Lob des Gehens

In “Lob des Gehens” unterhalte ich (Nicola Wessinghage) mich mit verschiedenen Menschen über die vielen Facetten des Gehens. Dabei streife ich ganz unterschiedliche Themenfelder, von der Anatomie über Architektur, Neurologie, Kommunikation, Kunst, Kultur und Geschichte. In einigen Episoden wird es auch um kleine Experimente bzw. Erfahrungsberichte gehen. Denn Aufhänger für diesen Podcast waren vor allem meine eigene Lust am Gehen und die Neugier, besser zu verstehen, warum es auf so verschiedene Arten so gut tut, zu Fuß unterwegs zu sein.

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episode 17: Gehen und Wandern in der Dunkelheit [transcript]


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An die 50 Wanderungen durch die Nacht hat der Journalist und Autor Dirk Liesemer für sein Buch „Streifzüge durch die Nacht“ unternommen, das 2020 im Piper Verlag erschienen ist. Er war in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich unterwegs, vom Allgäu bis nach Amrum, im Gebirge genau wie am Meer, in Metropolen wie Zürich, München und Hamburg genau wie in ländlichen Gegenden oder im Ruhrgebiet.

Dirk Liesemer ist Journalist und Autor, er schreibt über Geschichte, Natur und Gesellschaft, unter anderem für mare, GEO, P.M. History, für das Feuilleton der F.A.Z. und für SPIEGEL Geschichte. Er hat vor „Streifzüge durch die Nacht“ schon zwei weitere Bücher herausgebracht.

Im Gespräch geht es unter anderem um die veränderte Wahrnehmung in der Nacht über die Sinnesorgane. Wir sprechen über die Furcht, die sich nachts fast automatisch einstellt, über die Begegnung mit sich selbst, über Erinnerungen an die Kindheit. Dirk berichtet über den Austausch mit Esoteriker*innen und mit Wissenschaftler*innen – und nicht zuletzt sind Wildschweine ein Thema dieser Episode.

Am Ende der Folge berichte ich von meiner eigenen Nachtwanderung auf Usedom – eher ein Spaziergang, und doch sehr eindrucksvoll.

Buchtipps von Dirk:

Gustave Flaubert: Die Reise nach Ägypten. Erschienen im Parthas Verlag Berlin, 2011.

Willi Winkler: Deutschland eine Winterreise. Rowohlt, Berlin, 2014.

Wolfgang Büscher: Berlin, Moskau. Rowohlt, Berlin, 2003.

Weitere Informationen zu diesem Podcast und Hinweise auf weitere Podcasts, Bücher und Links zum Thema Gehen auf der Website: www.lob-des-gehens.de

Was sich aus der Folge mitnehmen lässt:

• Warum es sich lohnt, nachts zu wandern oder zu spazieren zu gehen

• Wie sich die Sinneswahrnehmung ändert, wenn wir nachts unterwegs sind

• Wie man sich am besten verhält, wenn man einem Wildschwein in freier Natur begegnet

• Was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat

• Warum die Nacht heller ist, wenn der Himmel bewölkt ist

Der Podcast bei Instagram: @lob_des_gehens

Der Podcast bei Twitter: @Lob_des_Gehens

Der Podcast bei Facebook: Lob des Gehens

Musik: Walking Dub von Mastermind XS aus Saarbrücken von ihrem Album “Keep on moving”, erschienen unter der Creative-Commons-Lizenz 4.0 (CC BY-NC-ND 4.0).

Ich freue mich über Feedback an mail(@)lob-des-gehens.de oder hier in den Kommentaren.


