Küchen-Psychologie

Ich bin Caroline, Psychologie-Studentin und möchte hier einen Beitrag für mehr Offenheit und bessere Kommunikation über das Thema Veganismus leisten. Dazu werde ich psychologische Theorien und Modelle aufgreifen und im Kontext der Ernährung reflektieren. Dabei sollen ganz verschiedene Perspektiven zur Sprache kommen. Egal, ob du bereits vegan bist oder noch nie etwas damit zu tun hattest: Ich hoffe, einerseits deine Bedürfnisse und Bedenken aufgreifen und dir vielleicht sogar ein paar Gedankenimpulse mitgeben zu können, andererseits ein Verständnis für die anderen Perspektiven schaffen zu können. Selbstreflexion, persönliche Erfahrung und Neugierde werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Du hast Fragen, Anmerkungen, möchtest deine eigene Erfahrung teilen oder  mir Feedback geben? Du findest mich auf Instagram: www.instagram.com/kuechen_psychologie/ oder schreib mir eine Mail: kuechen-psychologie@gmx.de Infos zu Datenschutz und Impressum: https://kuechen-psychologie.letscast.fm/

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episode 8: #08 Reaktanz : Wenn du es mir verbietest, dann mache ich es erst recht!


 Na, auch schon mal trotzig reagiert, wenn dir jemand was verbieten wollte?;) Menschen sind laut der Reaktanztheorie von Brehm (1966) danach bestrebt, ihre Freiheit zu bewahren. Wenn sie diese in Gefahr sehen, dann kann Reaktanz auftreten, was den Dialog zwischen veganen und noch-nicht-veganen Menschen ziemlich erschwert. Darüber sprechen wir in der heutigen Folge! Da die Folge eigentlich schon vor 2 Wochen raus sollte, habe ich drei Punkte nicht im Podcast thematisiert, die mir inzwischen noch eingefallen sind und diskussionswürdig erscheinen: 

-          Wollen wir denn als Gesellschaft überhaupt, dass jeder Mensch die Freiheit hat, andere Lebewesen und unsere Zukunft durch seinen Konsum nachweislich zu schädigen? -          Bei Fleischalternativen habe ich tatsächlich zunächst v.a. an Ersatzprodukte gedacht. Dazu wollte ich noch ergänzen, dass man wenn man Ersatzprodukte vermeiden möchte auch viel selbst mit Hülsenfrüchten machen kann (zb Kichererbsenburger) oder insgesamt darüber nachdenken kann, warum in vielen „herkömmlichen“ Rezepten Gemüse immer nur als Beilage gesehen wird. Insgesamt zu zeigen, wie vielseitig eine vollwertig pflanzenbasierte Ernährung sein kann, gehört also zu diesem von mir im Podcast genannten Aspekt dazu! -          Diese „Grenze“, von der ich spreche, habe ich natürlich überspitzt dargestellt. Ich wollte damit ausdrücken, dass sich meiner Erfahrung nach die Wahrnehmung nach Auseinandersetzung mit den Zuständen in der Tierindustrie usw. sehr stark verändern kann und man daher nach gewisser Zeit + gewissem Informationsgehalt viele Dinge anders bewertet als zuvor und dementsprechend auch seine Freiheit anders nutzen möchte als zuvor. Mit der Grenze meinte ich den Moment, in dem man sich nicht mehr aus einem Zwang heraus verbietet, etwas bestimmtes zu essen, sondern in dem sich diese Entscheidung ganz natürlich anfühlt (was aber auch nicht heißen muss, dass es einem nicht trotzdem manchmal schwer fallen kann und dass man es mit hundertprozentiger Konsequenz immer und überall umsetzt). 

Du hast Fragen, Anmerkungen, möchtest deine eigene Erfahrung teilen oder  mir Feedback geben?Du findest mich auf Instagram:  https://www.instagram.com/kuechen_psychologie/ oder schreib mir eine Mail: kuechen-psychologie@gmx.de 

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Bei allen genannten und empfohlenen Personen/Produkten/Büchern/Websites/… handelt es sich um unbezahlte Nennung/Werbung. 

Quelle

Miron, A. M., & Brehm, J. W. (2006). Reactance theory-40 years later. Zeitschrift für Sozialpsychologie, 37(1), 9-18. 

Reaktanztheorie von Brehm: 

Brehm, J.W. (1966). A theory of psychological reactance. New York: Academic Press. 


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 2021-04-19  32m