Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

subscribe
share





episode 1310: Von Machtköpfen und bayerischen Fridas [transcript]


Mit meiner heutigen Kunstpodcastreise lande ich am Tegernsee, in Gmund am Tegernsee – und ich gebs zu – ich musste ein bisschen üben, um das auszusprechen. Ich lande im Haus von Frau Schlicker – das ist ein entzückendes Haus aus den 30er, 40er oder vielleicht auch 50er Jahren. Und hier treffe ich gar nicht auf Frau Schlicker sondern auf Suse Kohler. Suse Kohler ist eine ganz bezaubernde Künstlerin aus der Schule von Markus Lüpertz, die mit ihren sehr ausdrucksstarken, groß- wie kleinformatigen Bildern, Geschichten berühmter Machtköpfe, Seemänner und Künstlerinnen  sowie von dem Leben rund um den Tegernsee erzählt.


share







 2021-05-05  46m
 
 
00:00
Music.
00:19
Mit meiner heutigen Kunst Podcast Reise lande ich am Tegernsee in Mund am Tegernsee. Ich.
00:27
So, ich musste ein bisschen üben, das auszusprechen. Ich lande im Haus von Frau Schlicker.
00:33
Ein entzückendes Haus, also ich würde sagen, vielleicht den dreißiger, vierziger oder fünfziger Jahren?
00:39
Und hier treffe ich aber gar nicht auf Frau Schlicker, sondern auf Suse Cola.
00:45
Suse Cola ist eine ganz bezaubernde Künstlerin mit sehr, sehr ausdrucksstarken.
00:50
Großformatigen und Kleinformatigen Bildern, die Geschichten berühmter Persönlichkeiten und dem Leben rund um den Tegernsee erzählen.
00:59
Doch ich möchte gar nicht so viel in meiner Einleitung verraten, sondern bitte stell du dich doch direkt einmal vor und auch deinen Weg in die Kunst
01:07
Hallo erstmal. Schön, dass du da bist, Claudia. Ich freue mich sehr, dass du den Weg hierher gefunden hast. Ja, mein Weg in die Kunst hat.
01:18
Eigentlich sehr früh begonnen, da ich mich immer für Kunst interessiert habe und
01:23
auch nach dem Abitur eigentlich Kunst studieren wollte, aber mein Vater fand das nicht so eine ganz tolle Idee und hat gesagt, sollen wir was Gescheites machen? Und
01:32
ähm habe mich dann trotzdem nicht vom kreativen Weg abbringen lassen und Marketing und Kommunikationswissenschaften studiert, aber ich habe in Werbeagenturen gearbeitet und eigentlich immer mit
01:45
dem Ziel Richtung Film zu gehen, das war immer so meine große Leidenschaft und das habe ich auch am Ende gemacht in der Filmproduktion zu arbeiten und ob.
01:56
Man jetzt ein stilles Bild, ein bewegendes Bild hat, vor allem das Wichtige ist eine Geschichte erzählt, da
02:03
war immer so mein Augenmerk darauf, das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und jetzt so im Laufe äh nach dem groß werden meiner vier Kinder hatte ich die Möglichkeit
02:16
mich wieder ein bisschen mehr auf mich zu konzentrieren und habe angefangen vor sechs, sieben Jahren.
02:24
Einem befreundeten Maler Werner Meier, der in München lebt, zu arbeiten und der hat mich gecoacht
02:31
wir haben uns immer wieder getroffen in seinem Atelier oder er kam hier in das Atelier und da hatte ich das hier noch gar nicht, sondern weil hier ja Frau Schlicker wohnte, daher der Name, sondern ich war in einer kleinen Bergstadt, die keine Heizung und kein Wasser hatte und zwar recht kalt, nachdem
02:48
Frau Schlicker, dann irgendwann sich in ein, ein Seniorenresidenz zurückgezogen hatte, durfte ich hier in.
02:56
Wohnzimmer quasi einziehen. Und seitdem ist einfach dieser Name geblieben, jetzt rüber zu Frau Schlicker, damit ist natürlich mein Atelier gemeint, aber das waren so unglaublich liebe Leute, das einfach zu ehren gehen bleibt, dieser Name.
03:11
So begann diese Malerei. Der Werner Meier, der hat mich also ein Jahr lang gecoacht. Wir haben, weil ich wirklich von Grund auf, also ich meine, ich habe.
03:20
Gemalt, aber ich wollte die Technik und alles von Grund auf.
03:26
Neu erlernen und man stößt ja dann schon immer mal so an seine Grenzen, wo man sagt, oh, wie.
03:33
Man jetzt den und den Übergang oder irgendwie hin, dass ich mich nach einem Jahr getraut habe,
03:41
dann eine Mappe einzureichen und zwar an der Akademie der bildenden Künste in Kolbermoor, um mich für einen Studienplatz bei Professor Markus Lüpperts bewerben und da werden immer fünfzehn Plätze vergeben und da habe ich einen ergattern können und da war ich natürlich furchtbar stolz zurecht. Ich jetzt äh quasi an einer.
04:01
Sommerakademie, ein Studium machen darf und dann vor allem bei so einem
04:06
großartigen Künstler, der es unheimlich liebt, zu lehren und ein ganz toller Lehrmeister ist, ohne.
04:14
Seine eigene Kunst, er möchte jetzt nicht, dass da lauter Kleine rauskommen, sondern äh einfach eine unglaubliche.
04:23
Hat ein in einem Dinge rauszuholen, die man sich nie zugetraut hat.
04:28
Und so kam ich zu dieser Porträtmalerei. Da bin ich total hängen geblieben. Es war ein Kampf auch mit ihm
04:35
bei der dann natürlich, da geht's ums Eingemacht. Ja, da da spricht man dann echt nur in kleine Pinselstriche, die ein ganzes Bild verändern könnt. Ja, habe ich die Meisterklasse dann zuletzt gemacht und das ist schon wieder zwei Jahre her. Ja, und jetzt male ich.
04:50
Fröhlich und
04:51
begeisternd. Ich würde total gerne noch ein bisschen über Markus Lüpholz sprechen. Mhm. Mal angenommen, diesen Podcast würde jemand hören, der den Namen Markus Lüpertz
05:01
nur mal ganz nebenbei gehört hat, wie würdest du Markus Lüperts beschreiben? Wer ist Markus Lüpertz und
05:07
Was macht er und wofür steht er? Na ja, das ist einer
05:12
ein ganz großer deutscher Nachkriegsmaler, der sicherlich aufzuzählen ist in in einer Riege von Richter, von Penk, von.
