Staatsbürgerkunde

Ein Podcast über das Leben in der DDR. Im Gespräch mit Zeitzeug:innen und Expert:innen schaut Martin Fischer in jeder Folge zurück auf die Lebensaspekte in der Deutschen Demokratischen Republik. Ohne Ostalgie und verbunden mit der Frage, was sich aus der Geschichte lernen lässt.

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episode 95: Dreharbeiten [transcript]


Von Film, Fernsehen und der eigenen Rolle Veröffentlicht am 14.02.2021
Laufzeit: 1 Stunde und 39 Minuten


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 2021-02-14  1h39m
 
 
00:00
Musik
00:05  Dennis
Während die ganzen Nachlässe von von der DFA oder vom vom Fernsehen DDR auch meistens auch überliefert ist, ist halt der nicht staatliche Film, wozu halt auch diese freischaffenden Hören wesentlich schlechter überliefern. Und deswegen macht es ja so ein bisschen Nach.
00:21
Weil es ja einer dieser wenigen Nachlässe ist, der halt Einblicke gibt.
00:27
Jenseits von der DFA und dem DF oder sprich Fernsehen DDR und das ist, macht das nochmal besonders.
00:35
Ihnen hat nicht dieses diese künstliche Autorenmäßig angetrieben hat, sondern er hatte einfach.
00:45  Martin
Staatsbürgerkunde. Ein Podcast über das Leben in der DDR. Von Martin Fischer.
00:57
Folge fünfundneunzig, Dreharbeiten.
01:21
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Staatsbürgerkunde. Dieses Mal habe ich den Menschen, um dessen Leben es heute gehen soll, nicht persönlich zu Gast, da bereits neunzehnhundertvierundneunzig verstorben ist.
01:32
Das trifft leider mehr und mehr auf viele Zeitzögern, gerade aus den Anfangsjahren der DDR zu.
01:37
Umso mehr bemühe ich mich natürlich auch weiterhin zu viele Zeitzögern fürs Mikrofon zu bekommen wie möglich.
01:43
Das soll aber dieser Folge kein Abbruch tun, denn bei mir ist ein Experte zum Leben des besagten Menschen. Mein Gast ist Doktor Dennis Bassaldella.
01:52
Dennis hat seine Doktorarbeit über das Leben und die Arbeit von Horst Klein geschrieben. Und in dieser Folge steigen wir zusammen ein in die Arbeit eines der wenigen privaten und freien Filmhersteller in der DDR,
02:02
Aus dem Nachlass von Horst Klein lässt sich vieles über die Film und vor allem Fernseharbeit während der gesamten DDR-Zeit lernen. Dabei wünsche ich euch viel Freude und Erkenntnisgewinn,
02:12
Los geht's. Ein Leben für den Film, das ist der Titel einer Doktorarbeit und eines Buches meines heutigen Gastes, Dennis Bazadella. Hallo Dennis.
02:22  Dennis
Ja, hallo, vielen Dank für die Einladung.
02:25  Martin
Danke für den Hinweis. Ähm du hattest mich angeschrieben mit einem spannenden Thema und zwar
02:31
Wollen wir ein bisschen sprechen über die private Filmherstellung in der DDR? Bevor wir gleich erklären, was das ist, vielleicht noch ähm ein, zwei Worte zu dir. Du bist,
02:40
Achtunddreißig Jahre alt, wohnst in Berlin und ja, bist fast frisch gebackener Doktor der Philosophie mit dieser Arbeit geworden. Das stimmt soweit.
02:50  Dennis
Ja, stimmt total, aber wie gesagt, also sie hat bis dann im September kam ja das Buch raus, was du erwähnt hast und das dadurch, ja, bin ich offiziell ist Doktor der Philosophie im Fach Medienwissenschaften.
03:00  Martin
Genau, du lebst in Berlin, hast aber in Hamburg ähm die Arbeit geschrieben am an der dortigen Uni.
03:06
Ja, fangen wir vielleicht mal damit an, wie bist du denn zu diesem Thema gekommen? Also ich hatte es ja gerade schon erwähnt, das Thema private Filmherstellung in der DDR. Ähm, klingt jetzt erstmal ein bisschen sperrig, du hast es festgemacht an einer Person, Horst Klein,
03:19
ein Begriff, der dann auch immer noch fällt, ist Gebrauchsfilm, also Horst Klein war ein,
03:25
privater Gebrauchsfilmhersteller aus der DDR. Ähm wie gesagt, klingt jetzt erstmal ein bisschen sperrig. Äh wie bist du zu diesem Thema gekommen und was verbirgt sich dahinter.
03:35  Dennis
Ja, generell, ich kann dann bis Anfang kurz mal erzählen, äh wie ich überhaupt zum, also zum Thema Film kam, ich hab ja vorher, also ich hab ja von zweitausendeins bis zweitausenddrei FIM-Regie studiert und hab dann danach auch beim Film gearbeitet, bin danach über München nach Berlin gekommen.
03:49
Hat da in Berlin auch gearbeitet beim Film und hab dann,
03:52
zweitausendsechs wieder angefangen in Potsdam zu studieren, europäische Medienwissenschaften im Bachelor und das habe ich von zweitausendsechs bis zweitausendzehn gemacht
04:00
und dann von zwanzig zehn bis zwanzig dreizehn den Master europäischen Medienwissenschaften und da wiederum gleich zu Beginn im Wintersemester zwanzig elf,
04:08
zehn, elf, habe ich ein Seminar gemacht, mir damals damals mit dem Herrn Ralf Forster meinen zukünftigen äh ja Kollegen im Filmmuseum.
04:16
Und er hat damals ein Seminar zum Amateur für in der DDR gemacht, die andere am besten hatte ich dann auch eine kleine Forschungsarbeit geschrieben
04:24
über einen Amateurfilmer in Pforzheim, Karl-Heinz Straßburg und habe ja auch damals in Form einer Seminararbeit geschrieben und von da bin ich dann Stück für Stück, ab zwanzig vierzehn zuerst als freier Mitarbeiter und dann als fester Mitarbeiter im Filmmuseum,
04:37
tätig, als zwanzig dreizehn im Studium zu Ende war, habe ich halt auch dann, also das Masterstudium zu Ende war, habe ich dann äh gedacht, okay, ich würde schon gern mal promovieren, aber zu einem bestimmten Thema und hatte dann ursprünglich gedacht, dich immer was anderem Thema zu machen, weil ich hatte mich ja dann in dieser Arbeit
04:52
auch halt auch in der meiner Masterarbeit auch später nochmal in der Tätigkeit in vielen Museum Potsdam genau viel mehr Amateurfilmen in der DDR befasst und dann dachte ich mal was Neues zu machen, ein ja anderes Thema, aber es ist nichts
05:02
Mit Amateurfilm in der DDR zu tun hat.
05:05
Und wollte dann ursprünglich ähm genau, wenn er mein Doktorarbeit schreiben zu Berlin immer Reisefilmen nach neunzehnhundertfünfundvierzig und hätte dann quasi ähm.
05:16
Was ich an Ende Dezember, November, ja Dezember zwanzig vierzehn in der Kindermatik in Berlin.
05:22
Ja viel recherchieren müssen, war dann aber halt verhindert dadurch, dass die Kindermathe dann schließen musste, weil sie ihre Datenbank neu gestalten mussten.
05:32
Und deswegen ja haben wir euch gezwungen, ein neues Thema zu finden
05:36
durch diese Kontakte zum Filmmuseum Potsdam bin ich halt auf diesen Nachlass von Horst Klein aufmerksam geworden, der halt seit neunzehnhundertvierundneunzig im Filmmuseum Potsdam liegt und überliefert ist und auch gern mit Findbuch auch auffindbar ist
05:48
aber halt noch nicht aufgearbeitet, wurde im Sinne von, das hat noch nichts darüber gearbeitet worden und da diese diese freischaffenden, wie du ja schon erwähnt hast, ja schon auch,
05:56
Wir sind so im roten Faden zu meiner ja bis dato.
06:00
Ja, zum Amateurfilm geforschten Arbeit ähm Tätigkeit ist, nachdem ja immer ganz spannend. Und ja und dann so bin ich halt zu diesem Thema gekommen und im Nachhinein bin ich froh, dass ich dazu gekommen bin.
06:11
Weil es hat sehr viel spannende äh ja Sachen ja zu Tage geführt und und also um eigentlich mehr durch Zufall bin ich zu diesem Nachlass gekommen und dann zu diesem Thema.
06:20  Martin
Jetzt hast du grad schon ganz viele Sachen erwähnt. Ähm, ich will mal grad nur eine nochmal rausgreifen, ähm.
06:25
Du hattest dich mit Amateurfilmen in der DDR beschäftigt. Ähm, das heißt das sind Leute, die privat eine Kamera haben und einfach so Heimvideos gedreht haben oder was.
06:36
Versteht man den Begriff Amateurfilme.
06:39  Dennis
Ja okay, es muss auch mehr vorangreifen im Sinne von also wenn man vor Amateur fin
06:43
in der DDR spricht, dann ist es ja was anderes als im Westen gewesen, zum Beispiel als der Westen war ja mehr das, also richtig die Hobbyfilme, die sie auch über sich dann in Vereinen getroffen haben und nach der Filme gedreht haben, aber einmal treffen in der DDR, wo halt immer, sag mal, war immer staatlich geprägt. Also das halt
06:58
Es gab halt auch sehr, sehr wenige freie, also im Sinne von von Amateurfilmern, die jetzt nicht in einem Amateurfilmverein oder.
07:05
Ja kollektiv waren, gab's halt sehr, sehr wenige und darunter war halt auch Karl-Heinz Straßburg, der einer dieser wenigen Amateur-Trainer war, die nicht zwangsläufig immer in Amateur von Gruppen gearbeitet haben, aber die meiste Zeit waren diese Amateurfilme halt auch Teil von diesen Amateur-Filmstudios
07:19
T wiederum angegliedert waren an die Betriebe und Kombinate ja in der DDR und deswegen ist Amateurfilm.
07:28
Ja, in Kontext der DDR Amateurfilme spricht bisschen was anderes als im Westen und ist immer so eine staatliche Komponente dabei und ich glaube, dass halt auch dann aber auch da gibt's noch verschiedene eine
07:39
Bandbreite von ja politischen Themen in den Amateurfilmen auch wieder total unpolitische Themen. Aber im Großen und Ganzen ist halt ähm.
07:47
Amateurfilm in der DDR nicht vergleichbar mit dem Investen. Und was wiederum vielleicht nochmal vorzugreifen, um das,
07:52
sind so ein Missverständnis auch voranzugreifen, dass halt Freischaffende waren ja, sie müssen ja keine Amateure, sie waren ja professioneller, Filmhersteller.
08:01
Die halt zum Beispiel auch halt, die halt eben vielleicht in einem heutigen Wort des Freelancers zu vergleichen wären, weil sie gesagt haben, also die haben halt für,
08:10
wir haben Auftraggeber Filmproduktionen hergestellt, also sprich Gebrauchsfilme, was du vorhin schon erzählt hast, äh das heißt also kleine Dokumentationen, äh Filmbeiträge für Fernsehsendungen oder auch äh ja Filme für die Betriebe gestellt
08:25
und.
08:26
Und das ist auch der Unterschied, glaube ich, den man nochmal erwähnen muss, ist halt, dass diese freischaffenden zu alle vom Amateurfilm kamen, also sie haben die ersten Schritte im Film,
08:35
beim Amateurfing gemacht, in der DDR, aber halt haben sich dann auch professionalisiert und waren dann eigenständige kleine Firmen, die das produziert haben und das ist ja.
08:45
Großer Unterschied glaube ich auch auch. Also Unterschied zu den Amateuren, Amateurfilmen in der DDR, die halt auch sehr professionell waren.
08:54
Weil sie halt auch von den Betrieben viel Technik gestellt haben bekommen.
08:58
Aber halt eine andere, die waren halt mehr eingebunden in den Betrieb und in der Arbeit des Betriebes während die Freistaffel im wahrsten Sinne des Wortes freischaffend waren, weil sie halt meistens mit ein oder zwei Auftraggebern
09:12
für ein neues für Auftraggeber gearbeitet haben.
09:15  Martin
Ich würde gern
09:16
Ich würde gerne nochmal auf diesen Begriff Gebrauchsfilm kurz eingehen. Äh du hast es gerade schon genannt. Ich wollte es nochmal ein bisschen ähm deutlich machen, weil das jetzt gleich auch sehr wichtig sein wird für die Arbeit von Horst Klein, kann ich mir das so vorstellen
09:28
dass das ähm also heute hat ja jedes Unternehmen hat ja so ein Unternehmensfilm und den beauftragt's dann bei privaten Filmfirmen, also geht da geht
09:35
man jetzt nicht zum äh zum SWR, zur Filmforderung Berlin Brandenburg und sagt, ich hätte gerne ein Unternehmensfilm, sondern das wäre dann tatsächlich sowas, wo dann jemand wie Horst Klein ins Spiel gekommen wäre, der halt ein Unternehmensfilm macht oder ein Produkt vorstellt aus dem aus der Firma oder eine Arbeitsweise, aus der Firma, was dann.
09:51
Ja im besten Sinne PR nach außen ist oder Dokumentation nach innen.
09:56  Dennis
Ja, vielleicht wenn man trifft, ja ich denke mal, da triffst du ganz gut, sag mal Gebrauchsfilm, du hast schon Recht, das ist ja mehr, also ein Film, der dafür gemacht ist, um gebraucht zu werden, um etwas
10:05
Uns darzustellen. Also dieser Werbefilm quasi, dieses klassische Richter, was man ja auch sagen kann, der Werbefilm, also quasi Existenz, also.
10:13
Der Film existiert eigentlich nur, weil er in Auftrag gegeben wurde von Unternehmen, was dann natürlich nicht wiederum heißt, dass diese Filme nicht künstlerisch,
10:22
und wertvoll sind, aber die sind nicht entstanden aus einem künstlerischen Impuls darauf, dass einen das ja,
10:28
ein Fehler mache, eine Idee hat oder ein Drehbuchauto, eine Idee hat, sondern sie entstehen, weil sie von einem Betrieb oder eine Firma in Auftrag gegeben worden sind mit einer bestimmten
10:38
Zweck ein Produkt zu bewerben oder etwas zu dokumentieren und das ist halt, glaube ich, ja Gebrauchsfilm ist halt deswegen Gebrauchsfehlen, weil er gebraucht wird
10:46
um etwas zu machen, um es halt nicht irgendwie dem Sinn eines Kunstwerks hat dahinter.
10:52  Martin
Dann kommen wir mal zurück zu dem, was tatsächlich dann im Nachlass von Horst Klein gefunden wurde. Du hast gerade schon erwähnt, der der liegt im Film ähm Museum in Potsdam.
11:03
Und ja, wie bist du drauf gestoßen? Also,
11:06
natürlich über die Arbeit, aber vielleicht kannst du nochmal den den Axt beschreiben, wie du dann wirklich da äh gesehen hast, was da liegt und was sich da dir für einen Anblick geboten hat.
11:15  Dennis
Ja, ja gerne.
11:16
Wie soll, also ich, also ich bin ja dann durch Zufall ja zu diesem Thema gekommen, weil ich dann keine Ahnung, also mein neues Thema für die Hauptarbeit finden musste. Ich auch durch die Kontakte zum Filmmuseum, Potsdam war ich auch, war ich auch sehr gut. Also ich habe auch gute Vernetzungen gehabt und gute Kolleginnen gehabt, die ihm auch geholfen haben. Und das halt und wie gesagt.
11:31
Der Nachlass ist ja quasi offiziell seit neunzehnhundertvierundneunzig, dreiundneunzig, vierundneunzig im Filmmuseum überliefert halt, weil Horst Klein ähm,
11:41
quasi.
11:43
Ja, tätig war bis neunzehnhundertneunzig und dann Anfang der neunziger fing er an, sich auch Gedanken darüber zu machen, ähm was mit seinem Nachlass, er mit seinem finnischen Werk passieren äh wird und dann darunter ähm dann halt auch halt sich Gedanken macht, wie kann man das doch der den Markt
11:57
ja nächsten Generationen auch zugänglich machen und dann hat der über Umwege kam dieser ganze Nachlass dann auch zum Filmmuseum Potsdam.
