Staatsbürgerkunde

Ein Podcast über das Leben in der DDR. Im Gespräch mit Zeitzeug:innen und Expert:innen schaut Martin Fischer in jeder Folge zurück auf die Lebensaspekte in der Deutschen Demokratischen Republik. Ohne Ostalgie und verbunden mit der Frage, was sich aus der Geschichte lernen lässt.

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episode 99: Kernaufgaben [transcript]


Vom Anlegen, Anregen und Stilllegen Veröffentlicht am 17.07.2021
Laufzeit: 2 Stunden und 0 Minuten


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 2021-07-17  2h0m
 
 
00:00  Musik
00:01  Jörg Meyer
Ganze Prozedere, wie bestimmte Arbeiten durchzuführen sind auch.
00:06
Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung. Das allein ließ erstmal schon mal das Gefühl, entstehen, dass das, was wir dort getan haben, nicht zu vergleichen ist mit anderen konventionellen Arbeit.
00:22
Wo äh wir Kraftwerke durchaus dann immer mal so ein bisschen salopp gesagt haben, na wir sind hier kein Marmeladenfabrik oder keine Brötchen, da.
00:31
Die haben ihre äh Gefährdungspotentiale, aber das ist ihr doch schon etwas anderes, was eine gewisse Gefahr mit sich bringt, in sich.
00:45  Martin
Staatsbürgerkunde. Ein Podcast über das Leben in der DDR. Von Martin Fischer.
00:56
Folge neunundneunzig, Kernaufgaben.
01:31
Willkommen zur neuen Folge. Schön, dass sie wieder zuhört. Vielleicht erinnert ihr euch noch an über Tage, die Folge über das Oranbergbauunternehmen Wismuth.
01:39
Die Sendung heute knüpft nahtlos daran an und setzt eine Idee um, die meine Freundin und ich bei unserem Sommerurlaub in Rheinsberg zweitausendsiebzehn hatten.
01:48
Es geht um die Kernkraftwerke in der DDR. Eines davon, nämlich genau das in Reinsberg, hatten wir damals besichtigen können. Und uns hat die Frage beschäftigt, welche Rolle diese Technologie in der DDR gespielt hat.
01:58
Dazu eingeladen habe ich zwei Gäste, die mir mehr über die Kernkraft in der DDR und die Arbeit in den Kraftwerken selbst erzählen können.
02:06
Mein erster Gast hat sich mit unterschiedlichen Perspektiven des Themas angenommen. Doch der Reihe nach.
02:12
Schönen guten Morgen nach Greifswald, sage ich. Ich begrüße Jörg Meier. Hallo Herr Meier.
02:18  Jörg Meyer
Auch einen schönen guten Morgen hier aus Greifswald, in das vielleicht genauso grau aussehende Berlin.
02:24  Martin
Ja, wir haben tatsächlich heute Morgen überraschend Regen gehabt. Das war gar nicht angekündigt. Aber das macht's uns umso einfacher, dass wir schön drin sitzen können und ein bisschen sprechen können über die Atomkraft in der DDR,
02:38
Sie sind damit sehr äh verbannt, verbunden gewesen und sind's immer noch.
02:44
Warum? Das werden wir gleich erfahren, wenn wir so ein bisschen mal auf ihre berufliche Situation und ähm auf ihre berufliche Karriere zurückblicken,
02:53
Das Thema kam auf, weil
02:56
weil ich in der vergangenen Folge über die Wismut gesprochen hatte, über den Uran Bergbau und dann natürlich der Weg zum Atomkraft, zur Atomkraft und Atomkraftwerken nicht weit ist. Und ich dachte, das wäre jetzt eine schöne Gelegenheit, da anzuknüpfen.
03:10
In der DDR gab's ja zwei Atomkraftwerke, die in Betrieb gegangen sind und ein drittes, das nie in Betrieb gegangen ist.
03:20
Ähm das erste in Rheinsberg und das zweite äh in Lubmin.
03:26
Bei Greifswald. Und das in Reinsberg, das habe ich mal im Rahmen eines Urlaubs besucht, das ist stillgelegt und kann man jetzt besuchen und es war ein sehr eindrücklich und ich dachte, da kann man bestimmt noch bisschen mehr drüber erzählen und,
03:41
habe ich ein bisschen mich erkundigt und bin dann auf sie gestoßen, Herr Meier, denn sie arbeiten nach wie vor in einem dieser Kernkraftwerke.
03:51
Und wir kommen jetzt mal ein bisschen dahin, wie sie dahin gekommen sind und ja, was ist da inzwischen immer noch zu tun gibt, aber fangen wir vielleicht mal vorne an. Stellen sie sich doch mal kurz vor und erzählen sie nochmal, wie sie denn zur Atomkraft gekommen sind?
04:05  Jörg Meyer
Ja, wie sie schon äh richtig bemerkt haben, empfinden sich.
04:10
Beide Kerntastwerke, weil die kerntechnischen Anlagen in Rheinsberg und auch in Lugmin.
04:16
In der Stillsitzung im Rückbau und auch in der Dekontamination der baulichen Strukturen bis hin zum Gebäudeabriss.
04:26
Und aktuell bin ich in der Anlage in Lubmin, der Stilllegenverantwortliche für die Maschinentechnik.
04:37
Wie bin ich zur Kernenergie gekommen? Ähm eigentlich war es.
04:45
Anfangs eine Verlegenheitslösung. Mein ursprünglicher Berufswunsch war's einmal zur Eisenbahn zu kommen. Das Hobby ist mir erhalten geblieben, die Modelleisenbahn.
04:56
Und ich hatte mich dann aufgrund Berufsberatung und da äh bei uns im.
05:03
In der Heimatgegend äh vorhandene Alternativen dann äh für den Berufswunsch entschieden äh Maschinist für Kernkraftwerk zu werden.
05:14
Ja und die Ausbildung fand in der Betriebsberufsschule des KKW und die praktische Ausbildung dann nachher selbst im KKW in Luckenstadt.
05:24  Martin
In welchem Jahr sind wir jetzt gerade?
05:27  Jörg Meyer
Wir sind im Jahr neunzehnhundertachtzig. Ich hatte neunzehnhundertachtzig die äh Schule, die polytechnische Oberschule mit der zehnten Klasse erfolgreich abgeschlossen und habe dann im September mit der Berufsausbildung.
05:42
Erstmal im ersten Lehrjahr einen Kreisel begonnen.
05:45  Martin
Müssen wir vielleicht dazu sagen, dass ähm Atomkraftwerke in Greifswald gingen neunzehnhundertvierundsiebzig in Betrieb, wenn ich's richtig weiß. Äh dreiundsiebzig, da da.
05:53  Jörg Meyer
Ein Jahr früher, neunzehnhundert, neunzehnhundertdreiundsiebzig. Mhm.
05:58  Martin
Und das in Rheinsberg aber schon sechsundsechzig. Das heißt, sie waren im dritten Jahr ähm des Betriebes sind sie dort, äh haben sie die Ausbildung begonnen und waren dann auch erstmals vor Ort.
06:11  Jörg Meyer
Äh nie im dritten Jahr nicht. Äh bin neunzehnhundertdreiundsiebzig im Betrieb also der Block eins neunzehnhundertdreiundsiebzig.
06:20
Im siebten Jahr. Der Block zwei folgte dann neunzehnhundertvierundsiebzig und etwas Abstand nachher neunzehnhundertachtundsiebzig und neunzehnhundertneunundsiebzig äh nach
06:32
erfolgreich bestanden im Probebetrieb die Blöcke drei und vier. Wobei Block vier durch die Geschichte, die wir ja alle so kennen mit dem Katastrophenwinder, ja noch
06:43
Durchaus äh besondere Begleitumstände in der Betriebssetzung hatte.
06:49  Martin
Das ist auch eine spannende Geschichte, die eigentlich auch eine eigene Folge wert wird, dieser Katastrophen ähm neunundsiebzig, wo dann wirklich große Teile der DDR verschneit, vereist waren und auch von der Energieversorgung abgeschnitten.
07:01
Ähm sie sind aus Greifswald, sie sind gebürtig, aus Greifswald.
07:06  Jörg Meyer
Gebürtig Greifswalder richtig, äh wie der Greifswalder Einwohner geworden, groß geworden. Ich bei meinen Eltern äh unweit von Greifswald auf dem Land, äh in dem kleinen Dorf Züssow.
07:19
Welches ähm zumindestens hier aus den neuen Bundesländern einigen Urlaubern bekannt sein dürfte als äh Umsteigepunkt äh der Bahn äh von.
07:31
Den südlichen Bezirken her zur Insel Usedom, die Anschlusszüge.
07:36  Martin
Stimmt, stimmt, daher kenne ich's auch,
07:39
Haben Sie denn mitbekommen? Ähm äh bestimmt haben Sie mitbekommen, dass dieses Atomkraftwerk gebaut wurde, bevor Sie selber dort tätig wurden, also wenn man da in der Gegend wohnt, ist das ja bestimmt nicht zu übersehen, dass da was entsteht.
07:52  Jörg Meyer
Ja
07:52
Das haben wir mitbekommen, zumal ähm aufgrund der Besonderheit dieser Anlage es ja auch einige Begleitumstände gegeben hat, auch gerade in Lumin
08:04
äh mit dem Einrichten einer Schutzzone, um das Kernkraftwerk herum musste dort in Lupmin, im Wald äh
08:14
einen Campingplatz aufgegeben werden und äh es wurden dann natürlich gegen äh entsprechende Entschädigung, was durchaus nicht unbedingt allgemein äh gültig war
08:26
einige Bungalows abgerissen und äh die Bungalow-Besitzer für damalige Zeiten angemessen entschädigt.
08:35  Martin
Und haben sie denn mit der Atomkraft damals schon was verbunden ähm oder war das ein Gesprächsthema in der Familie, im Ort, ob das jetzt gut ist, ob das schlecht ist, ob da Gefahr von ausgeht, vielleicht sogar, ob da Hoffnungen mit verbunden sind?
08:49  Jörg Meyer
Zu der Zeit äh war Atomkraft.
08:54
Eine durchaus fortschrittliche Geschichte. Ähm das war eine moderne Technologie, ein.
09:03
Durchaus saubere Technologie, die man letztendlich auch durchaus mit anderen ähm.
09:11
Verglichen hat und äh wenn man zu der Zeit unter anderem die Kohlekraftwerke betrachtet hat, die durchaus sichtbar und fühlbar
09:22
äh Schadstoffe in die Umgebung abgegeben hat, Rauchsäulen über den Schornstein waren ja schon optisch Ausdruck. Dieser umweltschädigenden Tätigkeit.
09:34
Natürlich die Kernenergie, ähm die doch aus fühlt, saubere Alternative.
09:41  Martin
Das heißt, man hat damit auch schon verbunden, oh, jetzt kommt der Fortschritt vielleicht auch und so direkt zu uns und ähm man wird auch irgendwie so ein bisschen Teil davon.
09:51  Jörg Meyer
Richtig,
09:52
ähm das hatte durchaus äh eine gewisse Faszination. Diese andere durchaus neue Technik, neue Art der Energieung.
10:01
Zumal auch rein wirtschaftlich begründet war, an dieser Stelle hier im äußersten Nordosten zwei Gründen, ein Kernkraftwerk zu errichten. Ein großes,
10:12
zu errichten.
10:14
Einerseits im damaligen äh elektrischen Verbundnetz gab es äh nicht unbeleutende Verluste durch gewisse Schieflasten,
10:25
Weil die äh meisten Energie, also ja die Braunkohlekraftwerke ja in Mitteldeutschland, beziehungsweise im Lausitzer Revier, konzentriert.
10:34
Energie eingespeist haben und letztendlich dann äh durch diese Schieflasten durch ähm Blindleistungsverluste im Netz äh im Endeffekt die äh
10:45
das gesamte Verbundnetz in Teilen unwirtschaftlich arbeitete. Die Elektriker, wenn das an der Stelle begründen können, genauer begründen können.
10:53  Martin
Weil eben die Energie, also der Strom über sehr große Strecken mit großen Verlusten oder mit großem Energieaufwand nur transportiert werden konnte,
11:02
und mal deswegen geguckt hat, dass man eben auch im Norden 'ne Energiequelle quasi generiert oder Energieerzeugung möglich macht.
11:10  Jörg Meyer
Genauso ist es.
11:11  Martin
Dann äh sind sie quasi, nachdem sie jetzt nicht zur Eisenbahn konnten, ähm.
11:18
Zu diesem fortschrittlichen Energieerzeugungsunternehmen gekommen und äh ja. Erzählen sie doch mal, wie sie da ja vielleicht auch die Stelle bekommen haben, wie sie da angefangen haben. Ähm und wie's ja vielleicht auch in der Ausbildung und dann im Übergang zum Beruf war.
11:32  Jörg Meyer
Ja ähm ich bin letztendlich dann äh,
11:39
Nach einer kurzen Berufsberatung äh und dem ja erstellen und einreichen, in dem Fall per Post zuschicken. Wer Bewerbung,
11:49
Kaderabteilung hier äh das Kernkraftwerkes, damals noch Kernkraftwerk Bruno Leuschneider in Lubmin. Äh zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden,
12:01
wo ich mit meiner Mutti hingefahren bin
12:04
und äh dort von einem Mitarbeiter dann letztendlich gefragt wurde. Interesse, weshalb dieser Berufswunsch und, und, und. Das lief alles äh eigentlich recht kompliziert ab und relativ kurze Zeit später
12:18
hatte ich dann eigentlich schon die Zusage beziehungsweise dann schon den äh Entwurf hier zum Ausbildungsvertrag, den wir dann natürlich erziehungsberechtigt wird oder,
12:28
schreiben mussten ähm und ich ebenfalls unterschrieben habe und dann ging es ab September neunzehnhundertachtzig erst einmal mit der Berufsschule hier im Kreis.
12:39  Martin
Und was glaubt man da in der Berufsschule? Was sind denn da so die, die Sachen, die man so in den ersten Wochen, Monaten beigebracht bekommt?
12:47  Jörg Meyer
Ausbildungsprofil, gerade hier in der Theorie, das war äh doch recht.
12:54
Umfangreich, natürlich auf äh die auf die Betätigungsfett im Kernkraftwerk äh zugeschnitten,
13:02
Ich kann mich da noch erinnern an Tächer wie äh Grundlagen des Bliens,
13:07
wo es denn letztendlich darum geht, wie in einem solchen Kraftwerk äh Schalthandlungen vorgenommen werden, wie Schaltanweisungen geschrieben werden, wie man Schaltbildern liest.
13:18
Äh gab es natürlich dazu auch die Fächer hier äh für die KKW-Technik.
13:24
Also die Technik des aktiven Teils des ersten Kreislaufes, Haupt- und Nebenanlagen, die Technik des zweiten Kreislaufes, die Turbinenanlage, äh die dafür sorgt, dass letztendlich aus dem.
13:37
Von den Dampferzeugern äh gewonnenen.
13:41
Nicht aktiven Dampf des zweiten Kreislaufes über die Umformung in der Turbine dann die äh mechanische Energie auf die Generatoren betragen wird, die ihrerseits dann.
13:54
Elektrischen Strom erzeugen. Die Physiker mögen mir ähm so unkorrekte äh Bezeichnung des Vorganges,
14:01
verzeihen, äh der dann natürlich über die Transformatoren und die Schaltanlage in das Landesnetz geben wird oder wurde, in diesem Fall.
14:12
Ja, dann gab's natürlich dazu auch noch ähm,
14:16
bestimmte Grundlagen der Physik, wie funktioniert Kernspaltung? Das wurde nachher später im Engineerstudium eigentlich noch weiter vertieft und haben wir da äh wesentlich detaillierter zu erfahren bekommen.
14:30
Dann hatten wir gewisse Sachen auch in in Richtung Instandhaltung ähm Werkstofftechnik, Grundlagen der Elektrotechnik.