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 2021-06-17  n/a
 
 
00:00  Musik
00:05  Dirk Liesemer
Lob des Gehens. Der Podcast über das Glück zu Fuß weiterzukommen.
00:28
Herzlich willkommen bei Podcast, in dem ich mit Menschen spreche, die sich auf jeweils ganz unterschiedliche Art mit dem Gehen beschäftigen. Mein Name ist Nikola Wessinghage,
00:38
ich gehe selbst sehr gern zu Fuß und ich spreche hier nicht nur mit verschiedenen Menschen, sondern ich werde das, worüber ich mich mit meinen Gästen unterhalte, in kleinen Experimenten gleich auch wieder ausprobieren und dann auch über meine Erfahrungen berichten.
00:52  Nicola Wessinghage
Heute zu Gast im Podcast ist der Journalist und Buchautor Dirk Liesemer. Letztes Jahr ist im Piper Verlag sein Buch Streifzüge durch die Nacht erschienen.
01:01
Hat dafür, wie er gleich im Gespräch berichten wird, an die fünfzig Ausflüge in die Nacht unternommen und meistens war er dabei zu Fuß unterwegs,
01:10
von der Dämmerung in die Dämmerung ist er dann gewandert. Vom Winter an beginnt durch die Jahreszeiten. Er war in Deutschland, Österreich und in der Schweiz unterwegs und dort jeweils an ganz unterschiedlichen Orten.
01:22
So ist er im Allgäu, im Gebirge gewandert, war in Zürich, München und Hamburg in der Stadt unterwegs. Er hat die Wälder das Erzgebirges durchstreift und war an Seen und am Meer. Im Osten wie im Westen, im Norden und im Süden.
01:36
Schreibt Dirk über Geschichte Natur und Gesellschaft unter anderem für Mare, Geo, PM History, für das Füllton der FAZ und für Spiegelgeschichte.
01:46
Er hat vor den Streifzügen durch die Nacht schon zwei weitere Bücher herausgebracht.
01:52
Themensuche sei alles andere als zielgerichtet. Das schreibt Dirk auf seiner Website,
01:58
umher, bis er über etwas Unerwartetes und auf den ersten Blick eher nebensächliches stolpere.
02:05
Das passt ganz gut zum gehen in der Nacht, finde ich, denn auch die hat ja etwas Nebensächliches. Wir erleben sie, aber wir achten meistens sehr wenig darauf, beziehungsweise bekommen auch wenig bis gar nichts davon mit, weil wir zu Hause sind oder schlafen.
02:18
Was sich alles verändert, wenn wir nachts gehen, das beschreibt Dirk in den vielen Episoden des Buches sehr eindrücklich und wir haben genau darüber auch gesprochen.
02:28
Ich habe nicht nur mit Dirk darüber geredet, wie es ist, nachts zu gehen, ich habe es selbst dann auch noch ausprobiert,
02:33
Nicht wie Dirk von der Abenddämmerung bis in die Morgendämmerung. Das war mir zu lang, ähm ohne danach einen Tag frei zu haben. Ich habe erst einmal mit einem Nachtspaziergang angefangen und was wir dort erlebt haben
02:45
Ich war nicht alleine unterwegs, davon berichte ich in dieser Episode auch noch. Hört aber zunächst, was Dirk von seinen Streifzügen durch die Nacht berichtet,
02:54
und vielleicht macht es euch auch gleich Lust auf mindestens einen Nachtspaziergang.
02:59  Musik
03:06  Nicola Wessinghage
Herzlich willkommen Dirk im Podcast Lob des Gehens. Ich freue mich, dass du dir heute Zeit genommen hast, mit mir übergehen in der Nacht zu sprechen.
03:14  Dirk Liesemer
Ja, vielen Dank für die Einladung. Freut mich auf deinen Podcast, dabei sein zu dürfen.
03:18  Nicola Wessinghage
Du warst ja schon per Anhalter auf dem Balkan unterwegs, hast in Ruanda, Tunesien, Weißrussland recherchiert und konnte es da wirklich noch
03:26
Abenteuerlust sein, die dich dazu gebracht hat, Streifzüge durch die Nacht in Deutschland zu machen oder was hat dich überhaupt motiviert, das Thema anzugehen?
03:36  Dirk Liesemer
Ja, es war tatsächlich eine abenteuerliche Lust dabei und ich hatte tatsächlich auch Abenteuer erwartet. Es wurde dann ganz anders oder es wurde eine andere Form von Abenteuern, als sich das anfangs äh mir vorgestellt hat,
03:48
und es war natürlich auch die Verlockung dabei die Heimat, also die Länder, die man eigentlich schon gut kennt, Deutschland, Österreich und und die Schweiz,
03:58
kennenzulernen.
04:00
Stunden, in denen man selbst in der Regel nicht unterwegs ist, aber in denen eben auch relativ wenige andere Leute unterwegs sind.
04:10
Wie wenig Leute da sonst noch unterwegs sind, das hat mich dann aber doch überrascht. Also es ist tatsächlich noch so eine Art Wildnis.
04:17  Nicola Wessinghage
Ah ja, also die Wilden ist vor der Haustür und das ist ja eigentlich grade auch sehr spannend, ne? Also in den Zeiten, wir nehmen ja immer noch in Pandemiezeiten auf
04:24
beziehungsweise in Zeiten, in denen wir, also wir haben hier in Hamburg noch Ausgangsbeschränkungen. Ich könnte jetzt nicht ohne weiteres zumindest nach Ziel spazieren gehen und die Menschen sind ja sehr,
04:36
darauf ausgerichtet, also Mikroabenteuer haben gerade Hochkonjunktur, würdest du sagen, dass das Buch dann eigentlich zur richtigen Zeit kam?
04:43  Dirk Liesemer
Ähm ja, also zum einen weil's eigentlich noch kein anderes Buch zu dem Thema gibt, ähm,
04:50
ob es die richtige Zeit ist, ja, ja, vielleicht, also für für mich war es auf jeden Fall die richtige Zeit, das zu machen. Ähm, weil ich jetzt seit ein paar Jahren auch in dem Beruf bin und in dieser sozusagen Mühle und man steht halt morgens um acht, acht Uhr auf oder sieben Uhr oder neun Uhr oder wann auch immer,
05:05
und geht dann abends halt um zehn, elf Uhr ins.
05:12
Und verpasst halt diese Stunden, die halt dazwischen liegen und wenn man das viele Jahre gemacht hat, dann merkt man so, dass das diese Nachtzeit dann doch äh tatsächlich so eine Art Terrain inkognita für einen ist.
05:22
Dass ich jetzt tatsächlich ja einige Jahre in in in diesem Rhythmus war, Tag zu bearbeiten, nachts zu schlafen, äh war das vielleicht für mich gerade jetzt.
05:32
Allerdings auch gelitten, als jetzt hier in München äh der der äh Lockdown soweit ging, dass.
05:38
Einundzwanzig Uhr nicht mehr draußen rumlaufen konnte. Nun ist es nicht so, dass ich ständig jede Nacht draußen rumlaufe und und nachts eigentlich sowieso relativ selten, weil ich muss ja auch tagsüber arbeiten,
05:49
aber abends mache ich das schon mal ganz gerne und dass man abends da nicht rumlaufen konnte, nicht durch den englischen Garten gehen durfte, nicht an der Isar entlang ja da hatte ich in gewisser Weise schon gelitten und hab's auch nicht ganz ver.
06:02  Nicola Wessinghage
Ja, gut, das ist ja hoffentlich bald vorbei. Also hier für Hamburg ist für nächste Woche Mittwoch die Aufhebung der Nachtbeschränkungsausgangsbeschränkung ähm angekündigt. Und aber als sie das Buch auch geschrieben hast, da gab's,
06:15
Corona noch nicht, ne? Richtig? Oder das ist.
06:17  Dirk Liesemer
Gott sei Dank nicht. Nee, nee, weil ich habe ja für das Buch auch einige Leute getroffen,
06:21
das wäre wahrscheinlich sehr schwierig geworden, mich mit denen zu verabreden, die Abstände einzuhalten, Termine zu finden
06:28
oder überhaupt deine Offenheit von bei den Leuten zu haben und und auch bei mir selbst. Also man ist ja auch selbst vorsichtig. Ähm das war Gott sei Dank alles vorher.
06:36  Nicola Wessinghage
Er ist so ähnlich wie mit dem Podcast, ich hatte den auch schon geplant, als es Corona noch nicht gab und auch noch nicht so einen Hype ums Spazieren gehen und
06:43
kamen beides zur richtigen Zeit. Also ich fand auf jeden Fall, dass man sich schöne Anregungen jetzt auch für eben kleinere Abenteuer vor der Haustür holen konnte. Du hast aber eben gesagt
06:52
Das lief doch ein bisschen anders ab, als du erwartet hattest. Was war denn anders und was hattest du im Gegensatz dazu erwartet.
06:59  Dirk Liesemer
Na ja, es ist so ein bisschen wie du auch in unserem Vorgespräch gesagt hast, so so die die Nacht hat ja doch was was Mystisches und und wir gucken abends immer Krimis oder Thriller, die die laufen ja auch nur abends. Also keiner guckt,
07:11
tagsüber einen Horrorfilm an und und wenn man das macht, dann lässt man,
07:15
das Rollo runter um so 'ne schummrige, dunkle Atmosphäre, so so 'ne Nachtatmosphäre zu haben um um sich da besser reinfühlen zu können und ich glaube und auch Märchen und und Sagen und in unserer Sprache gibt es auch so viele Worte irgendwie.
07:29
Dunkelmänner oder so, die, die alles sozusagen Nacht und und Dunkelheit miteinander verwoben sind oder ähm und und ich habe schon so ein bisschen was, was, naja, nicht kriminalistisches erwartet, aber so so einen gewissen Respekt vor der Nacht.
07:44
Von wegen, was kann da passieren? Wer treibt sich da rum? Äh auch auch vielleicht an Tieren, äh die einem begegnen, die man nicht sieht. Und.
07:53
Das war relativ schnell die Erfahrung, dass ich gemerkt habe, so also auch die ersten Abende, ich bin ich bin ja im Winter los und es war dann so so fünf, sechs Uhr, als die Sonne unterging.
08:03
Und ich habe da wirklich auch in touristischsten Gebieten wie ähm ja unten in in Füssen rund um.
08:11
Neuschwanstein keine Menschen mehr getroffen. Also abends um sechs, sieben Uhr läuft da äh im im Winter keiner mehr durch die Gegend, sodass ich irgendwann relativ schnell gemerkt habe, es geht gar nicht so sehr um um Abenteuer und und irgendwas bestehen und.
08:26
Geht man mit Menschen um, denen man nachts begegnet oder.
08:31
Schlimm gesprochen irgendwelche Überfälle, mit denen man so latent rechnet, da da geht's alles gar nicht drum, sondern ich habe dann sehr schnell gemerkt, man begegnet eigentlich.
08:42
Also die Nacht ist halt, naja, es ist halt dunkel, es ist in der Regel nicht stockdunkel, man kann's schon relativ weit sehen.
08:49
Ähm aber die ganzen Reize sind reduziert und ähm also man hat keine Farben, man so Entfernungen sind nicht ganz so klar. Ähm.
09:00
Es gibt auch sozusagen, die Landschaft ist nachts halt nicht so spannend wie am Tag in der Regel und und man ist mehr auf sich selbst zurückgeworfen.
09:07
Und man schwebt so in Gedanken und und man denkt so, was hat man diese Woche gemacht, so der letzten Monat und und letztes Jahr und und wie war das nochmal die ersten Jahre im Beruf,
09:18
und das Studium und und,
09:20
Schule und und man taucht so, je später es wird und je dunkler es dann ja doch wird, immer mehr ab in die eigene Vergangenheit und es ging bei mir so, dass ich gleich ein,
09:28
einer der ersten Nachtwanderungen, die wirklich die ganze Nacht da durchgezogen hat, dann morgens um drei Uhr dann irgendwann.
09:36
Weiß nicht, da war ich dann plötzlich drei Jahre alt in meinen Erinnerungen und und das waren so die ersten Spaziergänge, die ich mit meinem Großvater dann unternommen habe, der auch wenig später dann verstorben ist.
09:45
Und mein Bruder hat gar keine Erinnerungen mehr an ihn und bei mir kam das dann alles wieder hoch und es war halt sehr spannend, weil man man orientiert sich auch in seinem eigenen Leben dann nochmal neu und und und justiert so manches dann auch neu und und das war so diese Erfahrung so.
09:59
Geht nicht um die großen Abenteuer, sondern um die die Begegnung mit sich selbst und der eigenen Vergangenheit und natürlich fallen einem auch Dinge ein, die man am liebsten schon wieder vergessen hätte so. Es gibt ja, wir alle haben ja genug Peinlichkeiten auch hinter uns,
10:12
aber auch so irgendwelche tollen Erfolgserlebnisse. Das kam dann auch immer wieder in Erinnerung und und das war so das Spannende. Und.
