Lob des Gehens

In “Lob des Gehens” unterhalte ich (Nicola Wessinghage) mich mit verschiedenen Menschen über die vielen Facetten des Gehens. Dabei streife ich ganz unterschiedliche Themenfelder, von der Anatomie über Architektur, Neurologie, Kommunikation, Kunst, Kultur und Geschichte. In einigen Episoden wird es auch um kleine Experimente bzw. Erfahrungsberichte gehen. Denn Aufhänger für diesen Podcast waren vor allem meine eigene Lust am Gehen und die Neugier, besser zu verstehen, warum es auf so verschiedene Arten so gut tut, zu Fuß unterwegs zu sein.

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episode 2: Mit Dirk von Gehlen über Laufen und Gehen [transcript]


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Mit Dirk von Gehlen, Journalist, Autor und Vortragsredner, spreche ich in dieser Folge über das Laufen und Gehen. Die Episode erscheint außerplanmäßig schon eine Woche nach der letzten Veröffentlichung, weil es einen aktuellen Aufhänger gibt.

Dirk hat mit einem Team der Süddeutschen Zeitung im Mai dieses Jahres den #Minutenmarathon ins Leben gerufen. Die Aktion richtet sich an Laufanfänger*innen. Sie können damit den Einstieg in den Sport finden: Mit einem Trainingsplan und informiert sowie motiviert über einen regelmäßigen Newsletter sind sie nach einer gewissen Zeit in der Lage, 42,195 Minuten am Stück zu laufen.

Am Sonntag, den 8. November, also zwei Tage nach der Veröffentlichung dieser Folge, startet die „Weihnachtsedition“ des Minutenmarathons – der Minutenmarathonstreak. Jeden Tag mindestens 1,6 km am Stück laufen, 42 Tage lang, bis Weihnachten lautet diesmal das Ziel.

Die Strecke lässt sich natürlich auch gehen. Es sind also auch die Menschen aufgerufen mitzumachen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht laufen können oder wollen, aber das Bedürfnis teilen, das Hintergrund für diese aktuelle Variante des Minutenmarathons ist: dem Trübsinn des Novembers und der Belastung durch den Lockdown etwas entgegenzusetzen.

Wir sprechen darüber, welche Bereicherung es für uns bedeutet, regelmäßig zu laufen oder zu gehen, und was uns motiviert, uns immer wieder aufzumachen.

Aufruf zum Minutenmarathonstreak in der Süddeutschen Zeitung: „Dem Lockdown davonlaufen“.

Die App, die wir als Familie zum Schrittezählen nutzen: Withings Health Mate.

Leseempfehlungen von Dirk:

James Clear: „Atomic Habits“ – an easy and proven way to build good habits and break bad ones; Randomhouse, New York, 2018 (Website zum Buch); dazu der Newsletter von James Clear

Newsletter-Folge, in der Dirk das Einmal-ist-keinmal-Prinzip erklärt

Tim Harford „Trial and Error“ und die Idee des God-Komplex

Simon Sinek und das Buch „Unendliches Spiel“ behandelt die Frage wie hoch man die Ziele setzen soll. Das ist das Thema dieser Newsletter-Folge

Podcastempfehlung:

Als Podcast empfiehlt Dirk Checks & Balances von The Economist. Hier beschreibt er, was er daran schätzt.

Was sich aus dieser Folge mitnehmen lässt:

Wie wir von einem gemeinschaftlichen Erlebnis profitieren können, auch wenn wir alleine laufen oder gehen

Warum Gehen und Laufen Geschwister sind

Wie wir den negativen Auswirkungen des Teil-Lockdowns ein Schnippchen schlagen

Warum Rituale wichtig sind

Weitere Informationen zu diesem Podcast und Hinweise auf weitere Podcasts, Bücher und Links zum Thema Gehen auf der Website: www.lob-des-gehens.de

Der Podcast bei Instagram: @lob_des_gehens

Musik: Walking Dub von Mastermind XS aus Saarbrücken von ihrem Album „Keep on moving“, erschienen unter der Creative-Commons-Lizenz 4.0 (CC BY-NC-ND 4.0).