14:40
Mit,
14:41
äh zu arbeiten in äh schuleigenen Laboren, wo es dann darum ging, einfache Stromkreise aufzubauen, Störungssuche vorzunehmen. Ähm,
14:52
aber relativ einfachen Störungen, die komplexeren Sachen waren ja dennoch eher äh den Fachleuten
14:59
unter uns, die ebenfalls an der Berufsschule ausgebildet wurden, vorbehalten, wie den Elektrikern und äh den Leittechnikern.
15:09
Ja und das war eigentlich eine recht komplexe Ausbildung, die äh entsprechend.
15:16
Des damaligen Ausbildungskatalogs über zwei Jahre stattfand und äh im zweiten Jahr mit der praktischen Ausbildung.
15:26
Draußen im ersten Halbjahr in einem Durchlauf aller möglichen infrage kommenden Abteilungen ähm Anlagen teilen.
15:37
Begann und man sich dann Schüler letztendlich für sein Arbeitsplatz entschieden hat, wann hin möchte.
15:46
Was in der Regel auch äh berücksichtigt wurde, dann nachher speziellen Qualifikation. Was mich dann letztendlich nachher dahin geführt hat, äh in den aktiven Teil, sprich.
15:59
In die Blöcke eins und zwei ins Apparatehaus und in Spezialgebäude eins.
16:03  Martin
Bevor wir da hinkommen, wollte ich nur mal ganz kurz fragen, wie's denn so war, als sie denn
16:07
Also war das dann nach einem Jahr tatsächlich das erste Mal, dass sie ins Kantkraftwerk gekommen sind? Oder gab's davor auch schon mal einen Tag, wo man sich da so umschauen konnte und wie war denn dann so das erste Mal reingehen?
16:19  Jörg Meyer
Hm
16:22
Nein, im ersten Lehrjahr hatten wir die praktische Ausbildung. Ähm so ähnlich wie es heutzutage auch äh in der Berufsausbildung zum Beispiel zum Industriemechaniker äh gehandhabt wird. In den Lehrwerkstätten der Berufsschule.
16:37
In Greifswald,
16:38
Ist übrigens heute noch als Berufsschule, als kommunale Berufschule Technik im Betrieb, also insofern äh sind die Gebäude hinten in der Brandteichstraße nicht so ganz nutzlos oder sogar dem Abbruch Bagger anheim gefallen.
16:53
Kleiner äh charmanter Nebeneffekt dort in dieser Berufsschule hatte sogar unser großer Sohn, seine Berufsschule gehabt.
17:01  Martin
Blieb in der Familie.
17:03  Jörg Meyer
In der Familie ja damals in der Ausbildung zum Kostionsmechaniker schweißtechnik. Äh Berufsverband durchaus.
17:13
Ja und äh nach dieser Ausbildung letztendlich begann dann wirklich eigentlich die äh praktische Ausbildung vor Ort dann im zweiten Lehrjahr,
17:21
Und äh parallel dazu, beziehungsweise im Vorfeld war ja dann eigentlich auch schon diese ganze Geschichte abgelaufen, was damals genauso in Kerntechnischen Anlagen äh vielleicht mit ein bisschen anderen Vorzeichen gehandhabt, wurde die Sicherheitsüberprüfung.
17:36
Äh im Hintergrund denn gelaufen.
17:38  Martin
Mhm. Und was hat sie so für ein Gefühl, wo ist das erste Mal durch die Tore geschritten sind und ja, in dieses riesen Werk reingekommen sind?
17:46  Jörg Meyer
Das erste Mal, na gut, äh durch die Tour, ja, doch, wir waren damals ja in einer Barake, sagen wir mal, dem ersten visuellen Eindruck hatten wir ja damals schon bei Bewerbungsgespräch gehabt.
17:57
Ich äh mit meiner Mutter zusammen dort äh eben zu diesem äh Bewerbungsgespräch äh gefahren war und ähm.
18:07
Kannte das letztendlich irgendwo so ein bisschen Aussetzung, aber äh Zeitungsfotos sind da an der Stelle irgendwo noch immer so ein kleines bisschen Unfall kommen. Und in dem Moment, wo dann letztendlich vor dieser riesen Anlage gestanden haben.
18:20
Boah ey.
18:21  Martin
Schon beeindruckend gewesen.
18:23  Jörg Meyer
Gewaltig, gewaltig. Ist auch eine Besonderheit, äh um da kurz mal einen Ausflug in die Geschichte zu machen,
18:32
hier in Greifswald wurden ja die Reaktoren des Bautypes WWE R vierhundertvierzig.
18:42
Letztendlich zum Einsatz gebracht, in den Blöcken eins bis vier, die etwas ältere Bauform ab fünf, äh, der Neue.
18:52
WWER und äh.
18:58
Jedenfalls äh die ähm Prototypen dieser äh Kraftplatzblöcke. Das ist wie eine Art Baukastensystem.
19:06
Wurden seinerzeit alle in dem russischen Kernhaftwerk zum ersten Mal immer in Betrieb genommen,
19:14
haben von dort aus äh mal so ein kleines bisschen äh einen damaligen Sprachgebrauch so ein bisschen zu bemühen, ihren Siegeszug,
19:24
zumindestens über die RGW Länder, die die Kerntechnik zum Einsatz gebracht haben, da eben angesetzt. Das KKW Rheinsberg.
19:32
Entspricht dabei in in seiner Ausführung dem Typ WWE R210, Wurzel steht übrigens für Wasser, Wasser, Energiereaktor.
19:45
Kurioserweise passt da an der Stelle diese Abnutzung sowohl für die deutsche äh Bedeutung.
19:53
Der Abkürzung als auch für russische.
19:57
Das zweihundertzehn kennzeichnet übrigens die ältere Leistung in Megawatt, die dieser Block dann letztendlich an das Landesnetz abgeben kann.
20:07
War insofern ein klein wenig besonders und ein besonders geartet die Hauptausrüstung entsprachen wirklich diesen Typ WWE R zweihundertzehn.
20:17
Aber in Reinsberg aufgrund seiner Lage, mitten in Brandenburg, im jetzigen Brandenburg, nördlich von Berlin.
20:26
Und ähm sagen wir mal nicht der unmittelbaren Nähe äh von Großabnehmern, Schwerindustrie, chemische Industrie.
20:35  Martin
Ist eher Tourismus, was da oben dann ist in Rheinsberg drumrum.
20:38  Jörg Meyer
Ja, ist an der Stelle auch zu DDR-Zeiten eine eher ländlich beziehungsweise äh auch forstwirtschaftlich geprägt. Die ging nicht nur gewesen, sondern jetzt nach wie vor,
20:50
und der Tourismus natürlich auch in seinen Möglichkeiten, der dazu kommt.
20:54
Hatte man letztendlich dann äh den zweiten Kreislauf nicht äh entsprechend den Originalprojektunterlagen vollständig ausgerüstet
21:03
sondern mit einer Dampfturbine von siebzig Megawatt von äh Bergmann Bohrsicht Berlin,
21:09
entsprechenden äh elektrischen Equipment wie generatoreigen Bedarfsgenerator weiter, so dass äh das KKW Rheinsberg.
21:18
Äh Prototyp und als Lehr- und Versuchsreakt.
21:24
In diesen Funktionen war er ja auch äh am Netz. Es äh viele der älteren Kollegen wurden mich dort ausgebildet, die dann letztendlich äh die Inbetriebssetzung hier unserer ersten Blöcke.
21:37
KKW Lumin äh mit äh durchgeführt und verantwortet haben.
21:42  Martin
Das heißt, ihre Ausbilder dort vor Ort haben in Rheinsberg gelernt.
21:47  Jörg Meyer
Das stimmt.
21:49
Großteil hat in Reinsberg gelernt, beziehungsweise es gab auch Kollegen, äh auch ältere Kollegen, von denen ich dann letztendlich mein Handwerk lernen durfte. Dann äh,
22:00
unter anderem auch aus Kohlekraftwerken über diesen Umweg,
22:04
Qualifizierung in Rheinsberg, Kraftwerker Schule, die damals dort angesiedelt war, dann zu uns in die Firma gekommen sind und sich dann auf den Typ Kernkraftwerk qualifiziert haben.
22:17  Martin
Was haben ihnen denn dann die ähm ja, alten Hasen, die Ausbilder denn dann so beigebracht, was waren denn dann so Lehrinhalte vor Ort?
22:25  Jörg Meyer
Ja ähm als erstes.
22:30
Und äh das ist auch äh ein Grundlage gewesen meiner ersten Zugangsprüfung. Dann aber äh vier Jahre später nach äh Absolvierung meines.
22:43
Wehrdienstes. Ich war damals bei der Volksmarine, sprich äh das Brigade Küste.
22:49
Als äh Motornaht auf einem Grenzschiff mit unterwegs gewesen.
22:53  Martin
Das war vor der Ausbildung.
22:54  Jörg Meyer
Nee, das war nach der Ausbildung, also von von neunzehnhundertzweiundachtzig bis sechsundachtzig. Bei jeder Zulassung erstmal Aufbau, Funktion der Anlage und äh der wichtigen Hauptkomponenten für mich.
23:10
Als dann später Maschinist, erster Kreislauf,
23:14
darum dann eben auch die Fusion zu verstehen, angefangen vom Reaktor über die Hauptumwälzpumpen
23:21
von denen wir sechs Stück. Wir haben ja am letztendlich sechs Umweltschleifen. Ist primär Kühlkreislaufes ähm,
23:30
Betrieb gehabt mit Umwälzpumpen, den beiden Absperbern am heißen und kalten Strang, wobei,
23:38
eis und kalt in dem Fall äh,
23:41
Nicht so ganz sprichwörtlich zu nehmen ist. Man weiß, dass die Eintrittstemperatur des äh Wassers.
23:49
In diesem Reaktortyp bei zweihundertsiebzig Grad gelegen hat und die Austrittstemperatur bei dreihundert Grad.
23:57
Aber äh diese dreißig Grad Temperaturunterschied war eben äh die Energie, die dann im äh Kreisprozess ausgereicht hat,
24:06
äh vorgewärmte Wasser des zweiten Kreislaufes.
24:10
Dampferzeuger, zum Sieden und zum Verdampfen zu bringen. Das war dann also der letzte Kick.
24:17
Zu diesen Hauptausrüstungen gehörte dann natürlich auch der Druckhalter und ähm.
24:24
Das machte übrigens den Hauptunterschied dieser Anlagen aus in statt zu den sogenannten Siedewasserreaktoren. Äh siehe Krümel, Hunsbüttel oder auch äh leider unter den Umständen dann.
24:38
Äh mit den katastrophalen Folgen explodiert der Typ ähm des Reaktors in.
24:46
Siedewasserreaktoren haben sie einen sehr kompaktes Radlerdesign. Und ähm.
24:54
Entsprechenden äh mit dem Vorteil äh des,
24:59
weniger äh Energieverluste äh direkten äh Dampferzeugungsprozesses und Dampfabgabeprozesses an eine Turbine,
25:10
Dann natürlich letztendlich den leisen Nachteil hat und was dann für mich im Prinzip so ein bisschen der unangenehme Bei Geschmack dieser Technologie ist,
25:19
auch diese Turbine inklusive ihrer ganzen Stoffwechsel, die durchaus Leckagen haben, äh durch diesen radioaktiven Dampf inwendig kontaminiert wird.
25:31
Unsere Turbinen hatten das letztendlich durch die Trennung. Erster und zweiter Kreislauf äh an den Dampferzeugern.
25:38
Mindestens jetzt erstmal theoretisch nicht zu erwarten gehabt. In der Praxis zeigte sich dann aber doch durchaus, dass durch Nadelrohrex gewisse kleine Leckagen.
25:50
Äh Kontamination in den zweiten Kreislauf übergetreten sind und äh letztendlich da dann zu geführt haben,
25:59
dass dort lokal in geringem Umfang Kontaminationen aufgetreten sind, die sich dann aber letztendlich eine Instandsetzung und auch jetzt später bei der Stillsetzung und dem Montage durchaus äh beseitigen ließen
26:13
die.
26:15
Reststoffe, die bei der Demontage angefallen sind, äh ziemlich komplett freigemessen werden konnten. Aus dem zweiten Kreislauf freigemessen und eine zur Verschrottung zum äh Entsorgen übergeben werden.
26:28  Martin
Gehen wir vielleicht nochmal einen Schritt zurück, während sie jetzt dort angefangen haben, ähm,
26:33
wie wie sind sie denn drauf vorbereitet worden, dass das jetzt vielleicht doch nicht so ganz ungefährlich ist, was sie da, was sie da tun oder war das in dem Sinne durch die ganze Ausbildung, die sie davor bekommen hatten in der,
26:45
Berufsschule, ähm dass man da wirklich schon so in den, in den Routinen drin war, dass dass man da schon sehr, sehr vorsichtig unterwegs war.
26:53  Jörg Meyer
In der Berufsschule, es gab natürlich auch äh im Ausbildungsprogramm als äh Teilgebiet den Strahlenschutz,
27:02
weil man letztendlich an der Stelle ja auch äh mit radioaktivem Schaffen offenen radioaktiven Stoffen umgegangen ist, beziehungsweise durch den Reaktorbetrieb in äh Räumen, die nicht
27:14
uneingeschränkt begehbar waren, letztendlich ein höheres äh Strahlenlevel durch die dort äh vorhandene,
27:23
und diese Strahlung wurde ja letztendlich
27:33
von den Messgeräten, die ihre Anzeigen dann zusammengefasst auf die Symmetrie warten, auf den entsprechenden Tabus und Pulten äh haben auflaufen lassen, kontinuierlich überacht,
27:45
in den Schichten. Und ähm hat dann letztendlich auch schon durch die Tätigkeit, beziehungsweise durch die.
27:54
Durch das Mitlaufen mit den alten Kollegen in der Ausbildungsphase.
27:59
Anlage selbst mitbekommen, dass äh A von den ganzen konditionellen Sachen, zum Beispiel Hitze, heiße Teile.
28:08
Dampf, Druck in den Leitungen, bis hin zu den radiologischen Besonderheiten, äh die dann letztendlich dahin äh auch äh.
28:18
Mündeten einen gewissen Reinigungsaufwand.
28:23
In der Anlage durchzuführen. Wir haben zum Beispiel äh in Schichten ja dann auch äh bissel äh den Schichten zugewiesene Pflegebereiche gehabt. Bei uns in der A-Schicht war das.
28:36
Blog ist eins, in dem die unten des Sicherheitssystemes Havariebor gestanden haben,
28:45
Die haben wir in den langen Schichten in der Nachtschicht und in der äh Frühschicht in den zwölf Stunden Schichten einmal äh gründlich gereinigt. Das war ungefähr so ein.
28:56
Ähm ja, Reinigungseinsatz für die ganze Truppe der Apparate aus wartet klar bei Schluck Schrubber von etwa drei bis vier Stunden.
29:05
Zwischen den Kontrollgängen.
29:08
Und äh das allein schon und auch äh das ganze Prozedere wie bestimmte Arbeiten durchzuführen sind, auch,
29:16
in Vorbereitung von Wartung und Instandsetzung, das Arbeiten mit dosymetrischen Freimeldungen, ähm die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung,
29:26
bis hin zu Artenschutzmasken bei bestimmten Arbeiten. Das allein äh lies erstmal schon mal das Gefühl,
29:36
enstehen, dass das, was wir dort getan haben und jetzt immer noch tun, nicht zu vergleichen ist mit anderen konventionellen äh Arbeiten.
29:47
Wo äh wir Kraftwerke durchaus dann immer mal so ein bisschen salopp gesagt haben, na wir sind hier kein Marmeladenfabrik oder keine Brötchenbäckerei,
29:56
Auch die haben ihre äh Gefährdungspotentiale, aber das ist ihr doch schon etwas anderes, was eine gewisse Gefahr mit sich bringt, in sich birgt.
30:06  Martin
Das heißt, das war auch schon bewusst, also man hat jetzt nicht so getan, als sei es jetzt wirklich die saubere, ungefährliche Energie, sondern es war dann tatsächlich auch schon so angelegt, dass ja die Risiken benannt wurden und man mit denen auch umgehen musste.
