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Wir spielen Woche für Woche Retro-Games mit einem Schwerpunkt auf Adventures. Unsere aktuellen Eindrücke, vermischt mit nostalgischen Erinnerungen sowie knallharten Recherchen besprechen wir in diesem Podcast.

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episode 7: Der rote Knopf [transcript]


  • Wolfgang Schoch
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Mehr als einmal stand die Welt an der Schwelle zu einem Atomkrieg. Diese Folge erzählt die Geschichte von Stanislaw Petrow, der durch sein Handeln im Jahre 1983 einen Sowjetischen Atomschlag gegen die USA verhinderte.

Damals zeigten die Frühwarnsysteme nämlich einen amerikanischen Angriff an. Es handelte sich dabei aber um einen Fehler bei der Beobachtung der sowjetischen Satelliten. Petrow erkannte dies und entschied sich unter einem enormen Zeitdruck dafür, dass es sich um einen Fehlalarm handeln musste. Er lag richtig.

Leider war das nicht der einzige Fall in der Geschichte, in der es versehentlich fast zu einem Einsatz von Atomwaffen kam.

Wenn dir der Podcast gefällt, dann bewerte ihn doch bei Apple Podcasts. Am liebsten natürlich mit einer kleinen Rezension. Das wäre eine Win-Win-Situation für uns! Denn mir hilft es, den Podcast ein bisschen bekannter zu machen und du wirst Teil von der nächsten Episode, wenn ich deinen Text vorlese. Deal? Hier gehts zu Apple Podcasts.

Shownotes
  • Kalter Krieg
  • Cold War - Wikipedia
  • Launch on warning - Wikipedia
  • Gleichgewicht des Schreckens – Wikipedia
  • Strategic Defense Initiative - Wikipedia
  • Korean-Air-Lines-Flug 007 – Wikipedia
  • Overkill – Wikipedia
  • Enthauptungsschlag – Wikipedia
  • Stanislaw Petrow
  • Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow – Wikipedia
  • 1983 Soviet nuclear false alarm incident - Wikipedia
  • Der Mann, der die Welt rettete - Die ganze Doku | ARTE
  • Zwischenfälle mit Atomwaffen
  • List of nuclear close calls - Wikipedia
  • Norwegischer Raketenzwischenfall – Wikipedia
  • False Alarms in the Nuclear Age | NOVA | PBS
Credits

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
Musik: BACKPLATE von https://josephmcdade.com


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 2021-06-10  30m
 
 
00:07
Hallo und herzlich willkommen bei digitale Anomalin. Mein Name ist Wolfgang Schoch und in diesem Podcast erzähle ich Geschichten von Computern und Katastrophen,
00:15
von allem, was irgendwo dazwischen stattfindet. Hier geht's um die wunderbare Welt der Technik und um all die Geschichten von Fehlern und vom Scheitern.
00:23
In der heutigen Folge Nummer sieben geht's um den Tag, an dem ein technischer Fehler fast den dritten Weltkrieg ausgelöst hätte und um dem Mann, der das verhindert hat.
00:32
Die heutige Geschichte spielt im Kalten Krieg. Der Kalte Krieg, der begann damals neunzehnhundertsiebenundvierzig.
00:38
Standen sich auf der einen Seite die USA mit der NATO und auf der anderen Seite die Sowjetunion mit dem Warschauer Pakt gegenüber.
00:45
Beide Nationen betrieben ein unglaubliches Wettrüsten und schon bald gab's genügend Atomwaffen, um die gesamte Menschheit gleich mehrfach zu vernichten.
00:54
Beide Nationen, also die USA und die Sowjetunion verfolgten dabei aber eine Strategie, um die eigene Vernichtung zu verhindern.
01:01
Strategie sah so aus, dass im Falle eines gegnerischen Erstschlags der Gegner durch einen umfassenden sogenannten Vergeltungsschlag vernichtet würde.
01:10
Man nannte diese Strategie, äh die gegenseitig zugesicherte Zerstörung oder auch das Gleichgewicht des Schreckens.
01:16
Das klingt doch auch ein bisschen paradox, oder? Man hatte also diese ganzen Waffen und hat die nur einsatzbereit gehabt, weil man den Gegner davon überzeugen wollte, dass es keinen Sinn macht, die einzusetzen.
01:28
Idee dahinter war, dass keine Parteien einen atomaren Erstschlag ausführt, weil der Gegner dann immer noch in der Lage sein könnte, darauf zu reagieren und einen selber zu vernichten.
01:37
Idee und Strategie sorgte damals dafür, dass der Kalte Krieg zu keinem Heißen Krieg wurde. Für diese sogenannte Vergeltung verfolgten die beiden Parteien die Strategie vom sogenannten Launch On-Worning,
01:49
Das bedeutete, dass der Abschuss von diesen Vergeltungsraketen bereits erfolgte, sobald der gegnerische Angriff von dem Frühwarnsystem registriert wurde,
01:58
wartete also nicht, bis die gegnerischen Raketen hier auf dem eigenen Land einschlug und man wirklich sicher war, okay, die jetzt schicken jetzt eine Atomrakete rüber oder die Amerikaner schicken Atomrakete rüber und dann reagiert man,
02:10
sondern man hat Frühwarnsysteme, also Radar, Satellitengestütze Systeme und sobald diese Systeme anzeigen, dass ein Nuklearschlag erfolgt, also dass ähm Interkontinentalraketen gestartet wurden, führt man schon diesen Vergeltungsschlag durch.