10:18  Nicola Wessinghage
Ja, das zieht sich ja auch so ein bisschen durch mit dem Kind sein. Da komme ich gleich nochmal drauf. Ich würde jetzt erst nur noch mal gerne wissen
10:25
Du bist ja nicht nur gewandert in dem Buch, sondern du hast ja auch manchmal bist du mit dem Fahrrad gefahren oder bist du auch mal mit dem Auto gefahren, du bist auch nicht immer alleine gegangen, sondern hattest eben, wie du eben schon sagtest, auch Gäste
10:36
Was war denn für dich von all diesen Fortbewegungsarten so die intensivste Art, sich in der Nacht zu bewegen?
10:43  Dirk Liesemer
Ja, also das mit dem Auto habe ich nur einmal gemacht. Das das war auch äh äh aus Rücksichtnahme auf denjenigen, den ich da getroffen hatte. Der war über siebzig und
10:51
dem wollte ich nicht zumuten, die ganze Nacht dann durchzuwandern, nur weil ich mir das für mein Buch in den Kopf gesetzt habe
10:57
es war ganz lustig, weil die meisten Leute, die ich getroffen hab, die kannten sich zwar durchaus aus mit der Nacht, also die wussten welche Vögel nachts unterwegs sind
11:06
oder worauf man zu achten hat oder aber die sind selbst auch nachts nicht unterwegs, von daher war das für die auch ein Abenteuer, nachts unterwegs zu sein und es war ein guter Anlass, dass ich sie angerufen hatte
11:17
ähm am Intensivsten ist tatsächlich auch die äh das nachts,
11:23
alleine umher laufen, also das das bis wann dann das Spazieren und das müssen nicht immer weite Wanderungen sein, da das ist gar nicht so das Entscheidende, sondern so dieser Nacht ausgesetzt zu sein
11:34
Und wenn ich halt Fahrrad gefahren bin, dann habe ich sozusagen soweit das möglich war aufgrund der Lichtverhältnisse, also wenn's wirklich nicht stockdunkel war,
11:43
Und wenn ich nicht auf irgendeiner Straße gefahren bin, sondern tatsächlich auf auf Wegen
11:47
habe ich nach Möglichkeit auch das Licht ausgemacht. Also ich habe ohnehin ähm nachts, also ich hatte zwar eine Taschenlampe dabei, aber sozusagen nur für in Anführungsstrichen Notfälle.
11:57  Nicola Wessinghage
Ja, nur für den äußersten Notfall. Das ist ja auch eigentlich nochmal ein ganz wichtiges Thema. Du hast das eben auch schon angedeutet, mit der Wahrnehmung, die sich ja verschiebt, wenn man nachts unterwegs ist und
12:06
das zieht sich auch, finde ich, wie so ein
12:09
durch dein Buch, also es ist viel über Gerüche, die Rede, die man gar nicht vermutet hätte, woran man sich dann orientieren kann und insbesondere natürlich auch Geräusche, du hast ja auch mit
12:19
Menschen, die sich da intensiv mit beschäftigen und was glaubst du, du hast sogar, glaube ich, geschrieben, die Haut äh nimmt anders wahr, wie kommt das diese Verschiebung der Wahrnehmung
12:28
Also ist das so, dass unser Augenreiz so stark ist, dass wenn der keine Reize mehr kriegt, dass dann die anderen plötzlich viel stärker werden
12:36
oder merken wir das am Tag eigentlich gar nicht, weil eben das Visuelle so stark ist.
12:41  Dirk Liesemer
Ja ja, ich ich glaube, das ist der Punkt. Also ich habe das jetzt nicht wissenschaftlich erforscht, sondern so aus eigener Beobachtung und aber es ist schon sehr auffällig, je dunkler es wird und desto mehr merkt man also ich habe das beim Fahrradfahren einmal ganz stark gemerkt, da war ich äh.
12:56
War ich da unterwegs, da war ich in der Nähe, also westlich von Berlin war ich unterwegs ähm äh also.
13:04
Kilometer westlich von Berlin in einem Sternenpark war ich unterwegs und es war wirklich sehr dunkel,
13:10
mit dem Fahrrad unterwegs, hatte kein Licht angemacht und habe dann gemerkt, so um mich zu orientieren oder um nicht in den Graben zu fahren, muss ich hier so auf auf viele andere Dinge achten, weil ich ich sehe jetzt relativ.
13:21
Angefangen darauf.
13:23
Wie hören sich jetzt die Reifen an? Ähm fahren die jetzt noch auf einen festen Untergrund, auf einen Asphaltuntergrund oder oder habe ich das Gefühl so, ich fahre über sozusagen etwas sandigen Untergrund, dann hätte ich.
13:34
Sein müssen. Ich ich habe dann auch gemerkt, wie also ich ich hatte so die etwas leichtere Bekleidung an. Es es waren auch noch sommerlich und so und ich.
13:42
Dann gemerkt, wie auf der Haut irgendwie mal die Luft etwas wärmer war und und dann wieder ein bisschen kälter äh wurde, woraus ich jetzt nicht unbedingt was schließen kann, wo ich jetzt bin, aber ich habe das einfach anders und intensiver wahrgenommen,
13:54
man riecht auch wenn man nachts an irgendeinem Rapsfeld vorbeifährt selbst wenn man das nicht sieht, weil es halt so dunkel ist oder oder wenn,
14:02
wenn man an irgendeinem Fliederbus vorbeifährt, also wenn man nimmt es gleich noch anders wahr und man man nimmt es tagsüber nicht wahr.
14:09
Das war übrigens auch eine meiner ersten Erfahrungen im Winter, also.
14:13
Im Winter ist sind die Sinne so reduziert, also man man sieht halt relativ je nachdem wenn Schnee liegt, sieht man schon einiges, weil es reflekt.
14:22
Aber der Winter ist fast geruchslos. Und und und im Sommer ist das halt ganz anders und wenn man nachts unterwegs ist, ich glaube, dann merkt man das noch intensiver, weil man halt nicht diese Ablenkung durch durch das äh Visuelle hat.
14:35  Nicola Wessinghage
Und weil die anderen Sinne quasi ein bisschen mehr Platz haben, um wahrgenommen zu werden oder beziehungsweise die Sinnesreize im Gehirn vielleicht mehr wahrgenommen werden können, weil nicht die der visuelle Reiz schon alle Kapazitäten wegnimmt.
14:49  Dirk Liesemer
Ja und man braucht die auch noch ein bisschen mehr. Also ähm.
14:51  Nicola Wessinghage
Ja, das stimmt. Man muss.
14:53  Dirk Liesemer
Mehr war, aber auch zur Orientierung braucht man es ein bisschen mehr oder ich bin einmal durch einen ganz dunklen Wald gelaufen auf auf Rügen und und das war wirklich stockdunkel, weil,
15:01
Also stockdunkel wird es eigentlich, wenn Wolken am Himmel sind, wenn man in der Landschaft ist und und wenn man idealerweise noch im Wald ist, wo dann noch Blätter dran sind, dann ist wirklich alles Mond- und Sternenlicht abgeschirmt,
15:12
dann dann und es reflektiert dann auch von keiner Ortschaft sozusagen Licht hinein und und dann ist man wirklich mit allen Sinnen unterwegs. Also das ist so.
15:22
Während man nochmal intensiv wach auch und und äh das das ist so was ganz Spannendes, also man man hört genau dahin sozusagen, wie knackt das jetzt unter meinen Füßen, ist das jetzt Laub oder sind das Stöcker,
15:33
ist das abschüssig so ein bisschen die die unter den Füßen oder ist man noch auf irgendwie einem befestigten Weg oder und,
15:41
und man ist so ohnehin dann sehr klar, weil man also ich hatte mich bei dem mal auch wahnsinnig erschrocken, weil auf einmal so ein Grunzen neben mir zu hören war,
15:49
war ich halt überhaupt nicht drauf vorbereitet und und ähm vorher kurz vorher hatte es schon nach Liebstöckel gerochen, also also nach Magie.
15:57
Das war mir dann noch nicht klar, aber wenn's nach Liebstöckel riecht, dann sind oder waren gerade da Wildschweine unterwegs.
16:05
Und dann sollte man halt ein bisschen aufpassen. Also da passiert in der Regel auch nichts. Es sei denn, man treibt dieses Tier in irgendeine Enge rein, aber äh das das ist beispielsweise so ein Zeichen, dass man halt auf den Geruchssinn auch sich sehr verlassen kann und den auch braucht.
16:20  Nicola Wessinghage
Und auch ähm genau und
16:21
den quasi zur Orientierung nutzt. Die Wildschweine spielen ja auch eine wichtige Rolle in deinem Buch, die kamen immer mal wieder. Deshalb komme ich gleich auch nochmal im anderen Bereich dazu, aber was mich nochmal äh interessieren würde, du schreibst nämlich auch, dass ich das verändert mit der Sinneswahrnehmung oder mit der Sensibilität dafür vielleicht auch, wenn man regelmäßig unterwegs ist.
16:40
Wird es dann natürlicher sich da auf die neuen Sinne einzustellen oder ähm ist man vielleicht auch nicht mehr ganz so wachsam, weil man es gewohnt ist im Dunkeln zu gehen.
16:49  Dirk Liesemer
Ja, wir hatten ja auch das Vorgespräch und da hattest du etwas gesagt, was ich sehr gut nachempfinden konnte, äh dass man einen gewissen Respekt hat vor der Nacht. Und das
16:56
sich erstmal überlegt, so von wegen mache ich das jetzt alleine, mache ich das mit Freunden, wo gehe ich hin und und muss es jetzt schon wirklich die ganz dunkle Nacht leihen? Also diese diese Ängste vor der Nacht,
17:07
die sind, glaube ich, in uns allen drin.
17:10
Zwar nicht bestätigt gefunden, aber trotzdem sind die einfach da. Und wenn man dann innerhalb ein, zwei, drei Wochen mehrmals unterwegs war.
17:18
Man weiß ja dann auch, was man sich einlässt. Vor allem, wenn man den Weg schon kennt und, und, und man weiß, da ist jetzt nichts und und man man weiß.
17:27
Geht jetzt um andere Dinge und und man muss jetzt nicht gespannt sein, dass man überfallen wird, sondern man man taucht halt ab in in die Vergangenheit und bei mir war aber auch das Spannende, wenn ich dann mal, weiß ich nicht, in vier Wochen, sechs Wochen nicht unterwegs war und und dann mich wieder aufgemacht habe, dann kam trotzdem,
17:42
ich gemerkt so, naja so ganz weg sind diese Ängste noch nicht. Die kommen dann wieder ihnen.
17:47
Ängste ist zu stark gesagt, aber so so latente Erwartungen oder Befürchtungen oder so.
17:52  Nicola Wessinghage
Oder vielleicht auch ein leichtes Grundunbehagen, ne.
17:55  Dirk Liesemer
Ja, ja, ja, ja. Und ich meine, wenn man sich mit anderen Leuten über die Nacht unterhält, das fragen einen alle gleich, ob man denn Angst gehabt hat, so so als, als, als, als, als wäre das so die, die Motivation, so ich gehe jetzt mal in die Nacht hinaus, um meine Angst zu besiegen und und mache so eine Art.
18:10
Mit mir selbst und und die wollen sich dann in der Regel auch nicht damit zufrieden geben, wenn man dann sagt, nee, ich hatte eigentlich gar keine Angst, dass es dann gerade zu enttäuschen.
18:21
Wenn man sich so mit Freunden austauscht, so welche Erfahrungen die Leute über die Nacht gemacht haben,
18:25
Die waren auch zum Teil dann öfters draußen und es kommen aber sofort dann irgendwelche unheimlichen Geschichten, die man dann doch mal irgendwann erlebt hat. Und,
18:32
Bei meinen fünfzig Wanderungen, die ich jetzt nur für dieses Buch gemacht habe,
18:36
Bin ich halt auch dem Wildschwein begegnet und und diese Wildschweingeschichte erzähle ich halt immer sofort, sodass jeder denken muss, so man begegnet da draußen jetzt ständig irgendwelchen Wildschweinen, ist aber gar nicht der Fall.
18:47  Nicola Wessinghage
Ja, das ging mir auch so. Ich habe gedacht, ich äh habe ja auch vor, jetzt eine Wanderung zu machen und warte auf das erste Wildschwein. Ich habe, glaube ich, ich kann mich ehrlich gesagt
18:54
daran erinnern, schon mal hier in meinem Leben einen Wildschwein in freier Wildnis,
18:58
zu sein, außer jetzt im Zoos oder ähnlichen. Und deshalb fand ich das ganz interessant. Das war schon immer wieder präsent, das Wildschwein, dass das eben nachts in Wäldern eine wichtige Rolle spielt.
19:09  Dirk Liesemer