30:20  Jörg Meyer
Das stimmt ähm aber wir waren letztendlich äh natürlich auch davon überzeugt, dass ähm.
30:30
Bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb, dem Einhalten aller Vorschriften bis hin zu unseren Bedienungsforschern. Diese Gefahr letztendlich der Stelle ähm.
30:43
Ist, beziehungsweise irgendwelche kleinen Auswirkungen natürlich auf die auf das Innere Anlage der Anlage beschränkt sind.
30:53  Martin
Das heißt, ähm wenn man wirklich sicher an, ja, an die Protokolle hält, die halt wirklich auch so im im ersten Lehrjahr so eine große Rolle gespielt haben und dann auch vor Ort geprobt wurden, dass dann eigentlich das beherrschbar erschienen.
31:09  Jörg Meyer
So war das letztendlich und äh so sind wir ja auch letztendlich als Kraftwerker,
31:15
während der gesamten Zeit des Betriebes, ja, bis hin eigentlich in die Wendezeit, äh, davon überzeugt gewesen, beziehungsweise, in großen Teilen jetzt auch natürlich immer noch überzeugt.
31:29  Martin
Wie wie muss man sich denn so die Stimmung vorstellen während der Arbeit? Also ist das dann wirklich sehr, sehr ernst konzentriert durchweg, um oder gibt's dann
31:39
hauptsächlich gleich auch den Pausen dann auch so eine so eine Art von ja Kollegialität und ähm also Kollegalität im Sinne von ähm
31:46
dass man vielleicht auch mal ein bisschen lockerer an die Arbeit rangeht oder ist das denn wirklich schon sehr anstrengend, dass man da wirklich die ganze Zeit zu konzentriert sein muss?
31:53  Jörg Meyer
Bei den Arbeiten äh stimmt das so, wie sie's vermutet haben, dass man natürlich sehr konzentriert und äh ernsthaft an die ganze Geschichte herangeht. Ähm gerade bei diesen komplexen Arbeiten ähm letztendlich Schalthandlung in der Anlage
32:08
die äh nicht unbedingt immer standmäßig äh vonstatten gegangen sind, beziehungsweise auch äh eine größere Anzahl
32:16
zu den äh Armaturen umfassten, äh ist man ja generell mit einer Schaltanweisung, sprich einem A vier Blatt, ein Tabellenform
32:25
dann letztendlich nacheinander in einer logischen, technologisch-logischen äh Reihenfolge zu öffnen und zu schließenden Armaturen aufgeschrieben waren,
32:35
Das wurde dann letztendlich vom Operator erstellt, vom Blogleiter bestätigt, an den Maschinisten ergeben,
32:42
Er hat diese Schaltanweisung Punkt für Punkt abgearbeitet und entsprechend mit Hilfen dann äh die neue Stellung der Armatur,
32:52
und diese abgearbeitete Schaltanweisung dann zurückgegeben,
32:57
'ne Kopie wurde bei uns auch Beraterauswarte archiviert, Original ging dann zurück in die Blockwarte bei den Schaltanweisungen, die im Rahmen.
33:06
Anlagen der speziellen Wasseraufbereitung direkt von der AHW aus äh erstellt wurden, ging natürlich die komplette Schaltanweisung direkt zurück hier zur Archivierung in die Warte.
33:18
Der zweite Teil, so wie sie's gesagt haben, natürlich in den Pausen. Und darüber hinaus auch durchaus mal äh.
33:26
Tagen in der Freizeit, wo man sich letztendlich auch mal zur Suppe gibt, bitte feiern und allem. Da gab es natürlich äh dieses
33:33
kollegiale Miteinander, äh wo es durchaus auch mal zum Austausch gekommen ist, über private Sachen, äh beziehungsweise über Geschichten hier, die von von draußen her letztendlich das Leben betroffen haben, was damals eben
33:48
Wo gibt's zum Beispiel mal Obst und Südfrüchte oder
33:51
Ja, die Sachen, die letztendlich, sagen wir mal so, äh, auch das Leben in der DDR eben äh in den achtziger Jahren durchaus.
33:59
Gekennzeichnet haben, sowohl im positiven als auch im Negativen. Gab dann auch natürlich den solchen Sachen hier mit
34:06
mit Gewerkschaft hier, mit mit dem Feriendienst, äh die Kurzform Sommer dann letztendlich, wo man sich dann um Ferienplätze in Ferien, Heimen oder auch äh Ferienwohnungen mit entsprechender Verpflegung dann eben bewerben konnte
34:22
mit einer entsprechenden Betriebszugehörigkeit über so ein Punktesystem und alles. Das waren so Besonderheiten, die man letztendlich nur vom Hören sagen kann.
34:31
Aber die durchaus charakteristisch waren, das Leben damals.
34:35  Martin
War denn die Arbeit dann so, wie sie sich's vorgestellt haben, als sie die Ausbildung begonnen hatten, hat sich das hat sich das erfüllt, so vielleicht auch so grad am Ende der Ausbildung und dann mit Beginn der eigentlichen Anstellung?
34:47  Jörg Meyer
Ja, das hat sich so erfüllt und ähm.
34:52
Letztendlich ist es ja nachher so gewesen und hat sich bei mir ja dann auch äh
34:58
Der Wunsch entwickelt, dann ein Studium aufzunehmen, das hatte ich ja dann ähm zum Ende meiner Armeezeit mit den entsprechenden Bewerbungen und allem drum und dran schon vorbereitet.
35:10  Martin
Genau, weil wir müssen vielleicht dazu sagen, sie sind jetzt, nachdem sie die Ausbildung gemacht hatten, beziehungsweise direkt danach oder kurz danach sind sie dann zur ähm ja, zur Armee gekommen
35:19
Da waren sie dann quasi von zweiundachtzig bis sechsundachtzig, wenn ich das richtig gerechnet habe, ne, also achtzig Ausbildung begonnen, zweiundachtzig fertig und dann aber direkt zur zur Marine und erst sechsundachtzig zurück quasi ins ins Kernkraftwerk.
35:31  Jörg Meyer
Sechsundachtzig zurück ins Kernkraftwerk, dort dann letztendlich äh Einarbeitungsphase mit
35:38
der ganzen Kenntnisse und alles bis hin zur ersten Zulassungsprüfung. Die Voraussetzung war, dass ich dann wieder als Maschine erster Kreislauf selbstständig dann eben an der Anlage arbeiten durfte,
35:51
Ja und äh diese Zulassungsprüfung übrigens mit,
35:56
Abfrage dann eben der ganzen Kenntnisse an Langtechnik äh Arbeitsschutz, Strahlenschutz
36:04
wie zum Beispiel auch Bedienungen und so weiter bestimmte ja spezielle Sachen auch, die waren dann alle zwei Jahre geholt.
36:13  Martin
Was waren denn ihre Aufgaben denn so als als Maschinist? War das dann hauptsächlich ähm ja, Instandhaltung, Wartung, beziehungsweise auch,
36:22
ja vielleicht sogar dann vorbereiten für bestimmte Höhen und Spitzen im in der Energie im Energiebedarf. Was waren denn so die die großen Dinge, die man da so tagtäglich macht?
36:32  Jörg Meyer
Als Maschinist hat man eigentlich ähm hauptsächlich äh Schalthandlungen in der Anlage durchgeführt.
36:41
Beziehungsweise bestimmte Sachen eben äh auch wo dann letztendlich die elektrischen Antriebe teilweise äh an ihre Grenzen gekommen sind, diese Antriebe nachgezogen
36:50
zum Beispiel bei den Hauptabsperrschiebern. Die konnten nicht äh elektrisch bis wirklich in die mechanische Entlage gefahren werden, sondern haben davor
37:00
äh
37:00
über eine elektrischen Endlagenschalter dann schon gestoppt und äh das letzte Nachziehen. An der Stelle wurde dann manuell durchgeführt. Ja und sagen wir mal bei einem äh fünfunddreißig, vierzig Grad warmen Raum
37:14
dann letztendlich diesen großen Schieber äh einer Nennweite fünfhundert, sprich in unter fünfhundert Millimetern dann nachzuziehen mit dreißig bis vierzig Umdrehungen,
37:26
Das ging schön auf die Muckis und ähm wir hatten die Sauna umsonst.
37:31  Martin
Was passiert denn da da genau? Also was was passiert dann genau, wenn sie das dann manuell nachziehen? Was was ist denn dann der Effekt.
37:36  Jörg Meyer
Der Effekt ist an der Stelle letztendlich äh damit äh der E-Antrieb nicht ausfällt, bremst er natürlich mit dieser elektrischen Endlage kurz vor der mechanischen, wirklich ähm,
37:50
der Armaturenteller richtig fest, die ganze Geschichte erdichtet.
37:56
Das mechanische Nachziehen, das ist dann wirklich, sagen wir mal, die letzten über diese Übersetzung des Getriebes. Die letzten äh Millimeter dann, bis der dann wirklich ähm die Armatur,
38:08
einhundert Prozent abdichtet, in dem Fall jetzt beschrieben die Hauptabsprachschieber.
38:12  Martin
War immer noch viel manueller Arbeit tatsächlich dabei, auch wenn das dann auf den Bildern immer so aussieht, dass dann nur Menschen in weißen Kitteln auf ähm auf Schalttafeln drücken, war dann doch noch sehr viel, ja, ähm Kraftarbeit erforderlich.
38:27  Jörg Meyer
Ähm dazu muss man sagen, letztendlich die äh damalige russische Technik, die hier zum Einsatz kam, äh Blöcke eins und zwei.
38:35
Ein Kraftwerksdesign, äh welches entwickelt wurde Ende der fünfziger Anfang der sechziger Jahre,
38:43
und dann knapp zehn Jahre später dann eben hier äh aufgebaut wurde,
38:48
die Blöcke drei und vier mit kleinen Modifikationen, dann äh nochmal so fünf, sechs, sieben Jahre später, die dann auch schon getestet wurden und der große Schritt.
39:02
Eines eines äh einer neueren Qualität, unter anderem auch äh in der Sicherheitsphilosophie,
39:10
Erprobung befindliche Block fünf, der ja letztendlich,
39:16
bis zu seiner Abschaltung äh in der Wendezeit, sich gerade in der Erprobung gefunden hat und grade dann auch die äh Erprobung in den Laststufen fünfundzwanzig und fünfzig Prozent absolviert hatte.
39:29
Da mittendrin in dieser Erprobung kam dann äh auf Grundlage der Bewertung der Gesellschaftsführer, Reaktorsicherheit,
39:39
und der ähm politischen Abstimmung am runden Tisch in Berlin in der Wendezeit.
39:45
Letztendlich die Empfehlung beziehungsweise die Festlegung auch von der Regierung auszulegen.
39:52  Martin
Ich würde mal noch einen Schritt kurz zurückgehen. Sie sind ja sechsundachtzig zurückgekommen. Ähm,
39:56
ins Kankkraftwerk. Am zweiten Mai sechsundachtzig war ja der Unfall in. Sind sie da, äh ich weiß nicht, wann genau sie zurückgekommen sind, ähm
40:04
wie wie war das denn in der Wahrnehmung, wo sie vielleicht schon wussten, dass sie zurückkommen und dann auch mitgekriegt haben, was in Tschernobyl passiert ist oder wenn sie da schon zurückgewiesen sind, ähm wie sich das dann ähm ja für sie dargestellt hat.
40:17  Jörg Meyer
Ja, das war seine Zeit,
40:21
komisches Gefühl. Äh die ersten Nachrichten, die hatte ich äh seinerzeit noch.
40:29
So wie das damals eigentlich gehandhabt wurde mit gehöriger Verzögerung und,
40:35
jetziger Sicht, Halbwahrheiten, beziehungsweise es ist ja alles gar nicht so schlimm und so weiter und so fort äh über die Medien äh der DDR.
40:44
Noch äh an Bord äh unseres Schiffes. Wir waren da gerade von unserer von unserem letzten Grenzdienst,
40:51
vor unserer Entlassung äh zurückgekehrt als
40:55
diese ganze Geschichte letztendlich so ein bisschen publik wurde. Natürlich prasselten denn auch auf mich da irgendwo die Fragen. Einfach mal du bist doch in so einem Kernkraftwerk äh tätig. Und wie ist das Menschenskind? Kriegst du da nicht
41:07
Ja, sage ich, keine Ahnung. Ich weiß nicht, was da passiert war. Und an der Stelle.
41:13
Äh sagen wir mal, die ersten Ahnung und was da abgegangen ist und äh das kam dann aber auch wirklich Stück für Stück irgendwann äh über andere Kanäle, teilweise auch so ein bisschen über die Fachleute,
41:27
bei uns in der Firma an und zumindestens zu dem Zeitpunkt waren wir eigentlich alle der Meinung,
41:34
Es kann uns eigentlich so gar nicht passieren, weil Tschernobyl ist ein komplett anderer Reaktor-Typ als unserer.
41:41  Martin
Haben Sie sich dann schon,
41:43
ähm sind sie jetzt dann im Kopf auch schon mal durchgegangen ähm okay, das kann bei uns nicht passieren, aber ähm was was wäre denn bei uns möglich und wo müssten wir vielleicht noch mehr drauf achten, wenn sie jetzt vielleicht auch schon im Hinblick, da bin ich bald wieder zurück? Ähm,
41:57
dass das Ganze sich angeguckt haben.
42:00  Jörg Meyer
Hm ja, gewisse Überlegungen, gerade nach Tschernobyl oder auch jetzt äh aktuell äh,
42:10
diese Richtung gerade nach dem Unfall in Fukushima habe ich dann natürlich auch für mich angestellt und äh sagen wir mal so und so einige ähm.
42:21
Anfangs noch für unverrückbar gehaltene, ja, Einschätzung äh über die Kernenergie für mich.
42:31
Durchaus revidieren müssen.
42:35  Martin
War das dann schon anders, als sie zurückgekommen sind, dann tatsächlich von der Marine? War da eine andere Stimmung im Werk?
42:40  Jörg Meyer
Äh eine gewisse ja eine bisschen andere Stimmung beziehungsweise äh eine, ich sage ja, es war von der Sache her, ich sage mal, die Grundstimmung damals,
42:50
an und für sich nicht passieren, weil wir haben da an der Stelle eine andere Technik,
42:56
und seinerzeit letztendlich ähm habe ich diese Einschätzung auch für mich erstmal geheilt. Jetzt im Nachgang mit dem Abstand von,
43:06
über dreißig Jahren dazu. Äh und allen dem, was bisher passiert ist,
43:14
Mal sagen und äh auch wenn es damals vielleicht eine abiater Einschnitt in in des Lebenswerk oder in unserem Lebensweg gewesen sind mit all den Begleiterscheinungen, mit den Entlassungen von vielen Kollegen
43:28
mit der Stillsetzung der Anlage und äh aus jetziger Sicht äh würde ich sogar sagen,
43:36
Na, nicht sogar, sondern grundsätzlich sagen, die Stillsetzung und die Demontage dieser Anlage zu dem Zeitpunkt angefangen und so, wie wir das jetzt machen und was wir jetzt
43:46
ist logisch und richtig.
43:48  Martin
Das ist
43:50
das ist eine schwere Erkenntnis, glaube ich, als für jemanden, der dann wirklich auch so sein ganzes Leben da gearbeitet hat und eigentlich auch, ja, mit diesem Optimismus da rangegangen ist. Also, nicht, dass sie jetzt verbittert klingen, aber das ähm
44:01
erkennt ja dann schon irgendwie eine andere Realität ja dann auch nochmal an.
44:06  Jörg Meyer
Ja, das stimmt.
44:09  Martin
Sie selber haben ja dann ähm, als sie zurück waren, haben sie vorhin schon angedeutet, noch ein Studium dran gehängt, um dann noch tiefer auch einzusteigen in die Materie erstmal
44:18
Vielleicht können sie da noch bisschen was drüber erzählen. Also, ja, dass sie dann zum Studium in Senftenberg waren.
