Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 1060: Du bist nicht allein [transcript]


Wir sitzen im lichtdurchfluteten Berliner Atelier von Dieter Mammel. Ab und zu hören wir das Knarzen der geöffneten alten Fenster, doch das lenkt gar nicht ab von unserem Blick auf die wie durch Wassertropfen gemalten melancholischen Bilder. Dieter Mammel zieht uns mit seinen Werken in den Bann, sie sind geprägt durch Wasser. Nasse Tusche auf nasser Leinwand, Motive, die gerne das Wasser aufgreifen. Tiere mit fragendem Blick in vereister Landschaft, Menschen, die im Begriff sind, in Wasser einzutauchen und deren Körper von Wasser umspült werden. Wir fühlen uns, als dürfen wir für einen kurzen Moment Teil nehmen an dem Leben der portraitierten Person. Wir können förmlich den Kuss des Sees auf unserer Haut spüren. Ja, Wasser spielt für den Wassermann Mammel eine prägende Rolle. Prägend für Mammel sind vor allem zwei Persönlichkeiten: Sein Großvater, der ihn als Lehrmeister immer wieder aufgefordert hat, sein Talent zu verbessern – und die große Bildhauerin Louise Bourgeoise, die ihn ermuntert hat, die Türen für die Menschen in seinen Bildern zu öffnen.

Auch die Tür des Ateliers öffnet sich im Moment der Aufnahme. Herein kommt Claudia Schick, die Lebensgefährtin Dieter Mammels. Sie schenkt uns – als besonderes Highlight – einen Einblick in das Leben an der Seite eines so unverkennbaren Künstlers.

Ebenfalls ist die Tür zu seiner Frankfurter Ausstellung in der Galerie Hübner + Hübner „Du bist nicht allein“ geöffnet; und ja, nach diesem Gespräch haben wir das gute Gefühl: in der Gegenwart von Dieter Mammel fühlt man sich nicht allein, sondern sehr vertraut und verstanden.


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 2020-10-12  1h1m
 
 
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Music.
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Und herzlich willkommen zu unserem Podcast die Leichtigkeit der.
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Music.
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Kochst du gerne, ich habe ganz viele Töpfe eben bei dir gesehen? Ja. Und Fun? Ja. Was gibt's denn? Lamm gibt's heute mit Gemüse und.
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Dann kochen auch noch Freunde von hier mit, also ich finde das auch ganz schön noch nicht zu wissen, was die kochen. Mhm. Was die mitbringen.
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Das ist auch ganz spannend. Kochen, es hat ja auch etwas von Malerei, also du weißt noch nicht genau, was dann letztendlich.
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Daraus wird. So geht's mir auch ganz oft. Also ich koche jetzt nicht nach Rezept, also das äh macht immer die wahnsinnig, die dann so akkurat äh.
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Wie viel Gramm oder wie viel äh oder eine Brise, das ist immer so relativ, ja. Also von daher finde ich das.
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Also mit mir kochen macht nicht so Spaß, aber mir macht das unglaublich Spaß. Ja, die ja sind auch Lust und Laune noch nicht wissen, was was dann so wirklich letztendlich dabei rauskommt und entsteht.
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Das ist das Schöne. Ist das häufig bei dir der Fall, dass du einfach sagst, komm vorbei, wir kochen zusammen, bringt was mit, was ihr? Ja. Trinken kann. Ja, natürlich, das ist ähm auch hier im Atelier.
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Das ist ja jetzt hier nicht nur ein Ort, in dem ich.
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Arbeite, sondern ich lade ein, das ist auch ein ein Stück weit ein öffentlicher Raum und also auch ein Raum für Freunde, für Bekannte.
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Und das lebt ja davon, dass.
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Die Bilder sollen ja auch betrachtet werden und die werden ja nicht nur in der Galerie oder in der Museum betrachtet, sondern angeschaut, sondern eben auch hier von Freunden kritisiert.
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Und gesehen und deshalb sitzen wir hier auch mitten in der Farbe und mitten in den Bildern. Wie ist das für dich, wenn Freunde deine Bilder kritisieren.
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Music.
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Darüber, dass.
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Relativiert, etwas mich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Sind deine Freunde eher auch im künstlerischen Bereich tätig? Oder? In allen Bereichen.
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Das ist ganz wichtig.
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So wie du ja auch nicht unmittelbar aus der Kunstgeschichte kommst und sondern eben. Noch gar nicht. So gar nicht, sondern eben auch aus einem anderen Bereich. Also es ist auch ganz wichtig, dass sie,
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frei und tun verbraucht einfach auf die Bilder, auf die Kunstwerke schauen. Mhm. Und das können sie am besten, wenn sie aus.
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Aus anderen Wirklichkeiten.
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Hier hineinkommen und sich die Arbeiten so frei wie möglich anschauen und gar nicht so vorbelastet, also der, der immer schon ganz viele Bilder mitbringt.
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Kommt auch ganz schnell in Beurteilungen hinein, die nicht immer dem Werk unbedingt gerecht werden.
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Vielleicht fangen wir einfach mal von vorne an. Ich habe eine Freundin Rabea, mit Rabea mache ich zusammen den Podcast. Okay. Andrea Beer schickt mich immer ganz gerne durch die Gegend.
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Auf der Suche die Kunst zu verstehen, so Rabia.
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Ich bin in Berlin. Du hast gesagt, finde doch mal einen Künstler, dessen Werke wie durch.
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Wasserfarbe sichtbar sind, die dich auf melancholische Weise berühren und.
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Ja wo du gerne im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen möchtest. Mhm. Andrebea, was soll ich sagen
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ich bin fündig geworden. Willkommen im Wasser. Wir kommen im Wald. Mir gegenüber sitzt Dietermangel. Mhm. Ein Künstler, den ich selber sehr, sehr spannend finde,
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schon seit einiger Zeit und ich bin,
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so glücklich, dass du dir hier die Zeit nimmst, um uns ein Gespräch zu schenken. Besonders glücklich bin ich ähm darüber, weil du ja
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Ein wenig im Umbruch steckst. Mhm. Du hast einen Ortswechsel vor. Wir sind hier in deinem alten Atelier. Ich bin schon ganz verliebt,
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von natürlich all den Farben, all die Kreativität, die mir entgegenspringt, das wirkliche Leben in diesem Studio, es ist nicht rein Werkstatt, Atelier, ich sehe auch deine Küche, ich sehe dein Arbeitsbereich, ich sehe dein dein dein ganz privaten Schlafbereich auch und sind so glücklich
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dass du mich hier mitnimmst und dass ich mich umsehen darf und dass wir unsere Zuhörer teilhaben lassen können. Obwohl du mitten im Umzugsstress steckst
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wo du überhaupt nicht gestresst wirkst. Aber ich bin ziemlich verstaubt. Das sieht man ja nicht. Das hört man ja nicht. Musst du sehen. Genau. Genau, das hört man nicht und man sieht das auch. Genau,
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Ich beginne den Podcast immer ganz gerne mit der Frage, woher du kommst und als ich ein wenig recherchiert habe.
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Habe ich gesehen, dass du ein Werk hast, das heißt, Telme, coming from und dachte, das passt ja wie die. Mhm. Faust aufs Auge. Mhm. Also
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Es ist ein Kurzfilm von dir. Ich möchte gar nicht so sehr darauf anspielen. Mhm. Du hast ihn zusammen mit Matthias Grübel produziert. Mhm. Sondern ich möchte direkt wissen, woher du kommst.
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Verraten wir dein Leben. Also ich komme aus der Nähe von Stuttgart in aus Reutlingen.
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Am Fuße der schwäbischen Alb und ähm bin da zur Schule gegangen und habe dann in Stuttgart Kunst studiert, angefangen Kunst zu studieren an der Akademie und.
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Anschließend bin ich dann nach Berlin und habe hier weiter und zu Ende studiert und bin also seit meinem.
