Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 1101: #femaleheritage [transcript]


Zurzeit sorgt eine spannende wie außerordentlich wichtige Kultur-Blogparade für Schlagzeilen. Die Blogparade mit dem vielversprechenden Namen #femaleheritage ist ein kooperatives Forschungsprojekt zum Kulturerbe und möchten Frauen in der Erinnerungskultur präsenter machen sowie das Bewusstsein für ihr Werk und ihr Wirken stärken. Initiiert wird die Blogparade von der Monacensia. Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir ein weiteres Mal in das Münchner Literaturarchiv eingeladen wurden, um dieses bedeutende Kulturprojekt mit einem 5- teiligen Podcastspecial unter dem Titel #femaleheritage zu begleiten und somit unseren Teil dazu beitragen, dass die Spuren all dieser wunderbaren kulturprägenden Frauen wieder sichtbar oder besser: hörbar werden. Unser Auftakt-Gast des Specials ist Anke Büttner, sie ist seit dem 1. Januar 2019 Leiterin des Monacensia im Hildebrandhaus, dem literarischen Gedächtnis der Stadt München, und weist uns auf wunderbar anschauliche Weise und mit sanfter Stimme in das auf 5 Jahre angelegte Projekt gegen das Vergessen von Frauen in Kunst und Kultur ein.


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 2020-12-01  55m
 
 
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Music.
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Zur Zeit sorgt eine spannende wie außerordentlich wichtige Blockparade für Schlagzeilen.
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Die Blockparade mit dem vielversprechenden Namen Hashtag Female Heritage ist ein kooperatives Forschungsprojekt zum Kulturerbe und möchte Frauen in der Erinnerungskultur präsenter machen.
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Und das Bewusstsein für ihr Werk und ihr Wirken stärken. Initiiert wird die Blockparade von der Monacensia.
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Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir ein weiteres Mal in das Münchener Literaturarchiv eingeladen wurden, um dieses bedeutende Kulturprojekt,
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unserem Podcast die Leichtigkeit der Kunst begleiten dürfen.
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Wir möchten Hashtag Female Heritage mit einem fünfteiligen Podcast Special unterstützen und unseren Teil dazu beitragen, dass die Spuren all dieser wunderbaren, kulturprägenden Frauen
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aus der und auch aus der Jetztzeit sichtbar werden, besser hörbar werden. Ja und wen könnten wir uns als Gesprächspartner, als Auftaktgesprächspartnerin besser vorstellen, als.
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Anke Büttner, Anke, du bist seit dem ersten Januar zweitausendneunzehn, Leiterin der Mona Sensia im Hildebrand Haus, dem literarischen Gedächtnis der Stadt.
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Ich bedanke mich ganz herzlich noch einmal hier sein zu dürfen und ja, jetzt freue ich mich, dich erstmal näher kennenzulernen
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Du hast ja schon gesagt, seit knapp zwei Jahren bin ich jetzt hier in der Monatsense als Leitung sind so zwei Jahre, die sind vorbeigegangen wie im Flug eigentlich,
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hätte man mich vor zwei Jahren gefragt, was was glaubst du denn eigentlich, was dir so passiert oder was du machst, was was ihr gemeinsam stemmt? Hätte ich das glaube ich gar nicht so.
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So erwartet.
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Wir haben unglaublich viele Themen angesprochen, wir haben spannende Ausstellungen schon gemacht und sind ja gerade auch am Planen, aber das zu dicht und so vielfältig äh sein wird, hätte ich glaube ich nicht gedacht,
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Das Lustige ist, dass ich bin eigentlich Skandinavistin. Ich bin Deraturwissenschaftler und Skandinavistin, habe aber nach dem Studium ja nicht an der Uni gearbeitet oder in einem akademischen Kontext
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sondern bin einfach in die Kulturvermittlung gegangen.
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In den Programmen, Öffentlichkeitsarbeit, viele Festivals gemacht und es war so ganz am Anfang, kann ich mich erinnern, gab's dass das so
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Nachfragen von Journalisten so. Glauben sie denn, sie werden die äh Monatszente überhaupt leiten können? Äh sie ist keine ausgewiesene Spezialistin für bayerische Literatur und.
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Und ich dachte mir ja, stimmt, aber muss ich das denn eigentlich sein? Also äh natürlich ist immer eine Zinse des literarischen Gedächtnis der Stadt.
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Aber als literarisches Gedächtnis der Stadt verwaltet man hier nicht bayrische Literaturgeschichte, sondern da geht's ja eigentlich drum zu schauen.
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Welche Autorinnen, welche Autoren, welche literarischen Zeugnisse gibt's in einer bestimmten Zeit.
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Über die Stadt und über die Welt eigentlich, weil man kann jetzt nicht in der Stadt leben und die Welt nicht mitbekommen und die Münchener Literatur.
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Entsteht ja jetzt auch nicht zwischen Heidhausen und Berg am Leim, also insofern die Frage eigentlich gar nicht so richtig verstanden und und irgendwie,
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Blätterzichte, was mir jetzt gerade auch mit mit vielmeal Haritage ja auch sieht, blättert sich das ja jetzt ganz fantastisch eigentlich auf. Also, dass Literatur wirklich was ist, was sehr
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weltläufig ist. Und unser Podcast, der ist ja auch nicht München spezifisch. Sondern durchaus bundesweit.
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Hoffentlich hörbar. Wird er gehört. Wenn jetzt jemand noch nichts von Hashtag Female Heritage mitbekommen hat.
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Natürlich überhaupt nicht denkbar ist bei eurem super Social Media Einsatz. Wie würdest du Hashtag Female Haritage beschreiben? Und was ist eigentlich der Hintergrund
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Ja, der Hintergrund ist folgender, also vielmehr Heritage, da steckt der Heritage drin, also Kulturerbe oder kulturelles Erbkulturgüter, die Monaten, sie ist ein Literaturarchiv und hat große Bibliothek und wir gehen jetzt
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täglich um mit Kulturgut und kulturellen Gedächtnis kultureller Erinnerung und wir haben einfach festgestellt.
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Dass bei uns das kulturelle Erbe tatsächlich sehr männlich geprägt ist wie.
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Bei ganz vielen Museenssammlungen ja auch ganz klassisch in bestimmten Zeit hat man einen bestimmten Blick, der ist nie objektiv und eben.
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Erinnerung ist ja immer subjektiv, also man bewertet eine bestimmte Zeit bestimmte Dinge.
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Als bedeutend ein paar Dinge als nicht so bedeutend und weibliches Schreiben oder irgendwie Autorinnen sind.
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Das ist ja auch kein, keine Überraschungssätze in den letzten Jahrzehnten.
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Nicht unbedingt an vorderster Stelle gestanden und wir haben einfach festgestellt, unser Archiv hat einfach Lücken. Nämlich.
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Autorinnen kommen einfach ähm wesentlich weniger in unserem Archiv vor als Autoren und die Fragestellung, es kommt immer drauf an, welche Fragen stelle ich an den Archiv, um irgendwie Zeit
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bestimmte Zeit zu beleuchten, also die Fragen sind jetzt auch eher sagen wir so relativ klassisch auch immer irgendwie in Richtung.
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Autoren gegangen. Und deren Schaffens- und Lebensumstände. Und.
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Ja und dann dachten wir, das ist eigentlich falsch. Natürlich ist das falsch und äh weil weil man in dem Moment, wo man über eine bestimmte Perspektive auf die Welt abbildet, ja äh auch wirklich ein verzehrtes,
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Zeitbild abgibt. Und dann auch alles, was mit Forschung zu tun hat, die auch irgendwie in eine falsche Richtung geht oder manchmal ist es ja auch so, dass.
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Bestimmt literarische Zeugnisse oder überhaupt historische Dokumente ja ganz bewusst aus der Geschichte genommen werden
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und wir dachten wir möchten das eigentlich so nicht stehen lassen und wir möchten uns eigentlich gern mit diesen Archiven beschäftigen und haben dann eben diesen Hashtag Female Heritage quasi als eine Art übergeordnetes.
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Thema uns gegeben für die nächsten vier, fünf Jahre, ist auch gar nicht so ganz richtig, dass die Blogparade Femal Heritage heißt, sondern dass es eigentlich
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Unser fünfjähriges Projekt, also in dem wir uns mit der Schließung dieser Lügen beschäftigen. Und diese Blogbereiter heißt eigentlich Frauen- und Erinnerungskultur, weil wir einfach irgendwie einen ganz breiten Aufschlag machen wollten, alle einzuladen.