Ich hab's dann ja auch nicht aus dem Kopf gekriegt. Also ich hatte das so, ich bin diesem Viech dann begegnet oder na ja, ich hab's ja nicht mal gesehen, ich hab's nur einmal gehört, dann hatte ich meine Taschenlampe irgendwie müde mühselig äh aus aus meinem Rucksack gekramt und in der Zeit war es wirklich stockdunkel,
19:23
das Wildschwein nicht gehört, aber ich habe diese Taschenlampe nicht gefunden und und als dieser endlich gefunden hat und ganz erleichtert dann draufgedrückt habe und um mich geleuchtet habe, da war auch kein Wildschwein, also,
19:33
nehme nur an, dass da eins war, aber die ganzen Nächten, Nächte habe ich halt ständig irgendwie gedacht, so das Wildschwein wartet auf mich, auch wenn ich wo ganz anders unterwegs war. Ich ich hab's halt ständig vor meinem inneren Auge gesehen.
19:44
Und man kann das dann nicht so leicht ab.
19:46  Nicola Wessinghage
Wobei, du hast ja auch schon eine heftige Geschichte, da im Hinterkopf gehabt mit dem Wildschweine. Vielleicht erzählst du dir auch nochmal. Also, das das fand ich dann schon, auch das hat meinen Respekt vor dem Wildschwein eben auch nochmal erhöht.
19:58  Dirk Liesemer
Ja, das war allerdings eine Geschichte, die ist nicht machts passiert, sondern äh wohl wohl tagsüber an der Ostsee und zwar gab es da eine eine Jagd.
20:08
Und und und oder eine Treibjagd mit mehreren Jägern und.
20:13
Am Ende der Treibjagd haben diese Jäger nochmal geschaut, ob denn jetzt alle Tiere auch tot sind, die auf die die geschossen haben, weil man natürlich nicht will, dass dass die Tiere dann da noch unnötig leiden. Und plötzlich war einer dieser Jäger verschwunden.
20:26
Dann haben sie den gesucht und irgendwann im Gras gefunden und da ist tatsächlich ein Wildschwein in den Angriff gegangen, was offenbar stark verletzt war und und hat diesem Jäger dann.
20:36
Die Beine gerannt und hat so im letzten Moment, wie die Tiere das dann machen, so den Kopf hochgezogen mit den Hauern und und offenbar dann so stark verletzt, dass der da sofort verblutet.
20:46
Also man muss vor diesen Tüchern schon aufpassen, aber wie mir.
20:51
Ich war in auf einer Tour war ich mit einer Waldpädagogin unterwegs. Ähm gibt es tatsächlich Waldpädagogen? Äh war mir gar nicht bewusst.
20:59
Wir waren auch in einem Wildschweingehege, wo sie auch mit Schulklassen reingeht,
21:02
Ist auch alles offiziell bekannt. Man man denkt erstmal, oh Gott, was, was, was, was macht die da nur? Aber also ein Wildschwein steht jetzt nicht mit gewetzten Messern hinterm Baum und und und wartet auf den einsamen Wanderer, um sozusagen äh den dann zu überfallen,
21:16
Tiere.
21:18
Passen schon auf und vor allem ziehen sie sich auch zurück, weil ein Angriff ist auch immer für so ein Tier ein Risiko. Also auch für für Menschen überlegen sein,
21:27
und Tiere gehen normalerweise nicht nicht in Angriff über. Es sei denn, das Tier ist in eine Ecke gedrängt,
21:33
Also es ist es kann nirgendswo anders hinfliehen und uns so in dem letzten Moment dann dann werden erst Scheinangriffe durchgeführt. Ähm.
21:42
Aber wenn es tatsächlich zu so einer Begegnung kommt, dann heißt es halt erstmal ruhig bleiben ähm.
21:47
Eventuell auch mit irgendeinem Stock gegen einen Baum hauen und und sich langsam zurückbewegen. Und zwar betont langsam und und jetzt nicht sozusagen fliehen und auch nicht den den Körper abwenden. Und dann passiert eigentlich auch nichts. Und ich habe auch.
22:01
Buch mal gegoogelt so so äh Attacken von Wildschweinen. Ähm.
22:07
Tatsächlich diese Geschichte an der Ostsee entdeckt, die mir jemand aber erzählt hatte, der naja mehr oder weniger dabei war.
22:15
Und ansonsten na ja auf auf so viel stößt man dann eben auch nicht und ein anderes Tier, vor dem ich Angst hatte oder Respekt hatte vorher, das waren Wölfe.
22:25
Und es gibt ja mittlerweile viele Wölfe wieder in in Deutschland vor allem im im Norden und im Osten, also Ostdeutschland, Sachsen, in Niedersachsen, eigentlich Hamburg, weiß ich nicht so genau, ich glaube auch auch in, in, in Bayern mittlerweile ein bisschen wieder.
22:39
Da gibt es so aus diesen ganzen letzten Jahren nicht einen,
22:43
bestätigten äh äh Angriff eines Wolfes auf irgendwie ähm Menschen. Also es gibt so Berichte, dass dass die Wölfe mal an Kindergärten vorbei sind,
22:51
dass die Kinder das gesehen haben, aber auch dann ist nichts passiert und das sind dann in der Regel verirrte Wölfe,
22:56
Einzige, was es gibt bei Wölfen ist, dass die im neunzehnten Jahrhundert so in Wirklichkeiten Wintern in in Hunger, Wintern, äh wo es wirklich zu wenig zu essen gab, dass es da einzelne Überfälle auf,
23:10
auf Menschen gegeben haben soll. Und das ist so in den Kirchenchroniken bestätigt, aber das ist alles so, weiß ich nicht, hundertdreißig, hundertfünfzig Jahre her.
23:18  Nicola Wessinghage
Hm. Ja, das da merkt man eben auch doch die Macht der Geschichten, ne, weil der Wolf, der hungrige Wolf aus dem.
23:25  Dirk Liesemer
Peter und der Wolf und.
23:26  Nicola Wessinghage
Peter und der Wolf und der rote Käppchen und so weiter, das da sind wir einfach alle mit aufgewachsen und dann hat man natürlich.
23:32  Dirk Liesemer
Bin auch bei dem Wolf letztlich trotz allem so ein bisschen unsicher, wie gesagt, es ist nichts passiert und und ich will nicht davor warnen und so und und Wölfe sind sehr, sehr furchtsam in der Regel
23:42
und ziehen sich zurück.
23:44
Aber man hört trotzdem aus anderen Ländern dann aus Polen oder so da wo dann irgendwie gesagt wird, so die Deutschen gehen doch ein bisschen zu locker damit um. Ich
23:54
Ich habe keine Angst vor den Tieren, aber ähm na ja man man wird mal gucken wie sich das entwickelt und ob es dann vielleicht doch nochmal was äh doch nochmal was passiert.
24:03  Nicola Wessinghage
Ja und ich glaube, da kommt ja in der Nacht dann wieder dazu, dass man's eben nicht sieht, ne. Also wenn man Wildschwein sehen würde, dann würde man sagen, okay, ich weiß jetzt, was ich tun soll und ich glaube, dass
24:11
große Angst ist doch davor, dass es plötzlich unerwartet, dass ich mich eben nicht drauf einstellen kann und dass plötzlich irgendwas um die Ecke kommt, also dass dieses ähm ich
24:20
ich sehe es nicht und du hast jetzt gesagt, gut, man kann es riechen, das das aber fordert schon ein gewisses Know-how oder Kompetenz und wir sind es eben so gewohnt, dass wir
24:29
eigentlich mal davon ausgehen, wir Sehnengefahren und können dann reagieren. Und so ist es eigentlich so ein bisschen,
24:33
Verlust und das war nochmal ein Thema. Du hast auch geschrieben, dass deine Frau blind ist und ähm die Frage war da für mich, ob das auch nochmal für dich ein Grund war, das vielleicht nacherleben zu wollen oder sich
24:44
deshalb besonders auch mit diesem Thema Dunkelheit zu beschäftigen oder ist das eher beiläufig gewesen? Du hast das ja auch nur beiläufig erzählt. Also so einfach nochmal zu erleben, wie es ist, wenn man eben nicht so stark mit den
24:54
mit dem Sehsinn die Umgebung wahrnimmt. Das kann können wir die sehen, können wir eigentlich nur machen, wenn wir dann in der Nacht unterwegs sind.
25:02  Dirk Liesemer
Ja, also sie lief blind, aber sie hat ein Restleben von zwei Prozent, was aber heißt, dass dass sie sozusagen die Jure blind ist, ähm.
25:12
Und ich hatte eigentlich vor mit ihr auch mal nachts rauszugehen, was weiß ich ganz früher auch mal gemacht hatte,
25:18
aber also wenn es jetzt dunkel wird, wenn die Sonne untergeht, dann hat meine Frau einfach keine Lust mehr, nachts nach draußen zu gehen, weil sie sagt, da hat sie nichts davon, das ist halt einfach nur dunkel und und sie stolpert dann vorwärts.
25:31
Ich glaube nicht, dass es für mich darum ging, das nachzuempfinden. Es war tatsächlich eher so die die Abenteuersuche und es war vor allem auch ganz.
25:40
Also ich ich wohne halt seit Jahrzehnten in Städten. Also und und in Großstä.
25:46
Unterschiedlichsten und ich bin aber auf dem Dorf aufgewachsen und zwar auf einem Dorf, wo abends um zehn die Lichter ausging und ich glaube erst morgens um fünf oder sechs Uhr äh oder oder vielleicht um sieben Uhr gegen diese Lichter wieder an.
26:00
Dazwischen war halt so dunkel, dass wir, dass wir einfach aus unserem Haus rausgehen äh brauchten und äh wir sind dann auf die Wiese und haben nach oben geguckt und dann war da halt die Milchstraße.
26:11
Klammern, früher hat man auch aus den Großstädten die Milchstraße sehen können über Zürich und so und mir wurde auch berichtet, dass es in Berlin einzelne Stellen noch gibt,
26:20
also Kliniker Brücke beispielsweise, wo man auch die Milchstraße noch sehen kann, aber über unseren Städten, na ja, wir können so ein paar Sterne sehen oder vielleicht ein paar Dutzend Sterne sehen.
26:31
Aber so die Milchstraße mit mit ihren Hunderten oder oder naja vielleicht äh zweitausend Sternen, die man sehen kann. Äh also mit bloßem Auge ähm.
26:40
Kann man tatsächlich nur auf dem Dorf und es ging. Äh ich habe dann irgendwann vor Jahren in Leipzig gemerkt, als ich da gelebt.
26:47
Da bin ich nachts dann durch so ein Viertel nach Hause gelaufen und ich bin kein Leipziger und kannte mich da jetzt nicht ganz so gut aus und habe dann gemerkt, so, dass ich irgendwie so ein bisschen aufgeschmissen war, dass ich so also ich konnte diese Geräusche nicht mehr deuten um mich herum oder habe mich.
27:03
Ein Fuchs oder ist das nur ein kleiner Fuch.
27:05
Ich hab irgendwie die die Sternbilder na ja den großen Wagen ich glaube den kennt so ziemlich jeder und und kennt so ziemlich jeder aber so diese anderen Gebilde die haben ja alle nichts gesagt.
27:16
Und dann war einfach so die Neugier, dass ich.
27:20
Eigentlich habe ich so die Nacht aus den Augen verloren und ich habe mich auch unwohl gefühlt, also so dieses sozusagen oder na ja, also ängst ängstlich war ich nicht, aber ich habe gemerkt, so, da es im Grunde so ein, so ein.
27:32
Ich hab das Schlagwort vorhin schon mal gehabt, sonst so 'ne Art Terrain Incognita, also so 'n unbekannter Kontinent, der sich auftut und es ist auch so, dass.
27:41
Na ja, also nachts ist tatsächlich kaum ein Mensch unterwegs. Also ich war jetzt hier im Winter noch ein paar Mal unterwegs äh.
27:49
Abends um um sechs, sieben Uhr im Englischen Garten und der englische Garten, jemand der nicht in München lebt und uns auch nicht so gut kennt, das ist halt eigentlich ist das Stadt.
27:59
Ist, also das ist es wirklich, das liegt hier zwischen Schwabing und, und, und, und Heidhausen oder oder Bogenhausen und,
28:05
ähm da könnten halt eigentlich tausende Menschen rumlaufen, aber nachts am sechs, sieben Uhr, wenn das so dunkel wird im im äh Winter, dann ist da wirklich fast niemand.
28:16
Wo man schon merkt, OK, wenn wenn selbst Stadtpark so ein Völker sind, natürlich auf dem Land,
28:22
trifft man dann halt wirklich keine Person mehr. Ne, man trifft vielleicht mal einen Jäger oder oder neben eine Jägerin, aber das das war's dann auch und ähm also die Nacht ist halt tatsächlich entvölkert.
28:32  Nicola Wessinghage
Aber du hast ja doch einige Menschen
28:34
besprochen, die sich damit beschäftigt haben und die sind aber, wie du auch gesagt hast, das sind nicht unbedingt immer alles Leute, die dann auch wirklich nachts unterwegs waren, aber die sich mit der Nacht
28:43