44:25  Jörg Meyer
Das stimmt. Ähm.
44:28
Während der Zeit, beziehungsweise es fing langsam an zum, zum Ende der Armeezeit. Ähm, als ich mir dann auch so ein bisschen Gedanken gemacht habe über meinen äh Pflichten Werdegang
44:37
hat sich bei mir ja der Wunsch entwickelt, ähm letztendlich,
44:42
die Richtung mich beruflich weiter zu qualifizieren. Bei uns hieß es, Reaktor Operator äh in den Kraftwerken.
44:52
In den ähm älteren Bundesländern, Reaktorfahrer.
44:57  Martin
Mhm.
44:58  Jörg Meyer
Blockleiter haben wir auf beiden Seiten gehabt. Und ähm weil ich.
45:04
In den letzten zwei Jahren meiner Dienstzeit ähm äh bei der Kranzbrigade,
45:10
Eine spätere Frau damals kennen und lieben gelernt habe und wir dann natürlich auch so ein bisschen äh schon Zukunftsplanung betrieben haben,
45:20
habe mich dann entschieden nach Abwägung bei der Möglichkeiten, kein direktes Studium aufzunehmen, sondern letztendlich mich für ein Fernstudium zu werben,
45:30
Fernstudium äh habe ich ja dann in den Jahren neunzehnhundertsechsundachtzig bis neunzehnhunderteinundneunzig,
45:37
absolviert. Die ersten beiden Jahre, das war von der Fahrerreihe noch recht angenehm, das Grundlagenstudium äh erfolgte hier in der Nähe in Stralsund, äh in einer Baracke
45:50
die äh neben der Ausbildungsparake hier äh der Betriebsberufsschule auf der Volkswerft.
45:59
Gestanden hat.
46:01
Die findet man heutzutage übrigens nicht mehr, denn dort äh gibt es jetzt eine äh große, moderne äh nach außen hin in einem freundlichen, hellblau gehaltene Fertigungshalle der Firma Ostseestal.
46:15
Ist für mich dann immer ein schöner Anhaltspunkt, wenn wir mal äh in Stralsund unterwegs sind, das Auto dann eben äh runterbringen in das Parkhaus da unten am Ozeaneum, ähm kann ich dann meiner Frau sagen, da habe ich mal studiert.
46:29
So, äh das war nur so die ersten zwei Jahre Grundlagenstudium, also Mathe, Physik, Deutsch,
46:36
Russisch, Frau Hase war mir da sehr in äh angenehme Erinnerung geblieben. Genauso unser Lehrer hier, Herr Scharschuh,
46:45
aber gerecht,
46:47
Er wusste, dass äh der Mann mitgezogen hat und wirklich dann auch die Ansätze verstanden hat, dann hat man, hat er einen auch nicht hängen lassen. Aber es gab eben auch ähm Kollegen,
46:59
die mit ihnen nicht richtig warm geworden sind und allem drum und dran. Und ähm,
47:05
irgendwo musste man natürlich ja auch letztendlich die Leistung bringen, um überhaupt nachher den Studienstoff äh richtig in in der äh Fachschule dann irgendwo in der Ingenieurschule verstehen zu können, weil das ja immer komplexer wurde.
47:19
Das gab dann natürlich auch Queen, die dort eben äh aus Gründen dann abgebrochen haben.
47:25
Im Endeffekt letztendlich es hat Spaß gemacht. Wie gesagt, die zwei Jahre in Stralsund und dann, wie sie sagt, nachher die drei Jahre dann das eigentliche Studium in der Ingenieurschule für Bergbau und Energietechnik,
47:38
Senftenberg, diese Schule gibt es jetzt als Fachhochschule Lausitz noch
47:43
hat vor Jahren mal durch Zufall äh rausbekommen, dass das noch existiert. Und wir waren auch einmal auf auf dem Rückweg eines aus dem Urlaub dann äh kurzen Abstecher, der einen Sekt dran vorbeigefahren. Ähm.
47:59
Den haben sie zumindestens nicht abgeräumt und damit so ein bisschen an die Vergangenheit als äh Ingenieurschule erinnert. Der der Bergmann,
48:08
die große Bronzeplastik, der Bergmann, der da letztendlich vor dem Haupteingang des äh Schulgebäudes steht.
48:15
Zumindestens war's vor ein paar Jahren Standard noch. Ich glaube nicht, dass irgendwann mal die Bilderstürmerei dort eingesetzt hat.
48:23  Martin
Und das war dann aber alles berufsbegleitend. Das heißt, sie haben gesagt, am Anfang war's noch eher einfach, nach Stralsund und dann ähm mussten sie aber auch noch wahrscheinlich zur Präsenz hin und wieder nach Senftenberg und das parallel quasi zur Arbeit im Werk.
48:36  Jörg Meyer
Richtig. Äh und das war seinerzeit so äh und da muss ich sagen, muss ich auch wirklich nochmal äh auf diesem Weg auch.
48:44
Einen großen Dank sowohl an meinen ehemaligen Meister damals auf der Apparate Hauswarte.
48:50
Als auch an die Kollegen. Äh aussprechen.
48:55
Entsprechend die damaligen Regelungen für solche Fernstudiengänge äh dann letztendlich immer äh all diesen äh Reisen, die ich dann letztendlich nach Senftenberg unternommen habe, alle drei Wochen, eine Woche abwesend.
49:10
Dann letztendlich auf der Arbeitsstelle vertreten haben und dann letztendlich dafür gesorgt haben,
49:16
nicht zu einem Ausfall geführt hat. Also insofern, das ist eine Geschichte gewesen, damals diese Bedingungen des Fernstudiums,
49:25
und das so zu absolvieren. Ich weiß nicht, ob das zu diesen Bedingungen heutzutage noch so äh möglich ist. Ich weiß, dass einige Kollegen an der Stelle,
49:35
sowohl Meisterschule als auch durchaus Fernstudien,
49:40
Unternehmen unter oder unternommen haben und äh die dann letztendlich mit einem wesentlich immenseren Zeitaufwand,
49:49
anderem dann die Lehrveranstaltungen äh Friedrichsnachmittags und am Sonnabend, wo dann wirklich ein ein gehöriges Maß an Zeit an an Freizeit natürlich auch noch mehr drauf gibt.
50:01
Ähm bei uns eben äh damals.
50:05
Durch diese Organisation des Fernstudiums, dass die natürlich auch letztendlich äh zu ihren Abschlüssen kommen.
50:12
Aber das ist eben so der Lauf der Zeit.
50:15  Martin
Jetzt haben sie schon gesagt, es ginge dann so auch also spätestens dann mit den runden Tischen, aber vielleicht auch schon vorher in der DDR.
50:22
Kam dann vielleicht auch so eine bisschen eine eine Skepsis auf gegenüber der Atomkraft. Also einerseits vielleicht, weil sie dann doch noch nicht alles an anderen Energieform abgelöst hatte, also Braunkohle gab's ja weiterhin und ähm
50:35
Die Atomkraftwerke ja noch nicht übernommen, da wirklich komplett die DDR mit mit Strom zu versorgen. Ähm das
50:42
Das dritte Atomkraftwerk von den geplanten weiteren zwanzig, glaube ich, ist ja dann auch nie in Betrieb gegangen und parallel,
50:49
gab's vielleicht auch mit der Umweltbewegung auch ja andere andere Sichtweisen darauf. Ähm können sie mal die Situation beschreiben, bevor es dann ja so Richtung Wendig ging, wie da so die
50:59
ja die gesellschaftliche Stimmung waren vielleicht auch so das die eigene die eigene Wahrnehmung im Kollegenkreis, wie ist denn mit der Atomkraft weitergeht?
51:08  Jörg Meyer
Ja, das äh das dritte Atomkraftwerk Stendal letztendlich,
51:14
Ja, mitten im Bau äh der Gebäude,
51:18
Hauptgebäude letztendlich ab Rathaus und Maschinenhaus abgebrochen wurde, was zum Teil ja auch letztendlich äh an der äh gerade Ende der achtziger Jahre immer prekärer und äh für die Wirtschaft
51:33
fataler werdenden äh Situation an äh Rohstoffen, Materialien, Maschinenersatzteilen gelegen hat.
51:43
Wie wir das ja letztendlich auch mitbekommen haben, bis hin zur Versorgung der Bevölkerung. Ähm.
51:51
Charakteristisch, aber das ist eigentlich mehr oder weniger aus einer anderen Ecke heraus.
51:56
Und hat uns auch zum Nachdenken veranlasst, weil ja dieses Ereignis.
52:02
Weiß jetzt nicht, inwieweit sie davon mal gehört haben, der Brief, der Arschblock fünf.
52:08
An den Ministerrat beziehungsweise an den Staatsratvorsitzenden, welches hier äh für mächtig Unruhe.
52:17
Sowohl in den Staats- und Parteigremien bis hin zu äh doch durchaus äh rabiaten Reaktionen,
52:25
Staats und Sicherheitsorgane beziehungsweise Parteistrafen ähnliches. Wir haben das so ein kleines bisschen ungefiltert mitbekommen, weil wir ja durch einer selben Schicht durchaus auch
52:37
äh bei den Hin-und Heimfahrten Kontakte, habe den Kollegen vom Block fünf.
52:43
Wir sind ja in der selben Schicht unterwegs gewesen und seinerzeit war ja letztendlich vor Schicht Besatzung.
52:50
Nur ein kleiner Teil, der natürlich zu Ende bis hin zur Wendezeit, beziehungsweise nach der Wende, sich äh ins Gegenteil umgekehrt hat,
53:00
mit dem Auto,
53:01
Hose zur Arbeit gefahren ist, weil die meisten Bauer sind ja letztendlich doch mit dem Zug mit dem äh äh aufm Betriebsausweis letztendlich kostenlos gefahren, der von Hauptbahnhof und äh Haltpunkt Süd dann hier rausgefahren ist,
53:16
und da hatte man ja durchaus,
53:20
auch mal Kontakte über den eigenen Arbeitsplatz hinaus zu den anderen Kollegen, aus den anderen Blöcken oder den Kollegen vom zweiten Kreislauf, den man ja sonst eigentlich äh nur sporadisch,
53:33
meistens die immer zur selben Zeit dort auftauchen, eben in Pausen zeigen, mal in den Kantinen getroffen hat oder in der Bergküche.
53:41
Ansonsten waren da ja die Kontakte arbeitsbedingt natürlich äh etwas eingeschränkter.
53:48
Und das war zum Beispiel äh Versorgungslage et cetera und da war zu merken, irgendwo knirschte es schon.
53:57  Martin
Und da haben die Kollegen einen Brief geschrieben an.
54:00  Jörg Meyer
Haben die Kollegen einen Brief geschrieben und der dann wirklich seinerzeit zumindestens im Grafik und dann äh wie gesagt in den Partei- und Staatsorganen.
54:09
Kreis und bis hin nach Berlin äh für einiges Aufsehen und natürlich.
54:15
Ähm Unruhe gesorgt hat mit den negativen Begleiterscheinungen, die damals äh als Reaktion auf solche Geschichten typisch waren, wo man letztendlich dann für sich gesagt hat, Mensch, irgendwas stimmt hier doch.
54:30
Und äh so richtig publik ist das letztendlich dann eigentlich.
54:35
Nochmal geworden oder äh geschichtlich dann aufgearbeitet in der Zeit um die Wände, als das dann auch darum ging, äh bestimmte Sachen.
54:44
Aufzuarbeiten und die ganze Geschichte hier mit den Sicherheitsorganen und Staatsorganen, wo dann letztendlich natürlich auch die verschiedenen.
54:55
Dienststellen der Staatssicherheit besetzt worden. Auch die Objektdienststelle in Lubmin.
55:01
Äh um zu verhindern, dass dann letztendlich ähm irgendwelche Unterlagen und so weiter an an der Bürgerbewegung vorbei vernichtet.
55:11
Worden.
55:13  Martin
Mhm. Mhm.
55:15  Jörg Meyer
Ein Teil.
55:17
Haben sie nicht verhindern können, aber der Großteil wurde ja dann doch sichergestellt und äh steht natürlich jetzt äh letztendlich.
55:27
Bewältigung der Geschichte durchaus auch der Funk dann eben zur Verfügung, ne.
55:32  Martin
Vielleicht können sie nochmal ganz kurz ähm erklären, wie es jetzt wirklich zum Entschluss kam, dass das Ganze still zu legen, ob das jetzt direkt schon mit der Wende passiert ist oder ähm was dem vielleicht auch vorausgegangen ist.
55:44  Jörg Meyer
Genau, äh in der Wendezeit äh noch zu Zeiten des runden Tisches, beziehungsweise als dann äh viele Sachen natürlich auch schon in enger Abstimmung zwischen der äh letzten.
55:56
Erstmalig frei gewählten äh Regierung deutschen demokratischen unter Lothar de Maizire und den entsprechenden äh Bundesbehörden, in dem Fall Bundesinnenministerium stattgefunden haben.
56:11
Gab es äh eine Begutachtung des Zustandes der Anlage.
56:16
Die Gesellschaft für Rettungssicherheit. Und dieses umfangreiche Gutachten der GAS.
56:23
Hatte dann seiner Zeit dazu geführt, dass äh die Empfehlung ausgesprochen wurde und.
56:31
Empfehlung hatte an der Stelle nicht nur empfehlenden Charakter, sondern es wurde dann letztendlich,
56:38
von der Regierung hier an der Stelle in äh geltendes Recht umgesetzt und wo bei uns und natürlich dann auch vollzogen. Die Anlagen des Kernkraftwerkes Hohen Heuschnal zu setzen und zu demontieren.
56:51
Es gab an der äh Demo habe ich mich übrigens beteiligt. Äh wir hatten hier äh in Greifswald.
56:59
An der Stelle, wo jetzt äh einer der äh großen, äh schnell Imbissketten äh seinen Stützpunkt hat und eine kleine Tankstelle steht äh zu DR-Zeiten, den Kraftwerkstrainer.
57:14
Denen die äh Leitmannschaften trainieren konnten. Äh und zwar war das ein Kraftwerkstrainer, der äh.
57:26
Nachgebildete Block wartet des äh Reaktortypes WWE R vierhundertvierzig äh in der Ausführungsblocke fünf, also die modernere Ausführung, dort äh eingerichtet hatte.
57:40
Da gab es an dieser Stelle eine große Demotion der.
57:46
Damaligen KKW-Mitarbeiter. Die waren ja noch nicht EWN IW, also ein Jahr später geworden.
57:52
Und ähm gegen diese äh gegen dieses Gutachten und gegen beabsichtigte Stillsatzung des KKW Bruno Leuschner.
58:02
Es ist im Endeffekt äh trotz dieser massiven.
58:06
Äußerungen auf der Straße nicht dazu gekommen ist und das Werk stillgelegt wurde, war dann.
58:13
Jetziger Sicht natürlich äh die logische Konsequenz.
58:19  Martin
Wie ging's denn dann, wie ging's denn dann weiter? Also sie waren ja dann immer noch im Dienst.
58:24  Jörg Meyer
Richtig. Ich bin dann, wie gesagt, auf äh Herr Selben, Struktur, sprich in der Abteilung des Betriebes, dann eben äh aus dem Apparatehaus aus äh oft locker gewechselt.
58:37
Zuerst auf die Blockfahrt drei, habe da seiner Zeit.
58:41
Schichtleiter zwei, unter anderem äh die Umladung der noch relativ frischen Brennstoffkassetten, die aber schon im Betrieb waren, in einem Castor,
58:53
mehrere Kastoren äh für das ungarische Kernkraftwerk Patsch mitbegleitet.
58:59
Natürlich den normalen Anlagenbetrieb während der Zeit der Nachbetriebsphase mit äh mitbetrieben.
59:07
Und äh später dann äh auf eins äh diese Wittigkeit.
59:14
Ich dann in der Zeit von neunzehnhundertzweiundneunzig bis neunzehnhundertsiebenundneunzig durchführen.
