Bildung in Bewegung

Die IG Metall Bildung ist in Bewegung, weil sich die Gesellschaft und die Arbeitswelt in Bewegung befindet. Der Podcast gibt Einblicke, wohin die Reise geht, welche Zwischenstationen für Expeditionen eingelegt werden und welche Utopien sich am Horizont auftun könnten.

https://igm-bildung-in-bewegung.de

subscribe
share





BIB #08: Bildung in Bedrängnis [transcript]


Jonas Berhe spricht mit Ringo Bischoff, Bereichsleiter Ansprache, Aktivierung, Bildungsarbeit bei verdi und Oliver Venzke, Leiter des Bereichs Bildung bei der IG BCE über gewerkschaftliche Bindungs- und Bildungsarbeit in Pandemie-Zeiten.

Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen und Anmerkungen unter: bildung@igmetall.de 

Gäste
  • Oliver Venzke
  • Ringo Bischoff
Moderation
  • Jonas Berhe


share







 2021-02-18  47m
 
 
00:00
Sound
00:17  Jonas
Herzlich willkommen zu einer weiteren Episode der gewerkstattlichen Bildungsarbeit und ihrem Podcast Bildung in Bewegung, diesmal
00:24
Bildung in Bedrängnis fragen wir uns mit zwei wunderbaren Gästen, Kollegen von mir, der eine von Verdi, der Ringo Bischof und der andere von der IGBC, Olga Wenzke, sag doch mal kurz hallo.
00:37
Wunderbar, dass es geklappt hat, liebe Leute. Ähm ich freue mich. Wir arbeiten ja schon länger
00:43
übergreifend zusammen im DGB-Kontext, diesmal wollen wir uns ein bisschen mehr Zeit nehmen hier mit unserem Podcast, wir wollen uns fragen, was macht eigentlich die Schwierigkeit in unserem Beruf aus
00:53
wo Gerätbildung wirklich in Bedrängnis, welchen Herausforderungen müssen wir begegnen oder sind wir schon begegnet in diesem Jahr, was noch nicht so alt ist, aber fangen wir erstmal mit euch beiden an. Wie gesagt, toll, dass es geklappt hat
01:04
Oli, lass uns doch mal mit dir kurz anfangen. Sag uns doch mal kurz, wer du bist, was du bei der WCE genau machst und am Ende auch
01:11
warum du das vielleicht sogar gerne machst.
01:14  Oliver
Jo, also ich bin gelernter Hamburger und äh da genauer gesagt, Chemie dabrand äh und ähm habe irgendwann mal entschieden, äh in meiner Arbeitskarriere, Mann, ich will noch mehr mit Menschen machen, als nur mit Labormäusen und das heißt äh dementsprechend, dass ich nochmal studiert habe
01:33
und wollte eigentlich immer schon was mit Bildung machen und ja und dann ist aus dem Ehrenamt irgendwann dann auch Hauptberuflichkeit geworden.
01:40
Das heißt, ich bin heute Leiter der Abteilung Bildung und wir haben drei Bildungszentren
01:45
und da freue ich mich sehr viel Bildungsarbeit auf den verschiedenen Ebenen von unserer Bildungsjahr, von unserer Gewerkschaft anzubieten.
01:52  Jonas
Und warum machst du das gerne? Das was du machst im Bildungsbereich sag mal.
01:56  Oliver
Ja, also es bitte.
01:59
Ja, also ich mach's sehr, sehr gerne, weil schlussendlich macht es einfach Spaß, äh mit Menschen äh was zu machen und es macht auch Spaß, äh immer wieder äh es ist ja äh man wird ja nicht äh Gewerkschafter von Geburt an, sondern schlussendlich wird ähnlich wie bei der Demokratie und bei den Demokraten
02:15
ist es so, dass äh man es erst lernen muss, äh äh warum Gewerkschaft sinnvoll ist. Das heißt, wir haben eine ganz wichtige Funktion ähm äh in der Gewerkschaftsarbeit
02:25
bis zum heutigen Tage und das versuchen wir auch auszufüllen und diese Mischung aus konzeptionellen Arbeiten, inhaltlichen Arbeiten und mit Menschen zusammen was zu machen. Das ist einfach genial.
02:35  Jonas
Super. Dankeschön, Oli, wir vertiefen das gleich nochmal. Ringo, kommen wir zu dir, du bist bei uns, glaube ich, etwas Berliner zugeschaltet, ne?
02:42  Ringo
Ich bin aus Berlin zugeschaltet und hierhin als Arbeitsmigrant gewechselt.
02:48  Jonas
Dann sag uns doch ein bisschen was zu deiner Arbeitsbiografie, was du machst und auch bei dir das, was du machst, machst du das gern.
02:55  Ringo
Ich bin ähnlich wie der Olli, ein Fischkopf, aber nicht aus Hamburg, aber eine andere Hansestadt, etwas kleiner Wismar äh Vororte sind ja bei uns Schwerin und Rost.
03:05
Und Lübeckshof für die geographische Zuordnung. Ich bin gelernter Jugend- und Auszubildendenvertreter bei der Telekom, habe da auch mit Strom zu tun gehabt, aber wie ich immer so schön sage, das war reichlich gefährlich, also ob ich mich der Gewerkschaftsarbeit gewidmet
03:20
schon damals praktisch in drei Hauptfeldern unterwegs, sag mal so die ganze Frage rund um Kampf der Nazis, was glaube ich auch für Gewerkschaften
03:28
und Gewerkschafterin ein wichtiger Aspekt ist, die Tarifarbeit natürlich und ganz ganz wesentlich bei mir schon von Anfang an die Bildungsarbeit, sodass es
03:37
dann auch nach vielen, vielen Jahren in der Jugendarbeit, die sehr, sehr genossen hab.
03:42
Auch die Zeit bei den Sparkassen in der sogenannten Fachbereichsbauarbeit bei uns dann letztendlich wieder in der Bildungsarbeit auch gelandet bin.
03:50
Jetzt als Bereichsleiter für den Bereich Ansprache, Aktivierung, Bildungsarbeit, praktisch so aus der Ecke gedacht, es beginnt
03:59
mit einem ersten Kontakt und unterhält sich. Das Ziel ist es, Aktive zu finden, Aktive zu gewinnen. Und die Basis dafür bildet ja bekanntlich die Bildungsarbeit.
04:09  Jonas
Danke, Herr Bingo. Du sag mal, bei dir, du hast deinen Titel auch gerade erwähnt, ne? Du bist nicht nur Bereichsleiter, Bildungsarbeit, sowie Oliver und ich, oder gewerkschaftliche Bildungsarbeit bei mir in der Gmetal, wie es bei uns heißt, bei dir springt ja auch noch was anderes mit, Ansprache, Aktivierung und Bildungsarbeit und ich glaub
04:25
Auge, das heißt noch nicht so lange so. Erzähl doch mal ganz kurz, seit wann heißt das so und was verbinden sie hinter diesem doch längeren Titel.
04:32  Ringo
Mhm. Ja, das ist tatsächlich eine ganz neue Bereichsbezeichnung erst seit Ende letzten Jahres äh befindet sich dieser Bereich in einer neuen Struktur im Aufbau. Wir haben
04:44
ich sage mal, die Idee ähm Bildungsarbeit vom Betrieb her gedacht, nochmal uns angeschaut.
04:51
Neuer Spruch, ich kenne den auch aus unseren Austauschen, die wir miteinander hatten
04:55
Bildungsarbeit vom Betrieb her denken und in diesem Kontext gab es dann auch ähm aus dem Veränderungsprozess, den wir in Verdi in insgesamt bewegen, stärker auf die Betriebsarbeit, auf die Arbeitsweltorientiert, unsere Gesamtarbeit auszuricht.
05:11
Gab es auch die Idee, ähm die Frage von klassischer Betriebsarbeit.