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Beizutragen und sich aber auch so ein bisschen damit auseinanderzusetzen, dass eigentlich Geschichte subjektiv ist. Dass man vielleicht nicht immer,
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alles sieht nicht immer das Richtige sieht und so ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass manche Dinge eigentlich fehlen und das einfach gemeinsam.
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Angeht sozusagen. Und da steckt natürlich auch noch mehr dahinter, weil.
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Meiner Zense ist ja eigentlich eine Forschungseinrichtung, die wird viel von Studierenden, von Professoris genutzt, um irgendwie Wissenschaft zu betreiben. Uns ist aber auch wichtig.
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Diese Inhalte irgendwie nach außen zu tragen und gar nicht mehr so hierarchisch zu funktionieren, wie das.
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Archive und Bibliotheken in unserer Form eigentlich die ganze Zeit getan haben, sondern wir möchten uns eigentlich gemeinsam mit dem Publikum.
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Bestimmten Dingen nähern oder auch unsere Bestände erweitern und sind eigentlich jetzt.
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Lösen uns eigentlich in in vielen, sage ich auf vielen Ebenen eigentlich von dieser hierarchischen Herangehensweise, dass man auch immer behauptet, man wüsste alles. Oder man hätte alles oder
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man weiß bestimmte Dinge einfach besser als andere, also das sind wir weit davon entfernt.
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Also das das steckt eigentlich alles hinter diesem Hashtag Femal Haritage. Du hast eben gesagt, dass sich alle eingeladen fühlen an dieser Blogparade teilzunehmen. Ich komme ganz kurz nochmal auf die Blockparade zu sprechen. Wer ist denn alle
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Also sind alle wirklich alle auch ein Schüler, eine Schülerin, genauso wie ähm ein ein kulturschaffender.
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Ja, tatsächlich, also ist uns schon wichtig. Wir haben ja auch in unserer Einladung verschiedene Eingangsfragen irgendwie gestellt, also die sich auf der einen Seite tatsächlich auch in Schülerinnen und Schüler richten, aber auch an Profis, an andere Institutionen.
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Eigentlich kann das wirklich jeder und jede tun. Und kann.
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Forschungsergebnissen, die man äh nochmal kurz zusammenfassen möchte bis hin über persönliche Erlebnisse beim Betrachten.
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Eines bestimmten Bildes, das einem irgendwo hinträgt oder wenn man jetzt zum Beispiel in einer bestimmten Straße wohnt, also ich persönlich wohne in der Elisabeth Mannbort-Jesi-Straße, also ich könnte jetzt mich da vielleicht
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Damit auseinandersetzen, wer war denn Elisabeth Manborthese? Ja. Weißt du wer sie war?
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Ja natürlich weiß ich wer sie war, wie sich die größte. Also wir sind eine Familie Mann äh Forschungsstelle. Klar weiß ich das. Ist auch lustig, dass ich da gerade Wohnungen.
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Nee, es kann tatsächlich jeder, jede und jeder mitmachen. Spannenderweise sind wir so überrollt mit Beiträgen, dass wir schon gar.
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Einfach bisschen Angst haben, dass noch noch viel mehr kommt, aber auch damit werden wir umgehen.
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Da geht's ja tatsächlich auch drum, wie gehen wir denn eigentlich mit diesen Beiträgen um, die wir bekommen
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momentan, wenn die im Blog veröffentlicht, manche veröffentlichen sie auch in ihren eigenen Blogs, wenn sie welche haben, dann verlinken wir und wir sammeln das alles damit.
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Zugänglich ist, damit jeder lesen kann, wir twittern wahnsinnig viel. Wir haben auch auf Instagram einige äh Postings, aber trotzdem
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finde ich es fast schade, wenn man nach der Zeit, sie läuft ja eigentlich bis zum neunten zwölften das Thema dann so stehen lässt, weil offensichtlich ist ja die Begeisterung so
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Und wir überlegen uns jetzt schon, was wir dann eigentlich weiter damit machen. Also wir haben natürlich unter dem äh Hashtag Female Heritages,
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Das ist ja bewusst gewählt, dass wir uns fünf Jahre damit beschäftigen,
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plus minus. Das sind auch andere Ausstellungsprojekte drunter gehängt sozusagen, dann sind.
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Veranstaltungsreihen dabei, aber wir beschäftigen uns zum Beispiel auch ganz intensiv.
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Damit wo machen wir denn eigentlich unsere Daten, unser Wissen, äh unsere Informationen, wo machen wir die eigentlich publik
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Und da gibt's in Kulturinstitutionen oder in in Archien
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gern die Tendenz, dass jeder sich so eine eigene Plattform bildet oder sie vielleicht mit einer anderen Institution zusammentut und dann arbeitet man über Jahre und überlegt sich, wie man irgendwelche Plattformen, Schnittstellen
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irgendwie definieren kann, um dann irgendwie der Welt irgendwie sein Wissen irgendwie zu schenken.
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Und das finde ich irgendwie ein bisschen schwierig, weil es gibt einfach wahnsinnig viele Plattformen und man muss auch da das Wissen ja nicht immer so
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horten, dann ist es ja oft auch gar nicht teilbar oder verbindet sich ja auch gar nicht so gut mit anderen Archiven, die wieder andere Schnittstellen, andere Plattformen haben und als User, als Leserin, als interessierte Person weiß sie ja gar nicht unbedingt
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wo ich jetzt welche Plattform finde, selbst wenn ich sehr gut googeln kann
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ich find's eigentlich spannend da zu gucken welche Plattformen gibt's denn da schon und welche werden denn genutzt und irgendwelche kann man verbessern und man kommt immer wieder zu Wikipedia in dem Moment.
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Da finde ich jetzt gerade die Idee ganz interessant zu sagen, wir äh machen vielleicht aus dem Wissen, was jetzt zu uns gekommen ist
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Aktionen oder irgendwie wir wir stiften vielleicht Wikipedianerinnen, Wikipedianer an
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um selber mal zu schauen, welche Artikel gibt's denn schon auf WGA? Sind die richtig? Sind die gut geschrieben? Wie schreibt man denn überhaupt? Wikipedia Artikel,
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gibt's denn über die Personen, die jetzt bei der Blockparade auftauchen? Gibt's denn da eigentlich schon Hintergrundartikel? Gibt's irgendwie freie Bilder dazu und so weiter, finde ich eigentlich gerade ganz spannend, sich damit zu beschäftigen, damit es auch so
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in der Welt bleibt und damit man sich weiter beschäftigt, ist es uns geht's ja oft drum.
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Diese Erinnerung und diese Erinnerungskultur erstmal zu dem kollektiven Gedächtnisschatz zu machen
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Weil nur wenn man sich dessen bewusst ist, trägt die Idee ja weit und vielleicht weiter oder kommt selber nochmal auf andere Ideen oder nimmt bestimmte Informationen, die man hat, auch nochmal anders wahr, nimmt vielleicht auch nochmal andere Perspektiven ein.
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Es ist einfach ein guter Teil sich damit auch zu beschäftigen. Wo kriegt denn jemand eine Information jetzt zum Beispiel über Anita Augsburg oder über.
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Elsa-Bernstein oder über Rabe Perplexum, die wir jetzt alle in unserer Blogparade mehrfach genannt haben.
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Wenn er einfach meinen Namen hört und einfach guckt und dann landet man zwangsläufig bei Wikipedia und ich find's immer ziemlich einfach zu sagen, na ja, das ist ein schlechter Artikel, hier kommen keine Frauen vor, aber damit muss man sicher nicht abfinden.
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Und ich finde, das wäre einfach eine gute Möglichkeit, zum Beispiel einen Teil der Ergebnisse oder wenn, wenn es einen Teil wäre, dass man plötzlich
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nach fünf Jahren Femal Haritage etwas sehr guter Artikel über Frauen, über Autorinnen
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Journalistinnen über Frauenrechtlerinnen, über Künstlerinnen, wie auch immer auf Wikipedia findet und man weiß, es erstmal sie kommen vor und es ist in gut geschrieben und man aktiviert eben Communitys, sich selber,
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mit Dingen zu beschäftigen. Wie ist das denn, wenn sich wirklich jeder beteiligen darf? Es ist es recherchiert vielleicht nicht jeder gleich gut und manchmal ist vielleicht auch sehr viel persönliche Meinung in einem Artikel kommen diese Artikel genauso zur Veröffentlichung wie.
