Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 1130: Achtsamkeit, Mut & Dankbarkeit [transcript]


Yadegar Asisi eint Kunst und Architektur auf ganz besondere Weise: als Raumbildner und Zeichner, als Kultur- und Geschichtsvermittler und auch als Mann für das große Verstehen sowie für den Blick auf das Detail. Aber wie gelingt ihm dies? Auf monumentalen Panoramen präsentiert er historische Stadtansichten, faszinierende Naturerfahrungen und schicksalhaftes Zeitgeschehen. Dabei reisen wir 360° durch Berlin, Leipzig und Rouen.

In dieser weihnachtlich-geprägten Episode geht es vor allem um seinen weitschweifigen, philosophischen Rundumblick über Achtsamkeit, Mut, Demut und vor allem Dankbarkeit.

 


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 2020-12-24  1h34m
 
 
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Music.
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Du möchtest gerne in die Architektur gehen, du möchtest gerne einen Bereich finden, der Kunst und Architektur miteinander verbindet.
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Böunket glaubst du gar nicht. Wer mir gegenüber si.
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AWI. Eint Kunst und Architektur auf dreihundertsechzig Grad Panorama.
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Herr Dicker, ich bin ganz glücklich, dass du mir gegenüber sitzt und dass wir jetzt ein wunderbares Gespräch über deine Kunst finden.
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Lieber Jadegar, du einst Kunst und Architektur auf ganz besondere Weise. Du bist Raumbildner und Zeichner.
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Kultur und Geschichtsvermittler. Und auch als Mann für das große Verstehen sowie für den Blick auf das Detail gleichermaßen tätig. Verrate mir doch etwas über d.
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Beschreib mir deinen Weg. Das ist eine kurze Frage, auf die ich jetzt schon im Land antworte. Also, das ist, das ist äh nicht so einfach, weil.
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Wenn man fragt, warum man etwas tut und das in meinem Alter, dann ist es nicht so, dass ich aufgewacht bin und habe gesagt, ich mache zum Beispiel Panoramen, weil der Weg.
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Ist nie so klar in dem Augenblick, wo man ihn geht. Im Nachgang würde ich sagen, war der Weg sehr, sehr klar und einfach. Aber wenn ich sehr, sehr früh anfange, also ich.
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Versetzt mich mal so in ein Alter von zehn, zwölf Jahren da hat und ich weiß es nicht, es ist scheinbar ein ganz, ganz großes Glück, wenn Kinder
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eine Faszination für irgendwas entwickeln, ohne dass man ihnen das sagt. Und ich hatte als Kind immer schon so eine Faszination für
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ich nenn's mal so ganz banal Illuision, ja? Ich habe Pantomime gemacht, ich habe Zauberei gemacht, ich habe immer gezeichnet.
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Für mich war immer ein Wunder, ich bin ja in Dresden und in Leipzig und Dresden groß geworden in Sachsen und ich bin immer in die Gemäldegalerie gegangen und war total begeistert.
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Von Robens, wie dieses Fleisch gemalt wurde. Da gibt's dieses Schokoladenmädchen, wo das so ein Glas ein Pastell äh Zeichnungser sieht aus wie.
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Die Farbe, also wie Ölöl, Manuel Postel hat dieses Phänomen, dass es dann wirklich, wenn man's so macht, wie es gemacht, sonst wie Öl aussieht. Und dann ist man so fasziniert von, eigentlich ist man fasziniert von Handwerk,
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ja? Und wenn man so diese Wege geht und dann achtzehn wird und das war schon damals eine Leidenschaft, ja? Ich habe dann als die Entscheidung kam, was was willst du machen,
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hatte ich so eine Hochachtung vor dem vor dem Begriff Künstler, ich weiß es noch ganz genau,
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habe ich gesagt, nee, das ist für mich so eine Verantwortung, so ein das hat so eine große Dimension, dass ich mir das nicht zutraue, ja? Und dann die Erziehung meiner Mutter
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sagte, na ja, mach mal was ordentliches. Ich wusste nicht, was ordentlich ist, ja. Hast du sie gefragt? Nee, nee, gar nicht, die hat doch die die war mit einem einverstanden, was ich machte, aber so
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beeinflusst ja irgendwo beeinflusst und man muss eine Entscheidung treffen und mit achtzehn.
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Bin ich Überzeugung, dass die wenigsten wirklich eine Entscheidung treffen können, was fürs Leben trägt, ja? Aber nun hatte ich schon eine Ausrichtung, ich wusste, dass es irgendwas sein muss, was
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ja was diesen Geruch dessen hat, was mir, was mir so liegt. Und meine Schwester der Architektur studiert.
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Und ich sah die zeichnet im Architekturstümmer ich wusste damals mit dem Begriff Architektur gar nichts anzufangen und dann hab ich Architektur studiert und das in der, also wenn man Architektur machen wollte,
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dass in den siebziger Jahren und dann in der DDR, das war schon nicht wirklich das, was man da steckt wo versteht, ja.
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Ich muss aber sagen, dass das Studium für mich,
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doch wieder eine sehr sehr gute Rolle gespielt hatte, weil sie so ein Fundament gelegt hat, was mich bis heute begleitet. Ja, ich habe ja auch in meinem Leben auch paar Jahre auch wirklich gebaut. Ich habe ein sehr
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gutes Verständnis für für diese Dinge, für Raum und für all die Dinge, die damit zusammenhängen und bin dann.
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Aus dem Osten ja in den Westen kommen. Wir waren im Migranten, also das muss ich noch sagen, wir waren Iraner, die.
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Die immigriert sind, mein Vater war Kommunist, ist umgebracht worden und dann letzten Scharregim und dann.
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Meine Mutter mit mir schwanger und mit fünf Kindern, zwei Kinder über andere Wege und drei.
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Meine Geschwister ist sie also mit mir schwanger, ist sie über Österreich, weil das neutral war. Mhm. Geflüchtet und dort bin ich geboren. Ich bin halt in Wien geboren.
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Und dann als ich meine Augen aufmachte und bissel denken konnte, war ich eben in der LDR, für mich war das nichts besonderes, ja. Aber.
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Die DDR, das waren eben Vereinbarungen zwischen der kommissischen Partei Irans.
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Dass diese Leute dann eben dort Ausbildung bekamen und so was. War in der DDR gab's nicht Ausländer in dem Sinne. Also wer dort Ausländer war, der hatte irgendeinen Grund, ja. Und dann hat sie mit dem Studium fertig war, dann habe ich einen Brief gekriegt. Sie haben jetzt.
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Vier Wochen Zeit das Land zu verlassen. Also wer ja waren dafür da, dass sie.
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Wieder zurück in ihr Land gehen und so. Die wussten natürlich, dass ich nicht ins Land zurück konnte. Aber für mich war das ja sowieso klar, nicht eine DDR zu bleiben, deswegen hatte ich auch mit dem Architekturstudium gar nicht so ein Problem, weil ich dachte, na ja, dann gehe ich in die Welt und mache Architekturen
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und dann kommt der zweite Zufall.
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Dass ich dann in Westberlin war und dann immer hin und her fuhr, nach zwei Monaten wurde ich in Helmstedt angehalten und die wussten mit meinem Pass nichts anzufangen, eben gesagt, was ist denn das, ja.
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Und und dann.
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So ein kleines Gefängnis da reingesteckt und wusste nicht, also dann kam irgendjemand so ein Richter oder ich weiß nicht, was das war. Und sagte, äh wir können mit dem Pass nichts anfangen, sie sind illegal eingereist für uns, ja? Und.
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Ich schicke sie jetzt nach Hannover und dann müssen sie weiter sehen, wie sie hier weitermachen. Und die haben dann gesagt, sie müssen studieren
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Was anderes kriegen sie nicht. Das ist ja wirklich witzig. Also also es war natürlich Quatsch, ja, weil ich hätte eigentlich die deutsche Staatsbürgerschaft schon ähm
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mich äh also beantragen können, weil ich ja im deutschsprachigen Raum sehr groß geworden bin. Aber das war eben der Zufall. Das ist diese Frage, warum und wie ist der Weg
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Und auf einmal sage ich, na gut, jetzt hat wohl der liebe Herrgott den Weg sozusagen mir gewiesen, wenn ich das damals nicht gemacht habe, dann studiere ich jetzt Malerei.
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So naiv, wie ich damals auch war, bin ich dann an die HDK und habe eine Mappe zusammengestellt und habe die abgegeben. Danach habe ich erst mitgekriegt, dass die Leute sich.
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Monate lang darauf vorbereiten und so. Und ich war im handwerklich, glaube ich, war ich damals schon, das war schon ich konnte halt zeichnen, ja. Und.
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Ich glaube aber, dass ich dann einen Platz da gekriegt hatte, hat er auch was mit dem Lebenslauf zu tun, dass sie gesagt haben, wir brauchen hier Persönlichkeiten oder Leute, wo wir denken
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ihr Horizont so interessant ist, dass aus dem Studium dann auch
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ein Weg entsteht, ja? Und so ging das eigentlich los. Ich habe da eine Architektur gemacht, ich habe äh ein Büro gehabt, hat eine große Erfolge und ich habe aber auch studiert, dann war ich ein Jahr im Iran, hab
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verrückte Sachen gemacht, alleine das könnte ein ganzes Podcast füllen. Und dann kam ich eben zurück und merkte, dass Architektur als Vorgang nicht mein Ding ist, weil dieses Architektur hat mir gefallen,
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Aber was darum sich dreht, diese diese Bauherren und diese Diskussion und diese Telefoniererei und so und ich war ja eigentlich ein manueller Typ, ja,
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Ich wollte eigentlich eine Werkstatt haben und hab dann wirklich mich dann losgesagt von dieser Architekturlinie Mitte der achtziger Jahre und bin dann losgezogen.
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Und habe Dinge gemacht. Ich weiß heute nicht, wo ich die Frechheit hergenommen habe, aber ich hab,
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habe mich dann bei Ausstellungen, ich habe ja, ich mache hier eine Ausstellung, ich habe eine Idee. Nein, wir haben kein Geld mehr, sage ich, na gut, aber können's nochmal anhören und so. Und dann bin ich von einem Ding zum anderen gekommen, ja? Die Projekte wurden immer größer, hat viel mit Malerei zu tun, mit Illusionsmalerei, ich hab
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Räume verändert in der Form, was heute in der in der digitalen Welt total oft gemacht wird, habe ich damals wirklich manuell, ich habe eine riesen Seele gemietet wie.
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In Bühnenbilder habe ich dann große Bilder gemacht, die zusammengesetzt sind, entstanden Räume, in denen man reingegangen ist und aber wie gesagt, ähm das war's schon, eine verrückte Zeit und
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und dann wurde man auf mich aufmerksam und dann kam eben wieder diese kleine Weichenstellung in so eine Gruppe, die eine große Ausschau über Panoram machten
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in Bonn, also Bundeskunsthalle Bonn und da habe ich dann wirklich die ganze Architektur gemacht und habe dort mein erstes
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Panorama gemalt, ja? Und das hängt jetzt da dahinter, ja? Das war eigentlich eine Rekonstruktion aus dem neunzehnten Jahrhundert, das ist Antike Rom.
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Das sieht man jetzt nicht, man sieht nur den Himmel, da drüber schauen, ja. Mhm. Und da ist mir aber klar geworden, dass die Druckmöglichkeiten gab's damals schon, es fing an große Stoffe drucken zu können.
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Also es war ein Riesenprojekt, ich hab die ganze Kunsthalle in also hab ich bespielt wenn man so will ja die Architektur dafür gemacht, viel Installation und da hab ich gesagt eigentlich ist das doch ein.
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Ein Quatschaussage von den äh Geschichtlern, Kunsthistorikern, die da sagen, das ist ein Dingosaurier, der Massenunterhaltung des neunzehnten Jahrhunderts. Ich habe gesagt, was kann das arme Panorama dafür? Aber es als Medium habe ich so das Gefühl gehabt,
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Das gehört eigentlich in diese Zeit. Wir brauchen aber die Themen für diese Zeit. Und so ging das eigentlich los und das hat dann auch nochmal.
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Fast zehn Jahre gedauert.
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Bis es dann die ersten großen Panorama hat, mehrere Aktionen dann dazwischen gemacht und habe mich dann wirklich also immer mehr in die Frage, wer ich bin,
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warum ich's mache und so weiter, ja? Und äh wenn ich heute gucke, ich ich sage immer den Leuten, es gibt eine Struktur glaube ich.
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Die man fast bei jedem sehen kann. Meine Bewegung war immer ein Zehnjahresabschnitten. Die Zwanziger.
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Da bin ich eigentlich gestolpert von einem Ereignis zum anderen. Und man kann nicht sagen, dass es da einen Plan gab. Weil in dieser Zeit ist Zeit, Geld ist eigentlich völlig an Energie,
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man macht Nechte durch. Man weiß nicht, aber man stolpert irgendwie, ja? Und ich war überhaupt keine der.
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Also es gab eine innere rote Linie, ja, wie ich schon sagte, aber.
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Die dreißiger, wenn man denn so einiges gemacht hat, Erfolge gehabt hat, ich war dann schon, ich hatte dann auf einmal sah meinen Namen in irgendwelche Zeitschaften das als junger Mensch, denke immer, wow, das ist es und das Tolle war, dass es so früh passiert ist.
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Weil ich gemerkt hab, dass das, was da steht,
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nur so lange wie der Tag lang ist. Nächsten Tag muss ich ja schon wieder dieses Tier in mir speisen, was damit wir den Artikel geschrieben wird. Und hab eigentlich ziemlich früh gemerkt
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Es geht nicht um das, was von außen auf mich kommt, sondern es geht immer um das, was von innen nach außen.
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Ja? Und das ist also ein Segen, dass das mit mir so passiert ist, ja, weil die dreißiger, da kamen eben die Fragestellung, was, wer bin ich eigentlich? Was treibe ich hier eigentlich? Und ich konnte mir vieles vorstellen,
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Ja, also ich habe ja in meinem Leben auch ähm verschiedene Sachen gemacht, die für mich immer Spielarten deselben sind. Aber wenn man's jetzt, also wenn ich jetzt Bühnenbild sage.
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Sag mal ein bisschen Bühnenbücher, sage ich, nee, also Bühnenbühne ist für mich auch wieder Raum. Ist Zeichnung ist Malerei, ist ist Dramaturgie, ist all diese Sachen, ja? Oder ob man Film macht oder ein Bühnenbild oder eine Malerei? Irgendwie sehe ich da große Verwandtschaften, ja?
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Und dann in den Vierzigern beantwortet man das. Da sagt man, okay, ich habe jetzt vieles versucht, ich habe Fragen gestellt und jetzt merke ich,
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Ich kann mich nur auf eine Sache konzentrieren. Ich habe früher mal gedacht, nee, ich mache das, dann mache ich Grafik, dann mache ich das und so. Und da war äh so eine Galeristin damals in Paris. Die sagte zu mir, die belächelte mich und sagte, na ja.