59:23
Neunzehnhundertsiebenundneunzig beziehungsweise kurz vor neunzehnhundertsiebenundneunzig bekam ich dann ein Angebot.
59:31
In die Abteilung Technik zu wechseln aufgrund meiner Anlagenkentnisse unten im ersten Kreislauf.
59:38
Und zwar in die ähm.
59:42
Abteilung in dieser Hauptabteilung Technik, die sich mit der Vorbereitung und Durchführung der Demontage der.
59:51
Druckgefäße und deren Einbauten beschäftigt hat. Und sollte da an der Stelle sowohl die Modelldemontage im Block fünf,
1:00:00
als auch für die spätere aktive Demontage der Reaktor Tropelder und äh.
1:00:07
Bei uns hießen so Druckgefäße und der Einbauten der Reaktoren.
1:00:11
Bei der Einrichtung dieser Ausrüstung im Block zwei dann die Ausrüstung mit den Systemen zur Medienver- und Entsorgung finden über entsprechende Rohrleitungen.
1:00:26
Und ohne Not.
1:00:26  Martin
Wie ging's ihnen dabei, als sie dann quasi jetzt mit der Planung beschäftigt waren, das abzubauen, wo sie dann gelernt und gearbeitet haben?
1:00:35  Jörg Meyer
Ja, im ersten Moment eigentlich gut, kurzzeitig.
1:00:40
Waren noch so im Nachklang äh dieses Gefühl, ist es wirklich richtig oder äh wir waren doch alle davon überzeugt, doch eigentlich ein äh sicheren Kraftwerkstyp hier zu betreiben.
1:00:53
Aber im Endeffekt dann und das führt jeder Ingenieur, jeder Techniker letztendlich verstehen.
1:01:00
Mich die neue Aufgabe natürlich gereizt und ich habe dann eine Menge auch dazu gelernt letztendlich, das, was ich jetzt auch noch nacherträglich in meinem jetzigen Job nutzen kann.
1:01:12
Über Schnittstellen äh,
1:01:14
Kennzeichnung, Realisierung von Schnittstellen, wie die verschlossen werden, äh teilweise auch neue Anlagen, Teile kennengelernt
1:01:22
den ich bisher nicht zu tun hatte. Der gesamte Block fünf war an der Stelle für mich, mit Beginn dieser Tätigkeit Anfang siebenundneunzig komplettes Neuland,
1:01:32
bin dann mit meinem damaligen Gruppenleiter dann auch immer vierzehn Tage mitgelaufen, um mich in der Anlage überhaupt zurechtzufinden,
1:01:40
Alleine, also es gibt da einige Unterschiede zu den alten Blöcken, die mir natürlich von dem her bekannt waren, aber äh wenn man da letztendlich jemanden, der vollkommen neu äh da reinkommt,
1:01:52
irgendwo in die Anlage führt, ihn dann ganz einfach mal stehen lässt. Der läuft sich.
1:02:00
Sah das aus. Erstmal das Neue, die Neugierde natürlich. Und ähm bei den bei den Medien, sprich.
1:02:09
Bei der Verbindung dieser Anlagenteile, mit denen.
1:02:13
Entsprechenden äh medienführenden Systemen füllen und zum Entlernen zum Beispiel. Das Zerlegebeckens für die Unterwasserzellegung der Reaktoreinbauten beziehungsweise.
1:02:25
Einrichtung eines Druckluftversorgungsnetzes sowohl im Block fünf in der Box und im Ringraum für die dort stehenden Anlagen, die.
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Druckluft als Medium brauchen.
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Abreinigbare Luftfilter wie Druckluft äh betriebene Werkzeuge et cetera äh bis hin dann eben zum zur Einrichtung eines Innensystemes und anschließend dieses Systemes.
1:02:52
Die entsprechenden Systeme der speziellen Kanalisation sowohl im Block fünf als im Block zwei, die dann radioaktiv kombinierte Abwässer.
1:03:02
Aufnehmen sollten, sammeln und später dann der äh Aufbereitung zuführen. Das war durchaus erstmal schon in dieser Richtung, auch mit Hinblick auf.
1:03:13
Neue Anlagenkenntnis, äh eine reizvolle Tätigkeit und es kam ja dann letztendlich im Zusammenhang mit dieser Geschichte,
1:03:22
äh auch noch ein paar Sachen dazu, äh die wir so im Betrieb gar nicht an der Stelle zu betreuen hatten und äh wirklich auch ein bisschen Neuland für uns waren,
1:03:32
Unter anderem in diesen Zerlegebecken eine Fernbediente, Dekontamination von Werkzeugen durchzuführen,
1:03:42
mit entsprechenden äh Sprühdüsen, Spritzdüsen, die dann ebenfalls an die Medien führenden Systeme anzuschließen waren und wo man stellenweise dann dazu auch die entsprechenden Werkzeuge,
1:03:56
mit den entsprechenden Manipulator geeigneten Anstücken konstruieren und bauen lassen musste,
1:04:04
dass der letztendlich Fernbedient aus dem Leitstand der Manipulator zum Beispiel so ein C-Schlauchrohr oder,
1:04:12
ähnliches Teil dann eben gegriffen hat und an der Stelle dann letztendlich mit einem scharfen Strahl im Becken erstmal die äh nicht festhaftende Kontamination äh.
1:04:26
Musste und das, was dann letztendlich doch noch haften geblieben ist, gerade bei den äh,
1:04:33
Verfahren wie Plasma schneiden, unter Wasser, beziehungsweise dann noch schlimmer, äh ein sogenanntes CAMC Verfahren, wo dann letztendlich mit einem Kohlefaserschwert,
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mit einem immensen Lichtbogen der lädierte Stahl der Reaktor einbauten in null Komma nüscht.
1:04:56
Zerlegt wurde.
1:04:58
Was aber zur Folge hatte, dass diese ganz feinen Partikel und das ist wirklich äh im Endeffekt wie Ruß aus einem Schornstein, aber das Ganze eben unter Wasser.
1:05:08
Ebenfalls in null Komma nichts die Sicht für den äh Operator da an der Stelle mit einem Unterwasserkamera auch gegen Null schwinden lasst.
1:05:18
Ja und die ganze Geschichte, die haben wir an der Stelle dann letztendlich ja mitentwickelt, erprobt in Betrieb gesetzt, bis hin eben dann auch zur Wasserreinigungsanlage, die mein Kollege,
1:05:29
mit dem ich damals das Büro geteilt habe, technisch mit betreut hat und Jan wieder dafür gesorgt hat, dass der Operator dann wieder den Durchblick bekommt,
1:05:38
Das war dann letztendlich rein technisch gesehen schon äh eine durchaus anspruchsvolle und äh interessante Aufgabe,
1:05:47
Ja und so mein kleines persönliches Highlight war ja denn an der Stelle gewesen, ein Maschinenbrenner.
1:05:54
Trockenzerlegebereich auf Vordermann zu bringen. Wir hatten da an der Stelle äh so ein paar Vorarbeiten von der Uni Hannover, von der Heilung Werkstofftechnik äh zugearbeitet bekommen.
1:06:07
Aber im Endeffekt uns immer gewundert, wieso ballert das Ding immer zurück und äh explodiert und äh wir haben dann bei einem Versuch, ja letztendlich dann auch so einen Maschinenbrenner wirklich durch eine Rückzündung, durch eine ganz heftige Rückzündung,
1:06:22
thermisch zerlegt, er war nicht mehr reparierbar.
1:06:25
Ja und da habe ich mich dann letztendlich auch mal äh in diese ganze Geschichte thermisches Trennen für größere Wandstärken äh rein einarbeiten können, auch mit.
1:06:37
Bekannten, die durchaus auch äh mit denen wir eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut haben aus dem Wirtschaftsbereich.
1:06:45
Und wo letztendlich dann auch äh das ist nicht so ganz einfach. Das haben wir letztendlich nach zwei Jahren intensiven Versuchen.
1:06:56
Bekommen und das war auch an der Stelle für mich so ein bisschen ein Highlight in dieser Tätigkeit.
1:07:01  Martin
War's für sie überraschend, wie aufwendig dann tatsächlich so ein so ein Rückbau ist oder haben sie dann eher die die Herausforderung gesehen? Weil ich also
1:07:09
wenn man jetzt wirklich ganz naiv rangeht, dann sagt man, okay, da wurde halt neunzehnhundertneunzig wurde beschlossen, ähm die werden stillgelegt, dann bringt man das radioaktive Material aus und preist dann alles ab. Aber so ist es ja nun ganz und gar nicht, sondern es ist ja wirklich ein sehr, sehr langwieriger Prozess.
1:07:24  Jörg Meyer
Ja, da haben sie Recht. Äh anfangs, als sich immer mehr Probleme sowohl technischer als organisatorischer Art oder auch,
1:07:33
Wie gehen wir dann mit den dabei entstehenden Reststoffen um? Äh immer mehr aufgetan haben und äh wir immer weiter in diese Matteure ja getaucht sind.
1:07:44
Ähm überraschend Moment, ja.
1:07:49
Weil äh wir haben ja wirklich auch festgestellt, dass dieser Kraftwerkstyp an der Stelle letztendlich.
1:07:56
Nicht für so eine äh für so einen Zweck, sprich Stillsetzung, Stilllegung und Demontage baut war.
1:08:04
Die waren irgendwo mal gebaut letztendlich äh um über dreißig, vierzig Jahre Betrieb, also dreißig Jahre mal Betrieb zu machen,
1:08:12
abgesehen letztendlich die dreißig Jahre hatten wir ja letztendlich dann nachher,
1:08:17
für die alten Blöcke durchaus in der Zeit kurz nach der Wende, also in den neunziger Jahren, beziehungsweise zur Jahrtausendwende hin ja dann auch erreicht. Das einzig Bedenkenswerte oder Nachdenkenswerte an der Stelle,
1:08:31
War ja dann gewesen, wie.
1:08:34
Sich letztendlich die Partei und Staatsführung wäre es nicht unter die schilderten Begleitumständen zu Ende gekommen.
1:08:41
Zum Ende dieser Nutzungsdauer verhalten.
1:08:45
Großartig Geld in die Hand genommen, um dann wirklich für eine Restlaufzeit von zehn oder fünfzehn Jahren oder zwanzig Jahren nochmal eine Ertüchtigung dieser Anlage vorzunehmen, obwohl man von,
1:08:59
Unzulänglichkeiten äh dieses Designs gewusst hat oder.
1:09:05
Wäre man dann wirklich auch den Weg gegangen, okay, diese alte Anlage muss stillgelegt werden, wir brauchen was Neues. Das äh ist eine Geschichte. Na ja gut, auch mit dem jetzigen Abstand dazu.
1:09:17
Eigentlich an der Stelle äh ja nur rein hypothetisch zu betrachten war.
1:09:23
Dass es anderswo letztendlich ja auch auf Teufel komm raus jetzt immer noch gehandhabt wird alte Anlagen irgendwo noch am Leben zu erhalten. Ich sag nur KKW Tyonch.
1:09:36
Und ähnliche Anlagen in Westeuropa.
1:09:40
Da hab ich auch so leise Zweifel, ob das so richtig ist und ob da letztendlich an der Stelle.
1:09:48
Ein Cut, eine Stilllegung, nicht die richtige Konsequenz wäre oder aus meiner Sicht sogar die richtige Konsequenz ist.
1:09:59
Aber da wiederum, da sind teilweise ja auch irgendwelche äh äh regionalen Politiker, Gemeindeparlamente und und und eingebunden an der Stelle ja als Miteigentümer dieser Anlagen nicht unbeträchtlich. Davon profitieren
1:10:14
wo man dann irgendwo auch von politischer Seite aus festgestellt hat, wir brauchen die noch.
1:10:22
Gerade jetzt bei der äh Diskussion um Klimaerwärmung, CO2 Problematik. Äh ob es der richtige Weg ist, äh ich lasse das Fragezeichen einfach mal so stehen.
1:10:34  Martin
Dort würde ich vielleicht zum Abschluss nochmal fragen, wenn sie jetzt zurückblicken, war's denn,
1:10:39
richtige Entscheidung für die WR. Ähm zu dem Zeitpunkt auf Atomkraft zu setzen oder war da auch viel ähm ja, Hoffnung oder Projektion mit dabei, ähm um das jetzt durchzusetzen?
1:10:53  Jörg Meyer
Zum damaligen Zeitpunkt, ja, auf die Atomkraft zu setzen, äh man hat's nicht besser gewusst.
1:11:03
So. Äh es ist natürlich jetzt sehr hypothetisch äh tragen nein oder ja oder nicht doch nicht,
1:11:12
Zum damaligen Zeitpunkt in den sechziger Jahren, ja, das einzige, äh was an der Stelle oder was so ein bisschen bitteren Beigeschmack hatte.
1:11:22
Und das ist eine Geschichte letztendlich, die ich dann unseren Einführungsstrich unten, Freunden, Anführungsstriche oben.
1:11:29
Wobei ich mal sagen muss, äh es gibt eine Menge Potenzial, gerade in Richtung Osten.
1:11:36
Und wenn man vielleicht auch auf irgendwelchen politischen Ebenen sich da vielleicht auch mal ein bisschen mehr um Konstruktivität im Umgang miteinander bemühen würde.
1:11:49
Auch in diesen Beziehungen in Russland und nicht immer nur diese Keule, aber okay. Äh das mit den Menschen Menschenrechten dort ist natürlich auch noch so eine Geschichte.
1:12:01
Dass natürlich dort in der Opposition unter anderem auch um Herr Nawalni wohl auch eigentlich das da am Birken sind.
1:12:09
Wo die Unterstützung der Opposition in der Opposition will.
1:12:15
Nicht so ganz glücklich ist, weil die letztendlich da zum Teil auch so ein bisschen das rechte Spektrum und beziehungsweise das Recht rechtsextreme Spektrum abdecken. Das finde ich dann nicht ganz so glücklich.
1:12:28
Aber ähm nochmal zurückzukommen auf die Freunde.
1:12:32
Es gab ja seinerzeit gerade in den, als diese ganze Technologie in den Kinderschuhen stecke. Auch ein Haufen.
1:12:42
Ereignisse, Unglücke, die wir letztendlich erst im Nachgang erfahren haben. Die große Katastrophe, der Atomanlage.
1:12:52
Wurde genial geheim gehalten, aber genial wirklich jetzt wirklich in Anführungsstrichen äh wieder zu sehen. In der Sowjetunion geheim gehalten. Es wurde da ja letztendlich in Sibirien eine Fläche, die äh,
1:13:05
Um einiges größer ist, als äh die Gegend um Tschernobyl hier äh in der Urine und in Weißrussland.
1:13:12
So hochgradig radioaktiv, verseucht und kontaminiert durch die Explosion dieser Aufbereitungsanlage, dass dort noch über hunderte von Jahren.
1:13:26
Letztendlich nach bestem Wissen und Gewissen. Niemand leben kann und sich aufhalten sollte.
1:13:33
Es ist kurios und grade in solchen Ecken, ob das die Gegend um Fugachine ist, ob das ist, ob das äh Tschernobyl ist.
1:13:43
Wie sich komischerweise da die Natur angefangen von den äh äh.
1:13:50
Pflanzen und so weiter. Trotz auftretender Mutation, aufgrund dieser Strahlenbelastung irgendwo im Stande ist, zu regenerieren.
1:14:00
Faszinierend. Ist natürlich Schäden sind auf jeden Fall da und es nicht zu leugnen.
1:14:08
Was letztendlich bei dieser Geschichte hier, als das hier alles eingerichtet wurde, irgendwo äh ja auch von Seiten Sowjetunion geschwiegen war, wurde,
1:14:20
dann auch die Vorfälle letztendlich, die seinerzeit bei der noch militärischen Nutzung der Kernenergie als.
1:14:27
Antriebsmaschinen auf den äh Booten, was da vorgefallen war.