05:17
Tarifbezogene Kampagnenorientierte Arbeit und die Bildungsarbeit stärker miteinander zu verzahnen. Ähm optimal aufeinander abzustimmen, weil ja gerade.
05:27
Der Austausch von Menschen, die aus unterschiedlichen Kontexten zusammenkommen und feststellen, eigentlich haben wir dieselbe Idee, dasselbe Problem, vielleicht auch zusammen eine bessere Lösung
05:38
ist Kerngeschäft vom Bildungsarbeit und ja, so war dann irgendwann die Idee geboren.
05:43  Jonas
Dank die Adapter. Und überlass uns zu dir zurückkommen. Du bist, glaube ich, hier ein Dienstältester bei uns hier. Ich mache das hier erst knapp mehr als ein Jahr. Regenbogen wie lange bist du bereits leider schon fähig? Ich bin im Glück.
05:56
Knapp über zehn.
05:59  Oliver
Ja, weiß ich gar nicht. Äh gefühlt wahrscheinlich zweihundert Jahre, also dadurch, dass
06:04
viele verschiedene Bildungsfunktionen innehatte, also von der ehrenamtlichen Referenten im Jugendbereich und erwachsene Bereich
06:11
irgendwann haben wir unsere Bildungs GmbH aufgebaut, die ich dann mit äh da eben aufb
06:15
durfte, das heißt, da machen wir alle unsere Arbeitgeber finanzierten Seminare seit zweitausendfünf lassen wir dort laufen und äh habe dann irgendwann auch, wie gesagt, eine Abteilung Bildung unter anderem gearbeitet, aber auch viel dieser Erschließungsarbeit gemacht im Pharmabereich.
06:30
Ringo gerade beschreibt und ich glaube, das ist übrigens auch ein sehr richtiger und wichtiger Schritt, den da die Verdi gemacht hat. Also ähm Bildung spielt immer stärker und sollte eine Rolle spielen.
06:42
Neue Interessengruppen und auch neue Arbeitnehmergruppen überhaupt anzusprechen, das können wir glaube ich auch besonders gut und die Gefahr besteht glaube ich in der Bildungsarbeit immer drinnen, dass wir alle nur das, was wir Tolles haben, miteinander teilen und dann kann er anderen da rein lassen und
06:57
dass wir natürlich fatal, also wir sind eigentlich diejenigen,
07:00
immer wieder mit neuen Formaten und Angeboten äh ähm ja Menschen für die Gewerkschaft gewinnen sollten. Und insoweit ist das nur eine konsequenter Schritt
07:09
um das ganz klar zu sagen, das heißt, wir versuchen das in der Form eigentlich auch immer mehr.
07:14  Jonas
Ich bin ja selbst seit äh
07:16
fünfzehn Jahre hauptamtlich, war Papa Veredi, bei Verdi angefangen vor langer Zeit und dann zu ihm Metall gewechselt und bin jetzt seit erst wie gesagt knapp ein bisschen mehr als einem Jahr in der Bildungsarbeit und bei mir war dieses Jahr vor allem von Veränderung geprägt, ne? Ich habe drei Monate Normalbetrieb erlebt in Anführungsstrichen und dann.
07:33
Gleich in die Chorona-Situation rein. Mit euch bei mir schon ein bisschen länger dabei sind. Wenn ihr zurückblickt
07:39
ob das was vielleicht auch vor Corona war, über Corona werden wir auch gleich nochmal sprechen. Was würdet ihr sagen, hat sich am meisten verändert über die vergangenen Jahre im gewerkschaftlichen Bildungskontext? Wo würdet ihr sagen
07:50
lässt sich vielleicht sogar total nachvollziehen, wie sich Strukturen verändert haben oder Ansätze oder Konzepte oder sonst was, was was fällt euch da
08:00
spontan in in Kopf. Ringulaten so wie die Anfan.
08:04  Ringo
Ja, ich habe so zwei Sachen da im Kopf. Das eine ist, wir könnten auch anders und das Zweite ist, es geht sogar schneller. Ähm also wenn ich das auf das letzte Jahr zurückgucke, also
08:15
das fiel mir eben gerade so an, als Oli sagt, die hier gefühlt sind, ist zweihundert Jahre und ähm das ist ja so ein Stück weit simpel für äh Erfahrungswissen und ich glaube, ein eine eigene Erfahrung, die wir wahrscheinlich alle irgendwie mal gemacht haben und vielleicht auch etliche, die uns zuhören werden
08:30
ist, dass wir ganz, ganz häufig gerade in der Bildungsarbeit sehr genau arbeiten. Ähm
08:38
Das ist eine Umschreibung auch ein Stück weit für langsam, aber der positive Aspekt meint ja tatsächlich sehr genau, sehr gut durchdacht. Wir haben
08:46
glaube ich ähm klares Verständnis davon, wie wir Bildungsarbeit organisieren und vor allen Dingen
08:52
mit welcher Sensibilität wir auch den Menschen gegenüber agieren, weil es geht ja nicht da drum, irgendwie etwas
08:58
vorzubeten bis alle das eingetrichtert haben, sondern es geht darum Zeit und Raum
09:04
so miteinander in Verbindung zu bringen, dass die Menschen tatsächlich selbst auch erkennen. Selbst lernen, bestimmt für sich Entscheidungen treffen und äh das braucht Zeit. Das.
09:17
Definitiv. Es braucht die Wertschätzung dafür. Nichtsdestotrotz ist es so, dass ich mit Blick aufs letzte Jahr sage, wir können auch anders. Corona hat uns an vielen Stellen erfinderisch gemacht und es geht auch schneller
09:28
wir mussten teilweise von heute auf morgen Konzepte überdenken oder im Zweifelsfalle auch sagen, ja eine Videokonferenz ist nicht unbedingt Bildungsarbeit, aber funktioniert im Zweifelsfalle besser
09:41
wenn man gar nichts macht. So, das ist so also das, das habe ich vom letzten Jahr wirklich gut in Erinnerung.
09:50  Jonas
Oliver, wie ist dein Blick.
09:53  Oliver
Na ja in der Tat ähm ich glaube was wir als Gewerkschafter immer gut können ist analysieren ja und auch kritisieren das ist uns so in die Wiege gelegt das lernen wir auch. Die Frage ist sind wir wirklich die guten Umsetzer ja? Ähm
10:08
gerade wenn Veränderungsprozesse anstehen und wir unsere Organisation auch den aktuellen und neuen Bedürfnissen anpassen müssen und da würde ich mal sagen, das ist immer wieder für uns ein Kampf und ich hätte mir gewünscht eigentlich, dass wir vor Corona schon wesentlich weiter mit der ganzen digitalen Bildung gewesen wären, waren wir aber nicht. Ja, wir haben zwar
10:27
da auch schon unsere Digitalplattform gehabt und haben hier schon ein paar Webinare hier und da gemacht, aber
10:33
ganz ehrlich ist, war das alles ein Schattendasein und das hat natürlich äh Corona jetzt geändert, da mussten wir jetzt relativ schnell handeln und wollten wir auch äh dementsprechend
10:43
Aber ich glaube, zwei große Probleme äh die wir oder Herausforderungen, die wir als Gewerkschaften haben, ist einmal das, was Ringoföhn sagte. Dieses Vorbeten.