Ich freue mich über Feedback an mail(@)lob-des-gehens.de


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 2020-11-05  50m
 
 
00:00
Musik und Intro
00:53  Nicola Wessinghage
Ungeplant und aus aktuellem Anlass melde ich mich heute schon eine Woche nach der ersten Folge meines Podcasts mit einer neuen Episode. Eine Art Bonusfolge, denn eigentlich hatte ich ja in der letzten Folge angekündigt.
01:05
Als nächstes die G-Trainerin Elke Schmidt zu hören sein wird.
01:09
Bleibt auch dabei, dass ich am dreizehnten elften, also am kommende Woche, am Freitag mein Gespräch mit ihr über die Schule des Flanierens veröffentlichen werde.
01:18
Heute nun gibt's diese Sonderfolge, in der ich über Gen und Laufen sprechen möchte. Und zwar mit Dirk von Gelen. Ich stelle ihnen erst einmal vor und ihr erfahrt dann auch, warum ich ihnen als Gesprächspartner für das Laufen ausgewählt habe.
01:31
Ist Journalist, Autor und Vortragsredner und er leitet die Abteilung Social Media Innovation bei der Süddeutschen Zeitung.
01:39
Er hat mehrere Bücher herausgebracht, in denen er beschreibt, wie die Digitalisierung unsere Kultur und Kommunikation von Grund auf verändert. Und wie wir einen.
01:49
Nämlich pragmatischen Umgang damit finden können. Vor einigen Jahren hat er für sein damals geplantes Buch eine neue Version ist.
01:57
Einer großen Crowdfunding Aktion aufgerufen. Und dann seine Unterstützer in eng an der Entstehung des Buches teilhaben lassen.
02:07
Darüber haben wir uns kennengelernt und seitdem habe ich weitere spannende Projekte von Dirk immer gern verfolgt, begleitet und auch mitgemacht.
02:14
Wer dick im Netz sucht, der findet ihn unter dem Kürzel DVG. So twittert er, postet auf Instagram schöne Bilder, unter anderem auch vom Laufen und er schaut sich auf.
02:24
Um.
02:25
Er blockt digitale Notizen und verschickt sie als Newsletter und er hat auch schon zwei Podcasts ins Netz gebracht. Alles zu finden mit Links in den Shownotes.
02:35
Das alles hat jetzt noch nicht so viel mit dem Laufen zu tun. Das kommt jetzt. In einer seiner letzten Aktion hat Dirk im Mai damals im Lokdown oder im ausgehenden Lokdown in einem Newsletter der Süddeutschen Zeitung zu einem Minutenmarathon auf.
02:51
Eine gute Aktion für alle, die neu mit dem Laufen starten wollten.
02:55
Damals war ich nicht dabei. Ich hatte mich ja schon auf längere Zeit vom Joggen verabschiedet. Der Ferse wegen. Davon habe ich in der letzten Folge erzählt.
03:03
Ich fand es dennoch eine sehr schöne Aktion und hatte vor kurzem mit Dirk schon abgesprochen, dass wir uns mal in einer gemeinsamen Folge über das Gehen und Joggen unterhalten wollten.
03:12
Beides liegt ja ganz nah beieinander und.
03:15
Sogar ineinander über. Für mich ist der wichtigste Unterschied, dass es beim Laufen eine Phase gibt, in der beide Füße keinen Bodenkontakt mehr haben. Also man quasi.
03:26
Dass es einerseits toll, führt aber eben auch dazu, dass circa das Dreifache des Körpergewichts auf den Füßen lande.
03:33
Über sowas wollte ich mit Dirk sprechen und hatte mir vorgestellt, dass ich ihn zu einer Art Battle herausfordern könnte. Gehen oder laufen.
03:40
Ihr werdet gleich schnell hören, warum das gar nicht funktioniert hat. Warum das.
03:46
Was nun der Anlass war, gerade heute die Folge über das Gehen und Laufen zu veröffentlichen. Viel Spaß dabei.
03:53  
Musik und Intro
04:00  Nicola Wessinghage
Ja herzlich willkommen Dirk im ersten Podcast, also wahrscheinlich ersten Podcast der nach der ersten Folge schon eine Bonusfolge veröffentlicht.
04:11  Dirk von Gehlen
Es ist mir eine große Freude und Ehre als Bonusvoll geht der zweiten Folge da zu sein.
04:16  Nicola Wessinghage
Ja
04:17
Genau, wir hatten schon tatsächlich geplant, also ich habe ja schon längeren Redaktionsplan für diesen Podcast und wir hatten geplant, dass wir mal was zusammen machen über Laufen und Gehen. Ich kenne dich äh über das Netz,
04:29
als begeisterten Läufer oder Jogger, das kannst du später auch nochmal sagen, wie du dich benennen würdest
04:34
und jetzt gibt's aber einen aktuellen Aufhänger, der jetzt Sonntag stattfindet und deshalb haben wir beide beschlossen, dass relativ spontan
04:44
genau jetzt zu machen und zwar, dass am Freitag dann diese Bonusfolge erscheint. Vielleicht kannst du ja mal erzählen, was es ist.
04:51  Dirk von Gehlen
Ja, sehr gerne, also ich, wie gesagt, ich freue mich wirklich sehr, weil ich äh auch großer Fan bin, die erste Folge schon beim Laufen gehört habe, beim Joggen, gehört.
04:59  Nicola Wessinghage
Sehr gut.
04:59  Dirk von Gehlen
Ich bin Redakteur bei der Süddeutschen in München und bin hier zuständig für Neues im weitesten Sinne und eine Sache, die wir in der ersten Lokdown-Phase hier entwickelt haben.
05:10
Ist das Format SZ Minutenmarathon.
05:13
Der Minutenmarathon ist ein Marathon, der nicht über zweiundvierzig Komma eins neun fünf Kilometer, sondern zweiundvierzig Komma eins neun fünf Minuten geht. Und äh das ist ein Einsteigerprogramm für Läuferinnen und Läufer.
05:27
Vielleicht noch nicht so sportlich sind und beginnen wollen mit diesem Sport äh und am Ende nach acht Wochen Training kann man zweiundvierzig Minuten am Stück laufen
05:36
Das ist das Ziel, das haben wir jetzt zweimal gemacht in der Corona-Zeit ist das, war ja die Fitnessstudios, Sporthallen, Vereine zu haben.
05:42
Oder hatten und jetzt wieder haben wir das zweimal gemacht und haben jetzt speziell eine Bonus-Edition bis Weihnachten ins Leben gerufen, die noch eine zweite Option in sich trägt, nämlich einen sogenannten Strake Run, also,
05:55
einen täglichen Lauf über mindestens eine Meile, eins Komma sechs Kilometer. Und das ist die Aktion, die wir jetzt am achten November starten.
06:04
Unter Minutenmarathon kann man sich für diesen Newsletter eintragen und dann zweiundvierzig Tage am Stück jeden Tag.
06:10
Eine Meile laufen, dann ist man bis in die Weihnachtswoche rein äh sozusagen sportlich aktiv. Und diese zweiundvierzig ist so ein bisschen das.
06:19
Bielerische Ziffernmaterial, mit dem wir die Minutenmarathon gespielt haben und jetzt eben auch diesen sogenannten Straigh.
06:26  Nicola Wessinghage
Mhm. Also kein Adventskalender, das wäre zu klassisch gewesen und außerdem hat's nichts mit dem Marathon zu tun. Vierundzwanzig. Wobei es
06:34
umgedreht. Ja, das wäre, man hätte es so umdrehen können und dann hättet ihr die vier äh zweiundvierzig wieder gehabt, aber du wolltest die Leute ein bisschen mehr rannehmen. Genau, ich habe das im Netz auf Instagram habe ich das gesehen und dachte
06:45
tolle Aktion. Eins Komma sechs Kilometer kann man ja eigentlich auch ganz gut
06:49
war dann so kurz am Zögern und im gleichen Augenblick hat das schon jemand unter deinen Kommentaren gefragt, kann man das nicht auch gehen? Und ich fand das.
06:58
Ja warum denn nicht? Also wenn man eins Komma sechs Kilometer jeden Tag geht, ist das ja nicht viel, aber du habt ihr habt ja auch als Bedingung ausgerufen, dass man tatsächlich jeden Tag eins Komma sechs Kilometer am Stück,
07:11
ohne Pause läuft. Und ich glaube, wenn man sich jetzt vornehmen würde, jeden Tag eins Komma sechs Kilometer am Stück
07:18
und ohne Pause zu gehen, ist das schon mehr als viele, viele Menschen machen.
07:23  Dirk von Gehlen
Richtig.
07:24
Und das Gehen und das Laufen sind meiner Meinung nach sehr gute Freunde oder eigentlich sogar Geschwister, also bei dem Minutenmarathon, wo es ums Laufen, also ich sag mal ums Rennen oder Joggen geht.
07:36
Da ist der Einstieg ganz, ganz bedeutsam, dass wir immer wieder Gehpausen macht, also dass man nicht stehen bleibt, aber sozusagen langsamer läuft, geht, durchatmet,
07:46
Und ich glaub wenn man nicht gut gehen kann, dann kann man auch nicht laufen. Und deswegen ist gehen sozusagen die Voraussetzung dafür, um überhaupt,
07:53
ins Laufen oder Joggen zu kommen, was man da sozusagen, da gibt's dann unter Menschen, die sehr sportlich sind, die Behauptung des äh Joggen, sei sozusagen, ja, quasi nur so ein Hobby und Laufen, sei ein richtige Sportart.
08:05
Diese Unterscheidung würde ich gar nicht machen. Ich glaube wer sich bewegt und dabei sozusagen sich fortbewegt.
08:11
Der Macht oder die macht schon ganz viel richtig, weil das ist das Tolle an deinem Podcast, ich glaub wir wir bewegen uns vermutlich allesamt ein bisschen zu wenig und da ein Impuls für zu bekommen.
08:23
Sei es nur so eine eine kleine Challenge, die wir übrigens auch nicht ganz ernst nehmen. Also wenn man am Ende feststellt, ich schaffe das nicht jeden Tag, dann kann man diese eins Komma sechs Kilometer auch nachholen. Also äh es geht dann am Ende darum, dass man zweiundvierzig Mal eine Meile,
