Bildung in Bewegung

Die IG Metall Bildung ist in Bewegung, weil sich die Gesellschaft und die Arbeitswelt in Bewegung befindet. Der Podcast gibt Einblicke, wohin die Reise geht, welche Zwischenstationen für Expeditionen eingelegt werden und welche Utopien sich am Horizont auftun könnten.

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episode 16: Kinder, Küche, Arbeitskampf [transcript]


110 Jahre Frauentag: Dieses Mal wollen wir die Situation von Frauen in der Corona-Krise in den Fokus rücken. Die bald einjährige Pandemie hat unsere Arbeits- und Lebensverhältnisse grundlegend durcheinandergewirbelt. Allerdings hat diese Krise unterschiedlich auf die Geschlechterverhältnisse Einfluss genommen. Welche Auswirkungen hat Corona auf die Arbeitsbedingungen von Frauen?

Die anstehende Tarifbewegung stellt uns vor große Herausforderungen. Wie können Frauen und Männer im Homeoffice für die kommenden Auseinandersetzungen erreicht werden? Und für uns als IG Metall Bildung besonders wichtig: Welche Rolle nimmt unsere Bildungsarbeit in diesem Zusammenhang ein?


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 2021-04-12  1h42m
 
 
00:00
Music.
00:20
Ja herzlich willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße euch ganz herzlich heute zu unserem sechzehnten Web-Talk in Bezug auf den Frauentag am Montag, den achten dritten
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mit dem heutigen Motto.
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Kinder, Küche, Arbeitskampf sollen Frauentag werden über neue Herausforderungen und aber auch alte Konflikte.
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Mein Name ist Fritzi Hecker, ich leite das Bildungszentrum der IG Metall Schliersee und ich darf uns heute durch die Gesprächsrunde leiten.
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Wir haben natürlich wieder 'ne großartige Besetzung in diesem und wir sind hier heute eine Frauenrunde.
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Und als erstes darf ich dich, Irene äh begrüßen.
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Geschäftsführendes Vorstandmitglied der IG Metall und auch für die Bildungsarbeit in der I Metall zuständig, daher kennen wir uns ganz gut.
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Irene, schön, dass du heute dabei bist, dass du dir die Zeit genommen hast. Ja, hallo zusammen und vielen Dank Fritzi,
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Außerdem darf ich begrüßen Bettina Kohlrausch. Bettina, du bist Professorin für gesellschaftliche Transformation und Digitalisierung an der Universität in Paderborn und
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auch seit zweitausendzwanzig wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts und sozialwissenschaftlichen Institutes,
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unter WSI, lesen's bei dir oft da vorher, der Hans Böckler-Stiftung. Sei ganz herzlich willkommen, schön, dass du da bist.
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Ich freue mich auch. Hallo.
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Daniela, ich freue mich unheimlich, dass du dabei bist. Ähm Daniela, du bist stellvertretende Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrates äh von Volkswagen Daniela Cavalo.
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Ihr habt einfach mega viele Themen gerade im Betrieb in Bezug auf Korona, wir sind in der Tarifbewegung. Toll, dass du dir die Zeit trotzdem genommen hast und heute hier dabei bist.
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Ja, sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung.
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Ja, bevor wir gleich mit unserem Webtalk starten, äh darf sich die Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause.
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Noch auf ein paar Sachen hinweisen und zwar dürft ihr gerne Fragen über die Frage Antwortfunktion unten stellen.
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Ihr seht das in eurer Leiste, unten in der Zoomleiste.
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Ähm dieser Chat wird von meiner Kollegin Raja Böbel aus dem Bildungszentrum.
03:01
Berlin betreut, sie wird im Zweifel sogar ein paar Sachen schon direkt antworten. Wenn ihr Fragen habt.
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Herzlichen Dank dir an der Stelle schon mal für den Support.
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Wir werden vermutlich heute nicht alle individuellen Fragen klären können. Äh dafür ist die Zeit einfach äh zu kurz und wir wollen generell eher auf eine
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auf ein politisches Gesamtbild schauen, versuchen aber natürlich möglichst alles mit reinzunehmen
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solltet ihr darüber hinaus technische Probleme und Fragestellungen haben, was wir natürlich nicht hoffen, sind unsere beiden Kollegen Social Lee und Michael Jenicke
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erreichbar und wir drücken einfach die Daumen, dass heute technisch alles klappt und wir hier gut durchkommen durch diesen Web-Talk.
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Okay, ich gucke mal in die Runde hier aus meiner Sicht spricht's nichts dagegen anzufangen.
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Starten wir, weil am Montag ist es soweit. Ähm, wir sprechen von hundertzehn Jahren internationalen Frauentag,
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seit hundertzehn Jahren kämpfen Frauen für ihre Forderung.
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Also wir werden heute nicht über alle Forderungen sprechen können, wir wollen auch gar nicht so weit zurückdenken, sondern eher,
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in das aktuelle und in die Zukunft schauen, aber wir kommen zum Beispiel von Forderung zu dem Thema Frauenwahlrecht oder ein Recht auf Ausbildung und Arbeitsplatz.
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Also das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Wir sind jetzt im Jahr zweitausendeinundzwanzig und die Agenda ist total lang,
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Wir sprechen über Entgeltgleichheit, Bildungschancen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und äh immer wieder auch über eine Frauenquote in Führungsposten.
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Diese und viele andere Themen stehen ganz oben auf unserer frauenpolitischen Agenda und stellen sich gerade im Rahmen dieser Corona Pandemie äh nochmal ganz neu
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und auch ganz anders und das ist genau das, warum wir heute hier zusammenkommen und worüber wir in diesem heute sprechen wollen.
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Bevor wir inhaltlich einsteigen, möchte ich zunächst.
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Ja, eine ganz persönliche Frage an euch richten,
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und es ist 'ne Frage, äh, die ein Mann in seinem in seinem Leben vermutlich sehr selten gestellt wird.
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Zumindest bisher, wir arbeiten daran, äh dass es anders wird, ihr seid drei starke Berufstätige, äh, Frauen mit Kindern.
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Wie habt ihr denn das erlebt? Ähm! Also wie habt ihr es hinbekommen Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
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hinzukriegen, um jetzt da zu sein, wo ihr seid. Daniela, vielleicht möchtest du starten in der Runde.
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Ja, sehr gerne. Also das ist in der Tat eine sehr persönliche Frage, aber ich finde, ähm das ist wichtig, darüber zu sprechen, um einfach auch deutlich zu machen.
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Dass das allein der Satz immer Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
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Ist immer so einfach über die Lippen zu sagen, aber ich glaube, wichtig ist immer, auch zu betonen, dass dass wirklich im Alltag nicht unbedingt immer einfach.
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Und ich glaube, das geht auch vielen äh Frauen so.
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Und auch Männern im Übrigen, wenn man 'ne Partnerschaft hat, die eben da auch wirklich gleichberechtigt auch ist.
06:42
Weil er dann erleben die Männer im Übrigen genau die gleichen Themen, die die Frauen auch die ganze Zeit schon äh in der Vergangenheit erlebt haben und
06:50
Bei mir ist das so, dass dass ich das Glück habe
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mein Mann eben das genauso auch mit mir handhabt, dass wir uns das auch aufteilen, dass ähm auch oftmals gerade, wenn wenn man in so einem ja Position auch ist, ähm als stellvertretender Betriebsratsvorsitzende, da habe ich natürlich keinen geregelten
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Tagesablauf wo ich sagen kann ich fange um acht Uhr an und um sechzehn Uhr fahr ich nach Hause
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sondern es ist viel Flexibilität und auch oft Abendtermine ähm sind damit verbunden und dann fängt das damit an, dass man eine gute Organisation haben muss, ne? Einmal
07:30
der Kinderbetreuung her, aber auch eben eine Partnerschaft.
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Das auch zulässt und ein familiäres Umfeld, ähm, die dann auch einspringt, wenn eben solche Situationen sind, weil man kommt ja schnell an Grenzen, weil man natürlich in Abendterminen in der Regel ja auch nicht.
07:48
Zumindest eine Kita hat oder oder andere Betreuungsmöglichkeiten so schnell außer man nimmt sich ein äh ja eine Betreuung zu Hause
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Und von daher ist glaube ich immer wichtig und das hab ich persönlich erlebt, ähm, dass da eben auch 'ne Partnerschaft da ist, wo man das auch gemeinschaftlich organisieren kann und dann kann es auch funktionieren, wenn das nicht gegeben ist
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dann ist es wirklich schwierig und ich hab das Glück, ähm, dass wir das so gut auch meistern können.
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Danke. Bettina darf ich dich bitten da zwei Sätze sozusagen.
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Ja ähm ich kann mich da eigentlich nur anschließen, ich glaube auch,
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der ganz zentrale Frage ist einfach, wie organisiert man auch seine Partnerschaft und ich muss sagen, dass ähm es zu keinem Zeitpunkt.
08:44
Zur Debatte stand, dass meine berufliche Planung weniger relevant wäre, als die meines Mannes und ähm also für uns beide nicht, das war einfach kein Thema, es war einfach klar, man muss es halt irgendwie zusammenorganisieren. Man kann jetzt natürlich als ähm Soziologin, die ich auch bin, sagen, na ja, die Rahmenbedingungen waren noch
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günstig, weil mein Mann und ich sind gleich alt.
09:06
Und äh wir verdienen gleich oder wir haben lange Zeit gleich viel verdient, weil wir im öffentlichen Dienst sind. Also ziemlich klare Lohnstruktur, ne? Ziemlich, also da war irgendwie und es hat natürlich dann auch
09:17
ähm das heißt Faktoren, die in anderen Paaren häufig dazu führen, dass es dann ungleich ist, weil der Mann häufig ein bisschen älter ist und dann weiter und dann mehr verdient und so. Das hatten wir halt alles nicht. Wir waren eigentlich ganz oft
09:28
an wirklich zum gleichen Zeitpunkt an dem gleichen biographischen
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Schnittstellen, die wir zusammen bewältigt haben. Und ähm das das war sicherlich günstig und dann war es aber streckenweise, muss ich schon sagen
09:41
auch einfach sehr viel. Also ich muss sagen, wenn zurück, also die sind ja immer noch nicht groß, aber sie sind halt auch keine Kleinkinder mehr ähm und äh
09:51
so rückblickend würde ich sagen, diese Zeit, wo wir Vollzeit gearbeitet haben und die echt klein waren, also so Basics wie äh man kann sich drauf verlassen, dass man acht Stunden geschlafen hat oder so zumindest am Stück ähm bestimmte Zeit bevor man morgens losgibt, wo das dann über manchmal ja über Wochen nicht gegeben ist
10:09
da würde ich jetzt rückblickend sagen, wäre schon schöner gewesen, wenn wir vielleicht beide nicht vierzig Stunden gearbeitet hätten, sondern dreißig.
10:16
Weil das finde ich jetzt so im Rückblick war das eine sehr anstrengende Zeit. Danke dir. Irene,
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Ja, meine ähm meine Kinder sind ja schon ein bisschen älter, die sind schon groß. Insofern kann ich da äh zurückblicken und mich aber trotzdem anschließen, auch bei euch.
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Ich teile das, was ihr gesagt habt, ähm ich glaube, dass es sehr wichtig ist, ähm wie kriegst du das partnerschaftlich vereinbart.
10:41
Ich würde noch ergänzen, dass für mich war immer auch wichtig so ein Netzwerk zu haben, ein stabiles Netzwerk.
10:48
Ähm weil als äh meine Kinder klein waren, also das ist jetzt wirklich äh dreißig Jahre her. Da gab's im Grunde diese verlässliche Ganztagsschule so noch nicht. Und auch die Kita-Zeiten waren nicht so flexibel, äh wie sie heute sind.
11:02
Allen Verbesserungsbedarf, den es auch heute noch gibt.
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Wir haben uns dann irgendwann äh so ein Modell überlegt, dass wir zu viert zusammengelebt haben in einer Art, ja, Wohngemeinschaft mit fünf Kindern.
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Haben dann sozusagen jeder musste einen Tag früher nach Hause kommen und hatte dann die ganze Kinderbande, musste einkaufen, kochen und so weiter.
11:23
Das war ein ganz gutes Modell, weil du damit vier Tage im Grunde abgedeckt hattest
11:29
und alle anderen dann auch länger arbeiten konnten oder mal eine Dienstreise machen konnten und ähm für die Kinder war das auch nicht schlecht. War halt Halligalli, ne, wenn die noch ihre Freunde mitgebracht haben, klar.
11:40
Aber insgesamt war das ein ganz gutes Modell, das ist natürlich kein Modell, was jetzt äh sozusagen Strukturen ersetzt überhaupt nicht.
11:48
Sondern war ein bisschen auch aus der Not geboren. Was ich noch hinzufügen würde so im Rückblick ist, was ich wichtig finde, ist auch ähm ja sowas wie Mut zur Lücke.
11:58
Also ich finde so die Ansprüche, äh das so zu vereinbaren. Ähm das ist schon echt immens und äh ich sage mal, wenn die Kinder dann drei Tage hintereinander mal Spaghetti mit Tomatensoße essen, sowat.
12:10
Oder wenn du im wichtigen Meeting plötzlich feststellst, ist mir echt passiert. Du hast zwei verschiedene Pumps an.
12:17
Mein Gott, nichts mit Humor. Also ich glaube, solche Leitsätze, die helfen irgendwie auch, um dieses Alltagschaos.
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Was gar nicht ausbleibt, ja? Ähm wenn du irgendwie viel unterwegs bist und gleichzeitig einen Anspruch hast, auch Familie zu managen.
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Ähm ich glaube, dass dass hilft einfach nicht zu anspruchsvoll zu sein, nicht zu hohe Ansprüche zu haben, locker zu sein und die Kinder finde ich, die machen echt viel mit.
12:41
Sind relativ unkompliziert, ne?
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Wenn das gemeinsam getragen wird, aber trotzdem, ich möchte es nochmal am Ende sagen, es ist wirklich ein anspruchsvoller Spagat und umso wichtiger ist eben, dass wir verlässliche
12:54
Touren haben um uns rum. Also Kitas, Ganztagsschule und auch eine Arbeitszeitsouveränität im Betrieb. Und darüber reden wir heute auch nochmal.
13:04
Ja herzlichen Dank. Was für eine schöne Überleitung. Ihr habt ganz viel angesprochen von dem, was wir hier heute besprechen wollen und ich glaube, was ganz wichtig ist, Daniela hat's ganz am Anfang gesagt.
13:16
Männer haben diese Vereinbarkeitsthemen auch und man darf ihnen diese Frage im Übrigen auch stellen. Man muss die nicht nur Frauen stellen.
13:25
Es ist wichtig ein Netzwerk zu haben Strukturen zu haben, sich da gut zu organisieren, partnerschaftlich und du hast es gesagt, Erene Mut zur Lücke.