05:24
Von also das waren so ich glaube nach dem Krieg so die die so eine ganz neue Malergeneration die.
05:33
Die Kunst auf den Kopf gestellt haben und für sich neue Wege gefunden haben, um sich zu präsentieren, sagen wir so, seine Kunst, die Malerei, das ist sehr speziell, das ist ganz typisch Lüppers. Ich finde, seine Bilder, die sind
05:48
sehr unterschiedlich, weil er ja auch viel
05:51
bearbeitet und da gibt's sehr viel so diesen berühmten Soldatenhelm, der immer wieder auftaucht und so. Aber was mich viel mehr fasziniert ehrlich gesagt, ich bin ein großer Fan von seinen Skulpturen, die haben auch.
06:06
Eine gewisse Ironie und ein ein Witz sind auch sehr umstritten, ja, also wie seine gesamte Kunst, wir haben ihn ja jetzt so nah.
06:15
Erleben dürfen, dass wir auch mal abends zum Beispiel zusammensaßen, noch bei einem Glas Rotwein in der Akademie und der dann anfängt zu erzählen, wie das war, da hingen alle an diesen Lippen und er hat wirklich
06:29
wahnsinnig komische Geschichten erzählt, aber auch zum Teil tragische und ähm das ist schon eine ganz spezielle Art
06:38
wie er auch Kunst vermittelt. Also früher war der, glaube ich, so ein richtiger Bayern, würde man sagen, ein richtiger Haudegen und
06:46
kraftvoller Mensch, das sieht man ja auch in seinen Bildern. Jetzt ist er ein unheimlicher Charme und ist so der.
06:56
Will einfach lehren und seine Kunst oder überhaupt die Kunst weitergeben, vor allem die Malerei, dass das nie aufhört, denn.
07:05
So viele wiederum neue Ideen, die natürlich auch alle ihre Rechtfert
07:10
ung haben, angefangen, dass irgendwelche Neonstreifen durch Bilder laufe oder irgend sowas und er sagt halt, diese Uhrmalerei, das ist einfach das Wichtigste, die hat's immer gegeben und die muss es immer weitergeben, weil es einfach
07:26
Ja, ist einfach ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Wie war das für dich? Du hast gesagt, du hast erst vor ein paar Jahren angefangen zu malen. Mhm. Und dann landest du in einer Klasse von so einem.
07:38
Man sagt ja, Malerfürsten mhm. Mit so viel Expertise, so viel Ruhm und.
07:44
Dann kommst du wenig Erfahrung mit vielleicht ganz vielen Gedanken was du machen möchtest. Du warst stolz? Hast du noch mehr Gefühle in dir getragen?
07:56
War vielleicht auch Unsicherheit unglaubliche Unsicherheit da. Ich erinnere noch den ersten Tag, als wir da in der Akademie ankamen, unsere Klasse, wir kannten uns ja nicht und
08:06
mir war, glaube ich, jeder für sich unglaublich aufgeregt, aber dann hat man ja erstmal diese die erste Woche ähm gearbeitet
08:15
seine Dozenten dir geschickt hat und dann kam er immer einen Tag
08:20
Und damals hatte man ja auch noch keine Bilder. Wir wussten ja gar nicht, in welche Richtung geht das jetzt? Und ich habe lauter so am Anfang, weil ich kam vom Tegernsee und wir hatten gerade die Waldfeste hinter uns gebracht und da war alles bunt und Dirndl und Lederhosen und Tracht
08:37
und lustig war's und dann in diesen unglaublichen Landschaften sind ganz spezielle Farben
08:44
die ganze Sonne untergehen und auf einmal Berge rosa sind und so. Also ich meine, das ist ja wahnsinnig malerisch umzusetzen und ich werde nie vergessen, dann hatte ich lauter so Trachten
08:55
ten Bilder gemalt und der und das muss man
08:59
sagen, das war eigentlich immer der, auf diesen Tag haben alle hingefiebert, weil ähm das ist natürlich wahnsinnig speziell war aber das erste Mal war natürlich komisch, weil wir nicht wussten, was uns erwartet
09:11
und dann sah der diese ganzen Bilder an und dann bespricht der wirklich jeden Pinselstrich und wie was und geht's auch rein ums technische, dem ist eigentlich Wurst, was man malt, aber es geht da rein um die technische Arbeit.
09:25
Zumindest am Anfang des ganzen Studiums und danach schaut er mich aber dann irgendwie, ist er noch mal so umgekehrt und kam zurück, hat gesagt.
09:33
Sie wollen jetzt aber nicht zur zur traditionellen Malerei überlaufen, weil das
09:39
sage ich schon kurz, wo man ein bisschen freier malt. Das war eben also so fast so, dass man in die naive Malerei reinrutscht würde. So, also dann wäre das das falsche für mich. Und ich so, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Da waren wir alle halt sehr unsicher irgendwie
09:55
und dann
09:57
ging jetzt in diesem Studium ja auch darum, dass man zwischen diesen Blöcken die fünfmal im Jahr stattgefunden haben, dann malt und mitbringt. Und letzten Endes mit ihm dann diese
10:07
Bilder bespricht und dann wird es von Mal zu Mal immer interessanter, weil man seine Fortschritte sieht.
10:13
Das macht dann einfach unheimlich Spaß und dann gewinnt es auch an Niveau und oh das erste Mal, das war wirklich lustig. Da müssen wir heute noch sehr drüber lachen. Wir haben dann mit der Meisterklasse, mit unserer Gruppe, weil wir so eine wahnsinnig nette.
10:26
Gruppe oder Klasse waren, haben wir eine Künstlergruppe gebildet, die heißt Freiblau und nachdem wir ja
10:34
überall aus Deutschland kommen, ist Ziel des Ganzen, dass jeder in seiner Heimatstadt sozusagen eine Ausstellung organisiert, damit man einfach ein bisschen rumkommt
10:43
und die erste hatte ich organisiert hier am Tegernsee und ging die zweite in Paderborn. Es war auch ein tolles Thema, weil.
10:53
Hatten, das war eine unglaublich tolle Ausstellungsraum in einem Stadtschloss mit diesen unglaublichen Gärten darum und das Thema dieser.