08:37
bis Weihnachten schafft, also man kann auch mal zwei Tage aussetzen und da macht man mal eine längere Strecke,
08:42
aber sich eben diesen Anreiz zu setzen, um diesen schrecklichen November zu überstehen, weil das ist ja sozusagen mit dem zweiten Lokdown,
08:49
alle die eine andere Sportart machen die schwimmen gehen oder so, die sind ja jetzt gerade.
08:54
Die stehen ja vor einem Problem und da wollte ich meine Begeisterung fürs Laufen teilen und sagen, komm, dann lass uns das ausprobieren, vielleicht habt ihr Lust dazu und ich find's total toll,
09:02
erweitert und sagt, das kann man auch als gehender Mensch äh mitmachen, also ähm wobei ich würdest du dich als Gärerin bezeichnen.
09:11  Nicola Wessinghage
Nein
09:12
glaube ich nicht. Äh ich habe mich auch nie als Joggerin bezeichnet, als ich oder auch als Läuferin nicht, weil Gen ist natürlich total normaler Bestandteil. Wir gehen alle, aber ich würde schon denken, dass sich anders und mehr gehe, selber seit
09:26
ich nicht mehr joggen kann, das war ja der Anlass auch und das auch ein bisschen tatsächlich entdeckt habe und auf ganz unterschiedlich gehe, natürlich wie alle Menschen, ich gehe zur U-Bahn, wenn ich weiter fahren muss
09:37
aber ich gehe eben manchmal auch mal einen ganzen Tag. Also ich nehme den ganzen Tag frei und versuche dann so viel wie möglich irgendwo rumzulaufen und zu gehen und das ist dann das Joggen in ausgedehnter Form
09:50
Und deshalb finde ich auch natürlich das würde ich dir vollkommen zustimmen, das liegt sehr eng beieinander und ähm was ich ganz schön fand an der D. Du hast ja gesagt, jetzt auch November, ähm also Thailock-Down müssen wir ja eigentlich sagen, es ist ja,
10:03
gar nicht alles,
10:04
zum Glück. Aber genau das, was wir brauchen jetzt im November, das ist tatsächlich alles dicht und äpst. Und was ich toll finde, ist wirklich, ähm, auch die Idee, ich, du hast ja gesagt
10:16
ihr seid eine Community in diesen Minuten, Marathon, aber man kann trotzdem alleine sein. Das war ja auch deine so eine Grundsatzidee, glaube ich. Du hättest wahrscheinlich keine Laufgruppe gegründet, ne?
10:25  Dirk von Gehlen
Ja, ich bin tatsächlich ähm jemand, der ich habe mich bevor der wir den Minutenmarathon ähm gestartet haben, auch selber nicht als Läufer bezeichnet, weil ich das immer komisch fand, dass sozusagen nach außen zu tragen. Ich fand, das war eine sehr private Sache für mich eigentlich.
10:40
Und ich bin sozusagen fast froh, dass ich so virtuelle Läufe machen kann, also wo man sich vornimmt an einem Wochenende, laufen wir alle zusammen, aber jede und jeder für sich.
10:49
Weil es mir, ich mag an dem Laufen, dass ich Zeit mit mir selber habe und das ist, glaube ich, die spannende Parallele auch zum Gehen, dass wenn man bewusst geht,
10:59
Zeit mit sich selber hat. Oder wenn man ich kenne Leute, die beim Gehen telefonieren oder sich verabreden und mit jemandem gemeinsam gehen.
11:06
Dann hat man Zeit mit dieser anderen Person und beides,
11:09
eine finde ich tolle Fokussierung auf etwas. Also man man kann sich wieder auf etwas mehr konzentrieren. Und das fand ich beim beim Laufen auch toll und es geht in so einer Laufgruppe finde ich immer irgendwas unter äh unter und deswegen ist das Tolle,
11:23
dass wir das sozusagen beides bewahrt haben, also du bist virtuell,
11:28
mit anderen verbunden, aber du bist trotzdem für dich alleine und das macht für mich den Reiz an diesen an dieser Laufcommunity aus.
11:35
Wir haben das jetzt zweimal gemacht und dann gab's zwei Wochenenden, an denen die Leute dann sozusagen gelaufen sind.
11:40
Fotos hochgeladen haben und das war so ein virtueller Zieleinlauf und ich habe die Bilder dann freigeschaltet auf der Webseite Minutenmarathon DE und das war ein total schönes Gefühl zu sehen. Da sind andere Menschen da draußen, die auch Lust haben.
11:52
Ja diesem Ärger des Lokdowns oder dem Ärger der Pandemie wegzulaufen oder einfach nur die Freude am Laufen zu teilen und das bewusst nicht als Wettkampf, nicht ich bin schneller als du, sondern wir beide haben Freude dadran, uns selber zu besiegen, weil das ist ja das Tolle, man besiegt.
12:07
Den Grad an Faulheit, der eigentlich sagt, ach komm, bleiben wir doch sitzen und das ist auch wiederum eine Parallele zum Gehen.
12:13
Genügend Bequemlichkeitsvarianten, die uns das Gehen abnehmen, wo man sagt, ah, fahr doch hier noch dieses Stück mit der U-Bahn oder hier steht ein Roller rum und äh kann, willst du nicht mehr Fahrrad oder mit dem Auto fahren,
12:23
sich bewusst darüber hinwegzusetzen und zu gehen oder sich zu bewegen. Das finde ich ist an beiden Punkten sozusagen das, was am Ende das gute Gefühl ausmacht.
12:33
Äh habe ich in dem Newsletter immer wieder geschrieben. Das Ziel ist, dass du dich danach besser fühlst als davor. Und wenn das nicht der Fall ist, dann hast du dich entweder überstrapaziert oder dir zu viel vorgenommen.
12:43
Oder irgendwas ist nicht in Ordnung, das kann ja auch sein, dass man medizinische Probleme hat oder so, aber das Ziel muss eben sein, etwas zu tun, wo man sich danach besser fühlt. Und auch das finde ich, ist eine Parallele zum Gehen, wenn ich lange Strecken gehe.
12:54
Da fühle ich mich eigentlich danach auch immer besser als als wenn ich das mit einer vollen U-Bahn oder schlecht belüfteten Autos oder so mache. Also ich mag das Gehen auch sehr.
13:04  Nicola Wessinghage
Ja, das ist total interessant, weil ich hatte mit meinem Vater ja auch für die null Episode gesprochen, der auch jahrelang Joggen war,
13:11
und dann irgendwann Hüftprobleme hatte und dann zum Gehen übergegangen ist und der hat nochmal so ein bisschen über das Laufen erzählt oder auch geschwärmt, der hat genau das Gleiche gesagt, wie du, er hat gesagt, ich weiß, dass ich mich nach dem Laufen immer wohler gefühlt habe als vor dem Laufen. Er sagte manchmal
13:25
musste er sich ein bisschen zwingen abends, aber wenn er dann mal einen schlechten Tag gehabt hat oder kap,
13:29
war, dann war das nachher immer besser als vor dem Laufen und klar, das geht mir mit dem Gen auch so. Was ich aber
13:36
bei dieser Idee diese Challenge mitzumachen auch ganz reizvoll fände, wäre die Vorstellung, dass es vielleicht Menschen gibt
13:43
die zu zweit sich dazu verabreden, mitzumachen und vielleicht sogar gerade Menschen, von denen man weiß, dass sie jetzt wenig Möglichkeiten haben, sich mit anderen Menschen zu treffen. Und zu zwei Haushalten,
13:53
dürfen wir ja noch, also man darf sich zu zwei Haushalten treffen und wenn man sagt, wir machen das zusammen mit und ähm eins Komma sechs Kilometer gehen oder laufen wir am Tag, dann sind's
14:03
gleich zwei tolle Effekte für so eine Zeit, wo es ja auch Studien gibt, dass man sagt, wenn man so seine Rituale hat, also jeden Tag immer wieder das Gleiche macht, hält einen das
14:13
Doch in positiverer Stimmung und wenn man draußen ist auch, also eigentlich sogar drei und man bewegt sich. Also es werden kann ja jeder machen, wie er will.
14:21  Dirk von Gehlen
Ich finde auch den Aspekt, selbst wenn man jetzt nicht im gleichen Ort ist, zu sagen, komm, wir gehen zusammen eins Komma sechs Kilometer spazieren und telefonieren dabei total reizvoll. Also ähm der Park, der hier bei mir um die Ecke ist, den ich immer sozusagen bejogle, äh das sehe ich tatsächlich Menschen, die oft.
14:35
Sozusagen telefonieren und ähm dabei zum Beispiel sogar auch noch joggen, was ich anfangs auch komisch fand, aber eigentlich ist es auch empfehlenswert, weil das Ziel ist so zu laufen, dass man sich immer noch unterhalten kann.
14:46
Wenn man sonst meistens zu schnell und schlecht atmend und so. Ähm! Und das finde ich tatsächlich auch ein ein schöner Aspekt zu sagen selbst wenn wir nicht an einem Ort sind, wir verabreden uns jeden Morgen um neun gehen wir zusammen eins Komma sechs Kilometer eine Meile spazieren und telefonieren dabei also.
15:01
Das sind ja auch so schöne Randaspekte, die das hätte man ja ohne Lok dann auch nicht gemacht und äh da da kann eine Verbindung entstehen und wenn wir über so einen externen Anspruch oder oder Herausforderungen sagen, komm, probiert es doch mal aus, dann würde mich das total freuen, weil,
15:15
das ist so ein bisschen der Impuls hinter dieser ganzen Sache, nämlich die Freude an der Bewegung zu teilen. Ähm und ich glaube, wenn wenn du einmal genau das, was du gerade erzählt hast, wenn man gespürt hat,
15:26