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Und sagen seit meinen fünfundzwanzigsten Lebensjahr bin ich in Berlin,
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Ach, das ist ja dann noch gar nicht so lange. Nein. Aber über die Hälfte meines Lebens bin ich schon hier. Also auf jeden Fall ähm da komme ich her.
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An die Wurzeln erinnern auch sehr viele meiner Arbeiten. Also es geht in meiner Arbeit ganz oft auch um die Frage woher ich komme weil sich daraus auch dann.
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Der Weg beschreiben lässt, wohin man geht. Mhm. Also es ist die Frage, die habe ich äh vor ein paar Jahren äh Flüchtlingen gestellt, woher kommt ihr? Daher.
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Stammt auch dieser Film,
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Beschäftigung, mit den Kindern, die aus Syrien, auf aus Afghanistan, aus dem Irak nach Deutschland gekommen sind und mit denen ich zusammen gezeichnet habe und die,
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Am Anfang, sie konnten natürlich noch kein Deutsch, sie konnten auch kein Englisch, also wie kommuniziert man
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und da habe ich die Frage dann in den Raum geworfen, woher kommt ihr? Damals habe ich sie noch übersetzen lassen und dann haben sie angefangen zu zeichnen
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Diese Zeichnung haben wir dann später im Weltkulturenmuseum auch hier in Haus am Waldsee in Berlin ausgestellt und den Menschen zu zeigen
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Woher diese Menschen, die auf der Flucht waren, woher diese Menschen kommen und.
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Dass sie sich dann erträumen, wohin sie gehen wollen, was sie zukünftig ja, was sie für Vorstellungen haben.
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Wenn sie erst einmal,
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Bei uns sind und äh das hat ähm auf jeden Fall das war dann der Titel der nicht nur der Ausstellung, sondern eben auch des Films,
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Und du sagst, dass deine Werke zeigen, woher du kommst. Ich sehe jetzt hier nicht die schwäbische Alm. Hm, da ist so eine Kuh
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Ja gut. Ja, sie schaffen mich. Sie schafft mich ein wenig auffordernd. Ja, also.
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Es hat eigentlich damit angefangen, dass ich in den späten neunziger Jahren eine Ausstellung in New York hatte. Und ich habe damals noch Öl gemalt und habe,
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Häuser gemalt, Häuser meiner Kindheit und bei der Eröffnung in der Golzturmgalerie.
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Kam eine ältere Dame auf mich zu, später stellte sich raus, es ist die große, das war die große Bildhauerin Luise Bojoi, die mich mir die Frage gestellt hat, wo sind hier die Menschen.
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Ich sehe nur Häuser. Habe ich gesagt, die sind in den Häusern.
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Und sie antwortete nur darauf, ja dann öffne die Tür. Open the Door,
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Und lasst die Menschen raus und ich bin nach Hause gefahren und habe wirklich dann gedacht, ich möchte unbedingt auch diese Menschen malen und habe dann einen großen.
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Zyklus angelegt, nämlich den Family Works Zyklus, der später dann auch im Kunstmuseum in Bonn und in diversen anderen Museen gezeigt wurde,
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Und indem ich die Familie vorgestellt habe, aber ich habe sie erstmal für mich gemalt als eine
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wie eine Familienaufstellung in dem ich dann meinen Großvater und meine Mutter und mein Bruder meiner Familie quasi meine, mein Vater alle um mich herum gemalt habe und mit ihnen erst nochmal,
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quasi in einer Art Zwiesprache gegangen bin.
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Und das war so ein zwei dreijähriges Projekt und das habe ich dann später auch, wie gesagt, ausgestellt. Zwiesprache
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ist es sichtbar, in welcher Art du die einzelnen Verwandten aufgestellt hast, wie nah oder wie fern sie dir stehen,
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Man kann sich auch annähernd durchmalen,
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ne? Also ich habe mich dann diesen diesen Figuren auch, also ich habe nicht den einzelnen, die mir fernschienen, habe ich mir wirklich, die habe ich mir dann wieder so vergegenwärtigt und mir ermalt, dass sie plötzlich mir nahe kam
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Also das war auch ein Prozess von Distanz und Nähe.
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Und indem ich also aus diesem Abstand, den ich zu manchem Verstorbenen
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zum Beispiel erstmal hatte oder meinte ihn zu haben und plötzlich habe ich mir ihn wieder ermalt und plötzlich habe ich ihn wieder lebendig werden lassen und was du vorhin so schön beschrieben hast mit
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hier reingekommen bist, dass dich das hier, dass die Arbeiten so lebendig und im Fluss sind. Das war eben auch für mich,
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die Konsequenz, wenn ich Menschen male, müssen sie fließen. So, das heißt, wir bestehen ja.
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Mehr aus Wasser, also aus die meisten zumindest als aus als aus Fett und also aus Öl. Das heißt, wir haben höheren Wasseranteil da und wir sind auch mehr.
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In 'ner Bewegung und im Fluss und nicht so statisch und ich bin auch 'n Mensch, der sich gerne bewegt und.
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Es war für mich also auch ein ganz wichtiger
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Umdenken im in ein anderes Medium, das heißt ich wollte weg von der Ölfarbe, bin dann hin zur Tusche, die mich eigentlich während des Studiums begleitet hat, als ich bei Sonderbox studiert habe und dann später eben versucht habe, gut
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gehe mal mit der Tusche mal auf Leinwand, schau mal, was damit passiert,
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da habe ich dann ein Medium gefunden, in dem ich eigentlich ganz gut diese Bewegung und die Menschen so lebendig wie möglich einfach ausdrücken kann.
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Ich würde ganz gerne mit dir nochmal über die Verwandtschaftsbeziehung sprechen,
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gab es eine Person, die dir in der Zeit besonders nahe gekommen ist, die du vorher gar nicht so wahrgenommen hast
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Mein Großvater, mein Großvater väterlicherseits, der war äh mein Zeichenlehrer, also der hat mir
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das Zeichnen beigebracht, der war nicht nur mein Zeichenlehrer, sondern er war Zeichenlehrer und eigentlich habe ich das gemischte Gefühle ihm gegenüber gehabt, weil er unglaublich streng war
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und er hat mir viel beigebracht, aber er hat auch ständig natürlich mich kritisiert. Und das war,
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eine ja fast eine Hassliebe, also es war so eine sehr dominante Figur und ich habe,
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mich eigentlich an an ihm abgemalt und habe dann nochmal nochmal ein Bild von ihm und.
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Dabei wurde er immer weicher und löste sich immer mehr auf und es wurde immer liebevoller das Verhältnis zu ihm, ja. Mhm. Also es war.
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Schönes Versöhnen über die Malerei. Mhm. In welcher Farbe hast du ihn gemalt? Du malst Monochrom? Ja, das waren äh mehr so ein.
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Dunkel, dunkelbraun, schwarz-braun, so, ja. Ist er dafür verantwortlich, dass du heute hier bist.
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Mit deinen.
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Wie viel Werke sind das wohl? Zweitausend. Na ja, das äh ja, also verantwortlich sind glaube ich alle, die äh mich begleitet haben in meinem Leben. Und aber, dass ich so eine.
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Der Eintritt sagen wir mal in die Malerei oder den, dass ich unbedingt gezeichnen wollte von Anfang an und dass er das, der hat das sehr stark gefördert,
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gibt es noch mehr prägende Personen? Ja, ich spreche jetzt, ich habe gerade jetzt äh Louis Boujas äh genannt. Ich habe äh mein Professor Sonderborg Marvan dann später hier in Berlin,
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Menschen, die mich darin bestärkt haben, weiterzumachen. In dem Moment, wo Louis Bujova zu dir sprach. Mhm. Da war dir noch nicht bewusst, wer da eigentlich? Nein, vor dir steht. Nein,
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und sie sagte zu dir, du musst die Türen öffnen. Du hast die Türen geöffnet, mittlerweile zeichnest du ja sehr, sehr viele Menschen. Wann ist dir bewusst geworden? Oh,
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Das war Louis Boah, das hat schon eine Aussage.