beschäftigt haben. Und eine davon war ja auch eine Malerin und die ist ja schon auch nachts losgegangen und weil sie im nachts gemalt hat, was ja auch,
28:51
irre ist, ne? Also so eine Tätigkeit, die so auf visuelles ausgerichtet ist, dass sie dann nachts unterwegs waren. Bei ihr fand ich's auch nochmal ganz spannend, dass sie auch Angst zum Thema gemacht hat
29:00
denn bei ihr ist es ja so, dass ich hatte immer das Gefühl, das war so zwiespältig. Einerseits hatte sie die Angst und
29:06
andererseits wollte sie sich davon aber auf keinen Fall einschränken lassen. Sie hat das, glaube ich, auch sogar so gesagt, also wer sich auf die Angst,
29:13
einlässt, der beschränkt seine Kreativität und wollte das nicht. Und trotzdem gab's da eine Situation, die ihr beide zusammen erlebt,
29:20
hinterher wurde klar, dass sie das schon irgendwie anders nochmal vielleicht auch ähm negativ beeindruckt hat, weil man natürlich gleich irgendwie andere Filme im Kopf hat als Frau, wenn so eine blöde Szene passiert und
29:32
Das wäre nochmal die Frage. Hast du das von Frauen gehört, dass das für sie nochmal anders ist nachts alleine unterwegs zu sein? Und dass dann noch andere Filme sich abspielen.
29:41  Dirk Liesemer
Also ich ich kann das schon nachempfinden, dass Frauen da äh noch einen höheren Respekt haben, äh einfach weil sozusagen na ja, also Männer werden in der Regel ja nicht vergewaltigt,
29:52
da sind halt Frauen und und das das dann andere Ängste auslöst äh ist auch klar und es gibt ja.
29:58
Es ist ja nicht so, als würde es da keine Geschichten geben und und als würde sowas nicht vorkommen. Ähm aber ich habe trotzdem auch.
30:06
Nicht viele, aber doch so ein paar Frauen, mit denen war ich auch nachts unterwegs, auch ganz am Anfang die die Esoterikerin, mit denen ich äh nachts auf auf dem Berg waren und das waren alles.
30:16
Eben die Malerin Silke Silkeborg, ähm die das seit vielen Jahren macht.
30:21
Das ist keine Erfindung von mir gewesen, die nennt sich selbst eine Nachtmalerin, weil sie hat das sozusagen als ihr großes Thema entdeckt und und gesagt, so darauf fokussiere ich mich.
30:30
Die ist oft nachts unterwegs.
30:33
Wir waren diese Nacht dann in Leipzig unterwegs, an verschiedenen Stellen und und haben auch haben uns irgendwie getroffen als als noch die Sonne am Himmel war und und haben den Sonnenuntergang erlebt, haben die blaue Stunde erlebt und haben so gemerkt.
30:46
Farbenreich im Grunde die Nacht in so einer Stadt sein kann. Da sind diese ganzen Reflexionen von Lichtern, die sich auch in den Wolken reflektieren, auch in unterschiedlichen Farben.
30:56
Und dann waren wir auf diesem Berg in in Leipzig, den Fockeberg, das ist so Aufschüttung von von Kriegsresten aus dem Zweiten Weltkrieg, weil Leipzig ist ja sonst ganz flach und von da aus konnten wir Leipzig überblicken.
31:08
Das ist so ein bisschen.
31:11
Anführungsstrichen so ein Partyberg. Und und da waren andere Jugendliche und und die haben sich betrunken und und irgendwie alles Mögliche an Musik gehört und,
31:19
wir waren dann irgendwann war's um zwei Uhr, da waren die halt dann wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich breit und und da war dann diese Szene, dass jemand ankam und ähm.
31:30
Weiß ich nicht, ein Jugendlicher oder oder junger Erwachsener und und äh.
31:35
Der war schon relativ offensiv und will, es war irgendwie unklar, was der nun genau wollte und er hatte so ein paar absurde Vorschläge gemacht und äh das war schon für Silke äh die sagte dann schon so,
31:46
Also wenn wenn ich nicht dagewesen wäre, dann hätte die da eher Reis ausgenommen.
31:51
Aber das ist vielleicht auch so ein ganz guter Tipp, wenn man halt irgendwie ein bisschen Respekt oder Angst vor der Nacht hat, ja, dann macht man das halt mit wem anders zusammen, mit einem Freund oder oder vielleicht mit mehreren Leuten und.
32:01
Das Buch ist zwar heißt zwar Streifzüge aber man kann sich auch nachts einfach mal auf 'ne Wiese setzen.
32:07  Nicola Wessinghage
Ja, genau.
32:08  Dirk Liesemer
Ja
32:10  Nicola Wessinghage
Und wir ich hatte das auch in der letzten Folge, als ich mit den beiden Autoren der flanösen äh gesprochen habe. Also mir ist das eigentlich erst ein bisschen jetzt auch im Laufe meines Podcasts klar geworden, wie stark,
32:21
eben uns die Geschichten, also uns Frauen, diese Geschichten auch immer prägen und natürlich auch davor zurückhalten. Also wir haben eben ein ganz anderes Repertoire an
32:30
schlimmen Geschichten, was alles passieren könnte im Kopf, die uns dann auch davon abhalten, Dinge zu tun und auch einschränken und,
32:37
Manchmal denke ich, dass dass wir auch gute Geschichten brauchen. Also ich fand das auch eine gute Geschichte, dass sie als Frau alleine losgeht und malt.
32:45  Dirk Liesemer
Macht das auch seit vielen Jahren. Äh also die die macht das wirklich lange schon und sie hat sich da so ein paar Regeln zurechtgelegt. Sie sagt beispielsweise, dass sie breitbeinig durch die Gegend geht,
32:55
wenn die merkt, dass da jemand kommt, so so ausholend und, und, und, dass sie in der Regel äh,
33:02
Also äh kein Licht mitnimmt, um sozusagen auch nicht von weitem sichtbar zu sein. Das ist natürlich ein bisschen schwierig für für jemanden, der nachts malen muss, weil sie braucht so eine na ja, eine bestimmte Beleuchtung braucht sie dann halt schon,
33:16
Sie hat erzählt, dass sie, ich glaube, das war im Harz, da hatte sie so Lampen dabei und, und, und war in so Art Fühlen und hat aus diesen Höhlen heraus die Landschaft gemalt. Und dann hat die, die Lokalzeitung drüber berichtet und so und,
33:28
Aber als dann berichtet worden ist, dann ist sie, dann hat sie das dann auch nicht mehr gemacht, weil dann hat sie gedacht, okay, wer weiß, wer das jetzt alles gelesen hat und und dann hat sie dann wieder äh sich was was anderes vorgenommen.
33:38  Nicola Wessinghage
Ja. Nee, aber ich finde das auf jeden Fall wichtig, weil ich habe an mir selber beobachtet, dass ich früher,
33:43
viel ähm unbedarfter war und dass ich mit zunehmendem Alter irgendwie das
33:49
Gefühl habe, ich habe immer mehr Geschichten gehört oder die Fantasie wird immer breiter und man denkt an Sachen, an die ich früher nicht gedacht habe und dann das ist ja eigentlich tatsächlich klar, dass ich das im eigenen Kopf abspielt, weil die Realität hat sich nicht verändert, was das betrifft, sondern das ist schon eine Einstellung dazu und ich finde es tatsächlich
34:05
eigentlich schade, wenn man sich dann von Erlebnissen sich da abschneidet, weil diese Angst zu groß wird, also das wäre für mich auch eine Folge, die nicht passieren soll. Deshalb finde ich
34:15
Also ich finde das fand das auf jeden Fall ganz gut, dass es da nochmal thematisiert wurde.
34:18  Dirk Liesemer
In gewisser Weise, also äh Männer haben das auch so ein bisschen. Also es ist es ist ja nicht so, dass wir davon frei sind,
34:24
und äh also es haben einfach auch viele so diese Aktenzeichen XY oder irgendwie äh wie wie hieß dieser Film nochmal von von diesen Jugendlichen, die da in dem.
34:35
Blair Witch Projekt, ich hab's nicht gesehen.
34:39
Ich habe so ein paar Szenen gesehen und irgendwie bin ich auf die die blöde Idee gekommen oder sozusagen äh vielleicht müsste man vorher diesen Film sehen und und dann mal rausgehen in die Nacht und mal gucken, was das mit einem macht. Und dann habe ich aber gesagt, die Idee, das ist irgendwie, das ist mir dann doch zu blöde äh und ich
34:53
Ihr habt auch Leute getroffen, die halt wirklich nachts draußen sind, oft und die aber auch gesagt haben, sie gucken so,
34:58
grundsätzlich solche Filme nicht, weil man kann sich da halt nicht von ganz frei machen. Das ist halt das, das dringt halt so tief ins Unterbewusstsein ein,
35:06
und und das ist irgendwie bleibt das dann auch haften.
35:11
Also ich kann beispielsweise also Horrorfilme habe ich mir nie angeguckt oder ganz, ganz wenige und das ist das ist so so Krimis und Thriller und Nachts irgendwie alles mal, aber so diese Horror äh nee, damit komme ich äh und es äh ist ist nicht mein Ding.
35:24  Nicola Wessinghage
Was ja auch bei den Wanderungen passiert, du hast es eben auch schon mal gesagt, also du hast geschrieben fast alle erzählen, dass sie sich an Kindheitserlebnisse erinnern. Bei dir war das ja auch gleich so, du hattest dir irgendwie Fragen vorbereitet, worauf du alles achten wolltest und dann plötzlich
35:36
war eher so ein Gedankenstrom, der dich zurückgeführt hat in deine Kindheit,
35:41
Wie kommt das? Also das finde ich schon faszinierend und jetzt ist es ein bisschen schade, weil ich es jetzt gelesen habe und jetzt gar nicht mehr sagen kann, wenn ich selber das machen will, ob's bei mir so wäre, weil ich es so erwarte oder weil das tatsächlich so einen Automatismus
35:53
aber wenn das so viele dir berichtet haben, muss da ja irgendwas dran sein, was wie was löst das aus?
36:00  Dirk Liesemer
Also das ist halt so, die Nacht ist halt ziemlich reizarm. Also es ist dunkel, ähm man man liegt keine Farben, äh
36:08
Auch wenn man die anderen Sinne ein bisschen intensiver wahrnimmt, wenn wenn man intensiver riecht vielleicht oder oder auch irgendwie noch mehr auf akustische Signale achtet so, das ist alles schon, die die Nacht ist auch sehr ruhig.
36:21
Ich meine, tagsüber, wir sehen vor allem, aber wir hören ja auch eine ganze Menge und und nachts sind relativ wenige Autos auch unterwegs, die hört man zwar sehr weit, also wirklich über viele Kilometer, aber man ist so in den Linde reduziert,
36:33
Und das gelingt einem auch schon abends. Also jetzt irgendwie äh was weiß ich im Moment von neun Uhr oder so, wenn man draußen umher läuft und es ist ja dann auch ein bisschen hell. Ähm,
36:44
das kriegt dann so eine meditative Stimmung. Und man merkt so, man man kommt so innerlich runter und man wird ruhiger und und äh und man man,
36:53
man geht nachts auch ein bisschen langsamer, glaube ich. Also zum einen, weil man guckt, wo muss man denn hinlaufen, aber weil man halt innerlich auch zur Ruhe kommt und weil man keinen Exiler hat, weil man.
37:03
In der Regel ja keinen Bus erreichen muss oder oder keinen Termin hat nachts oder so und äh es ist ja auch alles geschlossen. Man kann ja nachts nie irgendwohins ein Bier trinken oder ein Espresso trinken oder irgendwie was weiß ich essen.
37:16
Das hat ja alles zu und und man hat nachts halt relativ wenig Wahl und und man ist dann so man ist letztlich auf sich selbst zurückgeworfen.
37:25
Und ich glaube dann kommt dann vieles irgendwie man verarbeitet so das was am Tag war und ich hab auch manchmal bemerkt.
37:31
Braucht bei mir so eine Stunde, bis ich dann oder anderthalb Stunden, manchmal, bis ich dann so aus dem Stress des Tages raus bin oder dann ärgere ich mich manchmal auch über das ein oder andere. Und dann erst komme ich so so in so eine ruhigere meditative Stimmung.
37:45
Dann kommen tatsächlich auch oft irgendwelche Erinnerungen. Also das geht jetzt nicht in jeder Nacht irgendwie, äh dass man dann irgendwie in in seiner Kindheit landet, weil man merkt,
37:54
Man landet zum einen in der Vergangenheit, aber man landet manchmal auch in der Zukunft. Also.
37:59