02:25
Der Grund dafür ist einfach
02:27
Sobald jetzt ein Atomangriff kommt und Atomwaffen einschlagen, dann werden natürlich empfindliche Kommandokontroll- und Kommunikationsanlagen mitunter so stark gestört, dass man eben nicht mehr reagieren kann. Und das wollte man auf jeden Fall verhindern.
02:42
Denn wenn der Gegner wüsste, dass Sohn Erstschlag so erfolgreich sein könnte, dass dein Gegner nicht mehr reagiert, dann würde er den vielleicht auch machen
02:50
In Militärjargon, das habe ich in der Recherche gesehen, würde man so einen Angriff dann auch Enthauptungsschlag nennen, weil man quasi mit so einer Wucht zuschlägt, dass dem Gegner keine Möglichkeit mehr bleibt, irgendwie zu reagieren.
03:05
Gleichgewicht des Schreckens funktionierte erstaunlich gut.
03:09
Jedoch kam's immer wieder während des Kalten Krieges zu Situationen, in denen eine Nation fast eine Atomwaffen gezündet hat.
03:17
So zum Beispiel im Jahr neunzehnhundertdreiundachtzig. In diesem Jahr war die Lage zwischen den beiden Supermächten besonders angespannt.
03:24
Ronald Reagan bezeichnete damals die Sowjetunion als das Reich des Bösen,
03:29
im gleichen Jahr kündigten die USA auch noch das neue Programm an. Das kennt man vielleicht als Star Wars Programm. Das war diese große Raketenabwehr für sowjetische Interkontinentalraketen,
03:41
unter anderem durch Laser und durch Waffen im All, also durch bewaffnete Satelliten. Das hat die USA damals vor allem extrem viel Geld gekostet,
03:49
Ähm dann kam's noch zu einem Abschuss von einem äh Passagierflugzeug und zwar das war die Korean Airlines, der Flug null null sieben, der
03:58
hatte Navigationsproblem und Drang versehentlich in den sowjetischen Luftraum ein. Die Sowjets versuchten damals, das Flugzeug auch äh über Funk zu erreichen. Da gab's aber auch technische Probleme.
04:08
Und äh dann schaust man das Flugzeug einfach ab.
04:11
Passagierflugzeug, da waren auch viele amerikanische Passagiere, das nutzten natürlich die Amerikaner dann wieder für Propaganda und für Anschuldigungen,
04:20
und äh das schaukelt es sich alles ein bisschen hoch.
04:23
Und ähm beide Supermächte waren extrem angespannt. Und es fehlte einfach nur noch dieser bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
04:31
Diesen Tropfen gab's dann fast am sechsundzwanzigsten September neunzehnhundertdreiundachtzig.
04:36
An dem Tag war Stanislav Petrov, der war Oberleutnant bei den sowjetischen Luftverteidigung Streitkräften,
04:42
der war an dem Abend, der diensthabende Offizier im Serpucker fünfzehn Bunker, der Bunker befand sich zu circa fünfzig Kilometer südlich vom Moskau.
04:51
Aufgabe von dem Bunker war die Überwachung des Luftraums mit Hilfe von Satelliten und Computeranlagen.
04:57
Und äh diese Satelliten waren quasi für dieses Frühwarnsystem der Sowjets zuständig.
05:03
Es lief alles nach Plan, bis dann kurz nach Mitternacht plötzlich Chaos ausbrach.
05:08
Denn ein Computer meldete auf einmal den Staat von der amerikanischen Interkontinentalrakete von zu einer Raketenbasis im Montana mit dem Ziel Sowjetunion.
05:18
Und bei einem feindlichen Raketenstaat hatte damals die sowjetische Führung genau achtundzwanzig Minuten Zeit,
05:25
unwiderruflich über einen Gegenschlag zu entscheiden. Stanislav Petrov blieb damals eine Viertelstunde bis er seinen Vorgesetzten unterrichten musste.
05:33
Er hatte also fünfzehn Minuten, in denen musste er überprüfen und Sicherheit gewinnen, ob das jetzt ein echter Alarm war, ob das eine reale Rakete war, die auf dem Weg war oder ob es sich vielleicht nur um einen Fehlalarm handelte.
05:45
Sein Problem war, dass er damals nicht viele zusätzliche Daten hatte, um diese Meldung vom Computer und von diesem Frühwarnsystem entweder zu bestätigen oder eben zu widerlegen,
05:55
Man hatte damals noch andere Spionagesatelliten, die quasi,
05:59
Bilder lieferten von dieser Raketenbasis, auf denen konnte man nichts wirklich erkennen, also man man konnte es nicht definitiv sagen, ja, da gab's einen Staat oder nein, da gab's keinen Staat.
06:10
Verließ sich dann aber auf sein Instinkt und er sagte sich, OK, wenn die USA jetzt wirklich uns angreifen mit Atomwaffen.