11:01
Tage und so was war Barock zwanzig zwanzig und das haben wir uns auch zum Thema gemacht. Das ist sehr lustig, unsere Klasse
11:08
Da malt jeder unterschiedlich. Vom völlig abstrakten über ganz, ganz, ganz unterschiedliche äh Malerei
11:17
sodass wir die die gleiche Bildidee hätten und dadurch macht's diese Ausstellung sehr, hat sehr bunt gemacht. Aber es war halt schon in Corona und wir durften noch nicht mal zur Vernissage und zwar eigentlich sehr traurig, weil das so anonym war und die, die das organisiert hat, hat mir so unheimlich leid getan, aber aber trotzdem ist die Ausstellung ganz beglückt
11:37
Weißt du, was ich ganz spannend finde? Du hast gerade erzählt, dass.
11:42
Deine ersten Bilder in der Zusammenarbeit mit Markus Lüpperts sehr Tegernsee geprägt waren. Sonnenuntergang, Berge, See, Trachten.
11:53
Jetzt sitzen wir aber hier. Ich vermute, es ist das Schlafzimmer von Frau Schlicker
11:58
und mich blicken, schwarz-weiße Machtköpfe an mit einem auffällig farbigen
12:05
Hintergrund. Und ich frage mich, wie es zu dieser Serie kommt, ich erkenne, es sind Politiker.
12:11
Mhm. Ja, also diese Trachtenbilder da das war.
12:16
Wirklicher Anfang und die waren ja jetzt auch nicht vorzeigewürdig zur ersten. Wobei ich das allererste Bild, was ich gemalt habe, das waren Kühe, habe ich tatsächlich verkauft. Du bist ja immerhin so auch an der Akademie angenommen worden. Also ich.
12:29
Ja, ich habe ein Porträt meines Mannes angefertigt
12:33
noch ein zweites, das war, aber da musste man so schnell scribbeln. Aber letzten Endes, ich bin bei
12:39
Portraits hängen geblieben. Das fasziniert mich unglaublich, ich hab mir nie vorstellen können, dass je malen zu können
12:46
und ich habe schon damals zu meinem Werner Meier, habe ich immer gesagt, ich will Portraits lernen. Das ist für mich also eigentlich eine sehr hohe Kunst.
12:55
Das dann auch wirklich so aussieht. Jetzt nicht dann sehr abstrakt und du denkst dir dem jetzt, ob mehr oder weniger, sondern dass man den trifft. Aber
13:03
ich möchte natürlich jetzt keine Porträts malen, die so altmeisterlich wirken
13:08
sondern habe mir eine Art der Technik quasi angeeignet, mal die immer in Acryl immer im gleichen Format immer eins vierzig auf einen Meter und.
13:19
Drauf ist dieser Kopf zu sehen. Und in diesen Köpfen schrubbe ich rum, weil durch das Acryl, das ist ja wasserlösliche Farbe, kannst du die so richtig bearbeiten, ja? Mit Schwamm und
13:30
bürsten und da kann's immer wieder drüber gehen und dadurch entsteht diese unheimliche Tiefe, die die du gewinnen kannst, weil du ja vielschichtig sozusagen arbeitest. Und das lasierst und dann gehst wieder kräftig drüber und so.
13:43
Macht mir unglaublichen Spaß und wenn's dann noch so aussieht wie also im Original, dass man die wirklich auf Anhieb erkennt, dann ist natürlich mein Malerherz äh
13:53
klopft dann ganz doll und ich habe versucht, sie aufzupeppen mit.
13:57
Bunten Hintergrunden, mit, so dass es eben nicht altmeisterlich wirkt. Und ich habe mir die erste Portraitserie oder Reihe, die ich gemalt habe, die heißt Seemänner. Das sind im Prinzip Schriftsteller, sowie
14:11
Maler, der Gulbranzer und Ludwig Thoma Ganghofer, der Kammersänger seiner Zeit und dann ging's über ihn Helmut Kohl
14:20
Ludwig Erhard, der hier ähm in Mund gewohnt hat, in seinem Kanzler Bungalow, wenn er seinen Urlaub hier verbracht hat und auch hier beerdigt ist, äh die sind fast alle hier beerdigt im Übrigen in Rotter. Und habe da eben eine Serie Gorbatschow, alle von diesen
14:36
Persönlichkeiten, die hier gelebt haben sozusagen, eine Serie angefertigt und auf den bin ich besonders stolz, ist Ludwig Erhard. Der kam so wahnsinnig gut an
14:46
bei einem Verleger-Ehepaar, die
14:50
ihn unbedingt haben wollten für ihren Ludwig Erhardgipfel, den die jährlich am Tegernsee organisieren. Das ist so die erste Zusammenkunft von Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Politik.
15:02
Die das Jahr vor sich haben und erzählen, worauf
15:07
kommt es an? Was wird aus dem Folgejahr wirtschaftlich politisch, wo geht die Reise hin, da eine zweitägige Konferenz an den Tegernsee holen? Und die haben mein Ludwig Erhard genommen als Logo. Klar, also ich freue mich dann immer, bin dann da überall plakatiert zu sehen und das war natürlich für mich eine riesen Auszeichnung
15:25
bis hin dass sich den Preis, da wird immer einer ausgezeichnet und ich durfte einen Preis kreieren, der
15:35
von dem Verlag, die diesen Ludwig-Erhard-Gipfel im Ausrichten, die haben immer eine Persönlichkeit für eben diese Auszeichnung. Außer da durfte ich den Preis machen. Umso
15:47
durfte ich den jetzt schon.
15:48
Dreimal überreichen und das war natürlich für mich ein unglaublicher Auszeichnung, das machen zu dürfen. Ich finde, der Preis, der klingt wahnsinnig schön. Ich würde ihn so gerne sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Hörer vielleicht
16:01
auch.
16:02
Einen Einblick gewähren können, gibt es die Möglichkeit, dass du mir ein Foto zur Verfügung stellst, dass wir beispielsweise auf meinem Instagram-Account posten, sodass man sich.
16:11
Einmal den Preis anschauen kann. Ja, da kann ich dir Fotos geben. Ja.
16:16
Danke. Mhm. Liebe Zuhörer. Schaut mal auf Instagram, die Leichtigkeit der Kunstnacht. Da werdet ihr dann Suses.
16:23
Ludwig Erhard Preis betrachten können. Genau. So und ähm da war eben der.
16:32
Ludwig Erhard äh gemalt und dann ging ich über in diese Machtköpfe und habe mir gedacht, jetzt male ich doch mal die ganzen Kanzler.
16:41
Und mit dem Hintergrund, ich brauche immer einen Titel und warum male ich das? Ich bin jetzt gar nicht so wahnsinnig politischer Mensch, aber ich find's trotzdem
16:50
dadurch, dass ich natürlich Portraits liebe, zu malen, eine tolle Serie, auch hinblicklich, ja, ich meine, da steht ja jetzt äh dieses Jahr an
17:00
wer darf meine nächsten Augen kriegen? Die Augen meiner Porträts sind mir das Wichtigste in diesem ganzen Bild, weil
17:09
Der erste Kontakt, wenn ich dich anschaue in deine wunderschönen ihr könnt das nicht sehen, aber sie wird nicht rot.