13:35
Ich würde gern äh mit euch äh beim Thema Sorgearbeit bleiben. Ich glaube, früher Irena hat man äh Kehrarbeit gesagt in der DDR.
13:47
Irene, du hast in deinem Sommersommer Interview auf der neuen Betriebsräteseite gesagt. Hier sind es vor allem Frauen, die gigantisches leisten. Dies war bezogen auf die Sorgearbeit von Frauen.
14:01
Äh so hast du es äh damals benannt? Wie hat sich denn aus deiner Sicht der Arbeitsalltag vieler Frauen im Rahmen dieser Corona Pandemie im letzten Jahr,
14:12
vor allem bei Frauen und Müttern die Erwerbsarbeit gesunken ist.
14:17
Und die Sorgearbeit aber auch gestiegen ist. Wie hat sich da quasi der Alltag der Frauen verändert? Und was steckt da auch hinter deiner kräftigen Aussage.
14:32
Ja, ich glaube, wir haben ja gerade schon uns ein bisschen persönlich ausgetauscht, ähm dass das Thema Vereinbarkeit ja schon hochanspruchsvoll ist, wenn kein Korona ist.
14:43
Aber jetzt seit einem Jahr, also ich weiß nicht, wie es euch geht, ähm da würde ich auch zur Debatte auch mit den Zuschauerinnen und Zuschauern auch mit einladen. Ähm also für mich war das eigentlich unvorstellbar, dass es wirklich.
14:56
Dazu kommen, dass es nicht nur dass wir nicht nur im Homeoffice sind, das kannten wir ja schon, auch wenn's nicht um diesen Ausmaßen bekannt war, sondern HomeSchooling noch dazu kam und zwar nicht im Sinne von unterstützend.
15:10
Sondern als Ersatz für Schule. Ich glaube, das war für uns alle bis dato unvorstellbar. Und ähm.
15:17
Ich glaube, wir haben alle, die da irgendwie ein bisschen Einblick haben in die Themen, äh eine Vorstellung, auch eine sinnliche Vorstellung, eine reale Vorstellung.
15:27
Was das eigentlich bedeutet für Eltern, ich rede jetzt bewusst auch von Eltern.
15:33
Die das zu Hause wuppen müssen, also weil wir haben ja jetzt auch in den Betrieben nicht die Bänder angehalten, wir haben nicht Projekte angehalten.
15:42
Das heißt, du musst es abliefern, entweder im Homeoffice oder Schichtarbeit oder im Betrieb.
15:48
Und gleichzeitig hattest du die Aufgabe zu Hause ohne jede Unterbringung deiner Kinder.
15:55
Dafür zu sorgen, äh erstens, dass die Schule funktioniert hat, ohne Schule.
16:01
Und aber auch, dass ja viele Freizeit ähm Betätigungen weggefallen sind. Die Kinder konnten die Freunde nicht treffen. Du musstest die also, ich sage das immer so bei Laune halten und dir überlegen, wie das gehen kann.
16:13
Deshalb habe ich gesagt, das ist gigantisch, was da geleistet wird und ich habe das auch deshalb so ausgedrückt, weil ich finde, dass das viel zu unsichtbar ist.
16:22
Was da gerade geleistet wird. Deshalb bin ich auch so dankbar auch für die Untersuchung, die Bettina äh und andere machen, um das wirklich auch mal ähm öffentlich zu machen,
16:32
was passiert eigentlich gerade äh in Familie und im Beruf und auf der Arbeit und wer leistet das eigentlich? Äh und stabilisiert damit ja auch im Moment,
16:43
sowas wie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und das war der Hintergrund und ähm.
16:48
Deshalb, was uns als IG Metall ja auch so wichtig, dass wir mehr freie Tage durchsetzen für die Eltern, äh damit das überhaupt zu bewerkstelligen ist,
16:57
und auch Eltern finanziell zu unterstützen. Ja, durch äh durch dieses zusätzliche Geld, was Eltern bekommen und durch das Elterngeld, um auch überhaupt die Voraussetzungen zu Hause zu schaffen
17:08
das überhaupt zu leisten. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Kinder zu Hause ein iPad haben.
17:14
Und das sind natürlich nicht ausreichende Maßnahmen um das Thema alle haben die selben Chancen auch wirklich nach vorne zu bewegen, aber es sind zumindest ähm.
17:24
Ja, es waren zumindest Beiträge dazu, Eltern nicht völlig im Regen stehen zu lassen und das war uns sehr wichtig, das haben wir ja auch durchgesetzt, auch die freien Tage, da wurde nachgelegt.
17:33
Ähm das ersetzt aber nicht das, was da wirklich geleistet wurde und deshalb war mir das so wichtig, das auch nochmal so auszudrücken und es wirklich sichtbarer zu machen und deutlich zu machen.
17:43
Wer trägt eigentlich im Moment ähm auch ja diese Leistung in der Gesellschaft und trägt mit dazu bei.
17:50
Dass das alles noch einigermaßen äh im Zusammenhang im gesellschaftlichen Zusammenhalt läuft.
17:57
Ja, Irene, du hast es schon angesprochen ähm.
18:01
Bettina Kohl raus. Ihr habt in eurem Rahmen einer Erwerbspersonbefragung gemacht und auch ausgewertet.
18:09
In der circa siebentausend Erwerbstätige auch mehrfach befragt wurden und ich habe gelesen in einer aktuellen Pressemitteilung habt ihr auch nochmal über die aktuellen Belastungen von Familien im Logdown gesprochen.
18:23
Und darüber berichtet wenn du auf das guckst, was Irene gerade gesagt hat, Bettina, kannst du das mit Blick auf diese Befragung so unterschreiben.
18:33
Beziehungsweise gibt es daraus noch Punkte, wo du sagst, die waren für dich nochmal total neu, das haben Familien berichtet, äh Frauen auch in Bezug auf die Sorgearbeit zu Hause.
18:48
Ja, also erstmal tatsächlich haben wir uns jetzt auch nochmal die Belastung angeguckt und da ist schon auffällig.
18:54
Dass Familien mit Kindern einfach auch in allen Dimensionen viel stärker belastet sind, dass sie einfach in dieser Krise wirklich stark belastet sind und ähm.
19:07
Ja, gibt es neue Erkenntnisse? Also ähm oder ist es wenig überraschend? Also eigentlich ist die Erkenntnis, die wir ähm vor allen Dingen haben im Bezug auf die Kehrarbeit ähm wenig überraschend, haben vor der Krise die äh Frauen
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am häufigsten den überwiegenden Teil der Sorge Arbeit gemacht und
19:27
In der Krise dann auch. Also der, der ähm Hauptbefund ist, man sieht Stabilität, aber natürlich unter deutlich verschärften Bedingungen
19:35
Dadurch sind auch in der, zumindest, wenn man sich die Gesamtbelastung anguckt, Mütter auch nochmal stärker belastet als Väter und ähm.
19:43
Ich muss auch sagen, das ist jetzt nicht unmittelbar diese Erwerbspersonenbefragung, aber was Sirene gesagt hat, äh.
19:49
Hat, also kann ich nur unterstützen, das ist so unsichtbar ist. Also wir dürfen ja nicht vergessen, dass bis diese Kindheitkrankentage durchgesetzt worden sind im Infektionsschutzgesetz, Homeoffice, als.
20:00
Möglichkeit genannt wurde, Kinderbetreuung zu gewährleisten. Und wir haben zu diesem Zeitpunkt also gefühlt mein ganzes Leben darüber geredet.
20:09
Nicht bezahlte Arbeit ist aber auch Arbeit. Und diese Regelung im Infektionsschutzgesetz ignoriert da schlicht schlechter Dings, ja? Also, weil wenn es Arbeit ist, dann kann man's nicht gleichzeitig mit Erwerbsarbeit machen
20:21
Also ist es irgendwie nichts oder was? Also und ähm und das hat mich wirklich äh wirklich irgendwie.
20:29
Schockiert. Ich weiß nicht, ob so ein zurückwirft oder einfach nur zeigt, wo wir stehen, aber dass tatsächlich diese Arbeit
20:36
irgendwann ähm also meistens von Frauen gemacht worden ist, das, was Frauen nicht machen, weil sie dann zumindest in Teilzeit arbeiten hat, dann der Staat übernommen.
20:43
Aber offensichtlich waren Paare an dem Punkt wirklich noch nicht so weit. Das zeigen uns ja auch, die die Gender Care-Gap nach wie vor
20:51
ungefähr 'ne Stunde selbst bei wo wenn wenn Frauen in Vollzeit arbeiten arbeiten und Kinder haben arbeiten, sie leisten sie 'ne Stunde mehr durch.
20:59
Schnittlich Kehrarbeit als Männer. Ähm.
21:03
Also äh da das hatte schon immer gegeben, aber das, da scheint es irgendwie kein Bewusstsein für gegeben zu haben, das wurde so selbstverständlich vorausgesetzt und ich habe mich schon gefragt, also wenn man Kinder zu Hause beschult.
21:15
Dann sind das mehrere Stunden.
21:18
Arbeit am Tag plus. Und ich selbst wenn man ein Stück weit parallel machen kann und ich frage mich, was eigentlich los gewesen wäre, wenn man gesagt hätte, es ist jetzt leider Krise und deshalb müssen halt irgendwie äh
21:30
müssen wir jetzt leider die Arbeitszeiten, also die Erwerbsarbeitszeiten um fünf Stunden verlängern, ihr kriegt auch nicht mehr Geld übrigens. So, also wer doch Generalstreik gewesen zu Recht
21:40
Ja? Und das hatte ich schon ein Stück weit.
21:43
Echt auch persönlich wütend gemacht, weil ich ja auch getroffen habe von der Situation. So, jetzt aber zu der Frage, was sagt uns die Krise da? Äh was sagt uns die Erwerbspersonenbefragung,
21:54
ähm meine Kollegin Yvonne Lott und äh Alin Suko haben sich das nochmal genauer angeguckt, weil dann ja auch ganz viel die Rede war von Männern, die jetzt mehr machen
22:03
Also die gibt es, ja? Das ist aber schon ein eher kleiner Teil, aber sie haben festgestellt, ähm es gab äh tatsächlich
22:11
Paare, die hin zu einer egalitären Arbeitsverteilung, zumindest zu einem bestimmten Zeitpunkt dieser Krise gegangen sind. Und die haben dann sich angeguckt, was sind Bedingungen, die das begünstigt haben und dann haben sie halt tatsächlich festgestellt, wenn der Vater im Homeoffice war, wir wissen leider nicht, ob die Mutter nicht im Home-Office war
22:27
Äh
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dann ähm gab's häufiger mal Momente so einer Egalität, so eine Veränderung von einer traditionellen Arbeitsverteilung zu einer egalitären Arbeitsverteilung
22:37
wenn die Arbeitszeit verkürzt haben und daraus kann man von der Krise auch nicht überraschen, aber vielleicht lernen was eigentlich Rahmenbedingungen sind, die die so eine egalitäre Arbeitsverteilung,
22:48
Möglicherweise äh vereinfachen, aber der Hauptbefund ist einfach die überwiegende in den überwiegenden Familien haben die Frauen das meiste gemacht unter wirklich verschärften Bedingungen, weil die Kinder eben zu Hause waren.
23:00
Viele Monate.
23:02
Gab's äh Bettina kurze Nachfrage? Gab's einen Rückschluss zu der Entgeltverteilung? Ja. Gab es, ähm wir haben fest, also wir haben ja diese kleine Gruppe uns angeguckt im März mal ähm.
23:16
Wer also es gibt Paare, die von der Egalität, also die es fair geteilt haben, Feuer und dann ähm.
23:23
Wo die dann in so 'ne zumindest ungleiche ja wo einer mehr macht entweder Frau oder der Mann. Und da haben wir schon und das ist ja dann in der Regel die Frau und da haben wir schon festgestellt
23:33
wo die Paare weniger verdienen, ist es ausgeprägter. Und da spricht natürlich auch was, was äh was ich glaube, was tatsächlich nicht unterschätzt werden darf. Häufig sind es ein Stück weit auch rationale Entscheidungen oder weil die Frau einfach weniger verdient und sie gerade in so einer Situation dann wahrscheinlich auch.
23:50
Höhere Einkommen des Mannes nicht verzichten können und ich glaube, das sind ja auch Überlegungen, die Haare wahrscheinlich anstellen, wenn sie sich überlegen, wer geht in Elternzeit oder so? Wenn ein Mann mehr verdient, dann schwächt das.
24:02
In so einer Situation, ich nenne das mal die Verhandlungsmacht der Frau. Aber es ist ein Stück weit auch eine rationale Entscheidung. So und dann ist die Frau zurückgeworfen in der Karriere.
24:11
Und dann kommt das nächste Kind und dann ist diese Entscheidung nochmal naheliegender und so verfestigen sich diese Strukturen. Auch und die Strukturen haben wir auch gesehen tatsächlich ja.
24:22
Wissenschaftzentrum Berlin für für Sozialforschung wir kennen das unter dem WZB, die haben auch 'ne Umfrage gemacht.
24:29
Da ging's eher um die Arbeitszufriedenheit im Homeoffice und die haben nochmal dargestellt.
24:35
Quasi während dieser Homeoffice und äh Produktionszeit, die wir benötigen, um am nächsten Tag wieder fit auf der Arbeit zu sein oder vor dem Rechner.
24:45
Dass es da tatsächlich keine Zeit mehr gibt.
24:50
Oder so Zeit für sich, wo wir sagen, die brauchen wir auch mal
24:55
Und äh die Präsidentin des WZB Jutta Alm Endinger hat eine These aufgestellt
25:01
über die würde ich gerne mit euch sprechen und ihre These ist,
25:06
Corona den Kampf um mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, um dreißig Jahre zurückwerfe.
25:13
Daniela, jetzt bist du ja jeden Tag mit vielen Frauen im Betrieb unterwegs, ich würd dich gern fragen, wie stellt sich denn die Situation bei euch im Betrieb? Sind die Frauen um dreißig Jahre zurückgeworfen? Also wie erlebst du es vor Ort? Ähm, und sind es
25:31
tatsächlich die Frauen auch, die die Sorgearbeit übern äh nehmen. Also ist es das äh was du erlebst, wie es Bettina äh auch beschreibt.
25:41
Genau und wie habt ihr euch da als Betriebsrat positioniert zu all diesen Themen.
25:49
Ja, also ich bin da sehr dankbar für das, was die Bettina ähm hier dargestellt hat, äh, aus den Erhebungen und ich kann das auf jeden Fall bestätigen, dass das in der Praxis auch tatsächlich.
26:01
Genauso ist und ich das auch so wahrnehmen kann. Ich hab mir mal im Vorfeld auch die Erge,
26:07
der Igel Metallbefragung mal angeschaut und wir haben ja die Möglichkeit auch Auswertungen dann auch in Richtung der Betriebe auch zu machen und ich hab mir natürlich dann die Volkswagenzahlen ange
26:19
weil mich das dann auch wirklich besonders interessiert hat, ähm bestätigt sich das eigentlich wirklich anhand der Rückmeldung auch der Kollegen.