12:07
Angekauft, noch zu Lebzeit angekauft vom Filmmuseum Potsdam auch dem auch genau in dem Hintergrund, weil auch die damalige Leiterin des Filmmuseums.
12:17
Ja besser gesagt, der Sammlung des Filmmuseums hat schon früher erkannt, die Wichtigkeit, also diesen kulturellen Schatz in diesem Nachlass entdeckt, ähm ja gesehen und deswegen hat sie halt auch alles darin gesetzt, dass das Filmmuseum diesen Nachricht auch ankauft.
12:32
Und dann so ja und so landet er noch zu Lebzeiten beim Filmmuseum Potsdam.
12:36
Und das Interessante ist ja, dass in den ersten Phasen ersten Monaten quasi diese diese Ankaufs, der der Anfang neunzehnhundertdreiundneunzig war, arbeitet aus Klein noch zusammen in den Filmmuseum Potsdam an der Aufarbeitung an der Kathekologie, an der Innenmentalisierung.
12:50
Seines immensen Nachlasses, kann ich gleich noch was dazu sagen. Und dann quasi und dann ähm starb er ja im Januar vierundneunzig und,
12:59
Quasi und trotzdem wurde dann genauso nach seinem Tod auch ein Findbuch angelegt, dann über über mehr, also mehr Praktikanten und auch Mitarbeiter, das vier Museum Potsdam haben dem Lauf der Jahre auch die Sache
13:08
nur interessiert, also sprich dann auch verpackt in genau in Archiv, Tüten verpackt und auch aufgearbeitet, aber halt es wurde bis dato noch nicht darüber gearbeitet und das ist halt ganz spannend, weil es hat auch so ein
13:20
Ähm.
13:21
Ja, ist ein bisschen, also der Nachlass ist sehr, sehr groß, ist ein großer Nachlass, der hat der ist Resis ja neben neben Technik, also seiner Technik, die über auch dem Firmuseum geschenkt hat, sind auch.
13:32
Mehrere Filmrollen, also es sind ja siebenhundertachtzig Rollen Film und Schnittarchiv, davon wiederum sind einundsiebzig als vollständige Filme generellierstritt, wiederum verklammert zur Ergänzung noch dazu, die ist einundsiebzig Filme sind nur ein Bruchteil dieser ganzen.
13:46  Martin
Das wollte ich gerade sagen. Also das klingt jetzt erstmal viel, ähm einundsiebzig füllen wollen, aber ähm die also das Werk, das äh Horst Klein hinterlassen hat, ist eine unglaublich hohe Zahl. Ähm du kannst vielleicht mal sagen, wie viel Filme
13:59
Tatsächlich von Horst Klein ver ähm überliefert, ähm also nicht überliefert, aber nachgewiesen ähm er angefertigt hat.
14:07  Dennis
Am Ende hat er in der DDR über achthunderteinundneunzig Film- und Fernsehbeiträge während dieser Zeit der DDR, also von sechsundvierzig bis neunzehnhundertneunzig wieder gedreht und produziert. Achthunderteinundneunzig.
14:20  Martin
Das ist eine irrsinnige Zahl. Also ich.
14:23
Ey, mir fehlt es auch der Vergleich zu was, was heute ein Dokumentarfilmer oder ein äh freischaffender Filmer für fürn Output hat, aber allein die Zeitspanne ist schon mal irre, also sechsundvierzig bis,
14:35
neunzig. Ähm
14:37
Also vierundfünfzig Jahre wirklich ununterbrochen gearbeitet und dann natürlich knapp neunhundert Filme da entstand,
14:43
irgendwo in deiner Arbeit bin ich auch mal auf die Zahl neunhundertzweiundzwanzig gestoßen, aber das waren dann halt auch sein, also alle Filme, die er jemals gemacht hat.
14:51
Auch außerhalb seiner Tätigkeit als äh private Filmhersteller, also war noch die Amateurfilme wahrscheinlich mit dabei, ne.
14:57  Dennis
Ja genau, ich habe ja auch bewusst in meiner Arbeit mich ja nur, also ich habe also auch darüber ja zum Teil geschrieben zu dieser vor DDR-Zeit, aber halt klar
15:05
er wird also eigentlich sind es viel, viel mehr und dann halt dementsprechend, aber was ich vielleicht noch dazu sagen möchte, ist halt, dass diese, also ist klar, es ist definitiv eine immense
15:14
Zahl, was man auch dann vielleicht auch auch mal wieder immer in Relation sehen muss, aber ich glaube, das ist halt auch äh es ist
15:21
große Anzahl wie gesagt, aber auch äh von der Länge, die sind ja nicht nicht am meisten Abendfüllung, wir sind auch kurze Beiträge von wenigen Minuten und trotzdem ist es de facto eine eine Wahnsinns äh Zahl.
15:32
Leider sind halt auch was auch dann wiederum auch dann klar wurde, als ich das dann aufarbeite, aufgearbeitet habe, also nochmal mich intensiv befasst habe mit diesem Nachlass ist, dass halt.
15:42
Also eigentlich überliefert richtig, also die einundsiebzig Filme, die ich da vorhin erwähnt habe, sind ja nur ein Bruchteil von diesem ganzen und die wiederum sind auch nur ein Teil des Überliefers ist, weil die sind auch verstreut im Bundesarchiv, in Rundfunkarchiv, Teil der ja verstreut auf verschiedene Archive
15:56
Und selbst da sind auch nicht alle überliefert, weil ja halt nicht dokumentiert worden verschollen und das ist halt,
16:03
Die Anzahl ist spiegelt nicht unbedingt die Anzahl der effektiven existierenden Rollen wieder und deswegen ist auch so viele äh ja verschollene Filme dabei, die halt,
16:12
gedreht worden sind, posiert worden sind, aber dann nicht mehr aufwindbar sind, ja.
16:18  Martin
Das ist,
16:19
immer noch eine unglaublich hohe Zahl und äh auch so kurze Filme muss man natürlich auch erstmal konzipieren, drehen, fertig machen. Also es ist ja nicht so wie heute, dass man da einfach mit der mit dem mit dem Smartphone draufhält und dann hat man
16:31
quasi schon den Film und schnell noch ein bisschen, sondern ähm dieser ganze Produktionsaufwand, da kommen wir jetzt gleich auch noch ein bisschen da drauf. Ist natürlich auch ein sehr viel größerer gewesen, aber ja,
16:40
kommen wir vielleicht nochmal dazu, du hast jetzt in diesem Nachlass halt,
16:44
Einundsiebzig Filme gefunden, aber hauptsächlich auch ähm schriftliche Sachen, die eigentlich auch der Grund für deine Arbeit waren, beziehungsweise die Grundlage deiner Arbeit.
16:53  Dennis
Ja, stimmt genau, also,
16:54
Jörg ist neben diesen ganzen Filmen und auch Tonbändern und auch da, genau, wo sie auch Fotos, er hat auch Fotos gemacht, von den Dreharbeiten, auch Werkfotos gemacht und Recherchefotos,
17:04
teilweise auch Drehbücher gefunden habe in diesem Nachlass, also von manchen Filmen oder Fernsehproduktionen, die er gemacht hat, aber ein großer äh auch richtiger, großer Schatz
17:15
in diesen Nachlasszielen sein Arbeitstagebücher, die hat ja also die Arbeitstagebücher, in denen er auf sage und schraube schreibe tausendachthundertsiebenundzwanzig Seiten, die nach vier Seiten, Arbeitstagebüchern hatte er seine Arbeit beschrieben, also seine ganze
17:30
Tätigkeit vom Amateurfilm schaffen bis äh ja bis Ende neunhundertdreiundneunzig hat er in Text und Bild.
17:38
Seine ganzen Arbeiten und fast lückenlos. Es fehlen glaube ich zwei Jahre, zwei Tagebücher, die nicht überliefert sind und die es auch nicht in einen anderen Form gibt, aber äh ja, tausendachthundertsiebenundzwanzig Seiten.
17:51
Äh sind in großer Schatz und sind auch eine wichtige Dokumentationsquelle, weil ähm also in der Ausführlichkeit gibt es selten Leute, die so ihr Arbeit geschrieben haben.
18:02
Aus wissenschaftlicher Sicht, wie gesagt, ein Schatz, aber auch wesentlich so ein Fluch und Segen zugleich, weil es ja eine Reihe von Möglichkeiten bietet, was man noch,
18:11
ja mir beschreiben könnte und bearbeiten könnte und deswegen auch da die Schwierigkeit äh diesen diesen schmalen Grad zwischen äh,
18:20
ist eine immense Informationsquelle plus ja Unternehmen dran muss man sich bisschen begrenzen und sagen ja das tue ich jetzt nicht dokumentieren oder nicht bearbeiten und trotzdem es ist und bleibt ein ein.
18:31
Also einmaliger Schatz, in dem Sinne auch vielleicht nochmal ums Business Erläuterung nochmal zu sagen halt, dass halt.
18:41
Das auch das ganz wichtige ist ja, dass halt während die ganzen Nachlässe vom von der DFA oder vom vom Fernsehen der DDR auch meistens auch überliefert ist durch die staatlichen Institutionen
18:51
wie die Stiftung oder das deutsche Rundfunkarchiv in Potsdam ist halt der nicht staatliche Film, wozu halt auch
18:57
diese freischaffenden Hören nicht, also wesentlich schlechter überliefern und deswegen
19:02
Macht es ja so ein bisschen Nachlass äh so wichtig, weil es ja einer dieser wenigen Nachlässe ist, der halt Einblicke gibt in
19:10
eine Filmproduktion jenseits von der DFA und dem DF oder sprich Fernsehen DDR und das ist, mach das nochmal besonders wichtig.
19:17  Martin
Dann lass uns doch mal so ein bisschen einsteigen in deine Arbeit, beziehungsweise auch in die Arbeit von Horst Klein. Du hast gesagt, in deiner Arbeit.
19:24
Oder in einer Arbeit über das Werk von Horst Klein kann man ganz viele Richtungen abbiegen. Ähm, du hast dich entschieden
19:31
ähm sowohl biografisch ein bisschen, dass das Leben von Horst Klein nachzuerzählen, aber halt auch parallel zu schalten mit der Situation für die private Filmherstellung in der DDR und damit
19:41
aber auch indirekt, so habe ich's beim Lesen aber auch wahrgenommen, so ein bisschen auch in die Film und Fernsehproduktionslandschaft der DDR, die sich dann geändert hat und,
19:50
ja, Horst Klein gezwungen hat, sich mit ihr zu ändern.
19:54  Dennis
Ich habe versucht die Arbeit äh so zu strukturieren, dass ich mich an seinem äh Lebenslauf orientiere, weil wie du schon gesagt hast.
20:02
Ist halt klar, ist die Arbeit von ihm eng mit seinem Leben verbunden und auch sich ihm anpassen musste und deswegen habe ich halt versucht äh die ganze Karriere die Firma, die aus einer Amateurfilmzeit auch,
20:13
mitrechnet von sechsunddreißig bis neunzehnhundertneunzig, dauert, habe ich versucht, sie halt in Phasen zu unterteilen und dann die Grenzen an bestimmten äh Schnittpunkten.
20:23
Festzumachen, äh wo sich halt entscheidende Dinge geändert haben und dann eine neue Phase begonnen hat und deswegen habe ich halt versucht, mich dann anhand von des Lebensereignissen teilweise.
20:35
Er hat auch geschichtlichen,
20:36
Sachen und Unereignissen halt immer auch seine Karriere zu beleuchten, dann auch seinen biographischen Teil dazu zu beleuchten und nochmal in der dritten Teil.
20:46
Pro Phase zu beschreiben, ähm wie dann auch seine Arbeit
20:51
welchen Einfluss seiner Arbeit wiederum auf die Institutionen gehabt hat, für die er gerade gearbeitet hat, aber auch nicht nur für die, sondern das auch wie der Einfluss dieser Institution, für die er gearbeitet hat, auch auf ihn war.
21:03  Martin
Dann lass uns doch mal beginnen. Du hast gesagt, neunzehnhundert,
21:07
sechsunddreißig beginnt so die filmische Karriere von Horst Klein. Ähm, da war er sechzehn Jahre alt, er ist neunzehnhundertzwei, neunzehnhundertzwanzig in Luckenwalde geboren und ja, wie kommt man denn jetzt von Luckenwalde zu
21:20
'nem filmischen Start mit sechzehn Jahren, was was war denn da der Antrieb oder was war der Auslöser?
21:26  Dennis
Genau, die erste Seite, die allererste Seite ist seines Tagebuchs und da beginnt er quasi mit einer muss er schon sagen, leicht ja romantisierten äh,
21:35
der Beschreibung, wie er zum Film kam, also das Klassische, er beschreibt es auch so als ja, dass er im Kino war und dann.
21:41
Ja das Gefühl von ja für einen Film halt und dann von Kindesbein an schon ein Affinität oder die Leidenschaft entwickelt hat äh Filme zu schneiden oder Filme zu zerschneiden und neu zusammenzusetzen,
21:51
Und das Business so eine im Nachhinein vielleicht bisschen romantisiert und vielleicht auch verklärte quasi äh ja Darstellung, wie er zum Film kam, aber das Spannende ist, also wenn man das mal was weglässt, ist ja vielleicht auch persönlich und romantisierte,
22:05
Vorstellung wie er zum Film kamt oder Beschreibung, wie er zum Film kam, ist ja ganz spannend, dass er halt,
22:11
Ja, wie gesagt, am ersten November neunzehnhundertzwanzig in Brandenburg Schluckenwalde geboren wurde und dann dort mit neunzehn, also vorher schon einen Filme gemacht hat oder auch sich dann auseinandergesetzt hat, mit einem Film, aber dann eigentlich neunzehnhundertneununddreißig dann die erst,
22:25
Genau, Mateurfilmgruppe in Luckenwalde gegründet hat.
22:29
Ja dessen Leiter er auch war und die ersten Amateurfilme und die ersten richtigen professionellen quasi semi-professionellen Schritte macht er im Rahmen des,
22:38
er ist Amateurfilmgruppe, die auch Weser leitet bis zweiundvierzig, bis er dann freiwillig interessanterweise.
22:45
Zu Propagandakompanie der Wehrmacht geht, wo er dann als Filmberichterstatter bis fünfundvierzig.
22:51
Tätig ist quasi und das ganz spannende ist, da vielleicht dazu zu erwähnen ist, dass er, okay, die Entscheidung quasi dann zur Propagandakompanie zu gehen und dort als Filmberichterstatter zu arbeiten, eine
23:02
sehr bewusste war im Sinne von, weil er dann
23:05
Klar, der Krieg hat dann durch die Situation ein bisschen verändert, aber dann quasi in dieser Tätigkeit als Filmberichterstatter auch die Möglichkeit da, seine filmische Tätigkeit ähm.
23:15
Weiterzuführen.
23:17  Martin
Das ist ein interessanter Punkt. Das ist mir beim Lesen auch, also habe ich mir tatsächlich auch als Frage notiert hier ähm
23:25
Da werden wir auch noch öfter drauf kommen, dass diese Aussage von ihm, er wollte eigentlich immer nur Filme machen und hat das politische immer hinten angestellt
23:34
Diese Aussage, die trifft er ja mehrmals und hier,
23:37
kam es für mich so vor, als ich habe die hier zum ersten Mal so getroffen wird, dass er gesagt hat, okay ähm er blendet das aus, was im dritten Reich passiert und ihm geht's eigentlich hauptsächlich dadrum, dass er da eine Möglichkeit hat, Filme zu machen,
23:50
Also seiner Leidenschaft nachzugehen. Ist das, ist das korrekt diese Wahrnehmung?
23:56  Dennis
Ja, also also sag mal, Fell muss man das noch voranstecken ist ja, dass äh dass halt quasi wenn der Wissenschaftler,
24:01
also auch jetzt retrospektiv drauf, schaut immer ihr andere Blickwinkel hat als die Person dann vor Ort und das muss man auch immer glaube ich vor Augen haben, dass halt
24:10
Beispiel, wenn wir zum Beispiel sagen, Retrospektiv, warum hat eine bestimmte Person sowas gemacht und nicht das gemacht? Dann muss er auch das berücksichtigen, dass halt wir, also der Betrag davon außen in anderen
24:20
Position ist, als jetzt quasi die Person selber, aber du hast Recht.