man sich danach besser fühlt als davor. Dann ist glaube ich sozusagen der Zauber von von Sport erreicht. Und es gibt Menschen, die die hassen, das laufen und die haben, erreichen diesen Punkt nicht.
15:35
Die tun mir fast ein bisschen leid, ähm weil es für mich auch gerade in stressigen Situationen, wenn man sich gestritten hat, wenn man mit diesen Drucksituationen nicht klarkommt, wenn man wir nehmen die Volker auf, wir haben immer noch unklar ist, wie die US-Wahl ausgeht und Menschen alle schlecht gelaunt sind, irgendwie.
15:50
Man hat damit ein Instrument in der Hand, wo man, wenn man böse ist, den Problemen wegrennen kann, aber ich würde es umgekehrt formulieren für sich sein kann.
15:59
Irgendwie zurückkommen, sich neu fokussieren, bei einem Computer würde man wahrscheinlich sagen, dass ich neu starten kann und das, das ist ein eigentlich ein schönes Hilfsmittel.
16:08  Nicola Wessinghage
Also ich finde sogar man gar nicht unbedingt, dass man es wegdrückt oder ich
16:12
manchmal reicht's ja, dass man eine andere Perspektive darauf findet. Also es ist dann vielleicht nicht mehr so ganz so nah. Also ähm wenn das ich gehe ja auch immer zu Fuß aus dem Büro zurück,
16:21
und wenn ich rausgehe, ist es manchmal so, dass in meinem Kopf noch sehr, sehr präsent das letzte Gespräch oder eine Aufgabe oder eine Schwierigkeit ist so und ich merke im, in einer halben Stunde bin ich da unterwegs, im Laufe der Zeit
16:33
wie es plötzlich zum einen vielleicht nicht mehr ganz so wichtig wird, wie es mir beim Rausgehen noch erschien oder wie ich eine neue Perspektive darauf gewinne und vielleicht,
16:42
ergibt sich dann eine ganz andere Lösung als die, die ich vorher gedacht habe. Und das ist, glaube ich, etwas, was man wirklich beim Laufen oder Gehen viel besser bekommt, als wenn ich
16:51
am Schreibtisch sitze und über ein Problem grübele. Ich hatte auch ein Aufnahmeproblem mit unserer Remote-Geschichte, habe gestern Abend alles Mögliche versucht und bin dann tatsächlich heute ähm auf dem Fahrrad, bin ich heute gewesen. Habe ich gedacht, das wäre noch eine Variante, die wir ausprobieren können und wenn der Podcast erscheint, dann.
17:08  Dirk von Gehlen
Dann hat's geklappt.
17:10  Nicola Wessinghage
Ansonsten muss ich das was das Fahrrad, weil ich mit dem Fahrrad unterwegs war, deshalb hat's dann nicht geklappt. Genau
17:17
Also man kann das wunderbar teilen, wunderbar mitmachen. Ich habe mir dann daraufhin ja den Minutenmarathon nochmal genauer ange,
17:24
und ihr habt im Mai glaube ich das erste Mal auf,
17:27
im Logdown, dann gab's im Juli dieses erste Event, also da hatten dann alle trainiert und waren dann in der Lage die fünfundvierzig Minuten zu laufen, haben das geteilt. Dann gab's noch so eine Art zweite
17:39
chellen.
17:39  Dirk von Gehlen
Die zweite Staffel ging dann weiter. Ähm also wir planen insgesamt vier Staffeln. Am Ende kannst du einen echten Marathon laufen, wenn du das alles mittrainierst.
17:48
Das heißt wir haben jetzt das erste Mal zweiundvierzig Minuten am Stück laufen, das zweite war der sogenannte Viertelmarathon, den haben wir ein bisschen,
17:55
Natürlich als Distanz, es führt ein Viertel von den zweiundvierzig Kilometern, aber auch als Aufforderung mal im eigenen Viertel rumzulaufen, weil äh Menschen, die die Sport machen, gehen ja dann auf so eine Tartanbahn oder in den Wald.
18:09
Und ich hab festgestellt, dass beim Laufen ist auch total inspirierend sein kann einfach mal so die Nebenstraßen, durch die man nie mit dem Rad fährt oder die man auch nie mit dem Auto durchfahren würde,
18:19
eigenen Viertels mal abzujoggen, so und ähm das war der Impuls des zweiten und für zwanzig einundzwanzig haben wir uns einen halben Marathon und noch einen Marathon vorgenommen,
18:28
als sozusagen Trainingsziel ist, muss man aber nicht machen. Man kann auch einfach das immer nur sozusagen als Impuls nehmen,
18:34
Sonntags um zwölf immer eine E-Mail ähm sich daran zu erinnern, ach nächste Woche wollte ich doch auch zweimal die Woche noch laufen gehen. Also,
18:42
Es geht nicht dadrum, dass man jetzt sportlich kompetitiv irgendjemanden Niederringen sollte, sondern dass man das Laufen als ein Instrument kennenlernt.
18:51
Um mit sich und der Umwelt ein bisschen zufriedener umzugehen. Also ich habe das irgendwo mal gelesen, es laufen,
18:56
Achtsamkeitstraining ist ohne den Begriff des Achtsamkeitstrainings ähm der ja schon wieder so,
19:02
so besetzt ist und so ähm äh und dass man das sozusagen ohne dass man das aussprechen muss, Achtsamkeit trainiert und du hast es gerade finde ich super beschrieben, man man öffnet damit die Perspektiven, man.
19:12
Geht ein Schritt zurück.
19:14
Aus einer anderen Perspektive drauf und stellt dann fest, dass es Varianten gibt. Und wahrscheinlich ist das ohnehin das Wichtigste, was man in Problemlösungen oder Kreativitätsprozessen lernen sollte.
19:24
Neue Perspektiven sich aufzumachen und wenn es dabei helfen kann, dann kann es sozusagen dieses Marathontraining sein und wer das sportlich nehmen will, kann am Ende dann auch einen Marathon oder einen Halbmarathon laufen.
19:33  Nicola Wessinghage
Hast du den Überblick zu sind das für Leute, die das mitmachen? Sind das eher die, die sowieso schon laufen und sagen, tolle Aktion, mal was gemeinsam dann machen oder sind das auch wirklich Anfänger innen.
19:44  Dirk von Gehlen
Also ich hab nach dem Feedback, was ich bekommen habe, wir haben eine eine Umfrage in dem Newsletter gemacht, ähm, den Eindruck, dass es eher Anfängerinnen sind und das sage ich jetzt nicht gegendert, sondern,
19:53
Es sind tatsächlich für den die Newsletter der Süddeutschen erstaunlich viele Frauen. Also wir haben da einen deutlichen.
20:01
Beides was glaube ich viele Medien haben, dass sie sozusagen sehr männlich geprägt sind und äh.
20:08
Minutenmarathon wird von von im Verhältnis viel mehr Frauen gelesen. Es haben auch viel mehr Frauen sozusagen geschrieben und ganz viele haben und das hat mich besonders gefreut,
20:18
Nach der ersten und zweiten Staffel geschrieben, anfangs hatte ich Schwierigkeiten, damit will ich mich eigentlich als Läuferin bezeichnen, aber jetzt habe ich ja acht Wochen trainiert und ich habe einen Marathon, wenn auch den Kleinsten, den Minutenmarathon absolviert, jetzt bin ich auch eine Läuferin. Also,
20:31
Versprechen, was wir versuchen in diesen acht Wochen ist,
20:34
tatsächlich ein bisschen fitter zu werden, ein bisschen sportlicher zu werden, was ja auch beim Gehen so ein angenehmer Nebeneffekt ist, wenn du wirklich jeden Tag eins Komma sechs Kilometer läufst, bist du nach vier Wochen, ja, ob du willst oder nicht.
20:45
Sportlich fitter, so und das Gleiche gilt natürlich für dieses Lauftraining,
20:48
Und das haben ganz viele geschrieben, dass ihnen das ähm total viel Spaß gemacht und dann hat sie sehr positiv sozusagen gestimmt hat. Und das freut mich natürlich, weil es so ein bisschen zeigt.
20:58
Journalismus 'ne Wirkung haben kann, also dass es ein Unterschied zwischen vorher und nachher gibt und dass man sozusagen indem man eine Inspiration mitgibt.
21:08
Menschen dazu bringt, dass sie das, was in ihnen steckt, sozusagen rausholen, weil das ist ja nichts externes, was ähm jemand extern hinzufügt, sondern es kommt ja aus mir selber.
21:18
Dass ich wenn ich vier Wochen acht Wochen am Stück trainiere, selber meinen Körper anders wahrnehme und auf einmal feststelle.
21:25
Ich bin keine statisch Monolite äh unveränderliche Person, sondern ich verändere mich. Mein Körper fühlt sich auf einmal anders an. Ähm und diesen Prozess mitzumachen, das das hat mir jetzt aus so einer journalistischen Perspektive.
21:39
Den Blick nochmal sehr geöffnet, das ist tatsächlich sozusagen ein Unterschied gibt zwischen dem ersten Newsletter und der neunten Folge,
21:45
wenn die Leute tatsächlich die Lust haben mitzulaufen. Da habe ich einen ganz tollen, wenn ich das noch kurz äh ergänzen habe, ganz tollen von James ähm Clear, heißt der, das ist so ein Ritualforscher, Atomic Habbits hat der geschrieben.
21:57
Hat den schönen Satz gesagt, einmal ist kein Mal sozusagen für für Regeln.
22:02
Im Sinne von, wenn du einmal Sport gemacht hast, bist du noch lange kein Sportler, aber auch wenn du es einmal ausfallen lässt, ist dein Ritual noch nicht kaputt.
22:10
Das ist nur nicht das zweite Mal ausfallen lassen. Und das finde ich eigentlich einen ganz guten Trick, also mir hat das sehr geholfen sozusagen, ich möchte gerne regelmäßig laufen.
22:19
Jeden zweiten Tag oder jeden vierten oder jetzt halt dann äh im Lok da und jeden Tag,