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Sehr, sehr gut geschriebene Artikel, sehr sehr gut recherchierte. Ja, also man man muss sagen, die Artikel werden nicht unredaktionell bearbeitet veröffentlicht. Was jetzt nicht heißt, also wir üben keine Zensur aus, wir lehnen auch.
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Keine Artikel ab, natürlich lähnen wir Artikel ab, die hasserfüllt sind, Menschen verachten und so weiter, also da haben wir quasi das
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ganz normale Ethikkriterium, dass äh das da gelten sollte, aber ansonsten haben wir eine Redaktion
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beziehungsweise eine Redakteurin, die nimmt die Artikel an.
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Und mach dir auch internetfähig, weil nicht jeder Artikel ist internetfähig, das heißt also wir nehmen ja auch Artikel an von Leuten, die noch nie einen Blogartikel geschrieben haben oder die vielleicht auch gar keinen eigenen Blog haben und die vielleicht nicht mal,
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so wirklich bewandert im Netz unterwegs sind, aber die sich äh gerne mit einer Person beschäftigen wollen oder da eine große Sendungsbewusstsein haben oder einfach viel wissen. Deshalb gi.
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Jemand, der die Person betreut.
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Und die Artikel liest und sagt, ja so kann man die im Netz veröffentlichen. Man muss vielleicht noch Zwischenüberschriften reinmachen. Also man muss vielleicht noch oben eine kurze Zusammenfassung reinschreiben, also die im Prinzip eigentlich eine Art Schreibberatung macht. Dadurch
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gibt's so 'ne Qualität volle Zusammenarbeit, wo man dann einfach auch die Leute nicht ausliefert, also wir möchten ja niemand ausliefern.
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Sinne, wo man dann auch nochmal sagen kann, ja an der Stelle,
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müssten sie oder müsstest du vielleicht nochmal ein bisschen nachschauen, ob das wirklich so trägt oder irgendwie, das wird jetzt hier sehr persönlich
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so es lesen halt dann viele oder auf der anderen Seite ja so halt oder irgendwie, dass man vielleicht auch verbindet dann mit anderen Artikeln. Es wird jetzt nicht unbetreut gemacht, weil wie gesagt, wir möchten.
15:25
Niemand ausliefern und es sind ja auch eine Bibliothek und wir sind ja auch ein Archiv und wir haben jetzt auch.
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Einfach einen gewissen Beratungsanspruch, wir haben ja auch eine tolle Bibliothek hier, wo man die Leute auch nochmal hinschicken kann und sagen, Mensch, schaut euch das doch mal an, sprecht doch mal mit unserer Bibliothekarin
15:40
kann da vielleicht nur die ein oder andere Quelle nennen, wo man sie nun mal einarbeiten kann, beziehungsweise wir
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sind ja auch Teil der Münchener Stadtbibliothek, also in einem riesigen Online-Katalog und das ist eigentlich unser Jobrecherche
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zu vermitteln und zu bereiten, wie geht es denn eigentlich, also ja, also da gibt's viele Wege sozusagen zum guten Text,
16:00
Ja, in Zeiten von Corona ist es natürlich schwierig Ausstellungen zu gestalten, zu präsentieren, jetzt etwas anzubieten.
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Ein Projekt mit dem man sich ganz individuell von zu Hause beschäftigen kann, kann online recherchieren, kann einen Teil zur Kulturvermittlung beitragen
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Das finde ich einen unglaublich spannenden Ansatz und basiert diese Blockparade ein bisschen auf.
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Den Gegebenheiten durch Koruna? Ja, bestimmt auch, aber wir haben eigentlich vorher damit angefangen.
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Es werden tatsächlich Mitte Erika Mann Ausstellung, die ja definitiv vor Corona begonnen hat und schon überlegt, wie können wir eigentlich eine Ausstellung im Jahr zweitausendzwanzig gestalten.
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Einfach möglichst viele äh Ausgabeformen hat, sage ich jetzt mal und die jetzt nicht einfach nur bei uns im Haus stattfindet, sondern die sich einfach in die Stadt öffnet,
16:55
oder in den Raum öffnet, das klingt jetzt vielleicht so ein bisschen esoterisch, aber gemeint ist schon einfach viele Möglichkeiten.
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Eröffnet die auch eröffnet, dass man sich analog und digital damit beschäftigen kann, also mit dem Ausstellungsthema oder mit der Person oder auch was uns immer total wichtig ist.
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Nicht nur historisch zu betrachten, sondern also historische Gegebenheiten, die historische Persönlichkeit mit ihren Themen, mit ihren.
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Motivationen in die Jetztzeit ziehen und zu fragen, warum.
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Betrifft mich das eigentlich, was ich da sehe heute noch oder was fange ich denn jetzt eigentlich mit dieser Botschaft an von dieser Person oder von dieser Zeit? Äh sind die Themen noch aktuell oder nicht? Das ist ja eigentlich.
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Abgeschlossen. Also irgendwie man geht ja irgendwie in eine Ausstellung und schaut sich das an und im Idealfall beschäftigt's einem ja noch weiter. Und wir möchten natürlich
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weil wir haben ja natürlich diesen Bestand, also wir haben diese Literaturarchiv mit den über dreihundert Nachlässen, wir haben diese riesige Bibliothek, die sie mit München beschäftigt
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machen ja keine Ausstellungen, weil wir möchten, dass die Leute irgendwie eine Ausstellung kommen, dann zwanzig Euro Eintritt zahlen, dann einen Katalog kaufen und gehen, so eine uns ist ja wirklich wichtig, dass sie die Spliterarischen Blick auf die Stadt vermitteln.
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Gleichzeitig sind wir auch äh eine Künstlervilla, also äh München hat drei Künstler, wenn das Lehmbauhaus, die Villa Stock und die Mona Zensier.
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Wir interpretieren die Künstler wieder so, dass es einfach auch ein Produktionsort war.
18:23
Wir nehmen diesen Produktionscharakter auch für unsere Ausstellung und für unsere gegenwärtige Beschäftigung mit Literatur auf. Das sind alles so Gedanken, die da einspielen und dann haben gesagt.
18:33
Bei Erika Mann, da muss noch ein bisschen mehr passieren. Literatur ist auch extrem hochschwellig, nicht jeder geht irgendwie.
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Einfach mal in der Literaturausstellung, was haben die Leute glaube ich ganz große Ängste, also es gibt auch keine Bilder
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jetzt in dem Museum, wo man sagt, Mensch, da hängt jetzt Kandinski. Ich hab diesen Kandinski-Kalender auch bei mir im Wohnzimmer hängen, also ich, ich kann mir schöne bunte Bilder anschauen und so, da ist Literatur einfach noch viel sperriger auf eine Art.
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Und deshalb braucht man ein Thema oder braucht eine irgendwie persönliche Betroffenheit oder eine Verbindung in die Gegenwart und
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Das haben wir alles versucht irgendwie quasi in diese Vermittlungsformen einzudenken und haben da schon irgendwie angefangen mit Bloggerwalks um einfach andere Zielgruppen anzusprechen oder.
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Programm für Schulklassen, für Lehrer, das klingt jetzt alles nicht so besonders, aber irgendwie so in dem, in dem Zusammenspiel und in dieser Intensität, wie wir das dann auch ins Digitale gespielt haben, war das schon glaube ich schon besonders. Also ich glaube
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Sind jetzt nicht so viele unterwegs, die jetzt eine, ich sage jetzt mal so äh wenig niederschwellige Einrichtung unterstützen oder irgendwie Programm dafür machen und dann gleichzeitig aber versuchen, einfach nochmal irgendwie eine Breite zu denken
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Also das haben wir versucht.
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In dieser digitalen Vermittlungsformen reinzubringen, haben dann auch irgendwie schon angefangen so Interviews zu machen, kleine Streams zu machen, aber wie gesagt, nicht um jetzt Corona.