26:27
Interessant ist zum Beispiel eine Frage Familienalltag musste völlig neu organisiert werden. Ist das also trifft das auf Zustimmung.
26:37
Bei den Befragten und zweiundsechzig Prozent der Frauen sagen ja trifft zu und neunundvierzig Prozent der Männer sagen
26:46
nur im Vergleich zu den Frauen, dass der Alltag völlig neu organisiert werden musste und das ist für mich ja eben schon auch
26:53
Ansatzpunkt, wo ich sehen kann, dass das eben genauso ist, dass hauptsächlich eben die Frauen sich darum kümmern, den Familienalltag dann auch zu organisieren oder,
27:03
Es geht dann auch weiter mit der Frage ohne Kurzarbeit wäre Kinderbetreuung schwer geworden. Da sagen siebzig Prozent der Frauen trifft zu,
27:13
nur siebenundvierzig Prozent der Männer sagen, trifft zu, ne? Also das sind schon auch so Anhaltspunkte, wo ich sage, ähm es ist wohl doch hauptsächlich noch so und ich habe schon auch Erlebnisse gehabt und die haben mich.
27:26
Auch tief betroffen gemacht im Alltag, dass mich Frauen auch angerufen haben aus dem Homeoffice.
27:34
Und genau das bestätigt haben, was die Bettina gesagt hat, dass sie einfach teilweise wirklich an ihre.
27:40
Äußersten Grenzen auch gestoßen sind, weil sie
27:44
gleich ihren hohen Anspruch auch ihren Job auch genauso weiter zu führen wie sie das vorher gemacht haben in dem Fall kann ich mich noch ganz genau an eine Juristin auch erinnern
27:55
mir gesagt hat, es wird so ganz selbstverständlich hingenommen von der Politik, dass ich im Homeoffice meine kleinen Kinder betreue,
28:05
und eben auch mit beschule. Und ich weiß überhaupt gar nicht mehr, wie ich das alles schaffen soll
28:11
ich bin schon nahe an der Grenze, dass ich umkippe, weil ähm sie einfach sich so überfordert gefühlt hat von der gesamten Situation und das war ein Beispiel
28:21
vielen, ähm, hauptsächlich Kollegen, die sich wirklich auch bei uns gemeldet haben und im Prinzip auch so.
28:28
Ja nicht wussten wie, wie soll's eigentlich weitergehen und wie lange dauert vor allen Dingen diese Situation auch noch an? Das.
28:36
Ist ja auch etwas, äh wo wir ja hier im Laufe der Corona Pandemie ja auch festgestellt haben, dass ja lange Zeit auch nicht in Sicht war
28:45
mit dem Impfstoff zum Beispiel, wann endet denn eigentlich diese Situation? Und im Moment ist ja dieser Hoffnungsschimmer da
28:53
dass wir eben ähm jetzt auch darüber hinweg kommen können, wenn das mit den Impfungen losgeht, aber jetzt dieser Horizont einfach noch nicht da war, da hat das noch mehr belastet und je länger diese,
29:05
Phase jetzt angedauert hat, desto extremer wurdest eigentlich und und genauso aber auch für die Kollegen, die jetzt auch im Fertigungsbereichen zum Beispiel arbeiten. Da war dann,
29:18
auch ganz klar der Fokus muss ich jetzt meine kompletten Freizeitansprüche im Prinzip einbringen
29:25
damit ich auch in der Lage bin, äh meine Kinderbetreuung auch aufrecht zu erhalten. Und das waren dann auch hauptsächlich die Frauen, die sich an uns gewandt haben und deswegen
29:34
Irena hat's ja vorhin gesagt, was ganz wichtig, dass dieser Pump dann auch geklärt wurde mit diesen zusätzlichen Kindkranktagen, weil das war
29:43
einfach irgendwo schon auch eine Befreiung dann für die Kolleginnen insbesondere, was dann aber auch immer schwierig ist im betrieblichen Alltag, dass wir natürlich auch erleben.
29:54
Dass dass dann auch die Erwartung ist, es gibt irgendwie eine Information der Veränderung von Gesetzgebung zum Beispiel und am nächsten Tag muss natürlich sofort auch alles geregelt sein, aber dieser.
30:07
Der hat natürlich immer ewig lange gedauert, bis dann auch wirklich klar war, wie ist die Umsetzung? Und das sind alles so Themen, mit denen wir uns dann als Betriebsräte.
30:16
Natürlich auseinandersetzen müssen und wo wir dann.
30:19
Kolleginnen und Kollegen auch beruhigen und versuchen dann auch Übergangslösungen mit dem Arbeitgeber zu schaffen bis eben klar ist wie man überhaupt diese Kindkrankentage in Anspruch nehmen kann, ne? Weil.
30:32
Manchmal ist es so, in der Öffentlichkeit diejenigen, die damit nicht so viel zu tun haben, die glauben ist ja eigentlich geregelt, aber der Prozess, der dahinter steht, bis es dann auch wirklich funktioniert
30:43
war jetzt auch in Vergangenheit wirklich schwierig dann auch
30:47
ja den Schrust, den auch alle hatten dann aufzufangen und zu sagen, ne, wir versuchen so schnell wie möglich Lösungen zu finden und zu unterstützen, dass wir das auch wirklich
30:58
dann auch ja umgesetzt bekommen und das hat unseren betrieblichen Alltag als Betriebsrätin und Betriebsräte oft auch bestimmt, ne? Und und ähm
31:09
Und dann war aber auch noch der Punkt, den möchte ich einfach auch nochmal ansprechen, dass sich viele
31:15
der Kollegen insbesondere auch gewünscht hätten, dass auch Führungskräfte
31:20
und das Management einfach auch diese Situation sehen, weil nicht nur dass es in der Öffentlichkeit irgendwie
31:29
so als Selbstverständlichkeit angesehen worden ist, sondern teilweise auch äh von Vorgesetzten, die
31:36
darauf zunächst nicht Rücksicht genommen haben und ähm eben dann auch Verständnis hatten, äh.
31:43
Vielleicht dann nicht immer alles so äh gut funktionieren kann und ähm
31:47
hat dann auch eine Kollegin zum Beispiel gesagt, sie würde sich mal wünschen, dass vielleicht auch hochrangige Vorstände das dann auch mal aussprechen, dass das eine schwierige Situation ist und das würde allein schon helfen, dass man eben sieht
32:01
diese Situation wird gesehen, ne? Und diese Wertschätzung eben auch ausgesprochen, ohne dass vielleicht große Maßnahmen dann dahinter stehen, das ist auch etwas, was äh uns oft begegnet ist.
32:15
Danke für den Einblick Daniela, sind der tatsächlich auch nochmal ganz äh also ihr geht da nochmal ganz anders ins Privatleben der Kolleginnen rein, ne? In solcher Situation.
32:26
Irene, ähm ich würde dich gern auch zu der These befragen äh zu der These von Jota ähm.
32:35
Ne, dass Corona den Kampf um mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und dreißig Jahre zurückwirft, wie stehst du dazu.
32:42
Und vielleicht auch nochmal im Anschluss ähm nach dem was wir jetzt gehört haben, Erwerbstätigkeit geht zurück.
32:48
Arbeit singend, die Beschreibung von Daniela, was hat das im letzten Jahr auch für 'ne Herausforderung für die Metall mit sich gebracht.
32:57
Das fände ich auch nochmal spannend zu wissen. Ja, vielleicht zu der These von Jutta Almdinger, ich.
33:06
Glaube, wenn man, wir haben ja jetzt viel darüber gesprochen, dass Dinge nicht gesehen werden oder unsichtbar bleiben, die eigentlich sehr wichtig sind, gesehen zu werden. Und da finde ich es manchmal schon richtig, wenn man zuspitzt, ja? Um gehört zu werden und
33:18
das hat Jutta Almdinger ja gemacht, äh indem sie vor allen Dingen sagt, dreißig Jahre zurück und äh red Traditionalisierung,
33:27
ähm ich glaube, das hat ja so einen Aufschrei auch ein bisschen hervorgerufen und der war beabsichtigt, ne? Um das Thema auch zu setzen und das finde ich gut.
33:35
Weil natürlich steckt da eine Gefahr hinter. Jetzt ähm was jetzt alles gerade auch beschrieben wurde auch ähm Daniela, was du erlebst, was die Kollegin der und die Kollegen dir berichten und auch, was wir über die Untersuchung.
33:47
Von Bettina auch feststellen können, weil es ist ja schon so, dass Frauen vermehrt auf bezahlte Arbeitszeit verzichten.
33:56
Und die Frage ist schon, hat das mittelfristige oder möglicherweise sogar langfristige Folgen? Ähm
34:04
Ich glaube nicht, dass wir dreißig Jahre zurückgeworfen werden, weil dazu halte ich die Frauen mittlerweile viel zu selbstbewusst. Ja, hat sich ja viel verändert in den dreißig Jahren und auch die die Lebensmodelle ähm in Partnerschaften haben sich verändert. Damit will ich nicht sagen, dass alles im grünen Bereich ist, gar nicht
34:20
aber das glaube ich jetzt nicht. Aber das ist ein Risiko gibt. Ja, dass wieder Sorge, Arbeit bei Frauen vor allen Dingen landet.
34:29
Wenn wir sozusagen Ausnahmezustand haben jetzt in diesem Fall durch eine Pandemie äh hervorgerufen, dass es dann die Frauen sind, die dafür sorgen,
34:40
zu Hause, der Laden läuft, ich formuliere es mal sehr,
34:43
leppisch, was gar nicht ist. Ähm dann haben wir glaube ich schon ein Thema, ähm was wir genauer angucken müssen, was das auch für eine Weiterentwicklung eigentlich bedeutet.
34:54
Und deshalb äh finde ich das richtig auch an der Stelle so zuzuspitzen. Was ich.
34:59
An dem Punkt nochmal interessant finde, zu diskutieren ist, welche Lehren ziehen wir denn eigentlich aus Corona.
35:06
Jetzt gar nicht so sehr rückwärtsgewandt, sondern eher vorwärts gewandt, also aus meiner Sicht zum Beispiel ist ja die Frage
35:12
die wir jetzt erlebt haben mit dem HomeScooing, was wirklich zu einer unglaublichen Belastung führt
35:17
das stoßen wir ja auf Zustände, die einfach nicht in Ordnung waren und die seit wirklich seit Jahrzehnten kritisiert werden, nämlich, dass die Klassen zu groß sind.
35:27
Deshalb konnten die Kinder ja auch auch unter anderem nicht mehr in die Schule, wenig Personal, große Klassen.
35:33
Und ziehen wir jetzt die Konsequenz daraus, dass es mit diesem Wechselunterricht und kleineren Klassen.
35:40
Perspektivisch kleinere Klassen ohne Wechselunterricht gibt, was ich stark befürworten würde, um die Qualität von Bildung auch wieder in den Mittelpunkt zu stellen und damit auch Eltern zu entlasten.
35:51
Auch wieder mehr Chancengleichheit zu befördern. Also das wären ja mal so Folgefragen aus aus der Pandemidi nach vorne zeigen.
35:59
Das finde ich gut, wenn wir die jetzt da fokussieren würden und nach einem Jahr Corona.
36:06
Genau da da die Hunde sozusagen reingehen würden und äh nach fortschrittlichen Entwicklungen gucken.
36:12
Wo wir jetzt gemerkt haben, wie das unter Corona-Bedingungen nochmal sehr offensichtlich wird, was eigentlich überhaupt nicht geht und seit Jahren nicht stimmt. Und das hat dann auch damit zu tun, ähm wie.
36:24
Frauen und Männer, ich würde auch von Eltern reden, eigentlich gefordert sind mit Zuständen, die eigentlich woanders geregelt werden müssten. Also das wäre, glaube ich, ein Punkt, hiermit weniger jetzt zurückgucken, sondern mehr nach vorne und trotzdem ist das richtig, was was Jutta Almdinger gesagt hat.
36:38
Was heißt das für uns? Ich glaub für uns heißt das dass wir das was wir bereits seit Jahren machen insbesondere zwanzig achtzehn auch mit unserem Tarifabschluss als IG Metall,
36:47
der Arbeitszeit, Souveränität.
36:51
Dass wir das weiterentwickeln, weil das eine ist ja, wie kriegst du da die Vereinbarkeit zu Hause geregelt, mit Schule, mit allen Anforderungen und das andere ist, wie sind eigentlich betriebliche Rahmenbedingungen.
37:01
Wie ist ähm Arbeit organisiert.
37:04
Da haben wir ja mit dem Tarifabschluss wo die Arbeitgeber am Anfang gesagt haben, dass das überhaupt nicht angenommen werden würde und so weiter.
37:12
Zum Teezug und zu den freien Tagen für Kinder, für Pflege,
37:17
Schichtarbeit glaube ich ein Meilenstein bewegt, was Arbeitssouveränität bedeutet, auch in einer männergeprägten Organisation und,
37:26
Tour, diesen Tarifvertrag umzusetzen und an der Stelle denke ich muss es weitergehen und müssen wir weiter gucken, wie wir Arbeitssouveränität äh weiterentwickeln können. Und da gibt's ja schöne Beispiele ja auch in den Unternehmen.
37:39
Das möchte ich im Anschluss an Daniela auch nochmal sagen, ich find halt was in dieser Krise auch nochmal deutlich wird ist wie wichtig eigentlich Mitbestimmung ist.
37:49
Wichtig die Arbeit gerade von Betriebsrätinnen und Betriebsräten ist, gerade in Krisensituationen. Ich meine, wo sollen sich die Kollegen, die Daniela jetzt beschrieben, was eigentlich hinwenden.
37:59
Ja, wenn wenn Führungskräfte viel zu wenig überhaupt bemerken, was da gerade eigentlich im Hintergrund läuft und natürlich wenden sie sich an die Betriebsräte und Betriebsrätinnen.
38:08
Ich finde das macht nochmal deutlich, wie unverzichtbar Mitbestimmung ist, ähm wie sehr wir da eine Aufgabe haben jetzt vor dem Hintergrund der Veränderungsdynamik, die auch weiterzuentwickeln.
38:19
Und das Thema Tarifbindung würde ich da auch mit reinnehmen vor dem Hintergrund Tarifvertrag, was ich gerade beschrieben hab, Thema Arbeitszeit, Souveränität.
38:27
Dass das natürlich die Säulen jetzt auch sind, die für Stabilität auch mit Sorgen.
38:32
Das ist eher glaube ich nochmal anders zu sagen so und jetzt geht's darum, äh sowohl Mitbestimmung auszuweiten.
38:39
Als auch Tarifbindung endlich mal wieder sozusagen in den Diskurs zu bringen, ähm was das neben guten Arbeitsbedingungen eigentlich auch einer gesellschaftlichen Kraft entwickelt.