06:20
Dann werden sie das sicherlich nicht mit einer einzigen Waffe machen. Das macht einfach keinen Sinn. Das ist einfach nicht plausibel.
06:26
Daraufhin meldete seinem Vorgesetzten, dass es sich nur mit Fehlern handelte. Also alles gut. Erstmal tief durchatmen, passiert. Okay, Puls geht wieder runter,
06:36
geht aber nicht so super weit runter, denn kurze Zeit später meldet das Computersystem eine zweite, eine dritte, eine vierte und eine fünfte abgefeuerte Rakete
06:45
Und ähm man macht wieder dasselbe. Man schaut sich Satellitenaufnahmen an. Man versucht irgendwie was zu überlegen. Die einzigste Möglichkeit, um diese Raketen jetzt wirklich definitiv zu bestätigen oder zu widerlegen, ist es russische Landradar
06:59
Allerdings hat dieses Radar nur eine begrenzte Reichweite und die Raketen brauchen theoretisch von Montana siebzehn Minuten, bis sie so nah dran sind, um dann wirklich auch definitiv bestätigt zu werden oder halt auch nicht bestätigt zu werden.
07:13
Wenn man jetzt natürlich nur achtundzwanzig Minuten hat und die Entscheidung zu treffen, ob man den Gegenschlag durchführt oder nicht und die Rakete aber schon siebzehn Minuten braucht, bis sie in Radarreichweite ist und man definitiv weiß, ja, es ist eine Atomwaffen, ja oder nein.
07:27
Dann ist das ganz schön spät,
07:29
Aber Petrov bleibt bei seiner Hypothese und er sagt, okay, auch fünf Raketen sind natürlich total wenig, um jetzt einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion anzufangen. Das macht doch gar nichts,
07:39
und Petrov hat recht, denn man wartet natürlich und der Schweiß läuft wahrscheinlich die Stirn runter. Und die ganzen Experten, die schauen auf ihrer Dar und es passiert nix und,
07:49
rechnet und man weiß, okay, jetzt ist gleich so der Zeitpunkt erreicht, wo man die Raketen finden müsste, auf dem Radar und da kommt nichts auf dem Radar. Und,
07:59
atmet durch und äh ist sich sicher, okay, man hat die richtige Entscheidung getroffen. Es war zweimal einfach ein Fehlerlarm.
08:07
Denn es war nicht plausibel und Petrov sagte später mal in einem Interview ähm ja hey, wenn Leute einen Krieg anfangen, dann machen sie das nicht mit fünf Raketen. Man kann relativ wenig Schaden anrichten mit fünf Raketen,
08:19
und er hatte Recht. Und die Entscheidung, die er getroffen hat, so stellte sich zumindest das später mal raus, das war die korrekte.
08:27
Die spannende Frage, die bleibt, warum kam denn hier überhaupt eine fehlerhafte Meldung.
08:33
Und um die Frage zu beantworten, lohnt es sich glaube ich mal kurz anzuschauen, wie dieses Frühwarnsystem der Sowjetunion funktioniert hat.
08:41
Die Sowjets, die nutzten damals ein neues System an Satelliten, das waren die sogenannten Oko-Satelliten, Oko ist russisch und bedeutet Auge.
08:49
Jeder von diesen Satelliten, der war zylinderisch, ungefähr zwo Meter lang, Meter siebzig im Durchmesser, die wogen so zweitausendvierhundert Kilo.
08:57
Und die Satelliten, die waren ausgestattet mit Sensoren und Teleskopen für den Infrarotbereich und für den sichtbaren Bereich, um da eben Beobachtungen durchzuführen.
09:07
Die Satelliten, die wurden in den sogenannten Orbit geschossen. Das ist auch Russisch und bedeutet Blitz.
09:15
Sonjolner Orbit, der ist hocherliptisch. Okay, was bedeutet es?
09:20
Oftmals, wenn man über Satelliten nachdenkt, hat man so diese Vorstellung, die bewegen sich halt in so einer Umlaufbahn, also in so einem Orbit um den Planeten, also in dem Fall um die Erde.
09:29
Und die haben dann immer so ungefähr den gleichen Abstand zur Erde und haben einfach so eine Kreisbahn.
09:34
Das ist oft so, aber das muss nicht so sein. Ein sogenannter Orbit, also so ein hochelektrischer Orbit.
09:40
Das ist halt eine Elipse und diese Ellipse, die hat halt die Abmessung von sechshundert mal vierhundert Kilometern.
09:47
Jetzt muss man sich das so vorstellen, man hat diese Elipse und die Erde, die ist jetzt nicht mitten in dieser Elipse, sondern die ist in der einen Ecke einfach. Das bedeutet,
09:57
so gedacht, wenn der Satellit in dieser elektrischen Umlaufbahn um die Erde reißt,
10:02
einmal Ecke der Ellipse sehr nah an der Erde, da hat dann ungefähr ein Abstand von sechshundert Kilometern,
10:09
am anderen Ende da ist der fast maximal weit entfernt,
10:14
und bei dem vierzigtausend äh Kilometern Ausdehnung, die der Orbit hatte, waren das dann zwo neununddreißigtausend und ein paar Kilometer Entfernung, die er hatte.