22:23
Und wenn ich's einmal ausfallen lasse, ist dadurch das Ritual noch nicht gebrochen. Ich darf's nur nicht das zweite Mal ausfallen lassen. Und das finde ich, das nimmt so ein bisschen auch den Druck raus und das ähm hat man vielleicht schon gemerkt, mir ist total wichtig, dass es nicht eine eine Druck-, eine Wettkampf, eine Belastungssache ist, sondern,
22:38
man sehen kann, dass es etwas öffnet und,
22:41
Auch da ist die Parallele zum Gehen sehr, sehr deutlich, weil das Gehen, wenn man es zumindest so betreibt, wie ich's in in schönen Phasen erlebt habe, äh was öffnet, was ein einen Raum öffnet, den man sonst nicht gesehen hätte.
22:52  Nicola Wessinghage
Ja, also kann ich auf jeden Fall bestätigen. Ich fand das ganz interessant, weil das war auch eine Frage, die ich mir gestellt habe, dass du gesagt hast
22:59
das ist auch eine Aufgabe des Journalismus. Also weil ich glaube, es war schon ungewöhnlich, ne, du machst ja sonst eher digitale Projekte und dass da jetzt das ist ja nicht nur so eine kleine Sache, das scheint dich ja wirklich sehr zu bewegen.
23:11
Und ich habe mich zwischendurch gefragt, na, möchte Dirk vielleicht äh Marathon laufen und will das nicht alleine, aber will doch keine Laufgruppe gründen und hat dann die Möglichkeit gefunden, also aber missionarisch bist du nicht. Also
23:22
es klingt auf jeden Fall nicht so, sondern es sollen die mitmachen, die sich dadurch angesprochen fühlen. Den willst du irgendwie einen Weg geben, das irgendwie mitzumachen.
23:32  Dirk von Gehlen
Genauso und ich finde eigentlich nichts schlimmer als Leute, die sagen, ich habe eine Lösung, macht die alle mit, also,
23:38
Tim Hafert hat das mal den Gottkomplex genannt. Also die
23:42
die Fehlannahme seine eigene Lösung auf alle zu adaptieren. Tim Hafert hat das hat das Buch Trilan Earo geschrieben und es geht so um Fehlerkultur und er er schreibt diesen Gottkomplex feinen Lehrerinnen und Lehrern zu, dass sie
23:55
Sie eine Lösung haben, dann alle wollen, dass alle diese Lösung sozusagen adaptieren. Und ich möchte nicht, dass Menschen,
24:01
Nur weil ich jetzt mit dem Laufen zufrieden bin, das auch tun. Ich ich kenne eine Menge Menschen, die die sagen, ich ich hasse das Laufen, ich gehe aber wahnsinnig gerne schwimmen oder,
24:09
Ich mache folgende andere Form von Sport oder ich nenn's mal Termin mit mir selber, ja? Also sozusagen eine Form von sich auf sich selber äh konzentriert sein,
24:18
und das ist dann mindestens genauso okay, nur weil die die verzwickte Situation gerade so ein bisschen ist, dass was anderes halt nicht gerade nicht geht.
24:26
War die Idee, das anzubieten und zu sagen, wer Lust hat, kann hier mitlaufen, ohne diese also mir hat das immer ein bisschen Angst gemacht zu so Veranstaltungen zu kommen, wo dann immer Leute sind, die.
24:36
Kennt man ja die dann irgendwie immer sportlicher aussehen als man selber, die die sich in Vokabeln ausdrücken, von denen man immer nicht weiß, was die jetzt bedeuten und wo man immer das Gefühl hat,
24:44
Das ist so wie so eine Serie, wo du die ersten hundert Folgen verpasst hast und alle Leute sind total tief drin und kennen sich voll gut aus. Nur du bist der einzige, der immer noch fragen muss,
24:52
Wer ist nochmal die Hauptperson und was machen die eigentlich so? Und jetzt hatte ich immer das Gefühl bei bei Sportveranstaltungen unterschiedlichster Prägung, auch bei Laufen, dass man immer das Gefühl hatte, ich ich renne hinterher. Und das Virtuelle.
25:04
Eröffnet das, weil du siehst ja die anderen Leute erstmal nicht. Du siehst die eigentlich nur in dem positiven Kontext und ich finde Instagram ist da ein schönes Beispiel, da wird ja immer lamentiert, wie negativ das ist und diese Selfie-Kultur.
25:15
Mich inspiriert es immer, wenn ich Leute sehe, die so Fotos machen, selbst wenn die total überzeichnet, gephotoshoppt sind,
25:20
die Sport machen, wenn ich das einen Sonntagvormittag einmal durchgescrollt bin, dann denke ich mir, ach komm, du könntest doch auch heute laufen gehen. So und das ist und zwar nicht, dass mich unter Druck setzt, sondern ich ich empfinde das so als als so eine so eine.
25:32
Positive Inspiration und da gibt's diesen Hashtag Laufen macht glücklich,
25:37
ich mag das irgendwie und ähm ich mag auch, dass Leute da was teilen dazu. Ähm und das das äh,
25:43
also das will ich niemanden aufzwingen. Ich will's sozusagen als Option zeigen.
25:48  Nicola Wessinghage
Ja, ich finde das auch total schön. Mir geht's beim Wandern so, ich wandere ähm also ich bin ja auch noch nicht so lange als Gehende unterwegs und also wandern.
25:58
Gar nicht so meine Sache und dadurch, dass ich jetzt mit diesem Gen-Podcast eben auch auf Instagram bin, habe ich ganz viele Leute entde,
26:06
da die da das gehen, also Wandern teilen, ist ja auch nochmal ein Unterschied und hab totale Lust bekommen, also in verschiedene Gegenden zu gehen, die ich noch gar nicht
26:14
Kenne ähm durch die tollen vielen Bilder, die man da sieht. Ich wollte aber nochmal an einer Sache nachhaken. Du hast eben gesagt, das ist wie in einer Serie, wo man nicht
26:22
dabei war. Ich habe ja gedacht, mit den Staffeln und so weiter war hat ja auch was von Serie, ne? Du hast eben gesagt, Staffel eins, Staffel zwei, Staffel drei, Staffel vier
26:30
war das von dir von euch von Anfang an so geplant, dass es eben diese vier Staffeln hat oder war die erste Aktion so erfolgreich, dass ihr gesagt habt, dass ja auch oft so bei Serien kommt, jetzt legen wir nochmal einen drauf.
26:40  Dirk von Gehlen
Nee, das war, war von Anfang an so geplant, ähm weil ich ursprünglich dachte, du kannst die erste Staffel dann einfach sozusagen nochmal neu starten. Also
26:50
Wir haben die einmal durchgespielt von Mai bis Juli und du könntest die dann jetzt heute einfach nochmal sozusagen den Newsletter, den ich damals geschrieben habe nochmal neu bekommen.
27:00
Das war sozusagen die ursprüngliche Idee, also den Newsletter, wie eine Serie zu verschicken, dass du heute den lesen kannst, wenn du heute beginnst, den ich im Mai das erste Mal geschick.
27:09
Vielleicht machen wir das irgendwann auch nochmal, aber aktuell haben wir gemerkt, dass diese Gruppe an Leuten.
27:16
Doch irgendwie eine Gemeinsamkeit hat. Also ich frage immer mal wieder und bitte um Feedback und ähm die Leute können mir unter Minutenmarathon at S Zelt auch Sachen zurückschreiben und das ist einfach total toll.
27:26
Zu sehen und deswegen haben wir uns dann entschieden, eigentlich für alle sozusagen so eine Hauptspur zu bauen, an der es immer weiter geht, weil wenn man das ein bisschen.
27:35
Ich sage mal inklusiver formuliert und nicht so,
27:38
Also die Sprache nicht als Ausschusskriterium äh benutzt, also wo Kabel nicht, um zu sagen, Distinktion, wir beide kennen uns schon voll gut aus, wir haben schon so und so viel Kilometer sind wir schon gelaufen,
27:49
Der Neue, der kennt sich ja gar nicht aus,
27:51
Wenn man, wenn man das versucht weiterhin zu erklären, was ist die anerobe Schwelle oder wie wie kauft man Laufschuhe, das kann man ja tatsächlich auch so formulieren, dass es auch,
28:01
Einsteigerinnen und Einsteiger gut äh äh gut verstehen. Ähm.
28:05
Dann dann funktioniert es durchaus, dass alle weiter die gleichen Newsletter äh lesen und so ist, sind dann jetzt so Varianten entstanden, wie der Strake Run.
28:14
Den das hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können, sondern es hat sich einfach sozusagen im Lauf ergeben.
28:18
Da ist vielleicht jetzt man darf parallel auch nicht überstrapazieren, aber das finde ich das Tolle am Laufen ähm und das ist auch das Tolle an dem Newsletter, dass es eben nicht zu hundert Prozent schon geplant ist, sondern die Art, wie ich gerne laufe, ist, ich laufe im Schlosspark hier in München, der,
28:32
der so verzweigt ist, dass ich sozusagen immer eine Kurve nehmen kann und dann sagen kann, ach ja, wenn ich jetzt hier noch abbiege, dann laufe ich da nochmal rüber und gar nicht so einen geplanten, immer gleichen Weg habe.
28:41  Nicola Wessinghage
Und das kann man auf Instagram übrigens auch schön verfolgen, weil du immer schöne Bilder teilst, wer das sehen will, also at DVG. Wir teilen ja sowieso nochmal alle.
28:48  Dirk von Gehlen
Genau, wobei ich äh den, ich glaube, was mir geglückt ist, ich habe ein viel sportlicheren Instagram-Account, als ich äh eine sportliche Person.
28:57
Also ich ich bin wirklich sehr gerne in diesem Floßberg, weil es ein ganz toller Ort auch ist,
29:02