Es gestern nicht gemacht, aber ich habe das bei manchen anderen Interviews gemacht äh zu diesem Buch, dass ich abends nochmal los.
38:05
Also am Abend vor dem Interview und mich dann sozusagen innerlich drauf vorbereitet habe, was könnten denn jetzt für Fragen kommen und und wie, wie antwortet man dann? Und das ist halt auch so, das kann man halt auch bei Prüfungssituationen machen oder man stellt sich irgendwo einen neuen Arbeitgeber vor oder oder was auch immer.
38:20
Und ähm von daher bietet einem die Nacht so ein bisschen so äh außerhalb der der Jetztzeit sich sich zu begeben. Also entweder in die Zukunft oder in die Vergangenheit oder sozusagen, man man ist nicht so im Moment verhaftet.
38:31  Nicola Wessinghage
Es ist ganz interessant, weil das ja auch so ein durchgehendes Motiv hier beim Gehen ist. Also alle, die so vom Genschwärmen beschreiben genau das auch als Wirkung, dass man so auf sich selbst zurückgeworfen ist, wenn man bestimmte Strecken geht und mir kommt es fast ein bisschen so.
38:44  Dirk Liesemer
Auch am Tag?
38:44  Nicola Wessinghage
Ja, doch, doch, das sind ganz häufig Dinge, dass man eben auch Sachen verarbeiten kann, sich gut auf Sachen vorbereiten kann, aber ich habe ein bisschen das Gefühl, dass das, also oder es wäre jetzt meine Überlegung, dass das vielleicht in der Nacht.
38:56  Dirk Liesemer
Ich mal wieder durch die Gegend laufen.
38:59  Nicola Wessinghage
Mal gucken, was dann passiert, aber ich denke, wenn man nachts ist es vielleicht nochmal in so einer konzentrierteren Form, also vielleicht auch schneller da, ne? Also ich glaube,
39:08
je nachdem wo man so unterwegs ist und wie man unterwegs ist, dauert das vielleicht etwas beim normalen Gehen und wenn man so zielgerichtet irgendwie zum Einkaufen geht oder so, dann passiert das wahrscheinlich eher nicht, aber wenn man wirklich sagt, so, ich,
39:21
laufe jetzt mal heute einen Tag rum und habe gar nichts dabei und habe kein Ziel und habe auch keinen eben keinen Podcast auf den Ohren oder,
39:30
gebe mich einfach in die Landschaft hin, also es beschreiben auf jeden Fall sehr viele und das ist ja auch das, was die kreative Wirkung des Gehens an sich ausmacht, also wo ganz viele Schriftsteller Philosophen und so weiter immer wieder.
39:40  Dirk Liesemer
Hat gesagt, so von wegen, also Philosophie, das das tut er beim, beim, beim, beim Laufen, ja, ja.
39:46  Nicola Wessinghage
Ja, also alle und vielleicht ist das in der Nacht nochmal ein konzentrierter Form. Und das führt ja auch bis hin zu äh spirituellen Erlebnissen, dass wir auch zwei, hattest du eben schon gesagt, ganz zu Anfang, ähm in der.
40:00
Glaube ich und dann bei den Externsteinen. Da habe ich übrigens herausgefunden, dass wir gar nicht so weit voneinander heimatlich orientiert sind, weil ich in Gütersloh aufgewachsen bin,
40:09
kennt man natürlich auch, die extern Steine. Das ist ja schon so zu einem mystischen Ort an sich geworden. Ähm
40:16
und da hast du, glaube ich, sogar die Sommersonnenwende erlebt
40:19
und da waren ja so ein paar ganz spezielle, ich hatte so ein bisschen das Gefühl, dass du da auch eine gewisse Distanz zu hast, äh was die da machen, also ein keltischer Priester war da unterwegs
40:29
ist das auch etwas, wo die Nacht dazu einlädt oder weil war das jetzt nur der Ort, der da so
40:36
dazu anleitet, sich da zu treffen und Bräuche zu feiern und ähm ich glaube auch irgendwelche Gerüche zu
40:46
zusammenzustellen. Das war das ja, was du da beschrieben hast.
40:49  Dirk Liesemer
Ja, ich glaube beides. Also es ist so zum einen einfach der Ort. Es gibt so etablierte Orte in, in, in Deutschland, das ist, das ist zum einen der Falkenberg im Allgäu,
40:59
der in der esoterischen Szene äh relativ bekannt ist und das sind also ganz klar auch seit langem die die Externsteine, also jede Szene braucht ja gewisse Orte, wo sie sich.
41:10
Und ähm na ja, dass die Dunkelheit,
41:15
für viele Esoteriker so eine große Rolle spielt. Ich glaube, das hat auch tatsächlich so was mit der Verbindung von Ruhe und, und, und gesteigerter Aufmerksamkeit zu tun und und auch so die Nacht ist was Besonderes.
41:27
Ähm und wir wissen.
41:31
Spielt auch mal so die dieser keltische Glaube eine Rolle, wobei man da gleich sagen muss, so wir wissen eigentlich von den Kelten fast gar nichts, weil die.
41:39
Die haben so, ich glaube, ein paar Runen hinterlassen, aber eigentlich haben die nichts hinterlassen und das ist sozusagen unsere heutige Deutung, wie wie die Kelten so ihre Religion oder ihre,
41:49
ihre äh religiösen Vorstellungen gelebt haben und da spielt dann aber schon, und das fand ich sehr überzeugend, ähm.
41:57
Die Auffassung eine Rolle, dass dass bei den Kelten spielte die Nacht eine ganz andere Rolle als bei uns. Zum einen so, es gab ja diese ganze Sterndeutung.
42:06
Das ist ja auch an den externen Steinen sehr präsent. Ähm da gibt es ja dementsprechende äh Felsen auch und ähm und ähm.
42:14
Naja, also das ist so und und klar, dann, dann Tag und Nachtgleiche einerseits und und dann die beiden Sommersonnen äh die beiden Sonnenbänden, also im Sommer und im Winter,
42:23
sind dann halt bestimmte Ereignisse im keltischen Kalender,
42:27
und und an denen treffen sich die Leute dann dort und ja ich hatte einerseits so 'n gewissen Abstand dazu, das das ist schon richtig,
42:36
Ich find's dann aber, ich bin dann auch Reporter und, und, und
42:39
So jetzt jetzt erzählt doch einfach mal und und ich bin jetzt hier nicht derjenige, der hier mit seiner Meinung irgendwie äh alle bekehren muss, sondern äh ich nehme das jetzt einfach mal auf, was ihr mir erzählt und ähm ich meine, Menschen erzählen ja immer ganz gerne.
42:53
Tue ich jetzt ja auch und ähm da kommt dann auch einiges und das ist dann auch meistens ist das oder in der Regel ist das dann auch sehr nett.
43:00  Nicola Wessinghage
Ja, mal weg von den Esoterikern, du hast ja auch mit äh Wissenschaftler, Wissenschaftlern ähm über ein Phänomen gesprochen, was auch nochmal ganz wichtig war in dem Buch, glaube ich, und zwar hast du Physiker getroffen, die sich mit dem Thema Luft,
43:13
Nein, Quatsch. Lichtverschmutzung. Eben nicht Luftverschmutzung, das haben sie auch erzählt, ne, dass sie oft immer korrigiert werden, da sie meinen Luftverschmutzungen haben gesagt, nein, Lichtverschmutzung. Was ist,
43:23
denn für ein Phänomen?
43:25  Dirk Liesemer
Na ja, das ist so die die Beobachtung. Ich glaube, das wurde erstmal so richtig wahrgenommen von einem Astronauten, der in in den Sechzigerjahren im All schwebte und und der von oben gemerkt hat
43:38
dass man ziemlich klar sehen kann wie weit bestimmte Länder und Staaten entwickelt sind und zwar alleine also daran wie,
43:47
dort in der Nacht wie viel Lichter an ist.
43:51
Dieses Licht äh strahlt halt also ist halt vom vom alle auszusehen, das ist ja auch bekannt und und Licht strahlt halt sehr weit und äh es ist halt so, dass dass wir jedes Jahr äh,
44:03
immer mehr sozusagen äh.
44:05
Gewerbegebiete, Flughäfen äh äh auch Beleuchtung in in den Städten haben äh und das sozusagen immer mehr Licht imitiert wird, äh was dann dazu führt, dass dieses Licht,
44:17
es bleibt ja nicht nur an dem Ort, wo es äh wo diese Lampe steht, sondern das strahlt oft sehr weit.
44:24
Und ich habe einmal, also ich war einmal in Berlin unterwegs und dann nochmal mit jemandem äh nach nicht Müritz äh sondern äh am am Stechlin.
44:33
In Brandenburg im Havelland.
44:36
Und das ist so, man fährt da von Berlin aus eine gute Stunde raus und das sind, glaube ich, irgendwie bis hundert Kilometer ist das entfernt. Und der sagte so, also das war in eine wolkenlose Nacht, aber er sagte,
44:47
Wenn halt da Wolken am Himmel sind, äh über Berlin oder sozusagen zwischen Berlin und dem Stechelin und und vor allem, wenn die ein bisschen höher in der Luft sind, äh,
44:57
Und wenn es dichte Wolken sind,
44:59
dann reflektieren die von Berlin das Licht in die gesamte Umgebung rein. Das ist dann nicht unbedingt wirklich hell, also das das ist nicht wie so ein Mondlicht dann, aber für für viele äh Pflanzen und vor allem auch Tiere, die nehmen das Licht halt noch stark wahr.
45:13
Äh und ähm na ja, also nicht Verschmutzung ist halt ein Phänomen, was Basalt äh zunehmende Bedeutung äh bekommt und man kann aber nicht ganz abschätzen, wie wie äh relevant sich das jetzt auf die Tier- und Pflanzenreich auswirkt.
45:26
Also das sind äh ziemlich komplexe Interaktionen.
45:30  Nicola Wessinghage
Das hast du in dem Buch auch nochmal ein bisschen genauer beschrieben. Ähm ich hatte ein bisschen den Eindruck, dass du eigentlich eher immer auf der Suche nach der totalen Finsternis warst, also manchmal hast du sogar geschrieben, das hat dich geärgert, wenn
45:41
dann doch zu viel Mondlicht da war und ähm von daher war das für dich dann eher ein Ärgernis, dass immer doch irgendwie doch noch Licht war, da war also dass die totale Finsternis ähm ganz schwer
45:52
offensichtlich überhaupt zu erleben ist in der Natur.
45:55  Dirk Liesemer
Ja, also äh.
45:58
Man kann die Finsternis erleben und es gibt auch Länder, die den Teller als Deutschland, also äh Frankreich, Belgien, Holland, äh Norditalien, da ist es wirklich auch hell und und in Teilen der USA. Auch in Indien und so, in Südkorea ist es teilweise sehr hell.
46:13
Es gibt in Deutschland schon noch dunkle Orte,
46:17
Also vor allem so im Nordosten, äh also äh Mecklenburg, aber auch das Wendland noch bei dir in der Nähe, äh die die Alpen sind recht dunkel, die die Rhön und auch in Nordrhein-Westfalen gibt es durchaus noch dunkle Orte,
46:30
Und ich habe schon so äh am Anfang, als ich dieses Buch angefangen habe, gedacht, so von wegen, jetzt gehe ich wirklich in die Dunkelheit hinaus oder in die Finsternis hinaus,
46:38
Das war dann auch immer so mit dieser Vorstellung von von Abenteuern verknüpft und.
46:44
Dann habe ich so gerade im Winter gemerkt, dass es im Winter eigentlich so hell ist, dass dass ich teilweise einen Schatten neben mir gesehen habe.
46:51
Und zwar stundenlang und äh na ja, das fand ich dann schon ein bisschen. Also es hat mich schon schon überrascht und.
46:57
Ich habe dann immer auf diese Dunkelheit gewartet und ich glaube bei den fünfzig Wanderungen, so sodass es wirklich richtig finster war, dass ich nichts gesehen habe, äh weiß ich nicht, zwei, drei Mal oder so.
47:09
Wenn der Mond am Himmel ist, dann dann ist sowieso ähm also es war einmal war es so, da bin ich abends um siebzehn Uhr raus, das war im Winter, dann ging die Sonne unter und dann wurde es dunkel.
47:20
Auf einmal so um neunzehn Uhr merke ich, es wird wieder hellerer.
47:24
Da dachte ich, was ist denn jetzt los? Und da ging halt der der Mond auf und mit anderen Worten, da war die dunkelste Stunde wirklich so zwischen äh äh achtzehn und neunzehn Uhr gewesen und äh danach war war der Mond am Himmel und und da blieb dann die die ganze Nacht am Himmel und,
47:39
das war's dann wieder.
47:45
Auch hunderte von Metern weit sehen und manchmal kann man so so latenz so ein bisschen Grüntöne sogar noch wahrnehmen oder oder Farben noch wahrnehmen.
47:53
Wirklich dunkel wird's halt wie gesagt äh dicke Wolken am Himmel, keine Stadt in der Nähe äh und und man ist am besten noch in einem äh Wald, wo gerade das Laub an den Bäumen ist.