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Du kannst nur eine Sache machen.
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Das habe ich damals nicht begriffen. Stimmt auch so nicht ganz. Man kann nicht nur eine, man kann schon mehrere Sachen machen, aber letztendlich glaube ich ist ganz schwer, völlig verschiedene Sachen zu machen. Also es muss schon in eine Richtung gehen und,
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die fünfziger haben mich immer gesagt da etabliere ich das.
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Was ich bin, was ich jetzt für mich sage. Und ab sechzig habe ich, da habe ich zelebrieren. Zelebrierst du jetzt? Ja. Also wenn man mich fragt.
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Äh ob ich glücklich bin, das sage ich fast bei jeder Rede. Ich sage, wenn sie an mich denken, denken sie an einen glücklichen. Ich sehe, du lächelst gerade. Ja. Na ja.
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Das ist, wenn man auf diese Frage so antworten wollte, ja, das könnte ich jetzt sklanieren mit tausend Geschichten, ja. Aber ich glaube, das, was man sagen muss, es ist.
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Nie etwas Gradliniges. Es ist auch nie, man geht ja durch durch Höhen und Tiefen. Ich glaube auch ein ein Maler, der anfängt zu malen.
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Für ihn ist dann nicht mehr das Problem, dass er malen kann oder nicht malen kann, sondern es ist das Problem, warum soll er nochmal? Mhm. Er kommt in Phasen rein
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wo er den Grund nicht mehr weiß. Er hat eigentlich schon alles gemalt. Soll er sich jetzt neu erfinden? Oder kommt er in ein Fahrwasser, wo er merkt, dass er sich immer nur noch wiederholt? Er weiß schon vorher, was gemacht werden wird. Ich habe einen Professor, ein mein Malprofessor an der Hochschule.
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Bei dem ich den Meisterschüler gemacht habe, Klaus Fußmann ein sehr bekannter Maler.
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Der hat mir immer gesagt, der hat gesagt, weißt du, das Problem ist, wenn du eine Galerie hast, ja, dann ist die Galerie ja auch.
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Die ist ja wie ein Auftraggeber. Und sie sagt zu dir, mach bitte das, weil der sich gut verkauft. Und das ist ja
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der Tod von irgendwas, ja? Also wenn wenn ich anfange sozusagen mein Herz zu Markte zu tragen, dann ist es eigentlich schon vorbei. Und er hat immer wieder
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also sich auch freigemacht von diesen Dogma und hat immer wieder für sich neue Fuges gesucht und ich find's nach wie vor, ich bin zufällig eigentlich in seine Klasse gekommen, das war gar kein Wille, aber es war die Tür stand auf mich, in das Atelier,
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und haben so, ne und dann gehe ich mal zu dem, aber es war wirklich, das sind so diese Zufälle, die man hat, ja. Und.
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Was ist an ihm wirklich auch gefallen, was überhaupt an Künstlern gefallen, die,
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die sich nicht festlegen lassen, weil die die Struktur, die wir heute oft haben, dass man einen Künstler erkennen muss, dreimal gegen Wind, ja, dass er einen Stil haben muss. Das hat in den Hochschulen habe ich das immer wieder gesehen.
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Dass schon junge Studenten nach diesem Stil suchen, nach irgendwas einen besonderen Strich, eine besondere Technik oder so. Und ich bin überzeugt davon, dass man das nicht machen muss. Alle Künstler dieser Welt, die die diesen Weg gehen,
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die Handschrift, die kommt von ganz alleine her, da muss man, das muss man sich nicht überlegen, weil ich.
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Wenn ich jetzt zehn Leuten drei Farbtöpfe gebe, ja und sage, hier sind die Leinwände und jetzt malt einfach ein Jahr lang die Leinwände voll. Da wird man zum Schluss auf einmal sehen.
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Da geht's gar nicht um Gegenstände, nicht Gegenstände, sondern um das, was wir auf auf die Leinwand bringen, hat auf einmal einen ganz bestimmten Rhythmus, einen ganz bestimmten Art und Weise, ja und.
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Ich glaube da da ist so viel von einem selber drin oder Musiker, der sich wirklich auf dem Weg macht
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etwas zu erzählen, etwas von innen herauszuarbeiten, ja? Und da kommen wir wirklich an diese Frage, warum macht man das eigentlich? Ja, das ist ein äh das ist eine Frage, da habe ich früher immer ganz viel geredet
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Heute kann ich gar nicht mehr so viel darüber reden. Das ist etwas.
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Ich kann's nicht wirklich sagen, ja? Weil es ist etwas, was mich wenn ich gepackt werde von einer Idee. Und das sehen nun mittlerweile ziemlich große Strukturen, die ich auch bewegen muss.
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Dann gibt's kein Halten mehr, dann wird das einfach gemacht,
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ja? Und wenn's nicht klappt, dann klappt's eben nicht, ja? Aber ich, ich diskutiere dann darüber nicht mehr. Ja, weil ich weiß, ich will selber in dem Ding stehen
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ich will wissen wie das wird, ja? Und so sehe ich alle Künstlerfreunde, die ich habe, die also so auch agieren ohne,
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Ohne Spekulation, ja? Das ist ein ein großes Geschenk als Künstler, dass man selbstbestimmt früh aufsteht und sagt,
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Ich will das, ja? Aber nicht weil die Galerie das will oder weil berühmt werden will oder weil ich noch mehr Geld haben will, sondern dass man ein Leben leben darf, wo man diese Freiheit hat,
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einfach seinen ganz eigenen Gedanken sozusagen nachzugehen. Es klingt auch ein Stück weit sehr, sehr mutig,
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Na ja, das sagt man mir öfters, weil in diesen Strukturen, das muss man nun wissen,
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Panorama sind ja, die sind ja eigentlich gestorben, die gab's gar nicht mehr, ja? Also Ende des, also Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, neunzehnhundert sagt man, ist das Panorama zu Grabe getragen worden, also zur Weltausstellung in Paris.
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Sind die letzten Panoramen äh groß und ausgestellt worden. Dann kam ja der Film und dann haben alle gesagt, na was soll denn das? Da hat dieses Ding, die, wie gesagt, die Kunsthistorie sagen, das erste Massenunterhaltung des neunzehnten Jahrhunderts. Also dessen Massen reingegangen
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Und es hat einen eine ganz komische Geschichte gehabt, dieses dieses es gab zwei große Perioden der Panorama neunzehnhundert in der in der ersten Hälfte und der zweiten Hälfte. Die erste Hälfte waren noch mehr bewegt von dem
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von dem Augenblick der Entdeckung des Panoramas. Es waren Künstler, die dann sich eigene Themen gesucht haben und so und auch das Risiko aufgenommen haben. Das ist ja.
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Wenn man's vorstellt, dass sind ja riesige Dinger, ja, also die ich jetzt mache, sind höchst von die Größten, die je gemacht wurden. Damals gab's die Technik noch nicht, aber die waren damals auch schon zehn Meter hoch oder vierzig Meter im Durchmesser. Und dann zehn Leute, die dann.
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Fünf, sechs Jahre gemalt haben. Das wurde dann auch perfektioniert, aber in der zweiten Hälfte wurde das übernommen
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von Administration, also von Aktiengesellschaften, von Regierung und es wurde immer mehr in den ideologischen
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Part hineingedrängt, das Panorama. Also es war schon Napoleon wollte auf der Chance zehn Panoramamenschen eins steht noch ein Gebäude, ja? Um seine ganzen Schlachten zu beschreiben
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Also wenn heute Leute bissel historisches Wissen haben von Panoram, dann sagen, das sind noch diese Schlachtenpanorama.
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Und wenn ich überhaupt sage, was habe ich eigentlich gemacht? Ich habe, glaube, das Panorama befreit von der Dienstleistung.
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Also keins der Panoramen, die ich gemacht habe, ist ein Auftragswerk. Alle Panoramen, die ich bis jetzt gemacht habe, sind aus einer eigenen.
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Ich wollte das machen. Ich habe verschiedene Themen, das habe ich aber auch erst mit der Zeit mitgekriegt, was mich so selber interessiert, ja. Und wenn ich jetzt noch hundert Jahre leben würde.
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Ich glaube, es ist ein endloses, endlose Prozess, was mir auch an diesem Panoram so gefällt. Es ist eine Kunstform, die wirklich.
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Erstmal als Kunstform registriert werden muss, weil sie hatte so viel Vorurteile, ja? Also gerade.
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Wenn Leute geschichtlich bissel Ahnung haben, beachten jetzt ist es doch irgendwo populistisches Ding darin, die Leute rein und bissel so ähm Rummel und so. Und ich habe gesagt, ich verstehe diesen Ansatz. Aber wenn man dann reingeht und wenn man sieht, was in diesen Panoram
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wenn ich so will in den Panoramen der Neuzeit passiert, dann muss ich wirklich sagen, was will ich eigentlich mehr.
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Ich war neulich in in Supermarkt, war einkaufen und hatte eine Maske auf, ja. Und die Frauen der Kasse hat auch eine Maske und sie punkte so meine Sache ein. Ich war schon dabei, das Zeug einzupacken in Rucksack.
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Und ich merkte, wie sie so einen flüchtigen Blick auf mich macht, sie hat eine Maske auf.
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Auf einmal guckt die mich ansonsten sind sie. Sie erkennen mich durch die Maske, habe ich mich also zu erkennen gegeben, hat sie gesagt.
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Sie wissen gar nicht, wie ich ihre Arbeiten liebe. Mhm. Und da habe ich gedacht, was will mir denn noch anderes passieren, als dieser unmittelbare Zugang zu Menschen? Es gibt und das fasziniert mich jetzt immer mehr,
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Es gibt in der Arbeit, die ich mache, keinen Filter dazwischen, es gibt keinen Filter dazwischen.
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Ich fühle mich eigentlich wie ein Straßenmusikant oder wie ein Straßentheatermann, der macht was und die Leute kommen, geben ihren Obolus, ich nehme das Geld und mache das Nächste.
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Und diese Form man muss sich vorstellen, als ich angefangen habe, nichts war geklärt. Die Technik war nicht geklärt. Die Häuser waren nicht geklärt.
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War nicht geklappt. Also ich musste, man muss sich vorstellen, wenn ich heute Schriftsteller bin, dann schreibe ich, ist schon schwer, dass man jemanden findet, der dann das Buch verlegt und so, aber wenn ich reinkomme, ist das System klar.
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Das ist der Zwischenhändler, der sozusagen dann anfängt das Ding breit zu machen, ja? Oder Musik oder Film und so, das Theater, das alles, das sind das sind.
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Gebaute Strukturen, die über Jahrhunderte jetzt aufgebaut wurden. Aber das Panorama hat keine Struktur.
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Bist du denn an das Panorama gekommen? Also hast du dir überlegt, ich mache jetzt eine monumentale Zeichnung, da ist zufällig ein Gebäude, wo ich es präsentieren kann
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Das hatte er diese diese Bewegung war dreiundneunzig, also diese Ausstellung im in der Bundeskunsthalle gemacht hat. Mhm. Da ging's ja um das Panorama des neunzehnten Jahrhunderts. Mhm. Ja. Und da bin ich ja dem begegnet dem Panorama und da habe ich gesagt, dass.
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Kann nicht sein, dass wir
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dass wir das so abtun als komische Kiste vom neunzehnten Jahrhundert, ja? Ich habe gesagt, wir müssen die Themen von heute finden. Dann kam ich nach Berlin zurück und
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und hier war grad die Diskussion Potsdamer Platz wird gebaut, das wird gebaut und so
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Ich habe gesagt, ich habe ja nun über Architektur könnten wir uns auch stundenlang unterhalten. Ja, da habe ich ja also gerade zu zur Moderne und alles, was jetzt gerade passiert, auch weltweit passiert, ja?
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Weil wie gesagt, das sind Themen, die mich auch das Leben lang schon beschäftigt haben, ja? Und da habe ich gesagt, wer weiß eigentlich, was hier passiert.
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Bin zu den Architekten gegangen, ich bin zu den Politikern gegangen, zu dem Bauindustrie. Ich habe gemerkt, die die haben vom Potsdamer Platz geredet, aber keiner in der Stadt, wo sich fragte, wusste, was das ist,
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futtern, dass irgendwie es gab auch noch keine richtigen Modelle, es gab Ansätze, es machen zu wollen, ja. Und dann.
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Waren ganz komische Zufall, wenn mein mein Leben besteht aus Zufällen, ja? Und ich war nun in der Architektenszene,
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ziemlich bekannt, ja? Weil ich selber also Architektur gemacht hatte und in den Achtzigern waren wir eine Gruppe, die war ziemlich bekannt. Wir haben auch paar Dinge wirklich umgesetzt, die bis heute noch da sind und.
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Und dann habe ich aber, um Geld zu verdienen, habe ich für andere Architekten gezeichnet. Ich habe gezeichnet, habe aber gesagt, ich will meinen Namen da nicht drunter haben, ja? Das ist wirklich Dienstleistung. Mhm.
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Und ich habe immer versucht, es so real zu zeichnen, wie möglich. Ich habe immer gesagt, wenn das jemand haben will,
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dann sieht das ja und wenn du es dann immer noch haben willst, dann ist es seine Schuld. Also ich hab's nicht schöner gemacht. Ich hab's versucht sehr real in die Landschaft zu sehen.
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Das war aber dann doch sie Computer und kamen äh habe ich dann gesagt, super, dann muss ich, muss ich das nicht mehr machen. Und dann hatte ich einem einen auch befreundeten Archeten Hans Kollow, der hatte dann.
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Den Wettwerb am Alexanderplatz und der kam ihn zu mir und sagte sag mal.
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Wir müssen irgendwas machen, was anders ist. Und ich kam ja gerade aus Bonn und dann haben wir über zwei Etappen, aber dann haben wir dann wirklich gesagt, äh.
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Müssen eigentlich ein Panorama machen. Und das war höchstwahrscheinlich das erste Panorama, was für einen Architekturwettbewerb gemacht worden ist. Das war im Verhalten zu heute war das ein kleines Ding, aber,
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Ich weiß nicht genau drei Meter im Durchmesser, es müsste etwa zwanzig Meter lang gewesen sein und drei oder vier Meter hoch,
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Die Rotunde war dann drei Meter im Durchmesser, aber wenn man's aufklappt, ja. Das ist zwölf Meter lang, war's glaube ich und drei, vier Meter hoch, ja. Also war.
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Doppelt so groß wie das Ding. Mhm. Und da hat man dann in den Entwurf von Hans Kollow gesehen und das Preisgericht konnte reingehen, sich also so hinstellen und hat auf einmal ein Gefühl, was er eigentlich meinte.
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Die haben das dann zur für den Wettbewerb nicht akzeptiert, dass sie reingehen haben, danach sich das aber anguckt. Er hat aber den ersten Platz auf alle Fälle dauern. Und dann war das überall.
