Hinter der Kamera

Habt ihr Lust, mal hinter die Kamera zu schauen? Wie denken, fühlen und arbeiten die Menschen aus Bildgestaltung und Schnitt? Einmal im Monat spricht Filmjournalist Timo Landsiedel mit Kameraleuten, Editor*innen und anderen visuell kreativ Tätigen aus Kino-, Serien- und TV-Produktion über ihre Arbeit. Die Episoden widmen sich zwischen einer und anderthalb Stunden dem Werk, dem Leben und der Arbeitsweise seiner Gäste. Ob Kurzfilm, TV-Krimi, Kinoblockbuster oder Netflix-Serie – beim "Hinter der Kamera"-Podcast gibt's viele Geheimnisse aus dem unbekannten Raum jenseits des Okulars.

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EP11: Klemens Becker, DoP


Diesmal begrüße ich im Podcast Klemens Becker, DoP (Foto: privat)

Ich begrüße in Episode 11 Klemens Becker, DoP von „Stowaway“ und Camera/Steadicam Operator bei „Braveheart“, „The Bourne Supremacy“ und „United 93“. Klemens berichtet im Podcast von seiner Arbeit mit DoP Oliver Wood für Paul Greengrass und wie der visuelle Impact der beiden Bourne-Fortsetzungen entwickelt wurde.

Klemens Becker weiß heute sehr genau, wann er die Kamera bewegt und wann nicht. Über 30 Jahre als Operator haben ihn viel über Bilddynamik gelehrt. Diese Erfahrung ist heute essentiell für seine Arbeit als DoP. Es mag viel am Monitor von Regisseur*innen und DoPs entscheiden werden. Am Ende geht es um die Intuition desjenigen, der die Kamera tatsächlich führt. Denn der ist mitten im Geschehen, mitten in der Handlung und spürt, was benötigt wird.

Nach dem Abitur wollte Klemens eigentlich Lehrer werden und studierte auch eine Weile an der Pädagogischen Hochschule. Durch Zufall kam er mit Studnetinnen der DFFB in Kontakt, wo er sich kurz darauf auch bewarb und ab 1978 auch studierte. Hier holte er seine Filmpraxis im Grundstudium nach, arbeitete viel nebenher und schloß schließlich mit dem Kameradiplom ab. Erstmals mit der Steadicam kam er Mitte der 1980er in Kontakt, ein paar Jahre und unzählige Übungsstunden später spezialisierte er sich ganz auf dieses Arbeitsgerät.

Mit „Bourne“ um die Welt

Nach „Die Sieger“ (1994) kam er an sein erstes internationales Set in Babelsberg „The Neverending Story 3“. Hier lernte Regisseur Peter Macdonald ihn schätzen und empfahl ihn ein Jahr später an den Blockbuster „Braveheart“. Von da an drehte Klemens viel international. Sein liebstes Projekt kam dann beinahe zufällig zustande. Eigentlich bewarb Klemens sich beim Kevin-Spacey-Projekt „Beyond the sea“. Da diese ihm nicht fest zusagen konnten, schaute er gegenüber im Prdouktionsbüro bei DoP Oliver Wood herein. Der konnte ihm noch am gleichen Tag den Operator-Job bei „The Bourne Supremacy“ anbieten.

Klemens griff zu und arbeitete von da an an mehreren Filmen mit Regisseur Paul Greengrass zusammen, darunter die beiden „Jason Bourne“-Fortsetzungen und der höchst intensive „United 93“ über das von Passagieren zum Absturz gebrachte, vierte Flugzeug der Anschläge vom 11. September 2001. Seit 2017 ist Klemens Becker ausschließlich als DoP unterwegs und stellt in diesem Juni seine aktuellen Film „Stowaway“ vor.

Klemens Becker im Netz

Ihr wollt mehr über Klemens wissen? Look no further. Über seine britische Agenturseite ist Klemens kontaktierbar, ebenso über Crew United. Ich habe außerdem ein Porträt über Klemens in der aktuellen Ausgabe 7-8.2021 des Fachmagazins Film & TV Kamera geschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

Den Hinter-der-Kamera-Podcast könnt ihr übrigens bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify abonnieren! Mehr dazu findet ihr hier! Aber jetzt gute Unterhaltung beim Podcast mit DoP Klemens Becker!

Der Beitrag EP11: Klemens Becker, DoP erschien zuerst auf Hinter der Kamera.


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 2021-07-09  1h46m