48:05
In den Städten von wegen Lichtverschmutzung, also das ist mittlerweile so, wenn der Vollmond am Himmel ist und keine Wolken,
48:12
dann ist das trotzdem dunkler als wenn komplett Wolken am Himmel sind und und den Mond nicht zu sehen ist, aber man ist in der Stadt, weil da mit so viel Licht, was von der Stadt imitiert wird und und diese Wolken strahlen das halt überall hinab.
48:25
Und das ist dann so eine latente Dauerdämmerung. Und ähm also in der Stadt äh erlebt man wirklich Finsternis eher selten.
48:33  Nicola Wessinghage
Ja, ich habe das, fand das mal sehr beeindruckend, als ich mal in Kambodscha war. Da sind wir von Thailand nach Kambodscha gereist und sind die ganze Zeit
48:41
also nachts durch komplette Dunkelheit gereist und dann kamen wir, das war Weihnachten, kamen wir in diesem Ort
48:49
an heißt das. Das ist so der Kambodscha, wo auch diese alten Tempelanlagen, deshalb sind da alle und der Ort ist komplett besetzt von US-Investoren, die da ganz
49:00
teure Hotels gebaut haben. Und das war wirklich innerhalb von hundert Metern komplett.
49:06
Komplette Dunkelheit und komplette Hellheit. Also die hatten wirklich die ganzen Hotelfronten mit Lichterketten ausgehängt, also so hell, wie man's hier,
49:15
in Europa überhaupt noch nicht gesehen hätte. Da hatte man so den Eindruck, Licht ist Luxus. Also da in den armen Gegenden, die da saßen die Leute am Straßenrand und es war komplett dunkel und
49:27
dann kam der Reichtum und diese ganze Stadt war so hell und das war innerhalb von hundert Metern in einer Nacht und da hat man irgendwie so das Gefühl gehabt, man ist eben in der
49:36
ähm kompletten Natur und dann kommt man in die Zivilisation und
49:41
was das dann an Licht auch eben hochstrahlt, das kann man sich dann tatsächlich vorstellen. Ein bisschen hat hatte ich so das Gefühl, das ist so Licht ist auch für uns ja ganz viel, hat ja ganz viel mit Zivilisation zu tun und dann auch mit Fortschritt
49:53
also so man kann's ja hell haben. Warum machst du denn kein Licht, wenn du's doch schön haben kannst und dunkel ist ein bisschen, dass ur,
50:02
urwüchsige, so ein bisschen auch Zurückgebliebene, lange Zeit vielleicht gewesen. Und vielleicht änderte.
50:06  Dirk Liesemer
Also das ist so, du hast ja gerade das richtige Stichwort genannt. Es steht für Reichtum und und für Luxus und so. Äh aber es gibt mittlerweile auch zunehmend wieder Städte, Kommunen und so, wo man,
50:18
geht, dass man versucht so das Licht nur so einzusetzen, wie man es halt auch maximal braucht. Ähm und wir haben uns halt auch alle wahnsinnig an das Licht gewöhnt. Es sagte mal einer, das war einer dieser Forscher, mit denen ich unterwegs war, also,
50:34
Licht an Fahrradwegen auch nachts, auch wenn da keiner entlangfährt, ist trotzdem das erwartet jeder. Äh man könnte ja genauso gut sagen, man kann auch den Fahrradweg, man kann da irgendwie eine eine Heizung drunter legen, äh damit er immer schön warm ist oder so. Und und das fänden alle absurd,
50:49
dass da Licht ist, das findet irgendwie keiner absurd.
50:52  Nicola Wessinghage
Ja, ja. Ja, das hat dann ja auch wieder was mit dem Thema Sicherheit eben zu tun oder gefühlte Sicherheit, da spielt's ja auch wieder eine Rolle, dass man sagt, die Parks beleuchtet sein, damit man da nachts durchgehen kann.
51:04  Dirk Liesemer
Ja, aber äh ich war zum Teil halt auch in Mecklenburg an an Orten unterwegs, da waren wirklich nachts überall Lampen, auch in kleinsten Dörfern, äh also
51:13
fünf, sechs Häuser
51:15
die ganze Nacht brannte da das Licht durch, die die Straßenlaternen und und da fragt man sich, für wen eigentlich und die Leute haben dann in ihre Schlafzimmer jedenfalls denke ich an, dass es ein Schlafzimmer war
51:26
haben dann irgendwelche Decken in die Fenster reingehängt damit die dann wenigstens in in einem Schlafzimmer äh oder in in der Wohnung dann dann mal Dunkelheit hatten.
51:34  Nicola Wessinghage
Ja, wir kommen schon zum Ende. Du schreibst ja am Ende deines Buches, dass du so die Erfahrung gemacht hast, dass ähm du bist ja ein Jahr wirklich so ein Zyklus durchgegangen von Winter, Frühling, Sommer und dann Herbst und das war wie ein Auslandsjahr und
51:49
am Ende fühlt man sich so, als hätte man, würde man jetzt die Sprache schon ganz okay können, aber natürlich irgendwie noch gar nicht so, ich bin jetzt perfekt
51:57
und kann das gut, sondern dass man einfach weiß, man braucht noch ganz viele Sprachbäder, um sich dann auch wirklich ähm ganz sicher und so zumindest ähm annähernd Native zu fühlen. Und wie ist das jetzt bei dir? Das ist ja jetzt schon wieder ein bisschen her, dass du das Jahr,
52:11
den vielen Wanderungen, bist du da dran geblieben? Oder ist das jetzt erstmal wieder in den Hintergrund getreten und ist das dann so, wenn man dann eine Sprache länger nicht mehr so spricht, verlernt man sie auch schnell wieder, ähm in welchem Stadium bist du denn da.
52:24  Dirk Liesemer
Ja, also ich hab's tatsächlich, danach war ich dann viel mit Schreiben beschäftigt, dann dann war ich erstmal länger nicht draußen, jetzt zuletzt habe ich das wieder stärker gemacht, wobei das war da nicht wirklich Nacht, sondern es war spät abends dann, also das.
52:37
Bis zwölf Uhr oder so,
52:39
hab das aber relativ häufig gemacht und bin hier an der Isar entlang gelaufen und na ja also ich hab zwar vorhin immer gesagt, dass dass die Nacht so so reduziert ist und man auf sich selbst zurückgeworfen ist,
52:52
aber natürlich gibt es unglaublich viel auch zu entdecken. Also es welche Tiere welche Vögel sind jetzt gerade unterwegs in welcher Jahreszeit? Welcher Meteoritenschauer äh strömt halt gerade auch in was für und,
53:06
wie unterscheiden die sich und und welche Sternbilder gibt es alles und welche Konstellationen von Sternbildern. Also gerade, was Sterne angeht, also da kann man halt unglaublich viel auch äh auch lernen und ähm,
53:20
gibt so ein einzelne Sachen, da habe ich vielleicht jetzt ein bisschen mehr Ahnung und also so.
53:27
Sage mal so, äh kann ich das jetzt mit einer Sprache vergleichen? Also ich ich kann mich äh schon recht gut in dem Ausland macht äh orientieren und und kommen da schon ganz gut zurecht, aber äh sozusagen ähm da gibt's immer noch viel.
53:42  Nicola Wessinghage
Und das willst du auch weiterhin auch beruflich so ein bisschen weiter verfolgen oder ist das eher privat Vergnügen?
53:48  Dirk Liesemer
Naja, bei uns freien Journalisten vermischt sich berufliches, privates und und berufliches ja immer so ein bisschen äh vor allem bei bei so einer Recherche. Ähm.
53:57  Nicola Wessinghage
Und das ist Fluch und Segen, ne? Kann man ja sagen.
53:58  Dirk Liesemer
Ist Fluch und Segen. Ja, ich muss erstmal, also ich, ich werd das, also ich glaube, ich hab dann, also mit allem, mit dem ich mich mal beschäftigt hab, man hat ja so 'ne höhere Aufmerksamkeit dann dafür.
54:10
Und so ähnlich wird das bei dem Thema Nacht auch gehen. Also, wer nicht weitere Bücher, dann irgendwelche äh Reportagebücher schreibe, da spielt die Nacht dann wahrscheinlich dann doch eine andere Rolle als als bei bei dem,
54:22
und Kolleginnen.
54:23  Nicola Wessinghage
Ja. Ich habe ja jetzt extra das so geplant. Also ich hatte das Thema nachts waren dann schon tatsächlich ganz zu Anfang auf meiner Liste und auch als ich dann ein Buch gesehen habe,
54:32
das wäre super, wenn wir sprechen könnten und jetzt habe ich aber ein bisschen bewusst gewartet bis zum Juni, weil ja jetzt die ähm Sommersonnenwende kommt. Ich dachte, das ist eigentlich eine gute Zeit, um mit dem Nachtwandern einzusteigen. Du bist aber im,
54:46
Winter eingestiegen, was würdest du den Menschen, die jetzt wirklich äh angefixt sind und die sagen, ich möchte unbedingt auch mal raus? Was würdest du raten, soll man eher in einer Sommernacht gehen oder ist der Winter besser und hast du sonst noch ein paar Tipps, wenn man die erste Nachtwanderung plant?
55:01  Dirk Liesemer
Ja, also, also man kann im Grunde immer losgehen. Äh ich glaube, der der Sommer, der bietet sich ich weiß jetzt nicht, das genaue Datum, das müsste ich jetzt nachgucken. Also.
55:09  Nicola Wessinghage
Einundzwanzigster Juno ist der ähm ist das in diesem Jahr. Ich weiß nur nicht, also das wird als Tag angegeben. Und ich weiß dann nicht, ist die kürzeste,
55:18
nach davor oder danach, also wenn das als äh sozusagen Sommersonnenwende der Tag, der einundzwanzigste Juni ist, ist das dann die Nacht zum einundzwanzigsten oder aus dem einundzwanzigsten raus, weil das.
55:29  Dirk Liesemer
Nee, ich glaube, dass also das ist die die Nacht dann sozusagen, wo das dann tatsächlich äh.
55:33  Nicola Wessinghage
Dann zum einundzwanzigsten.
55:34  Dirk Liesemer
Ja, also man man kann so die die Sommersonnenwende, man, die ist sogar, ich glaube, auf die Sekunde genau festgelegt und die ist nicht immer sozusagen Mitternacht,
55:43
die kann auch irgendwie sechzehn Uhr dreiundfünfzig sein so ungefähr aber das ist dann trotzdem die die Nacht in der das dann,
55:52
gefeiert wird also idealerweise sollte man rausgehen wenn halt Sternschnuppen auch zu sehen sind und die sind die Perseiden ich glaub das ist Mitte August sind Thema zu sehen.
56:04
Es gibt auch viele andere Meteoritenströme. Es gibt so einen einen Zeitraum im Jahr, da sind keine Meteoriten zu sehen oder oder vielleicht nur sehr vereinzelt. Das ist so, ich glaube, im Oktober war das.
56:14
Ansonsten sind immer welche zu sehen, aber die, die Perseiden, die sind halt sehr ergiebig äh und und sehr eindrucksvoll und ähm,
56:22
Augustnächte, da muss man relativ lange warten, man hat auch noch eine blaue Stunde, die die äh die äh kann man dann auch noch mitnehmen. Es ist halt warm nachts und äh das ist halt auch sehr angenehm und in der Regel sind dann ja auch viele Leute im Urlaub.
56:36
Dass es sich einfach auch mal anbietet, länger äh aufzubleiben und also ich würde vor allem auch empfehlen, also eine Taschenlampe kann man ruhig mitnehmen, aber jetzt nicht.
56:46
Es wundert mich auch immer bei irgendwelchen Joggern, die abends um acht Uhr irgendwie im Moment unterwegs sind und und.
56:53
Eine Stirnlampe anhaben, da wo ich noch irgendwie alles sehe oder die ständig mit einer äh äh,
56:58
Fahrrad mit einer Lampe unterwegs sind. Also man, ich glaube, man sollte einfach mal auch so in die Dunkelheit ein bisschen wahrnehmen und man merkt dann auch, man aufm Fahrrad fährt man langsamer mitm,
57:08
Fuß ist man auch ein bisschen vorsichtiger und und es geht auch gut. Also ähm ein Tipp vielleicht so, also wenn man so ein bisschen, also wenn man Respekt hat vor der Angst so äh vor der Nacht oder auch Angst hat vor der Nacht.
57:23
Ideales beispielsweise am Rumpf.
57:25
Wenn man das Glück hat, auf Amrum zu sein, äh auf gibt's keine Wildschweine, da gibt's auch keine Füchse und wenn's die dann gäbe, dann würden sofort die Jäger ausrücken, weil es da so viele Boden brütende Vögel gibt.
57:36
Und da kann man wirklich gut nachts durch die Gegend laufen und über Amrum sieht,
57:45
eben auch perfekt die Perseiden, es ist still, vor allem auch und man äh man kann auch äh die gesamte Milchstraße sehen.