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Herzustellen, sondern einfach
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auszuprobieren, wie können wir kleine Vermittlungsformate machen, größere Vermittlungsformate machen, wo man immer neue Vertiefungsebenen herstellt
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Und dann kam Corona und dann waren wir in diesem Flow schon so drin und haben festgestellt, es hilft uns total. Wir haben dann irgendwie mit Lesungsfarbformat noch bestimmte Sachen aus
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mit Videos, mit Interviews, dann aber auch mit diesem selber Schreiben fürs Netz mit.
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Bitter und so. Und haben festgestellt, das trägt eigentlich total und ja wollten dann einfach immer mehr ausprobieren und.
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Und dann aber auch so Content sage ich jetzt bewusst Content herstellen, der auch nicht.
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Nach einem Mal nichts mehr wert ist in irgendeinem digitalen Archiv verschwindet, sondern äh wir wollten einfach.
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Diesen Bestand, den wir in der Monatsense haben und diese Themen, die wir in der Monazense haben, verknüpft mit den gegenwärtigen Themen, die es hier gibt, nämlich mit Demokratie, mit einem aufmerksamen.
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Beobachten der Stadtgesellschaft, was passiert gerade mit der Stadt, was passiert mit den Menschen, die hier sind, was wird da drüber geschrieben? Das so zu verbinden, dass man im Prinzip immer so Mehrwerte erzeugt
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dass man vielleicht mit Erika Mann anfängt und plötzlich landet man doch bei was ganz anderem mit einem anderen Bestand, den wir haben. Also das das eine ins andere greift und dass man immer die Möglichkeit hat, immer tiefer und immer weiter zu lesen
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und dann vielleicht auch
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selber was zu schreiben oder äh in Kontakt mit jemand zu treten, der sich vielleicht mit was ähnlichem beschäftigt. So, das war eigentlich der Gedanke und wir haben eben auch festgestellt, dass gerade mit Corona, dass die Leute das unheimlich gerne tun. Also.
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Unheimlich gerne sich in Dinge vertiefen und sich dann auch digital austauschen.
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Ob das jetzt Privatpersonen sind oder Institutionen, Kollegen aus anderen Institutionen, Kolleginnen, aus anderen Institutionen. Das ist einfach total prägt, dass wirklich so ein soziales Gefüge eigentlich entsteht
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Personen plötzlich dann tatsächlich selber treffen oder wo es auch ganz wichtig ist, dass jemand wie unsere Redakteurin Tanja Braske sitzt und diese Texte mit jemand bespricht, also die machen ganz viel persönliche Textarbeit, wo man eigentlich.
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Plötzlich ganz andere Netzwerke herstellt.
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Die ja sehr nachhaltig funktionieren so möchte ich jetzt mal sagen und dass das diese Blogparade zum Auftakt von Female Heritage so unglaublich gut funktioniert, hat glaube ich jetzt schon auch mit dieser zweiten Welle zu tun auf jeden Fall.
22:34
Ja, wir haben's gerade heute drüber unterhalten, wie wir eigentlich auf diese auf diese Blockparade blicken, ob das jetzt ja Veranstaltung ist oder ob das eine.
22:42
Netzaktion ist und ich glaube, einiges ist total egal, wie man's benennt. Also es ist einfach was, wo mir jetzt gerade irgendwie sehr viel
22:49
tatsächlich auf den den Leuten geben kann, die sich dafür interessieren, weil die eben eine Aufgabe sind und gefühlt sie sind nicht allein, sie lesen die anderen Blocktexte mit, man merkt ja, es gibt ja auch
22:59
auf bestimmte Artikel, dann entstehen plötzlich noch mehr Artikel zu Anita Augsburg, die Leute fangen sich an drüber zu unterhalten. Auf Twitter wird's weiterempfohlen irgendwie, also es gibt offensichtlich entsteht so eine Diskussion.
23:12
Und ich glaub momentan braucht es einfach viele, weil man denkt,
23:15
jetzt noch irgendwie bis vielleicht nächstes Jahr im Januar irgendwie zu Hause sitzen und geworfen sein auf den eigenen Haushalt
23:23
irgendwann sind wir dem Partner, der der Partnerin auch alle Sachen ausgetauscht. Ivo.
23:31
Sag mal, ähm es ist ja ein Frauenthema, vielmehr Haritage, hast du das Gefühl, dass sich ähm mehr
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vielleicht sogar auch mehr junge Frauen an der Blogparade beteiligen oder kann man da nur ähm sehr gesunde, sehr durch.
23:45
Wachsende äh Mischung feststellen. Es ist wirklich eine super spannende Frage, weil von den Reaktionen her, dass es völlig
23:55
tätig.
23:56
Männer finden's gut, Frauen finden's gut. Es gibt komischerweise niemand, der es blöd findet oder irgendwie sagt, na hey, das ist jetzt irgendwie total einseitig oder also wir kriegen wirklich keine negativen Reaktionen
24:06
Schreiben tun interessanterweise viel, viel mehr Frauen als Männer
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Äh jetzt kommt so langsam, kommen auch einige Männer, die äh die die Themen aufgreifen in E-Mails, wo wir Bücher angeboten bekommen.
24:22
Oder nochmal irgendwie einfach so äh so Rückmeldung schreiben eigentlich mehr Männer, also nicht mehr Männer, da schreiben auch. Also ich hab
24:30
glaube ich mehr Post von Männern gekriegt, dass ein Mensch ich habe eine sehr, sehr spannende Großmutter, eine tolle Mutter oder irgendwie Tante oder sowas oder ich weiß von jemand ist total wichtig, also äh
24:41
Münchener Germanist äh hat irgendwie wirklich lange Mail geschrieben, dass sie irgendwie,
24:47
unbedingt Christa Reinig äh verewigt haben möchte und also sie wäre so eine wichtige Autorin für München gewesen.
24:55
Da müsst ihr unbedingt mit ihr beschäftigen und das wäre ganz wichtig. Also da da gibt's.
25:00
Genauso viele männliche Reaktionen, wie weibliche Reaktionen und manchmal habe ich den Eindruck, dass es
25:05
bei so einem Frauenthema, dass die Männer sich auch gar nicht trauen, da was zu schreiben, weil sie denken
25:10
werden gar nicht gefragt. Also insofern könnten wir jetzt quasi diesen Podcast dafür nutzen und sagen, Männer seid mutig. Schreibt allen Lebenslagen. In allen Lebenslagen, ja, genau. Ja.
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Also das könnte man zu sagen, wenn wir jetzt schon irgendwie bei den Männerseiten mutig sind, möchte ich nochmal über dieses Wort mutig reden und über das Wort stark. Äh was mich mittlerweile ziemlich aggressiv macht.
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Wenn man über mutige und starke Frauen spricht, weil das Frauen auf so eine bestimmte Rolle eigentlich auch wieder festlegt und so ein bisschen marginalisiert, als gäb's keine mutigen, als wäre das
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die Ausnahmeerscheinung. Ja, das finde ich einfach doof. Also irgendwie diese Einordnung hier so abgedroschen und führt in so eine ganz, ganz andere Ecke. Also irgendwie
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Also deshalb versuchen wir auch damit, also tatsächlich uns selber auch immer wieder irgendwie zu fragen, wie schreiben wir eigentlich dadrüber, wie
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wie wertschätzen wir Artikel, wie wertschätzen wir die Leistungen, die beschrieben werden.
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Ohne selber wieder irgendwie Klischees zu reproduzieren und in unsere Blogparadeneinladung stand ja auch drin, bitte äh fühlt euch alle eingeladen.
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Bitte schreibt ganz ungebremst aber bitte versucht euch nicht in Klischees zu äußern als irgendwie da die Frauen dort die Männer, da die armen Frauen dort, die bösen Männer, also alles was man so an äh polarisierenden
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Eigenschaften oder Vorstellungen haben kann
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fertig zu hinterfragen, weil unser Eindruck ist tatsächlich, dass in den letzten zehn, zwanzig Jahren immer stärker geworden ist, das sind die Geschlechter so Trend. Das ist eigentlich ein totaler Backslash ist, dass man da in den zwanziger Jahren zum Beispiel teilweise viel viel
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da war oder die Themen auch schon ausgesprochen hat und das ist jetzt in letzter Zeit, ich würde mal sagen, vielleicht ganz, ganz.
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Lakativ auch, also wir möchten nicht in rosa und in hellblauen Überraschungseiern denken.