17:21
Eine Brille auf. Ist ein charmantes Ro
17:26
auf jeden Fall hat man immer in Bezug zu seinem Menschen, da stelle ich fest, wie ist mir der gesonnen? Ich mag den, ja, da findet einfach der erste Kontakt statt und das.
17:39
Man, wenn du dich jetzt umdrehst in diesen Augen
17:43
wenn du da stehst und auch diese Größe, du bist dann immer so auf Augenhöhe. Und mir geht's gar nicht jetzt, dass das jetzt ein Politiker ist, sondern was habe ich mit dem erlebt? Habe ich was mit dem erlebt
17:55
Da gehen ja so ganz bestimmte Geschichten einem im Kopf um, was habe ich erlebt mit einem Schmidt? Da war ich ja noch ganz klein äh oder einem Willy Brandt, der ein Kissinger habe ich überhaupt nicht erlebt, auch bei der Malerei.
18:09
Schaue ich mir ja unendlich viele dieser Bilder an, was sind das für Menschen
18:13
sind die liebevoll, waren das Familienmenschen? Also man kann so viel aus diesen Augen auch lesen und ich meine immer, dass man das so ein bisschen in diesen Bildern auch
18:26
spürt. Und ich find's immer sehr lustig. Es gibt eine
18:29
Portraitreihe, also da hängen so ein paar von den Kanzlern in dieser Reihe dieser Machtköpfe, von diesen Seemännern und die sind im Hotel Bachmayer, weißt du, ach gehängt und wenn ich da manchmal durchgehe und das ist der Weg auch zum Spa
18:42
und dann stehen die Leute davor und fangen diskutieren an. Und das ist so ein herrliches Bild für mich. Bei dem Bademantel
18:50
und jeder weiß, irgendeine Geschichte, eine Anekdote ein bisschen noch und ah, was ist da geschichtlich zeitlich abgelaufen und dann stehen da wildfremde Leute, aber eben im Bademantel davor
19:01
Das finde ich einen tollen Austausch. Ich finde auch, also ich schaue jetzt hier auf Christian Lindner, auf äh neongelb. Und er schaut mich
19:09
ja, er schaut mich wirklich fragend an und die Augen, die nehmen mich völlig gefangen und man möchte in den Dialog mit ihm treten und überlegen, sag mal, ne? Wie war das jetzt mit der Digitalisierung?
19:21
Ist unsere Geschichte. Ich würde mich auch freuen, wenn ganz viel Jugend.
19:25
Da mal vorbeigehen würde und sich denken würde, nicht, was sind das jetzt für Männer da, die da hängen, sondern sich da auch so ihre Gedanken drüber machen, vielleicht auch
19:34
mehr in Diskussionen gehen, ähm wenn ich als Malerin so ein kleines Rädchen drehen kann und.
19:41
In den Köpfen da was passiert, dann ist A mein Malauftrag für mich total gelungen.
19:47
Macht mich glücklich. Ich kann's gar nicht anders sagen, weil das so einfach ist, etwas anzustupsen. Du hast eingangs erzählt, dass du Mutter von vier Kindern bist. Mhm.
19:56
Und dass deine Kinder aus dem gröbsten raus sind. Vermutlich sind sie in dem Alter, dass sie durchaus auch schon Bezug nehmen können zum.
20:05
Tagespolitischen, zu gesellschaftlichen. Ja. Herausforderung. Stellst du fest, dass deine Kinder und vielleicht sogar auch die Freunde deiner Kinder durch deine Malerei angeregt sind, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen?
20:16
Ja, wir sprechen schon, also jetzt vor allem mit den groß. Mein Mann liebt es wahnsinnig, da
20:21
zu sprechen und für ihn ist das eigentlich immer viel zu wenig. Der ist ja auch sehr mit seiner Philosophie, Ansätze zu finden und da sind die zwei Großen und auch deren ganzer Freundeskreis und.
20:33
Dass wir eben vier Kinder haben, bewegen sich sehr viel Jugend im Haus sozusagen, wo wir mögen das auch gerne und dann kommt natürlich schon die eine oder andere Diskussion
20:42
auf, ähm die fragen dann schon mal nach, wie ist denn das jetzt und so, also die Kleinen und wann kann mich das so bisschen erklären, aber
20:50
grundsätzlich ähm sind die schon aufgeschlossen. Na ja, aber genauso setzt sich ja das Rädchen in Gang, das was du dir wünschst, ne. Dass man fragt, wer ist das eigentlich? Was hat der gemacht oder was hätte er machen können? Weißt du, was mir auffällt?
21:02
Jeder Hintergrund hat eine andere Farbe. Christian Lindner ist in einem sehr, sehr kräftigen Gelb. Ich sehe hier einen Petrol-Ton
21:12
sanft gelben Hintergründen, die durchleuchten. Ich sehe ein zartes Blau, das aber auch leise, nicht leise, natürlich, es ist ja ein schwieriger Begriff, aber.
21:24
Ja ganz zart hinabläuft.
21:26
Wie eine Wolke aus der Regen herauskommt, ich sehe ein tiefes, dunkles Rot, ich sehe ein zartes, rosa, haben die Hintergründe
21:36
und die Machtköpfe ein Bezug zueinander? Ja, also erstens mal finde ich, peppt das diese Köpfe auf. Helmut Schmidt ist natürlich so ein bisschen dieses.
21:46
SPD rot, was da so ein bisschen rausleuchtet, ja, wie jetzt natürlich bei dem Blindner das Gelb. Ja, das passt natürlich, weil's auch eine.
21:55
Poppige Farbe ist irgendwie und auch modern
21:58
Genau, junger Mensch und ähm ja, so versuche ich schon irgendwie so Bezug nehmen.
22:05
Christian Wuls. Das ist jetzt an ein
22:09
fehlt, ehrlich gesagt, ist das ein Bild, das es in Öl gemalt, dass es nicht in Acryl und habe eine neue Technik ausprobiert. Dadurch ist das auch dieses kleine Format. Weil ich eben so schwarz auf Schwarz
22:21
malen wollte, was ja eigentlich gar nicht geht, ja, also laut Lipperts darf das niemals sein. Nein. Aber und der und hat immer gesagt.