10:24
Spannende an diesem speziellen Orbit ist,
10:27
der Satellit, der bewegt sich jetzt nicht überall mit der gleichen Geschwindigkeit, denn durch die Auswirkung von der Schwerkraft der Erde verändert sich auch die Geschwindigkeit. In der Realität bedeutet das.
10:39
Dieser Satellit nah an der Erde ist, dann bewegt er sich ziemlich schnell und wenn er so ganz erdfern ist, dann bewegt er sich sehr langsam.
10:47
Und äh für den Cellulite sieht's dann halt so aus, er ist relativ wenig,
10:52
in diesen erdnahhen Bereich, weil er da halt super schnell vorbeisaust und wenn er so ganz erdfern ist, da ist er halt am langsamsten und da hat er halt einfach eine sehr große äh Dauer, in der er da oben ist.
11:04
Wenn man diesen Orbit jetzt so ausrichtet, dass dieser Erdfernebereich über dem Zielgebiet ist, also in dem Fall über Europa oder über den USA, dann hat man auch eine relativ lange Zeit, in der man da irgendwas beobachten kann,
11:17
Und für die Sowjets bedeutete das, ähm dass man auch relativ wenige Satelliten braucht, um halt ständig die USA zu beobachten.
11:24
Das hat er aber auch noch einen ganz praktischen Vorteil oder einen ganz praktischen Grund. Denn wenn ich mit einem Satelliten von der Sowjetunion aus die USA beobachten möchte, dann brauche ich ja zwischen Satelliten und zwischen der Sowjetunion eine Sichtverbindung für meine Funkstrecke.
11:39
Wenn man sich mal die Karte anschaut und ein Globus, dann wird man merken, OK,
11:43
wenn der Satellit relativ dicht an der Erde ist, dann ist da immer so ein Stückchen Erde dazwischen, zwischen Sowjetunion und Satellit.
11:51
Dadurch kann halt keine wirklich hochperformante Funkverbindung etabliert werden,
11:56
Dieses Problem hatten jetzt die Amerikaner beispielsweise nicht, denn die Amerikaner, die haben halt einfach in Europa bei ihren Alliierten.
12:02
Station aufgebaut und dadurch konnten die ganz gut auch äh mit Satelliten kommunizieren, die sich irgendwo über das Sowjetunion befanden,
12:10
und ähm die Sowjetunion hatte halt entsprechende Alliierte nicht, mit denen sie sowas machen konnten. Und deswegen äh haben sie halt auch diesen speziellen hocheliktischen Orbit gewählt.
12:21
Es gab aber auch noch einen dritten Grund. Und die hatte ein bisschen was mit der Technik zu tun.
12:25
Um damals zumindest solche Raketenstarts zu erkennen, gab's zwei Varianten und da gab's zwei Möglichkeiten,
12:31
eine Möglichkeit war, du hast ein Satellit und schaust mit diesem Satellit direkt nach unten auf die Erdoberfläche,
12:37
und mit Hilfe von deinen Sensoren erkennst du quasi den äh Ausstoß der Rakete, also diesen Brennstrahl von der Rakete zum Kontrast der Erdoberfläche. Wenn man ein sehr gute Sensoren hat, ist das sehr gut möglich.
12:50
Sowjetunion hatte damals nicht so eine hochentwickelte Technologie, was diese Sensoren anging.
12:56
Den Sensoren der Sowjetunion konnte man aber den Kontrast zwischen diesem Raketenantrieb und dem Weltall sehr gut erkennen.
13:04
Deswegen wurden diese Satelliten auch so ein bisschen schräg auf so eine Umlaufbahn geschossen, damit die immer so schräg äh quasi auf die Erde geschaut haben,
13:13
und die Raketen, sobald die ein paar äh Kilometer hoch gestiegen sind von ihrer Startrampe, von diesen Raketenbasen in USA, konnte man dann quasi mit dem Satellite aus diesen vierzigtausend Kilometern äh Entfernung
13:25
schräg auf die USA schauen und den Kontrast wahrnehmen zwischen dem Raketenantrieb und dem All und dadurch die Raketen erkennen.
13:33
Das gesamte Frühwarnsystem mit diesen Oko-Satelliten, das ging testweise so ab, neunzehnhundertachtundsiebzig im Betrieb,
13:39
und es befand sich erst seit neunzehnhundertzweiundachtzig im Regelbetrieb. Und es gab Anfang relativ große Probleme mit der Haltbarkeit von den Satelliten.
13:47
Gefunden, wenn man natürlich beim Thema Atomwaffen überhaupt von Fun Fact reden kann.
13:53
Die Satelliten, die hatten uns Selbstzerstörungsmechanismus drin und der wurde aktiviert, wenn die Funkverbindung zwischen Satelliten und Bodenstation abbrach.
14:02
Es gab wohl bei den Sowjets damals so massive Probleme mit dieser ganzen Funkverbindung, dass bis neunzehnhundertdreiundachtzig von einunddreißig hochgeschossenen Satelliten, elf Stück durch diese Selbstzerstörung zerstört wurden, weil's irgendwelche Probleme mit der Funkverbindung gab,
14:17
Daraufhin wurde diese Funktion äh ausgebaut und die anderen Satelliten, die hatten das gar nicht.