38:49
Danke, Irina, du wirfst nochmal äh ein Überdenken des Bildungsverständnisses auf. Ja, wieso?
38:58
Ja. Ähm ich würde sagen, wir lassen das so stehen. Wir diskutieren im Anschluss.
39:05
Bettina, ich würde dich nochmal bitten, um das ein kurzes Statement zu der These auch ähm und ich würde dann vorschlagen, äh wir haben jetzt ein paar Hefte um, dass wir unseren Zuschauern und Zuschauer
39:18
Zuschauerinnen und Zuschauern die Chance geben für Fragen sollten schon welche da sein, aber Bettina, wir machen mit dir die Runde erstmal fertig.
39:28
Ja
39:29
Hygiene hat auch so viele Dinge gesagt, die ich äh wirklich äh hier total gut dran anknüpfen kann, oder einfach nur nicken kann, aber auch nochmal vor dem Hintergrund jetzt vielleicht unsere Befunde
39:40
ich weiß nicht, also dreißig Jahre, ich würde auch sagen, das war eine Zuspitzung in einer Debatte und wir wissen natürlich noch nicht genau, was passiert. Also auch zum Beispiel, wir haben jetzt festgestellt, dass an so einer Weise die Krise natürlich auch zum äh das Gender Pay Gap verkleinern könnte, weil aktuell sind tatsächlich mehr Männer von Arbeitslosigkeit betroffen
40:00
Ähm.
40:01
Äh und wenn die Männer weniger verdienen, dann schließe ich auch das Gender-Pay-Gap, aber das wollen wir eigentlich nicht, ne? Ähm aber ich glaube tatsächlich ähm es hat uns gezeigt, wo wir stehen erstmal. Also vielleicht stehen wir ja
40:15
gar nicht da, wo wir dachten, ne? Vielleicht äh sozusagen sind wir weiter zurück.
40:22
Als wir geglaubt haben, das ist glaube ich so der Punkt und ähm äh.
40:27
Das und es besteht natürlich schon die Gefahr nach Verschärfung der Situation,
40:33
Weil tatsächlich ist es so, das haben wir auch gesehen, dass das auch das sogenannte Time-Gap sich vergrößert hat. Frauen haben mehr reduziert
40:41
erstmal im ersten Logdown, also wir haben diesen Lokdow noch nicht untersucht und es ist aber auch geblieben, die sind nicht mehr so richtig zurück, also auch im November, als die Schulen dann ja eigentlich mal eine Zeit lang stabil offen waren. Und da muss man natürlich sehen, Männer haben auch viel Arbeitszeit reduziert, aber,
40:56
halt,
40:57
häufiger, also für Männer ist da, aber die der Grund der Verkürzung dann häufiger die Kurzarbeit, auch wenn Frauen häufig in Kurzarbeit sind, also aber so und beim Frauen haben häufiger wegen Arbeits wegen Kinderbetreuung reduziert als Männer.
41:10
Wenn man in Kurzarbeit ist, hat man natürlich auch schon eine gewisse Rechtssicherheit, auch was die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt angeht. Je nachdem in welchen rechtlichen Rahmen man äh den Kinderbetreuung reduziert hat, hat man das nicht, sodass man.
41:24
Sodass ich wichtig finde, was Sirene auch in Bezug auf Bildung gesagt hat. Also wir haben hier jetzt auch echt Lücken gerissen und wir müssen mal gucken
41:31
können wir das kompensieren? Also wie können wir die Schäden, die die Krise
41:35
hinterlassen hat, kompensieren und damit es nicht reichen zu sagen, wir öffnen die Schulen. Und es wird wahrscheinlich auch nicht reichen zu sagen, äh ähm so jetzt können Frauen wieder arbeiten im, ne? Weil die sind wieder betreut, sondern man muss sich auch mal genau gucken, was ist eigentlich passiert und was müssen wir jetzt auch machen, damit
41:52
Diese Schäden, damit wieder alle irgendwie aufs gleiche Level kommen und die, die irgendwie mehr geleistet haben, auch mehr Kompensation erfahren und das finde ich schon wichtig und da da bin ich so ein bisschen.
42:04
Ratlos, wir haben das mal äh im Wissenschaftskontext gibt es ja so Befunde, die sind nicht so richtig ähm.
42:11
Also das ist so ein bisschen anekdotisch, aber es berichten schon viele Journals, dass Frauen zum Beispiel viel weniger einreichen jetzt in der Krise. Und das ist für wissenschaftliche Karrieren super wichtig zu publizieren. So und dann fallen die halt einfach zurück in der Konkurrenz mit Männern,
42:24
Also und dann hab ich mal in so 'ner informellen Diskussion vorgeschlagen.
42:28
Leicht 'ne Leerreduktion für für Leute die jetzt Kinder betreut haben damit die publizieren können ja? Und das auch also da muss man wird man drüber reden müssen.
42:37
Und das finde ich total wichtig, dass wir einerseits sagen, was was lernen wir aus der Krise, über Gleichstellung und auch, wie können wir wirklich dafür sorgen, dass Frauen eben nicht zurückfallen. Also wie können wir sicherstellen, dass sie auf den Arbeitsmarkt im selben Maß zurückkommen, wie sie vorher waren.
42:52
Weil das da sich wirklich die größte Gefahr weil der Arbeitsmarkt sicher auch anziehen wird. Also jetzt gar nicht also wenn ich zum Beispiel an den Einzelhandel denke.
43:01
Da sehe ich massiv Frauenarbeitsplätze gefährdet. Und ähm,
43:06
Weil ich nicht glaube, dass wir zuvor Krisenbedingungen da zurückkommen. Und und dann stellt sich die Frage, welche Arbeitsmarktsegmente kann man denn vielleicht ausbauen für Frauen? Also all diese Fragen
43:15
Die muss man sich jetzt wirklich stellen, das darf man nicht irgendwie noch nicht sagen. Krise ist vorbei, es war alles wie vorher, das wird es nicht sein.
43:23
Ja und eventuell nochmal mit ein bisschen Abstand auch nochmal drauf zu schauen und dann zu gucken wie sehen die Zahlen tatsächlich aus? Ähm, das hat genau,
43:32
Wirklich noch mittendrin, ne? Das heißt ähm wir haben.
43:36
Wenn man empirisch begründete ähm Annahmen, aber was genau ist, werden wir in ein, zwei Jahren wissen.
43:45
Ich äh würde bis dann äh die Punkte auf jeden Fall erstmal mitnehmen, die ihr da auch reingebracht habt und vor allem nochmal das Thema auch, was Irene sagte, Konsequenzen wirklich auch nochmal ziehen
43:57
schauen, äh, Bettina
44:00
wo stehen wir da gerade, wo werden wir zukünftig stehen und was muss sich verändern, wie fangen wir Dinge auf, äh, die jetzt das letzte Jahr liegen geblieben sind.
44:08
Liebe Kaja, ich würde dich bitten, gibt es Fragen aus dem Publikum. Herzlich willkommen in unserer Runde
44:16
Herzlich willkommen. Ja, ähm das Publikum schweigt gebannt, hört zu und fühlt, glaube ich, mit wenigen Ausnahmen. Alle Phrasen im Vorfeld beantwortet, sodass äh mit einer einzigen Ausnahme bislang nichts gekommen ist.
44:29
Die Frage geht in Richtung Bettina Kohlrausch nochmal mit dem Hintergrund auch speziell die Situation von Alleinerziehenden in der Studioberücksichtigung findet. Weil's ja jetzt bislang sehr stark um Paarbeziehungen gab und da die Gleichverteilung, aber vielleicht,
44:43
das nochmal 'ne Möglichkeit was dazu zu sagen und ansonsten ziehe ich mich wieder zurück und halte den Chat im Blick. Danke der Reihe.
44:53
Bettina möchtest du direkt darauf? Also wir haben uns die angeguckt,
44:57
Und man kann einfach sagen, dass das, äh, was zum Beispiel Belastung angeht und zwar auch finanziell und so weiter ist es immer noch schlimmer,
45:05
Also es ist einfach immer und das ist ja genau wie wie vor der Krise ja auch.
45:11
Sie sind einfach ähm stärker belastet nochmal und ähm auch in in finanzieller Hinsicht und so. Und das ist ja irgendwie auch wenig überraschend, äh dass es nochmal viel viel härter zu stemmen ist, wenn man alleinerziehend ist.
45:26
Und das sind natürlich meistens Frauen.
45:30
Danke dir. Unser heutiger Webtalk heißt ja Kinder Kinderküche Arbeitskampf
45:37
Kinder und Küche hatten wir jetzt schon äh und wir sind aktuell aber auch mitten im Arbeitskampf. Wir hatten vorhin schon bei der Vorstellung von Daniela
45:46
Ähm und das trifft aber nicht nur uns in der Metall- und Elektroindustrie jetzt, äh sondern natürlich das ganze letzte Jahr auch mit unseren Schwestergewerkschaften und also
45:58
wenn man sich das ganze letzte Jahr anschaut, waren die Frauen einfach
46:02
jederzeit total im Fokus, äh, weil sie auch einfach zu einem Großteil innerhalb der Panamie in Systemrelevanten berufen,
46:13
arbeitet haben. Also sie waren immer vorne dran. Ähm ständig wurde von Frauen in äh gesundheitlichen Berufen gesprochen, wo sechsundsiebzig Prozent Frauen.
46:25
Anteil vorhanden ist und aber auch vierundsechzig Prozent im Einzelhandel. Bettina, du hast es gesagt, ne? Großer Frauenanteil.
46:35
Ähm allerdings sind es natürlich äh total schlechte Bedingungen, artypische Beschäftigung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Jetzt sind wir in der Metall- und Elektroindustrie ja äh mitten in der Tarifbewegung.
46:50
Und äh Irene Gesamtmetall hat ein klares Veto gegen unsere Forderung.
46:55
Abgegeben ähm und äh man hört ja oder liest ja auch äh andere Statements, als wir sie in den vorherigen Tarif
47:04
Runden gelesen haben. Zumindest ist es so mein Eindruck ähm Südwestmetallchef zum Beispiel hat geschrieben, ich würd's mal vorlesen. Wir haben in der ME-Industrie ein Lohnniveau erreicht, von dem eine Verkäuferin
47:18
ein Altenpfleger und eine Kita-Abfähren nur träumen kann
47:23
Selbst wenn wir jetzt nichts mehr draufsatteln, sind unsere Beschäftigten immer noch sehr gut bezahlt,
47:30
Also mit diesem Statement, ne, äh wird äh
47:34
Also aus meiner Sicht tatsächlich auch nochmal die Solidarität der Menschen auf die Probe gestellt. Meine Frage an dich wäre Irina
47:42
wie gehen wir eigentlich mit sowas um? Also wir sprechen ja hier auch äh von Frauenberufen, wo es tatsächlich gilt, da muss man sich drum kümmern. Äh Entgelttechnisch, aber warum ist es wichtig, gerade jetzt äh die Forderung der I-Metalle auch umzusetzen? Und warum lassen wir uns an der Stelle nicht spalten.
48:03
Also erstmal freue ich mich ja, dass Herr Wolf das Herz für die Pflegekräfte entdeckt hat, pünktlich zur Tarifrunde, ist ganz wunderbar. Ähm.
48:14
Ja das ist schon ein Versuch, ne? Spaltung zu betreiben, zwischen den Beschäftigten ähm und der ist schon sehr durchsichtig, finde ich, weil.
48:24
Ich mein.
48:25
Wenn man jetzt mal so sein seine Überlegung hypothetisch zu Ende denken würde, würde das ja heißen, wenn wir in einer Metall- und Elektroindustrie auf Geld verzichten und weniger verdienen, würde es im Pflegebereich oder in der Kita mehr Geld geben.
48:39
Natürlich völliger Unsinn, ja? Die wollen ja keinen Cent mehr Geld haben, ne. Und insofern ist das schon mal wirklich einfach Bullshit. Ich sage das mal so.
48:48
Und das zweite ist, ähm, natürlich ist dann Zusammenhang, weil in der Regel werden ja Krankenhäuser, ähm, Kitas und die Beschäftigten aus Steuergeldern finanziert, ja? Öffentlicher Dienst.
49:01
Und wir alle wollen auch Metalle, Metallerinnen wollen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind in den Kitas, dass die Eltern gut gepflegt sind, in den Altenheimen oder auch.
49:10
Im Krankenhaus landet und deshalb äh glaube ich gibt's überhaupt keine Debatte darum, dass Steuergelder da auch gut investiert sind.
49:19
Und das was in den letzten Jahren übrigens passiert ist, was auch durch Korona deutlich geworden ist, nämlich.
49:27
Ich sag mal nicht Daseinsvorsorge zu gewährleisten, sondern mehr auch Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen unter Renditeerwartungen zu stellen,
49:37
Das hört sich jetzt glaube ich auch gezeigt bei fehlenden Personal und fehlenden Schutzausrüstung und so weiter und und beatmungsgeräten, dass das komplett der falsche Weg war. Also.
49:47
Das lebt von Steuergeldern, ja wie gut wir da ausgestattet sind. Wir wollen, dass sie gut ausgestattet sind und Steuereinnahmen entstehen über viele Arbeitsplätze, Plätze, über gute Arbeitsplätze und über gut
49:58
bezahlte Arbeits.
50:00
Da gibt's direkt einen Zusammenhang und würde es sozusagen bei unserem äh bei unserer Entgeltentwicklung nach nach hinten und nach unten gehen, wo wir in der Tat eine gut verdienende Branche sind.
50:12
Dann hätten wir natürlich auch Konsequenzen volkswirtschaftlicher Art
50:16
So und insofern äh ist das auch so von von faktischen her Unsinn, ja, was da erzählt wird. Und wenn wir dann auch noch bei den Steuereinnahmen eine Vermögenssteuer vielleicht äh mal diskutieren würden, dann hätten wir auch ein bisschen wieder zurecht gerückt.
50:30
Wo eigentlich das Thema Ungerechtigkeit angedockt ist, nicht innerhalb der Beschäftigten, sondern an anderer Stelle. Also das ist ähm ich glaube, dass es nicht ganz ungefährlich, wenn solche.
50:41
Botschaften in der Öffentlichkeit äh platziert werden, glaube ich, weil es eine hohe Sensibilität gibt. Ähm ich halte das für wichtig, dass wir dagegen halten und die Zusammenhänge sozusagen dann auch entlarven
50:52
insofern glaube ich ist das unsere gemeinsame Aufgabe. Ähm.
50:58
Ich bin bei uns landet's nicht, bei den Beschäftigten, da kann Daniela bestimmt auch nochmal was zu sagen, weil wir haben jetzt die ersten Warnstreiks, wir haben begonnen, ähm, null Uhr am äh zweiten März und wir sind jetzt bei zweihunderttausend Warnstreikenden, die sich beteiligt haben, seit
51:13
dem.