22:31
Niemals würde ich schwarz im Bild haben, aber wenn man mal sich seine letzte Ausstellung äh gegangen ist, im Haus der Kurz, ja, so schwarz, schwarz, schwarz, schwarz. Also der hat auch schwarz
22:43
benutzt. Und man kann natürlich viele Schwarztöne haben, die sich abgrenzen, um trotzdem das Porträt und den.
22:50
Bisschen Körper, was man sieht hervorzuholen. Und das war so eine neue Technik. Ich wollte
22:55
es mehr in sich verschwommen haben und nicht so rumgebürstet und scratchig wirkt wie bei diesen großen Acryl. Ja, ist einfach eine andere Mal.
23:04
Technik. Wirst du ihr treu bleiben?
23:06
Ich würde sagen, ich weiß es nicht, weil natürlich versucht man neue Dinge auszuprobieren und ich finde das ganz wichtig. Ich will ja jetzt nicht die nächsten zwanzig Jahre immer das Gleiche malen. Weiß nicht, ich finde es grade jetzt die Corona-Zeit hat einem ja
23:21
wirklich genügend Zeit geschenkt daran so ein bisschen sich zu versuchen.
23:27
Neue Dinge zu malen. Ich habe da drüben zum Beispiel ein Bild gemacht
23:31
es eine Mittagspause vom Star Trek, wo die beiden, also dieser Mister Spock und wie heißt der andere?
23:39
Ich weiß das auch nicht. Ich habe also ich fand die Bild so unheimlich gelungen, dachte ich mir, das muss ich jetzt äh irgendwie malen. Ich habe einen Park. Ja, Captain Girl, ja genau. In der Mittagspause sind, aber in ihrer
23:54
Uniform
23:55
Spaghetti essen, ja und manchmal muss man auch mal ein bisschen ein Bild mal mit Augen zwinkern und da wo es nicht ganz so
24:04
ernstzunehmende Persönlichkeiten geht und da habe ich mich halt auch mal so ein bisschen ausprobiert und mir andere Techniken und nur Öl und so gemalt.
24:13
Und da will ich mich auch nicht festlegen, weil.
24:17
Wer weiß, wo die Reise hingeht? Das lasse ich einfach offen. Lasse ich ja auch total spannend finde, sind deine Tegernseebilder
24:24
nicht die, von denen du eingangs erzählst, sondern ich finde, du hast eine ganz besondere Gabe, traditionelle Bilder in einen zeitlichen Bezug zu setzen, so dass sie liebevoll sind, Augenzwinkernd
24:37
und ja, eine gewisse Herzlichkeit ausstrahlen. Und natürlich auch eine Liebe zur Heimat. Das ist eine bayerische Frieda gezeichnet
24:46
Vielleicht beschreibst du sie ein bisschen. Es gibt diese ursprünglich erst erst Serie, die bei in der ersten Woche stattgefunden hat. So ganz konnte ich die Finger nicht lassen
24:57
Da habe ich nämlich das allererste Bild, was ich gemalt habe. Das war die Dirndlfrau
25:01
hatte ich noch keine Zug zur Relation. Die hat nämlich keine Füße
25:07
Und das sieht sehr lustig aus, als wenn man das dann weiß, so fällt's einem gar nicht auf. Die ist halt in ihrer Tracht
25:13
und die ist so lustig und die, an der hänge ich total, weil es einfach mein allererstes Bild ist, was ich je gemalt habe und.
25:20
Immer wieder werde ich darauf angesprochen, Mensch, gibt's nicht noch mehr so Bilder und.
25:26
Dann habe ich immer mal, wenn ich nach diesen ganzen.
25:31
Seriösen Köpfen und diesen immer in diesen schwarz weiß grau Tönen habe ich Lust auf Farbe, ja? Und dann habe ich eben bayerische Frida. Ich habe mit einer Freundin eine Mexiko Reise gemacht
25:45
und die Trachten dort. Also ich trage selber sehr gerne Dirndl und liebe Trachten und die mexikanischen Trachten sind unseren sehr ähnlich und.
25:55
Frida Carlo ist eine tolle Malerin und da kam ich natürlich sehr beschwingt
26:00
wieder und da hat man dann einfach Bilder im Kopf und auch diese Bilder, wenn man diese Muslimen gesehen hat, wo die das natürlich alles Frida Carlo in Mexiko und
26:12
Blumen, dieser Blumenschmuck immer in den Haaren und das hat mich wahrscheinlich sehr beeinflusst, deswegen sind das meine bayerischen Freedas mit unserer Tracht, aber sie sind auch so ein bisschen
26:25
moderner, sie haben Schmuck an und sie sind sehr groß. Ich male die
26:31
nicht auf Leinwand, sondern auf Dirndlstoffen, auf mexikanischen Stoffen, da sieht man den Stoff auch manchmal durch und ist eine sehr lustige, moderne Umsetzung und.
26:45
Ja, sind.
26:46
Halt meine bayerische Frida. Gibt es auch ein Pendant dazu? Nicht so sehr, nein, weil da dachte ich, jetzt muss ich auch mal ein bisschen die Frauen hochhalten. Kann er nicht nur Männer malen, die ganze.
26:58
Beim Machtköpfe hast du auch eine Frau Merkel, eine Frau Merkel gibt es auch natürlich, wie werde ich jetzt nochmal
27:05
Neumalen habe ich mir überlegt, weil die ist nämlich schon jetzt vier Jahre alt und noch einer Legislaturperiode
27:15
ist sie mir einfach zu jung, weil sie halt auch aktuell ist, ja? Ich glaube, die muss noch einmal erneuert werden, noch ein bisschen wachsen, ja.
27:23
Möchte nur diesen Moment erhaschen, einzucatchen über die Augen, dass man da haftend bleibt und so eine kleine stille Auseinandersetzung hat.
27:32
Aber ich will nichts vorgeben äh oder wie ich die jetzt finde oder irgendwas zwickt mir gar nicht, sondern ich wünsche mir einfach so eine kleine Stille.
27:41
Kommunikation. Ich merke schon, du wünschst dir so einen Moment, in dem es Klick macht, wo du sagst, so, das ist jetzt der Moment, wo ich sie so zeichnen möchte, dass sie auch präsentiert werden kann. Deutlich das richtig? Ja, weil sie hat sich natürlich verändert, ja.
27:55
Das wäre jetzt, glaube ich, einfach nochmal an der Zeit oder nochmal reif das zu überarbeiten. Du hast die Machtköpfe
28:03
begonnen mit den Seemännern, du hast die bayerischen Friedas.