ähm äh aber das Tolle ist vor allen Dingen, dass ich den Weg vorher nicht weiß und das erlaubt mir dieser Park,
29:08
dass ich nicht immer nur eine Runde laufen muss, so manchmal gibt es wir haben jetzt mit mit Strafer für den Minutenmarathon die die fünf beliebtesten Strecken für fürn Laufen rausgesucht. Also.
29:17  Nicola Wessinghage
Nochmal für Nichtläufer.
29:19  Dirk von Gehlen
So eine eigentlich ich glaub eher Fahrradfahrer aber auch Läufer, so 'ne Community wo du deine Daten tracken kannst,
29:25
Und da haben wir mit dem Deutschland-Chef so ein, der hat uns Daten rausgelassen und hat uns gezeigt, wo die meisten Leute in den fünf größten Städten in Deutschland den ersten Kilometer laufen.
29:36
Und das ist meistens so einmal den Main hoch und den Main wieder runter. Oder in München, das ist die Isar. Ähm in Düsseldorf ist es der Rhein,
29:43
in Hamburg ist einmal um die Alster so und das sind aber sozusagen vorgegebene Strecken, wo du nicht zwischendurch sagen kannst, ach heute geht's mir nicht so gut, ich biege hier ab und laufe wieder zurück,
29:53
Oder heute geht's mir super, ich laufe hier rechts rum und nochmal einen riesigen Bogen dazu,
29:57
das mag ich total gerne, dieses im Laufen zu entscheiden, ach mir macht's voll Spaß, ich laufe hier nochmal eins weiter. So und das geht ja nicht, wenn du einmal um die Alster rumläufst, sondern musst du immer um die Alter rumlaufen, kannst du natürlich eine zweite Runde machen und so, aber.
30:10
Du bist halt schon sehr auf diesem vorgegebenen Weg festgelegt und ich finde dieses.
30:14
Man kann aus den Regeln ausbrechen und einfach mal woanders laufen, das das macht mir total Spaß, weshalb ich zum Beispiel wenn man mal wieder reisen kann.
30:21
Immer auf Reisen versuche in den Städten zu laufen morgens.
30:25
Einmal so anzugucken und sei es nur, dass ich so an der Hauptstraße in Köln, da habe ich mich einmal total verlaufen an diesem,
30:32
Juttel heißt es glaube ich rumlaufen und dann musste ich da irgendwie schnell wieder zurück, weil der Termin schon angefangen hatte, ähm aber man nimmt die Stadt dann anders wahr, genau wie beim Gehen, man sieht,
30:42
etwas von der Stadt.
30:44  Nicola Wessinghage
Ja. Du hast in einem der Texte geschrieben, vergessen sie das Laufen. Also, dass man, wenn man eben einen bestimmten Zustand erreicht hat. Ich glaube, viele Menschen
30:53
träumen da erstmal von und das ist ja auch ein harter Weg vielleicht dahin zu kommen. In einem bestimmten
30:57
bestimmten Zustand des Fit seins wahrscheinlich läuft man und man merkt es irgendwann gar nicht mehr, dass man läuft. Und ich wollte ja eine kleine Challenge machen gegen Laufen gegen Gehen.
31:07
Weiß ich gar nicht, du bist ja so offen für das Gehen, dass ich das gar nicht, glaube ich, gar nicht unbedingt brauche, aber das ist,
31:11
doch finde ich ein Punkt. Also dieser innere Schweinehund, also ich kenne auch einige Menschen, die joggen, aber die sagen, Spaß macht mir das nicht.
31:19
Und ähm das finde ich ist wirklich beim Gehen anders. Ich hab.
31:23
Zumindest diesen inneren Schweinehund nicht, weil es von Anfang an schön ist zu gehen. Und weil weil natürlich ist es, ist es weniger anstrengend. Man kann sofort in so einen Flow kommen
31:33
Wann tritt das denn, also wann zum wie lange muss man trainieren, um das zu erreichen, vielleicht nochmal als Ausmunterung an alle, die jetzt denken? Möchte ich auch haben und ähm wenn du so läufst, das ist ja wahrscheinlich nicht so von Anfang an, weißt du es auch noch aus eigener Erfahrung? Also ich fand's auch
31:47
Tagesform abhängig. Ob man da reinkommt oder nicht.
31:50  Dirk von Gehlen
Das ist ohnehin das Allerwichtigste, dass es ganz ganz viele Sachen Tagesformabhängig, stimmungsabhängig, wetterabhängig, also das ist so, man kann total fit sein und trotzdem feststellen, nach äh fünf Minuten heute ist irgendwie nicht mein Tag, das klappt nicht. So und.
32:05
Auf den eigenen Körper zu hören, klingt jetzt auch nach so einer komischen Floskel, aber ich finde, das ist total wichtig, nicht irgendwelchen ich vergleiche mich mit anderen so, sondern einfach zu gucken, wie geht's mir.
32:16
Ein Bekannter von mir hat das mal super zusammengefasst sich überholen lassen also dass man akzeptiert da läuft jetzt jemand.
32:23
Es sieht viel unsportlicher aus als ich und trotzdem ist er schneller, also das einfach akzeptieren ähm und.
32:29
Der Moment des Vergessens, äh der stellt sich vielleicht auch nur für ganz kurz ein. Das ist beim Gehen sicher anders, dass man das Gehen sehr viel schneller und sehr viel länger vergessen kann,
32:40
Beim Laufen ist dann die Anstrengung doch relativ hoch und man muss relativ viel trainiert haben oder schon einen gewissen Grad an Fitness haben, um's irgendwann über ein längere Distanz zu vergessen.
32:50
Aber es kann auch schon total erfreulich sein und und beglückend, wenn man einfach eine Minute gelaufen ist und feststellt, hm, ist mir jetzt gar nicht mehr aufgefallen, dass ich jetzt gerade gelaufen bin.
32:59
Und das war für mich eigentlich das Ziel, also ich hab gar nicht so sehr das Ziel, eine Marathondistanz zu bewältigen oder schnell zu sein oder irgendeinen besonderen Pace oder was auch immer, sondern diesen Moment zu erreichen.
33:11
Wo ich laufe und das dann eigentlich nicht mehr bemerke, weil das ist der Moment, dass er der große Zauber, der dann entsteht von diesem Runners High, von dem immer alle berichten, also diesen Moment, wann du sozusagen,
33:23
so viel Endorphine ausschüttest, dass äh dass du sozusagen so beglückt bist. Ähm.
33:28
Ich kenne dieses Gefühl schon auch, das stellt sich bei mir aber ganz oft ein, wenn ich fertig bin. Also ich bin sehr protestantisch bei sowas, dass ich mich danach einfach freue, dass es in der.
33:36  Nicola Wessinghage
Die Arbeit dann das Vergnügen.
33:37  Dirk von Gehlen
Ja, ein bisschen schon, dass ich sozusagen äh auf meinen Schrittzähler, auf meine Uhr gucke und sage, ach, schau mal, das hast du geschafft. Du hast es in der letzten Folge, finde ich super zusammengefasst, das, also mich hat ein Schrittzähler erst zum Gehen und dann zum Laufen gebracht.
33:52
Weshalb ich zum Beispiel auch nicht verstehe, es gibt ja diese vermeintliche Marketingvorgabe, dass man zehntausend Schritte am Tag gehen soll, mich überhaupt nicht verstehe, wie man das ohne Joggen hinkriegen soll, äh zehntausend, also weil das ja ein totales Zeitproblem auch, oder? Also, schaff.
34:06  Nicola Wessinghage
Nee, das komm.
34:07
Ja, also das ist meine Vorgabe, also meine innere, sodass ich denke, das war ein guter Tag, also ich inzwischen ist es auch so, dass ich's gar nicht mehr nachgucken muss, sondern dass ich wirklich merke, wenn ich weniger als zehntausend Schritte gegangen bin
34:21
und das ist ja das Schöne, dann die Reaktion, ach dafür hast du Zeit.
34:26
Schritte zu gehen und ja, hab ich, weil ich inzwischen beim Gehen auch tatsächlich ganz viele andere Sachen mache, die ich sonst im Sitzen gemacht habe, also gestern habe ich ein
34:35
Meeting mit meinem Geschäftspartner an der Elbe gemacht. Es war traumhaftes Wetter und wir hätten uns sonst im Konfi gegenüber gesessen und unsere Notizbücher holt und das haben wir, konnten wir genauso gut an der Elbe machen. Ich höre ja viele Podcasts und
34:49
das ist etwas, was mir, was hat mir das auch so entgegengekommen ist, weil ich kann abends manchmal wirklich nicht mehr gut lesen, weil ich den ganzen Tag
34:56
im Rechner sitze und immer mit viel mit Buchstaben zu tun habe und mich dann wieder hinzusetzen, um ein Buch zu lesen ist, wenn ich viel arbeite eigentlich unmöglich und ich habe aber große Lust, mich mit Inhalten auseinanderzusetzen und ähm das kann ich eben beim Gehen auch machen. Deshalb
35:10
ganz viel, was sie sich sonst Zeitzeitung lesen, aber gut, ihr habt ja auch Podcast bei der Süddeutschen Zeitung. Man kann ja auch sich äh Artikel vorlesen, also mache ich alles. Also ich nutz
35:19
äh je nach Laune, Hörbuch, Podcast, Zeitungsvorlesung essen, Musik hören,
35:26
gehe einfach dabei und viele Sachen, die ich sonst, also ich habe mein Fahrrad aus der Garage geholt und bin wirklich ganz kurze Strecken zum Einkaufen gefahren und ich glaube mal, wenn man das jetzt rein zeitlich sieht, ist es das Gleiche, schnell einfach rauszugehen
35:38
Und dann kommt man ganz gut ähm da drauf, also von daher ist es glaube ich ein ganz guter Punkt.
35:45  Dirk von Gehlen
Also ich hab's, schaff's nur, wenn ich auch laufe an Tagen und ich gehe wirklich auch bewusst und viel. Ähm.
35:52