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An dem Abend dann. Also recht schnell. Ja, ja, das hat mir meine Galeristin gesagt, du, das war jetzt hier Luis Buschwart, damals hatte ich mich noch nicht mit ihrer Arbeit so beschäftigt und und Louis Boujoid hat mich dann auch in ihr Atelier eingeladen.
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Und paar Tage später saß ich auch in ihrem äh Atelier und äh sie hat sich auch.
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Sie hat mir auch ihre Arbeiten gezeigt und diesen Austausch der war eigentlich auch über viel bis heute ist der auch für mich ganz ganz wertvoll und wichtig, dass ich also auch in den nicht nur hier in meinem Atelier sitze, sondern auch im Atelier meiner.
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Kollegen. Ich hab das gesehen, als ich mir eben dein dein dein ganzen Schaffensbereich anschauen konnte. Du hast sehr sehr viele Werke auch von Freunden. Mhm. Ähm, hier hängen gerade in den sehr privaten Bereichen. Mhm.
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Wie inspirierend ist das für dich, wie wichtig ist dir, dass diese Arbeiten ganz nah bei dir zu haben, sie mitzunehmen, sie auf deinem Umzug weiterzutragen.
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Also jedes Bild und jede Zeichnung, die hier hängt, erinnert mich an eine ganz bestimmte Begegnung und.
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Darauf fädelt sich eigentlich auf diesem ganzen Begegnung fedelt sich ja das ganze Leben das trägst du mit dir und diese Menschen und das was sie schaffen das ist für dich,
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einfach oder für mich einfach sehr sehr prägend und sehr entscheidend und ich liebe es mich einfach nicht mit diesen Menschen zu umgeben, sondern auch mit mit ihren Werken
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Mhm. Hm, dein Stil, der ist ja sehr, sehr,
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einzigartig, wer unverkennbar? Ich würde gern mit dir über die eine oder andere Serie sprechen, zum Beispiel Paintings.
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Hier haben wir das Gefühl, was sich Eingangs ansprach, dass man wie durch Wassertropfen hindurch auf eine,
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Ich würde sagen, besondere Melancholie blickt. Mhm. Was prägt einen typischen Stil? Durch welche Technik beispielsweise erzeugst du diese verträumte Magie? Also die.
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Technische Beschreibung ist sehr sehr einfach, die Leinwand liegt auf dem Boden,
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und ist nass und ich gehe mit Tusche direkt auf diese nasse Leinwand,
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und,
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Ich kann im Gegensatz zur Malerei das nicht hundertprozentig kontrollieren. Das ist für mich das Abenteuer. Das heißt, ich habe nicht die Möglichkeit.
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Ein Bild zu Ende zu denken.
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Hab neulich einen sehr schönen Porträt von wem wenn das gesehen als Seneyast.
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Möchte ich den gerne jetzt mal kurz hier anführen, indem er auch beschreibt, dass er ein, wenn er einen Film beginnt, noch nicht weiß, wie er endet.
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Und das Abenteuer der Malerei ist.
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Raus entwickelt man auch dann die Leichtigkeit.
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Der Kunst, dass man sie nämlich dass man sie nämlich dass man es noch nicht zu Ende.
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Denken kann, das Bild entsteht wirklich in dem Prozess und man kann es eben nicht hundertprozentig bestimmen.
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Wenn man diese davon erstmal Abstand nimmt, dass es unbedingt gelingen möge.
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Wer es noch nicht wissen, ob es vielleicht auch.
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Nicht gut verläuft, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann ist man frei.
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Und man macht sich frei von diesem Zwang ein gutes Bild zu erzeugen. Das ist meistens sehr mittelmäßig. Die Spannung ist.
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Und die Qualität oftmals im Nachhinein.
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Wenn man dann ein Bild.
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Das eigene Bild betrachtet und es einen selbst.
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Überrascht, was daraus geworden ist.
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Das ist der Unterschied zu dem, was man, wenn man ein Konzeptkünstler ist oder wenn man ein Maler ist, der,
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ganz konkret arbeitet ist gerade sagt der so mit den Techniken der Ölmalerei oder Acryl, dass man da mit dieser fließenden Tusche.
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Sich überraschen muss und sich einlassen muss auch auf das was die Tusche macht, wie die Tusche fließt, wohin die Tusche.
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Verläuft und das ist die.
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Ja das große Abenteuer. Wenn ist dir das aufgefallen, dass dass so aus dir herausspricht, dass du dich so öffnen kannst, so frei von dem Druck machen kannst.
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Ich dir sagen, das hat gar nichts mit meiner Malerei zu tun, indem ich
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eigentlich sehr angewiedert war, umgeben zu sein von viel Egozentrik und von Künstlern, Künstlerpersönlichkeiten, die mich abgeschreckt haben,
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aufgrund ihrer sehr, sehr übersteigerten Hybris, weil sie sich so wahnsinnig wichtig nehmen.
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Festgestellt habe, es ist eigentlich macht das einen eng und das macht einen nicht frei.
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Wenn du dich nur ständig um dich selber kreist, es ist also ein Missverständnis von vielen, dass wir meinen mit der Kunst uns.
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Überhöhen zu können.
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Sondern eigentlich ist Kunst ein schöpferischer Akt, der uns demütig machen sollte. Wir sollten eigentlich dankbar sein dafür.
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Dass wir diese Antennen haben und ausstrecken,
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die geistige Welt und dass wir.
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Ein Vermittler von dem.
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Eigentlich wirklich ein Schöpfungsgedanke ist und was eigentlich über uns hinausgeht. Wir sind damit nicht groß oder größtenwahnsinnig und finden uns ja so wahnsinnig genial und fantastisch.
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Sondern eigentlich sollten wir dankbar dafür sein und glücklich, dass wir uns so.
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Viel Zeit und Raum nehmen dürfen ähm spielerisch verträumt, fantasievoll.
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Er jetzt findet's gerade. Das passt wunderbar. Also das heißt auch äh all dem überirdischen quasi hinzugeben und das ist ein wie gesagt ein großes Geschenk. Und das zu erfahren.
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Indem ich merke, dass ich ein Teil von allem bin, ein Teil der Familie, ein Teil von, in dem ich eben
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Freunde habe, indem ich Menschen haben, die mich auch relativieren zu deiner Eingangsfrage, die mich auch kritisieren, wie wichtig und wertvoll das ist,
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die mich jetzt auch zulasse, indem ich auch Kritik zulasse
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indem ich mich, also ich musste auch,
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ganz wichtige Galeristen nennen wie Michael Hasenkleber, wie Tilli Haderek
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wie mein Calarist jetzt ernst Hübner die mich wirklich kritisch betrachten, die nicht alles nur toll finden, was ich mache und,
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indem ich sage ja,
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Es ist auch vieles eben nicht toll und ja und ich versuche mich ständig eben immer wieder im Ausdruck von dem, was mich gerade beschäftigt, was uns.
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Dich Claudia und mir, was mich umgibt und das aufzu.
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Fangen. Ich spreche gerade ja von der Antenne, die wir ganz weit,
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strecken sollten, um zu sehen, was ist eigentlich gerade, was findet eigentlich statt.
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Und das davon erzählt auch, dass äh erzählen auch diese Bilder. Es klingt nach so wahnsinnig viel Lebenserfahrung und ich habe gar nicht den Eindruck, dass du ähm
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So ein Mexusalem bist. Okay, weil ich jetzt super Tätowieren. Nein, überhaupt nicht, überhaupt nicht. Ich frage mich nur, woher kommen all diese Gedanken? Hast du schon früh gemerkt, dass du.
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Dass du diese Offenheit in dir trägst und dir deine eigenen Bedeutung durchaus bewusst bist, sie aber nicht.