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Das finde ich einen sehr sehr wichtigen Ansatz. Ich denke auch ganz oft, wer entscheidet denn eigentlich, welche Frau stark ist? Ich habe ja ein ganz anderes Empfinden für eine starke Frau als vielleicht mein.
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Interviewpartner, als als mein Nachbar, als wer auch immer. Ja oder wer entscheidet, ob ein Mann stark ist. Ganz genau. Ganz genau. Das sind einfach so
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möchte es auch gar nicht polemisieren irgendwie ähm weil tausend Sachen ein, woher das kommt, ja, aber uns ist einfach wichtig, dass man sich versucht, irgendwie vielschichtig mit den Themen auseinanderzusetzen, dass man
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einfach in Relation setzt, wen man vorstellt und was das Besondere an dieser Person ist und.
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Ich glaube, das ist jetzt auch noch kein einziges Mal schief gegangen, das sage ich jetzt mal so. Aber profilschichtig, erzähl doch mal ein bisschen von den Frauen, die bisher.
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Beleuchtet wurden.
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Also immer wieder kommt Anita Augsburg, er eine große Frauenrechtlerin war, Juristin mit so einer hier in München auch das Fotoatelier Elivira aufgebaut hat,
28:04
Aber ganz unterschiedliche Frauen, als sie, ich weiß gar nicht, ob es jetzt so so namentlich alle nennen soll, Elsa Bernstein kommt natürlich vor als ganz wichtige Theaterautorin, dann.
28:14
Aus den achtziger Jahren.
28:21
München, dann gibt's und das freut mich eigentlich besonders. Vielleicht möchte ich, wie gesagt, gar nicht jetzt so auf die einzelnen Namen abheben, sondern
28:29
könnte man ja auch nachschauen, man könnte auch mal auf unseren Blogartikel gehen, wo die alle zusammengefasst stehen, ähm das Ganze spoilern, dass es einfach so ein breites Spektrum gi
28:40
also es gibt auf der einen Seite die Musikerin, es gibt auf der anderen Seite die katholischen sozial engagierten Frauen, dann gibt's.
28:51
Eben die Juristinnen, dann gibt's die Schriftstellerinnen. Es ist wirklich ein total breites Spektrum und die die beitragen sind auch so breit aufgestellt. Also
29:00
sind jetzt nicht die klassischen Gruppen, sage ich jetzt mal so, man kann jetzt nicht sagen, ja, das sind die ganzen jungen, linken Feministinnen, die jetzt Beiträge schreiben oder die nicht mehr ganz so jungen
29:13
Gewerkschaftsfrauen oder so überhaupt nicht, also es geht irgendwie quasi.
29:18
Quer durch alle Spektren, es äh sind die CSU-Frauen genauso die einen Beitrag leisten, wie die.
29:25
Katholikinnen, der katholische Frauenbund dann irgendwie das Archiv der Frauenbewegung, die DMB, es ist einfach ein total großes Spektrum und man merkt einfach, dass so ein Thema das alle bewegt.
29:38
Alle, also offensichtlich irgendwie das zu richtige Thema zur richtigen Zeit, alle stellen fest, Mensch ich gehe in in unsere Archive, ich gehe in unser Museum und es sind ganz, ganz viele Frauen.
29:48
Die da auftauchen, die eben nicht auftauchen, aber sie sind in unser Magazin oder es sind einfach
29:55
nur Männer, die wir ausstellen, warum eigentlich? Und also es gibt ein ganz, ganz äh hohes Bewusstsein dafür, dass irgendwie offensichtlich gerade formuliert werden muss und.
30:05
Dass auch wirklich was ändert und das ist ganz toll. Habt ihr das Gefühl, dass ihr gerade wach rüttelt? Ich glaube, das wäre echt ein bisschen vermessen, wenn wir jetzt sagen.
30:14
Wir würden das tun. Also ich meine, es gibt so viele.
30:17
Aktivität und so viele Aktionen und so viele Bündnisse, die sich damit beschäftigen. Also es gibt, ob das jetzt pro Quote ist, ob das jetzt
30:25
der deutsche Journalistinnen, der deutsche Ärztinnen oder der deutsche Juristinnenbundes, ob das äh die Metoo Bewegung ist, ob das eben tatsächlich junge Frauen sind, die sich jetzt mit Feminismus beschäftigen oder auch junge Männer, die sie mit äh Feminismus oder wie möchte ich denn als Mann überhaupt in der Gesellschaft leben.
30:44
Möchte ich auch nochmal ausdrücklich sagen, also es sind einfach wirklich viele Männer, die sich auch mit den Fragen beschäftigen und die das auch nicht als gerecht empfinden. Ich glaube, es ist einfach gerade der richtige Moment, als wo auch äh gerade so viele.
30:56
Rechte Populistinnen und Populisten unterwegs sind, die auch wieder versuchen, alles so zurückzuschreiben.
31:06
Das ist gerade einfach eine gute Zeit ist, so ein Thema zu fassen und wir haben das glaube ich.
31:12
Schon zu dem richtigen Zeitpunkt angestoßen, weil wir einen einfach aus so eigentlich erst so neutral sind. Wir stellen das fest in unserem Archiv.
31:22
Gibt's keine Frauennachlässe, wir stellen fest in den letzten fünf Jahren, also es gibt natürlich welche, aber es viel zu wenige. In den letzten fünf Jahren haben wir viel, viel mehr Geld für Männernachlässe ausgegeben als
31:33
Frauennachlässe, was auch unterschiedliche Gründe hat. Das ist halt nicht den Grund
31:37
dass wir gesagt haben, nein, wir kaufen das. Nur Männer nachlässt er ein für Frauen nicht so, sondern ist ja total vielschichtig, Frauen schenken Sachen eher als Männer uns die Sachen schenken, hat natürlich auch damit zu tun
31:48
auch Schriftsteller irgendwie in bestimmten.
31:52
Sozialisiert sind und vielleicht auch eher eine Familie ernähren und Frauen vielleicht auch in in Ehen sind, wo sie jetzt nicht das Gefühl haben, sie ernähren die Familie oder.
32:03
Es bildet sich einfach das ganze Spektrum von struktureller Benachteiligung ab, warum bestimmte Nachlässe.
32:12
Zu uns kommen, warum bestimmte Nachlässe nicht zu uns kommen, sondern irgendwie vielleicht auch gar kein weder zu uns noch hinten sonst sehen oder Sammlungen kommen
32:22
sich die Frauen selber jetzt gar nicht so wichtig empfinden oder irgendwie ihre Erbinnen ärmen, das gar nicht so wichtig empfinden sondern das ist halt irgendwie das Erbe von meiner Großtante steht da so rum
32:33
was machen wir denn jetzt damit und dann wird's vielleicht eher in der Familie verteilt und irgendwie andere geben's dann gleich irgendwie,
32:41
eine Bibliotheken sagen will, es ist so wichtig, natürlich hat es einen Platz in der Bibliothek für.
32:45
Keine Ahnung. Ach, das ist ganz interessant. Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht. Natürlich, dass du das eigene Empfinden auch dazu beiträgt, was was wichtig ist. Was ist, was ist wichtig, was ist nicht wichtig, was bringt welches Geld
32:57
es, wo kann man welches Geld fordern, wo nicht und ist da total unterschiedlich und.
33:01
Jeder Autor kommt und sagt ich bin also der bedeutendste Autor dieser Welt, deshalb ist mir Nachlass.
33:09
In dem Fall ist es ja gar nicht mein Nachlass, sondern mein Vorlas. So wahnsinnig viel Wert.
33:14
Also man kann das einfach gar nicht so verallgemeinern, weil natürlich war in einer bestimmten Zeit und haben natürlich mehr Männer veröffentlicht, weil die Verlage deren.
33:25
Themen auf wichtiger fanden oder weil die äh Kulturlandschaft so aufgestellt war.
33:31
Hast du den Eindruck, dass also.
33:35
Ich könnte mir schon vorstellen, dass es in ich will jetzt nicht sagen in der grauen Vorzeit, aber eben in der in der jüngsten Vorzeit auch viele Frauen gab, die künstlerisch, die kulturell tätig waren, von großer Bedeutung waren.
33:49
Aber vielleicht gar nicht mehr so in der Erinnerung sind, weil sie sich zurückgenommen haben aufgrund der Unterstützung ihres Mannes.
