Fall auf bestimmte Situationen. Sensibel, weil ich halt insgesamt sensibel bin. Das merke ich dann schon. Klar,
55:20
Weiß nicht, ob man das Lampenfieber nennt. Ich reagiere dann sehr sensibel, bin sehr ähm alle Antennen ausgefahren, bin sehr empfindlich.
55:30
Manchmal schon am Abend vorher ganz empfindlich oh je, oh je, dann dann ist das auch eine Lampenfieber, kann man sagen.
55:40  Moderator
Ja, ne? Ich bewundere das, ich ich könnte es nicht, mein Höhepunkt war nur Gottesdienst zu spielen und äh das ist aber auch schon länger her.
55:50
Hast du uns noch ein ein kleines Stück, was du uns präsentieren magst? Oder warten wir da mal darauf, bis du irgendwann äh eine Richtung Linz mal wieder ähm.
56:01  Gast
Ich kann ja mal gucken, was kommt machen.
56:05
Ja, ich kann ja bisschen was von der Triggernate machen oder vielleicht ein bisschen was von Piester ähm.
56:20
Oder ich mache es so in der Trise Nachricht. Muss ich mal gucken, wie es hier geht. Ich habe jetzt nur Socken, ich weiß auch nicht, wo meine ach hier eine Augenschuhe. Zieh mal kurz an sie.
56:29  Moderator
Braucht man wirklich Orgelschuhe? Ist das etwas, was du empfehlen würdest.
56:34  Gast
Ah, ich übe sehr gerne auch mal mit Socken. Und ich habe auch im Sommer barfuß. Es ist schon nicht schlecht. Allerdings würde ich schon sagen, dann letztendlich, wenn's drauf ankommt, im Konzert bei Aufnahmen et cetera ist schon mit Schuhen, ja.
56:49
Sonitsche. Also denke ich jetzt.
58:48  Moderator
Vielen Dank, vielen Dank. Sehr schön.
58:50  Gast
Einigermaßen hören.
58:52  Moderator
Ja?
58:52
Jammern, man kann's gut hören, den Bass nicht ganz so gut, aber das macht nichts, das ist nun mal bedingt aufgrund der Remote-Situation, da können wir es nichts dran ändern, trotzdem vielen lieben Dank, dass du uns diesen Einblick gewährt hast. Mehr Stücke von dir, CDs
59:05
Aufnahmen Näheres zu dir findet man auf an Minus Helena Punkt DE. Sehr gerne vorbeischauen. Auch die hoffentlich bald wieder kommenden Konzerttermine,
59:14
und ja die letzten Worte gehören dir, wenn du jemanden für den Orgel-Podcast vorschlagen magst, auch sehr gerne.
59:21  Gast
Vorschlagen zum Beispiel den Thorsten Pirkel, der hat mir die tollen Orgeln aus Osthessen gezeigt, weil sich neulich in Fulda im Dom spielte.
59:30
Also er weiß sehr viel über seine Heimatorgan zu erzählen auch ganz tolle Klevingorgel in Osthessen, die ich vors noch nie vorher gesehen habe, die man überhaupt nicht kennt. Ganz, ganz tolle Ormel, wirklich zum Liebhaben.
59:44
Ja, ansonsten kann ich noch sagen, Solide. Und ähm das soll das immer, das das sollte immer bei allem das Wichtigste sein, ob Konzert oder Nicht-Konzert.
59:56
Das ist mein Schlusswort.
59:58  Moderator
Vielen lieben Dank für deine Zeit und bis zum nächsten Orgel-Podcast. Ähm vermutlich noch vor Weihnachten gibt's eine Ausgabe. Ich werd's noch nicht verraten, es ist ein Überraschungs
1:00:08
nur so viel, es wird eventuell etwas Jassig und jetzt könnt ihr euch überlegen, wer es eventuell sein kann. In diesem Sinne, Grüße nach Würzburg und vielleicht bis bald mal dann in Real.
1:00:18  Gast
Danke, tschüss.