14:23
Nach dem kleinen Exkurs in die sowjetischen Frühwarnsysteme der neunzehnhundertachtziger Jahre,
14:29
wieder zurückkommen zu dieser Schicksalhaften Nacht am sechsundzwanzigsten September neunzehnhundertdreiundachtzig. Denn da passierte Folgendes.
14:38
Die Sonne, das Satelliten und die amerikanischen Raketenfelder standen zu dem Zeitpunkt in einer so speziellen Konstellation, dass das Sonnenlicht von den hochliegenden Wolken maximal reflektiert wurde.
14:49
Und der Satellit, der ja, wie gesagt, in vierzigtausend Kilometern circa Entfernung im All stand und so schräg auf die Erde schaut, die auf diese Raketenbasis und Montana.
14:58
Der interpretierte halt einfach dieses grelle Sonnenlicht, das in so hohen Höhe von diesen Wolken reflektiert wurde,
15:05
als Rakete, beziehungsweise als Schubstrahl von so einer Rakete und ähm meldete das dann einfach als Raketenstart.
15:13
Als man das Ganze im Nachgang untersuchte, wurde auch klar, dass dieses Phänomen extrem selten war und man deswegen nicht damit gerechnet hatte.
15:20
Für Stanislav Petrov muss das ein unglaublicher Tag gewesen sein, denn natürlich als Angehöriger vom Militär war er supergut ausgebildet und um diese Verantwortung für diesen Bunker zu bekommen, da muss er noch viel besser ausgebildet worden sein und wirklich
15:34
gewesen sein auf alle möglichen Situationen. Aber egal, wie gut man auf so eine Situation vorbereitet ist,
15:41
Situation ins Auge zu schauen, ist natürlich nochmal was komplett anderes. Und dann noch diesen krassen Faktor mit dem Zeitdruck zu haben, denn wenn nicht alle Zeit der Welt habe, klar, ich kann mir noch Daten besorgen, ich kann mir das bestätigen lassen, alles easy.
15:55
Aber wenn ich weiß, ich muss in fünfzehn Minuten darüber entscheiden, ob ich empfehle, dass wir eine nuklear Schlag durchführen, also ich kann mir nicht vorstellen, wie sich sowas anfühlen kann.
16:05
Natürlich hat äh Petrov damals nicht entschieden, ob's den Gegenschlag gibt, ja oder nein, das konnte ja gar nicht direkt entscheiden, denn in der Sowjetunion gab's zu dem Zeitpunkt eine Befehlskette.
16:16
Aber es ist zweifelhaft, ob jemand in der Befehlskette seine Einschätzung ignoriert oder überstimmt hätte,
16:21
ein Interview gesehen, da sagte er sinngemäß, es ist immer einfacher zu bestätigen als anzuzweifeln und ähm ja, da ist natürlich was dran,
16:30
Außerdem ist zu bedenken, dass natürlich das sowjetische Oberkommando und die Staatsführung, durch die noch viel knappere Zeit auch extrem unter Druck gestanden wären. Und Menschen können keine guten Entscheidungen treffen, wenn sie unter Druck stehen.
16:42
Von daher hat Stanislav Petrov mit seiner Entscheidung definitiv den nuklearen Gegenschlag verhindert, indem er nämlich die Befehlskette unterbrochen hat.
16:51
Vor dem Nachgang für seinen Einsatz nicht belohnt oder befördert, aber auch nicht bestraft.
16:56
Jahr nach den Ereignissen schien er aus persönlichen Gründen beim Militär aus und er verstarb am neunzehnten Mai zweitausendsiebzehn in der Nähe von Moskau.
17:06
Zu Lebzeiten hat er verschiedene Ehrungen bekommen. Beispielsweise den World Cityson Award, der ihm im UN-Gebäude in New York verliehen wurde.
17:14
Darüber hinaus bekam er auch den deutschen Medienpreis, den Dresden-Preis und ein Denkmal in Oberhausen mit einer Inschrift. Dort steht.
17:24
Wäre er den Computermeldungen gefolgt, wäre der sofortige atomare Gegenschlag erfolgt und damit der Tod von Millionen Menschen in den USA in Europa und Russland die Folge gewesen.
17:35
Es gibt einen tollen Dokumentarfilm über Stanislav Petrov. Der wurde von einem dänischen Filmemacher über einen Zeitraum von, ich glaube, zehn Jahren Begleit.
17:44
Und äh der Film, der heißt der Mann, der die Welt rettete. Und aktuell kann man sich den auch in der Mediathek von Arte anschauen und ich habe mir den in der Vorbereitung auch angeschaut.
17:53
Und ich fand ihn sehr beeindruckend. Der besteht zum Teil aus gefilmten Szenen von Petrov. Man sieht hier auch ähm diese Verleihung im UN-Gebäude in New York.
18:03
Und äh teilweise besteht da auch aus Nachgefilmten und nachgestellten Szenen, die zeigen sollen, wie diese Ereignisse damals in diesem Bunker abliefen.
