Beginner Podcast

Du willst dein Fitnesstraining voranbringen und das nächste Level erreichen? Dann bist du hier genau richtig. Jede Woche spreche ich mit Athleten und Coaches aus Fitness-Welt über ihre Tipps, Tricks und Techniken rund um Training, Mindset und Ernährung. Weitere Infos findest du unter www.anchor.fm/beginner-podcast

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episode 23: "Wer mehr weiß, kann mehr bewegen" - Benni Heizmann von RESET Mobility


Gezielt trainieren, aktiv regenerieren und schmerzfrei sein!

Wie kommt es, dass ihm das Thema Mobility so wichtig ist?

Benni hatte vor ca. 10 Jahren hatte im Sportstudium eine schwere Schulterverletzung. Dabei hat er verschiedene Praktiken kennengelernt, hat sich aber nie wirklich aufgehoben gefühlt. Ihm fehlte die Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Jahr später hatte er dann auf der anderen Seite erneut eine Schulterverletzung. Das war der Auslöser und seine Motivation, sich der Sache selbst anzueignen. Seitdem beschäftigt er sich damit wie man selbstständig Verletzungen behandeln kann.

Was ist eigentlich Mobility und warum ist das wichtig?

Mobility = Flexibilität + Kraft + motorische Kontrolle

Aus seiner Sicht ist Mobility mehr als Dehnen und Flexibilität. Es Krafttraining im kompletten Bewegungsradius. Es geht darum, die Beweglichkeit aktiv einsetzen können. Auch heute sieht er nach wie vor viel klassisches Dehnen, selbst auf höchstem Niveau. Ein Beispiel: Klar kann ich mein Bein hochlegen, um die hintere Beinmuskulatur zu dehnen. Damit überwinde ich aber nur die Stretch-Toleranz. Wenn ich aber in der Position bleibe und das Bein leicht nach unten zu drücken, dann kombiniere ich das auch noch mit Kraft. Wichtig dabei: Langsam steigern, denn sonst macht der Körper dicht und schützt sich durch Spannung.

Wie unterscheidet sich die Herangehensweise von Amateur zu Profi-Athleten im Bereich Verletzungen?

Er sieht den Unterschied vor allem im Mindset. Grundsätzlich hat jeder das Zeug sich selbst auf den Weg der Besserung zu bringen. Viele Personen geben zu schnell auf, denn Regeneration dauert lange. Außerdem findet er Fehler im aktuellen Reha- System: 30 Minuten Physiotherapie mit Massage pro Woche machen nicht gesund. Es reicht nicht, sich auf die Bank zu legen, davon wird der Körper nicht besser. Eine Therapie muss immer selbstständig gesteuert werden. Der Therapeut unterstützt, aber der Patient braucht die Autonomie. Häufig sieht er, dass die Patienten abhängig werden. Sein Ziel ist, dass ihn die Patienten nicht mehr brauchen.

Was ist das RESET System?

2013 hat Benni die CrossFit Box in Freiburg eröffnet und festgestellt, dass viele Personen nicht die notwendigen Grundlagen für CrossFit mitbringen. Deshalb hat er einen Leitfaden aus 21 Prinzipien entwickelt, um die Mitglieder Schritt für Schritt heranzuführen. Der Leitfaden orientiert sich an drei Fragen:

  1. Was sind meine Einschränkungen?
  2. Wie kann ich sie behandeln?
  3. Was kann ich tun, damit sie nicht zurückkommen?

Was sind die häufigsten Einschränkungen, die Benni bei Sportlern sieht?

Sehr stark sind die Sprunggelenke und Zehen sind eingeschränkt. Allerdings lautet seine Empfehlung für den Fokus, gerade zu Beginn: Die Wirbelsäule mobilisieren. Denn wenn es hier Schmerzen gibt, ist eine saubere Bewegung nahezu unmöglich. Anschließend die Hüfte, die wir heute viel zu wenig benutzen und natürlich die Schulter, die gerade bei Überkopfbewegungen extrem wichtig ist.

“Mein Ziel ist, mit dem Ansatz Menschen körperliche Freiheit zu ermöglichen.”

Körperliche Freiheit bedeutet: “Ich kann mit meinem Körper tun, was ich möchte.” Das beginnt schon im Alltag, wenn ich mit meinem Kind spielen will. Das Ziel ist eine gute körperliche Konstitution aufzubauen, um mit minimaler Vorbereitung Leistungsfähigkeit abrufen zu können. Allerdings ist es so, dass nur wenige Menschen an diesem Punkt sind. Um dorthin zu gelangen, hat er drei Stufen konzipiert. Stufe 1: Körperliche Einschränkungen beseitigen. Darunter fallen Verletzungen und alle anderen einschränkenden Faktoren. Stufe 2: Körperliches Potenzial - hier sieht er ca. 80% der Bevölkerung. Dabei gibt es noch leichte Einschränkungen und Wehwehchen, aber das volle Potenzial kann noch nicht abgerufen werden. Stufe 3: Hier geht es um komplexe Bewegungen. Komplex heißt aber nicht außergewöhnlich, sondern tatsächlich grundlegende Übungen wie Animal Walks sauber ausführen zu können. Das ist tatsächlich sehr anspruchsvoll und wird häufig unterschätzt.

Die Hürde ist, sich die Einschränkungen einzugestehen. Man muss immer schauen, wo man gerade steht. Vielleicht ist man mit 70 total fit, aber man ist sicherlich keine 18 mehr. Das muss man einfach berücksichtigen.

Wo geht die Reise in den nächsten Jahren hin?

Er möchte seine CrossFit Box voranbringen und vergrößern, sowie sein Training mit Top-Athleten ausbauen. Was ihn daran motiviert: Wenn ein Spieler der zwei Tage nach der Behandlung seine Bestleistung abruft. In aller Bescheidenheit hat er zwar nur einen kleinen Anteil daran, aber er hat einen Unterschied gemacht.

**Seine Buchempfehlungen: **

Todd Hargrove - A guide to better movement The Success Principles von Jack Canfield

Sein Rat: "Hinterfrage immer, was du machst und warum du es so machst."


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 2020-08-27  40m