51:14
Und ich war selber unterwegs, sowohl nachts äh als auch tagsüber und meine mein Eindruck ist ähm die Kolleginnen und Kollegen sind sehr solidarisch, engagieren sich für unsere Forderungen, weil die nämlich genau in die Zeit passen.
51:29
Und weil die innovativ sind, ja? Das sind ja Forderungen, äh die ein innovatives Konzept beinhalten.
51:36
Und äh ich sage das nochmal kurz, vielleicht sind jetzt auch Kolleginnen und Kollegen drin, die nicht so eng damit vertraut sind
51:43
Ähm, es geht uns ja wirklich darum, in dieser Tarifrunde Beschäftigungssicherung Zukunft zu gestalten und Einkommen zu stabilisieren und weiterzuentwickeln und das Volumen von vier Prozent, ähm, wo sich auch Gesamtmetall dran abarbeitet.
51:57
Da geht's ja darum, dass in den Betrieben, wo es brummt und davon hatten wir genug,
52:01
Ja, wir hatten ja genug Betriebe, wo es wirklich pumpt. Ich nenne nur mal die Medizintechnik. Ähm da vier Prozent weiterzugeben an die Beschäftigten.
52:10
Das dürfte überhaupt gar kein Problem sein. Vor allen Dingen, weil wir im letzten Jahr ja keine Tariferhöhung hatten durch den Abschluss, den wir gemacht haben.
52:18
Den Betrieben, wo Beschäftigungssicherung auf der Tagesordnung steht.
52:23
Der soll das sollen die vier Prozent ja genau dafür genutzt werden, damit das mit dem Teilohnausgleich auch passieren kann.
52:31
Sich auch jeder eine Arbeitszeitabsenkung um Beschäftigung zu sichern leisten können muss.
52:38
Und das ist eine, ich finde, das ist ein sehr innovatives Modell zu sagen.
52:42
Viele arbeiten weniger als weniger arbeiten viel und wir senken Arbeitszeit ab um Beschäftigte im Betrieb zu halten in der Krise.
52:52
Und insofern ähm das Thema Zukunftstarifvertrag ist natürlich auch eins, was uns was eine Kernforderung von uns ist.
53:00
Gerade in diesem dynamischen Veränderungszeiten, um gemeinsam mit den Beschäftigten, mit dem Betriebsräten.
53:07
Diese Veränderung auch zu gestalten und dafür auch einen Rahmen hinzustellen und das nicht nur auf betrieblicher Ebene zu machen,
53:14
und da gibt's so wunderschöne Beispiele, dass es geht. Ja, es ist ja kein Hexenwerk, es geht, ja, ich meine, da kann Daniela was zu sagen, wir haben verschiedene Zukunftsvereinbarungen bereits abgeschlossen.
53:23
ZF, bei euch, bei VW, bei Audi, in vielen Unternehmen und dann ist es immer noch anspruchsvoll sie umzusetzen
53:32
Das ist dann immer noch anspruchsvoll da, die auch die personelle Transformation hinzukriegen. Und gleichzeitig ist genau so ein Rahmen eben wichtig, äh damit wir wissen, was in den nächsten fünf, sechs, sieben Jahren an Verabredung da ist und an.
53:46
Eckpunkten, um sich darauf auch gemeinsam verlassen zu können, sowohl die Unternehmensleitung, als auch die Betriebsräte und die Beschäftigten. Also alles kein Hexenwerk und die Blockade, die Gesamtmetall, da gerade veranstaltet, ähm.
53:59
Ich weiß nicht, wie lange sie das machen wollen, ähm weil die Antwort ist ja im Grunde äh Zukunftstarifverträge, wenn ja nur auf betrieblicher Ebene.
54:07
Und beim Entgelt erstmal null Runde und gegebenenfalls erstmal zwanzig zweiundzwanzig, wenn überhaupt auch keine Bezifferung.
54:16
Und es ist viel nichts,
54:18
was als Antwort gekommen ist und das kann in diesen Zeiten aus meiner Sicht überhaupt keine Antwort sein. Und ich halte es auch für verantwortungslos.
54:26
Und insofern werden wir ökonomischen Druck aufbauen müssen. Das wird jetzt unsere Aufgabe sein und ähm.
54:32
Darauf zu spekulieren, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht rausgehen, weil wir Korone haben und dass wir keine kreativen Aktivitäten.
54:40
Und auch ich sag mal ökonomische Druckaktion entfalten. Ich glaube, dass sich die Arbeitgeber da täuschen werden. Zumindest äh von dem, wie die Stimmung im Moment ist.
54:51
Hab ich den Eindruck, dass die Kolleginnen und Kollegen für diese Forderung brennen und dafür auch bereit sind sehr kreativ mit sehr innovativen.
55:01
Aktionsformen unterwegs zu sein, das zeigen wir jetzt seit einer Woche und auch davor schon.
55:06
Und insofern ähm würde ich einfach dazu raten, an Verhandlungstisch zurückzukommen und dafür Lösungen zu sorgen.
55:15
Dankeschön Irina.
55:17
Daniela, Irena hat dich schon angesprochen. Ähm, ihr kennt das bei Volkswagen ganz gut aus Solidarität mit auf die Straße zu gehen, äh, weil wir, weil ihr oft schon Dinge geregelt habt, die in anderen Betrieben einfach noch nicht.
55:31
Geregelt sind. Irina hat's gesagt zum Beispiel zum Thema Zukunftsfähigkeit.
55:36
Mit Blick nochmal aus der betrieblichen Ebene. Was ist denn tatsächlich.
55:43
Dass unser Frauenthema oder was ist das Thema auf der Frauenagenda, wenn du auf unsere Forderung in der Tarifrunde schaust.
55:52
Also was kannst du da für uns Frauen rausziehen? Und warum sagst du, es ist wichtig, dass wir diese Themen umsetzen und auch fordern.
56:01
Ja. Also erstmal ähm das ist so, dass wir äh bei Volkswagen tatsächlich die Möglichkeit hatten auch ähm schon eine gute Strategie auch mit dem Unternehmen zu entwickeln, wohin geht eigentlich
56:15
die Reise bei Volkswagen
56:17
große Transformation, wie es eben immer gesagt wird, Richtung Elektromobilität. Da haben wir ähm sehr gute betriebliche Vereinbarungen treffen können
56:27
insbesondere auch der Beschäftigungssicherung bis zwanzigneunundzwanzig, um einfach auch,
56:32
eine eine Arbeitsplatzsicherheit auf der einen Seite zu geben, aber auch die Offenheit der Kolleginnen und Kollegen auf diese Veränderungsprozesse auch mitzumachen und,
56:42
Das ist so wie Irene gesagt hat, dass eine ist das aufs Papier zu bringen, dass andere die Umsetzung, die ist wirklich nicht einfach, weil natürlich.
56:51
Die Corona Pandemie das ganze Thema noch verstärkt hat in Richtung Effizienzdruck, Investitionen müssen gestemmt werden und so weiter und das sind natürlich Themen mit denen wir uns dann auch auseinandersetzen,
57:04
Wenn ich dann in Richtung Tarifrunde gehe,
57:07
ist es ja so, dadurch dass wir auch ein Haustarifvertrag haben, der aber jetzt parallel zur Fläche der Metall und Elektroindustrie ja verhandelt wird,
57:17
haben wir ähm aufgrund unserer Rahmenbedingungen bei Volkswagen unsere Forderung.
57:22
Natürlich abgestimmt auf die Fläche, aber ein bisschen verändert, weil wir eben diesen Teil der Beschäftigungssicherung und der Zukunftsstrategie,
57:30
schon haben und deswegen liegt unser Schwerpunkt tatsächlich auch auf die vier,
57:35
Cent Entgelderhöhung seit dreiunddreißig Monaten gab es keine tabellenwirksame Entgelderhöhung, Volkswagen ist verhältnismäßig gut.
57:45
Durch die Krise bisher gekommen, sodass natürlich die Erwartungen auch der Beschäftigten ist, dass da auch was passiert. Und was hat das eigentlich mit Frauen zu tun? War ja deine Frage
57:55
Also ich glaube, dass das natürlich sehr viel ähm mit Frauen zu tun hat, weil da wo wir tarifgebunden sind, wo es Tarifverträge gibt, ist natürlich auch das, was die Bettina vorhin auch angesprochen hat
58:10
die entgelt Gerechtigkeit auch vorhanden, weil wir eben gleiche Arbeit ähm äh gleichen Lohn für die gleiche Arbeit, sage ich jetzt mal, als Motto ja auch dahinter haben und deswegen müssen wir auch
58:23
die tariflichen Themen ähm weiterentwickeln.
58:26
Das andere, was wir auch ähm als Forderung aufgestellt haben bei Volkswagen ist, dass wir die Freistellungszeiten erhöhen wollen für Igel Metallmitglieder. Ähm, wir haben äh dort.
58:39
Bisher sechs Tage ähm organisiert in unserem Tarifgebiet. Wir haben gefordert zwei zusätzliche
58:46
Tage, weil wir wissen, dass das ein sehr hohes Gut ist für die Kolleginnen und Kollegen eben auch eigenständig zu entscheiden, ob sie Geld oder Freizeit äh entnehmen können und das hat dann,
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wiederum auch was mit Frauen zu tun, haben wir ja vorhin auch gesagt, wie wichtig das ist, eben auch
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Freizeiten organisieren zu können, um eben das auch alles unter einen Hut zu bekommen. Und die dritte Forderung ist insbesondere die Festschreibung auch der ähm Ausbildungsplätze,
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wo wir ja auch immer ein Augenmerk auch darauf haben, dass zum Beispiel bei der Einstellung von Auszubildenden auch der Anteil der jungen Frauen.
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Besondere in den äh gewerblich technischen Berufen und ähm
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digitalen Berufen, auch ähm angemessen ist, weil wir dort natürlich feststellen, wenn wir als Betriebsräte uns dort nicht einmischen, klare Quoten auch festlegen
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passiert das eben nicht automatisch und da bringen wir uns auch ein, dass eben auch junge Frauen die Möglichkeit bekommen auch eine Berufsausbildung zu machen und wir damit ja auch unseren Nachwuchs sozusagen
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auch sichern, gerade insbesondere im Bereich der Facharbeiterinnen, der Meisterin.
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Aber auch ähm eben in anderen Führungsebenen müssen wir ja immer sozusagen am Anfang äh starten, damit wir dann auch durch die Stufen auch gewährleisten können, dass wir auch Frauen
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jeweils auch in den verschiedenen Gruppen auch
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vom Anteil her auch berücksichtigt haben und deswegen ist auch die Forderung der Festschreibung der Ausbildungsplätze für uns genauso wichtig und für die Kolleginnen und Kollegen und
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es gab ja vorhin auch äh den Aspekt, schaffen wir das eigentlich in der Corona Pandemie, auch die Kolleginnen und Kollegen zu aktivieren. Also ich kann nur sagen
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die ersten Warnstreikaktionen, die wir bei Volkswagen jetzt auch gemacht haben super gelaufen sind. Wir ähm haben zum Beispiel.
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An den Standorten gesagt, wir beenden die Arbeit eine Stunde früher und es war schon so ein bisschen kribbelig, machen die Kolleginnen und Kollegen mit und
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es war unglaublich, also es zeigt sich einfach auch, dass äh die
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Menschen auch diesen Zusammenhalt, den wir ja schon immer auch in Tarifrunden dann auch erleben
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auch genauso jetzt ähm danach streben und auch mitmachen. Aber wir haben auch neue Aktionen uns überlegt, wir haben zum Beispiel
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E-Mail-Postfächer der Verhandlungsführer auch Arbeitgeberseite gespamt in dem,
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wir eine E-Mail-Aktion gemacht haben und dann war dann
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einem Tag ein Verhandlungsführer, der gesagt hat, ich hatte schon morgens, als er um acht Uhr seinen Rechner eingeschaltet hat, schon dreihundert zusätzliche E-Mails und am Ende des Tages waren es dann dreitausend. Äh fanden die nicht ganz so lustig.
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Aber wir haben damit natürlich auch gezeigt, dass wir auch neue Wege gehen,
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und die Kolleginnen und Kollegen mitmachen und ähm ein Thema, was uns in dem Zusammenhang auch sehr stark beschäftigt hat, wie reagieren eigentlich diejenigen, die im Homeoffice sind, weil wir haben ja eben auch
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'ne sehr breite,
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Belegschaft mit unterschiedlichen Beschäftigtengruppen. Wir haben ähm ja in der Spitze im Übrigen, in der VW AG über vierzigtausend Kolleginnen und Kollegen, die im Homeoffice sind.
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Da haben wir uns schon Gedanken gemacht, machen die eigentlich irgendwie mit, können wir die aktivieren und wir haben auch dort
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erreichen können, dass sie Abwesenheitsnotizen eingestellt haben. Ich bin im Warnstreik, haben dann in der Stunde keine ähm
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ja Meetings gemacht und wir haben zum Beispiel im Gegenzug dann ähm auch äh Meetings angeboten, wo auch Betriebsrätinnen, Betriebsräte, Vertrauensleute
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in die Diskussion gegangen sind mit den Kolleginnen und Kollegen und dann auch die Tarifrunde beleuchtet haben. Also von daher, ich glaube,
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Wir müssen vielleicht an der ein oder anderen Stelle uns umstellen, natürlich unter Corona Bedingungen und die Schutzmaßnahmen müssen ja auch eingehalten werden.
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Aber ich glaube wir haben auch noch viel in petto, um die Kolleginnen und Kollegen zu aktivieren und.
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Ich mach mir da keine Gedanken, dass Sie dann auch mitmachen.
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Danke dir, Daniela, kurze Nachfrage, mehr als vierzigtausend Kolleginnen und Kollegen in Homeoffice.
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Weißt du, äh wie also wie prozentual das aufgeteilt ist, wie viele Frauen ihr im Homeoffice habt.
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Das kann ich hier ehrlich gesagt so spontan nicht sagen. Ähm nee, das kann ich jetzt so nicht beantworten. Ähm allerdings
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einige dabei. Ja, wir haben ja ähm insgesamt in der Belegschaft ähm also wenn die hundertzwanzigtausend Beschäftigten nimmt in der VW AG, der Standort Wolfsburg, wo ich ja zum Beispiel jetzt auch bin
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ist ja ein Standort der circa fünfundfünfzigtausend Beschäftigte hat.
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Und da haben wir circa ein Frauenanteil von knapp zwanzig Prozent, das heißt also, dass wir natürlich schon eine männlich geprägte Belegschaft sind, aber insbesondere in manchen
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Verwaltungsbereichen, gerade Personalbereich oder auch
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Beschaffung haben wir schon auch hohe Frauenanteile, aber insgesamt
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sind wir eben unter zwanzig Prozent vom Anteil an Frauen.