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Veröffentlicht, also dieses Panorama und man muss jetzt ist der Panorama nichts besonderes, man ist ja in jeder in jedem Handy ist das drinnen. Aber damals war das eine eine Bildform, die keiner kannte irgendwie, ja? So
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Und dann im Spiegel war das dann eben groß abgedruckt und dann riefen mich Leute vom Stern an und sagten, ah, das ist ja eine tolle Form der Darstellung. Wir wollen,
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über die Plätze von Berlin was machen. Und da habe ich gesagt, passt auf, ich bin dafür, aber ich will.
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In die Stadt reinstellen und zwar größer. Ich will, dass die Leute reingehen und den Begriff Demokratisierung der Architekturentscheidung wollte ich mal.
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Haptische machen. Also, dass die Leute wirklich sehen, was haptisch an diesem Platz gemacht wird, dass sie auch nicht nur theoretisch paar Pläne sehen und nicht rabieren, was da ist, sondern dass sie reingehen. Das auf dem Potsdamer Platz dann eben eine Routine steht. Die gehen rein.
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Und auf einmal wissen die, was da zu stehen hat,
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im Maßstab eins zu eins. Das ist ja das Phänomen, das muss ich dazu sagen. Wer in ein Panorama geht, hat das Gefühl, im Jahre dreihundertzwölf nach Christus im antiken Orm zu stehen.
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Oder eben im Jahre damals von damals in den fünfundneunzig im Jahre zweitausendzehn auf dem auf dem neuen Potsdamer Platz zu stehen.
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Und das habe ich dem Stern gesagt. Ich habe gesagt, Leute, wenn ihr das also ich will kenne Dienstleistungs äh
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Bilder für euch machen, sondern ich will Bilder machen, die dann vergrößert werden und auf dem Platz gesteht. Aber dann in einer größeren Größe, dann ich glaube, sechzehn Meter im Durchmesser, dass wenn dann sechzig, siebzig Meter lang, ja und und ungefähr zehn Meter hoch.
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So Gerüstbauten, die dann da stehen
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Das ist eine lange Geschichte, es hat geklappt. Der Stern hat dann irgendwo auf die Fand das auf einmal so faszinierend, dass die sich dann auch das zur Chefsache gemacht haben. Und dann habe ich wirklich fünfundneunzig
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Vier Rotunden in die Stadt gestellt und man konnte spazieren gehen und sah, wie sieht der, wie sieht der Pariser Platz aus? Wie ist der Potsdamer Platz aus, wie dieser Schlossplatz aus, wie sieht der,
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Alexanderplatz aus. Man konnte wirklich reingehen. Die Leute kamen raus und piksten mit den Fingern in die Luft und wussten, welches Haus wo es zu stehen hat,
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und hatten auf einmal eine Meinung, ja? Manche fanden es gut und manche sagten so ein Mist äh wie wie was soll denn das, ja? Und.
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Ich weiß gar nicht, ob wir bis heute das schon geschafft haben, dass wir Bürgerbeteiligung dahin gebracht haben, dass sie wirklich wissen, was passiert,
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Also dieser Mechanismus von Stadtentwicklung wir stehen ja,
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Das geht uns ja allen so, dass wir in in Stadtteilen, auch wenn wir davor stehen, sagen, wer hat denn das eigentlich bestimmt, was hier passiert? Nun leben wir heute in einer, in Deutschland, gerade in einer
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besseren Zeit für Architektur für Stadtentwicklung, aber ich komme aus den siebziger Jahren, das war ja sechziger, siebziger, ich glaube, ja, steckten am,
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ziemlich viel Mist gebau
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ja? Also die Welt und das ist kein Deutschland, kein DDR-Problem, sondern das ist ein Weltproblem. Ob ich in Sau Paulo stehe oder in Teran oder in in Katmando oder äh ich weiß nicht wo. Die Strukturen sind so ähnlich, so
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zu ekelerregend, ja? Das sind das sind Monsterin von Städten, ja? Ich, ich.
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Denke die ganze Zeit darüber nach, was wollen wir eigentlich, in welche Richtung wollen wir eigentlich Stadt entwickeln, ja? Eins meiner
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Projekte, die ich gerne machen würde, aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe, es ist das Projekt Utopia. Ich möchte mal eine Stadt aufzeichnen, wie sie in zweihundert Jahren ist,
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Solche Städte gibt's schon viele gezeigt, es gibt schon viele Filme, aber keine Stadt, die die Katastrophe zeigt, man muss mal versuchen, ein.
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Ein Bild zu machen, was eine Gesellschaft beschreibt in Form einer Stadt. Mhm. Wo man sagt, in dieser Stadt möchte ich gern leben. Du weißt gar nicht, wie schwer das ist, ein positives Bild zu machen,
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Was würdest du das sehen? Na ja, ich habe Vorstellung, ich habe, also ich zum Beispiel, ich habe mal einen Vortrag gehalten über die europäische Stadt. Ich habe zwei Sachen gemacht, ich habe Freunde angeschrieben, ich habe schickt mir.
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Bilder der Zukunft, wie ihr euch, also Bilder, die ihr denkt, wie Zukunft aussieht. Und das Zweite ist, was ist die europäische Stadt. Zur zweiten Frage europäischer Stadt habe ich nur Bilder gekriegt, wirklich nur Bilder gekriegt aus einer Struktur.
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Die aus dem neunzehn Jahrhundert kam,
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Also hast du in Gründerjahren, also alles das, was wir in Paris in all den nicht mittelalterlichen Städten, sondern in den wirklich in den Städten des neunzehnten Jahrhunderts.
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Wo was vieles von dem ist ja heute noch übrig und wir leben ja sehr sehr gerne drin. Das Atelier, was ich habe, ist achtzehnhundertneunzig gebaut, ja. Wir waren Singer, Singerfabrik, den ja mehr Nähmaschinen gebaut
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Also diese Häuser können ja auch was, die können ja auch verschiedenes Leben beherbergen, ja? Und das Zweite ist.
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Dass sie mir Bilder geschickt haben vom Hochhäuser, glitzernde Dinge, immer aus der Entfernung, so also man kennt ja diese Hochrost-Türme und so dann Filme von das fünfte Element und wie sie alle heißen, ja? Und dann fliegt man zwischen den Hochhäusern.
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Und da habe ich gesagt, sind wir immer noch in diesem Prozess drin, ja, dass wir das, was nach dem Krieg passiert ist, gar nicht mehr als europäische Stadt begreifen.
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Auf der anderen Seite, dass wir die Zukunft nur noch in diesen schillernden Hochhäusern sehen. Ich habe gesagt, setzt euch nur aufs Klo in einem dieser Hochhäuser.
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Und guckt aus dem Fenster raus.
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Das ist ein Geschichte Katastrophe. Wir haben ja solche Städte schon. Ja? Äh ich sage gar nicht, der große Wohnzimmer mit dem großen Dings, aber auch das kann man irgendwann nicht mehr sehen. Wenn ich mich entscheiden muss vom hundertsten Geschoss.
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Brötchen zu holen nach unten. Dann ist das eine Entscheidung.
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Gehe ich runter, hole ich mir Brötchen oder telefoniere ich und hole mir hoch. Die Kommunikation, das haben wir mit einem mit der in der Architektur. Es ist natürlich immer die Vorstellung, ich sitze oben in den Wolken und gucke auf die Welt. Mhm.
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Aber das ist nicht das Leben, das Leben ist ein Miteinander. Mhm. Ja. Ganz genau. Räume zu bauen, die ein Miteinander.
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Haben. Ich habe jetzt, ich war dies in in Österreich, in Bad Gastein, ich ich springe jetzt bissel von von einem Ding zum anderen und ich reagiere immer auf Sachen, ja? Und ich
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in der Mitte dieser von fantastisch schönen Ansiedlung, wenn ich das mit so einem Kurort Badgastein ist in der Mitte ein, ein,
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Ungeheuer gelandet aus Beton in den siebziger Jahren.
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Ich hab gesagt, was seid ihr denn völlig verrückt geworden? Das Ding muss weg, ja? Und hab jetzt 'ne Zeichnung gemacht, das schicke ich denen jetzt demnächst und.
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Also die Leute, die ich jetzt dort kennengelernt habe, schickt das an die Zeit und sagt ganz einfacher Eingriff.
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Aber das Herz dieser Stadt wieder, ich, ich habe gesagt, ihr habt euch eures Herzes, es gibt keinen Ort mehr, wo ihr euch versammelt.
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Theater euch animiert, miteinander fester zu feiern, all diese Sachen. Das ist Kurt, ein Hotel am anderen, ganz nett, aber.
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Die Menschen, die dort leben brauchen auch ein.
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Ein Ort, ja? Also diese darf ich eine Frage zwischendurch stellen? Siehst du dich wie ein zwischenmenschlicher Stadtplaner? Ne,
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Es gibt eben verschiedene.
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Verschiedene Interessen, die ich habe, ja? Und durch meinen Lebenslauf reagiere ich auf Dinge und da ich zeichnen kann, da ich malen kann, kann ich sofort das, was ich im Kopf habe, auch sofort ich mische mich ein.
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Nicht weil ich sage, das ist richtig, soll ich sagen. Ich muss es einfach loswerden, ja? Ich habe den auf Rügen habe ich drei Monate dort eine Diskussion, da haben die den neuen Rügen, die haben eine neue Brücke gebaut,
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und am Anfang war jetzt ein Tunnel bauen, da habe ich gesagt, ich würde doch nie nach Ruhigen übern Tunnel fahren, ich will über eine Brücke fahren und das war dann eine Riesendiskussion, aber warum konnte ich diese Diskussion entfachen? Weil ich gezeichnet habe. Ich habe gesagt, ich stelle mir das so vor.
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Das war dann eine Kampagne, über drei, vier Monate, die Ostseezeitung dort geschrieben. Er wollte die Asisibrücke oder die Degesbrücke. Aber wer bin ich? Ich bin kein Brückenbauer, ich bin auch kein Stadtplaner in dem Sinn. Bloß ich denke, ich habe ein Gefühl dafür und
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das, was ich jetzt ja in meinem Panorama mache.
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Ich fühle mich ganz Architekt, ja? Also das, was ich gerade mit dem Panorama mache, früher habe ich vielleicht über die einzelnen mehr geredet. Jetzt rede ich eigentlich über ein Werk.
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Ich merke, dass eine sehr subjektive Blick auf diese Welt.
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Erzähl mir doch mal, welche Themen du bearbeitest, welche dich besonders fangen und welche du in den Panoramen darstellen willst. Findest. Wenn ich das wüsste, ja, aber wir können jetzt an den zeigen, was passiert ist, dass es Linien gibt. Themenlinien, ja? Also, wenn ich wie gesagt
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Mal sehen, wie alt ich werde. Passiert noch irgendwas, ja? Also das letzte jetzt dieses die Kathedrale von Monee, ich nenne das nicht, die Kathedrale von Rohr, sondern
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behandelt etwas, dann die mir alle in Frankreich haben, die gesagt was würde er denn jetzt machen, ja,
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Money, was will was willst du dann Panorama machen? Aber ich komme dann gleich dazu, weil das ist wieder eine ganz neue neue Tür, die sich da gerade öffnet, weil ich habe am Anfang gesagt
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ich weiß, dass das Panorama eine Kunstform ist. Und diese Kunstform müssen wir erstmal entdecken. Wir müssen die Vielfalt dieser Kunstform. Die ist im neunzehnten Jahrhundert noch nicht entdeckt worden. Weil es war eben Dienstleistung
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Und wenn man mich fragt, was ich geleistet habe, ich habe, ich sage immer, ich habe das Panorama von der Dienstleistung befreit.
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Weil der einzelne Künstler konnte sich nie ein Panorama leisten. Ja, das muss eine Struktur sein. Nun muss ich voller Demut sagen, dass es gelungen ist, dass um mich eine Struktur sich aufgebaut hat.
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Die mich hier frei agieren lässt,
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und ein Team um mich drum rum, was nicht, wir müssen also jetzt nicht danach rennen und sagen äh der äh ich kriege so viel Angebote, was zum Beispiel das meiste den nicht ab. Ich habe eigentlich,
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wenn ich so will, habe ich eine Idee, die von außen kommen, habe ich gesagt, die passt
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ja? Welchen? Das sechzehnte Konzil in Konstanz. Das wird gerade gemacht. Wir sind schon sehr sehr weit. Ich glaube, ist bald
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fängt der Spatenstich an in Konstanz und dann
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hoffe ich, dass das in zwei Jahren, aber durch die Korona Zeit, ich weiß noch gar nicht, das alles wackelt gerade, wir sind ja auch in diesem Prozess drinne. Sehr, sehr anstrengend, aber
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Ich finde diese Prozesse machen auch was mit einem. Also ich finde das nicht nur negativ, ja? Sondern ich finde, also die Gespräche, die ich jetzt habe, auch im Team und mit Menschen ist schon toll. Aber die Themen, die ich habe, ja.
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Ich habe angefangen eigentlich mit dem Mount Everest.
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Ich habe damals den Mount Everest, das war auch so ein, ich hatte ja die größeren Panorama in Berlin gemacht und so und dann hörte ich.
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Der Mount Everest äh feiert den fünfzigsten Jahrestag der Erstbesteigung. Zweitausenddrei.
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Und das hört sich so um die Zweitausend rum. Und da hatte ich noch gar kein Konzept so, aber ich habe immer gedacht, ich brauche Themen, ja?
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Und das Thema ist eigentlich ein Thema, was im neunzehnten Natur war auch im neunzehn Jahrhundert schon ein Thema, ja? Solche eins der größten Panorama, was je hätte gemalt werden sollen, sollte auf der auf der Weltausschauung in Paris kommen und zwar in Alpenpanorama,
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hundert Meter im Durchmesser, schön vierzig Meter hoch, also wirklich ein riesen Ding. Das war eine Aktiengesellschaft, ist dann aber hat's nicht geschafft, hat's nicht geschafft, ja. So. Aber
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mir ging's gar nicht darum, aber ich habe dann doch einen Satz gesagt, den ich heute, wenn ich ihm wiederhole, schmunzrecht, sage ich, der größte Berg der Welt braucht das größte Panorama der Welt
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Und dann kam ich eben bitte zu in meine alte Heimatstadt, Jugendstadt Leipzig und ein Freund sagte mir, wir haben auch einen Kassenmeter und dass das Ding dann dort passiert ist, dass es wieder eine Abendfüllung ist. Das ist so eine spannende Geschichte, dass ich, ich hatte keinen Cent in der Tasche.
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Ich bin zu den Leuten hin und hab gesagt, passt auf. Ich habe kein Geld.
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Aber ich kann hier etwas machen und ich sage euch am neunundzwanzigsten Mai zweitausenddrei wird die ganze Welt auf der Titelseite mitstehen. Heute ist der fünfte Jahresort, der Espresso ins Emperos. Das weiß ich jetzt schon.