Und hab mir selber siebentausend Schritte äh äh sozusagen als Ziel gesetzt, die ich immer überschreite. Da gibt's äh von von Simon Cinec so eine schöne äh ähm das unendliche Spiel heißt das Buch, glaube ich, wo er sagt, man sollte sich sozusagen die
36:04
die Ziele so niedrig setzen, dass man sich auf jeden Fall auch erreichen kann und sich dann daran freuen, dass man sie erreicht hat, statt die Ziele so hochzusetzen, dass man immer
36:14
kämpft, um sie überhaupt zu zu erreichen und siebentausend Schritte sind für mich okay, so. Aber da da laufe ich dann auch. Also.
36:22  Nicola Wessinghage
Ja, das ist äh diese zehntausend Schritte, du hast es ja eben schon gesagt, das ist ein Marketinggag von oder Marketingvorgabe, vielleicht gar kein Gag, die haben die die App erfunden haben, die haben gesagt, du brauchst zehntausend Schritte und ich habe
36:34
viele Hinweise. Gesundheitlich ist das keine Vorgabe. Also ich glaube fünf bis siebentausend Schritte wäre das jeden Tag geht, der macht schon viel, viel mehr als viele andere Menschen.
36:43
Und ist damit glaube ich auch gut unterwegs und das war er, ich hatte das ja auch in dem in der ersten Folge, glaube ich, mal erzählt, dass wir das in der Familie so,
36:50
Challenge auch gemacht haben. Es war total toll, auch deswegen, weil wir insgesamt, wir sind drei Geschwister und ähm wir waren damit immer irgendwie in Verbindung und wenn mal irgendwie der andere nur zweitausend Schritte hatte, also mein Vater zum Beispiel, da wusste ich irgendwas ist los
37:04
Man äh ich rufe ihn auch sonst an, aber,
37:07
war das so ein bisschen ähm oder mein Vater sagte, na, wo warst du denn heute schon wieder unterwegs? Wieso hast du denn schon so viele Schritte? Also es war so ein gemeinsames Thema und das ist ja ein bisschen auch die Idee
37:17
des Minutenmarathons, dass man an einer gemeinsamen Sache unterwegs ist ohne sich dafür begegnen zu müssen, weil's manchmal ja auch einfach gar nicht geht, ne? Also es geht nicht, weil man, weil man nicht in einer Stadt lebt, weil man unterschiedliche Tagesabläufe hat
37:30
Und deshalb finde ich diese App auch, also das ist wie ein Spiel, also manchmal nimmt man das Spiel auch sehr ernst
37:37
und kann sich da richtig reinhängen, aber wenn ich meinen Tagesablauf plane, würde ich nicht sagen, nee, das ich sage eine Verabredung ab, weil ich ja noch nicht meine zehntausend Schritte gelaufen habe. Ich würde dann eher sagen, komm doch mit, ich hab.
37:48
Zehntausend Schritte.
37:49  Dirk von Gehlen
Mit welcher App macht ihr das denn.
37:51  Nicola Wessinghage
Wir haben ähm ich weiß das gar nicht genau. Also es ist auf jeden Fall nicht.
37:54  Dirk von Gehlen
Dafür gibt's ja die Shownotes.
37:56  Nicola Wessinghage
Genau, dafür gibt's die Shonos, vielen Dank. Ähm, ich komme auch glaube ich gleich drauf, aber das ist nicht die, die schon vorinstalliert ist, mit der kann man ja nur seine Schritte messen und dann gibt's eben noch eine, wo man sich connecten kann und dann jeweils ähm erscheint, wie viele Schritte der andere gelaufen ist,
38:10
Genau, zum Thema Ernst nehmen habe ich noch eine Frage zum zur Regel. Ich habe auch schon den Einwand gehört bei eins Komma sechs Kilometer. Da lohnt es sich doch gar nicht, die Joggingsachen anzuziehen. Man darf auch mehr laufen, oder?
38:21  Dirk von Gehlen
Man muss mindestens eine Meile laufen. So und das ist ähm es gibt so eine äh amerikanische Run-Vereinigung, da kommt es sozusagen her.
38:30  Nicola Wessinghage
Was heißt eigentlich genau St.
38:31  Dirk von Gehlen
Äh Streifen glaube ich sozusagen und es ist sozusagen in, das heißt eigentlich nur, dass du sozusagen in einer Linie ohne Unterbrechung läufst.
38:38  Nicola Wessinghage
Ach so, ich also.
38:39  Dirk von Gehlen
Genau, so die die Idee ist sozusagen einfach nur laufe jeden Tag und mache nie eine Pause.
38:45
Und es gibt äh wenn man das das mal sich so anguckt, auch auf Instagram faszinierende Menschen, die seit dreitausend Tagen jeden Tag eins Komma sechs Kilometer laufen und ähm mindestens, also da sind dann auch einige, die laufen dann jeden Tag einen Marathon mal phasenweise und so. Äh.
38:59  Nicola Wessinghage
Das ist doch nicht gesund, oder?
39:01  Dirk von Gehlen
Glaube auch, das ist tatsächlich auch ein Argument gegen dieses Trade Run, dass man das eigentlich sozusagen nicht zu lang tun soll als normalsterbliche, normalsterblicher.
39:10
Deswegen sind diese zweiundvierzig Tage jetzt auch so, das ist glaube ich okay.
39:14
Wenn man das sozusagen bewusst tut, gleichwohl sagen wir auch immer, man sollte das, wenn man, wenn man so ein Sporttraining beginnt, sich auch mal durchchecken lassen, zum Arzt gehen.
39:23
Und wenn man sich schlecht fühlt, sollte man auf jeden Fall nicht laufen gehen und so. Und dafür finde ich es aber diese diese äh Daumenregel zu sagen, mir soll's danach besser gehen als davor, eigentlich das Beste, wenn ich nämlich erkältet bin, geht's mir danach nicht besser, sondern dann fühle ich mich deutlich schlecht.
39:37
Ähm und äh diese Regel mit den eins Komma sechs ist Minimum so, das sollte man auf jeden Fall in an dem Tag machen und zwar innerhalb der vierundzwanzig Stunden.
39:47
Damit man's eben täglich hat. Man kann aber auch, wenn man jetzt sagt, ich laufe jeden zweiten Tag fünf Kilometer, dann läuft man halt jeden zweiten Tag fünf Kilometer. Sollte aber dazwischen versuchen.
39:57
Auch an den Pausentagen die Laufschuhe anzuziehen. Das ist sozusagen der Impuls für diese zweiundvierzig Tage. Ganz oft wird es gemacht zu Beginn des Jahres, um sozusagen.
40:06
Gute Vorsätze umzusetzen und sich so besonders sportlich zu fühlen.
40:10
Ich glaube, dass es ein schönes Spiel ist, die der wirkliche Grad sportlicher zu werden, entsteht eigentlich, wenn man's irgendwie hinkriegt, zwei, drei Mal die Woche im normalen Umfeld, ohne Challenge,
40:20
ohne Besonderheit, sondern als als Ritual so zu laufen, dass es selbstverständlich dazugehört. Ähm,
40:25
das ist meiner Meinung nach das aller, allerwichtigste in diese Ritualisierung zu kommen. Ich habe gerade schon mal ähm Atomic Habicks zitiert. Ich finde das total toll, sich,
40:34
der Art zu beschäftigen, wie wir positive und auch negative Rituale in unser Leben integrieren.
40:40
Und Sachen dann irgendwann so machen, dass wir sie wie beim Laufen nicht mehr merken, also dass wir vergessen, dass wir etwas tun, weil wir es so ritualisiert haben.
40:49
Und ähm der beschreibt das ganz toll. Er hat daraus so ein richtiges Imperium gemacht, hat einen super super Newsletter, äh der der einmal die Woche kommt und wo er Leute wiederum eigentlich nur daran erinnert.
40:59
Diese Ritualisierung zu beobachten und zu sehen, was mache ich eigentlich automatisiert quasi und wir machen davon mehr als uns bewusstes und das ist jetzt aber versprochen, die letzte Parallele, das tolle am Gehen.
41:12
Sozusagen die, die meisten es ja nicht auffällt, dass sie das tun. Und in der Sekunde, wo man's ähm sozusagen beobachtet und reflektiert,
41:19
entsteht, dabei finde ich ganz viel. Also wie gehe ich überhaupt, wie ist mein Schrittbild? All das, was du schon angedeutet hast und und sicher auch in in deinem Podcast noch vorkommt.
41:28
Entsteht ja nur durch die Reflexion und dass man's beobachtet, das was einem sonst nicht auffällt und das finde ich total toll, das ist ähm beim Atmen glaube ich so ähnlich, aber beim Gehen äh ganz, ganz klar ein ein Feld, was sich da öffnet, wenn man anfängt, das zu beobachten.
41:42  Nicola Wessinghage
Ja ja
41:43
sehr schön und äh trifft natürlich genau das, was ich auch nochmal, weil es eben auch so viele unterschiedliche Arten gibt. Und bei den Ritualen, du hast gesagt, eben gucken, was möchte ich aufnehmen, man kann dann ja auch gucken, was möchte ich rausschmeißen an Ret
41:54
ne? Also was gibt's für Rituale, die ich mir angewöhnt habe als wiederkehrende ähm Gewohnheit, ohne sie überhaupt zu reflektieren und die aber, wenn man sie hinterfragt,
42:06
gar nicht gut sind und das
42:07
Würde Platz schaffen für neue Rituale, also jeden Tag ins Auto setzen, ist ja auch ein Ritual und wenn das Ritual zu ersetzen durch, ich gehe jeden Tag zu Fuß, ärgere mich nicht mehr, habe,
42:19
zehn Minuten länger Zeit muss kein Parkplatz suchen und so weiter, kann ein schöneres Ritual sein.
42:25  Dirk von Gehlen
Und das Ritual muss nicht für immer gelten, das ist eben bei dem Strakewun jetzt so. Du musst jetzt nicht für ewig jeden Tag eins Komma sechs Kilometer gehen oder laufen, sondern einfach erstmal nur für die Zeit,
42:34