10:52
Vielleicht früher nochmal in der Bildungsarbeit funktioniert haben, aber da die Menschen immer mehr der Sigulaisierung daheim fallen, das heißt also, dass die großen Organisationen nicht mehr so ohne weiteres glauben, was sie sagen, heißt es, dass wir ganz anders, glaube ich, auch mit den Menschen heute umgehen müssen
11:11
und müssen auch unsere Bildungsarbeit äh anders äh gestalten, viel kurzfristiger, viel schneller, viel aktueller
11:18
diese Form von Niebelungtreue, die wir früher, also auch Ehrenamtliche hatten, ja, die dann irgendwie zwanzig, dreißig Jahre dann bei einer Gewerkschaft waren und
11:28
konntest du machen was sie wollen, die haben immer mitgemacht, ja, das ist immer mehr vorbei. Und ich glaube, da müssen wir als Bildung auch
11:35
ziemlich schnell jetzt auch anfangen zu agieren. Äh ich fange mal an zu lachen äh wenn dann irgendwie ich ein Thema anspreche und einer von uns sagte als erstes, oh ja da müssen wir mal ein Konzept davon erstellen, ja? Das ist so das was
11:48
wir gerne machen und dann weiß man schon, oh man, das dauert jetzt erstmal ein Konzept erstellen, ja? Probieren, das wäre eigentlich viel spannender.
11:56  Jonas
Ausprobieren, machen, verändern, also nicht nur Gewerkschaften an sich, ne? Wir geraten ja als Gewerkschaften, die mit reingisten, die aktuellen Situationen, aber an der Bildungsarbeit auch
12:05
Unser Titel heute ist ja ähm Bildung in Bedrängnis, was macht die Arbeit schwerer von welchen Seiten wird äh Druck unmittelbar auf die äh gewerkschaftliche Bildungsarbeit ausgedrückt?
12:19
Was was treibt uns vielleicht sogar in die Enge? Also eher die unappetitlichen Seiten, bei denen wir aber auch natürlich persönlich weiter erfolgreich zu sein
12:27
Wie ist das aus eurer Perspektive? Was was ähm könnte man sagen, übt heutzutage Druck oder diese Bedrängnis aus auf den Bildungsbereich.
12:37  Oliver
Na ja, als erstes glaube ich, muss man sagen, ähm das, was jetzt Corona zur Zeit äh beschleunigt, ähm äh
12:47
an Veränderungsprozessen bei uns aufschlagen lässt das ist glaube ich
12:53
für uns ein ganz wichtiger Lernprozess als Großorganisation. Entweder nutzen wir das jetzt, also wenn wir jetzt beispielsweise äh gerade das Thema nehmen,
13:01
wie kommen wir an an äh ähm Arbeitnehmerinnen und an Arbeitnehmer ran, äh die wir eben nicht
13:07
mehr so ohne weiteres besuchen können, ja? In der großen Werkhalle, da war das noch einfach, teilweise Kolleginnen und Kollegen anzusprechen und sie auch für die Bildungsarbeit zu äh zu ähm äh motivieren. Äh jetzt heute ist es ja schlussendlich so, dass.
13:22
Viele da wirklich an ihren Arbeitsplätzen zu Hause arbeiten, ja? Ähm! Und das Spannende wird für uns werden einmal das ganze Thema digitales Zugangsrecht, also inwieweit dürfen wir die Netze auch äh der äh Unternehmen nutzen
13:36
dass wir uns da die ganze Zeit Steine in den Weg schmeißen. Äh das zweite wird aber sein, wie schaffen wir es, dass auch ein Interesse von den Arbeitnehmern da ist, ja?
13:45
Und das sind finde ich ganz schöne Herausforderung, wo die Bildungsarbeit viel auch ähm auch leisten kann, ähm aber da müssen wir uns.
13:54
Da müssen wir drüber nachdenken, auch mit einem anderen Wording zu arbeiten, mit einer anderen Sprache, glaube ich.
13:59  Jonas
Was meinst du damit genau? Also mit einem anderen mit einer anderen Sprache, nach Hakene.
14:03  Oliver
Na ja, wir neigen ja dann dazu, dass wir doch sehr, also wenn man so ein äh ein Pastor hört, wenn der auf die Kanzel geht und anfängt dann eben äh den Gottesdienst abzuzusetzen. Kranken können können viele
14:16
Wie er auf einmal seine ganze, seine ganze Stimmung und seine ganze Haltung verändert, ne? Und in so einen Singsang hinein kommt.
14:22
Behaupten wollen, ohne dass wir drei das merken, weil wir auch schon viel zu sehr gewerkschafter sind.
14:26
Kommen wir auch in einen bestimmten Duktus rein, haben eine bestimmte Sprache, äh die für viele eher Akteuren ist und möglicherweise auch schwierig ist, auch zu folgen. Von den Gewerkschaftsabkürzungen will ich ja gar nicht erst reden.
14:38
Ich bin des öfteren mit Leuten zusammen eben auch wenn man grade so in in der grünen Szene oder wenn man in breiter Startup Szene und so weiter rumläuft. Die haben ja mit Gewerkschaften noch nie in Kontakt.
14:50
Und wenn ich anfange so drei, vier Sätze irgendwie zu reden, merke ich oder merke ich eigentlich, dass da relativ wenig Kontakt eigentlich bisher vorhanden war, von dem, was wir mach.
15:00
Die verstehen erstens gar nicht was das Konstrukt Gewerkschaft ist, die verstehen auch gar nicht warum wir Bildungsarbeit machen und was wir unter politischer Bildung auch verstehen
15:09
Interessant ist aber, dass sie sich Arbeitsplätze nutzen wünschen
15:14
genau so eigentlich aussehen wie wir sie gestalten mit guter Arbeit. Ja, also es gibt 'ne große Gemeinsamkeit aber trotzdem verstehen Sie uns gar nicht.
15:21
Da muss ja ein Kommunikationsproblem vorherrschen und das wäre interessant mal, dass wir uns das genauer angucken.
15:28  Ringo
Definitiv zumal, wenn ich äh zurückschaue, wie er im Laufe der letzten Jahrzehnte ja durchaus ähm an verschiedenen Stellen Entwicklungen erlebt haben, wo wir als Gewerkschaften rausgefallen sind, ne? Also, wenn ich jetzt beispielsweise mal schaue, ARD, ZDF.
15:44
Die Kolleginnen und Kollegen, die dort arbeiten, habe viel bessere Zugänge hin ans öffentliche Rechtliche als zu der ähm zu dem privaten Bereichen, obwohl es
15:53
sehr, sehr vergleichbare Arbeitsplätze sind, vor allen Dingen von der Anlage her, trotzdem kommen wir da drinnen nicht vor und das hat glaube ich
16:00
ganz genau, was mit dem zu tun, was der Olli gerade sagte, sprechen wir im wahrsten Sinne des Wortes die gleiche Sprache, erreichen wir die Menschen
16:07
Ähm aber auch in eine andere Richtung gedacht, denke ich mal, gibt's einen Druck, der nicht unerheblich ist. Also Corona ist momentan.
16:16
Hauptsächlich dadurch zu bekämpfen, dass wir auf Abstand gehen. Und gerade Bildungsarbeit, gerade Gewerkschaftsarbeit lebt viel davon, dass man tatsächlich zusammensteht.
16:28
Zusammenkommt, miteinander in den Austausch geht und aktuell haben viele Menschen ganz zurecht auch Angst und sind vor allen Dingen ja auch wirklich
16:37
angehalten auf Abstand zu gehen. Und das wieder zusammenzubringen, also zu schauen, unter welchen Maßnahmen, unter welchen Hygienebedingungen, unter welchen Abstandsregeln.
16:47
Ist es möglich miteinander zusammen in den Austausch zu gehen, vor allen Dingen auch nach dem Teil, was sich Bildungsarbeit nennt, formal gesehen, also.
16:57
Außerhalb des Seminars am Abend Gedanken weiter zu vertiefen, Erfahrungswissen miteinander auszutauschen, vielleicht auch sich anzufreunden, das gehört ja alles mit zur Bildungsarbeit dazu. Das wird eine Herausforderung sein.
17:09
Dies so zu organisieren, dass es erstens sicher ist und zweitens, dass es auch angenommen werden wird die Dam.