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Wenn wir es aber gut machen, wird auf Seite drei, vier auf oder fünf irgendwo, wird ein kleiner Artikel stehen, übrigens steht der Everestio zweimal in dieser Welt, einmal in Leipzig, einmal.
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Wie hieltest du Recht? Ja, natürlich, also das war der Punkt, ja. Ich wusste, dass wenn ich das hinkriege.
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Ich hatte das noch nie in der Größe gemacht. Wenn ich heute weiß, auf was ich mich da eingelassen habe. Alleine die Physik,
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ein Tuch zu hängen im Zylinderform mit dreißig Meter Höhe und vierunddreißig Metern durch und es ist physikalisch ein ganz, ganz großes Problem, weil man ein Tuch nicht spannen kann, das hat immer einen Bauch in der Mitte. War dir das von Anfang an bewusst? Nein
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hat nichts. Mir ist heute auch vieles nicht bewusst. Ich sage, wir machen das jetzt. Da kann ich also solche Beispiele kann ich aber das es ist was ganz magisches die.
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Die Entwicklung der Technik, was in den letzten zwanzig Jahren passiert ist mit Fotografie, mit Drucktechnik, mit Computer. Ich habe früher alles gemalt, gezeichnet, konstruiert.
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Dass sich das so entwickelt hat mir Türen und Tour geöffnet für neue Themen, für für noch frecher zu werden, noch äh
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noch mehr zu sein in die Tiefe der Materie zu gehen, ja?
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Aber es war nie ein Ansatz von mir jetzt Massen dahin zu holen, also die Massenunterhaltung, sondern ich habe noch den tiefen Sinn jeder dieser Aufgaben gesucht. Und beim Everest wusste ich dann.
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Die westliche Kultur, die rennt da hoch, haut eine Fahne rein und sagt, jetzt habe ich begriffen.
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Als ich aber selber an meinem Maler erwarte, am Everest und diese buddhistischen München dort gesehen habe, also die Gener würden ja nie da hochgehen
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ja? Die dann zur Schmune nachher, geht ihr mal hoch, ja? Für uns ist der Anblick des Berges ist für uns sozusagen Erkenntnis genug,
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ja? Also die die fernöstliche äh Kultur, die sozusagen in betrachten,
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der Natur sozusagen ihr Inneres sozusagen begreift oder den Zusammenhang begreift und die Weste der Kultur, die vermessen muss, hochsteigen muss, Fahne drunen. Und in dem Augenblick, wo sie runter sind, müssen schon wieder hoch
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Ist das eine andere Form der Achtsamkeit und Wertschätzung? Ja. Es ist zwei Formen von menschlichen Seinen. Ich wollte in der Ausstellung auch gar nicht sagen, das ist jetzt richtig oder falsch. Ich sage nur, wir
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bewegen uns in diesem Planeten mit unterschiedlichen kulturellen Aspekten. Wir sehen ja.
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Es ist auch gefährlich, weil das eine könnte das machen, was andere das macht. Und habe dann wirklich in der Ausstellung zwei Positionen eingenommen. Ich habe natürlich die Geschichte der Bergsteiger erzählt, aber ich habe die nicht zu Helden gemacht.
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Weil ich kenne nun einige Bergsteiger. Also viele sind keine Helden, die haben irgendwelche Probleme zu Hause und äh müssen jetzt,
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der Held werden, sie trainieren die ganze Zeit um da hoch und dann runter zu kommen und sagen, ich war da oben, ja? Das hat oft was mit einem inneren.
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Irgendwas zu tun, was man nicht genau, es hat nichts mit Helden zu,
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Mhm. Damit da jetzt auf einer und ich habe dann wirklich eins der ersten Male habe ich dann mit einem tollen Freund von dort Nils Gutschau, der dort wirklich als Architekt auch arbeitet in in Bagdapur und wirklich dort Temperatur und so.
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Sehr gute Verbindungen zu den hat und hab ich wirklich fünf Menschen the betische Menschen wirklich nach Leipzig gelegt, die dann eine Sandmantala. Eine so große Sandmala Mandala gestreut haben, die sie so noch nie gemacht hatten.
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Wenn man das mal gesehen hat, das ist eine ganz feine, farbige Sande, die machen fantastisch schöne Muster und zum Schluss, wenn sie fertig sind, wird das zusammengekehrt und wird in den Fluss geschmissen
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Also sie verabschieden sich von etwas wieder. Und das war schon magisch, ja? Also dieses Bild im Teil des Schweigens zu stehen und vor dem Mart Everest zu stehen
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Und unten streuen die,
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Mensch, der sozusagen interessant Mandala und gegenüber ist man Originalausgabe der London Times. Äh wir haben den Everest besiegt,
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und die streuen dort die Sandmandelna. Und da habe ich eigentlich übergriffen, es geht darum, in den Panoram, dass die Panorama einen anderen Zugang zu Themen bringen können. Ich kann,
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nichts Neues sagen,
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die Kunst kann sowieso nie was Neues sein. Die Kunst wiederholt letztendlich Theater. Das was Shakespeare schon gesagt hat, sagen wir heute, wir haben nur paar Themen in unserem, also.
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Liebe Tod, Geburt, äh Geiz, all diese Dinge, die auch in der Bibel stehen, in Religionsbüchern. Das sind immer diese Themen mit verschiedensten Aspekten und das eine ist eben auch die Schönheit.
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Die Schönheit ist für mich eins der fantastischsten Themen, weil die die Schwierigste ist.
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Ich kann als als Mensch, also vor dem, was ich jetzt weiß, wieder drei Wochen in den Bergen, ja.
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Ich könnte das sagen, ich bin immer nur besoffen, ja. Ich verstehe das einfach nicht, ja, was da gerade passiert und vor vor anderthalb Jahren habe ich ja ein Projekt gemacht, wo alle gesagt haben, was soll denn das jetzt, ja? Carolas Garten.
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Ich habe einen Karten dargestellt. Da würde ich gerne mit dir drüber sprechen. Ja. Ich habe es mir angesehen und ich hatte das Gefühl.
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Dass es einem impressionistischen.
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Bildgleicht. Ich bin auf einmal ganz ganz klein. Die Welt um mich herum, die Natur, die gewinnt an Öse, an Magie und.
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Bei der Betrachtung, wo wurde mir eigentlich klar, wie wie unbedeutend.
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Mein ich in dieser großen Vielfalt ist. Wir können jetzt über dieses Projekt könnten wir ganz, ganz viel reden. Ich habe ja vorher Evers gemacht, ich habe Amazonien gemacht, ich hab's
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Berry Reef gemacht. Und jetzt in Arbeit ist zumindest die Antarktis, ja. Komischerweise waren das immerhin Augenblicken, die sind ja fünf Jahre davor immer gewesen, dass man immer Augenblicke
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als ich dann soweit war, war auch immer das Thema auf einmal so groß, das war immer so, als würde man so im Zeitgeist auch, also dass man,
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man man ist ja als als Mensch, der offen durch die Welt geht, spürt man ja auch Themen, ja? Und dann kommt so ein Thema und dann war das fast immer so auf dem Punkt, ja? Und dann,
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habe ich irgendwann gesagt, ich will's aber auch mal in die Komplexität des Kleinen gehen. Mhm. Nicht immer dieses große und dann habe ich gesagt.
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Wenn wir das, was vor unseren Füßen liegt, nicht respektieren können, dann bröseln wir auch nicht in Flieger uns setzen und irgendwo hinzufahren, wir begreifen's sowieso nicht. Achtzig Prozent der Menschen, wenn ich frage, wo wart ihr jetzt an die am Strand.
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Irgendwelchen Strand. Ja, es war da in irgendwie Karib, Karibik oder was weiß ich wo
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Es ist dir wichtig, den Fokus auf auf das wichtigste Umfeld, das wir haben, die Natur zu lenken, dass man achtsam und irgendwie schützend umgeht? Ich bleibe dabei,
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wenn ich mal von dieser Welt gehe und wir alle nebeneinander hängen würden, dann würden wir begreifen, was es begreift selber langsam, ja? Ich betrachte diese Welt.
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Vergehen und entstehen. Mhm. Und das immer in also sie selber, also wenn ich diese Naturpanorama mache,
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versuche ich, das Panorama als Kunstform zu nehmen
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eine Emotion zu schaffen. Amazon haben alle gesagt, mach den Regenwald äh wieder abgeholzt wird. Ich sage nein, ich will mal den Leuten erzählen, was ich dort erlebt habe.
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Und das in einem Panoramaspanorama kann das so verdichten, Humboldt hat zum Beispiel gesagt der Künstler,
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darf die Verdichtung machen, ja? Also der äh der darf verdichten, äh wir dürfen das nicht, aber die Verdichtung bringt ganz andere Prozesse in Gang. Und ich habe immer gesagt
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wenn wir etwas nicht lieben, verteidigen wir es auch nicht. Ich kann zehn Mal sagen, der äh Amazon ist wird abgeholzt und dann sitze ich hier am Tick äh äh Holztisch und sage, naja, soll schon bezwingend sein, ja?
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Solange das nicht an mich ran ist und ich Atemnot gerade, wir sehen das jetzt in Kon, das ist ein tolles Beispiel dafür. Auf einmal kommt die Angst, es kommt ein Gefühl, auf einmal bin ich bereit, mich zu bewegen. Und diese Panoram
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dieser Teil der Panorama, ja, zeigte die, die Natur,
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in sich, in ihrer Komplexität, was ist dort in Great Barife gemacht hat? Das würde nie ein Taucher sehen. Ich bin fünf Wochen getaucht.
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Ich habe aber nur parzell sieht man ja unter Wasser, sonst wird's hier gleich äh milchig und neblig, ja. Aber ich habe gewusst, ich bin da in einem Raum.
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Wenn ich denen klar machen will, wenn ich das Wasser so klar machen würde, dass ich den Raum mal sehe, da würde ich noch besoffener werden als sowieso schon Unterwasserwerte, ja? Und,
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Dann gibt es eben diese andere Betrachtung von Welt, die Interaktion des Menschen mit dieser Welt. Und die Interaktion des Menschen mit sich selber.
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Also ich komme ja jetzt auch auf Krieg, auf auf Kriegsthemen komme ich jetzt zu sprechen. Aber für mich haben die alle eine Bedeutung. Ich komme auf religiöse Themen zu sprechen. Ja, ich habe Martin Luther gemacht, aber Martin Luther, sechzehnte Concil und Rom dreihundertzwölf.
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Ergeben gerade einen Bogen. Konstantin dreihundertzwölf kommt an die Macht.
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Seine Mutter schon christlich, kurz vor seinem Tod lässt er sich noch taufen mehr und wird sozusagen in in dieser Zeit alles dafür tun, dass es Christenum anerkannt wird und nach ihm.
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Gibt es die Gründung der Kirche.
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Und da habe ich immer gesagt, Konstantin hat das, ich mache heute so gläubig, aber das war ein Schweinehund, das war ein Mörder, das war der hat seine Familien beobachtet, der hat Leute umgebracht, es war ein Machtmensch,
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und der hat natürlich gesagt
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wenn jetzt die die christliche Bewegung so groß wird, dann muss ich sie ein bisschen administrieren. Ich muss sie bissl also, dass man, dass man einen Überblick hat, was da ist. Das erste Consilianizer war dreihundertzwölf.
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Oder Dand einundzwanzig, das also dreihundertzwölf ist an die Macht gegangen und so. Und was hat man dort gemacht? Die heilige drei Faltigkeit, das finde ich so interessant.
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Das ist ein heute würde man sagen Würthing
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Das ist ein Wirting aus diesem ersten Konzil. Man wusste ja nicht, wie geht man mit den Wundern um? Wie geht denn Gott dem Herrn um und wie geht man jetzt mit Christus um? Sohn, Vater, Heiliger Geist. Hm, werden wir das jetzt so nennen? Alles drei gehört zusammen.
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Es ist eine Form, aber zeigt sich eben unter verschiedenen Bildern. Ich finde es so klasse, dass der Mensch sich auf den Weg macht, sich die Welt zu erklären.
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Und wenn man nichts weiß, jetzt kommt die Wissenschaft, der große Kampf der Religion, mit der Wissenschaft, die jetzt seit dem Renissanze entsteht, ist ja wieder ein tolles Thema. Jetzt habe ich dort.
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Dreihundertzwölf, das sechzehnte Konzil ist vierzehnhundert, vierzehn bis vierzehn und achtzehn. Und wenn man sich das anguckt, was für ein.
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Was für ein Irrsinn das war, ja? Es gibt drei Piepster. Na was ist denn jetzt los,
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Drei Peps. Ich denke, der ist äh abgesahnte Gottes auf Erden. Jetzt haben wir auf einmal drei. Natürlich, weil alle die Gelder der Fürsten einsammeln wollen. Sagen wir, warum soll es erst nach Rom gehen? Das eine geht nach Frankreich und das andere geht äh nördlich von von Italien. Also.
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Auf einmal gibt eine Machtstruktur, es geht nicht mehr um Religion, es geht sechshundert Prostituierte waren in Konstanz in den vier Jahren tätig, ja? Die wurden alle dahin geholt, ja,
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Also das ist schon ein sehr sehr spannender Augenblick, aber die Dekadenz, eine Idee eines Glaubens
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der vielleicht im Ansatz, was auch Gutes hatte, wird durch einen Menschen selber in die Dekadenz geführt. Jan Muss wurde eingeladen, einer der ersten Reformatoren, der also Kritik an der an der katholischen Kirche hatte, wird eingeladen.
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Eingeladen seine Thesen zusammen und dann waren sie, das geht so nicht, das ist bloß für mich und was weiß ich. Und wird im sechzehnten Kurzil verbrannt.
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Ich mache eine Party, lade jemanden ein und das hätten wir nicht kommen. Wir schmeißen dich aus dem Fenster. Also
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Der Irwitz zeigt sich dort, also ihn auf ganz tollen Formen. Und das ist letztendlich auch eine Parabel des Menschen, dass
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eigene Ideen, die wirklich guten Ansatz haben, selber also kaputt machen. Wir können im Kommunismus über den Begriff überhaupt reden. Sozialismus und alle sagen Kommunismus
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Das ist auch nur eine Idee, eine Gesellschaftsidee ist das, dass das nicht funktioniert hat, das liegt ja nicht, also der,
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die die Vision, die dabei war, war ja nicht Menschen zu unterdrücken, sondern die Vision war wie eine Religion eigentlich, Menschen auf gleicher Ebene zu, also das nicht einer über den anderen steht. Und das Dritte ist dann Martin Lotter,
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wenn ich diese drei Bilder nehme, dann merke ich auf einmal, dass jede Idee an irgendeinem Punkt verwässert wird.