Und dann stellt man vielleicht fest, ach das hat mir so gut gefallen, das das mache ich jetzt noch länger,
42:39
oder passe das eben angepasst, nehme ich's, nehme ich's mit. Ähm oder man sagt, nee, jetzt habe ich's für diese Zeit gemacht und jetzt mache ich wieder ein anderes Ritual, weil die der Berg wirkt immer so groß, so man sagt, ich möchte jetzt Läufer werden.
42:52
Dann wirkt es so wie so ein unbezwingbarer, unfassbar hoher Berg, aber auch da beginnt mit diesen kleinen Schritten und ähm wenn ich acht Wochen am Stück und das habe ich die Marathon-Bundestrainerin zum Beispiel interviewt und Lauftrainer.
43:05
Ähm,
43:05
wenn du anfängst, wirst du automatisch nach fünf, sechs Wochen spürst du Veränderungen und ähm das finde ich ist eigentlich das Zauberhafte an an dieser Form Sport zu machen, dass du.
43:16
Dass du dich selbst verändern kannst, dass du nicht sozusagen in dem feststeckst, wo du dich gerade befindest und das ist sozusagen der Ausweg aus dieser Logdown-Situation, die wir jetzt im November vor uns haben, es ist nicht so.
43:27
Und es ist nicht so schrecklich, du kannst dich verändern, du hast noch eine Möglichkeit und sei es nur, dass du gehen und laufen kannst.
43:35  Nicola Wessinghage
Genau und man hat zwei Optionen. Das soll vielleicht nochmal zum Abschluss die Möglichkeit sein, weil ich glaube wirklich
43:41
Das ist ja immer mit den Dingen nicht alle sind für nicht für alle ist das die Lösung zu joggen, irgendwelche werden viel bei mir kommt das Runners High nicht,
43:49
ich kann mich so sehr darauf einlassen wie ich möchte oder aber ich kann auch gerade nicht joggen aus verschiedensten Gründen gibt es ja auch sehr viele,
43:58
dann finde ich, es gehen eine tolle Variante und genauso ich habe
44:02
mir gedacht, ähm also ich befürchte ehrlich gesagt ein bisschen, dass das mit dem Joggen und mir ähm vielleicht eine längere Trennung bleiben wird, vielleicht kommen wir auch gar nicht mehr zusammen. Aber was natürlich toll wäre,
44:14
Ähm man kann ja auch zweiundvierzig Kilometer gehen. Und ähm das wäre für mich schon eine weitere Strecke, also habe ich, glaube ich, nein, habe ich noch nicht ge
44:23
die am Stück zu gehen und vielleicht ist das der Einstieg beim Minuten Marathon Streak mitzumachen
44:29
um dann vielleicht sich so ein Ziel zu setzen, müssen, müssen nicht zweiundvierzig Kilometer zu sein, aber damit überhaupt mal reinzukommen in eine wunderbare Beschäftigung, also laufen oder gehen.
44:39  Dirk von Gehlen
Das Tolle dabei ist, dass wenn du zweiundvierzig Kilometer gehst, also die Marathondistanz gehst, hast du sofort diesen Zeitdruck weg.
44:47
Also das finde ich daran immer störend, wenn jemand sagt, ich laufe jetzt einen Marathon, irgendjemand fragt dann sofort nach einer Zeit und will dann Durchschnittstempo und irgendwas, aber ich glaube, alles, was ich über, ich habe, bin noch kein Marathon gelaufen, ich bin jetzt zweimal einen halben gelaufen,
44:59
alles was ich über über den Marathon weiß ist, dass es gar nicht so sehr um die Zeit geht, sondern es darum geht, dass du dich mit dir beschäftigst und diese Distanz bewältigst. Und ähm,
45:09
da ist das Gehen sicher eine ganz also eine gute du gehst von einer anderen Tür in den Raum rein, wenn du übers Gehen zu dem Thema kommst. Ähm da gibt's natürlich auch Leute, die, die dann diese diese ewig langen, ultra äh Strecken gehen und so
45:23
es gibt immer jemanden, der es kompetitiv macht. Ich finde aber diese Grundidee das aus sich heraus zu tun.
45:29
Um sich selber danach besser zu fühlen und die, das ist beim Gehen definitiv so und das ist eigentlich eine schöne Idee, mal einen Marathon zu gehen, ähm weil es einfach hier auch schöne Strecken sind, also in vierzig Kilometer etwa kannst du ja auch tolle Distanzen überwinden.
45:41
Ich hab gelesen, dass die Distanz zwischen Athen und Marathon, also diese Strecke wirklich,
45:45
die damals das begründet hat, die sei gar nicht so wahnsinnig schön, weil es so Vororte von Athen sind, wo man mittlerweile eigentlich nicht mehr so gerne weder Joggen noch spazieren möchte, aber es gibt tolle andere Strecken, die man sicher gut bewältigen kann.
45:57  Nicola Wessinghage
Ja, es gibt in äh ich war ja neulich im Torturburger Wald,
46:00
ähm und da gibt es auch einmal im Jahr den Hermannslauf, das sind glaube ich dreiunddreißig Kilometer oder dreißig Kilometer und das ist aber ziemlich,
46:08
anstrengend, weil das immer Treppen rauf und runter gibt und das gibt es auch,
46:12
für Gehende. Also es ist schon so angelegt, die rufen tatsächlich auf, zu laufen oder zu gehen und letztes Jahr ist der Korona bedingt ausgefallen. Das wäre auch ein Etappenziel.
46:22  Dirk von Gehlen
Sowas mal mitzugehen, ja.
46:23  Nicola Wessinghage
Ja, also es gibt keine Entschuldigung mehr. Ich finde eins Komma sechs Kilometer, Dirk ist eine tolle Distanz, ob laufend oder gehend. Man kann einsteigen. Ähm du hast schon ein paar Bücher mal so on the Way genannt. Die würde ich einfach
46:36
dich bitten, dann.
46:37  Dirk von Gehlen
Schicke ich die gerne noch.
46:38  Nicola Wessinghage
Mehr zu nennen, die kommen dann in die Shownotes, genau natürlich wie alle Infos zum Minutenmarathon, zur aktuellen Aktion, die,
46:44
jetzt Sonntag, also jetzt heute, wir werden wahrscheinlich Freitag veröffentlichen, das heißt, man kann sich noch zwei Tage einstimmen und dann einfach loslegen. Der ganze Sonntag ist dafür frei bis vierundzwanzig Uhr,
46:55
an und man darf natürlich auch noch Montag mitmachen.
46:58  Dirk von Gehlen
Genau, wer danach das liest, kann sich auch noch eintragen und mitmachen und äh den Newsletter abonnieren oder einfach so
47:03
lauft dem Lokdown Ärger weg, das wäre so mein Appell, ähm auch wenn man den den Podcast jetzt irgendwann später hört, dass äh diesen Impuls würde ich gerne mitgehen, lauft oder geht ihm davon.
47:14  Nicola Wessinghage
Ja, gegen den Lokdown
47:16
Sehr schön. Prima, vielen Dank, Dirk, dass du uns mitnimmst auf den Minutenmarathon, Minuten Marathonsteak und dass wir uns unterhalten durften, das war sehr schön. Also ich glaube, wir müssen nicht
47:29
gehen oder laufen gegeneinander abheben oder da irgendwelche Challenges machen, es ist beides toll.
47:34  Dirk von Gehlen
Unbedingt, also ich glaube, es hat beides seine seine Vorteile und es ist vor allen Dingen ähm es bedingt einander. Also es ist so ähm du kannst eigentlich, glaube ich, nicht ein guter Läufer sein, wenn du,
47:44
nicht magst, weil das Gehen ist als Pause mindestens zum Einstieg, aber auch für jegliche andere Form,
47:51
nach einem langen Lauf immer eine Belohnung, um dann irgendwo anzukommen und es gehört irgendwie total gut zusammen und ich hab mich sehr gefreut, dass ich, dass ich den Minuten Marathon hier kurz vorstellen durfte, vielen Her.
48:00  Nicola Wessinghage
Ja, ist super. Danke. Bis dann, Dirk, tschau.
48:03  
Musik und Intro
48:11  Nicola Wessinghage
Ja, das war Dirk von Gelen mit dem Minutenmarathon Street.
48:15
Von Erfahrung kann ich ja nun noch nicht berichten, aber vielleicht in der kommenden Woche ihr, vielleicht haben ja die ein oder anderen wirklich Lust da mitzumachen, ob nun gehend oder laufend.
48:25
Ich glaube, solche Rituale sind gerade jetzt wirklich gut,
48:29
Also jeden Morgen oder Abend eine kleine Runde drehen, mindestens eins Komma sechs Kilometer lang und damit eine gute Portion, frische Luft, Licht und Bewegung schon mal sicher zu haben,
48:39
Und wer sowieso schon regelmäßig läuft, kann den mal ausprobieren, wie es ist, zusätzlich nochmal eine Runde zu gehen. Vielleicht ja auch mal mittags als bewegte Pause.
48:47
Falls ihr also dabei seid, berichtet doch mal.
48:50
Nutzt dann gerne den Hashtag Minutenmarathon auf Instagram, Facebook oder Twitter oder ihr schreibt einfach mal was in die Kommentare auf dieser Website, also die Website zu diesem Podcast, das ist WWW Punkt Lob Minus
49:04
des Minus Gehens Punkt DE.
49:07
In der kommenden Woche gibt es dann für eins Komma sechs Kilometer mindestens, aber vielleicht auch etwa etwas länger, gleich die nächste Episode.
49:15
Wie versprochen mit der G-Trainerin und Mitgründerin der Ecole Flaneur Elke Schmidt.
49:21
Ich freue mich, wenn ihr wieder reinhört. Ich freue mich auch, wenn ihr diesen Podcast weiterempfehlt, wenn er euch gefallen hat.
49:28
Vor allem aber freue ich mich, wenn ihr es euch gut gehen lasst in diesen Zeiten. Und wie immer kommt die Musik von Mastermind XS aus Stuttgart. Es ist der Song Walking Dub von ihrem Album Keepermoving.
49:34  
Musik und Intro