24:24
Aus diese Phase, also du quasi diese ersten paar Jahre da, also damals noch zur NS-Zeit, ist halt ähm glaube ich auch.
24:31
Prinzipiell sich auch nie diesen diesen ja moralischen Konflikt, den wir zum Beispiel noch heute haben quasi auch etwas pektiv gesehen, auch stellt. Es gibt nur eine
24:40
kleine ähm Moment vor seiner Zeit als Temperaturpropagandakompanie da tritt die Hitlerjugend eigentlich näher ran und bittet ihnen einen Auftragsfilm zu machen für die Hitlerjugend und dann schreibt er in einer Passage seines äh seiner Tagebücher halt,
24:55
so eine Art dein,
24:56
nicht rechtfertigen und mal quasi ähm sie beschreibt er, dass ich bewusst war, dass er sich bewusst war, dass er diesen Film für die Hitlerjugend macht und am Ende quasi, dass er nichts wegen der politischen Einstellung gemacht hat, sondern das mehr ähm,
25:09
Ja, weil er viele machen wollte und das kann man quasi bisschen kritisch sehen aus heutiger Sicht, aber auch da muss man auch betrachten, das ist hal,
25:19
Die Entscheidung damals andere waren als es heute. Nichtsdestotrotz ist findet man in seinen Tagebüchern,
25:26
es ist sehr sehr wenige Kommentare oder Beschreibungen ähm,
25:30
wie er, also es, ja zu sein, seiner Meinung, zur Politik, sei es zur NS-Zeit oder auch später, zu DDR-Zeiten relativ wenige Kommentare zur Politik, also Politik generell, auch in späteren Jahren taucht da relativ,
25:45
Wenig auf nur.
25:48
Ab den Mitte der Achtziger wird man so vermehrt Kommentare quasi über die politische äh Führungsstile SED zum Beispiel, aber im Großen und Ganzen hält er sich da relativ raus aus diesen Diskussionen.
26:01  Martin
Du arbeitest es auch schön raus in deiner Arbeit, also du ähm du nimmst ihn da jetzt nicht in Schutz, sondern ähm stellst halt wirklich auf diesen, diesen Konflikt da und wie er sich dann eben in dem Fall und vielleicht auch in anderen Fällen dann entschieden hat, ähm weist aber tatsächlich auch,
26:15
draufhin, dass ähm dass das für die Bewertung der Arbeit ähm also seiner Arbeit.
26:22
Aus seiner Sicht keine Rolle gespielt hat. Kann man das so kann man das so sagen?
26:26  Dennis
Ne, kann man durchaus sagen und ich klar, ich denke mal, ist auch wichtig, dass man auch als Wissenschaftler sowieso immer diese kritische Distanz ähm behält und ich denke mal, klar, das ist nicht immer leicht, gerade wenn man sich über mehrere Jahre, also ich habe ja diese Arbeit vier Jahre gearbeitet.
26:41
Das ist ja klar, dass man in diesen vier Jahren auch immer diesen
26:43
diesen diesen Zwieschwald hat quasi auf der einen Seite Verständnis natürlich aufbringen warum manche Leute Leute bestimmte Entscheidungen treffen und warum nicht aber im Großen und Ganzen es geht ja es geht ja mir darum es ginge mir darum nicht eine moralischen äh.
26:57
Wir als Kommentierende warum er das gemacht hat. Man stellt sich natürlich Frage als Mensch und kann's auch erwähnen, aber äh das sollte jetzt keine Wederbeschönigung noch Anschuldigungen seiner Arbeit sein und deswegen ist diese kritische Distanz auch ganz wichtig
27:10
Wenn's um solche Themen geht, wie gerade eben besprochen.
27:14  Martin
Genau, du sagst ja auch, also dir geht's ja um die private Filmerstellung in der DDR am Beispiel von Horst Klein ohne jetzt diese Person ähm moralisch zu überhöhen und zu sagen, okay, hier das ist der prototypische DDR ähm Gebrauchtfilmer gewesen.
27:26
Dann lass uns doch mal von da aus weitergehen. Ähm nachdem er dann bei, ja, in diesem PK steht für was nochmal, das war das.
27:36  Dennis
Propagandakompanie, Propagandakomponenten.
27:38  Martin
War ähm und da auch in Gefangenschaft geriet ähm neunzehnhundertfünfundvierzig kommt er dann anscheinend wieder frei, denn neunzehnhundertsechsundvierzig beginnt dann auch so die die.
27:49
Die Station in der süwettischen Besatzungszone und später DDR, die ja dann ganz lange inne hat, in verschiedenen äh verschiedenen Tätigkeitsumfeldern.
27:58  Dennis
Genau, wie du schon sagst, also quasi sechsundvierzig Alstern, der Krieg zu Ende ist quasi äh ja beginnt auch für ihn wieder das Filmschaffen. Und das ganze Interessante ist ja, dass er als dann im Mai sechsundvierzig die DFA gegründet wird äh,
28:12
Notiert klein, witzigerweise in seinem äh Tagebuch auch so ein paar Zeilen, dass er halt mit der Gründung der DFA auch die Hoffnung verbindet, quasi es sein Filmschaffen mit aufzunehmen und so kommt er auch quasi dann über einen.
28:25
Freunde und Bekannten, Hans Packsmann kommt er dann äh zum Kultur- und Levi im Abteilung der Defa und wo er dann ab Juli äh sechsundvierzig genau als Kammerassistent von Hans Packsmann arbeitet. Und ist ganz spannend, weil
28:38
es ist vielleicht ganz interessant zu erwähnen, dass halt der Dokumentarfilm also eigentlich vor dem DV Spielfilm gestartet hat und was wird der immer so genannt,
28:48
Okay, die Mörder sind unter uns. Als erste Defa Film äh ja genannt wird quasi, was ja auch de facto stimmt für den Spielfilm, aber.
28:57
Ganz spannend ist halt, dass der Dokumentarfilm ein bisschen früher quasi schon gestartet hatte und deswegen auch deswegen wahrscheinlich auch klein dann.
29:06
Also nicht zum Spielfeld gekommen ist, sondern zum Dokumentarfilm, was zum einen,
29:10
wiederum wissen so, dass wieder gespiegelt hat, was er bis dato auch bei der Propagandakomponie gemacht hat, also reine Dokumentation oder Filmberichte, aber ich denke mal schon, dass diese Tatsache, dass der Dokumentarfilm,
29:22
früher gestartet hat auch ein äh glaube ich also nichts unwichtigen Faktor ja rund gespielt hat warum er dann auch ja beim Dokumentarfilm gelandet ist.
29:32  Martin
Und seine sein Engagement im Krieg hat dann keinen Einfluss gehabt auf die Einstellung bei der DFA.
29:38  Dennis
Nee, das äh nee wird's ganz spannend, also auch da muss man noch ein bisschen ausholen, weil ist klar, das ist nach dem Krieg war ja alles also der ganze Filmbranche war ja
29:45
Lackia brach und das hat auch ganz spannend gewesen, was auch das halt auch beim kulturellen Kulturfilm DDF war ja auch zurückgegriffen hat auf, also jetzt jenseits von klein, auch auf die einzigen Filmschaffenden, die schon vor dem Krieg,
29:57
in diesem Genre gearbeitet haben. Also es gibt ja zahlreiche Namen, die übernahmen könnten könnte, aber quasi das ist halt dieses ganze
30:04
Es hat schon diese Infrastruktur hier am Boden war und auch die Defa davon profitiert hat, dass halt noch die äh filmschaffenden Formformkrieg aus diesem Fach
30:13
Kultur und Lehrfirmenabteilung auch noch da waren und die auch dann definitiv so mitgearbeitet haben.
30:19  Martin
Zeigt auch nochmal schön, dass diese Geschichte, die die DDR ja oft erzählt oder die Staatsform oft erzählt hat, diese vom vom Antifaschismus und dass der quasi per Dekret gar nicht, also dass gar kein Faschismus mehr gab in der DDR,
30:31
dann doch nicht an allen Ecken so gestimmt hat, dass ja auch wie im Westen auch
30:36
viele Positionen oder manche Positionen dann immer noch mit Leuten auch besetzt waren, die dann eben doch nicht so die Lupenreine Weste hatten.
30:43  Dennis
Ja definitiv, also wie gesagt, da könnte man noch, also es gibt ja auch äh noch ein Fass ohne Boden, was man da auch oft machen könnte zu dem Thema. Ja, aber definitiv. Sie haben davon profitiert, klar. Das da noch diskutur schaffen, denn da waren.
30:55  Martin
Kommen wir zurück zu Horst Klein und dem Herrn Packsmann, die sind ja dann ganz lange zusammengeblieben, beziehungsweise waren jetzt erstmal bei der Defa und haben dort.
31:05
Dokumentarfilme ähm gedreht, ähm klein als Kameramann und Paxmann, was war, was war dessen Rolle.
31:12  Dennis
Äh Hans Paxmann war Kammermann während Klein sein Kamerasystem war und.
31:15  Martin
Kameraassistent, okay.
31:17  Dennis
Genau und die haben zusammengearbeitet, die haben uns diese diese zwei Jahre, also zwei Jahre eng zusammengearbeitet, hat äh bis zum Juni achtundvierzig, wo sie dann beide die Defa verlassen haben.
31:27
Ganz spannend, ich denke mal, das ist ganz spannend, diese ganze diese Verbindung zwischen den beiden, weil halt Klein, Hans Paxmann, also sein Chef sozusagen, mit der da mal zusammenarbeitet, halt immer als quasi äh so ein Lehrmeister rangesehen hat und.
31:40
Hans Partner ist witzigerweise auch der Grund, warum äh Klein dann zusammen mit ihm im Juni achtundvierzig äh die DFA verlässt, weil er es darum glaube ich dann King um die äh ja Vergabe,
31:53
eines wichtigsten Posten innerhalb der Defa, also Kulturabteilung und da wurde halt nach Meinungen quasi äh von kleinen Hans Paxmann übergangen und deswegen halt äh entschließt er sich mit Hans Packsmann dann freiwillig die DFA,
32:08
zu verlassen und so quasi kommt er ja auch mehr durch Zufall dann in diese dann die nächste Phase dann seine Arbeits,
32:18
Lebensinhalt, diese Position, dass er sich als Freischaffender etablieren muss und vielleicht auch ganz wichtig zu erwähnen, dass er ja quasi
32:27
bis zu diesem Zeitpunkt ja das Wort freischaffend dir eigentlich nie in den Mund nimmt, dann ist es ja immer das, ja, wie gesagt, ich habe erwähnt, dass er sechsundvierzig quasi auch wir haben in der DFA mit der Gründung der DFA, die,
32:39
Hoffnung verbindet, wieder arbeiten zu können und das ich glaube, dass erst mit achtundvierzig mit diesem Zufall quasi sich in seinem Kopf auch der Gedanke reift, auch aus Notwendigkeit Geld zu verdienen zu müssen.
32:51
Als Freistoffer zu etablieren und das, ja, das ist ganz wichtig zu erwähnen, wahrscheinlich.
32:55  Martin
Wie war denn das Umfeld damals, also die Defa war jetzt gerade neu gegründet und ähm ich glaube, das war jetzt auch so für ähm.
33:03
Für die beiden, also die haben ja dann auch zusammen noch gearbeitet in so einem, ja, Arbeitskollektiv nannte es, glaube ich, wenn ich, wenn ich's richtig erinnere,
33:11
Ähm wie war denn das Umfeld? Also die Defa gab's jetzt, aber gleichzeitig gab's jetzt halt aber auch noch ähm ja auch schon andere Auftraggeber für die beiden. Also du hattest vom Anfang gesagt, also Unternehmen schon auch, aber so auch
33:23
staatliche Organisation, also ähm die FDJ, also die freie Deutsche Jugend oder auch auch andere Institutionen, die jetzt eben.
33:30
Also in Anführungszeichen PR-Filme oder Dokumentationsfilme brauchten.
33:34  Dennis
Ich trinke mal ich würde
33:36
ist man vielleicht nochmal halb zustimmen in dem Fall, also später ja, in dem Fall ist es natürlich, also die ersten Jahre so achtundvierzig bis zweiundfünfzig, wo sich, wo ich ja diese erste Phase nach der DFA festgemacht habe, ist halt noch diese Phase echt, wo die DFA dominiert und die ganzen und die ganzen,
33:51
Möglichkeiten zu produzieren halt auch von der DVA bestimmt werden. Und das ist vielleicht auch dieses entscheidende.
33:58
Doch für diese erste Phase, dass halt die Defa schon der Platzhirsch ist in der Filmproduktion, in der SBZ,
34:04
spricht dann ab neunundvierzig in der DDR. Das ist halt schon auch für sie für die beiden, für Hans Packsmann und Horst Klein dann auch zur Schwierigkeit wird äh.
34:14
Ja, sowas zu produzieren, weil die DFA ja auch alles äh ja bestimmt. Und das ist wahrscheinlich auch dann der Grund quasi, wo sie dann auch da wieder über Kontakte dann halt, weil er damals muss er sich auch nochmal vor Augen führen. Wir reden ja von achtundvierzig.
34:27
Neunundvierzig, wo halt es noch keine Mauer gab, also die Sektorengrenzen waren offen. Man konnte auch zwischen den Sektoren, zwischen den West- und Ostsektoren ja auch.
34:35
Ja passieren und hin und her fahren und.
34:38
Das ist auch wahrscheinlich auch ganz äh gut so, weil dann kommen klein und pack's mal eher in Kontakt mit MBC und MGM. Quasi die halt diese amerikanischen ähm Wochen schauen.
34:49
Die halt auch in Westberlin,
34:51
Büros unterhalten und äh dann auch äh mit ihren Wochenschaummaterial auch dann ja diese Wochenschaummaterialien drehen und besonders gerade Berlin ja immer schon als Zankapfel der Mächte ist und deswegen Berlin ja sowieso ein,
35:05
zentraler, geschichtlicher Ort für die Nachrichten ist und durch diesen Kontakt zu NBC und MGM kommen halt äh Hans Parksmann und Hus Klein in die.
35:15
Gelegenheit, Chance, ja, diese diese ja Filmdokumentation, sprich Filmaufnahmen zu machen für diese Wochenschauen.
35:23
Das machen, das macht klein bis zweiundfünfzig weiter und äh klein trennt sich,
35:30
ein paar Jahre vorher nach einem Streit von Hans Packsmann und quasi und führt dann wie gesagt bis zweiundfünfzig diese Tätigkeit als äh ja Filmberichterstatter für die amerikanischen Wochenschauen fort.
35:44  Martin
Also Wochenschau, also Wochenschau, das, was im Kino dann immer vor dem eigentlichen Film kommt, also so eine Art Nachrichtensendung, als es noch kein Fernsehen gab, liefen die halt im Kino einmal die Woche.
35:52  Dennis
Genau, der Vorlauf war quasi vor von den zwanzig Uhr Nachrichten, was wir so heute kennen, also.
35:57
Ja genau lief im Vorfeld von einem Film, das war halt so, ja, meist so Berichte, Themenberichte und die liefen halt im Kino.
36:03
Und dann halt auch, ja, also wo der Vorläufer der heutigen Nachrichten. Und ich denke mal, war ich noch zu erwähnen, ist hat das halt, wie gesagt, die Grenzen, die offen waren und ähm,
36:12
ist ja für Westler, also Spiel ab, ja
36:16
Also Westbürger, quasi der Westberliner und Amerikaner sowieso in zu der Zeit auch schwierig war, in den Osten zu gehen und auch da zu drehen und das auch vielleicht bisschen so der Vorteil auch
36:25
für kleines eher zwischen den Sektoren ja hin und her fahren konnte und deswegen auch quasi,
36:32
problemlos äh quasi auch äh mit seiner Kamera äh okay die Ereignisse im Osten, also in Ostberlin und in der DDR dokumentieren konnte, ohne da aufzufallen. Das war bisschen so ähm.
36:45
Auch ein guter Punkt, dass man auch erwähnen musste, weil er klein auch in seiner Arbeit, in seiner in seiner seinen Tragebüchern ja auch immer erwähnt, dass diese ganze Arbeit, die er für MGM Urne.