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Und dann irgendjemand aufsteht und sagt, sagt mal, wir haben doch eigentlich das Ding anders gedacht.
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Und wenn ich diese drei Bilder nehme, habe ich ein fantastisches Bild, was man in ganz viele Prozesse wieder reinsetzen kann. Also diese Entwicklung von von Ideen oder von Vorgängen, die wir machen. Wir entwickeln Autos.
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Ist eigentlich was Tolles, ja? Also die Idee rum rum rum rum, Jim Jim Jungjump und dann wird so fährt man durch die Welt und jetzt merkst du, dass das Auto immer mehr,
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Strukturen kaputt macht und selber kaputt macht. Die die Wahrnehmungspotenziale uns wegnimmt, weil ich habe einen Freund gehabt, der hat immer gesagt, wenn man mehr gehen würde, würde mehr gehen.
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Hast du mal darüber nachgedacht? Das finde ich ganz spannend. Die ähm ganze Elektrifizierung im eigenen Haus,
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Der Mensch ist ja eigentlich ein ein Bewegungstier, ne? Wir sind es gewohnt irgendwie auf uns aufzumachen, um irgendwas zusammenzusammeln, um irgendwie zu essen zu bekommen. Man muss sich bewegen und jetzt gehen wir in in unserer Zeit hin und erfinden kleine Geräte,
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wo wir auf.
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Auf Knopfdruck, die rollos hoch und runter fahren lassen, auf Stimme, macht das Radio an, ein ein Song gespielt wird, den wir uns wünschen, man muss gar nicht mehr warten.
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Wir müssen uns gar nicht mehr bewegen und auf der anderen Seite geben wir wahnsinnig viel Geld für Fitnessstudios aus
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um die Bewegung, die wir uns ja eigentlich eingespart haben, doch unserem Körper wieder gut äh wieder zuzuführen, damit es uns gut geht
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das ist doch genau, das ist ein, wir könnten uns jetzt viele, viele Bälle zuwerfen, ja? Ich habe zum Beispiel äh einer meiner Söhne, der hat jetzt so ein Ding von weitem gerne die Heizung anmachen. Ich habe, das würde ich nie machen.
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Ich will noch zum Schalter gehen, anmachen. Ich äh liebe eigentlich die Rate, sofern sie, wo man an einem Knopf dreht und dann der Zeiger und dann man die Sender gesucht hat. Ich komme mit dieser Welt nicht unbedingt zurecht. Das bedeutet jetzt nicht, dass das nicht passieren soll
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aber ich hab keine Lust mich da anzupassen. Also das ist nicht nur mein Ding. Ja? Aber ich liebe technische Geräte, ich ich arbeite auch viel auch mit Computer und so. Aber das Laufen,
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das Erleben, seit ich Kind bin, zeige ich.
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Wenn ich das sagen darf, ich mach hier ein, ich mache jetzt einen Vlog, ja, wo ich den Leuten das Zeichen beibringe. Ich habe ja fünfundzwanzig Jahre an der Uni unterrichte, ich hatte ja eine Profession, habe den Leuten gesagt, wenn ihr vergesst, dass ihr Sinne habt, wenn ihr.
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Vergesst, dass ihr die Welt selber begreifen könnt bis sechs Jahre.
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Von null bis sechs Jahre. Wir haben beide Kinder. Es ist doch ein Wunder, dass ein Kind ohne ein Zutun.
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Von Mathematik, von Schreiben, von Lesen, die Welt in den ersten sechs Jahren so komplex begreift.
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Warum tun wir so, als wäre diese Sinneswahrnehmung, die wir am Augen hören, riechen, tasten, schmecken all diese Dinge.
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Warum kapieren wir nicht, dass wenn wir diese nicht erhalten der Mensch nicht mehr in der Lage ist.
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Also diese Selbstbestimmung gehört ja dazu, dass wir erstmal die Welt für uns erstmal vereinnahmen können, dass wir begreifen können, was eventuell passiert, dass wir Einstellungen zu Dingen äh einnehmen können. Wenn aber jetzt alles durch einen Filter betrachtet wird.
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Dass sich die Welt nur noch durch mein Handy sehe oder nur noch per Knopfdruck und diese Sachen. Gespräche, Rhetorik.
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All diese Dinge, die was mit zwischenmenschlichen Dingen zu tun haben und deswegen wird es bei mir glaube ich nicht passieren, weil mich kann man hier in diesem Raum einschließen, ja? Also,
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Essen, trinken.
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Und dann Papierbleistift irgendwas, womit ich was machen kann. Ja, kein Buch, kein Fernsehen. Ich glaube, nach einem Jahr würde ich noch nicht verrückt sein, ja? Also ich würde dann sagen, och, wäre schön, wenn ich mal hier rauskomme, aber ich glaube, ich könnte mich die ganze Zeit beschäftigen.
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Und das geht ja nur, wenn man in seiner Wahrnehmung, in seiner Fähigkeit, in seiner Motorik, in all diesen Dingen weiter sozusagen gebildet wird. Das ist ja auch eine Art von Bildung,
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riechen.
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Äh meine Frau kennengelernt, die ich weiß nicht, wie war das schon lange her, aber die würde sagen, siebzig, achtzig heute. Die sind durch den Wald gegangen, was die mir erzählt hat, nur durch die Geräusche. Ah, das ist das und da guck mal dort, äh ich glaube, da sind die Pilze und.
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Gehst du jetzt anders durch den Wald? Äh ja, auf alle Fälle bloß, ich, ich verfüge über dieses, diese Sensorik nicht, ja? Also mir hat man meinen Geruch nicht erzogen.
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Das Hören, mein mein Sinn, was ich mir selber erzogen habe, ist das Sehen. Und das versuche ich ja jetzt auch in dem Vlog sozusagen den Menschen auch so zu erklären. Ich sage Leute.
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Ich sag ja das steht ja draußen an in meinem Hof auch. Zeichnen ist so wichtig wie lesen und schreiben.
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Das muss man erstmal begreifen, was ich damit meine. Viele, die das machen, die wissen, was ich meine. Das Zeichen ist ein sehr, sehr komplexes Instrument, wenn ich die Geschichte des Zeichens auch mal mir angucke. Wir schreiben gerade ein Buch über das Zeichen, also über die.
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Ich weiß noch gar nicht, wie das heißt, aber es ist kein Lehrbuch in dem Sinne, sondern es ist eine Motivation, warum wir zeichnen sollten.
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Wenn ich heute sagen würde wir nehmen das Lesen und schreiben weg, da würden ja alle mehreren Hals springen und dann spinnst du, dann ist doch die Grundlage weg.
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Aber wenn ich sage, jeder sollte zeichnen können, da guckt mich an, sagen warum.
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Also das ist was Verrücktes und dann kommt sozusagen, da muss man Talent haben, mich sein, der zum Lesen und Schreiben hat da auch keiner Talent. Und entschuldige, wenn ich dir ins Wort gefallen bin, aber wenn man's genau nimmt, ist ja, dass das Zeichnen die
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Die Urform der der Kommunikation ohne Wort. Also wenn du, wenn du zu
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das komische ist, aber wie gesagt, das kommt ich nähre mich zum Beispiel, du hast mir vorhin gesagt, dass du kein nicht so ein historischer, so ein Wissen da bist, also du hast keine Faktenwissen und so
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Ich habe das im Prinzip auch nicht. Ich ich habe mich auch als Professor, habe ich immer gesagt, ich nähere mich der Historie immer aus meiner eigenen Sinnwahrnehmung. Ich gehe, ich gehe in Galerien rein oder in in Museen.
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Und erzähle den Leuten, was ich gerade daraus spüre, weil ich natürlich die Machart kenne. Ich kann zeichnen wie die alten Meister,
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Ich verstehe alle Techniken, die ich sehe. Im Prinzip bin ich kein ich glaube nie, dass ich so, also
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Also es geht nicht um den Vergleich, dass ich jetzt, weil ich jetzt mich mit Monee beschäftige, dass ich Monet bin oder dass ich Rembrant bin. Aber ich verstehe, was sie gemacht haben. Ich verstehe auch, wie die früh aufgestanden sind. Ich verstehe dieses Gefühlslager, weil,
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Das geht doch jeden Musiker so, der also ein Musikinstrument spielen kann, der weiß ja, was dazu gehört, um an diesen Punkt zu kommen
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Und wenn ich dann was sehe, ich kann das einordnen, ja? Weil wenn man das Handwerk auf einer ganz bestimmten Ebene kann, dann weiß man, was man sieht, dann weiß man
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was eben mehr ist als dieses Handwerk. Und deswegen habe ich denen auch gesagt, ich nähere mich der Geschichte von meiner eigenen
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Art der Erzählung, weil die hat auch eine Berechtigung. Ja? Du sagtest eben, ich bin doch kein Brückenbauer, als wir uns bei Rügen unterhielten. Tatsächlich finde ich, dass du doch einen Brückenbauer. Na gut, äh im im äh im in diesem Sinne. Ich meinte jetzt wirklich, das hab
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Tische, Bauen von von Gebäuden bei Architekten oder Brückenbau eben. Es ist was ganz Fantastisches, wenn du eine Zeichnung machst und auf einmal.
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Steht dann in Stein, wo alle Menschen dran vorbeigehen müssen. Der Raum ist besetzt mit einem Stein, den er dahin gesetzt hat oder mit der Brücke. Das ist schon was sehr, sehr fantastisches, sowas Schönes, aber.
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Ich glaube, dass mein Lebenslauf etwas gemacht hat, dass ich
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Ein Schmelztiegel zwischen verschiedenen Elementen bin, ja? Also wenn ich jetzt auch die Figuration in meinen Bildern sehe, viele sagen mir jetzt, das ist ja schon fast ein Film,
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also wenn man den Zuschauer kann man ja dort ganz alleine lassen. Ich muss ihm nichts erklären. Ich kann ihm was erklären, dann ist er noch ähm hat er noch mehr Input, aber lustigerweise.
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Baut sich jeder seine eigene Geschichte. Weil das, was ich dort eigentlich mache,
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ist eigentlich schon, also wenn man die alten Schlachtenpenoralen sieht, da sieht man dort Humor Mum, dann verreiten dort eine ganze Armee und dann bum bum bum, dann werden paar tot und da gibt's Party,
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Generelle, die zeigen auf dem Berg bitte zehntausend tot, okay, dann nehmen wir die anderen zehntausend. Übrigens ein Bild, was ich hasse, einen General auf dem Hügel
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der Leute in Tod schickt, ja? Und das sind ja heroische Bilder, der große General, das sind so Dinge, die ich überhaupt nicht verstehe, dass man sowas immer noch sozusagen Museen, die müssen alle weg diese Dinger, ja? Die, ich hasse,
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Bilder über über den Krieg, die etwas heroisieren, ja, die den,
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Es ist ja letztendlich im Krieg geht's ja immer nur darum, dass einzelne Massen in einen Kampf schicken, der oft nicht ihr eigener Kampf ist. Mhm. Also wenn du sagst, du magst keine Bilder, nicht nur du magst sie nicht, du hast Bilder über Heroisierung,
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ist es doch eigentlich wichtig, weil es.
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Einen bestimmten Punkt in der Geschichte beschreibt, es soll ihn ja nicht gut machen, aber unsere jetzige Generation und die zukünftigen Generationen fordert es doch heraus. Warum wird er heruisiert,
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finde ich das gut und es regt doch an zum drüber nachdenken. Nein, genauso wollen wir es ja nicht mehr haben. Dann sage ich einfach mal ein Beispiel, ich habe eins äh du fragst sicher nach meinem Team.
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Einst, also wir haben jetzt die Stadtbilder
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die im Prinzip verschiedene Kulturausschnitte der Menschheit zeigen, weil ich denke immer, wenn man auf eine Stadt von oben guckt, weiß man, wie die Menschen organisiert sind. Und ich habe ja jetzt schon aus der Antike zwei Bilder, dann habe ich Barock, ich habe die Gotik
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also zur Zeit ein Darks und so und das sind sehr sehr komplexe Bilder, ja?
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Und ich komme aus mein Jugend ist ja in Leipzig und da war ja die Völkerschacht und ich äh alle sagen, ja die Völker musst du was machen.
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Da habe ich gesagt, ich habe keine Lust, mich mit Schachten zu beschäftigen, ja.
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Und dann irgendwann hatte ich auf einmal, habe ich gesagt, eigentlich müsste ich mal die Frage klären, was sucht eigentlich der Napoleon in Sachsen? Warum ist eigentlich nicht in Frankreich? Was ist denn das überhaupt von
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was sucht ihr eigentlich hier? Und dann kam mir so der Gedanke. Ich habe gesagt, es gab immer, es gibt ja für viele sagen, ja Napoleon ist der Gründer der europäischen Idee.
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Wenn ich das also sozusagen zum zum.
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Zur Weisheit dieser Zeit erkläre. Mhm. Dann darf ich heute in jedes Land einfallen und sagen, äh es wird ja, ich bin ja, ich fahre da rein, weil ich äh machen wir ja die ganze Zeit, ja. Wir fallen irgendwelche Länder ein und sagen, wir wollen das jetzt die Demokratie und so
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Wir sehen es ja, die letzten zwanzig Jahre sind ja fantastisches Beispiel. Also was in dieser Welt passiert ist, weil andere aber das ist ja äh,
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Kolonalisierung, all diese Sachen. Wer hat das Recht irgendwo reinzufallen und dem anderen nicht
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seine Entwicklungszeit zu geben. Es gibt Spezialfälle, darüber kann man reden, aber das Napoleon bevor eigentlich sein Frankreich erstmal äh in den Zustand gebracht hat, wo er
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ihre äh französische Revolution war ja eine eine Zeit der Ablösung des Förderismus, aber das muss erstmal.
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Positioniert werden in diesem Land. Und da geht er schon raus und sagt so, jetzt machen wir gleich mal weiter, ja? Und da habe ich gesagt, eigentlich muss ich diese Völkerschlacht machen.
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Ich habe die Völkerschacht in Leipzig gemacht und habe den Augenblick genommen, wo Napoleon abhaut.
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Und das ist ein fantastischer, also es ist ein fantastisches Billion, sehr komplex, ja? Also man sieht äh die Stadt achtzehnhundertdreizehn
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und ich bin ja dort groß geworden, keiner hat mir das erzählt, was das eigentlich ist, diese Völkerschwache, immer Völkerschlacht und sofort. So richtig hat man das nicht begriffen, ja. Und äh dieses Bild macht vieles auf einmal
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das zeigt eine Zeit, das zeigt eine Kultur einer Stadt, dass diese Bürger, Leipziger als Bürgerstadt, ja. Und eigentlich hat die Stadt in dem
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Also die Architektur der Stadt hat mich sehr gelitten, weil die Kämpfe waren die ganzen umliegenden Dörfer.