1:14:33
Und das letztendlich hätte man unter anderem ja auch bei der ganzen Geschichte Einrichtung von Atomkraftwerken äh auch
1:14:41
in der Betreuung durch die sowjetischen Spezialisten, vielleicht hat man das sogar gemacht, wesentlich stärker in dieser Sicherheitsphilosophie äh irgendwo berücksichtigen,
1:14:52
müssen und mit einbauen müssen. Aber das jetzt im Nachgang
1:14:56
sagen wir mal, nur aus meiner Erinnerung, so äh wiederzugeben und zu bewerten, ist jetzt wirklich nur meine persönliche Meinung. Äh es wird durchaus sein, dass sich da vielleicht auch irgendetwas jetzt äh,
1:15:10
aufgrund der Nichtkenntnis von Details vielleicht jetzt auch irgendwo im Detail nicht so ganz richtig ergeben habe.
1:15:17  Martin
Da hat sich ja ganz viel mit reingespielt, ähm was was dazu geführt hat. Also einerseits natürlich,
1:15:23
die die Uranvorkommen, ähm um einfach mal den Bogen zur Wismut zu schlagen, dass man halt irgendwie auch ähm auf dem Gebiet der DDR Material hatte, dass dann zum
1:15:31
Großteil natürlich auch nach Russland ging, dann aus Russland kam dann wiederum die äh Reaktortechnik, mit der man das dann aufgebaut hat, also da gab's sicher schon Wünsche und Bestrebungen, die jetzt sicher auch von der Sowjetunion damals befürwortet waren
1:15:46
parallel mit so einem mit so einem allgemeinen Hoffnungsgefühl, was jetzt Atomkraft betrifft, sowohl im Osten als auch im Westen. Ich glaube, der hat viel, viel zusammen gespielt.
1:15:54  Jörg Meyer
Ja. Äh das stimmt.
1:15:57
Und ähm der Bogen ist an der Stelle ja auch noch weiterzuschlagen gewesen. Äh für diese Technik hier, für die Kernkraftwerke, die notwendigen Brennstoff zu beschaffen. Das war ja eine Geschichte, die wir letztendlich im Zusammenhang
1:16:11
mit der Übernahme der russischen,
1:16:15
der russischen Kernkraftwerkstypen ja auch über die entsprechenden äh Schlaferträge und alles schon geregelt hatten, dass wir natürlich unseren Kernbrennstoff,
1:16:25
auch aufgrund, dass wir als.
1:16:30
Nachfolger als einer der Nachfolger des untergegangenen Deutschen Reiches und äh als deutsche Republik.
1:16:37
Kein Kernbrennstoff zeugen durften, wir sitzen anwenden, ja,
1:16:43
im Prinzip die Aufbereitungsanlagen und damit die Möglichkeiten höher angereichertes Uran herzustellen und so weiter. Äh natürlich nicht,
1:16:52
nicht besitzen durften aufgrund Atomwaffensperrvertrag, den wir ja auch äh beigetreten waren. Und aus dem Grund wurde ja dann letztendlich diese Linie auch eingerichtet, dass wir die Brennstoffkassetten,
1:17:05
Reinsberg und Lumin aus der Sowjetunion äh bezogen haben.
1:17:10
Übrigens auf der Bahn in äh relativ unauffälligen Grün,
1:17:16
gestrichenen äh oder gespritzten äh Transportwagons in die Republik und äh zu unseren Standorten gebracht,
1:17:24
ähm das Einzige, was die letztendlich, sagen wir mal, von normalen Kühlwagen oder ähnlichen oder diesen Weitstreckenpersonenwagen äh unterschieden haben, war die da dann doch ähm etwas.
1:17:38
Aufwendigere Dreifach gefederten Drehgestelle, weil die Brennstoffkassetten im kalten Zustand.
1:17:46
So, wie sie dann hier zur äh Beladung angeliefert wurden, äh waren die dann letztendlich etwas sprühbrüchig. Das heißt, die mussten wirklich viel Ruhe angefasst.
1:17:58
Und Teil zwei dieser Linie Brennstoff äh Management,
1:18:03
letztendlich nach einer Lagerzeit von vor zehn Jahren in den Abtinbecken wurden die abgebrannten Brennstäbe.
1:18:12
Sowjetunion zurückgeführt.
1:18:15
Ähnlichen Behältern, so wie wir das heutzutage letztendlich kennen, äh bei Transport von äh hochradioaktiven Reststoffen, sprich.
1:18:26
Dosisleistung plus Wärmeentwicklung, also
1:18:29
Kernbrennstäbe oder Brennstoffkassetten. Äh in den Kastorbehältern, so hatten wir seinerzeit das Transportbehältersystem C30, wo sie letztendlich in einem dieser Transportbehälter dreißig abgebrannte Brennstoffkassetten,
1:18:44
mit der entsprechenden Abschirmung nach draußen hin,
1:18:47
zur Abstimmung der entweichenden radioaktiven Strahlung dann eben auf der Bahn transportieren können.
1:18:55
Oder Content in dem Fall. Es gab dazu dann die entsprechenden Schwerlasttransportwagen. Einer steht in Lumin.
1:19:05
Verschrottet werden wird.
1:19:07
Hier vom KGW Rheinsberg ist es ein wenig besser ergangen. Der wurde wohl aufwendig gereinigt, hatte vor der Wende noch eine Hauptuntersuchung und steht jetzt öffentlich zugänglich,
1:19:20
Eisenbahnmuseum auf dem Bahnhof Rheinsberg neben dem Loch im Betrieb befindlichen Bahnhof, vor dem Lokschuppen auf einem Ackergleis und kann letztendlich von interessierten Besuchern, Touristen dort äh in Augenschein gegangen werden.
1:19:35  Martin
Das ist vielleicht ein ganz guter Hinweis jetzt zum Ende der Folge auch nochmal. Also einmal wollte ich auch nochmal sagen, dass der Herr das gibt so so viele faszinierende Fakten. Allein, dass irgendwie das ganze Material nach der Stillung mal wieder zurückgegangen ist und die ähm in diese Weltunion oder nach Russland und
1:19:50
und davon gar nichts, ja also das was jetzt die DDR-Kernkraftwerke anbelangt, meines Wissens, mehr in der DDR oder in in Deutschland verblieben ist.
1:19:59  Jörg Meyer
Da muss ich sie jetzt leicht ein wenig korrig.
1:20:03  Martin
Ja, machen sie das gerne.
1:20:04  Jörg Meyer
Ja und zwar Mitte der achtziger Jahre waren.
1:20:11  Martin
Mhm.
1:20:12  Jörg Meyer
In der damaligen Sowjetunion, die Kapazitäten für die Aufnahme von abgebrannten Brennstäben erschöpft gewesen.
1:20:22
Das heißt, äh.
1:20:24
Transport von abgebrannten Brennstoffen, abgebrannten Brennstoffkassetten aus dem KKW Bruno Leuschner in Richtung Sowjetunion wurde gestoppt.
1:20:34
Ähm die Abkühlbecken in den Blöcken neben den Reaktoren füllten sich langsam
1:20:40
und äh es wurde zu der Zeit dann äh das Lager für abbrannte,
1:20:46
Brennstäbe, das sogenannte Zap, also richtig ausgesprochen zwischen Lager für abgewandte Brennstäbe äh auf dem Gelände des KKW,
1:20:56
zwar äh in Richtung Westen, wie ich am Ende in der Höhe ungefähr der Blöcke sieben, acht,
1:21:03
noch ein Stückchen weiter westlich erhöht. In diesem Lager,
1:21:07
eingerichtet äh ebenfalls ab dem Becken, das heißt, die äh Brennstoffkassetten wurden dort unter Wasser gelagert und das Wasser wurde dann entsprechend, äh weil es hier auch die Restwärme aufgenommen hat, wird gekühlt.
1:21:22
In diesem Lager sind über sechstausend Brennstoffkassetten eingestellt worden und ähm.
1:21:29
Schlussendlich nachher äh während der Stillsetzung und die Montage der Anlage.
1:21:36
Wurde dann auch dieses Zwischenlager für die abgebrannten Brennstäbe vom Brennstoff beräumt.
1:21:43
Das heißt, die Brennstäbe wurden dort äh in diese Traportbehälter C30, die ich vorhin schon erwähnt hatte,
1:21:53
eingeladen. Die wurden zum Transport innerhalb des Werkes benutzt zwischen dem Zwischenlager.
1:22:00
Und der Umladeeinheit, die in dem Abkühlbecken im Blockei eingerichtet worden ist, mit einem Stellplatz für einen Castorbehälter.
1:22:09
Und das war dann schon zu der Zeit als einer der äh maßgeblichen Entwickler der Kastoren.
1:22:17
Herr seinerzeit davor noch Prokurist bei der GNS,
1:22:24
Nuklear äh Sicherheit beziehungsweise Gesellschaft für nuklearen Behälterbau äh dann nachher zu uns gewechselt ist und äh unser Geschäftsführer wurde, äh und wurde,
1:22:39
Umladeeinheit in den Typ Castor vierhundertvierzig Schrägstrich vierundachtzig verladen.
1:22:47
Dieser Kastor-Typ ist eine ähm spezielle Entwicklung für die Brennstoffkassetten des Reaktyps WWE R vierhundertvierzig.
1:22:58
Ja, wie gesagt, in dieser Umladeeinheit wurden dann aus den C30-Behältern die Brennstoffkassetten in den Castor eingeladen, in jeden Kastor.
1:23:08
Passten vierundachtzig Brennstoffkassetten rein.
1:23:12
Es gab dazu ein sehr komplexes, umfangreiches und mit einer sehr strengen Qualitätssicherung.
1:23:20
Abfertigungsprogramm für diese Kastoren,
1:23:25
unter anderem die sehr penibel zu prüfen waren zwei Doppeldichtungen, einmal eine Doppeldichtung für den Primärdeckel, eine Doppeldichtung für den Deckel, sodass auf jeden Fall.
1:23:40
Über einen längeren Zeitraum, so wie geplant war, fünfzig, einhundert Jahre und mehr.
1:23:46
Nach Möglichkeit, nach technischen Stand ein Versagen dieser Dichtung ausgeschlossen werden kann.
1:23:57
Doch mal irgendwo was wird, äh da gibt's dann natürlich auch die entsprechenden Anweisungen, wie sowas zu reparieren ist. Und diese Kastoren, die dort beladen worden sind, abgefertigt worden sind,
1:24:09
wurden dann aus dieser Umladeeinheit.
1:24:13
Zwischenlager Nord gebracht, in das ZLN. Dort in die für vorgesehene Halle,
1:24:20
für die Lagerung der Kernbrennstoffe, die übrigens dann.
1:24:24
Nach den Regularien des Atomgesetzes eingerichtet wurde und auch lehmigt wurde, bestätigt wurde in Betrieb genommen, äh wurden dort eingestellt.
1:24:35  Martin
Gut, dann ist das tatsächlich ähm ja, nicht alles weggekommen.
1:24:40  Jörg Meyer
Nein, es ist nicht alles weggegangen. Gut, die die Zuhörer werden davon garantiert auch noch gehört haben, als bundeseigenes Unternehmen,
1:24:50
haben wir an der Stelle ja auch in den entsprechenden Kastoren äh verpackt, sowohl den abgebrannten Brennstoffsatz,
1:24:59
Forschungsschiff Otto Hahn oder Forschungs- und Versuchsschiff. Nebenbei hat die Otto Han ja auch Fracht transportiert,
1:25:08
und dann die verglasten Rückstände aus der Aufbereitungsanlage in Karlsruhe äh eingelagert.
1:25:16
Wir haben seinerzeit, das war auch während der Zeit, als ich äh in der Demontage tätig war in Jahren von äh zweitausend,
1:25:24
und vier ist kurz vor zweitausendvierzehn in Karlsruhe an Rückbauarbeiten mit teilgenommen, an denen ich ja dann letztendlich auch als Bauleiter äh mit tätig war,
1:25:37
werden derzeit wurde dort diese sogenannte Verglasungsanlage dort eingerichtet, um auch aktiven Rückstände der Pilotanlage für Kernbrennstoff in der WAK
1:25:48
letztendlich im Glas einzuschmelzen.
1:25:51
Und äh damit dann für die Entlagerung vorbereiten. Und die stehen zurzeit eben bei uns, weil äh auch ein bundeseigenes Unternehmen äh genauso,
1:26:02
gehören zur EWN zum Entsorgungswerk für Nuklearanlage in Karlsruhe.
1:26:08  Martin
Dann ist es wirklich ein gesamtdeutsches Problem, nach wie vor, also mit mit allen Kernkraftwerken und deren Überresten.
1:26:18
Zum Abschluss würde ich gern nochmal drauf hinweisen. Ich habe's gerade schon gesagt. Ähm man kann die beiden Kernkraftwerke noch besichtigen und da auch Führungen machen. Also von Reinsberg weiß ich's auf jeden Fall. Da haben wir eine gemacht zweitausendsiebzehn
1:26:33
und uns dann wirklich auch nochmal ja, viele Sachen angeguckt, also man kommt dann wirklich sehr weit äh rein in die Technik und äh in in die Schaltstände und in die Kammern und kann sich das dann angucken
1:26:44
und sie können vielleicht auch nochmal sagen, was in äh ja vielleicht in Lumin möglich ist noch.
1:26:48  Jörg Meyer
Richtig, äh unsere Abteilung Unternehmenskommunikation früher auch mal Öffentlichkeitsarbeit, die hat ein äh sehr gut ausgestattetes Informationszentrum,
1:27:00
sowohl zur Technologie,
1:27:02
Langkraftwerke, Kernbrennstoff bis hin zur Stöckigung äh und die Montage ausgestattet mit äh einigen wirklich sehenswerten auch Modellen der Hauptausrüstung ähm.
1:27:14
Unserer Anlage, verkleinerte äh Modelle, unter anderem Reaktor, Druckhalter, Turbine, als Schnittmodell.
1:27:23
Ein komplettes Modell eines äh Blockes und zwar des mit äh den dort,
1:27:31
der Dampferzeugerbox und Hubringraum angeordneten Hauptausrüstung wie die Kühlmittelpunkten, die also unsere wie Hauptumwälzpumpe, Dampferzeuger.
1:27:43
Und insofern und das ist ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Öffentlichkeitsarbeit hier in Lubmin.
1:27:50
Seinerzeit für die Expo eingerichtet und nach wie vor, solange, wie man uns lässt, hoffentlich noch recht lange, besteht die Möglichkeit,
1:28:00
von innen zu besuchen und zwar den Kernkraftwerksblock, der sonst, wenn er in Betrieb ist.
1:28:09
Generell für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist und der radiologischen Situation. Und zwar der Block sechs.
1:28:18
Inklusive der Sicherheitseinrichtung Nasskondensation, die Dampferzeugerbox.
1:28:26
Zur Hälfte noch original ausgerüstet. Der Hubringraum, dieser Bedienraum für die Hauptumwälzpumpen bis hin,
1:28:36
zum Einblick,
1:28:38
in den Reaktor, sprich, in denen dort noch im Original befindlichen Reaktor, also Druckgefäß mitsamt Einbauten des Bloges sechs.
1:28:48
Einblick, der durchaus faszinierend ist und äh nur an dieser Stelle so möglich, weil jeder Reaktor, der irgendwo mal angestoßen, sprich kritisch gemacht wurde,
1:29:02
hat letztendlich dann schon nach Tagen ein Strahlungslevel über die Luft in die Umgebung.
1:29:12
Welches Schwerstgesundheit schädigend um nicht zu nicht zu sagen. Also ich muss es sagen, eigentlich tödlich ist. Das heißt,
1:29:20
Äh gucken und anfassen nach der Inbetriebsetzung verboten. Und das ist eigentlich hier dieses Alleinstellungsmerkmal für,
1:29:29
Unsere Unternehmenskommunikation gehören diesen Teil letztendlich, der dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, seinerzeit im Rahmen der Expo und im Nachgang natürlich in Abstand Stimmung mit unserer Öffentlichkeitsordnung.