57:54
Es sind nicht viele Autos unterwegs, es sind nicht so viele Leute unterwegs und so und und wenn, dann sind's Touristen und also das waren so mit die schönsten Nachtwanderungen auch.
58:05  Nicola Wessinghage
Hätte ich getippt, also von von dem, was ich gelesen habe, hätte ich getippt, dass Amrum auf jeden Fall da zu deinen Favoriten gehörte. Gilt das für Inseln insgesamt? Frage ich jetzt mal aus eigenem Interesse oder ist das nur auf anderen beschränkt? Weil so diese
58:18
nicht gefahren, Wölfe und so weiter müsste ja auch für andere Inseln gelten oder.
58:21  Dirk Liesemer
Naja sagen wir es mal so, also dem Wildschwein bin ich auf Rügen begegnet.
58:27
Aber äh ja, also ich glaube, vor Wölfen braucht man jetzt auch nicht die größte Angst zu haben. Also da äh also ich bin auch durch ein Wolfsgebiet, aber klar, da da geht dann sofort die die äh das das Kopfkino los,
58:38
Also ich bin äh am Stechen liegen bin ich äh durch's Wolfsgebiet gelaufen und und da habe ich wirklich überhaupt nichts gesehen.
58:44
Und da habe ich mir dann, obwohl ich so oft nachts unterwegs war und obwohl ich keine Angst vor Wölfen habe, habe ich gedacht, okay, wenn jetzt hier ein Wolf auf dem auf dem Weg liegen würde, äh ich würde wahrscheinlich einfach drüber stolpern, weil ich ihn nicht sehen würde und.
58:56
Völlig absurde Vorstellung, aber das passiert dann eben.
59:00
Und äh und man also ein anderer Tipp ist, wie gesagt, keine Taschenlampe verwenden, aber dann eben auch mit Freunden los.
59:08
Und auch auch wenn man mit Freunden unterwegs ist, so auch dann merkt man so, man verliert sich in der eigenen Vergangenheit ganz schnell und in der Kindheit und wo hat man denn Freunde oder die.
59:16
Gelernt oder was hat man schon alles zusammen gemacht? Und äh man redet dann vielleicht ein bisschen viel ähm aber auch das ist nicht schlimm. Also ich.
59:26  Nicola Wessinghage
Wenn man länger geht, gibt's dann ja auch verschiedene Phasen, denke ich mal, irgendwann wird man müde.
59:30  Dirk Liesemer
Nachts. Äh vor allem, wenn man nach zwanzig Kilometern ist hat man keine.
59:34  Nicola Wessinghage
Ja. Das glaube ich auch. Und muss man sich irgendwie vorbereiten? Ich glaube, der hat das einmal auch geschrieben, ich war schlecht vorbereitet wegen Mondphasen oder ähnliches. Mus.
59:42  Dirk Liesemer
Achso, ja, ja, da, also, es kann, ja, ja,
59:46
da war ich im Sternenpark unterwegs und habe mich tagelang darauf gefreut und habe dann aber nicht einmal geguckt, wann geht denn der Mond auf? Äh und als ich im Sternpark war, dann war's am Anfang noch noch wirklich dunkel und nach einer halben Stunde oder so ging dann der Mond auf und und dann dann war's das mit dem,
1:00:00
mit der Milchstraße und, und, naja, also da hab ich mich schon wirklich über mich selbst geärgert, weil ich gemerkt hab, was für 'n für 'n Amateur ich zu dem Zeitpunkt noch war, aber man man lernt halt immer auch dazu.
1:00:12
Also wenn man wirklich die dunkle Nacht,
1:00:15
erleben will, man sollte schon gucken, so ist jetzt Vollmond oder ist jetzt oder oder manchmal ist ja auch der der Mond einfach nur tagsüber am Himmel. Das sind natürlich dann ideale, also mondlose Nächte sind ideal, um wirklich auch die Dunkelheit zu erleben.
1:00:27  Nicola Wessinghage
Mhm,
1:00:27
Ja super, dann gibt's da jetzt keinen Halt mehr und ich glaube, dass viele jetzt Lust bekommen haben, auch nachts loszugehen. Ich auf jeden Fall auch und werde auch mal davon berichten. Ähm gibt's noch irgendwas, was du noch zum Lesen oder Anhören empfiehlst, außer deinem Buch natürlich.
1:00:42  Dirk Liesemer
Ja, ich bin zwar eitel, aber äh das hätte ich jetzt dann dann doch nicht am empfohlen. Äh.
1:00:49
Nee, ich habe noch zwei Bücher mir noch mal rausgesucht. Das eine wollte ich immer mal lesen. Das hatte ich mal angefangen. Das ist aber wirklich ganz, ganz spannend,
1:00:56
Das ist jetzt nicht eine reine Fußwanderung äh glaube ich, das ist von, ich halt's mal hier rein, äh Gustav Flobella, äh die Reise nach Ägypten äh Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.
1:01:06
Mit einem Fotografen unterwegs. Ähm das habe ich angefangen mal, das ist ganz spannend und gelesen habe ich vollständig, ähm dass es hier von Willi Winkler.
1:01:16
Das ist 'ne Journalist der Süddeutschen Zeitung,
1:01:21
Der hat Deutschland eine Winterreise heißt das, der ist ähm der wandert von Hamburg nach Altötting.
1:01:29
Zwar hat er irgendwann mal als Jugendlicher oder als junger Erwachsener die Wette gemacht, wenn die FDP aus dem Bundestag fliegt, dann pilgert er nach Altötting und ich glaube, er kommt aus Altötting,
1:01:40
und und Altötting ist ja so ein Pilgerort in Bayern und na ja, dadurch, dass er dann irgendwann nahe Hamburg lebte, wurde das halt eine relativ weite Wanderung,
1:01:49
und das ist jetzt ein Jahr wert, dass ich das gelesen hab, aber das das ja fand ich mal irgendwie.
1:01:57
Fand ich jedenfalls ganz nett zu lesen. Also es ist äh sehr intellektuell oder teilweise intellektuell, nicht sehr intellektuell, aber doch,
1:02:04
und natürlich den Klassiker Berlin Moskau, den hatte ich zweimal gelesen von Berlin Moskau.
1:02:12  Nicola Wessinghage
Berlin Moskau, ich hatte ja.
1:02:14  Dirk Liesemer
Genau, das ist auch ein Klassiker von Wolfgang Bischer.
1:02:18
Beim ersten Mal war ich so ein bisschen äh enttäuscht, weil ich hatte irgendwie erwartet, dass es sozusagen dass er viel über die Landschaft und und über die Menschen berichtet und aber das geht dann auch sehr, das ist auch sehr introspektiv. Und beim zweiten Mal fand ich's wirklich toll.
1:02:31
Ja, man muss ja manchmal, manche Dinge zweimal lesen, um es dann zu begreifen.
1:02:35  Nicola Wessinghage
Ja, super.
1:02:37
Dirk, ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch und freue mich auf meine erste bewusste Nachtwarnung. Ihr habt schon mal als Kind welche gemacht und auch tatsächlich einen Jugendlichen. Aber werde das jetzt natürlich nochmal ganz anders erleben. Und ja, danke, dass du dir Zeit genommen hast und dabei warst.
1:02:51  Dirk Liesemer
Vielen Dank für die Einladung.
1:02:53  Musik
1:03:00  Nicola Wessinghage
Mein Nachtspaziergang ist noch gar nicht so lange her. Zwei Wochen genauer bevor diese Folge erscheint, waren wir auf der Insel Usedom unterwegs,
1:03:08
Es war von Anfang an klar, dass wir keine lange Wanderung unternehmen würden, denn für eine Nacht ohne Schlaf hätte ich wohl einen freien Tag danach gebraucht. Wir haben uns entschieden, an einem See loszugehen, ein Stück durch den Wald und dann am Strand zu wandern.
1:03:22
Wir starten hatten wir beide den Eindruck, dass es noch ein wenig zu hell war. Das lag wohl weniger an vielen Wolken als an der Uhrzeit
1:03:30
und je weiter die Zeit Fortschritt, desto dunkler wurde es. Wir waren ja auch schon kurz vor der kürzesten Nacht des Jahres,
1:03:39
Während es am See noch relativ unspektakulär war, weil wir dort noch gut sehen konnten und die Wege teils sogar auch beleuchtet waren, änderte sich das Gefühl, je tiefer wir in den Wald fordern,
1:03:50
Ganz bewusst haben wir dann auch mal die Hauptwege verlassen. Und so halb im Gestrüpp musste man dann doch schon sehr genau darauf achten, wo man hintritt,
1:03:58
Unwillkürlich wurden wir deshalb langsamer und ich auch deutlich konzentrierter. Ich habe zunächst so sehr auf den Weg geachtet, dass ich gar nicht darüber nachgedacht habe, ob ich mich nun fürchtete,
1:04:11
fürchten würde vielleicht, weil ich auch nicht alleine war oder nicht. Als mir das Thema in den Kopf kam, war's dann eben auch eher eine theoretische Überlegung.
1:04:20
Ich hatte keine Angst, konnte mir aber durchaus vorstellen, dass es mir alleine etwas unbehaglich gewesen wäre, weil wirklich niemand da war und ähm es doch ganz schön viele Geräusche gab, die einen auch hätten beunruhigen können.
1:04:33
Wir wanderten also durch den Wald und suchten einen Zugang zum Meer. Irgendwo war da eine Treppe, das wussten wir, die von der Steilküste hinunter zum Strand führt.
1:04:42
Obwohl wir den Weg beide sehr gut kannten, hatte ich schnell die Orientierung verloren. Auch weil wir quer zum Hauptweg gingen und ich wusste nicht genau zu sagen, wie weit es noch war,
1:04:54
Als wir auf den Weg zur Treppe angelangt waren, war es heller. Weil nämlich am Horizont ein kleiner Lichtstreife erschienen und das Meer reflektierte.
1:05:03
Und weil von der Ferne ein Leuchtturm immer wieder Lichtkegel aufs Meer warf. Und plötzlich entdeckten wir zwei blaue wandernde Lichter am Strand.
1:05:12
Unten fanden wir dann heraus, dass es ein Mann und eine Frau waren, die am Wasser damit herumliefen,
1:05:18
Als wir sie fragten, was sie denn mit dem Licht machten, sie richteten es immer auf den Boden am Strand, da haben sie uns erklärt, dass sie Bernsteine suchten.
1:05:26
Wie man sah, waren sie damit auch wohl ganz erfolgreich.
1:05:30
Überholten sie und hatten den Strand dann wieder ganz für uns alleine. Eine schöne, besondere Stimmung war das. Das Meer war in Bewegung, der Wellengang zu hören, die Sterne waren gut zu sehen.
1:05:41
Und ohne dass ich es irgendwie bewusst hervorgerufen hätte, erinnerte ich mich an einen Schüleraustausch in Frankreich. Da waren wir mal nachts in der Bretagne unterwegs gewesen und das hatte ich bis dahin komplett vergessen.
1:05:54
Irgendwann erblickten wir in der Ferne grelles Licht. Es sah wirklich fast so aus, als würden Filmaufnahmen am Strand gemacht. Das war meine Vermutung. So hell war der Strand ausgeleuchtet.
1:06:05
Fahrzeuge und Rätsel. Strandwache? Oder doch ein Filmset?
1:06:11
Als wir näher kamen, sahen wir, dass die Nacht offenbar genutzt wurde, um Strandkörbe an den Strand zu fahren.
1:06:18
Wir waren am ersten Tag unterwegs als nach dem Lockdown wieder Touristen an den Ort fahren durften. Und das war also die Erklärung.
1:06:25
Setzen uns dann noch kurz an den See, der wunderbar ruhig war, beobachteten die Sterne und sahen jetzt, wie es aussieht, wenn es wirklich dunkel dort ist.
1:06:33
Es war eine sehr schöne Wanderung und die Umgebung, die wir beide sehr gut kannten, haben wir beide noch einmal ganz anders wahrgenommen. Und das war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir dort eine Nachtwanderung gemacht haben.
1:06:46
Falls ihr auch nachts unterwegs seid und Lust habt, schreibt doch gern mal von euren Erfahrungen in den Kommentaren oder postet das unter Hashtag Lob des Gens auf Instagram. Ich bin sehr gespannt und würde mich freuen.
1:06:59
Ob ihr nachts unterwegs seid oder Tags, ich wünsche euch eine gute Sommerzeit.
1:07:05
In der kommenden Woche ist ja schon Sommersonnenwende. Ich mache mit Lob des Gens im Sommer eine kleine Pause und wir hören uns dann erst wieder Ende September,
1:07:14
schaut solange gern mal vorbei bei Instagram, Twitter oder Facebook, dort gibt's auch im Sommer weitere Infos und Fotos zum Thema dieses Podcasts.
1:07:23
Euch gefällt, dann freue ich mich, wenn ihr ihn weiterempfehlt. Und tatsächlich auch über jede Form von.
1:07:30
Ich verabschiede mich wie immer mit der Musik von Mastermind XS aus Saarbrücken. Wünsche euch einen tollen Sommer mit.
1:07:36  Musik