36:55
Und die NBC macht ja immer schwarz ist, also ist der ist illegal und deswegen ist es immer so eine Art ähm.
37:02
Ja, Geheimnis, was er macht und es aber auch da ist es halt schon,
37:06
Er ist eher ein sehr wichtiger Faktor, dass er halt ja zwischen den Sektorengrenzen ja hin und her fahren kann und ohne Probleme dann auch äh ja die Ereignisse dokumentieren kann, wie zum Beispiel die ersten Wahlen in der DDR oder auch dann äh die Sicht zur ähm.
37:21
Zur Luftbrücke klamm Osten halt und solche Sachen. Also das sind alles Themen, die halt ein westlicher äh Filmemacher nicht dokumentieren können, so leicht, also ohne weitere mehr Probleme.
37:32  Martin
Also zwei Sachen sind mir jetzt hier aufgefallen. Ähm zum einen beschäftigt hier MGM, also ein US-amerikanisches Unternehmen und ähm das andere war ein NBC, sagtest du?
37:41
Er beschäftigt hier jemanden aus der Ostsode Schwarz, also
37:44
da vielleicht auch von Seiten der USA vielleicht auch so eine moralische Frage, die sie dann auch für sich beantwortet haben, anscheinend mit Geld und dem äh,
37:53
der Möglichkeit Filmmaterial zu bekommen und du sagtest gerade noch ähm aus Kleinkunde mit seiner Kamera zwischen West und Ost wechseln, das vielleicht auch noch ein spannender Aspekt, zu dem du vielleicht noch was sagen kannst, er hatte dann ja anscheinend eine eigene Kamera, ähm was
38:06
wahrscheinlich auch sehr ungewöhnlich war zur damaligen Zeit, so kurz nach dem Krieg.
38:10  Dennis
Na ja, also also er hatte ja vor, also quasi diese Phase zu Beginn quasi, äh wo er mit Passband zusammengearbeitet hat, hat er keine eigene Kamera gehabt. Packst mal eine Kamera hatte und dir dann diese ersten ähm Finnberichte für MGM
38:24
oder ein bisschen mit der Kamera von Hans Paxmann gedreht haben und dann, als die beiden sich trennen, gibt der, also,
38:31
Genau, es gibt ja Kontaktmann von Horst Klein bei der NBC und MGM gibt's ihm dann eine ähm ja sechzehn Millimeter Kamera, eine kleine sechzehn Millimeter Kamera ähm mit der halt äh quasi dann auch halt.
38:44
Auch wie gesagt, wie du so schon sagst, sehr problemlos, weil sie auch sehr klein und handlich ist, zwischen den Sektoren grenzt nicht nur und her. Ähm erfahren kann, seine erste Kamera an sich, die bekommt er viel, viel später. Er ist in den Fünfzigerjahren. Da kann ich ja nachher nochmal kurz drauf eingehen.
38:58  Martin
Also eine erste richtige also das ist jetzt so eine Schmalspurkamera gewesen, oder? Okay.
39:05
Gut, aus dieser Zusammenarbeit mit ähm NBC und äh MGM. Da entwickelt sich jetzt tatsächlich auch so eine, ja, so eine gute Einnahmequelle für ihn. Ich glaube, parallel schreibst du, arbeitet er, macht er noch Fotos, was dann irgendwie auch,
39:18
sehr lukrativ ist, also dieses Fotografiegeschäft bleibt ja zumindest in der äh im Etier, aber eigentlich will er natürlich Filme drehen und das klappt jetzt auch ganz gut. Ähm.
39:29
Wie geht's denn dann weiter? Also ähm er ist jetzt ja schon mit einem Fuß so halb im im Westen. Äh bietet sich ja jetzt eigentlich an, dass er das intensiviert. Ich meine für MGM oder MBC zu arbeiten, klingt ja erstmal lukrativ.
39:42  Dennis
Ja genau, es äh wie schon sagt, es ist auch finanziell für ihn lukrativ und dann so gemessen, wenn man dann auch dann sieht, wenn man's dann durch die Arbeit geht und auch dann äh merkt, also er
39:52
Witzigerweise nennt Klein ja auch nie irgendwie nur an einer Stelle zu diesem besagten äh Eich
39:57
Ja, Fotografie äh und Tätigkeit, die du erwähnt hast, nennt er Zahlen im Großen und Ganzen
40:02
Nee, der keine Zahlen, aber nichtsdestotrotz ist diese Tätigkeit beim Film total lukrativ für ihn und klar, es stimmte und erste Kontakt zum Westen ist da. Interessanterweise ähm
40:12
rät ihm seinen Kontakt bei Enbission auf ohne MGM, der Gary Stint heißt.
40:17  Martin
Mhm. Genau. Genau, den Namen erinnere ich mich auch noch.
40:20  Dennis
Der wiederum nennt äh äh rät in neunzehnhundertfünfzig sogar schon quasi äh in den Westen zu gehen und bietet ihm an bei seinem Vater, also der Vater von Gary Stint in München als Kameramann zu arbeiten. Auch da lehnt ähm
40:34
quasi das angekleidet, dieses Angebot ab und bleibt dann im Westen,
40:40
Sprich, Entschuldigung, weiter im Osten quasi und lädt es ab, in den Westen zu gehen, weil er glaubt, im Osten seine Karriere zu, ja, verwirklichen zu können und sein Modell von freischaffender Tätigkeit zu verwirklichen zu können
40:51
und nichtsdestotrotz ist es ja quasi auch dann ähm quasi der, ich denke mal so die.
40:57
So eine ganz entscheidende äh Knackpunkt quasi in seiner Karriere, wo sich dann endgültig entscheidet, wo er ähm.
41:05
Äh bleibt quasi Osten oder Westen bleibt, ist dann quasi in den äh ja, erste dreiundfünfzig siebenundfünfzig ist diese Phase, wo ich dann auch eine neue Phase.
41:14
Schaffensphase aufmache, halt, weil da ändert sich äh für klein sehr, sehr viel.
41:20
Genau, weil bei neunzehnhundertdreiundfünfzig, genau, also trifft sich zum ersten Mal klein mit einem Mitarbeiter des damaligen äh Fernsehens in der DDR, der ihn kontaktiert ähm und fragt, ob er.
41:32
Fernsehen seine Kamera leihen könnte und dann ist natürlich klar ich glaub,
41:38
Klein besitzt meine Kamera, aber ist die Kamera von MBC und der kann er nicht hergeben,
41:42
Und dadurch ist der ja gleich sehr früh, also im Juli dreiundfünfzig schon erste Kontakt zum damals noch relativ sehr jungen Fernsehern der DDR hergestellt, weil,
41:53
Das Fans, also durch das Versuchsprogramm des des des des Fernsehens beginnt ja erst am zwanzigsten Dezember zweiundfünfzig,
42:01
Und quasi, ja, kurze, hundert kurz danach ist der erste Kontakt äh von klein zum Fernsehen schon da und
42:07
nach im Nachgang zu diesen Kontaktaufnahme des mit von diesem Mitarbeiter mit klein wegen der Kamera äh produziert er schon im September dreiundfünfzig seinen ersten Fernsehbeitrag für
42:19
dass ja fürs DDR-Fernsehen.
42:22  Martin
Also war eine der Pioniere quasi das das DDR-Fernsehen sozusagen.
42:25  Dennis
Ja genau, genau und das ist auch ganz wichtig kurz mal zurückzugreifen zu dem äh zu dem Thema, was ich früher angesprochen habe wieder mit der Belieferungslage dieser Film. Wir reden hier von einer von der Frühzeit des äh des Kinos. Also entspricht das des Fernsehens in dem Fall, wo halt auch ähm.
42:40
Ja, wo hat auch dann dementsprechend, also nicht aufgezeichnet worden ist. Die ganzen Sendungen von damals sind verschwunden, weil sie ja nicht aufgezeichnet worden sind und deswegen
42:48
ist halt auch sind auch die frühen Werke oder fühlen frühen Filmbeiträge von House Line auch nicht mehr auffindbar, dass es vielleicht noch
42:57
als kleine Fußnote dazu.
42:59  Martin
Da habe ich mir hier auch noch eine Notiz gemacht, weil du am Anfang gesagt hattest, das Fernseharchiv, also vom DF ist eigentlich überliefert, aber nicht das von den Freischaffenden.
43:09
Ist das habe ich mir das so korrekt gemerkt, beziehungsweise Wissen es zu erklären, also dass das Fernsehen hat viel archiviert, aber eher die Sachen, die es dann selber.
43:17
Äh gedreht und ähm hergestellt hat, aber nicht das, was von außen kam.
43:21  Dennis
Na ja, es ist nicht ganz so sagen. Also das Prinzip ist ja so, dass es ja eigentlich
43:25
du musst ja sowas dokumentieren, musst du es auch also behalten, ohne archivieren, muss ja auch das Bewusstsein in dieser Installation da sein, das ist halt wichtig ist zu ähm ja zu archivieren. Und denke mal, ist auch im Westen war das genauso, dass halt die in den Frühjahren des des Fernsehens es halt ähm.
43:41
Noch nicht so, also ist eher so gegenwärtig war, dass man das auch für die für die Zukunft aufheben muss und deswegen wurden die einfach quasi uns mal äh in den Äter reingesendet und dann halt nicht mehr, also die gibt's halt nicht mehr. Wen halt das Original.
43:54
Filmmaterial nicht mehr da ist, dann dann sind halt die, die ähm.
43:59
Diese Sendung, du bist so wie sie ausgestrahlt worden sind, verschwunden, also in einem großen Fall. Das ist halt, weil ich denke mal, die haben jetzt also
44:06
ich glaube, dass die Unterscheidung zwischen äh Zulieferer, Material, also von Freischaffenden oder von externen jetzt die haben da keine Unterscheidung gemacht. Es war einfach nur das das Thema ist der zentrale Punkt, deshalb.
44:16
Bewusstsein ist,
44:17
halt eine Institution erstmal sich gewahr werden muss, dass halt wichtig ist Sachen zu bewahren und aufzuzeigen und auch dementsprechend und ich weiß nicht ab wann das war, aber das muss erstmal in das Bewusstsein diese insbesondere rein und dann sind die auch überliefert
44:31
Auch da im Idealfall nicht immer überliefert, aber halt im Idealfall ist es schon weniges Bewusstsein eintritt auch dann ja dokumentiert wird, was.
44:40
Ja ausgestrahlt wird.
44:42  Martin
Okay, ich würde mal noch auf einen Punkt kurz zurückkommen. Ähm du sagst es, er, er wollte dann nicht in den Westen gehen, weil er sich ausgerechnet hat, er kann im Osten ähm
44:52
ja seiner Filmdrehleidenschaft oder seiner seiner Ambition viele Filme zu drehen oder ja da tätig zu sein, mehr nachgehen. Das erschien mir schon sehr mutig, ähm wo wo ich das,
45:03
Wo ich das gehört habe, weil.
45:05
Ähm er er hat jetzt ja quasi einen sehr guten Draht gehabt zu diesem Herrn Stint und ähm die den Nachrichtennetworkstar und du hast es ja gesagt durch die durch die Dominanz der DFA gab's jetzt für ihn auch erstmal keine Alternative im Osten,
45:20
fiel es dann wirklich so genau zusammen ähm mit der Gründung des des Fernsehens und hat er sich da schon so ein bisschen was ausgerechnet oder hat er da auch einfach gepokert und.
45:29
Äh gehofft.
45:32  Dennis
Also ich vermute, es war ein bisschen, also gepokert und gekauft, ist trifft's vielleicht schon ganz gut, weil ich denke mal, das was man auch immer, weil ich so vor Augen führen muss, ist, dass der Klein immer sehr früh schon eine.
45:43
Seine, eine sehr konkrete Vorstellung von freischaffender Tätigkeit hat, also was er sich darunter vorgestellt hat und das wollte er auch.
45:52
Ja realisieren und in den ersten Jahren, also wo halt auch das Fernsehen ja dringender äh.
45:58
Filmbeiträge braucht, weil die Infrastruktur des Fans auch noch nicht ganz da ist und nicht etabliert ist. Auch da deswegen ist er.
46:05
Fernsehen ja viel, also nach relativ viel Material gleich zu Beginn, weil sie die eigene Infrastruktur noch nicht da ist. Deswegen ist es ganz praktisch, das hat Kleinen da äh quasi auch ja, ich sage mal, ein bisschen mehr so als.
46:19
Auch nicht dazu auch bewusst teilweise dann im Fernsehen so eine Möglichkeit sieht, um sich zu etablieren, um seine freischaffende Tätigkeit äh durchzu durchzu,
46:29
Peitschen oder zu realisieren, um's genau zu sein. Das ist halt äh genau
46:33
Das klappt so in den ersten Jahren des des Fernsehens und dann quasi äh äh merkt er quasi, dass es halt unter den Umständen ist es schwer zu seine Vorstellung zu realisieren. Und deswegen geht er dann.
46:45
Im Juni siebenundfünfzig nach Hamburg und äh genau auf genau auf Einladung.
46:51
Der Pönerfilm, also Klammer auf, die Böhnerfilme, ihr seid eine Filmproduktion, die auch in Dresden war und auch in Hamburg und in ähm genau einen anderen Standort in Deutschland und.
47:00
Das Studio, also der Standort in Dresden wurde auch von der DV übernommen, zwangsübernommen und deswegen halt war die Böhner für den,
47:08
Nur noch im Westen tätig und durch diesen Kontakt mit der Böhnerfilm äh kam er nach Hamburg und ging nach dann siebenundfünfzig im Juni siebenundfünfzig äh nach Hamburg
47:17
um sich da zu bewerben quasi beim erlangen Wort des beim Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband sich zu bewerben, was der Vorgänger
47:26
das Fernsehsehen da war das NDR des norddeutschen Rundfunks und,
47:29
wehte erst des Westdeutscher Rundfunks und da halt ging er hin und ja wird sich bewerben bei diesen äh Vorgängern vom WDR und NDR, weil er gehört hat, dass äh im Westen die.
47:42
Okay, der Ruhm, der der,
47:44
DDR, Filmemacher, ja, Filmekamera, Film und Kameramann aus der DDR halt gut war und deswegen dachte er, dass er das da mitnehmen konnte und sich dann bewerben konnte, Chancen nicht ausgemalt hat, im Westen zu arbeiten,
48:00
Kleinen Patrick in Hamburg ist auch es dokumentierte auch in Wort und Bild und auch Bilder aus Hamburg von Hafenrundfahrt und so weiter und es ist ganz spannend und ähm ja und dann halt äh kehrt er leider dann unverrichteter Dinge zurück, weil halt ähm.
48:14
Weil er auch da also quasi also nicht so so also so zu Ende gegangen ist, wie er sich genau dachte und erhofft und erträumt hat, ja.
48:22  Martin
Was hatte noch nicht gepackt? Was hatte da nicht gepasst für ihn? Also was was hat er denn gedacht, was was im Osten besser sei?
48:29  Dennis
Also ich sehe mal also klar, ich denke mal, das schon als
48:31
Dass der erste, dass der erste Grund dieser ja dieser dieser dieser dieser Fonds einen der Ruben quasi im also von den Ostkameramännern und Ostregisseuren im Westen war
48:40
aber halt am Ende quasi, glaube ich, der entscheidende Punkt war, was auch Skyaner selbst schreibt, ist das teils ähm ja
48:47
selbst ja ähm wissen nicht nette und sehr schmeichelhafte Verhalten der westdeutschen Kollegen gegenüber der ostdeutschen Filmemacher. Und das und das ist so ein
48:56
Entscheidender Grund, warum er sich auch dann wiederum nach Osten orientiert und dann quasi nach,
49:02
was ich nach diesem missglückten Bewerbungsversuch in Hamburg im Westen.
49:07
Dann scheidet trotz aller Widrigkeiten und aller Probleme, die dann noch kommen werden oder halt auch vorher schon sah, sich dann äh versuchen, im Osten in der DDR äh dann auch dann ja durchzusetzen. Und das ist ganz,
49:21
ganz wichtig halt, weil dann vier Jahre später ist ja der Demo. Wer stellt die Maurer dann? Da ist ja der endgültige Schnitt quasi äh zum Westen gemacht worden.