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Als er abhauen, also also also die seine Niederlage eingesehen hat, musste er durch die Stadt reiten und hatte nur noch Einfluchtweg in Richtung Westen,
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Und die ganzen Leichen, die ganzen Toten, die ich, die haben ja danach, ich glaube, ich weiß nicht, wie viele Tote das da gegeben hat, also
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diese ganzen solchen, die danach noch kamen, die hatten ja zwanzig Jahre zu tun, um überhaupt diesen Krieg mal äh wieder irgendwie auf auf normalen Zustand zu kriegen, also das normale Leben wieder einkehren zu lassen. Und man sieht dort,
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die Straßen vollgestopft mit Toten mit Verwundeten und unser Freund Napoleon haut ab.
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Ja und äh flüchtet über eine Brücke, die ja hinter sich noch sprengen lässt, damit seine Verfolger nicht drüber kommen. Er ist aber seine ganzen Soldaten.
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Ja, fünf Feldhirn würde ich sagen, ist das so das mieseste, was wir machen. Ja, ein Armutszeugnis. Ja. Und genau dieser Augenblick, ich habe also nicht die Schlacht, die Schlacht hat mich nicht interessiert. Das also Squat noch, äh aber die Schlacht ist vorbei
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ja? So und das ist eben der Punkt, dass man in diesen Panoramen.
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Da man sich mittendrin wähnt und dass wer das nicht gesehen hat, versteht das nicht, ja? Man hat wirklich den Eindruck, man steht vor dem Everest oder man steht auf der Thomaskirche in Leipzig und sieht auf einmal wahrhaftig
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in diese Stadt hinein. Das ist ja ein perspektivischer Trick,
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ja? Also ich wende diesen perspektivischen Trick an. Heute gibt das wird ja jetzt in allen möglichen Projektionen auch verwendet. Aber das ist also eine Erfindung, die wirklich aus dem neunzehnten Jahrhundert ist,
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Einer der ersten, der darüber nachgedacht hat, war wieder mal Leonardo, ja? Also das nennt man auch.
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Diese Form kann man auch anamaphos nennen, also es ist eine Verzerrung in einer Richtung, die von einem ganz bestimmten Punkt wieder entzerrt aussieh.
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Ich könnte also in diesem Raum von diesem Punkt, wo du sitzt, könnte ich jetzt den Petersdom von innen malen. Dass du von dem Punkt aus denkst, du stehst im Petersdom,
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Und das ist das Phänomen, aber,
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Ich will mich mit diesen spektakulären Sachen nicht aufhalten. Mich interessieren die Inhalte. Also wenn man mich fragt, was machst du da? Frage ich immer, frage mich erst, warum ich mache.
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Ja? Und jedes dieser Thema könnte ich jetzt stundenlang reden, warum ich das mache, aber was auf was es mir eigentlich ankommt, ist, dass man jetzt über das gesamte, also ich merke, dass ich jetzt ein Gesamtwerk vor mir habe. Das sind jetzt mittlerweile siebzehn Panorama.
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Man muss sich vorstellen, ich habe jetzt siebzehn abendfüllende Filme gedreht.
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Dann fragt man mich, was hast denn da gemacht? So schnell guckt euch an, dann merkt ihr, die haben alle einen roten Faden miteinander. Man kann die nicht einfach so auseinanderreißen. Also ich kann jetzt nicht Great Berif mit dem Hintergedanken, das was auf dieser Welt gerade passiert
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und ich ich plane jetzt kann ich heute noch nicht darüber reden, aber wenn mir das gelingt, dann wird es einen Bogen haben, der wirklich aus der Frühzeit der Entwicklung der Menschheit geht
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bist letztendlich in dieses neunzehn Jahrhundert rein, wo ich das Gefühl habe, dass neunzehn Jahrhundert hat.
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Paradigmenwechsel gemacht. Die Industrialisierung des neunzehnten Jahrhunderts hatte etwas gemacht, was das die Kriege, die Katastrophen, alles diese Dinge gab's ja schon immer. Aber der Mensch hat sich das Recht gegeben.
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Eine vertikale.
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Struktur zu bilden, also aus dem erdinneren Dinge rauszuholen und sie in die Luft zu blasen. Wir hatten vorher, hatten wir Bergbau all diese Sachen, aber wir hatten ein waagerechtes Gleichgewicht, also Atmosphäre, Sonneneinstrahlung, Erdgruß und so weiter. Und wir merken immer
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eine vertikale Störung gibt, einen Kometeneinschlag,
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Ein Vulkanausbruch, das Gleichgewicht, das waagerechte, gleichgewinnt, wenn dieses Senkrecht zu groß ist, kann das waagerechte gleiche das nicht aushalten, weil wir sind dafür nicht also die Atmosphäre ist nicht dazu äh da, um jetzt.
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Zig Milliarden Tonnen CO2 da rein zu pusten. Dafür ist es äh das schafft die Natur. Die schafft uns erstmal weg, ja? Und dann
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hat sie nimmt sie sich zwei Millionen Jahre Zeit und dann hat sie wieder ihr Gleichgewicht. Deswegen finde ich den Begriff auch ein Naturschutz finde ich so eigentlich daneben. Es gibt keinen Naturschutz. Die Natur brauchen wir nicht schützen
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Die Natur ist da und wenn sie jetzt weggebombt wird oder was, dann gibt's dann Gräser und in zwei Millionen Jahren ist er wieder da. Also
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wenn wir das Leben missbrisch ist und wenn wir uns meinten, was wir eigentlich machen, ist ist unser Eigenmarsch,
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Und unser eigener Schutz geht nur, wenn wir begreifen, dass unser Schutz, was mit dem Gesamtschutz zu tun hat. Also, wenn ich die Ameise nicht ehre, dann ehre ich mich auch selber nicht. Ich muss die Komplexität der Vorgänge und
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Diese Corona Geschichte ich kann einfach nur sagen es gab so ein Ereignis scheinbar noch nie.
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Dass eine ganze Welt in einem Schockstachel war und begriffen hat, dass alle Menschen ein Teil vom Ganzen sind.
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Und das empfinde ich als Gedanken sowas von fantastisch, ja? Dass ich eigentlich denke.
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Ich hoffe, dass dieser Gedanke uns noch so weit trägt, dass wir in dieser Diskussion der Veränderung uns miteinanders, der gesellschaftlichen Veränderung. Das ist ein
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Diese Hoffnung hat man immer, aber der Mensch ist ähm,
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bewiesen, dass er so blöd ist, dass er im Prinzip zu diesen Erkenntnissen letztendlich als Gesamtheit nicht fähig ist. Aber ich finde es trotzdem, äh man muss es so denken, ja.
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Nächstes Jahr werde ich Nine Eleven machen, ja?
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Hallo, lass die Finger davon. Ich sage, warum soll ich die Finger davon lassen? Nein, eleven ist doch ein fantastischer Augenblick, auch wieder Paradigmenwechsel. Wir hätten doch an dem Punkt Entscheidungen treffen können.
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Wir haben Entscheidungen getroffen, die in ein neues Chaos geführt haben. Mhm. Und auch dieser Angriff hat er auch seine Geschichte. Ich kann den ja nicht losgelöst nehmen,
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Wenn ich vom zweiten Weltkrieg bis zum Nine Eleven komme, habe ich ganz viele Geschichten, die letztlich auch dazu führen, ich will das nicht verniedlichen, nicht. Jede Gewalt ist, ist eine Katastrophe, ja. Aber wo, wo fangen wir eigentlich an?
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Wo fangen wir an? Wir fangen beim Seba an, ja? Also wir
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können nur bei uns selber anfangen. Ist das ein bisschen die Frage nach dem Schmetterling gefügt? Ja, du kannst ja alles Mögliche darein interpretieren. Das, was ein Jahr verrückt macht und jetzt merke ich auch, wenn ich mich jetzt zurückerinnere an meine Kindheit, wenn dann Leute, die schon sehr alt waren oder dann so über die Welt geredet haben und so.
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Wissen daher gerät haben, dass sie ja, na ja, das ist so, das kann man nicht ändern und so. Ich merke, was das für eine Haltung war,
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Sie haben ja auch sehr, sehr viele Dinge gesehen, Zusammenbrüche, äh Hoffnungen,
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Visionen und dann wieder Gemeinheiten, Kriege. All diese Dinge gab's ja schon immer und wenn man seine siebzig, achtzig Jahre alt wird.
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Dann hat man viel gesehen. Man hat viel von Prozessen gesehen, die sich wiederholen,
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Und dann kommt man natürlich dann auch man wird dann auch vielleicht Pessimisten, ja, dass man sagt, dass an der Stelle sozusagen das scheinbar nicht klärbar ist. Ich kann mich aber damit nicht abfinden,
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versteht diesen Gedanken, aber ich glaube, dass wir jede Generation hat, auch die Aufgabe, immer wieder darüber zu berichten, dass wir.
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Veränderbar sind, dass wir in unserem Miteinander sozusagen neue Wege gehen können. Als ich damals in Iran war, hat das eine Jahr, achtundsiebzig, neunundsiebzig, also neunzig achtzig. Da bin ich durch Irland gefahren
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und bin der Stör vorgefahren und wenn man von außen guckte,
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das Leben war geordnet, aber war sehr, sehr arm aus unserer Sicht, ja? Aber Kinder haben gelacht, die Frauen hatten ihre Arbeit, die Männer hatten ihre sind alle ihrer Beschäftigung nachgegangen und ich habe immer gefragt, seid ihr glücklich.
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Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Frage gestellt habe. Und sehr, sehr oft haben gesagt, es ist schwer, das Leben, aber wenn es so ist und wenn es so bleibt, ist es in O.
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Und diese, diese Antworten, die haben mich so bewegt, ja, weil dieses beschäftigt mich schon schon immer diese Frage nach dem nach dem.
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Nach dem Glück des Lebens und jeden mit dem ich rede, es sind drei wichtigste Dinge.
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Ich will geliebt werden, ich will lieben. Ich will was im Bauch haben und ich will den Tag übern Kopf. Wenn ich diese drei Dinge geklärt habe, dann ist alles andere,
1:06:13
ja nice to have. Aber es hat keine Bedeutung. Bist du glücklich.
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Ich bin glücklich, weil ich ein soziales Umfeld hatte, was so toll ist, ja, was so, ich habe zum Beispiel noch nie den Eindruck von Einsamkeit gehabt.
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Und das ist ja etwas, was ja, was will ich denn mehr? Was im Bauch habe ich einen Dach im Kopf habe? Ziemlich großes Dach am Kopf. Mhm. Ähm also.
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Ich bin glücklich. Und ich habe mir das selber, ich wusste das vorher nicht wirklich, aber ich war schon paar Mal in Situationen, wo ich dachte, boah.
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Das ist hart. Ja, also ob ich das überstehe. Aber ich habe genau durch diese Haltung, ja? Ich.
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Bin, also man wird ja dann irgendwann noch im Alter bin, vielleicht auch ein bissel philosophisch, aber dieses Glück überhaupt auf dieser Welt zu sein, das ist jetzt sehr banal, was ich sage, aber es ist, es ist nichts anderes als das.
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Wenn wirklich die Dimension des Universums so groß ist, wie die Wissenschaftler sagen hundert Milliarden Lichtjahr.
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Als schon ein Lichtjahr kann ich mir nicht vorstellen.
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Ein Jahr mit der Geschwindigkeit das Licht zu fliegen. Wenn ihnen eine Sekunde das Licht dreihunderttausend Kilometer weit reicht, also zehn Mal um die Welt in einer Sekunde.
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Und mit dieser Geschwindigkeit fliege ich, ich kann ja eine Milliarde noch gar nicht, ich kann die gar nicht aussprechen, ja. Und in diesem riesen schwarzen Raum.
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Fliegen, Elemente ein, die noch nicht mal das Landkunden groß sind. Unendlich viele.
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Und eine davon sind wir.
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Und ich bin auf dieser Welt, wenn ich meine Eltern sehe, die Großeltern sehen, alles sehe, dass diese Linie zu mir führt.
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Da ist doch ein Sex M Lotte, ist doch das ist der Pipifax. Also würdest du sagen, ich bin glücklich, ich bin dankbar, ja. Das ist das einzige Wort, was mir einfällt, wenn ich von dieser Welt gehen sollte.
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Werde, dann glaube ich, das letzte Wort ist, danke. Weil das ist wirklich ein Zustand, den ich den ich jetzt immer mehr auch fühle, ja? Das ist ein und das, was ich mache.
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Hat äh deswegen habe ich keine Sorge. Also vorhin hast du von Mut geredet, ja. Ich habe.
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Als den Begriff Mut kenne ich gar nicht, weil äh weil äh das hat nichts mit Mut zu tun. Das hat was mit einem tiefer Überzeugung zu tun,
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mir nichts passieren kann, weil was soll mir passieren? Diese Gesellschaft, das Schlimmste, was diese in der Gesellschaft passiert, Landesunter der Brücke.
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Was nichts zu essen hast Dings. Da passiert mir nichts, dann nehme ich ein Zeichenblock und zeige Portraits und pro Portrait, wie viel gibst du mir? Zehn Euro,
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Fünf Euro. Vielleicht ein bisschen mehr. Ja, gut. Bist du sie? Siehst du? Was ist doch ein Jahrgang? Ja. Also, wenn ich, wenn ich, wenn ich drei, vier Porträts am Tag zeichne und mein Rotwein trinke, Käse und Bill Tomaten.
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Also was soll mir denn passieren? Was soll mir als Mensch passieren? Und das sage ich ja jedem. Wenn wir für uns selber ein ein Element haben, was uns nicht wegnehmbar ist, das ist ganz wichtig. Also eigentlich sage ich, man müsste eigentlich,
1:09:14
irgendwo auf diese Welt gesetzt werden und müsst, man müsste,
1:09:17
selber vorankommen. Natürlich ich meine nicht, dass jetzt jeder selber kämpfen soll, aber so ein Gefühl mit sich trägt, ich habe was, was mir niemand wegnehmen kann
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Dann entsteht auch in dieser kapitalistischen Gesellschaft ist ja die Angst so ein Eigentümer, Motorexistenzangrente, Versicherung und dieses ganze Zeug, ja?
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Das verrückte ist, als ich aus dem Osten kam, haben wir immer gesagt, der Osten ist grau, aber wenn man reingeht in die Strukturen, wird ziemlich bunt.
1:09:43
Weil die haben natürlich gedüstet nach Leben und die haben sich Formen gefunden, was man heute so belächelt. Ich
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tut da nicht das, was schlecht war, jetzt gut reden, aber ich weiß ja, wo dort die Lebensqualität war und viele aus dem besten Sinne kommen und wenn die in solche Strukturen reinkamen, sagen, boah, das ist ja egal
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Ihr seid ja sowas von lebendig, weil das war das einzige, die haben ja an diesen Strohhalmen gesaugt, an diesen Miteinander. Und im Westen war eben alles bunt und wenn man reingeht
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merke ich eben Burnout und als dieses diese Industriekrankheiten, die wir jetzt haben, ja? Ich finde das ganz spannend, ich hatte Anfang des Jahres ein, ein Aha-Erlebnis,
1:10:17
Da war im Düsseldorfer Kunstpalast eine Ausstellung, die war schon Ende des Jahres, dem Namen Utopie und Untergang. Und gezeigt wurde Kunst aus der ehemaligen DDR.
