Sie reden!

In “Sie reden! – der dreibeinige Podcast” reden wir über das, was unsere Kindheit und junges Erwachsenenleben am meisten geprägt hat. Und das hat in der Regel mit Computern und Science Fiction zu tun. Dabei schweifen wir allerdings auch gerne mal etwas weiter ab und es soll soll sogar vorkommen, dass wir aktuelles politisches Geschehen in unsere verbalen Ergüsse einbauen.

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Episode 076 – Nicht nach Mitternacht hören und dabei futtern!


Eine wichtige Meldung zum Fest: Leute, bitte schenkt keine lebenden Haustiere! Erst recht nicht, wenn sie Euch ein halbblinder Klischee-Chinese unterm Ladentisch verkauft. Verknüpft mit diversen sinister gehauchten Warnungen. Und wenn das Tier in keinem Lexikon auftaucht, offenbar intelligent ist, redet und singt, spätestens dann sollten alle Warnglocken schellen, dass DAS nicht das geeignete Geschenk für den Sohnemann mit dem undefinierbaren Alter ist.
Aber, um Sebastian zu zitieren:

“Du darfst nicht logisch an diesen Film herangehen!”

Und recht hat er. Wenn man ihn – wie wir das in unserer gewohnten Art machen – kritisch unter das Seziermesser legt, dann zeigt sich: Überall lose Enden, Dinge die aus dem Nichts kommen und in Nichts enden und das zum Kuscheltier mitgelieferte Regelwerk ist noch schlampiger und inkompetenter zusammengeschustert als ein CDU-Gesetzesentwurf zu irgendwas mit Computern oder Daten. Und DAS will was heissen.
Aber über was reden wir denn hier eigentlich? Das Titelbild und der bisherige Text dürfte ein untrügerisches Zeichen sein. Wir reden natürlich über einen klassichen Weihnachtsfilm

Gremlins – Kleine Monster

hat 1984 (zusammen mit Ghostbusters) quasi den Grundstein gelegt für ein Genre, das bis Dato noch so unerforscht war wie für die CDU alles was mit Internet, Datenschutz und Computern zu tun hat. Erwähnten wir eigentlich schon, dass die Konservativen mal wieder die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterwandern wollen? Wir sind so müde. Das Konzept hat sich inzwischen tot gelaufen. Aber damals(tm) war Gremlins noch was innovatives und – wie Sebastian vermutet – vor allem eine technische Designschau, denn tatsächlich hat man zwischenzeitlich den Eindruck einen elaborierten Werbefilm für Tricktechnik zu sehen, als eine Gruselkommödie. Anders können wir uns die ellenlange Barszene ebensowenig erklären, wie die Tatsache, dass die Gremlins offenbar die Zeit gefunden haben, kleine Kostümchen und Requisiten für sich zu nähen/basteln.
Auch der Vater z.B. war uns beiden überhaupt nicht in Erinnerung geblieben, obwohl er den ein- UND ausleitenden Monolog hält, dann aber als komödiantischer Sidekick nur noch hin und wieder per Telefon hinzugeschaltet wird und mit der eigentlichen Handlung nur noch bedingt zu tun hat.
Am Ende bleibt ein ziemlich unausgegorener Eindruck zurück. Der Film weiß zu unterhalten (manchmal aus den falschen Gründen), fühlt sich aber auch extrem unausgegoren an, er mäandert teilweise ziemlich herum, ohne selbst zu wissen, was er eigentlich will. Etwas, was der zweite Teil (den wir als Vorbereitung leider nicht mehr gesehen haben) deutlich straighter macht. Der weiß genau, was er ist und dreht sämtliche Elemente auf elf, angereichert mit Gesellschafts- und Medienkritik. Tatsächlich stammen die meisten Szenen, die in unseren Köpfen auftauchen, wenn wir das Wort “Gremlins” hören, aus Teil 2. Hey, da haben die Produzenten 50 Millionen von Warner in die Hand gedrückt bekommen verbunden mit totaler Narrenfreiheit. Das würde es heute nicht mehr geben. Vor allem nicht von Warner, die ein gutes Franchise in ihrem Besitz nicht mal erkennen würden, wenn man ihnen ein lebensgroßes “Babylon 5” Modell um die Ohren hauen würde. Aber DAS, liebe Kinder ist eine andere Geschichte.

Wir wünschen Euch erstmal ein schönes Lebensfest und immer den Catcher im Auge behalten, denn das wird nicht das letzte gewesen sein, dass Ihr in diesem Jahr von uns hört!


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 2020-12-24  1h26m