49:30
Und das war, das wird soweit definitiv die letzte Chance, wo er halt hätte äh ja in den Westen rübergehen können.
49:37  Martin
Aber das klingt jetzt für mich gar nicht so, als ob er das unbedingt wollte. Also, wenn er jetzt tatsächlich, also das, was man vorhin schon besprochen hat, ist er wirklich so ein.
49:44
Ein Mensch ist der bewusst oder unbewusst das politische für sich immer ausblendet, sondern wirklich sich reiner an seiner Arbeit definiert.
49:52
Also er hätte ja jetzt wirklich mehrmals die Möglichkeit gehabt in den Westen zu gehen und wenn er das gewollt hätte.
49:57
Wär's sicher auch möglich gewesen. Klar, er hätte vielleicht den ein oder anderen Abstrich machen müssen, weil er ein Anstellungsverhältnis beim Rundfunk gehen hätte müssen oder bei für die amerikanischen Firmen arbeiten müssen, aber die Chancenhetzjäger gegeben, aber es war für ihn anscheinend nie wichtig.
50:13  Dennis
Nee, also das war also wichtig, aber weiß ja immer, es wie gesagt, klingt, klingt total banal und simple, wenn man das so sagt, aber für ihn war halt einfach nur wichtig, dass er seine sanafinischen Tätigkeit ähm.
50:24
Nach gegen Grundunhalt, Weser und im Osten damals, die seine also nicht, also nicht so freischaffend äh,
50:32
tätig sein konnte, wer sich's vorgestellte und dann halt im Westen dachte, dass er das dann so realisieren kann. Und das, ich denke mal, das ich weiß, dass es schwer zu trennen zwischen sehr.
50:42
Der Gedanke quasi, dass alles politisch hinterfragt werden muss, aber ich denke mal, das hat schon, bei ihm ist es schon sehr pragmatisch gedacht im Sinne von ich kann jetzt quasi ähm.
50:52
Genau, also nicht nicht meine Tätigkeit, also wie ich sie mir vorstelle, im Osten ja machen und realisieren, deswegen gehe versuche ich im Westen und dann wär's dann und da ist dann doch scheitert, dann zusätzlich damit,
51:04
ja zufriedenstellend, dass es halt doch im Osten sein wird und die Jahre später zeigen, ja, dass er.
51:11
Auch schafft, das durchzusetzen oder dann quasi zu ähm ja, so zu arbeiten, wer sich's vorstellt. Und das ganz, das ganz spannende, ist ja trotz aller Widrigkeiten und trotzdem
51:21
politischen Situation dann doch schafft am Ende quasi seine Vorstellung von freistaffender Tätigkeit durchzusetzen.
51:29  Martin
Wie sah die denn aus? Also wie hatte, wann hat er die denn erreicht aus deiner Sicht?
51:34  Dennis
Also ich denke mal, ich denke mal, Fehler fehl noch zu erwähnen, ist halt, dass sie fünfziger Jahre, also neben diesen politischen und also wichtigen.
51:42
Ja, Momenten auch für ihn halt, wo er auch dann sich entscheidet im Osten zu bleiben, auch aus technischer äh Sicht wichtig sind, weil die fünfziger Jahre sind die Zeit,
51:50
wo er auch Schritt für Schritt ab neunzehnhundertdreiundfünfzig dann konsequent immer wieder neue Technik ankauft. Äh Beispiel kauft er sich dreiundfünfzig.
51:59
Genau, die AK sechzehn, das ist die erste Amateurfilmkamera für sechzehn Millimeter. In der die zweiundfünfzig, also im September zweiundfünfzig in Leipzig vorgestellt worden ist und das war die erste Amateurfilmkamera, die hat auch am Markt verfügbar war
52:11
Und die kauft er sich weniger Motoren und danach erscheinen quasi in Leipzig und das ist so die erste Schritt quasi zu einer unabhängigen Produktionsinfrastruktur.
52:22
Und die baut dann in den nächsten Jahren dann immer wieder weiter auch.
52:25
Aus und bis er dann auch zum Beispiel fünfundfünfzig sein äh Finn, kleines Schnitt und Tonstudio,
52:32
straft und einrichtet, wo er dann bis neunzehnhundertvierundneunzig auch arbeitet. Und das sind diese, ja, diese Vorboten quasi, diese Grundlage, die er dann auch schafft, in den Fünfzigern für die nächste Phase, so ab achtundfünfzig, wo er dann.
52:45
Ja dauerhaft fürs Fernsehen arbeitet und das Spannende wahrscheinlich ist, dass halt diese Phase auch die produktivste ist, weil ähm,
52:54
Genau, genau, Oktober achtundfünfzig gründet er halt auch ein, ja so eine Produktionsgruppe, das Fernsehfilmproduktionskollektiv Berlin.
53:03
Wo sie halt äh zu viert, er und drei andere ähm.
53:08
Dauerhaft als Autarke äh Filmproduktions oder Produktionsinfrastruktur innerhalb des Fernsehens zahlreiche ähm ja Fernsehproduktion,
53:18
produzieren für das Fernsehen und denk mal, das ein wichtiger Punkt dabei ist echt halt, dass er das halt klein, der halt diese ganze Technik in dieses Produktionsproduktiv reinliefert, quasi durch diese Technik auch diese.
53:32
Unabhängigkeit geschaffen hat und deswegen das ist so dieser dieser dieser wichtige Punkt, dass er halt auch immer äh zwar.
53:40
Teil einer Institution habe oder es für eine Institution dauerhaft arbeiten wollte, wie fürs Fernsehen, aber halt dabei immer seine, ja, Eigenständigkeit,
53:47
halten wollte und das ist so, das, das ist ganz spannend, weil er es auch schafft durch diese ja Produktionsgruppe diese Situation herbeizuführen, deshalb diese.
53:58
Ja dieses Fernsehkorrektiv, Fernseher, vielen Produktionskollektiv Berlin produziert ja in diesen äh fast zehn Jahren seine Existenz, produziert dieses Kollektivjahr zweihundertzweiundsechzig Film, äh sprich Fernsehbeiträge für das Fernsehen und.
54:13
Diese große, das die große Stärke quasi auch was auch sehr genutzt worden ist vom Fernsehen ist diese Autark ja,
54:21
Möglichkeit, dass die äh ja flexibel sind, in eine kleine Gruppe arbeiten können und losgelöst arbeiten können von diesen von den
54:29
Infrastrukturen des Fernsehens und deswegen sind sie in diesen ganzen Jahren auch eine
54:34
sehr gesehen äh ja Produktionsfirma, die das Fernsehen auch oft in Anspruch nimmt, wenn's halt auch geht daru.
54:41  Martin
Ähm, du hast äh genau, du hast ja gesagt, dass äh hast ja gerade so einen Nebensatz gesagt, dass ähm ja losgelöst von den Strukturen. Das ist natürlich das klingt jetzt schon so. Und das arbeitest an deiner Arbeit ja auch heraus. Das.
54:53
Die die Fernsehschaffenden dann ähm wahrscheinlich auch gemerkt haben, ah okay, mit der kleinen schlagkräftigen Gruppe kommen wir dann irgendwie schneller zu den Filmen. Eins können wir jetzt hier unseren riesen Apparat anwerfen.
55:01
Und dazu noch zu einem günstigeren Preis. Das war glaube ich auch ein Faktor, dass die halt ähm relativ günstig arbeiten konnten. Eben auch, weil sie die, weil sie die Technik hatten.
55:10
Und da nicht noch was anmieten mussten oder was vom Fernsehen gestellt bekommen mussten, aber diese zwei Faktoren, die waren, glaube ich, auch ausschlaggebend für diesen enormen Output und die Nummer Beauftragung auch durchs Fernsehen.
55:21  Dennis
Genau, weil dieses schon der Faktor, also wie gesagt, selbst wenn es klein ist, einen ganzen Zeit, also nur.
55:27
Geld unmonetäre Faktoren nur am Rande erwähnt, aber ich denke mal schon, es wird auch Ende Arbeit erwähnt, teilweise ist halt schon dieser dieser finanzielle Faktor schon damit ja reingespielt hat, ist halt die Auftragsarbeit nach außen gegeben worden sind. Das ist ganz spannend, weil es auch
55:41
wissen so entgegen ist ein Bild quasi dieses wir sind ja von der Stadt oder die Institution schaut auf alles drauf mit mit Aggusaugen draufschaut und kontrolliert alles
55:50
haben sie auch gemacht, aber halt äh das Spannende ist ja echt, dass
55:54
durch diese selbstständige Arbeit, diese Produktionsgruppe, um klein, ja, die haben ja alles übernommen, die haben ja von, ja, also die haben zum Beispiel vom Fernseher eine Idee bekommen, also das Thema bekommen und dann haben sie halt auch das Drehbuch oder.
56:05
Genau das Filmkonzept, das Drehkonzept entwickelt, gedreht und auch da nochmal geschnitten. Eine, ein wichtiger Faktor ist ja die Eigenständigkeit und deswegen, weil dieses kleine Produktionsteam umklein.
56:16
Ja die ganzen Schritte vom Drehbuch äh bis zum bis über den Dreh selbst, bis zum Schnitt auch als selbstgemacht und das hat diese Stärke ausgemacht.
56:24
Es gibt zu Beginn dieser Phase äh genau achtundfünfzig dieser achtundfünfzig bis neunundsechzig dauert, wie das ein Produktionskollektiv ist hat auch äh ganz spannend, weil zu Bückingen dieser dieser Jahre produzieren sie.
56:36
Auch eine auch ja Fernsehbeiträge.
56:40
Wo es um Produktion, um genau up um technische Produktion geht, also weil halt das Fernsehen damals versucht, auch übers Fernsehleute.
56:47
Genau, zu bilden, also technischen Berufen weiterzubilden und dann produzieren die quasi ähm.
56:52
Beiträge für diese Sendungen, diese mehreren Sendungen, die es im DDR Fans sind zu dieser Zeit klippt und ähm das wird auch.
57:00
Auch ein paar Sendungen, wohl auch neben Filmbeiträgen auch eine Live.
57:05
Situation im Studio ist und selbst diese äh Live-Situation übernimmt der Regisseur von diesem Kollektiv und äh kümmert sich dann äh während dieser Live-Phase,
57:16
Des Fernsehbeitrags auch um die Kameras und die Kamerapositionen im Studio und man kann es ganz spannend im Nachlass von klein äh sehen, denn da sind auch paar mal ja solche Pläne überliefert, wo halt.
57:30
Kollektiv auch,
57:31
Genau, das ist ja so eine Art Kameraplan entwickelt hat, wo dann während wir so ein Live äh Studioteil dann die Kamera stehen so und das ist ganz spannend, weil die von A bis Z alles quasi übernehmen und das ist halt auch diese Stärke auch äh von diesem Projektive in diesen Jahren.
57:46  Martin
Was würdest du denn sagen, war denn die Rolle von klein in diesem Kollektiv? Also er wird ja,
57:51
das steht glaube ich äh bei dir auch an mehreren Stellen, dass er immer nur Kameramann war, offiziell oder es ist sehr sehr oft als solcher genannt wird,
58:01
Eigentlich aber auch Kameraregisseur war oder Produktionsleiter, das ist glaube ich so das, was es am ehesten trifft.
58:07
Ähm weil er dann doch irgendwie die Fäden in der Hand hatte, Drehbücher mitgeschrieben hat, die ganze Organisation gemacht hat, also den ganzen Dreh quasi verantwortet hat, war er dann auch erste untergleichen in diesem Kollektiv oder waren die quasi alle so draußen Zassas?
58:20  Dennis
Ich denke mal, das hat schon also gerade das spannende ist ja, ist auch nochmal vielleicht zurückzukommen zu diesem, ja, zu diesem Begriff, von Freischaffen ist ja das halt schon, also ein ein wichtiger Faktor quasi.
58:32
Von Freistoffen ist ja das ja nicht nur also die die Firmenherstellung selber, sondern ist auch, dass diese freischaffen auch diese Infrastruktur,
58:39
mit sich reinbrachten. Also sie hat mir die Infrastruktur und das Manpower und die technische Power und das hat auch ein erscheinender Faktor, dass halt von diesen ganzen vier Leuten
58:47
diesen Kollektiv war halt klein, der was man schon eher, also was man definitiv als freischaffenden.
58:53
Wie er bezeichnen könnte, weil er halt klar die Rolle des Kameramanns übernommen hat in meisten Teilen, aber er hat schon ein bisschen so der zentrale.
59:01
Ihr habt ja zentrale Personen, dieses Kollektiv war, um halt auch die Kanzlerin mehr Produktion mitgestemmt hat durch seine Technik und auch dann.
59:10
Ja Produktionsleiter glaube ich Produktion, Produzent quasi trifft es ganz gut, weil die ganze Struktur die die hinter dieser dieser diese.
59:19
Dieses Kollektiv steht, ist ja von ihm und deswegen ist halt eher schon zwar de facto betraut mit der Kamera und auch Kamer.
59:28
Ja Regiekameramann ab und zu mal,
59:30
An im Großen und Ganzen ist halt das äh Produktionsleiter, Produzent, eben bei schon, das ist schon eher umschreibt, was er in diesen äh Kollektiv
59:38
ja gemacht hat und auch die Rolle von ihm und deswegen ist es auch also ich hab jetzt keine Billige dafür gefunden aber quasi dann
59:45
das halt, also als dann zum Jahr achtundsechzig klein des Kollektiv von der Verlässt dann glaube ich dann auch das Kollektiv dann nicht mehr existiert, weil mit ihm geht ja auch dann am Ende diese ganze äh technische,
59:58
Infrastruktur.
59:59  Martin
Die nimmt er dann mit wohin?
1:00:02  Dennis
Genau, also dann äh fängt er noch so siebzig an beim Telespiegel, also Telespiegel ist ja quasi das äh quasi Pendant zu den tausend Redetipps. Also wir sprechen hier vom Werbefernsehen des Fernsehens, also.
1:00:14  Martin
Genau die tausend Teletips waren quasi das die Werbesendung im DDR-Fernsehen und Telespiegel war sowas ähnliches sagst du.
1:00:22  Dennis
Ja, also während die tausend Themen mit Tipps, also quasi die Werbeschiene quasi war für die Produktwerbung sozusagen, also für die Produkte, in den NDR produziert worden sind,
1:00:30
War das jedes Spiegel halt? Ähm äh.
1:00:33
Präsentierte der Tierspiegel nicht Produkte, also nicht Werbeprodukte oder genau einfach Dinge, die man kaufen konnte, sondern dass die Arbeit der verschiedenen Betriebe und Kombinate. Deswegen halt auch Werbung für die Kombinate.
1:00:43  Martin
Ah okay, also er blieb quasi in seinem Metier des ähm Industriegebrauchsfilms, aber jetzt halt auf einer, ja, doch eher PR-Schiene fürs Fernsehen.
1:00:53  Dennis
Genau und das ganz spannende, vielleicht nochmal das, das zu erwähnen ist halt das, was ihr bis davor bis neunundsechzig ja eher dieses, ich sag's immer so, ich hab's ja beschrieben in der Arbeit als äh festes, freies äh.
1:01:04
Ja, Berufsverhältnis mehr im Fernsehen hatte, ist er halt schon mit dem Kollektiv ja das realisieren Kurs, äh was er haben wollte, also das Eingebundensein in Fernsehen und trotz eigenständig sein durch diese Produktionsinfrastruktur und jetzt ist so die Phase, wo er quasi auch dann
1:01:19
eigentlich de facto in einer Festanstellung ist, aber interessanterweise immer noch erschafft, sich sein.
1:01:27
Ja die Eigenständigkeit zu behalten und dann auch erst de facto noch einen Vertrag fest angestellt beim Telespiegel.
1:01:34
Als fester Kameramann, aber trotzdem äh de facto ist die Arbeit, die er macht, immer noch zu vergleichen mit einem freischaffenden und das ist ganz spannend, dass er trotz dieser Festanstellung immer noch schafft,
1:01:45
sich da als freischaffender und fester Freier, muss man genau zu sein. Äh jetzt fair zu bleiben und auch weiter zu arbeiten. Das ist ganz spannend.