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Und ein will, das war auch auf dem Cover des Katalogs, heißt Sysifos. Ja, fein matte. Mhm. Genau. Ich beschreibe es kurz,
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Man sieht halt einen Mann, der über eine mini kleine Mauer springt. Man sieht einen riesengroßen Stein. Im Hintergrund sieht man einen Mann mit einem Schafskopf. Und der Stein und der Mann, der befindet sich auf einer Art Berg
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und er versucht über diese Mauer zu springen oder ist im Begriff über diese Mauer zu springen und im Hintergrund siehst du eine Stadt und das ist gar nicht klar,
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springt der Mann aus dem Kommunismus in den Kapitalismus oder springt er aus dem Kapitalismus in den Kommunismus. Was ist Sysifuß? Ist es.
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Alles ist.
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Gleich auch wenn ich die gleichen, also wenn ich Gedanken habe, die mich vielleicht weiterbringen können, nicht die Möglichkeit habe, sie sie auszuleben.
1:11:22
Oder esse sie Fuß? Ich lebe in einer kapitalistischen Welt. Ich kann sehr, sehr viel geben, ich kann, ich kann immer mehr geben, ich erreiche immer mehr, erreiche aber nie den Grad der Zufriedenheit, weil es gibt immer noch eine Kuh, die Vetter ist und nicht schon vor diesem Bild und.
1:11:36
Mich tatsächlich gefragt habe, wie wie ich das bedeute und du gibst es gerade so schön wieder.
1:11:43
Dass ich mich sehr verstanden fühle? Ich habe ja heute diese Rede vom Bundespräsident Steinmeier gehabt, ja.
1:11:50
Was ich jetzt ganz interessant finde, ich habe bei vielen Diskussionen schon da hat mich über, wie war die DDR und so, ich habe gesagt, ich kann höchstwahrscheinlich aus der Arroganz des vermeintlichen Siegers heraus, ja.
1:12:01
Die viele so in ihrem Blutdrang, sondern ab wie sind die Sieger und während den Besieg. Ihr versteht nicht, dass jede Gesellschaft dafür sorgen muss.
1:12:10
Dass sie bleibt, aber bleiben tut sie nicht mit Arroganz. Jede Gesellschaft wird vergehen, ja, wird implodieren
1:12:17
weil die Sattheit der Menschen führt eben auch dazu, dass sie dann überhaupt der der Kopf wird dann immer schwerer und man kommt nicht mehr zum Denken. Und heute war in der Rede einer Speck, der mir sehr gut gefallen hat. Das jetzt langsam auch die.
1:12:30
Aufarbeitung dahingeht, dass man sagt.
1:12:33
Wir müssen auch begreifen, dass wir die Menschen in der DDR nicht als Menschen, die gelebt haben, betrachtet haben, sondern als Verlierer oder wir sagen euch jetzt, wo es lang geht. Das muss man sich mal vorstellen, ja.
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Man kommt dann und sagt jetzt machen, ich habe immer gesagt,
1:12:45
Das ist schon eine Riesenleistung in Deutschland gewesen, dass man von Bewusstherstellung bis zur äh Rechtssprechung sozusagen alles organisiert hat, ja. Und das ist ein Zustand, den man wirklich, den muss man, den muss man an dieser Stelle, muss man, muss man das begreifen, dass Menschen.
1:13:00
Egal von wo sie sind, das ist zum Beispiel, ich habe ein Panorama gemacht über sie mauer.
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Was habe ich da gemacht? Ich habe ich das mal wieder wie der Völker schon. Ich habe gesagt, ach, lass mich in Ruhe mit der Mauer, die Leute äh reden alle von der Mauer, was soll ich da noch reden? Und dann fragt mich ein Freund, sagt.
1:13:15
Was, wie war das Leben an der Mauer? Ich habe ja vom Osten, ich war zwar in Leipzig, aber die Mauer war ja für mich ein Begriff und wenn ich dann nach Berlin kam. Da habe ich sehr lange Zeit, also zehn Jahre noch im Westen geleben Westberlin. Und das Haus, wo wir hier sind, ist ja hundert Meter weiter von der ehemaligen Grenze.
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Und die Antwort hat mich so schockiert. Ich habe gesagt, das Leben war normal.
1:13:36
Der Hauptchef ein Begriff, ich habe gesagt, was bedeutet das jetzt bin ich jetzt ein böser Mensch, weil ich die Mauer nicht mehr gesehen habe, aber wir haben die alle nicht mehr gesehen. Wir haben hier neben, da ist so ein, so eine Henne, also so ein kleines Restaurant, wir haben dort gesessen, die Mauer war drei Meter vor uns.
1:13:49
Wir haben da schon zu Bier getrunken, unsere Henne gegessen, einen Freundenfotograf, ein sensibler Bursche, der hat neben der Mauer gelebt, also die Bauer war, dort ist die Wand, drei Meter. Der Eingang war hier
1:14:00
Der war im zweiten Stock, wenn ich rausgeguckt habe aus dem Fenster, habe ich in den Todesstreifen geholt. Ich habe gar nicht mehr die Straße gegeben, was die unter mir war. Und ich habe da meinen Kaffee
1:14:09
gerührt und habe aus dem Fenster geguckt, ja, was ist denn heute los? Das war kein, es hat überhaupt nichts erschütterndes. Ich habe dann mich umgedreht, da haben wir über Gott und die Welt geredet.
1:14:18
Und da genau ist etwas, wo wir begreifen müssen, dass jede Form von von Arrangement.
1:14:26
Eigentlich schon der Anfang eines Untergangs ist. Auch in dieser Gesellschaft, wenn wir uns arrangieren mit der Gesellschaft.
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Demokratie kann nur existieren, wenn wir daran arbeiten. Würdest du sagen, dass das so eine Art Autopilot des Alltäglichen,
1:14:40
der uns, der uns kaputt macht, der uns Dinge nicht mehr sehen lässt. Na ja, ich ich kann, ich kann kein Richter sein, weil ich kann auch, wenn ich mir vorstelle, ich wäre im Nationalsozialismus geboren.
1:14:52
Wie hätte ich mich da arrangiert? Ich habe Kinder, ich habe Angst um sie. Ich so, ah, na, lass mal lieber.
1:14:58
Engagieren wir uns. Wenn ich in eine Gesellschaft geboren werde, wo im Nachgang das Arrangement so.
1:15:07
Man's offensichtlich sieht, ja? Also in der KZ gebaut wurden und ich die Augen zumache, dass Millionen von Juden dort umgebracht werden, dann ist das schon ein Vorwurf, der steht und den kann man nicht wegdenken.
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Aber ich weiß nicht genau, Tennobil ist, ich habe Tennobil erlebt, ja.
1:15:26
Ich weiß noch diese Angst, die in uns drinnen war, ja, was war das eigentlich, ja? Und geht man jetzt auf die Straße, ich habe als junger Student, war ich in Narziss und das war eine iranische Studentin. Mit demonstrieren gegangen, ja.
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Das war jetzt, ich bin nie ein Held gewesen, ja, aber ich merke eben, dass diese diese Art und Weise des Umgangs mit der eigenen Zeit.
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Von allem, was abverlangt. Und die Alltäglichkeit, die Probleme des Alltags bedürfen wir auch einer Energie.
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Und wo schaffe ich es, die zusätzliche Energie, um mich sozusagen jeden Tag mit den Dingen, die mich umgeben sozusagen auch zu beschäftigen? Was passiert eigentlich mit der Wahl? Ich habe immer so ein Bild vor Augen. Einer ist voll trunken und stolpert in die Urne.
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Macht irgendwo ein Kreuz.
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In der Nebenkabine geht einer rein, der sich vier Jahre beschäftigt hat mit allen drum und äh und schweren Herzens sagt, das ist jetzt für mich die Entscheidung.
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Weite Kreuze haben denselben Wert.
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Und da ist ja die Frage als Gesellschaft, wenn wir Demokratie meinen, dann müssen wir ganz, ganz früh anfangen mit den Kindern, also diesen Respekt voreinander, diese diese Akzeptanz voneinander. Das müssen wir wollen.
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Bei selbstbestimmtheit ist zwar ein schöner Gedanke, aber Selbstbestimmt ist sehr schwieriger Weg. Für Selbstbestimmtheit brauche ich das Glück der Geburt.
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Wo rein werde ich geboren
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In welcher Kultur wäre ich, wer sind meine Eltern? Mit was für ein Wesen werde ich geboren? Du hast ja selber Kinder, du siehst ja, die kommen auf die Welt, ich habe achtzehn Neffen und Nichten, die kenne ich alle von, als die Babywaren, zwei Söhne
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Das ist was ganz eigentlich mit, die kommen auf die Welt und mit einem Jahr weiß man schon.
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Der tickt irgendwie schon in einer ganz bestimmten Richtung, weil ich kann das nicht. Ich habe, wo nimmt denn der das? Warum reagiert der auf dasselbe und sein Nachbarkind reagiert dann das? Also es gibt so viel verschiedene Aspekte zur Selbstbestimmung, weil die Selbstbestimmung
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bedarf vielleicht auch das Wort des Mut, was aber für den Selbstverstand gar kein Mut ist. Er hat einfach die Überzeugung, dass er seine Meinung sagt.
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Wo fange ich an, wo höre ich auf? Wer führt mich? Also wer ist mein, wenn ich jemanden wähle, bin ich überzeugt davon, dass er ehrlichen
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Gewissens die Entscheidung trifft. Wenn ich die Lobbyisten sehe in der Demokratie, ja? Alleine das ist schon für mich so eine verrückte Welt, ja. Was ist das eigentlich? Also die verbinden
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den industriellen mit den Politikern, aber der Politiker redet nicht direkt mit
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industriell, sondern erste Vermittler, er sagt, pass auf, wenn du das machst, die Gesetze, dann kann man dort mehr Arbeitsplätze und welche Werte setzen wir an,
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Der Kapitalismus hat ja das Finish an der Cowornerzeit auch ganz interessant, dass der Kapitän auch zeigt. Wir sind an einem Punkt, wo wir nachdenken müssen. Ich bin zum Beispiel früher habe ich gesagt, Revolution, Revolution
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Ich finde Revolution gar nicht mehr so interessant, weil Revolution ist so sehr.
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Probt und danach fängt der die ganze Katastrophe neu an, dann muss ich ihn neu besetzen. Ich finde eigentlich eine permanentere Formation wohl, dass ich jeden Tag eigentlich darüber nachdenke.
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Wo bin ich gestartet? Bin ich auf dem Weg oder muss ich wieder korrigieren? Ja, es wäre so schön, wenn man eine breite Reflexion erreichen würde. Ja, also diese Art von Auseinandersetzung, wenn ich immer, ich sage, ich will, also in Diskussionen, sage ich immer, Leute, was redet ihr denn da gerade.
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Dass ich hier den Wasserhahn aufmache und Wasser trinken kann. Sie ist für viele Länder dieser Welt, wäre das schon das Glück.
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Das ist ja auch das Phänomen, was wir haben, ist immer so, was man hat, kann man nicht wirklich ehren. Da sagt man, oh, ich will mehr,
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denn aber was denn mehr? Was brauchst du denn zum Glück? Welche Form von mehr bringt denn Glück? Es gibt sehr so Untersuchungen, dass so ab fünftausend Euro oder dreitausendfünfter irgend so eine Zahl im Monat, wenn man das Cash hat.
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Dann fängt das Problem Geld.
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Ist dann nicht mehr das Thema zum Glück, dann fängt man an, über andere Sachen anzunahmen. Ja, das ist wie bei dem Bild von Matea, ne? Ja. Genau, das ist der Punkt, also dieser süße Fuss, der die ganze Zeit an etwas arbeitet, was sowieso nie ein Ende hat, ja? Und da
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das ist eben auch das Interessante an die Kunst der DDR zu machen war natürlich ich glaube, dass viele Künstler, also derart der Westen anfingen,
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bisschen in so ein Sinnloch gefallen sind. Meinte, der Kunst zu machen, also zum Malen Theater zu machen, war ja
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immer den Zwischenton zu treffen, nicht direkt, ich hab selber zum Beispiel Panthemime gemacht, ich hab eine Pantomime gemacht, das hieß Freiheit.
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Und habe ich eigentlich etwas, das habe ich auch in Iran aufs Gefühl, dass im Fernsehen dort, ja? Weil wir hatten die Revolution gemacht.
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Ich habe gesagt, die Revolution ist zwar jetzt ein Schritt, aber jetzt müssen wir das behalten, wir müssen weiterkämpfen. Also die Freiheit ist kein Abo
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Geschenk, ja? Also jetzt zahle ich und dann kriege ich das war so inspiriert von so einer Geschichte von Edgar und Po dass Pendel und und das Loch. Und da habe ich im Prinzip einer wird in ein Gefängnis geschmissen und die Wände werden auf einmal.
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Komm näher, ja? Und kommen immer näher und esse nahe dran, zerquetscht zu werden. Und dann findet er einen Weg raus und zieht sich hoch und kommt in einen neuen Raum.
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Ermerkte, dass diese Wende erdenkt jetzt kann er laufen, jetzt kann er rennen, jetzt ist er frei und man merkte die Wände werden wieder enger. Und das habe ich nach der Revolution, also ich weiß gar nicht, wie das lanciert worden ist, aber dieser Film ist lanciert worden. Und ich habe eigentlich nur sagen wollen, Leute.
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Diese Revolution ist nur der Anfang.
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Und dann habe ich noch paar andere Stücke gemacht. Und das war im Internet, der auch das Interessante. Ich habe das da in in dem Grafiker noch nicht ein bisschen bewusst, dass dort aufgehört. Kurz bevor ich gegangen bin, weil jeder versteht natürlich, was man meint
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und der Maler, der eine antike Geschichte, also die griechische Mythologie dazu nimmt, um etwas zu erklären, was heute ist, ja? Oder der Theatermann, der
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der Shakes wird bissel verändert, ein Satz verändert und wenn man den hört, versteht man
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was er da meint oder oder wo der Steine mit mit Krug, ja? Also diese diese Geschichten, die der Krug da so gemacht hat, ja,
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Das sind natürlich große Genugtuungen, weil man auf einmal spürt, man man ist drinnen. Und wenn man aber dann in den Westen reinkommt und und dann auf einmal,
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eben der Aspekt Geld und der Aspekt Zwischendealer, der Aspekt Filter dazwischen kommt
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Auf einmal merkte Maler, dass er im Prinzip, also ich bleibe mal beim Maler, er steht da und ist sozusagen, er macht was.