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Auf den Olymp hebst. Also ganz viel ist natürlich,
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nicht nur die Erfahrung, die man selbst macht oder sammelt die Erfahrung, sondern auch die Erziehung und ich also meine Familie stammt aus Jugoslawien, aus Rumänien, aus Polen und.
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Das Thema Exil, also sie eigentlich hast du das Gefühl oder hatte ich immer das Gefühl, wir sind noch in so einem, in einer Exilsitation, also nie, als würden wir da nicht hundertprozentig angekommen sein. Das macht einen.
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Sehr, sehr offen für das.
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Was einem direkt umgibt und die Extrovertiertheit meiner Großeltern und auch meiner Eltern führte dazu, dass eben viele Menschen bei uns.
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Immer eingeladen waren. Also wir waren im ich komme aus einem Elternhaus, das offen.
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Ist und die Menschen immer miteinbezogen hat. Und da wo es so Menschelt entsteht.
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Nicht nur die Erfahrung, wie gesagt, die man selbst macht, sondern die man auch teilt und,
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dieses immer wieder umziehen oder immer wieder wir sind, du hast es vorhin angesprochen, dass ich jetzt wieder umziehe, das ist jetzt also in mein siebtes Atelier in Berlin und,
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Ja und es ist total spannend jetzt an einen neuen Ort zu kommen.
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Und äh mit seinen ganzen Erfahrungen, die man bisher gesammelt hat und mit,
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und die man jetzt auch äh machen wird im Neuen,
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Wie ist das in Berlin auf Ateliersuch zu gehen? Man kriegt ja viel in den Medien mit. Die Wohnungssuche ist wird immer schwieriger. Jetzt sind wir hier in einem Raum
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Ich habe eben schon mal gefragt, ich weiß, es sind hundertfünfzig Quadratmeter, ähm der ja schon recht großzügig erscheint. Ich nehme all die vielen Bilder, wahr, wir haben eben schon ein wenig gemutmaßt zweitausend an der Zahl
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du wirst ja etwas.
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Suchen oder finden müssen. Mhm. Oder du hast es schon gefunden, was mehr als hundertfünfzig Quadratmeter entspricht. Mhm. Wie einfach ist das, wie wie hast du zu deinem neuen Atelier gefunden? Also das Atelier hat mich gefunden. Mhm. Erzähl.
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Also ich habe zwei Jahre gesucht, ich habe mir Kirchen angeschaut, äh verlassene Schulen, also diverse auch wirklich sehr schräge Orte.
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Irgendwann mal kam ich eben jetzt, was heißt irgendwann mal, im im Februar habe ich mir dann einen Werkstatt angeschaut.
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In der.
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Ein reizendes Restauratoren, Ehepaar gearbeitet haben und als ich da rein kam in diese Werkstatt habe ich sofort gedacht, das ist das, das ist der Raum, der mich gefunden hat,
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Also ich musste zwei Jahre einfach neununddreißig Ateliers,
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oder Räumlichkeiten mir anschauen, bis das Vierzigste dann wirklich auch.
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Mainz ist und ich freue mich jetzt riesig auf die.
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Ausbreitung. Was? Sozusagen jetzt auf dann ja über dreihundert Quadratmeter. Ich möchte wieder anschauen.
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Du bist herzlich willkommen. Ich nehme dich beim Wort. Ja. Ähm bist du auch bei der Atelier Suchrüde sagtest zwei Jahre. Mhm. Mit derselben
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Offenheit oder dem.
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Was ist denn das Gegenteil von Druck? Äh nicht Druck? Ich hatte diesen Druck nicht, weil ich Vermieter ja nicht vor die Tür gesetzt hat, was leider vielen Künstlern äh in den Tagen jetzt passiert, dass sie wirklich raus müssen und dann wirklich was äh finden.
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Müssen. Und der die Leichtigkeit auch hier wieder, das war einfach, dass ich
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wirklich selbst entschieden habe, ich möchte hier raus, das hat äh was ich dir vorhin auch schon im Vorgespräch erzählt habe mit einer großen Arbeit zu tun, die ich in der Zeit, als ich mich mit den Flüchtlingskindern
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äh mit den Geflüchteten beschäftigt habe, hatte ich dieses riesengroße Bild gemalt von dem von der Welle, dass es ein drei mal fünf Meter große Arbeit und
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bin ich auch gesagt habe, ja, die Arbeit ja auf dem Boden gemalt wird an meine räumlichen Grenzen gestoßen.
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Ich muss hier raus. Es geht nicht mehr. Es ich werde diesen, ich, ich fühlte mich plötzlich eingeengt, auch.
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Bei meinen hundertfünfzig Quadratmetern es war so, dass ich auch diese große Arbeit hier kaum,
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bewegen konnte,
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mal aufstellen, man will sie auch mal von der von der Distanz betrachten und diesen Abstand, den hatte ich nicht.
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Ich hockte quasi auf meiner Arbeit. Jetzt wachse ich hier zu mit meinen ganzen Arbeiten.
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Und das ist auch der Fluch natürlich, also meiner meiner besten Freundin Matthias Wittekind, ein Autor, ein Schriftsteller, der sagte, du mein Gesamtwerk, ich habe das alles in meinem Computer.
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Dass natürlich über diese.
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Dreißig über dreißig Jahre Malerei sich natürlich oder fünfunddreißig Jahre Malerei natürlich ich damit auch zuwachse natürlich mit all den Werken und dann äh wo das wird der Raum immer enger. So und jetzt freue ich mich.
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Wieder etwas ausbreiten zu können und mehr Platz wieder zu haben und das andere, was sehr, sehr schön ist, ist, dass ich nicht mehr in diesen,
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dritten Stock, also in den Turm hin hinaufsteigen muss, sondern dass das alles jetzt ebenerdig stattfindet.
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Man wird nicht jünger. Also von daher ist es ganz gut, dass ich da nicht mehr und ich habe auch schon äh leichte Arthrose im Knie
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Also von daher ist das ganz gut, dass ich jetzt da so ich habe auch gedacht, als ich mit dem Aufnahmegerät in den Sack unpacked. Ja, ja. Fünf Minuten. Äh ist das ganz gut jetzt, dass ich da äh ein Haus habe, in dem ich jetzt nicht mehr raufklettern irgendwo raufsteigen muss.
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Und ich habe Apfelbäume
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Das Schönste ist auch, ich kann also vor der Tür, da gibt es einen kleinen Garten und ich komme ja vom Land und ich finde das schön, dass so auch,
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Land mitten in der Stadt möglich ist
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und das ist eben das Bezaubernde an Berlin, dass wir diese kleinen Oasen auch überall haben. Du kennst es aus Hinterhöfen oder aus Parkanlagen. Also wir haben auch das Grün hier in der Stadt
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Und so finde ich es auch ganz schön, dass ich jetzt auch das Grün vorm Haus habe. Dass ich morgens, wenn ich rausschaue
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ins Grün schaue. Ich bin ja ein Nachtmaler
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und morgens wenn ich erstmal aufwache und dann erstmal gucke, wie die das Bild verlaufen ist und dann den zweiten Blick aus dem Fenster und da finde ich es jetzt schön, dass mich da ein Grün anstrahlt,
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erzähl mir was zum Nachtmader. Es klingt ja sehr spannend, du arbeitest auf dem Boden mit nassen Leinwänden, du arbeitest mit der dann scheinbar künstlichem Licht.
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Kontinuierlich, also erstmal ist es kontrastreicher, ne? Es ist so dieses ein härteres Licht und sich dir noch nicht erzählt habe, dass ich ja
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ursprünglich eigentlich, also nachdem mein Großvater mir das Zeichnen beigebracht hat äh und da noch eine prägende Figur jetzt hinzukommt, nämlich Harbkrieshaber, der
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große Holzschneider von der schwäbischen Alb, also von der Achhalm muss man sagen, also der Hausberg von Reutlingen und der da hat mich sehr sehr fasziniert
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Und ich hab.