1:01:55  Martin
War dann angestellt beim Fernsehen oder war er dann quasi nur zu hundert Prozent beauftragt vom Fernsehen.
1:02:02  Dennis
Die Verträge, also die es auch beliefert sind, im Nachlass er die zeigen, die zeigen es schon halt, dass er fest angestellt war. Zu der Zeit hatte er auch Klein.
1:02:10
Durch seine lange Tätigkeit auch ein bisschen Ruben oder Namen quasi beim Fernsehen und deswegen konnte er auch quasi dann trotz dieser de facto vertraglichen
1:02:19
Festanstellung und nicht hundertprozentige äh Zuarbeiter, sondern dass äh Festanstellungen halt konnte er sich auch verschiedene Freiheiten rausnehmen und trotz
1:02:28
Ja, trotz Festanstellung immer noch frei agieren und freier als manch anderer, glaube ich und deswegen gibt's auch Phasen, wo er halt auch dann auch äh in den, also nicht nur Kameramann ist, sondern es auch.
1:02:38
Bei der ersten Produktionsphasen, also der, ja, Konzeption des inhaltlichen Konzeption auch schon dabei ist. Und das ist eigentlich ein sehr spannender Aspekt, weil es genau das zeigt, dass er auch trotz dieser.
1:02:50
Änderungen des Berufsstatuses weiterhin äh seine Vision von Freistaat natürlichkeit weiterhin durchsetzen kann und auch leben kann.
1:03:01  Martin
Ist es vielleicht ein bisschen Spekulation, aber was ist denn so dein Eindruck, wie das die Verantwortlichen in den im Sender so wahrgenommen haben? Ah, haben die schon
1:03:09
haben die schon damit gerechnet, dass Klein das eh alles macht oder das Kollektiv und dann später in Klein selber eh alles macht oder war denn auch so 'n bisschen perplex als er dann mit einem fertigen Drehplan da stand.
1:03:21  Dennis
Also ich denke schon, dass dieses auch bewusst gemacht haben, die wussten ja, was er kann und wie er arbeitet und ich denke das schon, dass es halt ein
1:03:26
Ja, sehr gern gesehene Situation war für die, wie gesagt, sie haben ja davon profitiert, jahrelang und ich denke mal, das ist halt, sie wussten ja, was sie,
1:03:34
haben und das ist auch dann so, auch dann gesagt hat, auch in halben schalten und walten lassen. Also das hat schon aber wie gesagt, das ist ja alles glaube ich äh,
1:03:41
Auch dadurch bedingt, dass sie ihn vorher schon kannten und es hat auch, ist ja kein Neuling mehr war und es hat schon, also es kam ihnen nur zu Gute, diese ähm diese Art und Weise, wie klein auch gearbeitet hat.
1:03:52  Martin
Wie lange ging denn die Arbeit beim Telespiegel dann? Du hast gesagt, also oder wann begann sie und wie lange ging sie.
1:03:57  Dennis
Beim Telespiegel an sich arbeitet Kleinjahr von neunzehnhundertsiebzig bis fünfundsiebzig und auch diese Zeit war relativ.
1:04:03
Sehr produktiv, zum Beispiel teproduziert, er nach hundertvierzehn Arbeiten für das Fernsehen,
1:04:09
Und diese Tätigkeit endete dann fünfundsiebzig mit dem Abschalten, also mit dem Ende des Werbefernsehens und damit auch das des Senderformats des Vertelespiegels.
1:04:18  Martin
Wurde das tatsächlich als äh Werbefernsehen verkauft oder war das eingebettet in so ein redaktionellen äh Sendeplan, weil die die Teletips waren ja schon offensichtlich erkennbar als Werbung.
1:04:30
Der Telespiegel hatte da schon noch so ein Dokumentarischen Anstrich.
1:04:35  Dennis
Dieses Jahr und nein, also also klar, das ganze Doktor Dach, dieses Dachs äh Struktur war ja, das hieß ja, Werbefernsehen, der DDR und die waren ja der Telespiegel trotz dieses auf dem ersten Blick nicht.
1:04:46
Werbemäßigen Kontext, aber das die ja tausend viele Tipps, die haben ja echt ja Produkte beworben, also die man auch kaufen konnte und hat Telespiegel hat wie gesagt nur die, also die Arbeit der der
1:04:57
Der Betrieb und Kombinate beleuchtet oder gezeigt quasi, aber das lief trotzdem unter,
1:05:01
Also nicht, was wir so unter Werbefernsehen verstehen, aber es hat schon ja Bericht, ja, Berichte gewesen von der Arbeit der Kombinate, wie sie gearbeitet haben, ob sie den Finger knapp.
1:05:12
Jahresplan erfüllt haben und so weiter. Das halt es lief unoffiziell unter dem äh.
1:05:16
Werbefernsehen, auch die Strukturwerbefernseher, aber ist halt vielleicht nicht im klassischen Sinne als Werbefernsehen ähm.
1:05:24
Zu verstehen, sowas mehr so im weitesten Sinne als Propaganda, Präsentationsplattform für die Arbeit der Betriebe.
1:05:30  Martin
Was haben sie denn gemacht, als dann fünfundsiebzig Schluss war mit dem äh Telespiel.
1:05:35  Dennis
Genau und da nach dem Testspiel, also nach dem Weble Fernsehen macht er weiter beim Fernsehen von sechsundsiebzig bis neunzehnhundertneunzig quasi bei Beruf im Bild. Beruf im Bild. Das war eine ähm.
1:05:45
Ja, er war in der Sendung
1:05:47
aber eine berufsbildende Sendereihe in der Jugendlichen ja die berifische Berufe inhaltet er ja präsentiert worden oder mit sie halt auch dann wenn sie von der Schule fertig sind dann auch dann wählen können welchen Beruf sie machen können und das ist,
1:06:02
Das ist witzigerweise wer im Telespiegel die Filmproduktion im Tierspiegel, also auch überliefert sind in einem deutschen Rundfangarchiv gibt's verhältnismäßig mehr Folgen ja von Beruf im Bild.
1:06:14
Beim deutschen Rundfunkarchiv, also es sind überliefert im Archiv und ja das ist ganz spannend, dass auch da diese,
1:06:20
Ja präsentieren Sie quasi den Jugendlichen, äh, welche Berufe sie nach der Nachtschule ja machen können und das ist auch äh.
1:06:28
Ja teils thematisch.
1:06:31
Strukturiert. Genau folgen, die halt auch dann ähm in den späteren Jahren dann, wo sie halt bestimmte äh Themenblöcke schaffen.
1:06:40
Ja, Berufe und Landwirtschaft und dann werden drei einzelne Berufe vom Landwirt zum Agrarwissenschaftler oder äh auf einer Sache aber zusammengefasst, aber in der Frühphase dieser Beruf im Bild sind hat die Folgen,
1:06:51
genau, wird ein Beruf vorgestellt.
1:06:55
Und dann auch in der Zeit der ja eine siebzig achtzigern wandelt sich auch dieses Bild langsam wo halt auch dann wie gesagt diese diese äh Sammelfolgen äh gemacht werden, wo halt äh dann zu einem Thema,
1:07:08
Professor vorgestellt werden und vielleicht noch auch da ist ganz spannend, dass er auch klar auch da äh klein sehr autark.
1:07:16
Sie eigenständig arbeitet und auch da zum zentralen Kameramann dieser dieser sie hatte Redaktion wird und das Interessante ist vielleicht, dass,
1:07:25
Ähm das Klein scheidete dann neunzehnhundertsiebenundachtzig Verlässte in die Sendung. Siebenundachtzig war er dann in Rente geht offiziell und trotzdem arbeitet er
1:07:35
Ja noch ja noch ein bisschen kurz weiter bei für Beruf im Bild,
1:07:39
das ist ganz interessant und hoffe ich die die Wichtigkeit von klein oder für die Redaktion zu zu beleuchten ist ja das halt als er siebenundachtzig geht immer noch kein Nachfolger für ihn gefunden ist und deswegen
1:07:51
Eher noch zwei, drei Sendungen produzieren muss, bis sein Nachfolger da ist, weil ja klein durch diese auch in Eigenständigkeit quasi die er mit reingebracht hat und auch was man auch nicht vergessen darf.
1:08:05
Ein großer Teil seiner Arbeit sowohl auch im Telespiegel als auch bei Beruf im Bild ist ja neben der Technik und dem ganzen Know-How, das er mitbringt, ja auch
1:08:12
teilweise auch seinen Filmarchiv, der hat ja über die Jahre auch
1:08:16
ein ein immenses Schnittarchiv angesammelt, was wiederum dann auch äh sowohl beim Tennisspiegel von siebzig bis fünfundsiebzig als auch dann bei Beruf im Bild sechsundneunzig bis neunzig äh dann auch
1:08:28
bereit für dich von Generationen genutzt wird und dann halt sprichwörtlich mit seinem Weggang ein zentraler Pfeiler der Produktion
1:08:36
Beruf im Bild wegbricht und deswegen auch diese kurze Phase der ja wo hat er noch ja noch aushelfen muss auf wieder freischaffender Basis und dann halt ähm bist du halt sein Nachfolger erst da ist.
1:08:49  Martin
Das habe ich mich nämlich auch gefragt, also du hattest ja am Anfang mal gesagt, ähm er hat sich dann quasi ein eigenes Studio und Tonstudio eingerichtet mit Schnittplatz und so weiter. Das war ja alles in seinen Privaträumen. Also
1:09:02
in seiner Wohnung teilweise oder hauptsächlich in seiner Wohnung,
1:09:05
da waren vermutlich auch die ganzen Schnittsrollen oder Lagerten, die im Sender und er ist dahin und hat da auch geschnitten oder hat er hauptsächlich wirklich aus seiner Wohnung raus alles gemacht.
1:09:16  Dennis
Also das ist ganz spannend, weil es gibt ja auch dann, als ich habe damals im Zuge dieser ganzen Arbeit ab, hat doch damals ein damaliger äh Mitarbeiter des Filmmuseums, hat auch Fotos gemacht von dieser, von diesem äh von dieser Riesenwohnung, wo das halt echt.
1:09:29
Klein hatte eben, genau, der wohnte in Friedrichshain damals.
1:09:33
Und bis zu einem wohnte er da und äh ist ganz spannend, weil die ganze Wohnung war halt, also neben dem Wohnbereich auch eingerichtet quasi auch teilweise als richtiges Studio. Da hat er ein kleines, ein Vorführraum, Tonschnittarchie, also Tonraum zum Schneiden und auch.
1:09:48
Fimmschnitt Archiv und auch halt auch einen kleinen Lagerraum für das Filmarchiv, also für die Filmrollen und die waren schon auch bei ihm quasi dann auch ähm.
1:09:56
Teilweise gelagert. Und das sind ja wiederum auch teilweise.
1:10:00
Das äh Filmmaterial, was dann im Filmmuseum überliefert ist, das, das wurde dann alles von seiner Wohnung dann ins Filmmuseum Potsdam übergangen. Ja,
1:10:09
Das ist schon spannend, wenn man die Fotos auch sieht. Äh ich, leider kann man's in denen nicht sehen, quasi im Podcast, aber wenn man sieht, mal die Fotos ist ein, also ein Wahnsinns äh kleines Studio eingerichtet, hat er sich und ja, sehr spannendes äh Fotomaterial.
1:10:23  Martin
Hat er sich im besten marxistischen Sinn wirklich die Produktionsmittel in die eigenen vier Wände geholt?
1:10:28  Dennis
Genau, genau, im wahrsten Sinne des Wortes, genau.
1:10:30  Martin
Ich wollte mal noch ein bisschen auf ähm
1:10:33
so so ein paar übergreifende Themen eingehen, bevor wir uns gleich mal noch an einem Beispiel angucken werden, ähm wie die Arbeit dann für so einen Film stattgefunden hat,
1:10:42
jetzt nicht für Berufe im Bild, sondern es war bisschen bisschen davor, ähm, aber kommen wir gleich dazu kommen, hab ich mir noch 'n paar Fragen aufgeschrieben und ja, ich hoff mal, du kannst mir die beantworten.
1:10:53
Ähm eine war, was was war denn so dein Eindruck? Ich bin beim Lesen, habe ich mich mehrmals gefragt, ähm,
1:11:00
Bin auch nie zum Ergebnis gekommen, wie wie waren denn
1:11:04
so die Ambition von von klein. Also was hat ihn wirklich angetrieben? War's jetzt wirklich so die die technische Seite des Filmemachens, die die künstlerische war's ja nicht, das haben wir ja schon so ein bisschen rausgearbeitet
1:11:15
Ähm, war's jetzt die die inhaltliche handwerkliche Herausforderung? Was machen, was er noch nie gemacht hat. Ich glaube, so eine Formulierung kam mal tatsächlich in seiner,
1:11:25
Ich nenn's jetzt mal Rechtfertigung, wo er diesen Film für die Hitlerjugend gedreht hat, dass er das damit begründet hat, dass er da viel lernen konnte über das Filmemachen,
1:11:33
gab's denn darüber hinaus auch so.
1:11:37
Ja inhaltlich idealistische Autorensicht, wo er gesagt hat, das, das ist mein Antrieb für's Filme machen.
1:11:45  Dennis
Ich denke mal, das macht es auch bisschen zum zum Sonderlink quasi, dass man vielleicht, also quasi wie gesagt, ich will eben auch nicht diese künstlerischen ähm.
1:11:54
Ich habe Anspruch äh also nicht gegeben. Also er hat ja auch seine, ich habe ein paar Sachen gesehen. Auch also sie sind halt
1:12:00
Ja, Gebrauchsfilme, die gemacht worden sind für einen bestimmten Zweck, wie gesagt, also es sind halt das nicht künstlerisch überragend und schön und äh künstlerisch oder ein Kunstwerk, aber sie sind sehr effektiv halt und auch er hat halt, ich denke mal schon, das ist halt schon
1:12:14
ähm hat nicht dieses dieses künstliche Autorenmäßig angetrieben, hat schon richtig de facto einfach nur, er hatte einfach.
1:12:21
Wollte einfach nur Filme drehen und das ist ja wie gesagt, was du ja vorhin erwähnt hast, mit diesem Konflikt quasi ähm genau mit der HJ damals und auch oder auch.
1:12:29
Immer wieder, wenn man's mal auch über die DDR redet, ja immer wieder, dass er sich trotzdem, also am Ende quasi.
1:12:34
Fehler macht und in Kauf nimmt quasi, dass er halt indirekt oder halt äh quasi immer noch Sprachrohr einer ja politischen Sichtweise ist, aber.
1:12:44
Ich denke schon, dass halt jetzt viel um machen, also das, wenn man einfach nur seine Leidenschaft, den Filme drehen und Filme machen, nachgehen und das hat er auch so immer auch.
1:12:53
So gemacht und auch realisiert und hat auch nie, glaube ich, auch nie in seinem ähm äh Tagebücher auch geschrieben über Küste Anspruch und das vielleicht noch.
1:13:02
Sehr witzig ist da noch äh zu erwähnen, dass er das im Ganzen, diesen ganzen äh dreiundfünfzig, vierundfünfzig Jahren Karriere durch nur also zumindest im Tagebuch steht nur ein kleiner ähm.
1:13:12
Satz, glaube ich, drehen oder einen großen Absatz, wo er zum Beispiel äh.
1:13:16
Weiß nicht genau, wann es war, aber irgendwann mal äh dem Fernsehen eine, also von sich aus, ohne diesen Auftragscharakter dahinter, dem Fernsehen einen,
1:13:24
ein ähm ein Thema vorschlägt, quasi eine Dokumentationsreihe, die Straßen,
1:13:28
unsere Republik quasi so eine Art Dokumentationsreihe über die ähm über die Straßen in der DDR quasi übers Leben,
1:13:36
am Rand der Straße oder halt von den Leuten, die in der Nähe von den Straßen wohnen und trotzdem wird es, du bist nie mehr, es wird nie mehr erwähnt, diesen Tag die Bücher und das ist glaube ich der einzige,
1:13:46
Punkt in der ersten Tagebüchern, wo halt echt quasi auch dieser.
1:13:50
Wenn man's mal sagen würde, künstlerischer Anspruch hat, ich präsentiere das, weil ich es was interessant finde. Es ist halt.