33:56
Natürlich gibt's das immer, weil Künstlerehnen sind ja keine anderen Ehen als normale Ihnen auch. Also nur weil man literarisch oder künstlerisch tätig ist und
34:05
dann zufällig auch nur verheiratet ist, bedeutet das ja nicht, dass man anders sozialisiert wurde oder irgendwie gegen den Strom zwangsläufig leb,
34:13
Und wir stellen das.
34:17
Immer wieder fest jetzt auch in unseren Gesprächen mit Autorinnen, die uns jetzt auch ihre Vorlässe übergeben
34:24
Aber auch in der Beschäftigung mit mit Autorinnen, wie jetzt zum Beispiel Gritte Weil, die irgendwie auch sehr früh schon geschrieben hat, also wir haben ihren Nachlass auch sehr früh geschrieben hat und dann.
34:35
Nach Amsterdam ins Exil gegangen ist, dann irgendwie ihre ihre literarische Tätigkeit auch mehr oder weniger ruhen lassen oder
34:44
für sich selber irgendwie weiter gepflegt hat, aber jetzt nicht so in den Vordergrund damit gegangen ist
34:50
in Amsterdam auch als Fotografin gearbeitet hat und im Krieg wieder nach Deutschland kam und dort natürlich auch mit ihrem Mann zusammengelebt hat und auch ihn unterstützt oder sie schreibt auch an einigen Stellen, dass sie bewusst zurückgetreten ist, die aber eine total super,
35:04
super interessante Biografie hat, weil sie ganz spät mit weit über siebzig nochmal angefangen hat, ihre Texte zu veröffentlichen und da auch dann ganz viele Bereiche bekommen hat, äh die das in ihrer Arbeit auch thematisiert oder.
35:17
Autorinnen, die jetzt ja vielleicht, weil sie irgendwie Kinder hatten, weil sie ihren Partner.
35:25
Gepflegt haben, weil sie einfach einen anderen Lebensweg genommen haben.
35:30
Wie jetzt Männer irgendwie vielleicht in der gleichen Situation dann nicht auf so viele Lesereisen gegangen sind, dann ja ist vielleicht auch nicht so stark in der Öffentlichkeit waren oder auch gar nicht so gefragt worden als Stimmen. Die haben einfach eine andere Biografie.
35:45
Und die diese Biografien sind einfach irgendwie einzuordnen in unserer Sozialisation als Männer und als Frauen und als Paare und
35:55
in Deutschland. Äh das ist super, super interessant. Wir machen gerade auch ein Projekt. Das von der Otto-Beißheim-Stiftung auch gefördert ist, was sie ganz toll finde.
36:04
Die auch ganz speziell auf dieses Mehrgenerationenwirken aus sind als Stiftung.
36:11
Wo wir vier Autorinnen haben, die in München leben, äh die ganz unterschiedlich alt sind, indem ich die weit über neunzig ist
36:20
dann die Astascheib über achtzig äh die Amelie Fried ja über fünfzig und dann nochmal die davon zufrieden, die über dreißig ist, wo wir einfach Porträts.
36:32
Von ihnen herstellt, also Videoportraits, wo sie wie ihr künstlerisches Schaffen reden.
36:39
Aber auch über ihre Biografien, wo wir das einfach nur mal vergleichen möchten, wie sieht, wie sehen denn die Arbeitsbiografien von vier Autorinnen aus, über diese Zeitspanne hinweg
36:49
Was uns natürlich trotzdem in Dilemma bringt, mal gespannt, wie wir das lösen. Ja, wie eigentlich sicher, dass wir es gut lösen, aber es ist trotzdem was im Moment wirklich nochmal hinschauen
36:59
muss, weil Frauen will ja auch ganz oft oft ihr Leben hinwahrgenommen, also Schriftstellerin werden wahnsinnig oft.
37:07
Reduziert, sind sie jetzt alleinstehend oder haben sie Kinder? Also sie werden viel stärker oder wie sehen sie aus? Also diese ganzen Klassiker, also viel Stärke irgendwie mit ihrem Leben in Verbindung gebracht und ihr werdet mit wird mit ihrem Leben in Verbindung gebracht
37:21
als als dass die jetzt als Künstlerin im Vordergrund stehen, also
37:26
oder ihre Kunst oder ihr Werk im Vordergrund steht, aber natürlich spielt's auch eine Rolle, also wie wie entsteht denn so ein äh wie entsteht ein Literageswerk, wie äh funktioniert dieser Schaffensprozess, wie, wie bin ich da irgendwie eigentlich in die Welt geworfen sozusagen.
37:41
Und da das möchten wir da ein bisschen ausloten damit und ähm ja, das wird glaube ich ganz spannend.
37:48
Sag mal, wenn wir jetzt mal ganz aktuell in die letzte beziehungsweise vorletzte Woche zurückschauen, den Blick auf Kassel wenden, feststellt, wie.
37:57
Schräg die Geschichte.
38:00
Der ein oder anderen bedeutenden Frau, ich spiele auf Sophie Scholl an. Mhm. Wahrgenommen wird, interpretiert wird, siehst du dann nochmal eine besondere Wichtigkeit in der Aktion Hashtag Female Haritage.
38:13
Ja, also ich finde selbstverständlich, also ich glaube, das hat auch wieder, ich glaube, es spielt bei der, bei der Wahrnehmung von.
38:21
Von Frauen, also gerade von Frauen, die äh jetzt selber Künstlerinnen sind oder sich einen bestimmten Kunstmilieu.
38:29
Nicht Milieus, sondern in der Szene bewegen, die werden immer sehr, ich möchte sie immer rausstreichen, also die werden ja sehr sehr oft sehr.
38:37
Wie so eine Art Holzschnitt oder sehr schwarz-weiß-wagen, um
38:41
die großen Künstlerinnen oder die Musen oder sie sind Mütter oder Opfer oder Heldinnen oder also alle
38:50
Zuschreibungen, die man kennt, also von Hure bis Heilige kommt ja da immer irgendwie mal verherrlichen, mal irgendwie einfach diffamierend drin vor und wir möchten uns natürlich sehr stark damit auseinandersetzen, weil die Monatszente ist selber so eine.
39:03
Super hybride Institution. Also wir sind auf der einen Seite diese Künstlervilla.
39:09
Das hatte ich vorhin schon erwähnt, wir verstehen unsere Produktionsort als äh wir beschäftigen uns mit dem Entstehen von literarischen Werken. Wir beschäftigen uns aber auch mit dem
39:19
Objekt der Beobachtung finden literarischen Werten ja, also warum entsteht ein literarisches Werk, was was reflektiert die Literatur? Was steckt dahinter, was stehen für Welt, für Lebensthemen dahinter?
39:30
Demonettense ist auch Erinnerungsort, weil die Villa ist.
39:34
In Anführungszeichen arresierte Villa, also die die äh Besitzerin Elisabeth Braun äh hat sehr stark gekämpft um dieses Haus äh gegen die Nazis gekämpft und hat verloren, ist irgendwie mit.
39:47
Doch einigen Menschen, die hier gelebt haben, umgebracht worden. Es ist eine wirklich.
39:54
Abstoßend, erschreckende Geschichte und auch die versuchen wir aufzuarbeiten. Auch wir versuchen uns immer damit auseinanderzusetzen, was führt eigentlich zu der Form von gesellschaftlicher Grausamkeit.
40:06
Polarisierungen, wie entstehen diese Zuschreibungen und wie, was können wir als als demokratischer Ort
40:13
dagegen tun oder wie können wir uns damit auseinandersetzen und wie können wir also einfach unseren Beitrag leisten, dass man sich reflektiert mit Dingen auseinandersetzt, wie kann man Menschen ermächtigen sozusagen, also irgendwie äh auf die Quelle zu schauen und
40:27
wir haben ja diesen tollen Bestand und
40:30
das ist auch was, was was für uns wirklich ein Segen ist, weil wir sagen können wir machen nichts aus dem luftleeren Raum, wir können das Gute wie das Böse aus unserem Bestand belegen
40:40
Und können irgendwie, ob das jetzt Schülerinnen und Schüler oder irgendwie Leute sind, die äh einfach jetzt so bei unserer Veranstaltung vorbeikommen, immer alle möglichen Formen von Spuren legen, dass man sich kritisch mit dem auseinandersetzt, was man liest.
40:55
Dass man äh Quellen hinterfragt, dass man diese diese Zuspitzungen.