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So zwischen dem fünfzehnten und dem zwanzigsten Lebenjahr sehr, sehr viele Holzschnitte gemacht. Ich mache das heute auch noch, aber eben oder leben ja von dem Kontrast.
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Hell dunkel, Licht und Schatten. Du schnitzt eigentlich das Licht.
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Was ich jetzt mache, ich male den Schatten. Also ich male quasi auf der puren Leinwand, die das Licht.
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Ist, male ich quasi den Schatten, Schattenfiguren. Das hat immer noch etwas von Zeichnen.
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Das hat immer noch etwas von ich würde auch sagen das sind wie große.
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Zeichnungen, die er auf den Leinwänden stehen. Ich denke gar nicht an in Farbe, insofern, dass ich.
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Mit unterschiedlichen Farben auf die Leinwand gehe, sondern eben relativ monochrom bleibe in einer Farbe und ja dieser Ursprung, dieses Holzschneidens.
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Mich auch insofern geprägt, weil es eine wahnsinnige Herausforderung war, dass du dich, dass du nicht mehr korrigieren kannst, also was du wegschnitzt, ist weg.
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Was du malst auf der Leinwand kannst du nicht übermalen, es ist da.
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Und das ist eben diese
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große Spannung diese sie bei der Arbeit entsteht, dass du das eben nicht weiter korrigieren kannst, dass du's eben das, was du setzt, muss irgendwo auch hundertprozentig für dich
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in dem Moment stimmen. Und dann, das, was ich vorhin auch beschrieben habe, kommt ja dann diese.
32:13
Ja dieses Unkontrollierbare des Wassers dazu, dass eben plötzlich was woanders hinfließt,
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oder eben mal einen Fleck irgendwo entsteht, den du dabei
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nicht haben willst, wie zum Beispiel jetzt in diesem Bild hier mit der Kuh, da sollte oben eigentlich gar kein Berg äh äh entstehen, aber da war schon, da war einfach, da ist einfach ein, da war ein großer Fleck, ein großer
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sagen ein, da ist ein See oben entstanden, dann aus dem ich dann noch einen Berg gemalt habe. Also das, was jetzt hier so als fertiges Gebirge aussieht, das ist aber eigentlich erstmal quasi ein Unfall gewesen
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Ich finde, das ist ein schöner Unfall
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wenn wenn ich mir dieses Bild anschaue, ich würde ganz gerne kurz dabei bleiben. Mhm. Ich sehe mir die Kuh an.
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Und sie schaut mich an, aber ähm sie schaut mich nicht sonderlich liebevoll an. Also es sieht nicht so aus, als würde sie jetzt jeden Moment losrasen, mir etwas mich jagen wollen.
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Sie schaut mich fragend an, als als ob sie mir irgendwas mit auf den Weg geben möchte. Was ist das?
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Äh du sprachst vorher so schön von dem Eindruck der Melancholie, also es Kühe haben auch was sehr Melancholisches. Die sind hundertprozentig, man hat das Gefühl, die sind.
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Auf der einen Seite da stehen da und verträumt.
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Auf der anderen Seite wirklich woanders. Sie guckt dich an und gleichzeitig guckt sie auch nach innen.
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Und fragt sich oder sie stellt dir eine Frage, genau das, was du gerade dich fragst, soll das Bild dich auch fragen.
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Meistens sind die Figuren eigentlich mit sich beschäftigt. In ganz wenigen Bildern.
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Guckt dich eine Person an. Eigentlich schauen die Menschen immer nach innen und sind eigentlich nicht nach draußen
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fragend und das ist eine Ausnahme jetzt, dass man eine Kuh nach draußen schaut. Mhm. Also aus dem Bild raus. Ja, die Menschen, die du zeichnest, ähm die scheinen immer wie auf einem Weg, vielleicht auf einer Art Suche zu sein, sie gehen.
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In das Bild hinein. Mhm. Und ich habe den Eindruck, als dürfte ich für einen kurzen Moment mhm. Daran teilhaben. Mhm.
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Als würden sie es ganz kurz zulassen, dass ich sie beobachten darf und ich frage mich oft, wo gehen sie hin, also auch wenn es ein Porträt ist, es ist ein Blick.
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Der der für einen der für einen kurzen Moment zulässt. Claudia, du darfst teilhaben, aber nur für einen Moment und dann gehst du selber auf die Reise.
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Das ist sehr schön beschrieben. Wir lassen den anderen ja für einen Moment oder auch einen langen Moment zu. Wir sind aber viel mit uns,
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wir sind sehr, na, wenn wir schlafen, wenn wir allein sind.
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Wir sind ja viel mit uns und die Malerei ist ja eine Beschäftigung mit sich selbst und ich bin ja beim Malen ja auch allein,
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Also sie verkörpern genau das, was du einmal so schön jetzt gerade beschreibst, aber auch genau, was Malen ist. Das ist ein Vorgang, das ist etwas, was du mit dir machst,
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Und es ist eine Balance zu meiner Extrovertiertheit. Es ist so, dass ich da dann wirklich zu mir komme, bei mir bin.
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Zu mir finde.
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Ein regulativ zudem vielen draußen sein, zu dem lauten Berlin, zu den lauten Städten Frankfurt und dem vielen Umgeben mit Menschen.
36:00
Und dann jetzt kommen wir so schön zu dem Nachtmahlen.
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Wenn alle zur Ruhe gehen oder Ruhe finden komme ich dann zum Malen.
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Da ich da das ein Prozess ist, das malen's,
36:15
sich ja schon beschrieben habe, dieses Nass in Nass muss ich ja stundenlang auch dabei bleiben. Also ich kann ja nicht diesen Prozess unterbrechen, sondern die Leinwand trocknet, also muss ich dranbleiben,
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Also kann ich nicht gestört werden, darf ich wieder ans Handy gehen, noch an die Tür.
36:34
Das finde ich dann am besten nachts. Dass mich da eine Fledermaus ab und zu mal besucht und hier reinflattert, das ist aber auch der einzige.
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Besucher. Ansonsten bin ich dann wirklich bin ich dann wirklich mit mir und ja das ist ja sind die schönsten Momente einfach.
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Ist das der Moment, wo du besonders Dieter Mammel bist? Kein Kern. Hundertprozentig. Mhm. Ja.
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Mein schöner, mein mein wirklich einer meiner langjährigsten Freunde Roman, sagte ja wir kennen uns jetzt schon vierzig Jahre, aber ich habe dir nie beim Malen zugesehen, da habe ich gesagt, ja, das ist das ist einfach so, das ist etwas ganz ganz Intimes
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was ich eigentlich kaum mit jemandem teile. Also es gibt meine Freundin Claudia
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die hat das schon ein paar Mal erlebt, die hat aber dann auch mitbekommen wie wütend ich werden kann, äh wenn es dann nicht so verläuft, wie ich mir das vorstelle, also es ist jetzt hier nicht nur ein Raum, der,
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des Glücklichseins, sondern das ist auch Zorn, Wut
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ist Verzweiflung, das ist alles missraten, das ist überhaupt nicht gelungen und das ist auch ein Kampf. Ja, ich will das jetzt nicht dramatisieren, aber es sind alle Gefühlswallungen spielen hier eine Rolle
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Es gibt eben nicht dieses nur, ach ja, ah, jetzt küsst Indimuse und jetzt malt ein schönes Bild und nein
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Es ist dann äh ich habe mir das, wie es dir vorhin sagte, einfach man hat ja irgendwo eine Vorstellung und dann verläuft das eben ganz anders.
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Was machst du denn jetzt?
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Ja das ja dann der Wald so lange bis sich wieder bis sie sich widerlegt beruhigt und ähm,
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Meistens kommt dann auch äh die Müdigkeit zur Hilfe.