1:29:44  Martin
Wir verlinken das auf jeden Fall in äh bei der Folge, dass man sich nochmal informieren kann, wie man da sich anmelden kann für Führungen, wenn's wieder erlaubt ist. Ich weiß gar nicht, wie's momentan noch ist, jetzt in den im Sommer zwanzig einundzwanzig.
1:29:58  Jörg Meyer
Wir müssen mal sehen, äh wie sich dann aufgrund oder äh im Nachgang zur Verbesserung der Inzidenzwerte die Möglichkeit wieder auftut, die Unternehmenskommunikation wieder in geordnetere Bahnen zu lenken. Zur Zeit ist das Besucherzentrum
1:30:16
Testzentrum ein wenig mit anderen Aufgaben betraut.
1:30:21  Martin
Ja, das, das kann ich mir vorstellen und ich hoffe, es wird wieder möglich sein, ähm
1:30:25
Ja, vorbeizuschauen, sich das anzugucken, weil's wirklich ein Stück deutsche Technikgeschichte darstellt, deutsch-deutsche Technikgeschichte darstellt. Und äh ja, ich find's auf jeden Fall toll, wie reflektiert sie das jetzt auch erzählt haben die letzten ja doch anderthalb Stunden, die wir jetzt gesprochen haben
1:30:39
dass ähm ja sieht dann eben auch in jeder Zeit das Ganze neu bewertet haben. Von das ist jetzt eine Möglichkeit,
1:30:47
ein Berufsleben aufzubauen, über,
1:30:50
Jetzt geht's vielleicht dann doch zu Ende und jetzt auch die neuen Herausforderungen sehen, die sich jetzt sowohl mit der Demontage als auch vielleicht mit möglichen neuen Anwendungsmöglichkeiten verbinden. Also das fand ich jetzt wirklich sehr, sehr, sehr erfrischend zu hören, dass äh ja,
1:31:03
Mit welcher Reflektion sie da ins Gespräch gegangen sind.
1:31:06  Jörg Meyer
Es freut mich, wenn es ein bisschen dazu beigetragen hat, vielleicht mal äh auch aus einem anderen Blickwinkel, diese diese ganze Problematik zu betrachten.
1:31:16  Martin
Das hat's auf jeden Fall. Haben Sie vielen Dank, Herr Meier. Ähm Grüße gehen nach Greifswald und alles Gute für Sie weiterhin und vielen Dank, dass Sie zu Gast waren.
1:31:25  Jörg Meyer
Ich danke Ihnen ebenfalls und wünsche Ihnen auch alles Gute. Bleiben Sie bitte vor allem gesund und noch viele weitere spannende Themen für Ihren Podcast.
1:31:36  Martin
Vielen Dank. Dankeschön.
1:31:46
Durch Zufall bin ich während der Arbeit an dieser Folge auf eine Onlineveranstaltung des DDR-Museums aufmerksam geworden. Die den Titel Gigant Atom trug.
1:31:55
Die Gelegenheit habe ich genutzt und habe den Experten und Redner zu einem Gespräch eingeladen. Das einzelne Aspekte aus dem ersten Teil dieser Folge noch etwas näher unter die Lupe nimmt.
1:32:04
Und wieder geht's in den Norden Deutschlands. Wenn auch nur übers Internet.
1:32:08
Ich begrüße Doktor Olaf Strauß in jetzt muss ich scharf überlegen, in Greifswald auch, richtig?
1:32:14  Dr. Olaf Strauß
Ja, richtig, hm.
1:32:15  Martin
Genau, schönen guten Tag Herr Strauß. Ich kenne Sie
1:32:20
erstmal nur fernbildlich und zwar haben sie im DDR-Museum jüngst einen Vortrag gehalten, eben auch zum Thema Atomkraft in der DDR. Sie arbeiten an der Hochschule Neubrandenburg inzwischen ähm als Technologie und Innovationsberater
1:32:34
aber auch eine Vergangenheit
1:32:36
die mit der Atomkraft zu tun hat und nicht nur im forschenden Sinne. Vielleicht können sie da mal ganz kurz einen kleinen Einblick geben, wie sie zu dem Thema gekommen sind und ja, was sie da besonders dran fasziniert.
1:32:47  Dr. Olaf Strauß
Ach je, ja, das war eine sehr frühe Phase, meine Berufstätigkeit und zwar habe ich im Kernkraftwerk, im damaligen Kernkraftwerk Bruno Leuschner habe ich gelernt, ganz einfach Elektromonteur
1:32:58
und äh als meine Lehrmeisterin feststellten, der hat linke Hände, da haben sie mich auf die Schaltwarte gesteckt und da war ich dann auch richtig. Also die Energieabführung
1:33:06
und da habe ich dann volle vierzehn Jahre lang äh die Energieabführung, also die Hochspannungsleitung, ne, die so nach Magdeburg, nach Berlin ging, die habe ich da bedient. Das war eine sehr spannende, sehr aufregende Arbeit, auch eine sehr schöne Zeit, muss ich sagen.
1:33:20
Nach der Wende eröffneten sich ja völlig neue Möglichkeiten. Da habe ich dann parallel zu meiner Arbeit begonnen, ein Studium der Geschichte
1:33:28
zumachen. Und äh mein damaliger Professor, ich nenne euch den Namen, Herr Professor Stammkuhlmann, der selber mit Technikgeschichte sehr viel zu tun hat,
1:33:37
der hat dann gesagt, Strauß, sowas wie sie gibt's gar nicht.
1:33:41
Sie können schreiben und äh Sie haben technischen Verstand, äh Sie müssen Technikgeschichte machen und so bin ich in die Technikgeschichte reingekommen und habe letztendlich auch
1:33:50
äh über die Atomenergieentwicklung in der DDR, also eher die frühe Phase, dort auch promoviert in diesem Bereich.
1:33:59  Martin
Das ist super und deswegen äh freue ich mich, dass sie hier zu Gast sind und auch gleich ein bisschen was dazu erzählen können. Ähm die Hörerinnen und Hörer haben jetzt gerade im äh ersten Gespräch schon äh ja ein Zeitzeugen gehört, den Herrn Meier, der so ein bisschen auch aus seiner
1:34:12
persönlichen Erfahrungen berichtet hat, wie er im Atomkraftwerk gearbeitet hat und da sind ein paar Sachen noch
1:34:18
mir hängen geblieben, mit denen ich, über die ich gern mit ihnen sprechen würde, ähm und sie könnte auch gerne immer wieder von persönlichen Eindrücken, nachdem sie jetzt auch wirklich vor Ort waren, äh ergänzen.
1:34:30
Ein Punkt, der mir im Gedächtnis geblieben ist, ist eben so diese Zukunftsbegeisterung. Die kam, glaube ich, auch in ihrem Vortrag schon so ein bisschen raus. Vielleicht können sie da nochmal drauf eingehen, weil es war ja schon was Besonderes, dass dann
1:34:41
ja, damals die Atomkraft in den Norden Deutschlands und der DDR kam.
1:34:45  Dr. Olaf Strauß
Ja äh ich hatte über die Fünfzigerjahre vor allen Dingen äh gesprochen und das war eben äh ab dem Sommer neunzehnhundertfünfundfünfzig, da begann eben äh diese Zeit der Atom
1:34:57
Euphorie, ja? Und das war so eine sehr übersteigerte, optimistische Sichtweise
1:35:02
auf das äh ja auf das formalige Schreckgespenst Atom, ja, und mit mal hat man der Atomenergie äh zugetraut, alle möglichen Menschheitsprobleme zu lösen, einen totalistischen Lager, hatte das dann noch eine eigene Komponente, ja, dass man da eben die gesellschaftliche Entwicklung äh unendlich vorantreiben
1:35:22
konnte und das,
1:35:23
so circa ein Jahrzehnt und in dieser Phase ist eben gerade auf dem Gebiet der Atomenergieentwicklung der Kernenergieentwicklung sehr, sehr viel angestoßen worden, sowohl in Forschung als eben auch in der Entwicklung der Kerntechnik und da wurden eben die ersten Kernkraftwerke
1:35:38
gebaut und äh ja in in verschiedener Weise eben auch die Richtung vorgegeben für die nächsten Jahrzehnte.
1:35:45  Martin
War das ein weltweites Phänomen?
1:35:47  Dr. Olaf Strauß
Ja, das war ein weltweites Phänomen,
1:35:49
Selbst Drittweltländer äh haben sich auf dieses Thema Atomenergie gestürzt und haben eben auch versucht, eigene Kerntechnik und Kerntechnologie und Kernforschung zu betreiben
1:36:00
Wie gesagt, im Osten und grade in der DDR, da hatte das eben nochmal so eine sehr eigenständige Komponente, was sehr viel damit zu tun hat, dass man eben
1:36:08
sehr hohe gesellschaftliche Erwartungen an die Kernenergie hatte,
1:36:12
gleichzeitig glaubte man aber auch in der DDR, über ganz besonders gute Voraussetzungen für die Kernenergie zur Verfügung. Und deswegen wurde das eben auch gerade in der DDR sehr vorangetrieben.
1:36:22  Martin
Was waren denn das für Voraussetzungen, von denen man geglaubt hat, dass sie besonders gut wären?
1:36:26  Dr. Olaf Strauß
Also zum einen hatte die DDR bestimmte Zwänge, die sie,
1:36:32
in die Kennenergie hineintrieben. Und das war äh vor allen Dingen die Permanent-Energie-Knappheit eben gerade nach dem Krieg durch Reparation, durch Kriegszerstörung und so weiter, die eben
1:36:46
Grade eben im Nordraum,
1:36:48
geradezu dazu zwangen, äh in nach Energieträger, nach Alternativen zur Kohle zu suchen, was jetzt die Voraussetzungen betraf, na ja, man muss einfach sehen, dass die DDR einen Nachfolgestaat,
1:37:01
Dritten Reiches war und äh äh das und das deutsche Reich, das dritte Reich, das Deutsche Reich, war eben auf dem Gebiet der Kernphysik
1:37:10
und eben auch der Technologie sehr, sehr weit fortgeschritten und das war ein Status, den die DDR Führung, die SED-Führung
1:37:17
unbedingt erhalten wollte und das war auch Teil des Selbstverständnisses nicht nur der Führung, sondern vor allem auch der Wissenschaftler, aber auch,
1:37:26
durchaus akzeptiert, in der breiten Bevölkerung. Ja, man war eben ein Industriestaat. So und äh trotz aller Zerstörung gab es doch.
1:37:36
Eine ganze Menge Industrie, insbesondere eben Maschinenbau, Elektroindustrie, auch chemische Industrie, die eben,
1:37:43
doch noch vorhanden war. Ne, das sind eben die Industrien, die man eben für die Entwicklung einer äh Kernenergiewirtschaft
1:37:50
dringend benötigt und da hatte die DDR im Vergleich zu vielen Staaten, insbesondere in osteuropäischen Staaten, aber eben auch zu so manchem westeuropäischen Staat doch sehr gute Voraussetzungen äh
1:38:05
Zweiter Punkt sind die.
1:38:06  Martin
Ganz kurze Zwischenfrage, auch auch im Vergleich zu zu Westdeutschland damals, weil
1:38:10
die haben ja das gleiche Erbe hm angetreten vom ja deutschen Reich, äh war das da gleich verteilt auch mit den mit den Voraussetzungen, sagen wir mal ähm Experten auf dem Gebiet und vielleicht auch Standortvoraussetzungen.
1:38:22  Dr. Olaf Strauß
Hm, nun gut, die BRD war in den, in der Mitte der fünfziger Jahre natürlich schon das Wirtschaftswunderland und hatte eben äh rein technologischen wirtschaftlich ganz andere Voraussetzungen bereits als die DDR personell hatte die Bundesrepublik
1:38:35
Bessere Voraussetzungen, weil sehr, sehr viele Wissenschaftler damals vor der Routenarmee in den Westen evakuiert wurden, beziehungsweise eben äh aus ihren
1:38:44
ich sage mal, Exiländern oder aus äh den Ländern, wo sie eben nach dem Krieg auch teilweise auch interniert wurden, auch wieder dorthin zurückkehrten. Ähm also personell waren die Voraussetzungen in der BRD deutlich besser,
1:38:54
in der DDR hatte man versucht, bis neunzehnhundertfünfundfünfzig, vor allem im Rahmen der Akademie der Wissenschaften so ein.
1:39:00
Kader hieß es ja damals, ein Kaderstamm an jungen äh Nachwuchskräften aufzubauen, ja, ein paar äh alt.
1:39:09
Gediente Wissenschaftler waren eben auch noch vorhanden. Das gelang einigermaßen in den wenigen äh Instituten, die sich.
1:39:17
Und im Rahmen der Kontrollratsgesetze eben auch mit Kernforschung bisschen beschäftigen konnten, recht gut, aber dann kam im April die sogenannten SU-Spezialisten zurück,
1:39:30
ganz ganz dringend im Land zu halten. Das gelang auch ganz überwiegend,
1:39:36
und äh man hoffte eben mit diesem sehr, sehr, sehr hoch spezialisierten Wissenschaftlern eben die eigenen Kenntnispläne vorantreiben zu können.
1:39:46  Martin
Okay, dann haben wir das ein bisschen klar gemacht. Jetzt kommen wir gerne zurück zu ihrem zweiten Punkt, den sie gerade machen wollten, was denn noch bei den Voraussetzungen wichtig war.
1:39:54  Dr. Olaf Strauß
Der wichtigste Punkt ist natürlich das sogenannte Uranargument. Man,
1:40:01
darf nicht vergessen, auf dem Gebiet der vormaligen DDR lagerten die damals äh größten bekannten Vorräte von Uran-Erzen. Und.
1:40:12
Wurden über eine sowjetische Aktiengesellschaft abgebaut, ausgebaut. Ähm das sah so aus, dass der Abbau der Ärzte durch,
1:40:22
deutsche Arbeiter erfolgte und die apropos Produkte eben in die UDSSR verfrachtet wurden und dort eben auch die Basis äh nicht nur das Atomwaffenprogramm, sondern auch das dortige Kernenergieprogramms äh zunächst bildeten und.
1:40:37
DDR Führung glaubte.
1:40:41
Bis in die siebziger Jahre hinein, war fest davon überzeugt, ja, diese Uranvorkommen irgendwann auch einmal in die eigenen, in die eigene Verfügung zu bekommen, ja? Und das war im Grunde genommen.
1:40:54
Die Basis aller damaligen Pläne der
1:40:59
Kernenergieentwicklung. Also das findet sich auch in vielen Zitaten und in vielen Schriftstücken, wo eben explizit oft diese Uranvorkommen hingewiesen wird. Da sagt Willi Stoff an einer Stelle zum Beispiel äh als,
1:41:09
Basis des Kenntnisprogramms werden die eigenen Uranvorkommen betrachtet. Äh nur als ein Beispiel unter vielen, da wurde jede Äußerung, die ein sowjetischer Wissenschaftler oder ein sowjetische Politiker in
1:41:19
in dieser Hinsicht macht. Die wurde begierig aufgesogen und wurde dann auch als Bestätigung für diese, ja, ich sage mal, These genommen,
1:41:27
Letzten Endes hat sich das nicht erfüllt und so kann man eigentlich äh sagen, dass äh diese ganzen wirklich sehr weit gefassten, sehr hochfliegenden Pläne zur Kenntnis in der frühen DDR im Grunde genommen völlig auf Sand gebaut waren.
1:41:41
Ob an bestimmten Punkt dachten die Russen die pumpen nicht mehr daran den Ostdeutschen das Uran in die eigene Verfügung zu geben.
1:41:47  Martin
Das wollte ich gerade fragen, wie abhängig waren wir denn ähm in der DDR-Führung denn überhaupt von äh oder unabhängig waren wir denn überhaupt von von Russland, sowohl was jetzt ähm das Uranarzt vielleicht auch die Technik für für die Atomkraftwerke anbelangte?