17:17  Jonas
Aber ihr habt äh Iringo gerade unter den Bedingungen, ne, die äh die wir jetzt gerade beschreiben, wenn wir sozusagen von den Chorona-Rahmenbedingungen ausgehen, trotzdem ist geschafft, eine erfolgreiche Tarifrunde im öffentlichen Dienst hinzulegen im Oktober, ähm warte dann Mitgliederwirksam unterwegs und warte auch mit neuen Bildungsformaten unterwegs. Also ich glaube
17:36
Es ist schon auch möglich, auch wenn nicht alles möglich ist, ne? Wir müssen auf Distanz gehen, wir wir drei gerade und andere Kolleginnen und Kollegen
17:44
Alle paar Wochen überlegen, ob das Bildungszentrum eröffnen kann oder wieder zugemacht werden muss, wie man die Hygienekonzepte vielleicht nochmal ein bisschen verbessert nach oben hin
17:53
geraten, wir schauen nochmal von vielen Seiten, glaube ich, unter Druck, aber beweisen ja auch jeden Tag glaube ich, ein Stück weit, dass es schon auch geht unter schwierigen Bedingungen.
18:02
Was anderes gucken, was äh was was ein Thema, was wir auch vor kurzem in DGB Kontext diskutiert haben. Ihr erinnert euch vor ein paar Tagen. Da haben wir ja auch mal geguckt ähm.
18:12
Wie geraten wir noch im Bedrängnis, also von den Rechten beispielsweise, die in unserem Kontext nicht überall in die Betriebe reingekommen sind, aber schon durch die letzte Betriebsratswahl schon auf den Fuß, würde ich jetzt mal sagen, in die Tür bekommen haben, sprichwörtlich jetzt.
18:24
Gehen wir hier auf die nächste Betriebsratswahl,
18:27
und bereiten uns daher auch vor mit entsprechenden Konzepten mit zu Überlegungen ähm wie können wir denn die Kolleginnen und Kollegen schnell mit Qualifizierung
18:36
Bildung an uns binden, damit wir mit denen weitermachen können. Wie nehmt ihr das Thema Rechte im Betrieb wahr? Ist das bei euch eine eine große Herausforderung? Geraten wir da auch unter Druck? Oder ist das eher so besser gesagt, dass das bei euch bei Verdi und bei der IBCE vielleicht sogar eher so ein Randphänomen oder so ein
18:53
Herausforderung, der ihr jetzt nicht so alltäglich begegnet.
18:58  Ringo
Im Gegenteil, das ist eine alltägliche Begegnung, also das ist glaube ich bei Verdi nicht anders als in jeder anderen Gewerkschaft, als bei der Metall, bei WCE,
19:10
ähm einfach aus der.
19:13
Also wir sind, wir sind ja alles nur eine Schnittmenge aus der Gesellschaft heraus und im Zweifelsfall ist es vielleicht sogar so,
19:20
dass unsere Kultur sich miteinander auszutauschen in den Diskurs zu gehen
19:25
durchaus das ein oder andere sogar beförderten, das heißt im Zweifelsfalle auch auf der Ebene Meinungsvielfalt auch Meinungen, die ich vielleicht nicht richtig finde, die ich äh.
19:35
Dezidierte Ablehnung oder wo wir als Organisation wirklich sagen halt, nein, das geht nicht. Und ich habe das tatsächlich in der jüngeren Vergangenheit.
19:43
Sowohl auf der Ebene der Teilnehmenden, so nach dem Motto, das wird man nochmal sagen dürfen. Ähm und hier, was was hast denn du gegen Alternative Fakten
19:52
was spricht denn dagegen und überhaupt? Warum nimmst du beispielsweise die AfD hier raus? Sie sind doch ganz demokratisch gewählt worden. Das sind äh Themen, die ich in vielen Seminaren habe, ähm durchaus auch mit mit Menschen, die.
20:06
Ja selbst in ihrem betrieblichen Kontext, als Betriebsrat, als Personalrat oder ähnliches unterwegs sind und.
20:13
Eigentlich von der gefühlten ähm Temperatur her anders sensibilisiert sein sollten.
20:20
Ist aber häufig nicht so. Wir haben auch manchmal äh Teamde, die mit der Situation überfordert sind und sagen.
20:27
Ich weiß nicht, wie ich argumentieren soll oder erklär mir doch mal was daran falsch ist. Ich sehe da gar keinen Unterschied. So und das sind erstmal Situationen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Das das gehört einfach mit dazu.
20:41
Und ihr habt da eine direkte Gefahr hintersteht.
20:46
Ja und nein. Also ich glaube das fälscheste, was wir machen können, es ist einfach zu ignorieren, aber richtig ist es definitiv nicht, wenn wir's hoffen, also
20:56
müssen genau gucken, was wir damit machen, wo wir damit etwas machen und vor allen Dingen, wie wir den Menschen den Rücken stärken. Ich glaube, ein gutes Mittel ist immer.
21:05
Nachzufragen und nein zu sagen, also nein, ich glaube dir nicht. Nein, das ist falsch und beweis doch bitte mal, woher das Ganze kommt. Sag mir deine Quelle.
21:15  Oliver
Und das vor allen Dingen auf Augenhöhe, ja? Also ähm ich glaube, was das Gefährlichste ist, wenn wir das immer von oben herab sagen, hier, eher, ihr, ihr läuft an der falschen Partei nach und ihr glaubt das Falsche
21:28
sondern das Spannende ist ja wirklich auch gerade aus dem Bildungsbereich, das Hinterfragen von bestimmten Aussagen und das dann auch dementsprechend gemeinsam eigentlich aufzudecken, äh dass es äh Unsinn ist, ja? Also die AfD ist eine Partei
21:42
die ähm äh die keine Gleichheit der Menschen sieht, ja, sondern sie ganz stark Menschen aussortiert nach bestimmten Kriterien
21:51
und dass sie mit Arbeitnehmerrechten auch relativ wenig am Hut hat, wenn man sich das alles genauer mal anguckt. Und das heißt, äh, dementsprechend ähm ist da natürlich auch eine Rattenfängerei dabei, ähm
22:05
Situation heraus entsteht, äh die ganz viel mit Unsicherheit zu tun hat und diese Unsicherheit wird ja eher zunehmen äh mit der ganzen Transformation äh die Frage des Klimas angeht, was äh auch die weiteren ähm äh Veränderungen mit der Digitalisierung angeht. Und wenn wir uns nicht als Gesprächs
22:22
Partner da auch anbieten, wo man genau solche Unsicherheiten diskutieren kann, wo man sich auch wieder orientieren kann
22:28
dann werden die woanders hingehen und ich rede jetzt wie gesagt nicht von den Funktionären, das ist nochmal 'ne ganz andere Problematik ja? Ich rede wirklich von den ganzen normalen Kolleginnen und Kollegen wo sie.
22:38
Ihre Ängste, ihre Sorgen und und auch ihre Kritik gegen herrschende äh politische Situation auch aussprechen können.
22:46
Und wenn wir das alles immer versuchen zu negieren und zu sagen, nee, nee, das heißt, hat schon alles ein ein Plan, du hast es noch nicht ver
22:54
danken. Dann halte ich das für problematisch und ich glaube, das ist auch unsere Herausforderung momentan. Da wesentlich offener auch äh zu agieren und äh die Menschen davon zu überzeugen, ähm äh dass äh es nicht Sinn macht, solche äh solche Wutparteien, solche Protestparteien zu wählen.
23:14  Jonas
Ich will nochmal über einen anderen äh Schwerpunkt unserer Bildungsarbeit mit euch gerne sprechen wollen und eure Meinung dazu hören, um mich dazu austauschen. Es ist vorhin schon kurz gefallen. Oliver, ich glaube, du hast das gesagt, kurz mit dem Schumpf des digitalen Unter Corona Bedingungen. Also wir merken natürlich, dass die ganze Chorona-Situation.