18:13
Jetzt könnte man natürlich glauben, okay, da ist mal einmal was passiert bei den Sowjets,
18:17
da haben wir Glück gehabt, aber ansonsten Atomwaffen, da kümmert man sich ja immer total gut drum wahrscheinlich und keiner möchte, dass da irgendwie was passiert,
18:26
Deswegen achtet man auf alles und alle Systeme, die sind irgendwie so doppelt und dreifach redundant ausgelegt und okay, einmal ist kein Mal, aber sonst ist da noch nie was passiert,
18:37
Ich habe ein paar Beispiele rausgesucht für Zwischenfälle mit Atomwaffen, bei denen irgendwie Computer involviert waren.
18:44
Das erste Beispiel, das stammt vom fünften Oktober neunzehnhundertsechzig. Damals meldeten Radargeräte auf Grönland einen groß angelegten sowjetischen Raketenstaat.
18:53
Und ähm man rief direkt die größte Alarmstufe in den USA aus und begann mit diversen Vorbereitungen. Und äh dann merkte man, dass der sowjetische Führer zu der damaligen Zeit, das war Nikita Kutschow,
19:06
war zu Gast in New York City, denn damals war eine Delegation der Sowjetunion bei den Vereinten Nationen auf Besuch. Und als einem das klar wurde, dann äh überlegte man so okay, ähm die Sowjets, die schicken ihren Führer rüber in die USA auf Besuch.
19:21
Ist das ein guter, ist das eine gute Gelegenheit, um gleichzeitig einen Atomkrieg zu beginnen? Ja, man man dachte dann, okay, passt nicht.
19:29
Und äh da stellte sich jetzt richtig heraus, das wurde auch dann bestätigt, es sind doch keine Raketen, denn was diese Radaranlage auf Grönland damals entdeckt hatte, das war einfach der Mondaufgang über Norwegen und der, wurde ein Verfall interpretiert von dem System.
19:43
Zweites Beispiel, das stammt auch aus den USA. Am neunten November neunzehnhundertneunundsiebzig,
19:49
in großer Lärm und zwar bei beim Gefechtstand des strategischen Luftkommandos, bei der nationalen militärischen Kommandozentrale im Pentagon, bei der Alternativen nationalen Kommandozentrale,
20:01
also quasi überall höchste Alarmstufe. Es wurde der nationale Sicherheitsberater benachrichtigt und ihm wurde gesagt, dass die Sowjetunion
20:08
zweihundertfünfzig ballistische Raketen mit einer Flugbahn für die USA abgeschossen hätten.
20:13
Und man erklärte dem Sicherheitsberater auch, dass äh der Präsident innerhalb von drei bis sieben Minuten eine Entscheidung wegen einem Vergeltungsschlag treffen müsste.
20:23
Computer von bezifferten die Anzahl der ankommenden Raketen dann sogar auf zweitausendzweihundert.
20:30
Dann ging es ganz schnell. Die Atombomber wurden klar gemacht, man bereitet sich wirklich auf den Gegenschlag vor.
20:35
Und so circa sechs bis sieben Minuten nach der ersten Meldung konnten die Satelliten und Radarsysteme plötzlich bestätigen, dass der Angriff ein Fehler war.
20:45
Untersuchung im Nachgang ergab, dass das Ganze ein Trainingsszenario war, dass versehentlich in den echten Computer von den Amerikanern eingespeist wurde
20:54
und das ist einfach krass, oder? Also ich kenne sowas aus der IT-Geschichte hier, dass man mal irgendwelche Testdaten zum Produktivsystem reinspielt und dann irgendwie was nicht richtig funktioniert,
21:06
aber Testdaten von dem Atomangriff in das Produktivsystem meiner Verteidigung einzuspielen, das ist echt schon grob fahrlässig.
21:15
Okay, einen habe ich noch. Am dritten Juni neunzehnhundertachtzig, da wird wieder mal ein Angriff von sowjetischen Raketen gemeldet,
21:22
die Systeme, die zeigen erst zweihundert, dann zweitausend, dann wieder null Raketen an und die Zahlen, die ändern sich laufend. Trotzdem macht man erstmal die amerikanischen Atomwaffen scharf, die Bomber-Cruise machen sich bereit, um in ihre Bombe einzusteigen,
21:35
und die Raketen können wieder nicht per Radar oder Satellit bestätigt werden. Im Nachgang zeigt sich ein Chip im Kommunikationssystem von Norad
21:43
Der war einfach kaputt und hat wegen dem Defekt laufend irgendwelche Zufallszahlen ausgespuckt, die dann irgendwie im System dazu geführt haben, dass vermeintliche Raketen gemeldet wurden, die gar nicht existieren.
21:56
Übrigens dieser eine Chip, ich mein, der hat ein paar Cent gekostet und äh das wirklich Tragische daran ist ja, dass dieser eine Chip war, das ist kein zweites und drittes System gab, das irgendwie, ähm ja, so ein Ausfall irgendwie kompensieren konnten.