28:08
Du hast auch eine Serie zweitausendneunzehn Jahre Leid ertragen. Mhm. Das klingt jetzt wiederum sehr christlich
28:14
ja, die Geschichte ist so. Ich brauche immer eine übergeordnete Geschichte. Diese Bilder sollen ja immer irgendwie was erzählen
28:22
Ich kannte nicht unterschiedlichste Bilder, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Es muss immer irgendwie eine übergeordnete Rolle haben. Und diese Serie ist entstanden, zum einen bin ich eine
28:34
Oberarmerin. In Oberammergau gibt es seit jeher Passionsspiele. Und wenn man damit aufwächst, diese unglaublichen Charakter.
28:45
Mit denen man eher zum Teil in die Schule gegangen ist und heute ist der eine Jesus und das ist ja sind ja immer sehr tragende Rollen. Ja
28:57
das beeinflusst einen wahnsinnig
28:59
der Regisseur Christian Stückel, der ja auch das völlig neu geschrieben hat und ohne jetzt besonders, da muss man nicht religiös sein oder ein gläubiger Mensch, aber es sollte jeder einmal gesehen haben, weil's wirklich.
29:13
Unglaubliche Inszenierung ist. Angefangen mit der Musik
29:17
dann den Leidensweg Jesus so zu sehen, das ist echt unglaublich. In fünf Stunden, die man da aus haben muss und die Zeit vergeht wie nichts. Der sich mit so vielen
29:29
mit jeder Religion auseinandersetzt, damit das Bild Jesu auch.
29:34
Für jeden richtig interpretiert ist, die Kostüme, das ist ein Wahnsinn, also ein Augenschmaus.
29:43
Weil es eben nicht nur Sackleinen ist, wie man denkt. Also es ist wirklich toll gemacht. Eine Musik
29:49
der Chor zweihundert Frauen stimmen, die Engels gleich
29:54
Also da kriegt man richtig Gänsehaut. Schon also zuhören. Jetzt sind die verschoben worden. Die finden ja nur alle zehn Jahre statt
30:01
es wäre zweitausendzwanzig dran gewesen. Es ist jetzt auf zweiundzwanzig verschoben worden und ich hoffe
30:07
äh Oberammagau, diesen Ort, dass der Stadt wäre, weil die leben davon, diese ganzen Darsteller sind ja keine studierten Schauspieler, sondern das sind Laiendarsteller.
30:17
Oberammergau lebt von und für die Passion. Das ist in jedem eingehaucht, ja.
30:24
Wirklich, ich kann's nur jedem dringend empfehlen. Also, das ist dieser Teil meiner ganz persönlichen Geschichte und wir haben vor
30:32
drei Jahren eine Israelreise gemacht mit einem Freund, der das organisiert hat, der ist Jude und hat uns seine Israel gezeigt und er reist.
30:41
Der hat uns eben sein Israel gezeigt und das war einfach unglaublich
30:48
beeindruckend, vor allem, wenn man in Jerusalem steht und auf diese Stadt runterschaut und für arabische Viertel, die das jüdisch dann, da siehst du wieder die ultraotte und Ochsen und du eigentlich merkst, da kann nie Fr.
31:00
Stattfinden, ja? Das ist, da ist so viel Blut vergießen schon gewesen, wie kann man diesen Konflikt her werden, also das ist einfach Wahnsinn, dann mit unserer
31:09
Geschichte, wenn man dann durch dieses Museum da.
31:13
Das rührt einen zu tränen. Und auf der anderen Seite faszinierend, von der Landschaft, dann geht man nach Tel Aviv. Das ist eine lebendige
31:23
statt im heute, Studentenstaat, nee aberwitzigsten, coolsten Cafes, Restaurants, die israelische Küche. Also es ist unglaublich, was da passiert. Otto Lenki hat uns da durchgeführt und dieser Blick auf den Golgothaar und das hat mich unheimlich berührt
31:40
da habe ich diese Serie draus gemalt
31:42
Es gibt Jesus, der steht übrigens vorne, liebt Frau Schlickers Bart, weil der
31:50
wurde leider noch nicht abgeholt. Also dieser Jesus, diese Leidensgeschichte alleine mit Magdalena, das war unglaublich von der Kirche.
31:58
Wahrscheinlich waren die verheiratet oder zumindestens war das da eine große Liebe und ein Jesus
32:05
katholisch Kirche kann ich verliebt oder gar verheiratet sein, ja? Und dieses Leid, was diese Frau empfunden haben muss, die ja doch diese Kreuzigung da hautnah und so was finde ich
32:15
unglaublich, ich glaube, die wurde erst so vor hundert Jahren oder so heilig gesprochen. So ist so, hat mich
32:22
wahnsinnig berührt und habt irgendwie gemeint, dass ich das auf die Leinwand bringen muss. Und ganz zum Schluss dieser Serie
32:30
das sieht man dem Papst, Papst, Franziskus, aber in ganz klein, in zwanzig zwanzig Zentimeter nur, ja?
32:38
Dieser Papst ist so leicht nach vorne gebeugt, weil er so ein unglaubliches Erbe auf seinen
32:45
Schultern zu tragen hat, weil ich meine, was heute da alles rauskommt, ja, mit diesen ganzen Missbrauch und nicht zu oft.
32:54
Und es nicht verarbeitet wird.
32:57
Hat so viel schwere und trotzdem, dass es überhaupt glauben gibt, ist so für so viele
33:04
Menschen ja so wichtig auch, weil sie dadurch so viel eigenes Leid ertragen können, weil sie sich an etwas halten können und
33:12
das ist so eine unglaubliche Zwiespalt, den es einfach gibt und auch wieder eben ganz viele Dinge zum Anregen, zu drüber nachzudenken.
33:21
Ja, die eine Seite aber muss immer abwägen. Wie bringst du das deinen Kindern nahe? Glaube, Kirche.
33:29
Dass da nicht nur Gutes passiert ist, aber es doch so wichtig ist, dass man einen Glauben hat.
33:35
Das ist wieder mein Rädchen, wo ich wieder ein bisschen zum Gedanken anregen möchte. Was ich auch ganz spannend finde, ist bei deiner Serie zweitausendneunzehn Jahre leid, da sind auch Bilder dabei, die nicht figurlich sind. Ein Bild ist es wirkt wie rein rot.