23:29
Unglaublichen Druck auf unsere Bildungsarbeit ähm macht, also das physische Treffen, das Vermitteln von ähm von Informationen, aber auch das gemeinsame Lernen
23:40
bis hin, man muss das natürlich auch sagen bis zu Mindereinnahmen, die uns äh begegnen, wenn den Bildungszentren und überhaupt in unserer Bildungsarbeit regional und zentral und gleichzeitig ist Korona ohne den digitalen Schub ja gar nicht zu denken
23:52
mit zwei Kollegen von mir, dem Guido Brombach, der uns auch in dieser Episode wieder äh konzeptionell und technisch unterstützt und im Social Lee äh aus unserem Funktionsbereich haben wir uns vor kurzem einen Podcast gefragt, digitale Bildung, Segen
24:05
oder Fluch so zugespitzt. Wie seht ihr das? Digitale Bildung lernen im digitalen Raum, Segen oder Buch.
24:15  Oliver
Also Segen, also ich würde ganz schnell sagen, bevor Foringo antworten kann, hey Segen, also
24:22
weil ich äh muss ganz ehrlich sagen, natürlich bleibt die Präsenzbildung äh das A und O für uns äh der persönliche Kontakt äh die Bindung mit Menschen aufzubauen und äh ähm also insoweit sind wir alle glaube ich froh, wenn unser Bildungszentrum unsere Bildungsarbeit wieder in ganz normaler Form auch läuft.
24:39
Aber die digitale Bildung ist
24:41
ein ganz wichtiger äh Faktor äh um zusätzlich Menschen zu gewinnen. Ich kann das an einem Beispiel mich äh deutlich machen. Wir haben mit unseren Webseminaren jetzt in den letzten Monaten.
24:52
Wesentlich mehr Frauen beispielsweise ähm äh
24:55
auf unsere Veranstaltung bekommen und haben auch mittlerweile auch Interviews dazu gemacht, wie das eigentlich kommt und klar, wir wissen alle, dass die Corona-Zeit die Belastung, äh was äh Hausarbeit, was Kindererziehung, äh, Homeschooling angeht
25:10
insbesondere auch bei Frauen eben äh äh liegen bleibt. Das heißt also dementsprechend sie sind wieder einer stärkeren Belastung äh äh ausgesetzt.
25:19
Sie gucken ganz genau, welchen Bildungsveranstaltungen sie wirklich folgen können und welchen nicht, wie sie das in ihr Leben reinkriegen.
25:25
Da kann die digitale Bildung ein super Form Form sein, wo man selber entscheiden kann, wann und wie man lernen will. Und wenn wir damit mehr Frauen erreichen, ja
25:35
wie cool ist das denn? Also ganz deutlich Segen.
25:39  Ringo
Ich kann mich da anschließen, also Olli hat das schon wirklich gut auf den Punkt gebracht. Ich springe mal so round-to-bout, viereinhalb Jahre zurück
25:48
habe ich im Rahmen eines Treffens eines Teamden Arbeitskreises auch so ein paar Gedanken geäußert zum Thema Bildungsarbeit und Digitalisierung, was kann da so passieren? Und ein Beispiel, was ich gebracht habe, war, ey, wir hätten ja zum Beispiel die Möglichkeit,
26:03
in einem Seminar eine Person hineinzuschalten. Ich habe dann gesagt
26:07
äh Betriebsratsgrundlagenseminar und du hast da vielleicht einen Arbeitsrechtler oder Arbeitsrechtlerin mit dabei oder eine Liveberichterstattung von irgendwoher, wo gerade was stattfindet.
26:19
Und ich dachte, das wäre ein schönes und äh pragmatisches, plausibles Beispiel, so nach dem Motto, es gab mal eine Zeit lang ohne Filme, dann gab's die VHS-Kassette, da haben die DVD, Blu-Reh und irgendwann Streams da aus dem Internet
26:34
dann kommen vielleicht rechtliche Probleme und man muss einen Schritt zurückgehen, aber Digitalisierung als solches, verschiedenste Möglichkeiten. Ich habe dann eine ziemlich.
26:43
Heftige Diskussionen an der Backen gehabt, die das damals überhaupt nicht vorstellbar gemacht hat. Also das eine Person, womöglich im Laufe einer Woche.
26:53
In fünf Seminaren meinetwegen ist, mit fünf Mal derselben Rolle. Was aber tatsächlich eine Bereicherung sein kann, auch.
27:00
Der Richtung heraus und äh ist ein weiteres Beispiel, ähnlich wie Oli es gesagt hat, andere Zielgruppen, neue Zielgruppen zu erreichen, Menschen, die momentan oder in der Vergangenheit
27:11
nicht hätten kommen können oder wollen oder was auch immer ihr spezifischer Grund ist. Also insofern es gi
27:18
mit Sicherheit ganz, ganz viele Hürden, ganz, ganz viele Sachen, die wir falsch machen können, aber es gibt viel, viel mehr Sachen, die wir richtig machen können, die wir nutzen können.
27:26
Die sich zu konzentrieren, sich bewusst zu machen, was unsere Bildungsarbeit auszeichnet, was da die Qualität
27:32
ähm ja ausmacht, den Unterschied auch zu kommerziellen Anbietern beispielsweise, dass dann systematisch weiterzuentwickeln.
27:41
Das ist die Herausforderung, insofern ganz klar deutlich ein Segen.
27:45  Jonas
Das muss ich jetzt Jungs sagen, wenn ihr beide mit Siegen unterwegs seid. Oli oder was noch?
27:50  Oliver
Ich, ich wollte eigentlich nochmal diesen diesen Punkt Schnelligkeit nochmal kurz mit reinbringen, weil ich glaube, der ist auch nochmal
27:55
ganz wichtig, dass man Themen auch relativ schnell jetzt auch setzen kann. Wir wir planen ja jetzt seit August letzten Jahres die Bildungsarbeit für zweitausendzweiundzwanzig auf Bundesebene. Was für ein verrückter Kram, ja, eineinhalb Jahre vorher, versuchen wir in irgendeiner Weise herauszu
28:12
zu äh kugeln, ähm was da wohl die wichtigen Themen sein werden
28:15
und das machen wir mit dem Webseminar natürlich mittlerweile jetzt ganz anders und da sind wir auch manchmal mutiger, ja? Und ich glaube, ähm, solche aktuellen Sachen zu machen, das ist auch mit der digitalen Bildung wesentlich einfacher.
28:29  Jonas
Ja
28:30  Ringo
Beteiligung, Beteiligung ist ein ist ein Thema, was viel, viel einfacher, viel schneller zu realisieren ist, ne. Also nicht nur das früher mal kurz reinschalten Beispiel, sondern auch Menschen äh zusammenzubringen, die tatsächlich Hybrid
28:45
miteinander dann ein Seminar bestreiten.
28:48  Jonas
Also ich ich teile alle eure Punkte und bin äh bin dabei bei einem Segen, aber will doch nochmal ein bisschen was aus der Fluchecke rausholen, damit wir das alles nicht jetzt zu schön malen. Und wie gesagt.
29:00
Genau inhaltlich bin ich bei euch. Also ich würde mal sagen
29:04
das eine, aber das das kann man jetzt sozusagen der digitalen Bildung in dem Bilde der Lernen, im digitalen Raum nicht äh nicht vorwerfen ist, dass es in einem Negativszenario was. Wir waren offensichtlich als Gewerkschaften nicht mutig genug, das vorher Ringu in einem Beispiel war er jetzt gerade
29:21
mit dem vier, fünf Jahre zurückgeblickt, sprach Herr Bender, das Bier dich von alleine darauf gekommen sind, dass er auch größere Füße zu stellen und selber so einen Schub zu machen, sondern
29:29
genau genommen mit vielen Teilen der Gesellschaft eine Corona-Situation erst gebraucht haben in der Pandemie erst kommen muss, damit wir so einen wahnsinnigen Schritt nach vorn gehen und ich meine, wir haben trotzdem hier und da rumexperimentiert in der Gewerkschaftswelt, auch ein bisschen in der Bildungswelt, denke ich auch
29:45
nicht das, was wir jetzt erleben. Und die ganzen Vorzüge jünger, weiblicher, aber auch zum Beispiel in strukturschwachen Regionen und strukturschwach meine ich jetzt im Sinne von Gewerkschaftsbezug. Also wir haben bei uns festgestellt, dass wir zum Teil Unternehmen erreichte, die normalerweise keinen
30:01
unmittelbaren Drahat zur Geschäftsstelle haben und trotzdem Betriebsrate haben, mit denen man nichts zu tun hat, aber der meldet sich jetzt und er hat Fragen und mit dem kann man ins Gespräch gehen und da weiterarbeiten.