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Und die alleine schon beruhigt mich dann, also spätestens nachts um drei Uhr irgendwann mal bin ich dann auch nicht mehr so zornig und wütend. Aber ja, das sind alle, das ist wirklich das ein Wechselbad der Gefühle
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sind wir wieder beim Wasser. Na, das ist dein Element. Ja, es ist absolut mein Element. Bist du Wasserman.
39:00
Doppelter. Ja. Also das heißt du hast wirklich diese,
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Du hast wirklich alles da in dieser Nacht und das finde ich ja, das lädt dazu ein, ich bin tagsüber unglaublich gerne an den Seen,
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Ich liebe es hier, ich muss mindestens einmal am Tag gewässert werden, also ich werde wahrscheinlich im früheren Leben mal ein golden Retriever,
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Ich muss ich dachte einen Goldfisch. Goldfisch. Oder ich war im Wort. Ich bin jetzt ein malender Goldfisch. Lässt sich ja. Herausfinden. Ja, aber auf jeden Fall ähm irgendetwas auf jeden Fall ein.
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Ein Wesen des Wasser liebt und ich finde diese Stadt auch so,
39:44
großartig jetzt nicht nur, weil sie mich ins Kino und ins Theater und ins pulsierende Kulturleben.
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Einlädt, sondern eben auch diese wunderbaren Seen, die uns hier umgeben, Schlachtensee, krumme Lanke
40:00
heiliger See oder dann Klinikersee und ich muss da mindestens einmal am Tag hin und jetzt in,
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Im Westhafen habe ich den Plötzensee direkt in der Nähe, da kann ich auch hinradeln.
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Und wie ich dir vorhin sagte als Bewegungstyp, ich muss einfach da immer in Bewegung sein und jetzt karade ich dann dahin und springe da mindestens einmal am Tag hinein. Soll ich dir mal was verraten?
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Ich bin auch Wassermann.
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Eine Wasserfrau. Was für Frau? Genau. Ja, ich finde das auch schön, du hast viele Bilder auch, wo jetzt, wenn ich hier nach oben blicke, wo eine wunderschöne Frau, sehr, sehr sinnlich,
40:40
aus dem Wasser ihr ihr Gesicht, aus dem Wasser hervortritt. Mhm. Und jeder kennt doch das Gefühl, wenn man.
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Puttermann spielt, wo habe ich das als Kind immer genannt? Man liegt auf dem Rücken und man spürt einfach dieses Gefühl der Wasseroberfläche, was einen ganz langsam kitzelt und um umhüllt und ich finde, das ist in diesem Bild so wunderschön dargestellt
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man weiß genau, wie sich diese Frau gerade fühlt, auch in ihrem leicht bechelnden Ausdruck.
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Es ist ja das Schweben. Also du bist schwerelos. Ich glaube, das ist das, was wir hängen wahnsinnig an unserem Körper und an diesem ganzen Gewicht und dass wir plötzlich so leicht sind und und
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und uns so leicht fühlen können, das ist ein berauschendes Gefühl. Also mit Leichtigkeit als wenn wir wieder.
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Bei diesem Thema das Land. Man muss quasi wir müssen auf die Leichtigkeit kommen. Also dass wir uns äh leicht fühlen und vor ja und das ist etwas Element Wasser,
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oder natürlich auch das Element Luft und Fliegen gehört natürlich auch dazu. Erstaunlich, dass du eigentlich über Holz.
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Mhm. Zum Künstler geworden ist, kann ich auch so formulieren? Ja, das Holz schneiden, Holz schneiden, Holzschnitt, ja. Das ist ja eigentlich eher ein sehr festes Material. Mhm. Hat aber etwas natürlich auch,
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das hat was mit einer unglaublich jugendlichen Kraft zu tun. Du kannst etwas hineinschlagen. Also es ist auch,
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das was ich mich jetzt heute nicht mehr ganz so brauche, aber damals offensichtlich sehr gebraucht habe mit dieser wahnsinnigen Kraft, dass du halt in etwas hineinhämmerst und hineinschlägst und hat dann natürlich seinen anderen Reiz,
42:24
Was warst du für ein Jugendlicher? Also vorhin sagten wir ja etwas melancholisch, aber auch ich hatte so habe so verschiedene Gesichter gehabt. Also es gab so dieses Toben und äh Wilde und,
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auch.
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Philosophieren mit meinen Freunden abhängen und unglaublich schlaue Sachen sagen wo uns komplett noch das Leben dazu gefehlt hat.
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Da muss was erstmalig kommen. Also in der Theorie waren wir ganz groß. Und wir haben sehr, sehr schön über die Liebe gesprochen, ohne sie noch wirklich erfasst zu haben, ja,
43:02
Aber sie denn jetzt erfahrt? Na ja,
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Auf dem Weg dann. Aber wir sind ja, aber wir sind vielleicht äh oder das auf jeden Fall etwas lieb, liebes Fähiger geworden. Mit den Jan. Du hast ein ganz ganz tolles Bild. Mhm.
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Wie sage ich denn? Hergestellt gemalt. Gemalt und zwar ist das ein Mann, der ein Baby auf dem Arm trägt.
43:31
Das Zyren gehalten. Mhm. Also so ein unfassbar liebevoller Moment. Magst du mir ein bisschen was zu dem Bild erzählen?
43:40
Also sich getragen fühlen können wir wieder schön dieses schwere Lose, dieses Gehalten fühlen ist etwas, was mich.
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Eigentlich begleitet durch mein Leben. Bist du das Baby? Es ist ich bin das Baby.
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Ja. Ich fühle mich wirklich getragen von dem, ob das jetzt mein Vater war oder mein Onkel in dem Bild, glaube ich, ist es mein Onkel, die mich,
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einfach gehalten haben, begleiten und bis heute begleiten.
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Ob sie leben oder nicht mehr leben. Ich fühle mich von all denen begleitet und getragen und das ist etwas, was es gibt mir sehr viel Geborgenheit und sehr viel Glück. Hm. Du hast eine wunderbare Art, nicht nur Emotionen.
44:30
Künstlerisch darzustellen, sondern auch in Worte zu fassen.
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Rast gerade noch etwas so Wichtiges an, nämlich, dass du eine Ausstellung in der, in der Korona Zeit oder nach, ja, wir sind ja noch mittendrin, aber wir sind doch mittendrin. Wir sind mittendrin, genau und ähm,
44:46
du du sprachst die Gatterieeröffnung an, die die Ausstellungseröffnung an. Mhm. Basierend auf Koruna, die sicherlich.
44:55
Mit einem Künstler so wahnsinnig viel machen wird. Weil weil das was mich sehr berührt hat ist.
45:02
Und war, dass so viele Menschen gekommen sind, dass es einen großen Hunger ein großes Bedürfnis gibt nach.
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Zusammenkommen.
45:13
Nach Miteinander und auch nach Kunst, also dass man einfach nach einem Event, dass man weg rausgehen möchte aus seinen eigenen vier Wänden und andere Menschen sehen und dass Begegnungen so wichtig ist und,
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Mich hat das sehr, sehr, sehr ergriffen, dass so viele.
45:32
Da waren und dass sie so unmittelbar auch auf die Bilder reagiert haben, die meisten ja wirklich.
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In diesem Jahr auch entstanden sind. Mit allen Gefühlen der Angst, Verzweiflung,
45:48
Rückzug. Allein sein mit sich sein, Sehnsucht nach jemandem davon erzählen. Das Bild, was zentrales Bild abstand, zeigt eine Frau.
46:04
Die das auch verkörpert. Sie hält mit den Händen einen Abstand zu allen zum Betrachter, gleichzeitig.
46:14
Zeigt das Bild aber auch eine Sehnsucht nach Berührung, dem der Schatten.
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Auf ihrem eigenen Körper sie umarmt und.
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Das ist etwas, was uns alle einfach wir wollen eigentlich die Nähe, wir suchen eigentlich die Nähe und wir.