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Bettina, jetzt hast du äh gehört, was äh,
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was ja für Forderungen auf dem Tisch zu liegen haben. Irene hat ja auch nochmal erläutert, warum das wichtig ist, vielleicht auch im Rahmen der Panemie Dinge zu regeln
1:04:52
wenn du da so raufguckst, ähm! Gibt es da nochmal Sachen wo du sagst,
1:04:58
das würdest du unterstützen oder dass es vielleicht nochmal ein Punkt für den sich lohnt im Rahmen der Gewerkschaft nochmal drauf zu schauen, weil das ist dir aufgefallen im Rahmen der Befragung, da gibt's bisher keine Regelung.
1:05:12
Ob's betrieblich oder tariflich ist? Äh beim Homeoffice.
1:05:17
Meinst du jetzt? Ja generell, gerne auch äh zum Thema Homeoffice, ja. Also ich wollte ganz grundsätzlich sagen, dass ich einfach ähm.
1:05:27
Weil sie einfach glaube, dass wir im Zuge der Krise verschärfte Verteilungskämpfe erleben werden, gesellschaftliche und ähm.
1:05:36
Wir haben ja jetzt in anderen Kontexten gerade so ein bisschen so eine Debatte, Debatte, auch über Identitätskonflikte und so. Und ich glaube aber ähm
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dass äh natürlich es immer irgendwie zwischen oben und unten Verteilungskämpfe gibt. Es gibt aber auch welche zwischen Männern und Frauen, natürlich auch ganz grundsätzlich, dass es gut ist, sich
1:05:52
jetzt in diese Verteilungskämpfe reinzugehen und zu sagen, wir führen nicht, ich glaube, davon profitieren erstmal alle, die tendenziell unterwiegen könnten und da gehören Frauen sicherlich dazu. Ähm.
1:06:03
Dann ähm was mir aufgefallen ist, insofern fand ich das nochmal mit äh mit mit der Frage auch der ähm.
1:06:11
Möglichkeit eben Arbeitszeit, also sich Freizeit nehmen zu können, das führt ja generell zu so einer Flexibilisierung von Arbeitszeiten und das würde mich wirklich auch mal interessieren.
1:06:22
Das was mit betrieblicher Arbeitsorganisation macht.
1:06:25
Weil das Problem ist, ganz viele, also wer was mich irritiert hat, auch war das ziemlich wir haben dann so gefragt, also wir haben da waren dann das letzte Mal länger im Feld.
1:06:34
Vor dem Logdown und da haben wir gefragt, wenn's jetzt nochmal so dazu kommt, wie würden sie es machen und dann vergleichsweise wenig gesagt mit den Kinderkrankentagen, dann gab's auch noch die alte Regelung, muss man fairerweise sagen, aber ich habe auch so anekdotisch
1:06:47
von ganz vielen gehört, die sagen ja, ich habe ein Recht, das zu machen, aber ich kann es gar nicht, weil die Arbeit ist ja da
1:06:54
Und wir organisieren Arbeit halt einfach so, dass eigentlich keiner ausfallen darf.
1:06:59
Und das könnte man theoretisch ja auch anders machen, keine Ahnung, ja? Also ihr seid da echt näher dran, aber mit mehr Springer
1:07:05
oder mit was weiß ich, aber wir eigentlich geht man davon aus
1:07:10
die Leute sind vierzig Stunden verfügbar und wenn nicht, dann ist halt irgendwie äh Holland in Not und man muss sich irgendwas überlegen. Und eigentlich müsste man ja flexibler davon ausgehen, das ist ja normal
1:07:20
dass man mal ausfällt für Kinder, für Pflege, für eigene Krankheit und auch zunehmend zu denke ich für Qualifizierung
1:07:28
Und äh das hat natürlich macht auch was mit der Arbeit äh Organisation. Deshalb finde ich das wichtig für diese Rechte mit zu streiten, weil ich glaube, davon profitieren Frauen auch langfristig und.
1:07:39
Beim Homeoffice haben wir erstmal ganz grundsätzlich gesehen, dass es äh den Leuten im Home Office besser gibt, wenn es Regelungen gibt und es geht ihnen besser
1:07:47
Die Regelungen gibt's häufiger, wenn's Betriebsräte gibt, das ist jetzt wenig überraschend und ähm ich denke,
1:07:54
Dinge, die man da regeln muss, sind ähm natürlich Fragen irgendwie vom Arbeitsschutz,
1:08:00
Nochmal ganz anders. Also ich finde es schon legitim auch zu sagen, man drückt jetzt auch mal.
1:08:05
Irgendwie zehn Augen zu, weil in der Panemie ist eine erstmal damit geholfen, wenn sie zu Hause bleiben dürfen und es ist immer noch besser, irgendwie.
1:08:13
'ne Nackenverspannung zu haben als 'ne tödliche Krankheit oder potentiell tödliche Krankheit, aber perspektivisch geht das nicht, ja?
1:08:20
Also da muss man dann schon überlegen, wie kann man eigentlich Arbeitsschutz im Home Office besser gewährleisten? Wie kann man.
1:08:27
Datenschutz, im Homeoffice gewährleisten. Also ich habe jetzt schon
1:08:31
Ähm und das wurde ich war vorher kurz beim DGB beim DGB-Frauen Weser Abbens auch wegen Frauentag. Die haben mir das bestätigt, was auch ich anekdodisch gehört habe. Das ist Arbeitgeber
1:08:40
innen gibt, die darauf bestehen, dass die Leute bei Kamera arbeiten, damit die zu Hause damit kontrolliert werden kann, es kann nicht sein, ja? Also ähm
1:08:49
solche Dinge müssen natürlich geregelt werden, man braucht es neue Formen, Formen von Schutz, braucht natürlich Arbeitszeiterfassung, es braucht einfach weil die Möglichkeiten also Arbeitszeitsouveränität muss natürlich auch im Homeoffice ähm.
1:09:04
Gelten und damit meine ich halt nicht die Souveränität der Arbeitgeber in.
1:09:08
Sondern ähm die der Beschäftigten, da muss ich da eben einigen oder man muss da gute Regelungen finden und das ist eben auch das, was wir sehen. Die Leute sagen schon, wirklich,
1:09:17
auch stabil, das hilft uns zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
1:09:22
Sie sagen aber auch sie, es kann im direkten Kontakt zu Kollegen und Kolleginnen nicht ersetzen.
1:09:28
Und sie klagen auch schon über sowas wie Arbeitsverdichtung,
1:09:32
und über Entgrenzung vor allen Dingen, ne, dass die Grenzen verschwimmt zwischen Arbeit und Freizeit und das kann man ja regeln. In dem zum Beispiel mit mit Arbeitszeiten und so weiter und ich glaube vor allen Dingen ist ganz wichtig, niemand wird ins Homeoffice gezwungen, es ist ein Recht, aber keine Pflicht.
1:09:47
Und es ist glaube ich auch ganz wichtig, dass äh wenn man sagt, Homeoffice,
1:09:53
Äh das weiß man auch von von Untersuchung schon vorher, ist es gut zu sagen einige Tage vielleicht äh zu Hause.
1:10:01
Aber auch einige Tage verbindlich im Betrieb, weil wir alle wissen, die betriebliche Ebene, da passiert ja viel mehr als die Organisation von Arbeit.
1:10:09
Also Interessensvertretung, Qualifizierung, informelle Netzwerke, deshalb es wäre meine Sorge auch an sich, ich finde, das ist.
1:10:17
Ich glaube, man kommt da jetzt nicht mehr hinter zurück, weil die Leute haben die Erfahrung gemacht und viele wünschen sich auch weiter mehr im Homeoffice zu arbeiten als vor der Krise, aber man muss auch die Risiken sehen, gerade für Frauen,
1:10:27
Wenn die im Home Office verschwinden, um ihre Kinder zu betreuen.
1:10:31
Dann sind die ja auch aus Karrierenetzwerken und so weiter unter Umständen raus. Also da muss man wirklich, also finde ich also ganz wichtig Recht auf Homeoffice heißt aber auch Recht im Betrieb zu bleiben
1:10:41
Und man muss auch langsam mal das dann inhaltlich ausgestalten und das auch ein bisschen,
1:10:47
Also in seinen Ambivalenzen auch diskutieren. Also so so plausibel ist natürlich ist, dass Leute in einer Zeit, wo es wirklich ein Risiko sich in die Bahn zu setzen
1:10:56
in Betrieb zu gehen, dass nur also wenn sich irgendwie vermeiden lässt, nicht tun, davon profitieren wir alle, aber das ist kein Dauerzustand und vor allen Dingen nicht in dem Wildwuchs, wie's jetzt passiert, also irgendwo am Küchentisch und äh auf dem schlechten Stuhl und und was weiß ich, ja? Und ohne und und mit irgendeiner Software.
1:11:13
Wo keiner mal draufgeguckt hat, äh was kann man damit eigentlich noch alles kontrollieren und so weiter und so weiter. Also das kann nicht sein. Und da muss man auch echt aufpassen, glaube ich, dass man,
1:11:23
Ja, da mal, also es ist halt, äh, dass man da überhaupt mal Regeln einzieht, ne? Wieder.
1:11:29
Bedarf Regelung und du hast es gesagt, Bettina, dafür brauchst Betriebsräte. Ja. Ja. Daher nochmal der Appell, ich weiß nicht wer alle denn zuschauen im Raum sitz
1:11:39
ähm organisiert euch im Betrieb, werdet Gewerkschaftsmitglied äh und geht zu euren Betriebsrätinnen und Betriebsräten oder.
1:11:48
Regelt eure Arbeit auch im Homeoffice oder wo auch immer.
1:11:53
Genau, vielleicht mache ich gleich noch ein Werbeblog bei all den Fragen, die jetzt offen geblieben sind zu dem Thema wir haben super digitales Online-Programm.
1:12:02
Auf WWW äh Umital Punkt DE, schaut da rein da werden genau diese Fragen geklärt die wir jetzt in dieser Runde aufgemacht haben.
1:12:13
Bettina, ich glaube du wirst nur wohlwollendes Nicken aus dieser Runde hier bekommen.
1:12:18
Klar, das sind genau unsere Aufgaben und wir haben das in ganz vielen Punkten glaube ich gut organisiert bekommen, hat Daniela auch von berichtet, aber wir haben auch ganz viel Nachholbedarf.
1:12:28
Ich würde äh nochmal auf einen weiteren Punkt äh schauen wollen. Ihr äh habt es vorhin berichtet ähm
1:12:38
ihr habt drei Frauen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut kennen. Äh trotzdem haben wir ja immer noch viele andere Themen.
1:12:47
Die offen sind auf der frauenpolitischen Agenda ein Thema ist,
1:12:53
Zum Beispiel äh dass wir zu wenig Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten haben generell ein Führungsfunktion die große Koalition hat sich ja nun auch eine verbindliche Frauenquote in Unternehmens
1:13:07
Vorständen geeinigt. Ihr Sinne, äh, ihr seid da ja ganz nah dran auch, ich würd dich gerne fragen, wie bewertest du.
1:13:16
Die Einigung da jetzt auch und auch nochmal mit Blick auf unsere Organisation,
1:13:22
können wir da einfach auch nochmal besser werden innerhalb unserer Organisation, innerhalb unserer Betriebe, wo müssen wir da einfach nochmal ran.
1:13:30
Wo kann vielleicht auch Bildungsarbeit nochmal eine andere Rolle.
1:13:38
Wie be, wie bewerten wir das? Ähm, also es ist ja jetzt erstmal ein Fortschritt, äh, dass nicht nur den Aufsichtsräten eine Quote verabredet ist, sondern auch bei den Vorständen zumindest gesagt wird.
1:13:51
Da wo mehr als drei Vorstandsmitglieder einen Vorstand bilden, eine Frau sein muss
1:13:58
ein Mandat muss an eine Frau gegeben werden. Ähm das das führt ja schon zu Aufschrei und auch zu ähm ähm weiß nicht irgendwelchen ähm
1:14:07
fantastischen Konstruktion wie wenn jetzt Vorstandsmandaten Finanzer ist, der nicht besetzt werden kann, weil keine Frau und mein Gott, das Unternehmen bricht zusammen und so weiter. Also lauter äh Horrorszenarien
1:14:22
wir also ich würde sagen das ist ein Fortschritt das jetzt auch Vorstände eine.
1:14:28
Tierung haben und auf der anderen Seite ist es auch ein kleiner Schritt.
1:14:33
Weil auch in großen Vorständen heißt das ja, man muss nicht mehr als eine Frau besetzen
1:14:39
dann sind davon auch nur siebzig Unternehmen betroffen, weil es die Mitbestimmen paritätisch mitbestimmten Unternehmen sind. Also insofern, ich will das jetzt nicht schlecht reden. Ich finde, es äh ist wichtig, nochmal zu sagen, was es eigentlich deutlich macht.
1:14:54
Nämlich dass die Selbstverpflichtung der Wirtschaft einfach nicht funktioniert.
1:14:58
Weil wir haben die Quote, ich glaube, es war zweitausendfünfzehn, wenn ich mich jetzt richtig erinnere, wo wir die Quote in den für die Aufsichtsräte äh ja geregelt haben mit dreißig Prozent und vorher
1:15:10
war es auch nicht möglich, das zu gewährleisten, weil's angeblich zu wenig qualifizierte Frauen gab. Das war ja immer die Debatte
1:15:16
Scheindebatte aus meiner Sicht und wir haben jetzt die dreißig Prozent geknackt, ja? Also es geht halt.
1:15:23
Nur mit einer verbindlichen Regelung offensichtlich und in den äh letzten Jahren seit zweitausendfünfzehn hätte ja schon die Wirtschaft auch zeigen können, dass es auch in den Vorständen deutlich schneller vorangeht. Das ist halt nicht passiert.
1:15:37
Insofern ist das jetzt ähm einfach zwingend erforderlich da auch nach vorne zu gehen. Da sind ja andere Länder auch deutlich weiter als es in Deutschland der Fall ist.
1:15:47
Also das finde ich, das wird erstmal offensichtlich jetzt ähm mit dieser mit dieser neuen neuen Gesetzesentwurf. Ähm das können wir selber tun.
1:15:58
Also ich glaube, dass wir jetzt, ich rede mal jetzt erstmal von der IG Metall, weil auch da stellen wir uns natürlich die Frage, was können wir denn als IG Metall tun.
1:16:06
Auch in unseren eigenen Reihen noch mehr drauf zu achten, dass wir ähm ja mehr Frauen auch in Führungspositionen bringen. Und ähm ich finde, da ist uns in der, in den letzten Jahren was gelungen,
1:16:19
Luft nach oben, aber uns ist was gelungen, also wir sind deutlich mehr, nämlich sechseinhalb Prozent mehr jetzt auch,
1:16:25
aber gerade auch Organisationswahlen hatten Frauen, die.
1:16:30
Geschäftsführerinnen sind vor Ort in den Geschäftsstellen von den hundertneunundvierzig Geschäftsstellen. Da sind wir jetzt bei dreiundzwanzig Prozent,
1:16:37
Ähm das entspricht noch nicht ganz unserer Zielmarke, aber wir sind deutlich besser geworden, auch bei den großen Geschäftsstellen, wo ich jetzt auch mal hier so sage, wo auch.