30:11
Bei dem, wo ich noch ein bisschen Fragen Frage zu halten habe und wo ich eher bei der Flugseite bin ist dieses ich glaube wir sind schnell
30:19
befriedet und befriedigt, wenn die Zoom-Konferenz stattfand, wenn die Blue-Jeans das Meeting stattfand.
30:27
Also ich bin mir nicht ganz sicher, was diese Frage der Nachhaltigkeit angeht
30:32
das darf man aber auch nicht verhehlen. Das war vorher auch schwierig. Was haben denn die Leute umgesetzt, wenn die im Seminar äh waren, wenn die eine Woche im Bildungszentrum waren, wenn Hauptamtliche sich über ein Konzept hingesetzt haben und darüber gebrütet haben ein halbes Jahr
30:45
also die Umsetzung stark, wie ähm effektiv, wie nachhaltig waren wir denn da.
30:51
Mein Gefühl war ja immer auf, auch wenn ich jetzt nicht so lange in der Bildungsarbeit unterwegs bin wie ihr, dass wir oft die Leute erreicht haben, die schon überzeugt sind
31:00
und das ist jetzt die große Chance. Wir können jetzt auch Leute erreichen, die noch nicht so nah bei uns sind, aber wir müssen's glaube ich noch noch ein bisschen stärker beweisen, aber wir haben ja auch erst im Jahr diese Situation und ich glaube.
31:12
Das Dümmste, was wir machen könnten, alle zusammen völlig egal, in welcher Gewerkschaft ist, sobald das alles wieder
31:17
gesundheitspolitisch ein bisschen besser aussieht, was wir alle hoffen, die ganzen Erfahrungen, die wir gemacht haben, wieder eine Schublade damit und dann mal abwarten, bis wir das zu irgendeinem Digitalkongress oder so brauchen, aber nicht im Alter einzusetzen. Da bin ich, dass mir so ein bisschen die Fluchseiten, wo ich sage, wir haben noch nicht so viel dazugelernt, Nachhaltigkeit, mal gucken.
31:34
Glaube, wir sind schnell bei dem abgehakt. Die Zoom-Konferenz hat stattgefunden, das Bergmanikalender.
31:41
Hätte ich da früher drei Termine am Tag gehabt, dann sind da jetzt locker fünf, sechs. Und ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich mehr gemacht habe, inhaltlich mehr
31:50
hab mehr Termine gehabt und bei Seminaren und und digitalen Veranstaltungen würde ich auch so drauf schauen, ja die Leute kriegen mehr mit.
31:59
Und machen mehr. Aber heißt das sozusagen auch mehr. Aber wie gesagt, das muss man, glaube ich, nochmal in Ruhe auswerten, nochmal drauf schauen.
32:06  Oliver
Ja, wobei ich glaube, das ist schon gut beschrieben, was du sagst, also das, aber dieser Fluch ist die Frage, ob der nur auf der Digitalebene besteht oder nicht auch auf der Präsenzebene. Also diese Frage der Nachhaltigkeit, ne, also ist ja das Klassische
32:19
zweite Werbegespräch, was irgendwie zu achtzig Prozent immer nicht stattfindet, ja? Also die Leute werden dann.
32:25
Überhaupt einmal angesprochen und dann leider ein zweites Mal dann oftmals nicht und dann sagen die sich na ja, dann ist es ja doch wohl nicht so wichtig gewesen, dass ich Gewerkschaft
32:33
Mitglied werde und ich glaube das machen wir oftmals in unserer Bildungsarbeit in der Tat genauso. Ja, wir messen dann den Teilnehmertonnen oder ähm in in äh wie viel Teilnehmer haben wir jetzt auf dem Zoom Seminar gehabt ähm aber dann die Nachhaltigkeit bleibt vollstand. Und ich glaube, das ist grundsätzlich ein Problem, wo wir
32:51
immer wieder ein Fokus drauflegen müssen, aber da haben wir natürlich mit der Digitalisierung
32:56
oder mit den digitalen Bildung so rum, haben wir natürlich jetzt auch 'ne Chance, also wir haben beispielsweise
33:01
geplant für vierzig Seminare die wir dieses Jahr auf der Bundesebene anbieten. Solche solche Art Transit
33:09
ähm äh Webinare danach nochmal, nach sechs Wochen anzubieten. Das heißt also, dass wir uns dann in der Tat nochmal zusammensetzen. Äh sag mal, äh jetzt
33:18
Jetzt bist du also wieder eine Realität gekommen, inwieweit ist das dann jetzt überhaupt mit das, was du bei uns gelernt hast? Überhaupt vereinbar und dann gemeinsam in der Gruppe
33:27
mit der man eine Woche gelernt hat, jetzt auch nochmal zu gucken.
33:30
OK äh wo hat's jetzt gehakt und mit einem kollegialen äh Beratungsgespräch weiterzumachen? Vielleicht auch zusätzliche äh Bildungsangebote wieder zu planen
33:39
aber das ist natürlich mit mit solchen Angeboten jetzt eine Mischung aus digital und Präsenz jetzt wesentlich besser möglich. Also ohne dass ich jetzt wie gesagt in die absolute äh ähm Euphorie steigen will, ja? Also
33:53
Bindungsarbeit bleibt weiterhin natürlich schwierig digital
33:57
geht, haben wir auch jetzt mittlerweile schon hingekriegt, dass Leute sich das erste Mal im Internet treffen äh und dann auch eine Woche zusammenarbeiten und dann auch eine erste Bindung aufgebaut haben, aber die ist natürlich lange nicht so intensiv, als wenn man
34:11
ein längeren Abend in der Kneipe verbringen miteinander.
34:15  Jonas
Da ist die Familie, die Kneipe, ja. Ohne ohne die geht's offensichtlich. Ja, Ingo?
34:20  Ringo
Ohne die Kneipe geht's definitiv nicht und und bezogen auf die Krise, die wir gerade erleben, ist es ja tatsächlich so
34:29
dass wir auf der einen Seite die Gefahr im Blick behalten müssen, aber auf der anderen Seite auch die Chance nutzen und Olli hat da ja ein schönes Beispiel für gebracht
34:37
schneller zu werden, also schneller in den Austausch zu kommen, vielleicht kürzer, also in dem es tatsächlich.
34:44
Gleich zu einem Seminar geht, egal in welchem Format, sondern erstmal in eine
34:49
zwei oder dreistündige Zoom-Konferenz, man nähert sich einem Thema, man tauscht sich aus und hat vielleicht dann tatsächlich die gemeinschaftliche Erkenntnis, hey da steckt viel mehr drinnen, es müssen tatsächlich bei uns Leute aus dem Gremium oder wir.
35:04
Platt als Gremium zum Seminar. Und das andere halt im Nachgang vor allen Dingen auch vernetzte Kontakt bleiben. Da lässt sich.
35:13
Vieles leichter denken, vieles einfacher denken als
35:16
was wir in der jüngeren Vergangenheit schaffen konnten, weil es ist alles unglaublich schnelllebig geworden. An ganz vielen, vielen Stellen. Und die Menschen messen auch ihre Beteiligung daran oder wo sie sich einklinken, wo sie aktiv werden. Ob es für sie nutzbringend ist.