22:10
'ne kleine Geschichte zum Abschluss hab ich noch. Die hatten ein bisschen weniger mit Computern zu tun,
22:15
Aber es ist die einzigste Geschichte, in der es so einen Atomkoffer mal eingesetzt wurde und wirklich fast auf den roten Knopf gedrückt wurde.
22:22
Am fünfundzwanzigsten Januar neunzehnhundertfünfundneunzig startet ein Team von norwegischen und amerikanischen Wissenschaftlern eine vierstufige Forschungsrakete namens Black Brand zwölf.
22:33
Die Rakete, die wurde von einer Insel vor der norwegischen Küste gestartet,
22:37
Bei ihrem Start flog diese Rakete ins und Luftkorridor, in dem zufällig auch US Minute drei Atomraketen aus Raketensilos in North Dakota Richtung Moskau fliegen würden.
22:49
Natürlich wurde der Raketenstart im Vorfeld bekannt gegeben, natürlich auch in Russland, denn man möchte ja irgendwelche Probleme und Missinterpretation verhindern.
22:58
Russischen Frühwarnsysteme entdeckten diese Rakete und identifizierten sie bezüglich ihrer Geschwindigkeit und Flugmuster als US-Atomrakete.
23:07
Leider war das Personal von dieser Frühwarnstation nicht informiert worden, dass es eben diese Forschungsrakete gab.
23:13
Deswegen taten die einfach Dienst nach Plan. Sie lösten also höchsten Alarm aus. Die Nuklearstreitkräfte Russlands wurden mobilisiert, da man fürchtete, dass ein Atommangriff kurz bevorsteht.
23:24
Brachte dann sogar den Atomkoffer zum damaligen russischen Präsidenten Boris Jelsin. Denn er musste es entscheiden, ob nuklearer Vergeltungsschlag durchgeführt wird oder nicht.
23:34
Man informierte die russischen U-Boot-Komandanten und sagte ihnen, dass die in Kampfbereitschaft gehen sollten, um schon mal bereit zu sein für die nukleare Vergeltung.
23:42
Nach einer Weile konnten dann die russischen Beobachter erkennen, dass die Rakete sich wieder vom russischen Luftraum entfernte und damit keine Bedrohung mehr darstellte.
23:51
Die Rakete, die fiel dann zu vierundzwanzig Minuten nach dem Start wie geplant irgendwo bei Spitzbergen zur Erde, denn ja, da war der Einsatz einfach vorbei,
24:00
Dieser norwegische Raketenzwischenfall war der erste und der einzige Vorfall, bei dem die Nuklear macht, diesen Atomkoffer aktivierte und quasi für den Angriff vorbereitet.
24:10
Zum Ende hin bleibt die Frage, was man aus der Geschichte lernen kann,
24:13
Zum einen vielleicht das Computerfehler überall auftreten können. Völlig egal, ob man jetzt einen Online-Shop hat oder halt auch ein Frühwarnsystem für Atomwaffen. Selbstverständlich sind die Konsequenzen total unterschiedlich.
24:25
Die Frage ist, wie viel Verantwortung möchte man im Computer übertragen.
24:30
Petrov entschied sich damals für den Fehler lahm, weil ihm die fünf Raketen nicht plausibel erschienen sind. Können wir Systeme bauen, die alle Plausibilitäten erkennen?
24:39
Und ist es überhaupt nötig, dass ein System immer alle Plausibilitäten erkennt?
24:43
Wie viel Verantwortung möchte man abgeben und was es für eine Gesellschaft überhaupt in Ordnung? Atomwaffen, die auf Basis von Computerdaten automatisch eingesetzt werden, ja eher nicht,
24:54
Aber wie sieht's beispielsweise mit bewaffneten Drohnen oder Robotern aus, die im Einsatz selbstständig entscheiden, was für Ziele angegriffen werden
25:02
Ich finde es total gruselig, aber genau sowas wird ja immer wieder diskutiert und höchstwahrscheinlich wird so was irgendwann mal kommen, von irgendeiner der großen Nationen,
25:11
Was ist mit äh selbstfahrenden Autos? Ist es okay für die Gesellschaft und für mich als Person, dass es Autos gibt, die alleine entscheiden, wie sie im Straßenverkehr agieren und vielleicht nicht irgendwie,
25:22
erkennen, die die ein Mensch in sich hat und die man vielleicht nicht irgendwo lernen kann mit dem Führerschein, sondern die sich irgendwie aus unserem Verhalten ableiten. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich finde beide Argumente immer sehr gut bei dem Thema. Also
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Technisch finde ich das total geil.
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So gesellschaftlich oder ethisch bin ich total hinhergerissen, weil manche Leute sagen, hey, selbstfahrende Autos, die würden uns weiterbringen, weniger Verkehrstote,
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Leute kommen mit diesen ganzen ethischen Dilemmas, also ein Fahrzeug muss entscheiden, dass es nach links oder nach rechts fährt und es wäre überall ein Personenschaden, vielleicht involviert. Finde ich total schwierig,
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Ich find's aber auch total gut, dass das sehr viel darüber diskutiert wird, denn ich glaube, eine Gesellschaft muss über solche Themen diskutieren, um die wirklich voranzubringen.