1:16:46
Natürlich auch Macht hintersteht, sind auch viele Frauen mittlerweile, die
1:16:51
erste Bevollmächtigte oder zweite bevollmächtigte sind. Ähm bei dem Bildungszentrum, weil du Bildung auch angesprochen hast, die Bildungszentren waren ja auch immer so eine Männerdomäne in der IG Metall.
1:17:02
Bin ich jetzt auch sehr zufrieden, weil mir war das schon wichtig, dass in die Leitungsfunktion auch Frauen kommen, eine vom.
1:17:10
Und wir haben jetzt die Hälfte der Bildungszentren mit Frauen besetzt, ähm, in der Führungsposition.
1:17:16
Das sind ja immerhin zehn Prozent der Beschäftigten, die in den Bildungszentren arbeiten von der IG Metall, also insofern kein unwichtiger Bereich.
1:17:23
Ich finde, dass die Frauen das ganz hervorragend machen und das hieß halt auch Jahrzehnte lang, wir haben keine Frauen,
1:17:30
Und was das glaube ich zeigt, äh sowohl draußen als auch bei uns ist, dass man einfach hingucken muss. Ja, dass man einfach auch ähm.
1:17:39
Schauen muss, wo sind Talente, wie können wir die entwickeln bei Männern und bei Frauen und da wird halt
1:17:45
bei Frauen aus meiner Sicht nicht genug hingeguckt, obwohl es genauso viel Talente gibt
1:17:49
genauso viele wie ähm über eine Personalentwicklung am Ende Führungsposition übernehmen können. Und da finde ich schon sind wir deutlich ähm weiter innerhalb der IG Metall, auch wenn wir noch
1:18:00
Luft nach oben haben, aber dadurch hat sich natürlich auch Kultur verändert und auch was Personalentwicklung insgesamt ähm ausmacht äh um Frauen zu fördern.
1:18:11
In den Betrieben. Ich meine, da kann Daniela sicher auch nochmal was zu sagen ähm bei VW. Ich meine, der Gunnar hat ja gerade auch nochmal öffentlich gemacht, dass er auch möchte, dass wir Frauen in den Vorständen sind und in Führungspositionen und ich glaube schon, dass da auch ein gemeinsames Verständnis gibt, aber es kann Daniela nochmal sagen
1:18:26
ähm da ähm wie gesagt, halt ich's erstmal für wichtig, dass im Sinne von.
1:18:32
Vorbild und dass es geht eben auch die Machtposition wie Aufsichtsrat und Vorstand besetzt sind in Form.
1:18:40
Gleichzeitig möchte ich das unterstreichen, was Daniela vorhin gesagt hat, dass du natürlich auch ähm eine Personalentwicklung dorthin brauchst im Unternehmen. Das heißt, du musst das Thema Personal, Age A musst du sozusagen anders aufstellen.
1:18:54
Um Frauen da auch gezielt zu fördern und auch Karriere möglich zu machen. Auch unter den Bedingungen, die wir jetzt schon den ganzen Abend auch diskutiert haben.
1:19:02
Was auch Arbeitszeitflexibilität angeht und es tut auch wirklich nicht jedes Meeting irgendwie abends um achtzehn Uhr sein, also auch was zur Kultur angeht. Ich glaube Unternehmenskultur.
1:19:13
Unter dieser Fragestellung, da ist auch noch Luft
1:19:16
nach oben in unseren Betrieben und äh das verändert sich dann, wenn es wie gesagt auch mehr Frauen gibt, wieder auch in Machtpositionen sind und auch mehr Männer, die dann auch,
1:19:26
so eine Kultur mit vertreten. Ich glaube, das sind so Ansätze, ja, Personalentwicklung in der Bildungsarbeit, äh da sehe ich natürlich auch meine Verantwortung neben dem, was ich vorhin zu der Veränderung, bei den Haupt
1:19:37
amtlichen gesagt habe in der IG Metall.
1:19:39
Können wir natürlich schon einen Beitrag leisten, auch bei den ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen, also bei den Betriebsräten Vertrauensbeuten, was sozusagen ähm.
1:19:49
Nachwuchsentwicklung angeht, Personalentwicklung mit zu unterstütz.
1:19:53
Wir bilden ja auch die Aufsichtsräte aus, also auch da zu gucken, ähm, wie kriegen wir da auch mehr Frauen mit in die Weiterbildung hinein.
1:20:01
Das ist unser Ansatz und da sind wir im Programm haben wir ähm auch Konzepte entwickelt, Formate entwickelt, wir machen viel auch direkt mit Betriebsräten in einer Abstimmung, damit es auch für den jeweiligen Betrieb das jeweilige Unternehmen passt.
1:20:16
Um ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen, vor allen Dingen als auch Kolleginnen dahin zu entwickeln und auch mitzusupporten.
1:20:24
Und ähm da sind wir im Veränderungsprozess und im Entwicklungsprozess, der hört nicht auf und das finde ich gut und ähm ich glaube, da können wir einen wertvollen Beitrag leisten.
1:20:36
Danke dir Irena. Bevor wir gleich äh nochmal rüber ins Publikum scheiden und schauen, ob's da nochmal Fragen gibt. Daniela würde ich tatsächlich auch nochmal auf dich übergehen. Irrela hatte dich ja schon angesprochen. Ähm
1:20:48
Also zum einen da auch nochmal die Frage, ne, äh die betriebliche Frage, die ihre gestellt hat und ich würde dich gerne auch nochmal als Gewerkschaftsmitglied fragen.
1:20:58
Ne? Als Metallerin.
1:21:00
Welche Rolle muss die Metall- und Gewerkschaftliche Bildungsarbeit eigentlich spielen bei der Umsetzung all dieser Themen die wir heute besprochen haben? Wenn du sagen würdest, ey
1:21:13
Das wäre eigentlich eure Aufgabe, wenn man dich fragt, was wäre deine Antwort.
1:21:19
Ja, erstmal vielleicht nochmal auf die äh betriebliche Ebene ähm rein.
1:21:27
Es ist das eine Ziele zu definieren und dass das richtig was Irene gesagt hat, auch unser Konzernpersonalvorstand Una Kilian ist da wirklich auch jemand der
1:21:40
lebt und und auch möchte und versucht im Unternehmen auch die Ziele zu etablieren.
1:21:49
Aber wir stellen natürlich im Alltag auch fest, wie schwierig das dann auch tatsächlich ist ähm das umzusetzen, weil gerade.
1:21:57
Weil wir ja in den Hierarchien eben aktuell noch so viele Männer haben und.
1:22:02
Leider es ja oft so ist, dass man dazu neigt, ähm Menschen zu fördern, die einen sehr ähnlich sind, sage ich jetzt mal.
1:22:11
Führt das auch ganz oft dazu, dass eben Frauen tatsächlich so wie schon gesagt wurde, nicht immer gesehen werden ähm und und dann auch nicht ähm.
1:22:22
Als Selbstläufer sage ich jetzt mal, auch weiter qualifiziert werden, nicht.
1:22:27
Sondern gefördert werden soll, qualifiziert sind auf jeden Fall. Also daran liegt's überhaupt gar nicht
1:22:32
wir stellen auch fest, dass das mit den Hierarchien auch wirklich immer schwieriger wird. Wir haben ja vorhin darüber gesprochen
1:22:39
was Tarifverträge für einen Beitrag leisten. Also wir wir haben auch Erhebung darüber gemacht und
1:22:45
festgestellt in den tariflichen Strukturen läuft das sehr gut, da haben wir die Frauen die wirklich über die verschiedenen Entgeltstrukturen auch weiterentwickelt werden. In dem Moment
1:22:57
Osternrichtung außertarifliche Dinge geht. Da ist dann wirklich das Skep und äh da ist der Bruch. Und ähm oftmals ist es ja dann auch so, dass auch diese Phase
1:23:08
wo dann auch gerade Familie dann auch eine Rolle spielt, genau die Phase ist, wo man eigentlich dann auch äh sich weiterentwickelt. Und wenn wir als Betriebsrätin zusammen auch oftmals mit dem Personalbereich muss man einfach auch so sagen, da nicht eben
1:23:23
hinterher sind und auch in den Fachbereichen dafür sorgen, dass da auch Quoten da sind, weil ohne Zielquoten funktioniert es nicht und
1:23:33
Das haben wir glaube ich überall festgestellt, das wurde auch hier gesagt, äh, freiwillig und darauf setzen, dass auch die Führungskräfte eine Verantwortung haben und die Frauen in ihren Bereichen irgendwie ähm fördern sollen.
1:23:47
Funktioniert nicht, wenn man nicht harte Ziele vorgibt.
1:23:50
Kommt man da auch nicht voran und trotz dieser harten Ziele ist das ein langer Weg, da sind wir auch gerade tatsächlich auch mittendrin. So dass das eine.
1:24:00
Ähm das andere ist, wenn ich mir angucke bei Betriebsräten, zum Beispiel gibt's ja die Quote schon seit zweitausendzwei, die Geschlechterquote
1:24:08
und das hat schon ein Riesenbeitrag dazu geleistet, dass wir so viele Jahre später jetzt mittlerweile, wenn dann die Betriebsratswahlen kommen.
1:24:17
Natürlich ganz selbstverständlich darüber sprechen, wen haben wir im Nachwuchs.
1:24:22
Wie viel Frauen sind dabei, ähm, haben wir die schon irgendwie auch sichtbar da,
1:24:28
kennen wir die, also das hat sich dadurch jetzt weiterentwickelt. Natürlich gi
1:24:33
immer noch auch Situationen, wo manche dann plötzlich wach werden, wie vor Weihnachten sag ich jetzt mal, aber
1:24:40
man merkt wirklich durch diese Vorgaben verändert sich etwas in den Köpfen und das wird dann selbstverständlicher, dass es dann auch so.
1:24:48
So gelebt wird. Ähm,
1:24:51
Und wenn man jetzt auf die Bildungsarbeit guckt, äh der Igel Metall, dann gibt es auch, finde ich super gute Beispiele, die auch wirklich in den Regionen dezentral vor Ort
1:25:03
auch umgesetzt werden und Frauen auch innerhalb der Igel Metall anzusprechen und ähm dafür zu sorgen,
1:25:10
sich Frauen damit auch auseinandersetzen, ob sie sich.
1:25:14
Könnten zum Beispiel auch Ämter innerhalb der IG Metall auch wahrzunehmen, ob's dann erstmal die Stufe ist, Vertrauensfrau zu werden oder dann eben auch in Richtung
1:25:25
Betriebsräten oder auch andere Funktionen. Und ich glaube, das ist auch wichtig, weil
1:25:30
wir selbst stellen ja auch ganz oft fest, dass Frauen auch äh anders angesprochen äh werden wollen und ähm
1:25:38
eher nicht irgendwie diejenigen sind, die sofort ähm sich hinstellen und sagen, genau das möchte ich, sondern,
1:25:45
überlegen ja ganz oft, äh, kann ich das überhaupt bin ich kompetent genug, um bestimmte Aufgaben zu übernehmen und ich glaube, das müssen wir als ähm,
1:25:57
Metall auch in unserer Bildungsarbeit berücksichtigen und eben auch
1:26:02
wie wir's ja jetzt auch schon machen, gute Angebote, auch speziell auch für Kollegen ähm anbieten und ein gutes Beispiel vielleicht auch aus unserer betrieblichen
1:26:13
Praxis, wie wir auch unter den Betriebsräten damit umgehen. Wir haben vor vielen Jahren auch angefangen ein Betriebsrätinnen-Netzwerk auch aufzubauen, wo wir uns.
1:26:24
Wirklich mittlerweile super gut austauschen, ist eine tolle Vernetzung gibt, ein.
1:26:31
Eine Vertrauensbasis auch dadurch entsteht und wir uns gegenseitig stärken können auch in unseren Aufgaben.
1:26:38
Auch informell uns dann auch zu Inhalten und Positionen auch austauschen können und das stärkt.
1:26:47
Auch die Frauen, die dann auch sich dann noch mehr zutrauen und sich gut dabei fühlen, auch diese Themen,
1:26:55
und Aufgaben auch weiter ja zu anzunehmen auch und ich glaube auch solche Dinge sind wichtig, dass wir auch innerhalb der Gewerkschaft diese Netzwerke, die wir ja auch haben
1:27:07
auch weiter nutzen und damit auch erreichen, dass auch immer mehr Vorbilder auch dadurch da sind, die in verschiedenen Positionen sind und dann,
1:27:18
auch dazu beitragen, dass Kolleginnen sich das auch vorstellen können weiterzumachen. Und ein Punkt, den ich noch abschließend ansprechen möchte, ist.
1:27:27
Dass es auch wichtig ist, dass wir betriebliche Regelungen insofern weiterentwickeln, wenn wir jetzt zum Beispiel heute ja viel von.
1:27:34
Mobile Arbeit auch gesprochen haben, dass zum Beispiel auch Qualifizierung ähm mobil auch möglich ist und das auch anerkannt wird als Arbeitszeit. Und da haben wir
1:27:44
im Jahr zweitausendneunzehn zum Beispiel auch eine Betriebsvereinbarung gemacht, die das auch gewährleistet,
1:27:52
dass auch möglich ist. Und solche Dinge ähm helfen auch Kolleginnen
1:27:57
eben im Rahmen der Vereinbarkeit auch von zu Hause auch die Möglichkeit zu bekommen, zu lernen, ne? Also ich denke, da sind viele Aspekte dabei
1:28:06
wir aber auch wie ich das erlebe in der Igel Metall wirklich schon sehr professionell auch machen.
1:28:14
Oh, jetzt haben wir diesen Hall drin. Ähm total spannend
1:28:23
du bist quasi mit dem jetzt ausgestiegen mit äh dem Thema, mit dem Irena eingestiegen ist, netzwerken. Äh beim Einstieg waren wir bei der Sorgearbeit. Äh jetzt sind wir bei der äh Qualifizierung und dem Netzwerken von Frauen
1:28:38
Ähm wir sind jetzt äh wir haben die neunzig Minuten um. Ich würde trotzdem äh,
1:28:44
die Chance nochmal nutzen, um ins Publikum reinzugehen und dich fragen, äh, gibt es nochmal Rückfragen.
1:28:52
Ja, jetzt ist da ziemlicher Drive reingekommen ähm.
1:28:57
Das macht's ein bisschen schwierig so kurz vor knapp ähm auf Facebook ist unglaublich viel los in den Fragen und Antworten hier auch.
1:29:04
Glaube Daniela könnte so eine Frage und Antwortstunde zur Situation bei VW machen,
1:29:09
Also zum einen gibt's ganz global die Vermutung, dass IG Metall und VW eher patriarchal aufgestellte ähm Organisationen und Unternehmen sind,
1:29:18
hat Daniela jetzt gerade nochmal durch das was sie gesagt hat dem Ganzen so ein bisschen die Spitze abgebrochen und erklärt, dass es da durchaus andere Verhältnisse gibt, Irene mit ihrem Hinweis auch.