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Können sie so in dem Sinne Wilbs bisher nicht leben. Das macht unglaublich viel mit uns. Ich finde das so einschneidend dieses Jahr so gravierend, was es mit uns.
46:47
Macht und wie es so vieles verändert zum positiven wie zum Negativen, es gibt viele Dinge, die auch.
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Schön geworden sind, was sich gerade schildert, dass wir jetzt alle zusammengekommen sind, da wieder und dass wir so intensiv etwas wahrnehmen und wieder ganz bewusst auf Dinge, vielleicht achten, auf die wir vielleicht übersehen haben,
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Und das ist etwas, was ja wovon eben diese Ausstellung erzählt. Gibt es eine Reaktion, die dich besonders.
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Berührt hat? Ja, das das Bild verkauft wurde. Ich sage jetzt mal, dass sie das einfach ein äh junges Ehepaar äh reingekommen ist in die Galerie und sagte, das.
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Flasht uns, das macht uns, das ist wow, das ist toll und wir nehmen das mit. Schau mal, das ist doch die schönste.
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Das ist doch das Allerschönste, ne? Erlebnis als Maler, dass du dich nur sagst, hier, da kommt jemand und sagt, das ist toll, das ist aber ein tolles Bild oder so, sondern dass er es mitnimmt. Dass das Bild rausgeht,
47:51
Ja, die Bilder sind doch hier nicht da, um hier im Atelier zu bleiben oder im Lager. Nein, die müssen raus.
47:58
Die müssen raus in die Welt und jetzt äh hängt das bei denen. Das ist großartig.
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Hast du Zeit? Das Logdowns hat die dich in deiner Malerei beeinflusst, was man jetzt schon sehen kann?
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Ist ist das ein Bild? Was wären Corona entstanden ist? Ja das ist, während Corona entstanden, aber ich kann, also es ist natürlich.
48:26
Klar inhaltlich sieht man, man sieht einfach genau, dass die Bilder spiegeln ja einfach unsere Zeit und genau einfach all die Gefühle in dieser Zeit wieder
48:36
ich will das nicht nur an der Malerei festmachen. Dieses Jahr hat einfach unglaublich viel in Bewegung gebracht.
48:43
Und letztendlich auch mich in Bewegung, sprich aus diesem Atelier ins nächste geführt und das hat sehr viel gemacht, klar, das äh
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Also für mich ist ja, ich habe vorhin ja erzählt, dass es auch für ihr Kunst oder Mahlen hat ja auch viel mit Rückzug und,
49:02
Besinnung und bei sich sein zu tun, ne? Und das habe ich eben, das spiegelt ja, ich sehe ja auch in der Gesellschaft wieder. Also von daher nähert sich die Gesellschaft ein Stück weit oder hat sich etwas an das angenähert, wie ich ja eh lebe.
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In einem.
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Teil Rückzug, aber auch in der Ungewissheit. Ich weiß nicht, was morgen ist. Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Also viele.
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Sage ich jetzt mal Bänkerfreunde oder Leute, die meinten, sie seien bisher fest im Sattel, bei Lufthansa und so plötzlich geraten die ihnen das gleiche Wanken und schwanken.
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In ein auf ein Floß der.
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Ungewissheit und Unsicherheit, wohin es einen dann treibt. Wie es ja in,
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künstlerischen Leben auch stattfindet. Also wir wissen nicht, wohin es wohin die Reise geht. Ich weiß es auch nicht, ich weiß nicht, wohin ich,
50:00
ob ich morgen noch von meiner äh Malerei leben kann, wie es weitergeht, das wusste ich aber noch nie. Diese Gewissheit hatte ich noch nie.
50:10
Eine Professur auch abgelehnt. Ich habe bisher, ich liebe auch dieses Leben.
50:19
Das ist für mich eben auch ganz, dass eben das Ungewissen eben noch nicht der Festlegung noch nicht wissen, was morgen ist.
50:28
Und das wiederum macht mich unglaublich frei.
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Und leicht. Wie möchte man in einem Podcast denn Kunst Kunst darstellen? Und ich glaube, dass du das.
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So eine sinnliche Art und Weise gerade geschafft hast, dass du deine Kunst.
50:48
Nicht sichtbar, doch, dass du deine Kunst hörbar sichtbar gemacht hast. Und ich glaube, dass da sehr, sehr viele Menschen anfangen, sich in diese Welt hineinzuträumen, sich,
50:58
getragen fühlen werden, geborgen fühlen, werden all diese schönen Wörter, die du uns gerade mit auf den Weg gegeben hast. Mir geht es auf jeden Fall so.
51:07
Ich habe noch so viele Fragen auf Lager, aber ich würde tatsächlich an der Stelle gerade sagen, Dieter, ich möchte, ich möchte den Punkt jetzt so genießen, mich bei dir bedanken und,
51:19
Ja, noch ein bisschen nachvinieren, wenn das für dich in Ordnung ist.
51:25
Natürlich ist das für mich in Ordnung. Und ich möchte dich in deinem neuen Atelier wiedersehen. Ja. Und dann die ganzen anderen Fragen aufnehmen werden, aber es ist.
51:34
Wir können immer weiterreden. Aber du musst jetzt kochen. Mit deinen dreitausend Töpfen. Ja, für meine Freunde und die ich heute zu Besuch habe und.
51:47
Ich möchte an der Stelle natürlich alle einladen meine Bilder zu.
51:52
Betrachten, zurzeit in einer Ausstellung du bist nicht allein.
51:58
In Frankfurt in der Galerie Hübner und,
52:04
eigentlich ein Titel, der zu vielen, was ich heute gesagt habe, passt. Also nicht nur Roy Bleck hat damals neunzehnhundertsechsundsechzig gesungen. Du bist nicht allein.
52:17
Wenn du träumst, heute Abend und du bist nicht allein, wenn du träumst von der Liebe und.
52:28
Es ist eine Einladung, dass wir etwas teilen, dass wir gemeinsame Bilder teilen, dass wir.
52:36
Bilder anregend finden, wo wir auch oder wo die uns vielleicht auch trösten und sagen, ja denen ging es im März ähnlich wie mir.
52:46
Als Korona plötzlich auftauchte. Und wir plötzlich ein Lokdown erlebt haben und plötzlich kommen Ängste hoch,
52:55
oder auf Abstand gehen müssen, wo wir doch so und so gerne umarmen. Also diese Bilder erzählen davon.
53:06
Dass Menschen plötzlich alleine tanzen müssen.
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Weil sie gar nicht mit jemand tanzen dürfen. Und das ist etwas, was ich jetzt gerade so schön erlebt.
53:20
Aus Frankfurt, dass so viele Menschen gekommen sind. Du bist nicht allein. Ich war wirklich nicht allein, dass es einen Hunger gibt.
53:31
Nach Kunst, nach Begegnung, nach Miteinander.
53:37
Dazu lade ich euch alle ein. Danke. Danke dir.
53:42
Music.
53:55
Was habe ich für ein großes Glück.
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Sich so schön mit Dieter zusammen und jetzt in dem Moment kommt Claudia rein, ein sehr, sehr strahlenden Augen. Claudia ist die Lebensgefährtin von Dieta und
54:06
Claudia, wenn du dir einen Moment Zeit nimmst, ich würde dich unheimlich gerne fragen, was du von Ditas bergen und arbeiten hälst von dieser ganzen Nachtaktivität. Ja klar, danke. Wie ist das mit mit einem Künstler.