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Aber wie sieht's mit Bereichen aus, die mit dem Alltag von den meisten Leuten mehr zu tun haben wie Atomwaffen, bewaffnete Drohnen oder vielleicht auch selbstfahrende Autos? Also so Dinge wie äh kuratierte Musik und Filme
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oder Vorschläge von zu großen Shoppingseiten oder Social Media, wo einem ja auch oftmals kuratierte Newsfeeds angezeigt werden.
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Ist das gut oder ist das schlecht, weil man gibt ja ein gewisser Hinsicht ja auch eine äh Kontrolle ab und man lässt ja auch für sich entscheiden und man lässt sich, ja, Musik vorschlagen, die einen zu einem gut passt und man lässt sich Filme vorschlagen oder man lässt sich,
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vorschlagen. Und vielleicht kennt man das, wenn man einmal bei YouTube äh auf irgendwelchen Abwegen waren, irgendwelche Videos gesucht,
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ganz viele solche Videos angezeigt, also
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Ich habe meine Campingtour geplant und ich habe da vor zwei Jahren viel recherchiert und mir werden immer noch unglaublich viele Outdoorvideos angezeigt
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Und ein Freund von mir, dessen Tochter hat früher immer gern mal bei Spotify so so Kinderhörspiele gehört und ähm ihm wurden halt nur noch Kinderhörspiele angezeigt und sonst gar nichts mehr. Also ist das gut oder ist das schlecht?
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Ähm ich finde, man kann's nicht als gut oder schlecht bezeichnen, weil es kommt immer drauf an.
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Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass man sich klar macht, was da passiert, wenn man solche Dienste nutzt. Denn wenn ich jetzt ähm,
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Nachrichten. Ich nutze irgendeinen Service, äh über Social Media oder irgendwas anderes und konsumiere da viele Nachrichten.
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Und das Ganze ist so ein bisschen personalisiert, sprich es werden mir Nachrichten angezeigt, die womöglich gut zu mir passen. Das kann total cool sein, denn ich finde jeden Tag hier in der Inbox neue News, die ich super spannend finde über irgendwelche Themen, die ich interessant finde.
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Vielleicht passiert's aber auch, dass ich dann nur noch Nachrichten bekomme, die mich in meiner Meinung bestärken und äh vielleicht ist nicht mehr alle Facetten, von irgendwelchen Themen abdecken, weil womöglich ist das ja gut für mich, weil vielleicht merkt so ein System, okay
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Nachricht, die jetzt irgendwie eine Sache bestätigt,
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lese ich mir komplett durch, kann man hier alles tracken und eine Nachricht, wo das eher so versucht zu widerlegen oder andere Argumente vorbringt, ja, die klicke ich vielleicht so weg oder lese die nur mal so quer, so zwanzig Sekunden,
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die Art von Nachrichten gefällt mir nicht. Ich bezahle nur noch Dinge, die mir irgendwie gefallen. Und da ist natürlich eine Gefahr drin, dass ich dann irgendwie so ein ganz verschobenes äh Weltbild bekomme oder einen verschobenen Blick einfach auf eine Sache.
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Deswegen,
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wenn's darum geht, dass man personalisierte Dinge gibt, dass Computer einem äh Entscheidungen abnehmen und so weiter. Ich finde es cool, aber ich finde es cool, wenn man sich klar macht, wie es funktioniert,
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dafür muss man keinen Profi irgendwie für künstliche Intelligenz sein und so ganz tief ins Kaninchenloch runtergehen und die mathematischen Grundlagen äh verstehen, okay, wenn man Bock drauf hat, kann man das natürlich machen,
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aber man muss es nicht. Ich glaube, allein der Gedanke,
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hey, hier passiert was und ähm die Entscheidung, die wirkt vielleicht gut, die Empfehlung wirkt vielleicht total gut für mich, aber ähm es ist womöglich nicht das Optimum, es ist womöglich nicht das perfekte Ding für mich und es gibt noch mehr
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den Gedanken bin ich schon total wertvoll und ich finde der Gedanke, der macht auch so ein bisschen bisschen wachsam und auch neugierig für die ganzen Dinge, die es da gibt. Und auch für die ganzen Dinge, die man vielleicht aktuell nicht sieht, weil die halt irgendwo rausgefiltert werden.
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So, das war die siebte Folge von den digitalen Anomalien. Ich hoffe, es hat euch wieder Spaß gemacht. Die nächste Folge erscheint in zwei Wochen und ich freue mich, wenn ihr wieder mit dabei seid.
29:41
Genauso freue ich mich aber auch über Feedback. Sehr gerne per E-Mail an Feedback at digitale Anomalien Punkt DE.
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Oder als Kommentar zur Folge auf digitale Anomalien Punkt DE. Und wenn ihr Lust habt, dann folgt mir doch auf Instagram unter at digitale Anomalien.
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Ach ja und falls ihr mir noch eine Bewertung bei Apple Podcasts oder sonst irgendwo geben wollt, dann wäre das natürlich auch super cool,
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Ich hoffe übrigens, dass ich diese ganzen russischen Namen zumindest halbwegs korrekt ausgesprochen habe.
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Wenn nicht, dickes sorry dafür. Bleibt gesund und tschüss, bis zum nächsten Mal.