35:33  Jonas
Ich kann nämlich total viel anfangen, nur ich bin ja oft, äh, ich bin ja
35:38
Einer von den Verfechtern, die sagen, also ihr müsst mal auf die Hauptamtlichkeit gucken, dann lernen wir total viel, warum bestimmte Sachen in der Ehrenamtlichkeit nicht so richtig gut laufen.
35:47
Also jetzt will ich nicht sagen, dass man sich alles in der Hauptamtlichkeit anguckt, abguckt, aber wenn man auf langweiligen, hauptamtlichen Veranstaltungen ist, dann fragt man sich schon auch, warum sollte das besser laufen, wenn man im ehrenamtlichen Kontext unterwegs ist? Auf uns drei jetzt nun geguckt, ne?
36:00
Schneller ähm tiefer gehende auch in bestimmten Punkten effektiver, wenn ich jetzt mal unsere Arbeitsbeziehungen angucke, selbstkritisch
36:07
ihr beiden kennt euch schon in dem Kontext länger. Ich bin erst seit einem Jahr dazu gekommen, Ringo, wir kamen uns ganz peripher nur so ein bisschen von Verdi
36:16
aber ich würde mal sagen ohne Kohle, ohne Digitalisierung wäre nach einem Jahr Zusammenarbeit, das was wir jetzt an Austausch und an Vernetzungen, Informationen
36:25
in diesem kurzen Jahr, normalerweise auch gar nicht möglich gewesen. Wir hätten uns einfach mal im Jahr oder zweimal im Jahr
36:32
vielleicht auf irgendwelchen DGB-Veranstaltungen getroffen und bis man dann überhaupt die Offenheit gehabt hätte über Themen zu sprechen und sich so auszutauschen also das.
36:41
Da mache ich mal ein paar Fragezeichen, weil ich das schon auch so kenne, dass man in der alten Welt schon auch erstmal vier, fünf Konferenzen miteinander gebraucht hat. Äh um da nochmal zu gucken, vor allem gewerkschaftsübergreifend.
36:53
Glaube jetzt ein bisschen spüren schon auch zu können, dass sich das unmittelbar auf unsere Arbeit ausgewirkt hat.
36:58
Korrigiert mich, wenn ihr da einen anderen Blick darauf habt, wie ihr sagt, du bist, äh, das hat jetzt einfach mit dem Schaden zu tun, in der hier zwischen uns ordentlich herrscht, dann.
37:09  Oliver
Ja, ich, ich glaube eher, dass es das ist, äh Jonas, äh, ehrlich gesagt, also weil
37:13
ich weil ich sag ganz ehrlich dann hätten wir Telefon und E-Mail gehabt und so also ich ne wir haben ja auch nicht vor Korone hinterm Mond gelebt ne? Also das das hätte schon alles glaub ich irgendwie auch funktioniert. Ähm.
37:28
Insoweit sollte man da glaube ich jetzt nichts zu euphorisch sein. Ähm aber was natürlich einfach nochmal für mich ganz wichtig ist, wir
37:37
machen diese Woche eine Arbeitstagung Bildung, die machen wir auch einmal im Jahr jetzt natürlich rein digital dieses Jahr und werden uns insbesondere mit dem größten politischen Weiterbildner nochmal etwas stärker beschäftigen. Mit dem Internet an sich
37:48
Und äh das Interessante an der ganzen Geschichte ist, inwieweit wir denn überhaupt äh in diesem Internet vorkommen, ja? Äh
37:55
Als Gewerkschaften und da muss man ja leider sagen, dass wir ähm ähm vielleicht in bestimmten Bereichen Riesen sind
38:02
im Internet sind wir Zwerge, aber ziemlich große Zwerge, ja. Oder kleine, na ja, wie auch immer und.
38:10
Äh das Verrückte ist glaube ich ähm ich ich werde auch immer gefragt, jetzt ist nach Corona alles anders und jetzt müssen wir irgendwie unsere Bildungsarbeit ganz anders machen. Ich glaube
38:21
dass wir noch einen ganz schön weiten Weg in der digitalen Bildung zu bestreiten haben und das ist
38:28
bei mir wird es immer deutlich, wenn ich eben angucke, wie weit wir beim Internet überhaupt eine Rolle spielen und wo sich die Leute mittlerweile eben auch politisch äh äh orientieren und organisieren
38:38
Und darüber würde ich gerne nochmal wesentlich weiter in den kommenden Monaten und Jahren äh äh nicht nur nachdenken, sondern auch äh agieren wollen.
38:49  Ringo
Mir ist gerade so durch den Kopf gegangen, Jonas hat so sagt, ist die Chemie stimmt. Da dachte ich mir, das Metall passt und unsere Interessen sind vereint
38:57
Kein besonders gutes Wortspiel, aber das, was tatsächlich äh finde ich, das
39:04
gut auf den Punkt bringt. Also wir sind schneller zusammengekommen durch Corona in den Austausch und haben Sachen, haben das, was uns als Organisation wir als Menschenaustausch äh auszeichnet, nämlich äh die Solidarität untereinander, das gemeinschaftliche Interessen, weil wir sind.
39:18
Immer noch in der Abteilung Bildverbesserung ja auch zusammen unterwegs und das.
39:22
Geht besser, wenn wir's zusammen machen. Und das, was wir sehr schnell hinbekommen haben, ist darauf zu schauen, was uns verbindet, also in den Austausch zu gehen, nicht zu gucken, wo könnten wir uns jetzt streiten oder wo ähm
39:35
differenzieren wir uns auseinander, sondern was machen wir zusammen? Wo sind wir gemeinschaftlich einfach besser? Und insofern stimmt die Chemie.
39:44  Jonas
Das freut mich, Leute, das freut mich. Auch wenn Oliver mich ein bisschen gebremst hat in meinem äh Thusiasmuster. Aber das ist doch gut. Unterwegs. Ja?
39:53  Oliver
Wir sind natürlich auch eine Schicksalsgemeinschaft, ne? Muss man auch ganz ehrlich sagen.
39:57
Alle irgendwie Mitte März gehangen und dachten Scheiße, unser Bildungszentrum müssten jetzt geschlossen werden. Was machen wir denn nun? Und das hat natürlich und insoweit revidiere ich mich jetzt wieder ein bisschen und komme jetzt zu dir hingeroppt, ja äh um die Gemeinschaft auch ein Stück weit zu zelebrieren. Das hat uns natürlich auch ein Stück weit äh glaube ich in der Tat auch äh
40:16
besonders geprägt, ja? Äh, drüber nachzudenken, Mist äh an was müssen wir jetzt alles denken bei den Hygieneplänen und so weiter
40:24
war ja wirklich ein Wahnsinn
40:27
Arbeit und auch Unsicherheit, wann dürfen wir wieder öffnen, wann nicht? Wir sind mittendrin in dieser ganzen Problematik. Und das hat natürlich auch nochmal zu viel Austausch äh
40:37
geführt hast ja nicht.
40:39  Jonas
Ein bisschen schon.
40:40  Ringo
Und zwar ganz pragmatisch, ne? Also tatsächlich der eine hat irgendwie was rausgefunden oder aufbereitet und der nächste hat gesagt, wunderbar, ich mache damit weiter und das wurde zurückgespiegelt. Ist toll, ich finde das toll.
40:52  Jonas
Genau, die Gefährten sind unterwegs oder auch die
40:56
bei Muskeltieren wieder, Leute, lasst uns mal, wir haben jetzt äh wie haben sind die eingestiegen mit dem äh wo ihr ein bisschen büroartisch auch herkommt. Ähm was eure Arbeit ausmacht und äh haben uns auch nochmal zu unserer Überschriftbildung im Beträger, also von Bechten.
41:11
Eigentlich Druck auf unsere Arbeit, Digitalisierung, Rechteanfälle in dem
41:16
und in den Betriebsratsgremien aber auch.