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Und eine andere entscheidet über ihn, ob es sowas ist oder ob es nichts ist. Ich habe so ein so eine Geschichte erlebt, als ich jung war noch studierte, da bin ich in eine Galerie gegangen.
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So meine Bilder gezeigt. Das war bestimmt nichts was anderes, aber war schon irgendwas, du hast ja. Und die Kaderistin hat mich behandelt wie.
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Unterhalten, ja? Die sieht ja, da ist ein Malerstudent,
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als ich dann mit mir unterhalten. Wenn heute Leute zu mir kommen und mich fragen, dann nehme ich mir eine Stunde Zeit so, was ist denn dein Problem und so? Ich erinnere mich immer an diesen Augenblick, ja? Und da bin ich rausgegangen und habe gesagt.
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Ich lasse es nie zu, dass ein Mensch so über mich sozusagen verfügen kann.
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Und meine Mutter hat mir immer gesagt, geh erhoben und hauptsächlich aus dem Raum. Und das ist ein ganz toller Spruch
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weil der lässt sich immer wieder sozusagen, das ist manchmal sehr, sehr schwer. Das ist, ich mir ist das auch nicht immer gelungen, ja? Man hat dann doch irgendwie Kompromisse gemacht. Aber ich habe mich immer an diesen Spot erinnert und deswegen glaube ich auch, dass ich fast alles, was ich gemacht habe, habe ich.
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Gelagert. Ich habe nie was verkauft.
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Also ich habe nie meine Zeichnung, alles ist da. Ja? Weil ich habe gesagt, das ist es ja gar nicht. Ich bin ja auf dem Weg und das ist ja
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dass ich nicht, weil ich so toll bin, sondern weil ich Glück gehabt habe, dass dieses Konzept bei mir aufgegangen ist. Also, dass ich mein Herz nicht zum Markt ertrage. Ich habe so lange Geld, Familie, habe ich immer so erwirtschaftet, dass ich äh ich konnte äh ich habe also nichts Schlechtes gemacht, sondern ich hab
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eben architekt gearbeitet und ich habe aber immer die gesagt.
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Am Anfang diese kleine Abteilung ist mein Herz und diese große Abteilung ist Geld verdienen. Ich habe gesagt, diese kleine Abteilung muss ich immer mehr ausdehnen, ja? Mhm. Dass irgendwann Herz und Geld verdienen im Prinzip.
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Organisch zusammen wächst,
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und nicht ich jetzt schon als Jugendliche sage, ja ich will in die Galerie rein und ich muss jetzt dort äh den Artikel kriegen und so. Und dieser, dieser Druck wird ja auf die Leute
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ausgesetzt, wenn man heute in die in die Galerien, also Verkaufsmessen geht, ja, ob das nun Basel ist, Köln oder was weiß ich und New York.
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Ich fühle mich da nicht so sehr wohl. Ich gehe da gerne rein und gucke, was die Leute so machen. Aber wenn ich so das Publikum sehe, ja,
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Also mir gefällt das nicht wirklich. Ich unterstelle manchen Leuten, dass es nicht um das Ding geht, sondern dass es eben um den Spekulationsaspekt geht. Spekuliere ich jetzt damit,
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wird er berühmt, wird er nicht berühmt, kriegt man den? Kann ich mein Geld in zehn Jahren vor zehnfachen oder nicht? Und ich will, ich habe keine Lust dazu. Also mir gefällt, ich finde das also mir geht immer respektlos,
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Also das und da kann ich nur sagen, ein Wort, was mich jetzt wirklich in den letzten Jahren wirklich trägt ist Demut.
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Dass dieses Leben für mich so passiert ist, dass ich diesen Kontakt zu den Menschen, die ich meine äh immer noch habe und dass da kein Filter dazwischen ist. Und dass nicht mich jemand trennt und sagt, nee, das kannst du jetzt nicht machen. Ich entscheide.
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Und ich habe kein bestimmte Gruppe vor Augen, ich habe Menschen vor Augen, die da reingehen sollen und
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das sehen und ich merke ja was, was so passiert, ja? Wer jetzt alles da reingeht, was für Briefe ich kriege, das ist also aus allen Bevölkerungskinder, die machen Hausarbeiten in der Schule, die
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Die zeichnen mir Bilder, schicken also traumhaftes Zeug, ja? Und ich bin, ich bin wirklich, also Ungarn gerührt, ja? Und diesen Punkt,
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für mich sozusagen erreicht zu haben, ist eben ein Teil meiner eigenen Leistung, aber deswegen Demut, aber es ist auch das Glück der Geburt.
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Dass ich in diesen Fluss reingesprung geboren wurde. Sag mich so ein bisschen, wenn du dich selber als Panorama darstellen würdest, wie das ausschauen würde.
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Großer Kopf. Mein Kopf war schon immer groß. Ich lasse mich wirklich leiten von den Gedanken, die mich selber faszinieren.
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Und ich stelle den Gedanken paar Tage in Frage. Wenn du nach einer Woche immer noch Kraft hat, dann fange ich.
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Nach wieder paar Wochen fangen wir an zu zeichnen. Ich weiß in den Bergen und dieser eine Ethano ist mir so im Kopf rumspuckt.
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Ich habe die ganze Zeit monatelang, ich weiß, dass es gut ist, aber ich hatte kein.
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Hat er nicht den Schnipser die Bildidee, ja? Also ich wusste nicht, wie gehe ich an dieses Thema ran.
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Und da gibt's eine ganz kleine Skizze, die ist gerade so groß wie eine Briefmarke. Und da hat er gesagt, das ist der Ansatz.
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Könnte sein, ja. Und jetzt fahre ich und einfach jetzt werde ich recherchieren, jetzt werde ich mir die die Inhalte zusammensuchen und werde gucken, ob ich äh,
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Diese Idee, die ich räumlich habe, die ist, also wo ich diese Geschichte erzählen kann, ob ich die auch wirklich in eine innere Logik kriege, weil ich bin.
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Ich bin kein Historiker, ich bin auch kein Dokumentarist, ich bin mittlerweile so frei, dass ich sage es geht um das Warum.
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Die Geschichte will ich rüberbringen. Ich bin eigentlich wie ein Romancier, also ich schreibe einen Roman. Viktor Higor hat für mich die Gotik dunkel und den Bucklischen ja äh den Glöckner von Natron haben. Das war für mich immer.
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Der hat das in meinen Kopf so reingesetzt, dass die Gurtik dunkel und.
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Und dann habe ich ein Dark gemacht in Rohr, habe ich ein großes Panorama über die Stadtohr im Jahre vierzehnhunderteinunddreißig.
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Aber ich würde es einunddreißig Junge. Und da habe ich eigentlich begriffen, dass die Kurdik eine ungeheure spannende Zeit war. Eine innere Ordnung hatte, die.
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Die Menschen haben sich in einer ganz bestimmten Form organisiert, die Kirche hatte natürlich die äh also die Königin und die Kirche war natürlich die.
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Der Punkt, oh, jetzt danach und jetzt ist die Gurtik für mich.
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Sie ist bunt, sie ist ungarspannend. Fantastische Sachen, die da passiert sind und mit Dunkelheit hat das für mich überhaupt nichts mehr zu tun.
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Ein ein Künstler setzt auf einmal in mich.
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Eine Struktur einer Zeit. Das ist aber eine Geschichte, die sich rausgezogen hat. Und jetzt wird diese Geschichte des Glöckns von Notre Dame so groß.
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Dass sie auf einmal Leben beeinflusst. Jetzt beschäftige ich mich selber damit und merke nee.
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So dunkel war die gute Knobel auch nicht. Doch ich finde deinen Ansatz den Blickwinkel jedes Mal zu ändern und neu aufzuspielen extrem spannend.
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Ganz am Anfang erzählt, dass du vom Völkerschlachtsdenkmal und du sagst es als kleines Kind hat es mich einfach gewurmt, nicht zu wissen, wie sei denn da rausgekommen und.
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Du bringst dir diesen Gedanken sichtbar zu so vielen Menschen, die sich einfach auch mal Gedanken machen, na ja so erfolgreich war das alles auch nicht.
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Und ich frage mich, dass du ein ein Feedback bekommen, ein ein dankbares Feedback so, ja, endlich stellt's mal jemand da? Ja, ja, Massen.
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Also wirklich. Also das ist ich kann mich über Feedback überhaupt nicht beschweren, weil das ist so vielfältig, ja? Das ist so, ich werde jetzt auch eingeladen zu Gesprächen, zu Runden meine Meinung sagen und so,
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ich habe mir jetzt eine Zeit gehabt, wo ich das Bild abgelehnt habe, weil ich es war mir einfach zu viel, ja. Und ich werde zu festreden, eingeladen zur Situation, wo ich sage
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Warum laden die mich jetzt eigentlich ein, ja? Weil ich so, zur Überreichung des Meister, also Sachsen hat äh seine Meisterprüfung abgelegt, also Handwerker,
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und dort im Kulturpalast soll sich jetzt ein Festrede an tausend Meisterabsolventen und ihre Familie.
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Und dafür ist das interessant, das mache ich.
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Und dann rede ich darüber und ich ich gebe mir das Recht meine Gedanken einfach freien Lauf zu lassen, weil ich weiß, dass den Gedanken, den ich habe und das ist ja wichtig, dass diese Gedanken, die man hat, man muss sie auch respektieren, ja?
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Und ich kann nicht einfach, also wenn ich jetzt immer reden würde und die Leute würden sagen, was quatscht denn der von mir sagt, dann würde ich schon
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mal in mich gehen. Aber ich merke, dass meine Gedanken aus meinem Lebenslauf heraus und aus dem, was ich mache, Gedanken sind, die auf den Nährboden fallen.
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Die anderen, das geht mir genauso, wenn wenn ich Gedanken höre und sage, boah, das ist ein toller Gedanke, ja? Und und wenn ich das Auditor merke, dass ich das erreichen kann, dann ist die Rede,
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letztendlich auch Gestaltung. Ja, für mich ist die Rede genauso eine Gestaltung, wenn ich ein Bild mache. Ich habe den Studenten immer gesagt, wenn ihr mir auf die Schulter klopft und sagt.
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Das war toll, also das war mit ihnen sozusagen gegangen, sind.
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Das ist für mich genauso wichtig, wie wenn ich ein gutes Bild male oder ein Panorama mache, ja? Die Begegnung mit Menschen hat ja ganz, ganz viele verschiedene Formen.
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Zum Schluss bleibt's eigentlich sehr, sehr gleich. Es ist nicht so, dass wir die Vielfalt haben. Es geht um,
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Achtsamkeit, es geht um Aufmerksamkeit, es geht um Empathie, es geht um Klarheit. Es geht wirklich um eine ganz bestimmte,
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Connection, die man sozusagen zum Menschen haben kann. Und jeder weiß ja, in dem Augenblick, der böseste Mensch auf dieser Welt, der wirklich böse ist.
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Wenn einer einen Zugang zu ihm kriegt, seinem Herz, dann schmilzt er dahin.
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Aber diesen Zugang kriegt man, wenn Menschen ganz frisch im Weg getan ist, den kriegt man nicht mehr, ja? Und das ist eben der Punkt, an dieser Stelle ist, ist das, was ich mache.
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Ein Medium.
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Ich sage immer, das Medium ist zu mir gekommen. Also das hat scheinbar den Richtigen getroffen. Und ich merke, dass mein Leben letztendlich so wie es bis jetzt gelaufen ist und so wie es läuft.
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Aus heutiger Betrachtung sehr gradlinig gegangen ist,
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Wenn man mich vor dreißig Jahren, vor zwanzig Jahren gefragt hätte, hätte ich gesagt, ich weiß nicht, mache gerade Zickzack. Ja, also ich bringe von links nach rechts, aber jetzt weiß ich, dass es Zicksack aber nicht zicksack war. Das war nur,
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Wenn man ganz nah ranzoomt an die Linie, dann gibt's ein bissel Wackel. Aber wenn man weiter weg geht, ist es eine gerade Linie, die durchgeht. Und irgendwie auch ein entscheidendes Puzzleteil für dein, für dein ganzes Dasein? Ja.
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Das hat dich ja geprägt und dorthin gebracht. Du hast eben das ähm schöne Wort Demut.
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Für dich definiert.
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Ich möchte das jetzt auch für mich annehmen, ich möchte da quasi von dir eine Scheibe abschneiden und es ist so, dass.
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Ich sehr, sehr dankbar bin, dass du in dieser Fülle von deinen Gedanken berichtet hast, dass du mehr daran hast, teilhaben lassen, an unsere Zuhörer.
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In deine Welt, in deine inneren dreihundertsechzig Grad Welt, die Blicke geschenkt bekommen haben, das.
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Der Blickwinkel geändert worden ist und ja tatsächlich ich fühle eine gewisse Demut, dass wir uns hier gegenüber sitzen, dass ich dir gegenüber sitzen darf und aber die Demut ist für mich nicht dieser Aspekt, für mich ist die Demut, dass wir selber
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Das ist nicht die Dankbarkeit. Ich weiß, was du meinst, ja. Aber weißt du, was das ist, wenn du.
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Wenn du Anerkennung bekommst, wenn du Applaus bekommst, ist für die Arbeit, die du machst, das macht einen Jahr stolz und da freut man sich. Ganz genau, ja?
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Aber wenn man sich überlegt, warum das so ist, wie es ist, dann merkt man, dass man ein Stück vom Gesamten ist, ja. Und das meine ich mit Demut, dass man.
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Nicht überdreht, dass man nicht auf einmal anfängt, äh sich
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besser oder wichtiger zu fühlen als andere Menschen, sondern dass man immer wieder sagt, Leute, das ist ein Zustand, der sehr, sehr komplex ist, der ist nicht einfach so, weil ich arbeite, dann
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passiert das, sondern ich arbeite aber ich treffe Menschen, ich habe Menschen, die auf meinen Weg mich begleiten, die mir Türen öffnen und Leute, die mir die Türen zuschlagen, das bringt dir auch was, ja? Aber diese ganze
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Puzzleteil von Vorgängen
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Da stehe ich manchmal sehr wundersam gegenüber wie eine Blume, die auf einmal aufgeht. Sage ich, wird aus diesen komischen, schwarzen Erde auf einmal so eine bunte Blume? Und das ist der Punkt und ich will nicht sagen, dass am Anfang echt eine schwarze Erde war und jetzt eine Blume bin, ja
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Aber ich weiß, dass diese ganze Form.
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Des Lebens, was man dann am Ende hat, das ist eben zusammenhängt mit allen möglichen anderen Sachen und da meine ich die Demut, diese Dankbarkeit an die Welt, in die ich hineingeboren.
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Worden bin. In der Form in der ich rein und das hat ja ganz anders passieren können. Und deswegen ist das Schlusswort dieses Lebens kann immer nur Danke sagen.
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Ich danke.
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Music.