1:13:57
Ja, das ist vielleicht das einzige Moment, aber nichtsdestotrotz ähm das, was sie gemacht hat, hat er gut gemacht und ich denke mal, es ist
1:14:04
einfach so effektiv und gut gemacht hat, liegt glaube ich auch begründet in seinem Ethos, Arbeitsetos, dass er halt ein sehr äh Verpflichtung, ich gehe in der, ja, Verbindung ein zum Auftraggeber und verpflichte mich auch, das gut zu machen,
1:14:17
Das ist vielleicht so, auch so ein Punkt, den man da auch mal berücksichtigen muss, glaube ich, bei jedem.
1:14:21  Martin
Was mir eher in den Sinn kam ist tatsächlich, also er nennt sich ja auch öfter mal so ein Handwerker, also er er sein Handwerk ist eben der Film und ähm.
1:14:32
Diese kurze Zahl, die wir am Anfang genannt haben, ist vielleicht auch so ein bisschen das Ziel, was er hatte, also da da psychologisiere ich jetzt vielleicht auch ein bisschen was rein, aber wo ich sage, okay, ihm ging's vielleicht dann eher um die.
1:14:43
Quantität und.
1:14:45
Ähm ja die Qualität schon auch, also er wollte schon gute Arbeit abliefern, aber auch die Entscheidungen, die er getroffen hat, wann er wohin geht, das war ja immer auch damit begründet, hier kann ich mehr Filme machen und hier kann ich und nicht,
1:14:58
nicht genau diese Filme machen, die ich im Kopf habe, sondern es war dann immer auch so eine so eine Quantitätssache.
1:15:04  Dennis
Genau, das ist halt ja sehr pragmatisch gedacht hat er und ist halt die Möglichkeiten, die sie baten hat er halt immer so bewertet halt, wo kann ich immer gesagt, er hat vielleicht nichts, also.
1:15:13
Viel mitreden und auch das realisieren was ich mir vorgenommen hatte. Das hat das hat schon dieser Disziplin Triebfeder, dieser rote Faden, der auch durch sein Leben äh zielt und nicht immer schon, das ist halt auch,
1:15:23
Thema da die Anzahl es ist schon so ein auch ein Stolz, den er hat dann auch dann in seinen Tagebüchern auch bisschen präsentiert, bisschen so dieses also nicht stolz aber ist einfach nur, dass er halt am Ende auch für sich realisiert, was er dann auch gemacht hat, aber was für eine immense,
1:15:38
Werke auch geschaffen hat.
1:15:40
Wie wie äh ja wie äh stark oder wenig es auch wahrgenommen wurde, aber für ihn war das halt schon ein, ja, ein Ausdruck seiner seiner Leidenschaft und seines Ziels.
1:15:52  Martin
Ich hab mir hier mal noch so ein Dreieck aufgemalt beziehungsweise aufgeschrieben worin sich wahrscheinlich sein Arbeiten so bewegt hat, das ist Leidenschaft Gewissen.
1:16:02
Und Einkommen ähm habe ich mir mal so aufgemalt und ähm,
1:16:07
ich glaube es war dann eher so in den Ecken zwischen also Einkommen, Leidenschaft, Gewissen, bisschen weniger, aber also das habe ich für mich mal so aufgemalt hier beim Lesen, wo ich dachte, okay, das
1:16:17
Daran hat er es wahrscheinlich immer so bisschen bemessen, also kann ich meiner Leidenschaft nachgehen, Filme zu machen, kann ich dafür mein Einkommen bezahlen und ähm ja ähm gewissen Moral blende ich erstmal aus, beziehungsweise Politik wie er es dann nannte, denke ich mal.
1:16:29  Dennis
Ja, gut stimmt schon. Ehrlich, das trifft's ganz gut, eigentlich muss ich sagen, das ist das hat schon viel Pragmatismus bei ihm ist, das muss man echt durchaus sagen, also das ist halt und trotzdem dieser diese Balance zwischen Arbeit und Leidenschaft zu realisieren. Das ist halt, ja, Priss ist ganz gut.
1:16:43  Martin
Und eine Sache ist mir noch aufgefallen, ähm in diesen ganzen Arbeitskontexten es ist schon sehr männerlastig gewesen. Also ich würde sagen, ausschließlich männerlastig, also zumindest in seinen Arbeitskollektiven und die Ansprechpartner, die er hatte.
1:16:56
Also ich, wie gesagt, ich bin auch manche Passagen bin ich drüber weggeflogen beim Lesen, aber viele Frauennamen sind wir sind mir nicht untergekommen in im Berufskontext.
1:17:07  Dennis
Nee, definitiv, also es es war eine sehr, sehr männerlastiges, also erstmal es gab in diesen ganzen äh es gab ja nicht nur ihn als Freistoff, es gab auch da, einzelne Frauen aber im Großen und Ganzen, die die äh Männer waren in der Überzahl, es waren also de facto
1:17:20
filmschaffende, also ich habe es auch dementsprechend oder freie Schaffen, ich habe deswegen auch bewusst die
1:17:25
die männliche Form benutzt, weil es halt der Faktor zu neunzig Prozent alles äh Männer waren und es natürlich auch da haben Frauen mitgearbeitet, zum Beispiel bei klein, selber hat auch seine seine erste Ehefrau, hat auch mitgearbeitet bei den Produktionen,
1:17:37
Mit teilweise beim Produktionsarbeiten, aber im Großen und Ganzen war das halt definitiv ein sehr männerlastiges äh,
1:17:45
ja, Tätigkeit.
1:17:47  Martin
Zum Abschluss wollen wir uns mal noch exemplarisch eine Filmarbeit von Horst Klein angucken. Ähm das ist ein Film, den er gemacht hat in der Frühphase, ich glaube neunzehnhundertvierundfünfzig.
1:18:01
Ich hatte es vorhin mal erwähnt, da hat er begonnen für Institutionen zu arbeiten. Das war so eine kurze Phase. Ähm.
1:18:07
Bevor dann die Arbeit fürs Fernsehen ja doch den größten Teil seiner Zeit in Anspruch genommen hat und da hat er eben für.
1:18:14
War natürlich alles staatliche Organisationen ähm für Organisationen gearbeitet und ja, was ist denn für ein Film, den wir uns rausgesucht haben für die Besprechung?
1:18:22  Dennis
Wir haben uns lernende Schaffen der Jugend von neunzehnhundertvierundfünfzig rausgesucht, das ist er hat klein, wie gesagt, vierundfünfzig,
1:18:30
für die Abteilung Berufsausbildung des Zentralrats der FDJ, also der freien Deutschen Jugend gedreht und äh genau im Rahmen dieser ganzen Tochterarbeit, also da ich ja parallel da beim Filmmuseum auch gearbeitet habe,
1:18:40
und auch dank des Filmmuseums Potsdam, die haben jetzt auch finanziell unterstützt, konnten wir diesen Film digitalisieren unrekonstruieren, das ist ganz spannend,
1:18:50
Weil ja, wie gesagt, die Tagebücher sind ja ein zentrales.
1:18:54
Punkt und Quelle um zu dokumentieren, oben herauszufinden, wie er gearbeitet hat und das nochmal dieses Tagebuch auch die Basis sind, um halt auch
1:19:02
zu gucken ja um halt auch da an Fallbeispielen zu rekonstruieren wie die Produktionskontexte waren. Und.
1:19:11
Ja, wie gesagt, ist ganz spannend, aber diesen Film ist, dass halt ähm also im Filmmuseum Potsdam liegen zwei Versionen vor, also zwei Filmrollen
1:19:19
jedoch, also nicht die gleiche Länge haben. Die eine, also die eine, die ist zehn Minuten kürzer, ne? Zehn Minuten länger und es gibt auch ein Tonband, also Magnet
1:19:28
Tonband, was halt der Ton von einem Film ist, dass man anhand der Unterlagen von klein.
1:19:35
Der längeren Version, also einer dieser Versionen zuordnen kann und dann konnte man quasi anhand äh der Tagebücher Diversionsgeschichten äh von diesem Film.
1:19:47
Quasi rekonstruieren und ich kann mal da anfangen, also ja, warte.
1:19:51  Martin
Bevor du anfängst, lass uns doch mal ganz kurz reinhören in diesen Film. Wir dürfen nämlich das Audio verwenden vom Filmmuseum Potsdam aus. Ähm der Film geht fünfzehn Minuten, wir spielen jetzt gleich mal kurz den Anfang ein und ähm,
1:20:04
vielleicht nochmal zwei, drei Stellen äh hinten dran, damit man so einen Eindruck bekommt, worum's in dem Film geht. Man sieht leider nicht die Bilder dazu.
1:20:10
Ich weiß gar nicht, ist der digital irgendwo abrufbar oder der ist im Filmmuseum wahrscheinlich sichtbar.
1:20:16  Dennis
Ja genau, liegt im Film gesund potsdam.
1:20:18  Martin
Und wir hören mal kurz, wir können mal kurz rein, da bitten wir so das Thema so ein bisschen einordnen kann.
1:20:25  Filmbeispiel
Und Windleiter liegt in malerischer Schönheit, das kleine Musikstädtchen Sondershausen in Thüringen. Aus vielen Orten des Kreisgebietes kommen die Schüler um die Berufsschule in Sondershausen zu besuchen.
1:20:53
Im Geschichtskabinett verschaffen sich die Schüler Klarheit über die Stärke des Weltfriedenslages und lernen die Feinde der Jugend sowie der gesamten friedliebenden Menschheit kennen und hassen.
1:21:16
Hier unterweist der Tischlermeister Schweikert seine Lehrlinge bei der Bearbeitung einer Tür.
1:21:32
Zwischen ihm und dem Fachlehrer der Berufsschule besteht ein enger Kontak.
1:21:49
Gruppen haben in Ängste, Zusammenarbeit mit ihren Handwerksmeistern in liebevoller Kleinarbeit dazu beigetragen, der Öffentlichkeit einen Einblick in den Leistungsstand unserer Berufsschüler zu vermieten.
1:22:11
Fröhlichkeit und Stimmung gibt Kraft für den morgigen Tag, für neue und große Aufgaben.
1:22:27  Martin
So, haben wir mal kurz ähm in den Film reingehört. Ähm kriegt so den Eindruck, es geht so drum um die Berufsschule dort, wie ja, sich die Jugendlichen da vorbereiten, ist natürlich alles sehr ideologisch geprägt und,
1:22:40
aber von den Bildern, die man da sieht, ist es auch
1:22:42
ähm sehr aufwendig produziert, musste ich sagen beim Sehen. Also es ging über einen längeren Zeitraum. Kannst ja gleich noch was dazu sagen, in welchem Zeitraum das gedreht wurde. Aber es sind wirklich viele verschiedene Einstellungen von den verschiedenen Berufen, von der Vorbereitung für dieses Fest, was man gerade noch so ein bisschen gehört haben.
1:22:57
Ein Wandertag wird dann auch nochmal gezeigt, also es sind wirklich verschiedene Orte, verschiedene Zeiten
1:23:03
auch ein paar wiederkehrende Personen erkennt man, also der eine Berufsschullehrer, der taucht dann mehrmals auf. Ähm genau, das äh um mal so einen Eindruck zu bekommen von dem Film und.
1:23:13
Erzähl doch mal wie dieser Film entstanden ist.
1:23:17  Dennis
Ja, wie gesagt, also Dreharbeiten für diesen Film fanden wir vom einunddreißigsten März bis circa Juli vierundfünfzig in Sondershausen in Thüringen statt vielleicht noch äh ums, weil du heute erwähnt hast, das ist ja sehr aufwendig und das ganz spannende ist ja, dass
1:23:30
gerade das einer dieser dieser ersten äh Beispiele ist, wo auch klein schon in einem kleinen Kollektiv arbeitet, aber das Kollektiv sind eigentlich
1:23:37
dato nur zwei Personen, also dass sie halt
1:23:41
die zwei Personen schon diese aufwendige Adreharbeiten auch selbst ja so realisiert haben, also auch ohne Probleme realisiert haben. Das ist auch bemerkenswert, dass uns diesen, wie du schon sagst, also da tauchen äh sehr auf, also sehr viele Themen und ja, Bilder auf, die halt auch,
1:23:56
noch viel Vorbereitung brauchen und trotzdem haben wir es auch geschafft, zu zweit diesen Film zu realisieren. Das ist auch so eine Stärke quasi von auch klein
1:24:04
dass er auch wenig Aufwand, also da relativ äh sehr effektiv gearbeitet hat und trotzdem weniger Ressourcen auch solche Sachen produziert hat.
1:24:13  Martin
Was lässt sich denn jetzt aus seinen Tagebüchern ähm herauslesen, über die Produktion des Films? Also ich erinnere mich an eine Formulierung. Ganz am Anfang, wo er gesagt hat, er hat's eben seinen Kollegen danach Sondershausen geschickt und er hat dort sehr günstige Produktionsbedingungen vorgefunden. Ähm.
1:24:28
Genau und wie geht's denn dann weiter? Also was was äh lässt sich denn aus jetzt dem dem Nachlass herauslesen, wie dieser Film entstanden ist und ja, wie es auch zu diesen zwei Versionen kam.
1:24:37  Dennis
Genau, also hier habe ich schon erwähnt heute, also die Tagebücher sind, sind da so eine Grundlage, um auch diese Fallbeispiele zu beschreiben, um halt herauszufinden,
1:24:47
wie klein in den verschiedenen Phasen gearbeitet hat. Und wie gesagt und dann gibt's halt im Filmmuseum Potsdam liegen zwei zwei Filmrollen vor, also zwei Versionen würde ich dazu sagen mal.
1:24:57
Die eine ist bisschen kürzer, die andere ist bisschen länger und äh zu einer
1:25:01
dieser Version lässt sich anhand der Unterlagen, also der der Filmliste, die auch klein angelegt hat, teilweise so manchen Filmen und die überliefert ist im Nachlass, könnte man also das Tonband zuordnen und das ganz spannende ist ja halt, dass halt ähm
1:25:14
dass man durch diese Tagebücher auch also nicht nur die die Dreharbeiten an sich dokumentieren kann, sondern dass auch die ganze äh Phase danach quasi, dass halt zum Beispiel, dass die äh.
1:25:24
Auch ihre Premierenfassung dann äh vierundfünfzig dann also nicht die ist die überliefert ist und das halt quasi zwischen äh.
1:25:32
Der Version, die halt auch zur ersten Premiere vierundfünfzig dann vorgeführt worden ist, dem Zentralrat gab's da noch andere quasi den auch also wie eine andere Version und dann quasi diese dritte Version.
1:25:45
Äh die ist wie gesagt auch vorliegt über die Filmmuseum überliefert ist und die halt auch dann.
1:25:53
Vom Original sich unterscheidet, weil klein ja interessanterweise auch dann auch solche Kommentare in seinen Tagebüchern schreibt, dass halt äh bestimmte Tonänderungen notwendig waren aus pädagogischen Gründen.
1:26:04
Also geht auch nicht auch darauf ein, was genau da ist, aber.
1:26:09
Äh man kann äh das halt die Version, die vorliegt, nicht die Original ist, weil zwischen dem original Premierenfassung und dieser überlieferten Version halt auch Veränderungen vorgenommen worden ist.
1:26:21
Das Interessante vielleicht nochmal, um's, also jetzt jenseits der Tagebücher ist, dass ich halt bei der Recherche innerhalb
1:26:26
der, der, der, der, FIM-Dose von diesen einen äh Version von fünfundfünfzig von äh vier Versionen, die wir,
1:26:33
Genau, die überliefert ist in der Filmdose von dieser Filmrolle lagert okay der original Sprechertext, also der vollständige Text, also das Voiceovertext, den man hört als Text
1:26:43
Also vier, fünf Seiten sind da überliefert quasi von diesem Speichertext und dann neben dran noch ein kleiner Zettelchen.