41:20
Ähm, was verändert sich sozusagen, da nochmal draufgeguckt? Ich will mal mit euch zum Abschluss gerne einen Blick nach vorn werfen wollen und euch nochmal fragen
41:27
Was meint ihr jetzt gar nicht im Sinne von Bedrängnis und uns schwierig, sondern was müsste sich aus eurer Perspektive, ihr seid beide für die
41:35
Bildungsarbeit für die Qualifizierung, Befähigung von Ehrenamtlichen zuständig, was müsste sich aus eurer Perspektive noch in unserem unmittelbaren Arbeitskontext
41:46
ändern, in welche Richtung ihr auch immer das Drehwort, aber mit so einem Blick nach vorne geguckt, was müsste sich aus eurer Perspektive noch änder.
41:55  Ringo
Schneller in die Praxis kommen, mehr und einfacher ausprobieren, also Oli hat früher gesagt, da machen wir mal ein Konzept.
42:03
Man kann auch einfach mal sagen, wir starten und gucken mal, was wir dabei lernen. Einfach agiler vorgehen und dann, wenn wir ein paar Erfahrungswerte gemacht haben, können wir immer noch sagen.
42:15
Das ist wirklich gut und jetzt machen wir ein Konzept.
42:18
Aber nicht davon ablassen, schnell mal was auszuprobieren, zu gucken, wie es wirkt. Da sollten wir auf keinen Fall Abstand von dem.
42:26  Jonas
Danke Bringo, ja. Oh. Oli, wie sie.
42:29  Oliver
Also wenn ich nach vorne schaue, bin ich jetzt äh nicht ganz so euphorisch in der Hinsicht
42:35
was die Rolle der Bildung eigentlich innerhalb unserer Gesellschaft angeht. Also wir wollen eine Wissensgesellschaft schon seit ich weiß nicht wie viel
42:43
Jahrzehnten sein, aber wenn man sich anschaut, ähm wie Bildung organisiert wird und dazu gehört eben auch insbesondere politische Erwachsenenbildung hier in Deutschland. Ähm äh dann sind wir bestensfalls ein Sonntagsthema, ja, wenn man sich anguckt.
42:58
Strukturen behebig sind, äh wie viel Gelder dafür zur Verfügung gestellt werden, äh wieder auch teilweise die Zusammenarbeit äh eben auch stattfindet
43:07
was mir Sorgen bereitet, sage ich ganz ehrlich und ich glaube da äh möchte ich in Zukunft nochmal wesentlich stärkeren arbeiten und
43:16
drei haben ja auch schon gesagt, dass wir da auch gemeinsam auch ran wollen ist, wie schaffen wir es eigentlich.
43:22
Der politischen Bildung hier in Deutschland wieder ein größeres Gewicht
43:27
beizumessen. Äh und da äh rede ich natürlich einmal um die Frage der Bildungsurlaubs- und Bildungszeitgesetze, die noch nicht mal in allen Bundesländern ähm realisiert worden sind, aber äh äh da wo sie realisiert worden sind, äh ist nur eine absolute äh Minimalprozentsatz der Leute, wirklich auch aktiv.
43:45
Dabei. Und ähm das zweite ist schlussendlich ähm die Fragestellung, wenn wir von Transformation und Ähnliches reden
43:54
inwieweit haben die Beschäftigten eigentlich derzeit die Möglichkeit, ähm!
43:58
Ähm sich kontinuierlich weiterzubilden und das nicht nur im politischen Kontext, sondern eben auch im beruflichen oder auch in der Frage aus der Selbstverwirklichung
44:08
ich hab immer von Hanna Ahrendt den Satz im Kopf, dass wenn man sich aktiv beteiligen möchte und aktiv Design dabei sein möchte
44:16
dann braucht es einen Raum dafür
44:18
Und ich habe den Eindruck, dieser Raum kommt immer mehr in Bedrängnis äh was zu machen äh und das hat die ähm die digitale äh äh oder hat diese.
44:29
Zeit eigentlich interessanterweise und das ist irgendwie ein bisschen schräg
44:34
nochmal deutlicher gemacht, also durch diese Arbeitsverdichtung, du hattest ja vorhin von diesen fünf Videokonferenzen an einem Tag irgendwie erzählt
44:41
nicht wenige Leute haben, äh hab ich oftmals auch den Eindruck, dass wir noch weniger Zeit haben uns zu beteiligen, uns weiterzubilden und ähnliches, das ist eher so Training on the Job
44:53
Das ist auch gut und auch wichtig, aber ähm ähm haben wir noch genügend Zeit, um wirklich mal kurz
45:00
innezuhalten und dann auch in einen Bildungsprozess hineinzugehen, was mindestens genauso wichtig ist
45:06
und da würde ich gerne in Zukunft nochmal stärker dran arbeiten wollen, dass wir das hinkriegen, dafür brauchen wir glaube ich mehr als äh als gute Worte, dafür brauchen wahrscheinlich auch äh gesetzliche Regeln
45:17
und da brauchen wir auch nochmal wesentlich mehr Power und das können wir, glaube ich, nur gemeinsam als DGB-Gewerkschaften erreichen.
45:25  Jonas
Wir sind schon am Ende. Ja, Ring ru.
45:28  Ringo
Darf ich da noch kurz ank.
45:29  Jonas
Unbedingt, unbedingt.
45:31  Ringo
Genau an dieses Statement, ne? Olli, du hast schon gesagt, wir sind im Internet beispielsweise als Zwergo unterwegs, ne. Da bieten sicher Möglichkeiten, da bieten sich
45:40
Kooperation mit mit anderen Leuten, die
45:44
zum Beispiel eigentlich Berichterstattung machen, kritische Berichterstattung, ähm eigenmotiviert, politisch motiviert, ganz häufig über Themen, die wir als Gewerkschaften.
45:54
Elementar bewegen
45:56
mit den Leuten in Kontakt zu kommen, diese Menschen aufzusuchen, mit ihnen was gemeinschaftlich zu machen, erschließt neue Möglichkeiten. Also in so eine Richtung auch zu denken, auszuprobieren
46:07
ja vielleicht auch zu scheitern an der ein oder anderen Stelle, aber unterm Strich mit Sicherheit voranzukommen. So, das das verbinde ich damit.
46:15  Jonas
Vielen Dank euch beiden. Oliver Wenzke von der IGBCE und der Ringo Bischof von Verdi, beide zuständig für die Bereiche
46:24
der Bildungsarbeit beide in der ähm Qualifizierung, Befähigung von ehrenamtlichen Funktionären unterwegs
46:31
Ich bin Jonas Börgel, ähm, ich hab mit meinem Kollegen dem Guido Borbach, dem ich an der Stelle nochmal danken möchte, der hier uns konzentionell und technisch unterstützt hat
46:42
uns überlegt, was wir sozusagen diskutieren konnten, unser heutiges Thema, Bildung im Bedrängnis von wo kommt, was auf uns zu, wir gehen ja damit um und ich danke euch jetzt äh bereit und nochmal vor allem für diesen Blick nach vorn.
46:54
Politische Bildung stärker in die Praxis stärker ausprobieren und dann auch diese gesellschaftliche Herausforderung die wir hier gemeinsam eistern müssen, egal in welcher Gewerkschaft wir unterwegs sind, in welchem Unternehmen wir arbeiten und in welchen
47:07
Teil dieser Bundesrepublik, um da gemeinsam nach vorn zu kommen. Leute mit so tollen Kollegen wie euch, kann das nur gelingen
47:13
Ich bedanke mich ganz herzlich, toll, dass ihr dabei wart. Alle, die mitgehört haben, mit dir Anmerkungen, Ideen habt, gerne an Bildung.
47:19  
Sound
47:20  Jonas
Metall DE, wir gucken da rein und gucken mal, was wir da machen können. Vielen Dank euch beiden, lasst euch gut gehen, bis zum nächsten Mal, tschüss zusammen, danke.
47:29  Ringo
Ciao und bis bald.