33:49
Mhm. Ist ein ganz abstraktes Bild, was man einzig abstraktes Bild, was ich je ausgestellt habe, weil ich glaube oder meine
33:57
sehr keine abstrakte Malerin zu sein, aber das kam das aus dieser Serie so raus und das heißt Totentuch und trotzdem hat es viele sagen auch, es hat was ganz Positives, weil's da so
34:10
Lichtpunkte drin hat. Das Leben geht weiter. Das sind so Lichtblicke sozusagen
34:16
so lustige. Ich wollte eigentlich diese Serie gar nicht verkaufen, weil das war eben unsere erste Ausstellung im Zuge unserer Künstlergruppe Freiblau und ich wollte die auf keinen Fall auseinander reißen. Und dann
34:30
Der kleine Papst nach drei Minuten ging er weg, wollte unbedingt eine Freundin haben, die die sehr gläubig ist und äh dann
34:38
Ah, sparen, sich gehadert, gehadert und dann war das das Zweite, ja. Und ich bin ganz glücklich drüber und dadurch, dass es die erste Ausstellung war,
34:48
Verkaufsausstellung auch, wo ich mir mal dachte, ich will ja meine Kunst zeigen und mir geht's nicht ums Verkaufen, aber trotzdem, es zu schaffen, sich auch von den Bildern zu trennen. Das war so das erste Mal, wo man sagt, so.
35:01
Gebe ich das aus der Hand oder nicht? Sind das ja alles deine Babys irgendwie und es war ein ganz wichtiger Prozess und ich habe festgestellt, dass das ganz gut kann, weil's eigentlich ein unheimliches Kompliment für jeden Maler ist
35:16
wenn sich das einer dann zu Hause oder wo auch immer hinhängt und mit diesem Gemälde dann auch leben möchte. Das wäre auf jeden Fall eine Frage gewesen, die ich dir gerne
35:25
Hätte. Du hast mir quasi schon beantwortet. Das ist super. Es kam mir jetzt nur so, weil das eben durch diesen durch dieses erste Mal sozusagen ein wichtiger Prozess war, den man auch erlernen muss.
35:39
Man tut dann immer so, entweder tut man so ultra cool und sagt, ja klar, es macht mir gar nichts aus. Ich kenne aber auch zum Beispiel Künstler, die verkaufen, die malen Serien
35:48
davon drei, die nur zum Verkauf sind und den Rest wird ins Depot gestellt, also weil die sich eben nicht davon trennen kann. Und das
35:57
ging mir dann so im Kopf um, wie wird man das mal handeln, wenn man je in das Glück kommt, dass überhaupt ein Bild
36:03
würde, wie geht man damit um? Und ich finde es ganz wichtig
36:08
machst du auch Auftragsarbeiten? Ja, es ist lustig, weil man der eigentlich
36:14
das Portraits total out sind, aber ich glaube, irgendwie vielleicht ist durch dieses in die heutige Zeit reinholen, diese Bilder finden sie wieder Anklang, mal doch nicht ein Foto von jemandem
36:27
aufzuhängen oder Bilderrahmen zu stellen, sondern sich
36:32
das zu malen zu lassen, ja? Und das sind das eher Bilder, die du erstellst von noch lebenden Menschen, ist ganz unterschiedlich, zum Teil
36:41
sind die verstorben und lassen eben zur Erinnerung, jemanden malen.
36:47
Oder sie leben noch. Und zum Beispiel hatte ich letztes Jahr einen Irrenauftrag, das von der Firma Ehrmann, Joghurt, keiner macht mich mehr an.
36:55
Zweitausendzwanzig hatten die hundertjähriges Jubiläum und dann haben sie mir den Auftrag erteilt
37:02
Firmengründer zu malen und das ist ja ein Familienunternehmen und da war eben der erste neunzehnhundertzwanzig ähm dann ging das an seine zwei Söhne und dann da lebt.
37:13
Noch eine und der andere ist
37:15
leider schon verstorben und der jetzige, der das führt, dann durfte ich die vier malen. Das fand ich natürlich ganz toll und aufregend, aber die hatte ich natürlich nicht und so konnte ich die nur von Fotografien abmalen, aber ich war mir da unheimlich viel äh Bilder eben an, um rauszufinden, was das für Typen sind.
37:31
Ähm ja, weil die müssen natürlich genau das aussagen. Noch dazu, wenn du Familie malst, irgendwie und das muss natürlich dann stimmen
37:40
Das ist auch ganz spannend, wenn dann der Blick von von außen kommt. Mhm. Und du vielleicht ganz andere Charakterzüge im Gesicht erkennst und die zeichnest, herausstellst, als ähm als ein Nachkomme. Du hast natürlich dadurch, dass wir einen persönlichen Zugang hast, den ich nicht habe
37:56
ist das echte Herausforderung, aber es scheint mir geglückt zu sein. Ähm
38:01
war ganz selig. Und du machst dir auch Ausstellungen, zum einen mit der Künstlergruppe frei blau, zum anderen auch mit deinen eigenen.
38:11
Privaten. Genau. Einzelausstellungen
38:14
Genau, solo Ausstellung, also jetzt ist natürlich alles schwierig. Ich wollte jetzt eigentlich mit diesen Machtköpfen irgendwie nach Berlin gehen, weil das natürlich jetzt aktuelles Thema sein.
38:23
Aber das ist jetzt alles gestrichen worden, weil ja, das jetzt muss man sich wieder auf die neue Suche machen, aber ehrlich gesagt, ich bin total zuversichtlich und Corona hat alles so auf den Kopf gestellt bei jedem und allem. Ich
38:37
bin zuversichtlich, irgendwas wird schon wieder mir über den Weg laufen und ich werde sicher da einen
38:43
gebührenden Platz finden, um eine Ausstellung machen zu können. Wenn du überlegst, dass du erst vor
38:49
sechs Jahren, was sagtest du? Vor sechs Jahren anfingst zu malen und jetzt bist du umgeben von Seemännern, von Machtköpfen, von Friedas, von Picasso, da haben wir jetzt noch gar nicht drüber gesprochen. Ja, stimmt, das ist nur meine nächste Serie, ja.
39:03
Ja, es ist unglaublich viel passiert. Ich glaube, wenn man was will und irgendwie sammelt man ja so unendlich viele Energien und man hat Einflüsse und Ideen und das jetzt nicht bündeln und da draus was machen. Und ich finde, das ganz wichtig, eben andere Frauen auch zu ermutigen
39:22
du bist ja, glaube ich, auch so wieder auf diese Podcasts zu kommen, die übrigens unglaublich sind und ich
39:28
die sehr Liebe mir anzuhören. Tja, das darfst du auch, weil es wirklich, wirklich nett
39:35
eine ganz tolle Reihe und auch bei dir ja diese Idee dahintersteckt. So, jetzt ich will wieder, ja und warum nicht? Das ist doch eine ganz wunderbare Art
39:46
Wenn man dann noch was findet, was einem Spaß macht und einfach da eine Balance zu finden.