1:26:50
Wo halt eine Ton äh Schnitt, also späten Tonänderungen markiert ist und dann halt und wenn man sich den Film auch anhört quasi auch dann hört man an einer Stelle quasi, dass,
1:27:01
Proschnitt, also eine Tonänderung vorgenommen worden ist und das ist so das Spannende, dass man nach einer Hand von dem Film
1:27:08
auch also von den Quellen auch anhand dann dieser Veränderung auch im Film äh wiederfinden kann und wenn man das dann noch weiterspinnt nochmal ist er weiter, dass ja nach dieser,
1:27:19
belieferten Fassung von fünfundfünfzig ist noch mindestens drei andere zwei andere, zwei, drei andere Versionen dieses Films.
1:27:28
Ja gegeben haben muss, weil klein im Verlauf der Tagebücher auch nochmal spricht. Es gab noch eine dritte Version, noch eine dritte Synchronisation, also und so weiter.
1:27:37
Also kurz gesagt, man kann.
1:27:43
Die Versionsgeschichten von Filmen, sofern sie überliefert sind auch nachvollziehen. Und es ist ganz spannend, dass auch da sich dann auch dann viel zeigt über die Arbeitsweisen und.
1:27:58
Zum zum Fernsehen zum Beispiel ist halt, dass halt den sein Filmmuseum im Nachlass gibt's auch von dieser Beruf-und Bildreihe auch.
1:28:07
Zwei oder mehrere Filme, die also die, die auch als vollständige Filme gelistet sind, aber vor dem nicht klar ist, ob das dann die endgültige ja Fassung ist, die auch gesendet worden ist oder halt auch so eine Zwischenfassung. Und das ist halt eben auch das Schwierige, wenn man mit so einem be.
1:28:24
Parallel machen muss zwischen der Quellenlage, also den Tagebüchern in dem Fall und den effektiven Filmen und das ist halt auch das Spannende, was auch immer so ein Dauerspannenden Forschungsprozess auch.
1:28:35  Martin
Ist es natürlich auch spannend für so eine Freigabe und Zensur äh Verfolgung. Also was hat diese Änderung ausgelöst? Wer hat die ausgelöst.
1:28:44
Aber da noch an anderen Stellen nachforschen könnte, ob's da in.
1:28:48
Beim ja beim Kultusministerium oder bei dem beim Zentralrat da eben noch Aufzeichnungen gab, dass da ein Film von Horst Klein eingereicht wurde und was dann Veränderungen ähm.
1:28:59
Notwendig wurden aber allein die Tatsache, dass welche angeordnet sind, könnt ihr so eine weitere Forschung anregen.
1:29:06  Dennis
Genau, definitiv. Und ich denke mal, das ist auch, ich denke mal, das zweite Beispiel ist auch
1:29:09
dieser diese Passage in dem Tagebuch, wo er schreibt, diese ja Änderungen aus pädagogischen Gründen ist notwendig äh äh geworden und dann deswegen machen wir es. Ist auch ganz spannend, weil das dann auch nochmal verdeutlicht, wie klein auch mit den Arbeitsgebern
1:29:23
auch wieder genau, es haben Verständnis von Arbeit auch war, dass er halt super wie gesagt super selten kommentiert hat, äh sowas auch
1:29:33
ja, kommentierte über politische Entscheidungen, ist halt schon seine Arbeit einfach gemacht hat und dann auch dann solche halt auch nie geschrieben hat, was genau da geändert worden ist. Man kann's ja wie gesagt anhand des,
1:29:43
Films nachvollziehen und auch rekonstruieren, aber er kommentiert es ja auch nie, diese Arbeit, diese Änderung, diese Änderungswünsche.
1:29:49  Martin
Vielleicht kommen wir nochmal in die Stelle kurz reinhören, äh welche Stelle ist das? Kannst du die kurz beschreiben, was man da, was man da hören wird? Wenn wir's gleich einspielen.
1:29:56  Dennis
Man hört quasi an der Tonlage, also inhaltlich ist es wahrscheinlich, wenn man kein Vergleichs oder man kann anhand des des Textes ja vergleichen, was dann da ist, was nicht, aber.
1:30:06
Der entscheidende Punkt ist halt, dass wenn man genau hinhört, hört man an dieser Stelle eine Art Tonsprung, wo sich auch die Tonlage der Sprecherin ändert und dann auch klar wird, ähm.
1:30:17
Dass genau da der Schnitt vorgenommen wurde.
1:30:20  Martin
Dann hören wir da nochmal kurz rein.
1:30:26  Filmbeispiel
Durchführung von Milchproben hilft den Freunden auf wissenschaftliche Grundlage die Arbeit im Club junger Agronomen zu verbessern.
1:30:40
Sieht es nicht wie ein Schmuckkästchen aus. Dieses Modell eines Einfamilienhauses wird im Maßstab eins zu fünf auf dem Schulgrundstück gebaut.
1:30:49
Erlös der zur Verarbeitung kommenden Aufbausteine pro Stück zehn Pfennig wird im nationalen Aufbauwerk zur Verfügung gestellt.
1:30:59  Martin
So das äh ja, das war die Stelle, die du gemeint hattest, ne, also da hört man dann schon, dass hier die Recherin offensichtlich nicht im gleichen Take aufgenommen hat.
1:31:08  Dennis
Genau, das ist also wie gesagt, das sind so diese kleinen äh Hins und Spuren, die man auch dann ja nutzen kann und dann, weil ich weiß gar nicht mehr, wie ich damals auch gekommen bin und dann irgendwie, weil es ganz witzig ist, ja, beim Digitalisieren,
1:31:19
Klammer auf, ist halt, dass beim Digitalisieren und dann beim Schneiden quasi eben digitalen Programm, dieses des Films ist aufgefallen, dass äh,
1:31:29
dass das Filmband.
1:31:32
Nicht genau lange es ist okay, gleiche Länge hatte, wie das Tonband hatte und dann quasi haben wir ein bisschen rumüberlegt, der Kollege und von mir und dann hat er gesagt, okay, dann haben wir halt äh gemerkt, dass das Tonband mit einer anderen Geschwindigkeit aufgenommen worden ist,
1:31:47
Die Filmkamera, weil in der Regel war es ja meistens so, dass die, dass der Tonband gerät auch in die Kamera angeschlossen war, um die Synchronisität, also es ist sehr Synchron, Ton und Bild synchron zu halten und ist in dem Fall das nicht war,
1:32:00
Und auch da wieder dann
1:32:02
Wenn man genau hinschaut, finden auch da wieder Hinweise in den Tagebüchern, dass kurz davor die Kamera technische Probleme hatte und deswegen für den Dreh eine andere Kamera ähm,
1:32:12
Der benutzt worden ist und deswegen diese ja Synchron Synersität nicht äh in ja nicht gewährleistet worden ist und deswegen auch da.
1:32:21
Man findet nicht nur die Produktionskontext, sondern auch die Umstände, die Probleme auch in dem Film wieder.
1:32:26  Martin
Und wir sprechen jetzt nicht von dem Voiceover Tonband, sondern von dem ähm ja Umgebungston. Es gibt ja da quasi mit aufgenommen wurde.
1:32:32  Dennis
Genau. Genau, also oben beides gerade auch bei. Genau, also Ton an sich, das wurde eben auch synchronisiert, aber ja, du hast Recht mit dem Punkt, ja, ja Umgebungston.
1:32:40  Martin
Also lässt sich ganz viel Spannendes daraus lesen und ähm gibt's denn jetzt von deiner Seite aus Planungen da noch weiterzuarbeiten oder übergibst du das jetzt quasi der der nächsten äh Generation von Forschern oder sagst du das, da willst du dich jetzt noch weiter mit beschäftigen?
1:32:54
Mit dem mit dem Werk von Horst Klein, was sich da noch rauslesen lässt.
1:32:58  Dennis
Also ich denke mal, also das ist schon, also man könnte, wie gesagt, ich habe ja gesagt, dass man könnte noch tausend Sachen da weiterverfolgen, zum Beispiel ist noch ein entspanntes Thema, was man noch machen könnte, wäre halt diese Zeit vor der DDR
1:33:09
Die Esszeit und sie beim ja nationales rassistische Zeit und die Amateurfilmzeit, obwohl auch da die Schwierigkeit ist, desto mehr in der Vergangenheit ist das schwieriger wird auch die Dokumentation den mit den Akten, zum Beispiel, ich habe auch recherchiert nochmal äh im Vorfeld
1:33:22
zu Akten über diese Amateurfilmgruppe, auch da habe ich Lennys gefunden
1:33:27
Aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, ich habe damit schon einen großen äh Übersicht über dieses umfassende Lebenswerk gegeben und ich denke mal, man kann durchaus noch weitere Sachen verfolgen, aber ich glaube, ich habe damals mal jetzt so ein,
1:33:38
Ja, geschlossenen Rahmen geschaffen über das Werk von Haus Klein und Bing eigentlich ganz sehr zufrieden mit der Arbeit, ja.
1:33:45  Martin
Dann haben wir hoffentlich mit der Folge auch einen geschlossenen Rahmen geschaffen, in dem wir uns mit dem ja Leben von Horst Klein ein bisschen beschäftigt haben, mit einer Arbeit darüber und dem, was man darüber über die Filmproduktion in der DDR lernen konnte. Ähm.
1:34:01
Wir verlinken auf jeden Fall noch auf deine Webseite WWW Dennis Bassaldella DE.
1:34:07
Was findet man dort beziehungsweise wo kann man noch mehr von dir erfahren? Also es gibt einerseits das Buch natürlich,
1:34:13
kaufen kann. Ähm, was gibt's denn sonst noch so von dir.
1:34:18  Dennis
Okay meine Website ist bisschen so mein ja so eine Art Portfolio, Portfolio, wo ich halt auch präsentiere, was ich mache und auch dann halt auch dann mein, ja, meine Forschungsinteressen auch den Sankt DDR Film ähm Forschungsschwerpunkt auch präsentieren, auch wer die anderen Projekte, die ich gemacht habe.
1:34:33
Also jetzt nicht zum DDR-Film und noch andere Projekte, die ich nebenbei realisiert habe und auch da verlinke ich dafür auch zum Beispiel auch die ganzen Texte, die ich schon geschrieben habe, äh.
1:34:42
Zu wissenschaftlichen Themen und auch äh vielleicht noch äh wenn's interessiert, auch noch an einem der Unterseite mit meinen ehemaligen Finnkritik äh Seiten. Das war ja so eine kurze Phase, wo ich als Filmkritiker gearbeitet habe,
1:34:55
vor dem wissenschaftlichen äh Schwerpunkt und dann vor dieser, also vor diesem großen DDR Schwerpunkt.
1:35:03  Martin
Das heißt, gibt's schon ein Thema, mit dem du dich in Zukunft beschäftigen möchtest?
1:35:08  Dennis
Also auch da, ich finde, was ich habe auch letztens drüber nachgedacht, was ich bisschen so mal so meine, ich habe jetzt, wie gesagt, schon erwähnt, ich habe ja schon zu Beginn diese diese Arbeit über Karl-Heinz Straßburg und dann jetzt über ähm Haus Klein und ich denke mal
1:35:20
ich was mich sehr fasziniert, ist immer diese ja persönlichen Geschichten hinter, also die Geschichten.
1:35:25
Schichten im Plural hinter der Geschichte. Diese ja persönlichen Geschichten und das war ja auch, habe ich auch in dieser Arbeit nochmal mit Horst Kleinere machen können und ich würde schon gern äh.
1:35:34
Diesen Fokus über die Geschichten hinter der Geschichte weiterverfolgen und würde mich gerne weiterhin im DDR Film.
1:35:43
Und DDR-Fernsehen befassen und mal gucken, was sich da noch findet an interessanten Geschichten. Aber äh auch ich bin auch sehr interessiert an einem anderen Thema, ist gerade,
1:35:53
ja die die Weimarer Kino wo ich gerne über einen jüdischen Filmmacher äh Filmproduzenten etwas äh,
1:36:01
machen wollen würde, zu dem es halt auch noch relativ sehr sehr wenig Literatur gibt und auch ein sehr spannende Lebensgeschichte dahinter steckt.
1:36:09  Martin
Das klingt beides fasziniert. Ich bin natürlich hauptsächlich interessiert, wenn du nochmal was zur DDR machst, dann lassen wir uns hier gerne wiederhören können, aber.
1:36:16
Aber das andere Thema ähm klingt auch sehr sehr spannend und ähm ja. Ich finde es eine sehr schöne.
1:36:22
Sehr schönes Forschungsgebiet auf jeden Fall, ein sehr spannendes und wahrscheinlich auch noch ein sehr unbearbeitetes in vielen in vielerlei Hinsicht, wie man jetzt grad bei Horst Klein auch gemerkt haben.
1:36:31  Dennis
Ja, definitiv und ich werde auch weiterhin noch das DDR äh ob's im Amateurfilm oder freischaffende oder sonst DDR-Film wird mir auch weiterhin noch an einem Schwerpunkt sein. Äh meine Arbeit und deswegen, ja, gerne, wenn wir uns hier wieder treffen, sehr, sehr gerne.
1:36:44  Martin
Dann danke ich dir für deinen Besuch. Wir verlinken alles, wir verlinken das Filmmuseum Potsdam und wir verlinken das Buch. Ähm vielen Dank Dennis ähm dass du da warst. Jetzt seit, ja, mit diesem Jahr mit Doktor Würde oder war's letztes Jahr schon.
1:36:59  Dennis
Also offiziell Doktor würde seit diesem Jahr.
1:37:01  Martin
Genau, dann verabschiede ich Doktor Dennis Basaldella. Bis zum nächsten Mal. Äh in diesem Rahmen ähm danke dir für deinen Besuch.
1:37:09  Dennis
Vielen Dank fürs Zuhören und die Möglichkeit hier den Podcast ja meine Arbeit vorzustellen.
1:37:13  Martin
Sehr gern. Mach's gut.
1:37:17
Und das war die fünfundneunzigste Folge von Staatsbürgerkunde. Ich bedanke mich für eure Zeit und bei Doktor Dennis Bassadella für seinen Besuch.
1:37:25
Dennis und seinem Buch ein Leben für den Film findet ihr in den Shownotes. Danke auch an das Filmmuseum in Potsdam, das uns erlaubt hat, die ein Spieler aus dem Film lernende schaffende Jugend zu verwenden.
1:37:39
Ebenfalls an Wolfgang Wöhrle für Ambient One.
1:37:44
Wie immer in Ulrike Kretzmann für das Coverbild zu dieser Episode und das DDR-Museum für seine Unterstützung des Formats.
1:37:51
Der Aufnahme für diese Folge ist es, wie viele Kultureinrichtungen im Zuge der Korona Maßnahmen weiterhin geschlossen.
1:37:57
Ich verlinke euch aber mal den YouTube Kanal des Museums. Da könnt ihr euch mit der Videoreihe Frag Doktor Wolle oder Aufzeichnungen von vergangenen Veranstaltungen die Wartezeit auf die nächste Folge etwas verkürzen.
1:38:07
Und natürlich auch ein großes Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer. Für die Zeit sei der Aufnahme zur letzten Folge waren das Bianca, Andy.
1:38:17
Manuel, Christoph, Matthias, Robert, Jens, Anne und Mirko. Vielen Dank an euch alle.
1:38:25
Ihr etwas in den Hut werfen möchtet, unter WWW Punkt Staatsbürgerkunde Minus.
1:38:30
DE findet ihr alle Infos zu den Möglichkeiten unter dem Link unterstützen. Und falls euer Podcast diese Funktion hat, könnt ihr auch direkt über den entsprechenden Button bei dieser Folge einen Betrag eurer Wahl, via PayPal beistören.
1:38:42
Die nächste Folge ist bereits in Planung. Damit ihr diese und keine weiteren Folgen verpasst, abonniert den Podcast am besten, die Links und den großen Abonnierenknopf findet ihr auf der Website WWW Punkt Staatsbürgerkunde Minus Podcast Punkt DE.
1:38:54
Bis dahin sind wir immer gespannt auf eure Kommentare zu diese und anderen Episoden auf der Website.
1:38:59
Auch ein Kommentar bei Apple Podcast hilft uns, sichtbar für neue Hörerinnen und Hörer zu werden und gefunden zu werden. Daher unsere Bitte, wenn ihr uns unterstützen wollt, muss das nicht immer finanziell sein. Empfehlt uns gerne weiter, kommentiert und teilt diese Folge, das hilft ebenso.
1:39:13
Ein großes Dankeschön von uns fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Tschüss, euer Martin.