41:01
Noch mich hinterfragt. Also das sehen wir einfach als als Aufgabe und vielleicht nur so ein Beispiel aus aus der Ausstellungsarbeit, wenn wir uns jetzt mit
41:11
ähm der Gestaltung von der Ausstellung auseinandersetzen, überlegen wir natürlich auch, was kommt an eine Wand, also welche Zitate kommen an Wende oder was reproduzieren wir wieder und wir würden jetzt zum Beispiel, wenn jetzt im
41:25
Zusammenhang mit Erika Mann, irgendwelche.
41:29
NS-Zitate irgendwie wichtig gewesen wären, also mit denen sie sich auseinandergesetzt hat oder in S Stimmen, ja? Also wo sie äh bewusst dagegen geschrieben hat oder sich gewehrt hätte, könnte auch sein, dass er aus dem ein oder anderen Grund.
41:42
Zitat wichtig ist und das dann, äh, wenn sich überlegt, dass dieses NS-Zitat so wichtig, dass es irgendeine Rolle spielt, wir würden das niemals an der Wand schreiben
41:50
Also wir würden niemals.
41:53
Diesen verachtenden rassistischen oder wie auch immer Zitaten, Aussprüchen so viel Raum geben, das machen
42:03
viele oder fast alle Museen so. Also wir versuchen das in unserer Arbeit sehr, sehr stark zu reflektieren, welcher Stimme gibt man Raum? Welche Zitate, welche Quellen brauchen einfach eine Erläuterung? Natürlich hier steckt viel Verantwortung dahinter. Ja, na genau
42:17
und das ist einfach ganz wichtig. Femal Haritage ist ja eigentlich die Vergangenheit.
42:24
Frauen in der Vergangenheit sie wieder zurück in die Erinnerungskultur zu holen. Welchen Raum gibt dir denn der jetzt Zeit.
42:33
Wer, wer soll sich aktiviert fühlen, sich zu beteiligen? Welche Frauen sollen.
42:40
Dargestellt werden, präsentiert werden, vielleicht auch zukünftig. Mhm. Also wir haben ja vorher schon drüber gesprochen, wer sich von der Blogparade ansprechen.
42:48
Lassen soll oder äh eingeladen fühlen soll und der hat ja gesagt alle man kann das vielleicht nochmal spezifizieren, also man kann nur mal sagen.
42:58
Wir möchten wirklich sehr, sehr gerne, dass sich zum Beispiel speziell Studierende oder.
43:03
Leute, die gerade an ihrer Distarbeiten oder die sind Situationsthemen, Habilitationsthema überlegen mit unseren Quellen beschäftigen, weil wir möchten natürlich nicht nur.
43:11
Artikel veröffentlicht, Wissen über die Personen oder irgendwie selber Einzelveranstaltungen machen, sondern wir möchten ja auch haben, dass aktiv geforscht wird, dass
43:20
Waldemar Brunzel zum Beispiel, der der riesige Netzwerke gehabt irgendwie, wo immer viele Frauen vorkommen, aber die Frauen, die genannt werden. Also, das nennt sich einfach mit.
43:29
Nochmal aus der heutigen Perspektive nochmal intensive beschäftigt, dass man Abschlussarbeiten schreibt über Karin Struck.
43:36
Bei uns jetzt natürlich auch einen Nachlass hat oder mit dem Nachlass verewigt ist oder irgendwie Gisela Elstener und die mit der Gegenwart verbindet. Was ist noch aktuell oder dass man einfach über diese Frauen schreibt, über ihr Werk schreibt
43:48
Das ist uns wichtig, einfach einen Impuls in die heutige Wissenschaft und das gilt natürlich auch da wiederum nicht nur für Studentinnen, sondern auch für äh Studenten oder
43:57
studieren insgesamt, die sich damit beschäftigen sollen, die sie vielleicht auch mit der Rezeption beschäftigen.
44:03
Irgendwie warum sind bestimmte Dinge so passiert, wie sie passiert sind, warum sind bestimmte Personen aus der Erinnerung geschrieben und sind immer noch nicht in Erinnerung drin, ja? Also wer hat mir das gemacht mit welcher Motivation auch für Schweigen ist ein bewusster Akt.
44:17
Oder Ausklammer sind der Akt, dann ist uns auch wichtig, dass sich Autorinnen, Autoren jetzt.
44:25
Mit Autorinnenautoren früher beschäftigen. Wir laden wirklich ganz bewusst auf viele unserer Münchener Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit unserem Archiv zu beschäftigen, also mit
44:34
Elsa-Bärenstein beschäftigt sich gerade zum Beispiel Angela Augs, also Angela Augs ist
44:39
eigentlich Flugreihe ist eigentlich äh Heiner Hendrik, der Herr drei Namen, der gerade eine Performance macht aus äh Elsa-Bernstein-Texten, die er irgendwie spannend fand, weil sie einfach so vergessen ist, aber damit so wichtig
44:52
Wir bitten.
44:54
Theresa Serafin und Lisa Jaschke haben sie jetzt mit äh Theresa Giese beschäftigt und mit äh Erika Mann. Also wir möchten einfach auch, dass die, dass die Autorinnen und Autoren sich auf der künstlerischen Ebene mit den Autorinnen
45:06
von früher beschäftigen und mit ihren Themen und.
45:09
Weil wir sind jetzt auch quasi als Institution, also muss man vielleicht auch nochmal ganz deutlich sagen, also wir sind ein Literaturarchiv, wir sind das Literaische Gedächtnis der Stadt und viele viele Menschen, wenn sie das hören, denken als erstes, na ja klar, das hat was mit Vergangenheit zu tun.
45:23
Selbstverständlich hat es was mit Vergangenheit zu tun, wenn man das literarische Gedächtnis ist, aber wir haben ja auch.
45:30
Die Aufgabe quasi das literarische Gedächtnis von morgen zu bilden. Also das entsteht ja in der Gegenwart. Ich habe da ein schönes Zitat gefunden.
45:38
Es geht bei diesem Zitat darum, dass ihr euch in der Verantwortung sieht, das zu wahren, was einmal die künftige Erinnerung ausmachen wird. Und ähm ich glaube, dazu hast du auch geschrieben, nur das, was in Museen ausgestellt
45:51
in Denkmälern verkörpert und in Schulbüchern vermittelt wird, hat auch die Chance an nachwachsende Generation weitergegeben zu werden. Das ist alleine Assmann. Ja, genau, also da bin ich alleine Asthma zitiert. Warte, was ist das genau der Punkt? Also was was nicht transportiert wird.
46:06
Wird auch nicht weitergegeben und wird vergessen und das ist eben das Wichtige, also dass man irgendwie vielleicht bestimmte Sachen wahrnimmt und
46:13
transportiert und dann gibt's vielleicht nochmal eine zweite Tonspur dazu und eine zweite Stimme, eine Interpretation aus der Jetztzeit
46:20
Also deshalb ist uns auf der einen Seite wichtig, Autorinnen und Autoren, aber auch alle anzuregen, sie mit diesen Texten zu beschäftigen. Speziell, was die Autoren, Autoren anbelangt.
46:30
Stellen die dann ja wieder im Prinzip ein literarisches Dokument her und auch ihre Beschäftigung ist ja das sehr zeittypische Beschäftigung mit bestimmten Themen. Die landen dann zugesehen bei uns auch wieder im Archiv.
46:43
Aber wir möchten natürlich auch nicht mehr eben das hatte ich vorhin auch schon mal gesagt als Gedächtnis oder irgendwie das Herstellen von Erinnerung.
46:53
Kann nie objektiv sein, weil man hat immer eine bestimmte zeithistorische Brille, man hat auch eine
46:59
persönliche Vorliebe und egal wie objektiv die Regeln sind, die man ausstellt. Es kommt immer zu Entscheidungen und Entscheidungen sind dann immer im Zweifel subjektiv und wenn.
47:09
Immer bestimmte Dinge, manche Dinge werden in der in der eigenen Gegenwart auch gar nicht äh als besonders wichtig wahrgenommen. Also jetzt hatten wir bei den Frauen jetzt, also.
47:17
Themen oder Frauen als Autorin sind nicht wichtig, deshalb kommen sie nicht vor oder irgendwie ähm.