39:52
Macht einen doch zu einem total glücklichen und zufriedenen Menschen und ich finde, das ist ja, man muss auch nochmal irgendwas machen dürfen aus sich, ja.
40:01
Sind wir also das Paradebeispiel dafür, dass Kunst bereichert. Unbedingt. Ja, allerdings, ja. Lass uns nach überab die Kasse sprechen. Du sagtest grade, dass das deine aktuelle Arbeit ist
40:13
Also der Pigcasso selber, da gibt's ja auch so eine kleine Serie, das war meine äh meine Ausstellung für die Meisterklasse
40:22
Da gab's ja dann immer so eine Abschlussausstellung und da hatte ich eine Pigcasso-Serie gemacht und
40:28
über diesen Pigcasso, weil ich mir natürlich wieder einen übergeordnetes Thema, ich kann ja sich einfach nur malen. Es ging darum, also ich liebe seine Blau
40:39
rosa Phase. Und er hat ja immer diesen Büro gemalt, dieser Büro, da ja ganz oft auch mit diesem karierten.
40:46
Anzug, den er anhatte. Und in dieser Serie geht es um das Karo des Piros, dem Pigcasso in seiner blau-rosa Fase gemalt hat
40:54
und du siehst also in dieser kleinen Bilderserie zum einen diesen.
40:59
Einmal ihm auf der Schulter sitzen und zum anderen zieht er sich durch
41:05
bis, dass ich ihn als Hintergrund verwendet habe. Es gibt ein unglaublich lustiges Bild, ähm wo am Strand steht und mit äh seiner Frau spricht. Oh, sind diese.
41:16
Karierte Badehose quasi trägt. Also ich habe das immer wieder versucht ins Bild zu holen um da meinen Faden zu haben. Aber ich habe da
41:25
dann als Pendant Picasso, den gibt's nämlich in ganz groß, in zwei Meter auf irgendwas, Luis Bounans gemalt und
41:32
fange jetzt an, eine Serie zu malen über Künstlerinnen
41:38
ich auch mal zeigen will, nicht nur was sie gemalt haben, sondern wer steckt eigentlich als Person
41:43
dahinter und diese Louis Boulders, die ich über alles liebe, ich finde, ist eine unglaubliche Frau, die ist ähm in Paris, glaube ich, geboren und ist hunderteins Jahr geworden und dann irgendwann nach New York
41:54
gegangen und die ist berühmt für ihre großen Spinnen, die sie aus Metall macht. Ganz kleine Frau gewesen und macht diese
42:02
unglaublichen Spinnen. Ich glaube, es gibt acht Stück oder so. Die sitzen aufm irgendwelchen zeitgenössischen Museen aufm Dach oder auf irgendwelchen Vorplätzen
42:12
davor steht, glaube ich, eine so halb im Brunnen. Das sind so zehn, zwölf Meter hohe Spinnen. Und da habe ich mich gefragt, wie kommt denn so eine
42:20
kleine, zarte Frau zu diesen massiven und ihr eigentlich erstmal so Angst einflößenden Skulptur und.
42:29
Wenn man das dann so nachliest, dass sie ihre Mutter, die hatte es sehr schwer, glaube ich, ähm in ihrer Ehe und hat in einer Weberei, in einer Stoffweberei
42:40
gearbeitet damals, wo die immer dieser Faden an ihrem Webstuhl, die haben so ganz feines Tuch hergestellt. Und die hatte einen unglaublichen Bezug zu dieser Mutter, ähm dass diese
42:52
binde und dieser feine Faden, er hat die Familie zusammengewoben hat und dieser Faden natürlich von einer Spinne mal ursprünglich
43:02
gedanklich kommt und dadurch hat sie diese Spinnen gemacht, die für sie ein absolutes Muttersymbol sind und hat dann immer
43:11
ein metallenes Netz quasi unter diesem Spinnenbauch, wo die zehn oder zwölf oder ich weiß nicht, wie viele Marmoreier
43:20
ist unglaublich ein Spatz oder ein anderfarbiges als Symbol für die Mutter und diese Eier als Familiensymbole, also das ist ganz irre. So und jetzt habe ich diese Louis Pure Schwarz gemalt und.
43:31
Immer mit einem Symbol, für was die eigentlich quasi berühmt sind, dass man so ein bisschen ein so eine Metapher hatte, das finde ich eigentlich ganz schön. Und daraus äh male ich jetzt eine ganze Serie, habe ich mich schon.
43:45
Bin jetzt grad so am recherchieren wer das alles sein wird und.
43:50
Magst du schon einen kleinen Einblick schenken oder ist es nach das ist immer so so ungelegte Eier, sag man ja eigentlich äh nicht sprechen, aber ja, ich lasse dich überraschen. Zeitgenössische, aber natürlich auch ganz
44:03
bunt durch die Welt der Kunst, der Kunst, der Frauenkunst.
44:08
Das finde ich ein hervorragendes Thema, zumal wir ja im letzten Jahrhundert Jahre Frauen an der Kunstakademie feiern konnten und da erstmal sichtbar geworden ist, wie Männer basiert
44:19
Doch. Ja. Die Kunstwelt eigentlich ist, umso schöner, dass die Frauen jetzt immer sichtbarer werden, auch die Frauen vor neunzehnhundert.
44:27
Finde ich auch ganz wichtig. Liebe Suse, ich danke dir ganz herzlich, dass ich zu dir
44:34
ins Haus von Frau Schlicker in einer kommen durfte hier am wunderschönen Tegernsee und ich bin total gespannt herauszufinden, was
44:42
für Frauen du in Zukunft darstellen wirst. Ich werde dich unterrichten
44:46
Ja und ich möchte mich bei dir ganz herzlich bedanken, dass du mich hier in in deine Themen eingewiesen hast, dass wir hier in diesem wirklich entzückenden Haus sitzen dürfen in deinem Atelier, den Blick über den Tegernsee schweifen lassen
45:01
und ich freue mich sehr, dass ich dich persönlich kennenlernen durfte.
45:05
Ich danke dir sehr, liebe Claudia, dass du gekommen bist und wir uns so nett über die Kunst unterhalten durften und
45:12
Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen. Du bist alle Tickets wie immer herzlich willkommen. Ich komme wieder. Mit oder ohne Aufnahmegerät. Ja, das
45:22
kannst du ganz machen, wie du willst. Danke dir für alles.
45:26
Music.
46:10
Sie hörten eine Produktion des Podcast Studio Punkt NRW.