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Zusammen zu sein, der es vorzieht nachts
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über der Leinwand zu sein. Das ist äh jeden Tag aufs Neue spannend, weil die da ja so eine ganz eigene Art hat zu malen, das heißt nass in Nass, das heißt, der kann ja nicht korrigieren, der hat ja auch keine Projektionen, die er an die Wand wirft, sondern es entsteht ja alles so aus seinem Kopf,
54:40
und wenn er dann die ganze Nacht übermalt, kann es auch sein, dass es dann verlaufen ist und auch nicht großartig geworden ist und äh dann ist die Stimmung dementsprechend im Eimer am nächsten
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äh weil auch die Bilder, die die entstehen, haben
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oft mehrere Versionen vorher, die ja, musste erstmal so wachsen und er muss sich dann ja ans Motiv dann so ranmalen in der Nacht
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und dann kann das übrig sein, dass morgens früh sagt, ja, die ganze Nacht war irgendwie alles halb im Eimer. Und andersrum morgens total euphorisiert, er hat überhaupt nicht geschlafen, aber ich glaube, es ich glaube, es wird, ich glaube, es wird. Und dann ist es immer jedes Mal immer wieder spannend, wenn ich dann ins Atelier komme
55:25
Also in Frankfurt hat er ja auch eins und in Berlin und wenn ich dann ins Atelier komme und dann sehe.
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Was ist das jetzt? Wo kommt dieses Motiv her? Also wo hat er das denn jetzt
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hergeholt aus seinem Kopf. Und dann ist es jedes Mal immer wieder spannend zu sagen, woher kommt das? Also
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warum? Ja und dann reden wir ganz viel darüber, von daher ist das für mich natürlich wahnsinnig spannend,
55:49
immer wieder ja die inzwischen wir sind ja auch schon länger zusammen die verschiedenen Farbphasen ja auch, es gab ja so gelbe Phasen und plötzlich kommt er nach Hause, also in Frankfurt haben wir eine gemeinsame Wohnung und dann hat er plötzlich so eine andere
56:03
Farbklecks an, also andere Farbe, am, an den Fingern, die.
56:08
Es gelb jetzt vorbei. So. Ja. So, also es ist einfach es ist ständig neu und dann kommt er mit.
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Ölbildern daher
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oh ich habe Anfang dachte, es sind die von dir oder weil in seinem Atelier hat er ja auch viele Bilder von Künstlern, die er schätzt, die ihn auch schätzen, bekannte Künstler sich dann gegenseitig dann ja auch Bilder dann auch verkaufen für nicht den großen Marktpreis
56:34
ist das jetzt vom.
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Künstlerfreund von Bier, Soné ist von ihm und dann plötzlich komplett naturalistisch, ja fast äh ne, so hyperreal. Ich dachte,
56:44
was und das hast du ein Öl gemalt, was? Also komplett das andere als dieses verschwommene Nass in Nass, was hier zu verstehen so ein bisschen wie so eine Aquarelltechnik. Also du kannst halt nicht korrigieren. Es muss halt sitzen. So und dann komm, komme ich ins Atelier und denke so, was ist das denn jetzt schon wieder so?
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Also es ist total spannend. Und ist das so, wenn du auf einmal keine gelbe Farbe, sondern blaue Farbe an den Fingern siehst, dass du schon sagen kannst, hu blau steht vielleicht für also Island, Kälte
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ne.
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Also nee, dann dann gucke ich erstmal und schaue und äh bin, bin auch ehrlich kritisch, wenn ich dann so ehrlich, ja, auch immer kritisch, aber wir haben so eine Übereinkunft, dass wenn ich sage, ja, das finde ich interessant
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Punkt Punkt Punkt. Ja, aber es ist heiß ja nicht so, also ich kann mir ja nicht anmaßen zu sagen, äh das
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das ist irgendwie so nicht nicht gut oder so, das würde ich mir niemals anmaßen, aber ich kann für mich ja heraussagen mit einem ja über die Jahre und vorher schon Kunstinteressierten Blick
57:45
ein bisschen geschult, vielleicht könnte man sagen, kann ich ja aus meiner Perspektive sagen.
57:52
Das finde ich interessant und das andere finde ich sehr gut, weil mhm. So. Welches Bild findest du sehr gut, weil
58:01
ja, so ein paar sind, die ich wirklich, also wirklich großartig auch finde, ähm die sind gerade in der Frankfurter Ausstellung. Ich mag
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die all die Bilder, die nicht ganz so auf den ersten Blick erkennbar sind, also wo wo's mehr so diffuse ist, äh in der Frankfurter Ausstellung gibt es ein Bild, das ist geht ein Mann wahrscheinlich von hinten, es kann Schneeverwehung sein, es kann aber auch was anderes sein
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Man fragt sich, wo geht der hin? Was macht der? Also äh also wo man ganz viel noch Interpretationsfreiraum hat. Das sind die Bilder, die mir so am Herzen liegen. Es ist total schön, dass du das ansprichst, weil als Dieter und ich uns eben unterhielten haben wir über genau diesen Moment gesprochen. Du warst noch gar nicht im Raum und du hast
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ja gar nicht mitbekommen können, dass wir uns
58:43
Über genau diesen Moment unterhalten haben, dass in den Bildern etwas geschieht, wo man kurz teilhaben kann und sich fragt, was geschieht weiter,
58:53
das sind die stärksten Bilder finde ich auch. Also es ist sind alle Bilder stark auf ihrer Art, aber
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Ich persönlich finde die am stärksten, wo ganz viel ich mag das auch bei den Venevenissagen, wenn dann die Leute dann stehen, dann gehe ich mal so rum und höre so ein bisschen zu, was die Leute so meinen zu sehen. Also es gibt gibt es gibt ein äh unglaublich starkes Bild von so einem.
59:13
Ringendem Paar, das war damals so in die Magentaphase und für mich war das ein ganz leidenschaftliches Bild, was so so äh eine Person liegt unten und die andere oben und man denkt so, es heißt auch Liedeskampf, das hat dann
59:26
Die Frau von Metzler gekauft, die Sammlerin ist, der ihren Sohn verloren hat, der ermordet wurde. Jakob von Metzler und die hat was ganz anderes daran gesehen und ich habe die Gänsehaut, also weil ich mich so gegruselt habe
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und habe Tränen in den Augen, habe gedacht, so ihr könnt jetzt noch irgendwie, also ich denke so, boah
59:41
Was sieht diese Mutter dann in diesem Bild? Und die musste unbedingt dieses Bild haben und hat was ganz anderes daran gesehen. Also das ist jetzt ein extremer Fall, aber bei den Venissagen ist es total spannend zu hören, frage ich auch mal, ja, was siehst du denn da drin, oder?
59:54
Die hat eine schöne, da hat eine schöne Bewegung, eine eine Tänzerin gemalt mit mit einer Bewegung sie schaut nach hinten, aber hat die Hand vorne im Bild beim Betrachter
1:00:05
und da habe ich dann meine Freundin, wir hatten so einen so einen Freundinnenabend, dann habe ich gesagt, was seht ihr denn da drin? Und dann, dann, hat dann eine gesagt.
1:00:14
Das ist eine Frau, die immer nach vorne will und hinten alles im Griff hat.
1:00:19
Und dann sagte ich, ja genau das ist sie. So und seitdem sehe ich das auch immer darin in diesem Bild. Also das sind immer die schönen Momente, nicht? Also weil weil eben was sieht man da drin und dieser.
1:00:30
Ja, von Wetzlar-Fall ist halt das, ja, auch sowas kann man in Bildern sehen,
1:00:34
Schön ist doch als Partnerin festzustellen, wie sehr der Partner.
1:00:40
Menschen berührt und sie in ihren tiefsten Emotionen abholt und.
1:00:46
Und etwas hervorholt, was man vielleicht verdrängt hat, was man vielleicht nicht zulassen möchte und.
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So wie du mir hier gegenüber sitzt, ich bin so dankbar, dass wir diesen diesen Moment noch mitnehmen konnten, dass du in so einer liebevollen Art und Weise noch etwas dazu gesagt hast und,
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ich das mitnehmen kann und gerne. Claudia, ich bedanke mich ganz herzlich für deine Spontanität und ja, in dieses Muslime.
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Vielen vielen Dank. Ich sage Danke.
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Music.