47:24
Unsere nächste Ausstellung heißt Pop Punk Politik, da beschäftigen wir uns auch ganz stark mit Fernsehens, mit grauer Lit,
47:31
Tour mit Yourself Magazinen, äh wo auch Literatur entsteht, die aber Bibliothekarin, Bibliothekal in einer bestimmten Zeit jetzt auch nicht unbedingt gesammelt haben. Also weil die einfach jetzt nicht so als Literatur wahrgenommen werden, wir.
47:45
Rüsten, dass das sozusagen nach genau wie
47:48
wie wir jetzt äh Frauen auch Lässes sammeln oder zu schauen, wen haben wir denn da vergessen? Also im Prinzip machen wir irgendwie so immer so eine gesunde Vorwärtsrückwärtsbewegung. Wir sammeln quasi jetzt in der Gegenwart das, was wir als wichtig empfin
48:01
und versuchen das möglichst breit aufzustellen und versuchen auch anzuregen. Also unsere Autorinnen und Autoren anzuregen, Dinge zu schreiben. Also deshalb sind ja auch diese
48:09
Paran oder diese Texte, die wir für bestimmte Veranstaltungsformat den Auftrag geben für uns so wichtig. Aber auf der anderen Seite schauen wir auf die vergangenen und sagen, was haben wir denn.
48:19
Vergessen, also was ist nicht in unserem Archiv, was was müsste man ergänzen oder was jetzt äh im Falten der Esszeit? Was ist da bewusst rausgeschrieben worden, was wir wieder bewusst reinschreiben wollen und damit dann wieder.
48:33
Künftige Generation irgendwie möglichst breites Spektrum an Erinnerung hat und das ist einfach eigentlich ein super toller Job, oder? Ja. Und ich denke auch, dass die zukünftigen Generationen damit einen Impuls bekommen an dieser Arbeit weiter.
48:47
Zu schaffen, ja. Mhm.
48:49
Spannend ist, also wir haben jetzt die ganze Zeit über Frauen geredet, die vergessen wurden oder über politische Positionen, die man vielleicht irgendwie nicht haben wollte, deshalb aus dem Gedächtnis gelöscht hat.
49:00
Aber auch spannend ist.
49:02
Dass man wirklich sehen kann aus so einem Sammlungsprofil oder aus so einer Sammlung, die ja teilweise auch wirklich zufällig entsteht, weil mir bestimmte Dinge geschenkt bekommt.
49:12
Die plötzlich da sind und äh somit irgendwie auch eine Sammlung ausmachen, dass man auch wirklich so im Nachhinein sehen kann.
49:20
Wer gehört zur Stadt und wer nicht, also wir haben zum Beispiel auch relativ wenig Literatur von Autorinnenautoren, die nach München ins Exil gegangen sind oder in eine migrantische Biographie haben.
49:33
Die jetzt in den fünfziger Jahren aus der Türkei kamen oder irgendwie
49:37
Frühling, Ost, Tschechien oder aus den osteuropäischen Ländern. Jetzt sind irgendwie aus dem Irak, Iran, Syrien kommen, das sind auch viele Autoren, Autoren dabei, die
49:49
hier leben, aber gar nicht mehr als Autorin, Autoren so auftreten
49:52
Weil ihre Schreibsprache vielleicht einfach nicht Deutsch ist oder weil sie hier einfach andere Sachen zu tun hatten und ihre Literatur gar nicht so pflegen konnten, weil sie einfach mit ihrem Leben so beschäftigt
50:02
waren oder deren Texte nach wie vor vielleicht dann eher im Iran oder in Frankreich oder in Spanien irgendwie
50:09
publiziert sind und gar nicht in Deutschland. Diese gesellschaftliche Fakt
50:14
bildet sich in unserem Bestand noch nicht so ab und wenn wir jetzt da heute drauf schauen, müssen wir sagen, ja, also so ein Sammlungsprofil.
50:22
Bedeutet ja auch, dass man einen bewussten Schritt macht und sagt, wer gehört alles in unsere Gesellschaft und da müssen wir einfach nochmal genauer hinschauen und auch mehr sammeln und
50:31
auch aktiv, wenn du mal unser Profil weiten, um zu wen haben wir eigentlich vergessen und aber auch da
50:38
anregen, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen solche Fragen an unser Archiv stellen und Anette Kotz zum Beispiel ist eine
50:47
glühende Deutsch-Französin ähm er hat einfach wirklich sehr binational und einfach nur mal zu schauen, was haben wir denn eigentlich in unserem Letarischen Bestand, in unserem Magazin.
50:58
Eigentlich diese Fragen oder auch Antworten dadrauf gibt.
51:02
München war immer eine internationale Stadt, also in nach München sind immer viele Leute gekommen. Es kann nicht sein, dass wir äh nur bayrische Schriftsteller und Schriftstellerinnen hier haben. Also da gab's einfach auch andere Motivationen und andere Lebenswege
51:15
die auch andere Fragen irgendwie rechtfertigen und das anzuregen, dass Wissenschaftler und auch Journalistinnen äh und Journalisten sich mit dem Thema beschäftigen, was bedeutet das eigentlich
51:25
Teil des Gedächtnisses der Stadt zu sein, was bedeutet es? Wer ist Teil? Wer ist nicht Teil
51:30
Das finde ich eigentlich auch ziemlich interessant. Okay. Ja und auch darüber hinaus, ihr ruft als Münchener Haus zu dem Beitragen an diesen Gedanken auf.
51:40
Seid gleichzeitig aber auch Impulsgeber für, ich hoffe ganz Deutschland sich mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen und ich könnte mir vorstellen, dass auch Beiträge zu Frauen kommen, die vielleicht München nur ganz rudimentär.
51:54
Gestreift haben und dass man dann Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterstützen kann, die in anderen Städten tätig sind.
52:03
Zu finden, aufzuklären, wo vielleicht die durchleuchtete Person eine eine viel, viel größere Rolle gespielt hat. Ja.
52:11
Ja, genau. Und deshalb ist es auch wichtig, also auch wenn wir das literarische Gedächtnis der Stadt München sind, uns nicht auf diese.
52:19
Auf diese lokale Zuordnung München so zu fokussieren, weil.
52:23
Die Stadt ist immer quasi in der Welt sozusagen. Und es gibt immer diese Bezüge und das herzustellen finde ich sehr sehr interessant.
52:31
Und das Spannende ist, dass er an dieser Stelle zwei Frauen zusammensitzen, die eigentlich gar keine Münchnerin sind. Genau. Ja, ja, so sieht das aus.
52:40
Und mit diesen Worten möchte ich mich ganz gerne verabschieden. Vorher möchte ich aber gerne noch einen kleinen Ausblick
52:47
auf unser Podcast Special werfen, denn es besteht aus fünf Teilen mit Anke haben wir die Einleitung geschaffen zu Hashtag femal Heritage
52:56
es werden in den nächsten Tagen weitere Episoden folgen in denen Frauen.
53:03
Besonders präsentiert werden von Frauen, die auch besondere Arbeit leisten. Wir werfen einen Blick auf die.
53:12
Wie könnte ich sagen auf die Romanten, Waldemar Bonn Sitz? Wir werfen einen Blick auf.
53:23
Zeitzeuginnen.
53:25
Mit jüdischer Herkunft durchleuchtet von einer Frau, die ihre eigene Biografie auch sehr, sehr sensible Weise präsentiert.
53:34
In Graphic Novels.
53:36
Wir werden uns mit einer Frau unterhalten, die das Thema der Landarbeiterinnen filmisch.
53:45
Betrachtet und wir werden uns noch mit einer Künstlerin unterhalten, die ein Werk von hundert Frauen geschaffen hat mit dem Titel I love Woman Art. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörerinnen, ich freue mich ganz.
53:58
Ganz, ganz herzlich, dass ihr uns folgen werdet. Lasst uns gerne ein paar Kommentare und Bewertungen.
54:05
Allen Social Media Plattformen, die ihr so kennt. Ja, ich freue mich, herzlichen Dank und herzlichen Dank, dir Alke. Ja, es hat mir total Spaß gemacht. Es,
54:14
Gerne. Also ich freue mich auch, dass dir so viele Folgen vielmehr Haritage macht, seit fünf Podcasts folgendes ja.
54:20
Große Ehre, vielen Dank. Ja, wir bedanken uns, dass wir eine Plattform bieten können mit euren Inhalten für dieses wichtige Thema. Danke, danke dir.
54:28
Music.