1:29:28
Ähm das gibt dann konkrete Fragen, die es mit Equal Paybal VW aussieht, nicht nur in der Belegschaft, sondern auch in der Führungsetage.
1:29:37
Ob es ein Sebatical mittlerweile gibt, was auch gerade in Zeiten wie diesen eine Möglichkeit wäre, also sehr punktgenau gestellte Fragen. Bei einigen habe ich auch den Rat gegeben, sich möglicherweise direkt an euch zu wenden, weil das ist dann.
1:29:50
Im Gespräch unter vier Augen beziehungsweise auf Sechsten zu klären.
1:29:54
Es gibt die Frage, wie das mit Diversity berücksichtigungen ist, ähm nicht nur bei Frauen, sondern auch bei anderen ähm,
1:30:03
innerhalb von IG Metall und bei VW,
1:30:07
und ansonsten haben ganz viele auch geschrieben, dass sie sich sehr bestätigt fühlen durch das, was sie diskutiert und dass es einfach gut tut, dass solche Dinge auch mal ausgesprochen werden an so einem öffentlichen Ort,
1:30:17
nicht einfach nur in irgendwelchen kleineren Veröffentlichungen oder sonst wo zu lesen sind. Also sehr viel positive Bezugnahme, Bestätigung und eigene,
1:30:26
Erfahrungen, so dann.
1:30:29
Macht was draus in der Kürze der Zeit. Wir nehmen das positiv mit an den Feierabend. Danke Raja. Daniela willst du vielleicht auf die ein, zwei Fragen ganz kurz? Wir sind beim Supertical.
1:30:41
Ja, haben wir gerade aktuell tatsächlich zum ersten dritten eingeführt. Das nennt sich meine Aus.
1:30:48
Sowohl sowohl im tariflichen als auch im Managementbereich. Da die Managementvereinbarung sind wir gerade am finalisieren.
1:30:56
Genau und die anderen Themen, ich glaube, das würde tatsächlich jetzt so weit führen.
1:31:00
Aber ich freue mich, dass so viel Interesse da ist und müssen wir uns vielleicht überlegen, ob ähm es noch andere Möglichkeiten gibt, äh diese Fragen und diese Diskussion auch weiterzuführen.
1:31:12
Ich glaube wir sollten im Anschluss nochmal darüber sprechen auf jeden Fall. Irre möchtest du nochmal was zum Thema Diversity sagen.
1:31:21
Es ist glaube ich auch ein ein armfüllendes Thema Diversity äh befinde ich jetzt schwierig auf die Schnelle irgendwie abzuhandeln, weil dafür ist die Frage glaube ich zu wichtig. Mhm. Also das finde ich jetzt etwas schwierig.
1:31:33
Ähm sag mal, weil du sagst jetzt auch noch was Fritzi, wo man nochmal weiter diskutieren kann, zum Beispiel am achten dritten, ne?
1:31:39
Ja. Gut. Jetzt kannst du fahren. Das mache ich. Auf jeden Fall
1:31:45
wir gehen jetzt in eine Abschlussrunde und bevor wir das tun, würde ich euch aber nochmal anschauen und nochmal gucken wollt ihr noch etwas loswerden, wo ihr sagt, das wollte ich hier unbedingt sagen heute und ich hatte noch nicht die Chance dazu.
1:31:59
Ich
1:32:02
ein Aspekt möchte ich reinbringen, wo wir uns als Igel Metall und Betriebsräten ähm unbedingt drum kümmern müssen, ist wirklich flexiblere Möglichkeiten in der Schichtarbeit ähm einzuführen.
1:32:16
Merke ich, stoßen wir immer wieder an Grenzen, das ist einfach ein ganz schwieriges Thema, aber wir sind gerade aktuell dabei
1:32:24
Ich hoffe, dass es uns gelingt, ein ähm Modell innerhalb der innerhalb eines Fertigungsbereichs auch umzusetzen und da haben wir so lange für
1:32:33
kämpft und sind aber immer noch ein paar offene Themen und das ist ein Schwerpunkt, wo ich finde, da müssen wir, glaube ich, noch mehr tun.
1:32:42
Seid ihr glaube ich auch nicht alleine.
1:32:45
Ich würde das gerne mal unterstützen, weil es hat Bettina ja vorhin auch gesagt, ne? Also wie kann man äh sozusagen da mehr Flexibilität schaffen in der Arbeitsorganisation, um zum Beispiel über mehr Springer oder andere innovative Lösungen.
1:32:58
Auch mehr Arbeitssouveränität überhaupt ermöglichen auch, ne?
1:33:02
Ich hab nur ein Punkt, den werfe ich aber auch nur rein, Fritzi, das war nochmal zum Thema Homeoffice in Ergänzung zu dem, was Bettina gesagt hat.
1:33:10
Das eine sind die ganzen rechtlichen Regulierungen, die wir auf jeden Fall brauchen, das andere ist, dass wir in jedem Fall ein digitales Zugangsrecht brauchen.
1:33:19
Weil unser Betriebsverfassungsgesetz ist so ausgerichtet, dass wir den Zugang als Gewerkschaften aber auch für die Mitbestimmung vor allen Dingen im Betrieb haben.
1:33:28
Als Gewerkschaften haben wir zum Beispiel kein Zugangsrecht in die Homeoffice
1:33:33
wenn das Plural ist hinein und äh das ist ganz dringend erforderlich, weil es wird so sein, wie Bettina gesagt hat, äh dass auch die Beschäftigten mehr im Homeoffice arbeiten wollen, das ergib,
1:33:44
unsere Beschäftigten Befragungen, wenn man die nach dem Wunsch die Beschäftigten fragt.
1:33:49
Perspektivisch gibt's auch ein großes Votum, weiter auch im Homeoffice zu arbeiten, ohne natürlich, dass das heißt die ganze Woche, sondern eben auch gut verteilt.
1:33:58
Dann brauchen wir ein Zugangsrecht, weil sonst können wir,
1:34:02
Gewerkschaftsarbeit, Ansprache von Beschäftigten im Dialog zu sein, eine Beteiligung zu organisieren, äh eine Tarifrunde zu organisieren, würde quasi unmöglich. Das möchte, das ist mir nur nochmal ein sehr wichtiger Punkt, warum wir auch im Moment sehr stark machen, dass Mitbestimmung sich auch verändern muss
1:34:20
ähm und das hat natürlich was mit der Veränderungsdynamik zu tun. Okay, danke dir Irena
1:34:26
Dann gehen wir jetzt in die Abschlussrunde. Ähm und ich will mit euch nochmal einen kurzen Blick in die Zukunft werfen äh und in eine kleine Utopie-Phase gehen
1:34:37
Und wir sind ja eingestiegen auch mit dem Thema Vereinbarkeit und äh.
1:34:44
Ich würde einen ähnlichen Ausstieg wählen wollen, um meine Frage an euch wäre,
1:34:50
wenn eure Kinder sich in zehn Jahren hier treffen würden, welche Themen, die wir jetzt noch auf der frauenpolitischen Agenda haben, sollen in zehn Jahren geregelt sein.
1:35:02
Irena sehr, sehr viel
1:35:10
Ich weiß nicht, wenn's eine Utopie ist, ähm vielleicht könnte wir sind ja in der Utopiephase, also vielleicht könnte sowas sein, wie auf der Agenda stehen, dass äh die Unternehmen, die immer noch äh eine Zielquote äh begründen,
1:35:23
und nicht umsetzen.
1:35:25
Man darf vielleicht mal darüber spricht, ob die irgendwie äh staatlich übernommen werden, um den Druck zu erhöhen, könnte ein Punkt einer Agenda sein oder Daniela, sage ich jetzt auch mal, vielleicht ähm.
1:35:37
Auch sowas wie ähm.
1:35:39
Dass du vielleicht rückblickend feststellen würden, dass der Shitstorm, den gerade Audi erreicht, weil sie eine Gendersprache eingeführt haben,
1:35:47
sich als völlig unnötig erwiesen hat, weil es völlig selbstverständlich ähm man miteinander sozusagen spricht und Frauen und Männer,
1:35:56
auch erwähnt beziehungsweise gleich adressiert. Ähm also solche Themen glaube ich, die zehn Jahren wirklich ähm aufgehoben sein und ich wäre auch dafür, dass man darüber spricht.
1:36:07
Der Agenda für die Abschaffung des Entgeltgleichheitsgesetzes, weil's einfach gar kein Gendergeld mehr gib.
1:36:12
Danke. Das wäre schön für unsere Kinder. Ja. Für meinen Sohn und meine Tochter übrigens.
1:36:22
Wofür kämpfen wir die nächsten Jahre? Hast du mich angesprochen? Ja. Es war irgendwie grad ein ganz kurzer Aussetzer hier manchmal die Technik versagt, Entschuldigung. Ja ich habe ähm.
1:36:33
Ich glaube, dass diese ganze Frage von von Arbeitszeit Souveränität, die finde ich wirklich total wichtig, aber auch Arbeitszeitverkürzung. Also ich glaube einfach aus ganz vielen Gründen, die ja gar nicht nur, ich meine, das Leben besteht ja nicht
1:36:46
ausschließlich aus Arbeit und Kinderbetreuung.
1:36:49
Und es gibt ja viele gute Gründe zum Beispiel, damit man mehr Zeit hat, sich in der Gewerkschaft zu organisieren, ne
1:36:56
oder von mir aus auch in der nächsten Pandemie für die Nachbarn einzukaufen. Ich meine, das haben wir auch gesehen. Ja, also auch füreinander da zu sein.
1:37:05
Das braucht ja auch Zeit und ähm Arbeit muss schon so organisiert sein,
1:37:10
dass wir diese Spielräume dafür haben und das wäre was, äh was mich sehr freuen würde, wenn ähm.
1:37:17
Unsere Kinder nicht mehr darüber reden müssen, sondern feststellen, dass das selbstverständlich ist.
1:37:24
Man nicht sozusagen um jedes Stückchen Leben, das man abknapst sich von dieser Arbeitszeit zu kämpfen muss und dass das so begründungspflichtig ist
1:37:34
Und er hat mir noch Glück, wenn man Kinder hat, ne, weil irgendwie Kinder sind immer ein Argument, das äh schlucken die meisten, aber zu sagen, irgendwie, ich brauche mal Zeit für mich oder für Qualifizierung oder ich habe einen Freund in der Krise oder so
1:37:45
Dafür gibt es ja eigentlich überhaupt keine Spielräume. Und das ist ähm obwohl ich immer gesagt habe, Erwerbsarbeit ist für mich das zentrale Moment mit dem Menschen auch Teil dieser Gesellschaft werden. Ich möchte es nicht aufgeben
1:37:57
aber ich möchte, dass mehr Platz ist äh für andere Bereiche Umarbeit herum.
1:38:04
Danke dir Bettina. Daniela, du darfst den Abschluss machen.
1:38:10
Ja, das, was Bettina gesagt hat, das ist mir wirklich auch sehr sympathisch, ähm darüber hinaus würde ich's toll finden, wenn man in zehn Jahren gar nicht mehr äh eine Debatte über Quoten führen müssen, weil das einfach selbstverständlich ist.
1:38:24
Die Frauen genauso ähm ja dabei sind, gleichberechtigt sind, äh, wie die Männer auch und und vor allen Dingen, dass ähm,
1:38:35
es auch letztendlich.
1:38:37
Ja, so ist, dass äh die die Sorge Arbeit, so wie wir es ja auch vorhin am Anfang diskutiert haben, auch aufgeteilt ist und nicht ähm
1:38:46
eben überwiegend ähm an den Frauen hängen bleibt, dass
1:38:50
das würde ich echt toll finden, aber ich glaube nicht dran, dass man das in zehn Jahren auch tatsächlich erreicht haben, ganz ehrlich.
1:38:58
Wir sind in der Utopie-Phase. Ja. Genau. Genau, ich bin zu realistisch. Bei uns ist alles möglich.
1:39:07
Die Zeit ist um
1:39:09
die Zeit ist so schnell vergangen und wir haben irgendwie noch so viele Themen über die wir heute nicht gesprochen haben aber wir machen hier heute nur eine kleine Pause ich darf mich an der Stelle
1:39:23
bei euch dreien ganz, ganz herzlich bedanken. Äh Daniela, Bettina, Irena, äh vielen Dank für all eure Anregungen, äh die ihr hier reingebracht habt.
1:39:34
Zwischendurch auch mal hier in den Chat geschaut.
1:39:37
Wo Kolleginnen geschrieben haben, ihr sprecht mir aus dem Herzen und ich glaube das war ein guter Auftakt.
1:39:46
Das Frauenkampfwochenende. Herzlichen Dank für eure Zeit an der Stelle.
1:39:52
Ihr könnt's nicht hören, aber ich glaube, die äh Zuschauerinnen und Zuschauer toben vor ihren Rechnern.
1:39:59
Genau und einen herzlichen Dank auch an den technischen Support, liebe Faja
1:40:03
dass alles so gut geklappt hat, also zumindest hab ich hier nichts mitbekommen bei uns ist alles reibungslos gelaufen. Herzlichen Dank für eure Unterstützung.
1:40:16
Kinderküche Arbeitskampf war das Motto von heute. Äh wir haben hundertzehn Jahre internationalen Frauenkampftag.
1:40:26
Setzen uns in den Betrieben für die Gleichberechtigung von Frauen ein, äh, in der Politik, Irena ist da vorne dabei auch.
1:40:35
Lasst uns das einfach jeden Tag überall da machen, wo wir es für notwendig halten und ich hab's gesagt, wir machen hier heute nur eine Pause.
1:40:43
Weil's nämlich am Montag tatsächlich am Frauentag, am achten März weitergeht.
1:40:49
Um siebzehn Uhr dreißig mit dem nächsten Webtalk. Äh ihr könnt euch wieder äh,
1:40:55
einwählen über unsere Bildung in Bewegungsseite.
1:41:00
In der Diskussion mit drin ist diesmal unsere stellvertretendes Vorstandsmitglied Christiane Benner, der Webtalk heißt eine Frau allein ist stark, zusammen haben wir Macht.
1:41:10
An alle Zuschauerinnen und Zuschauer geht da auf jeden Fall mit rein und stellt eure Fragen da direkt am Anfang.
1:41:17
Genau und wir sehen uns denn da quasi im Live-Chat. Ähm, genau und können glaub ich weiter sprechen.
1:41:25
Ansonsten geht's mir jetzt euch allen einen schönen Feierabend zu wünschen hoffentlich und ich würde den Webtalk gern mit einem Zitat von Clara Zettkin beenden.
1:41:39
Der heißt, lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort, erst recht.
1:41:48
Wünsche euch einen schönen Abend und herzlichen Dank.
1:41:50
Music.