1:42:00  Dr. Olaf Strauß
Also mein Eindruck nach meinen Recherchen war, äh dass man
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der DDR, dass die äh Sowjetunion der DDR zumindest in der frühen Phase noch sehr viel Freiheit gewähren
1:42:14
wollte. Das hat auch zum Teil auch damit zu tun, dass man durchaus auch äh geneigt war die Ergebnisse der ja doch äh recht hoch entwickelten ostdeutschen Wissenschaftler und Techniker
1:42:23
auch in irgendeiner Weise mitverwerten zu können, ja, da ging's auch um um äh ähm Brennstoffproduktion äh Brennstoffkassetten und so weiter, auch Reaktortypen, die dann eben auch in der DDR entwickelt werden,
1:42:37
sollten und auch getestet werden sollten, ne? Der erste äh Reaktor der in der DDR entstand, also der erste äh kommerzielle Akteur in Reinsberg. Das war zum Beispiel auch so ein
1:42:48
Prototyp, der aus der Sowjetunion kam, der auch nirgendwo anders dann so gebaut wurde. Ähm also da anfangs gestand man der DDR dann noch relativ viel
1:42:57
Eigenständigkeit zu, bemühte sich später,
1:43:02
auch die DDR-Wissenschaft äh die Kernforschung in der DDR eben auch mit in übergreifende Programme mit aufzunehmen.
1:43:11  Martin
Diese Selbstständigkeit, die wollten wir dann aber doch nicht gewähren. Also, was ist jetzt zum Beispiel das Uran anbelangt?
1:43:16  Dr. Olaf Strauß
Ich glaube, ähm dass das Uran war für die Sowjetunion einfach viel zu wertvoll
1:43:24
und und ich ich hatte den Eindruck, hier muss ich wirklich sagen, es ist ein Eindruck, den ich da äh gewonnen habe aus den vielen Unterlagen
1:43:32
äh dass man anfangs äh noch bis Anfang der sechziger Jahre im Grunde genommen noch wirklich keine klare Linie hatte in der Sowjetunion, wie man damit
1:43:39
umgehen sollte. Tatsächlich waren etliche Äußerungen, die zum Beispiel auch Christstoff oder oder Akademie der Wissenschaften, äh die da getätigt hatten.
1:43:49
Deuteten durchaus darauf hin, dass es im Bereich des möglichen wäre, dass die DDR irgendwann auch mal das Uran selbst verwerten
1:43:57
könnte. Aber spätestens in den späten sechziger, in den siebziger Jahren findet sich davon nichts mehr und dann äh hat sich das ja auch sehr gewandelt. Irgendwann kamen dann eben auch die Beschlüsse eben äh auf die eigene Entwicklung der Kern,
1:44:10
Technik zu zu verzichten und eben sowjetische äh Atomreaktoren
1:44:16
zu exportieren, Atomtechnik zu exportieren und eben in der DDR einzusetzen und das war dann auch durchaus im auf der Linie der sowjetischen Politik.
1:44:24  Martin
Wie war denn die Atomkraft generell angesehen in der Bevölkerung? Ähm war das auch diese zukunftsbegeisterung, die sie beschrieben haben? Oder hatten
1:44:31
man das dann ähm auch skeptisch gesehen. Ich meine, in dem Westdeutschland ging's ja dann auch erst später los mit der Umweltbewegung grün Bewegung, wo man dann ein bisschen skeptisch drauf geguckt hat. War's in der DDR ähnlich?
1:44:41  Dr. Olaf Strauß
Ja, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Also in den fünfziger Jahren äh im Mitte der Fünfziger, eben mit dieser Euthomeuphorie, konnte man im Grunde genommen doch einen recht positiven, recht positives Feedback,
1:44:54
der Bevölkerung wahrnehmen, ne? Das wurde sehr sehr aufmerksam registriert, ja, im
1:44:59
ein Apparat des Zentralkomitees und man muss dazu auch sagen.
1:45:04
Dass es sich bei der äh Atom-Euphorie in der DDR, also ich habe da davon geschrieben, von einer Gelenkeneuphorie, äh dass es sich darum handelte. Das heißt
1:45:15
die Ergebnisse dieser Atomkonferenzen in Genf und in Moskau neunzehnhundertfünfundfünfzig, die wurden sehr, sehr intensiv ausgewertet und dann wurde regelrecht ein Programm aufgelegt, wie eben die Kernenergie äh zu publizieren sei und eben zu befördern sei, ne? Die Sicht der Bevölkerung eben äh auf die Kernenergie
1:45:35
positiv zu beeinflussen sei, da wohnen dann Wissenschaftler, Politiker, da wohnen die Medien, da wurden die gesellschaftlichen Institutionen, die Urania, die FDJ mit eingebunden.
1:45:44
Um eben dieses
1:45:45
positive Bild der Kernenergie zu erreichen, die Zeitungen überschlugen sich mit mit äh mit Artikeln, mit mit äh mit mit langen Beiträgen, welche Segnungen die Kernenergie dann eben äh der Welt bringen würde und auch welchen gesellschaftlichen Fortschritt zu erwarten sei durch die Nutzung der
1:46:04
Kernenergie. Das mag sich dann in den achtziger Jahren gewandelt
1:46:10
zu haben. Ich selbst bin natürlich so ein bisschen so ein bisschen äh beeinflusst, weil ich habe neunzehnhundertzweiundachtzig meine Lehre im äh Kernkraftwerk Brunnen damals begonnen und wir sind damit eine sehr,
1:46:23
positiven Sicht auf die Kernenergie konfrontiert
1:46:26
wurden, also das das haben wir überhaupt nicht in Frage gestellt und das Ereignis, die Katastrophe von Tschenewyl, die kam für uns.
1:46:36
Wir dort gearbeitet haben, also zumindest für für die die Kollegen meiner Generation aus völligem Himmel, das haben wir gar nicht für nötig, für möglich gehalten,
1:46:45
und äh dann in den späten Jahren der DDR
1:46:48
konnte man doch so einen eine doch etwas kritische Sicht auf die Kernenergie feststellen. Es gab ja auch die ein oder andere Gruppe, äh die sich eben Umweltgruppe, insbesondere auch unter dem Dach der Kirche, die sich dann eben auch kritisch mit der Kenntnis auseinandergesetzt
1:47:03
hat. Es heißt ja auch, ich kann das tatsächlich nicht direkt
1:47:07
belegen, aber es heißt ja auch, dass äh auch äh Erich Honecker zum Beispiel nicht unbedingt ein Freund der Kernenergie war. Das war so mehr so ein notwendiges Übel, dass man die entwickeln musste, weil die DDR einfach diese riesen Probleme äh im Bereich der Energieversorgung hatte, ja. Also,
1:47:22
Also anfangs auf jeden Fall eine positive Sicht, ja, das bestätige ich so äh für die späten achtziger Jahre würde ich dann nicht meine Hand ins Feuer legen.
1:47:31  Martin
Würden sie sagen, dass diese Probleme gelöst wurden, die Energieprobleme durch die Atomkraftwerke, also hat sich dann wirklich was verbessert, indem man dann im Norden diese Kraftwerke hatte?
1:47:40  Dr. Olaf Strauß
Partiell, partiell, also es war äh extrem wichtig
1:47:47
dass man überhaupt im Norden so einen großen Energieerzeuger äh ansiedelt. Das war zunächst einmal, dass äh doch noch relativ kleine äh Kenkraferwerk Reinsberg und dann später eben äh wurden die die Energieprobleme im Nord
1:47:59
im Nordraum der DDR eben durch das Kenngraphik
1:48:02
Bruno Leuschner äh definitiv gelöst. Man muss dazu einfach wissen, dass davor mussten musste ihm die Energie über sehr lange Leitung, Mittelspannungsleitungen ähm aus dem Süden herangeführt, wo äh werden. Es gab,
1:48:16
Bis zur Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Rheinsberg gab's im Norden so gut wie keinen größeren Energieerzeuger, der größte Energieerzeuger war, dass äh Kraftwerk in Peene Münde, das waren gerade mal dreißig Megawatt äh nach sowjetischen Reparationen und Kriegserstörungen,
1:48:31
Und äh jeder, der sich damit so ein bisschen auskennt, weiß, dass das eben zu sehr, sehr instabilen Netzverhältnissen führt und äh da musste auf jeden Fall eine größere Energieversorger hin und.
1:48:41
Ja, insofern wurden die akuten Probleme dort gelöst, aber äh was jetzt die gesamte,
1:48:48
DDR betraf, äh befand sie sich doch äh eigentlich permanent in einer ja, man,
1:48:55
Kann schon sagen, in einer Energiekrise, ja, also äh es es war eigentlich immer,
1:48:59
an der Kapazitätsgrenze die Stromerzeugung, ne? Man hat ja nie auch später äh Strom exportiert aus dem äh Ostblock über die die Verbundleitung beziehungsweise dann sogar aus Österreich
1:49:11
ne, hat man Strom eingekauft, um eben diese dringenden Probleme zu lösen. Also wenn ich mich an meine Arbeit auf der Schaltwarte Energieabführung erinnere, da hatten wir immer so ein, so ein, so eine Frequenzanzeige und die war eigentlich permanent
1:49:22
unter fünfzig, was eigentlich heißt, es war nicht genug Energie im Netz.
1:49:27  Martin
Lagt es am Atomkraftwerk selber oder am am Verbrauch? Vielleicht können sie da nochmal ganz kurz drauf eingehen?
1:49:33  Dr. Olaf Strauß
Ne, es waren nicht genug Kraftwerkskapazitäten da. Ne, also der Verbrauch äh war permanent hoch,
1:49:41
Die DDR war noch nicht gerade trotz aller äh Aufrufe und Propaganda in den Medien
1:49:48
und die Kraftwerkskapaktivitäten reichten nicht aus. Braunkohle war äh so wie ich das äh den den Untersuchungen entnommen hatte,
1:49:58
bis in die achtziger Jahre eigentlich ausreichend da, aber man
1:50:01
eben doch sehr bange in die Zukunft, ja, wenn eben, also es wurde immer schwieriger, die Braunkohle zu fördern. Es gab zum Beispiel dann auch diesen diesen schlimmen Winter hier, ich glaube achtundsiebzig, neunundsiebzig war das
1:50:12
Ähm und äh da muss man sagen, da war das Kernkradwerk in äh eigentlich das äh ja der der Feld der Brandung, ja, das das eben noch durchgängig Strom produzierte, wo eben die Kohlekraftwerke, die Braunkohlekraftwerke im Süden dort große, große Probleme hatten
1:50:29
Also auf jeden Fall hat die Kernkraftwerk beigetragen mit,
1:50:33
zeitweilig bis zu zwölf Prozent der gesamt Stromerzeugung hat ihm beigetragen äh die die Energie,
1:50:40
Problematik zu lösen und äh ja nicht umsonst waren eben trotz aller Vorbehalte trotz weitere große Kernkraftwerke im Bau und in der Planung.
1:50:50  Martin
Was hat das denn dann vereitelt, beziehungsweise was hat denn dann zum zum Niedergang der Atomkraft in DDR geführt?
1:50:58
War's der Niedergang der DDR generell oder war es dann tatsächlich auch so ein, ja, so, so ein so ein so eine Wegkehrabkehr von der Atomkraft?
1:51:06  Dr. Olaf Strauß
Also letzten Endes war es natürlich die politische Wende in der DDR
1:51:09
Ne, also diese diese Kernkraftwerke, sowjetische Bauart, die waren, die waren wohl in in in einem wiedervereinigten Deutschland, waren die nicht,
1:51:18
haltbar und äh da gab's natürlich auch eine große Diskussion über die Sicherheit der Reaktoren. Da bin ich kein Fachmann, da will ich mich zurückhalten.
1:51:25
Natürlich hat die Katastrophe von ganz ganz starken Einschnitt gebracht. Da wurde eben auch erstmal der Ausbau zunächst unterbrochen ja die Reaktoren die dann weitergebaut wurden Block fünf bis acht die wurden dann auch entsprechend modifiziert um sie sicherer zu machen. Äh also
1:51:44
das war schon eine große Krise für die äh Cannagy Wirtschaft der DDR.
1:51:48  Martin
Das hat der Herr Meier auch ganz schön dargestellt, ähm dass das,
1:51:52
Das jetzt wahrscheinlich dann auch kurz nach der Wende dann auch der Zeitpunkt gekommen wäre, wo die dann wahrscheinlich auch modernisiert hätten werden müssen und da auch die Frage offen geblieben ist, ob das passiert wäre oder ob man dann ja marode Reaktoren gehabt hätte in der DDR, weil
1:52:05
Weiß nicht, wie wie viel Motivation dafür neue Investitionen da war.
1:52:09  Dr. Olaf Strauß
Ja, also das Kernkraftwerk in Reinsberg. Ähm ich hoffe, ich sage jetzt nichts falsches, aber ich glaube, das war auch schon schon weit über seine Betriebsdauer, als es dann irgendwann neunzehn neunzig glaube ich außer Betrieb genommen wurde, ne. Das war eben doch schon ein,
1:52:23
sehr altes Kraftwerk und eigentlich auch so viel ich weiß auch nicht mehr wirklich wirtschaftlich.
1:52:28  Martin
Ein Punkt habe ich noch, der, ähm, der jetzt grad noch eingefallen ist, der, der Herr Meier, hat ja auch nochmal darauf hingewiesen, es gab einen Brief der Gruppe fünf, ähm, der dann,
1:52:38
vielleicht auch zu einem Umdenken mit oder zu einer Beschäftigung mit den Zuständen im Atomkraftwerk geführt hat. Ist ihnen das ein Begriff?
1:52:46  Dr. Olaf Strauß
Ja, ach Gott, das ist ja lange her.
1:52:49  Martin
Es fiel mir jetzt gerade noch so ein. Es fällt mir jetzt wirklich gerade ein, weil weil ähm der Inhalt des Briefes, den haben wir gar nicht diskutiert und ich dachte, vielleicht wissen sie ja noch was drüber.
1:52:56  Dr. Olaf Strauß
Ja, ja, ja, das ist ja nun schon über dreißig Jahre her und ich kann mich daran gut erinnern, ich war ja selber noch ein junger Mann damals auf der Schaltwarte
1:53:03
äh der Energieabführung und äh das war sehr mutig von den Kollegen. Die hatten eben äh in diesem Brief, wenn ich mich recht erinnere, auf viele Missstände hingewiesen und das doch ziemlich schonungslos gemacht und anstatt jetzt diese Misstände äh aufzunehmen,
1:53:22
und äh mit den Leuten äh in eine Diskussion zu kommen wurden diese Kollegen am Ende sanktioniert und mundtot gemacht
1:53:31
und das ist wieder eine ziemlich typische Sache, wie es denn leider Gottes in der DDR lief. Ne, also man hat sich man hat die Probleme aufgenommen, ja
1:53:40
Man hat das auch irgendwie registriert, aber die Reaktion war eine völlig andere. Man hat die Leute am Ende sanktioniert und klein gemacht.
1:53:50  Martin
Ich find's sehr interessant, weil's eben auch symptomatisch war für für das, was die DDR generell wahrscheinlich so in ihrer Spätphase bewegt hat, dass halt Leute, die was verbessern wollten innerhalb des Systems, ähm nicht nicht ernst genommen wurden oder ähm als als Störenfriede gebrandmarkt worden.
1:54:04  Dr. Olaf Strauß
Ex-Akt symptomatisch ist das richtige Wort dafür. Ja und das das zeugt eben auch von der Erstarrung dieses Systems damals, ne, dass eben diese Leute äh, obwohl sie eben die Fachleute waren am Ende äh nicht gehört wurden. Ne?
1:54:19  Martin
Haben sie denn noch Erinnerungen an ihre Zeit dort, äh wenn sie jetzt zurückblicken ähm was was war denn so eindrücklich, woran sie sagen wird, oh Mensch, das das kennzeichnet meine Arbeit im Atomkraftwerk sehr, war es der erste Tag, war es irgendwie der letzte Tag oder mittendrin.
1:54:34  Dr. Olaf Strauß
Also ich stand vor diesen großen Anlagen staunt wie so ein kleines Kind, muss ich sagen
1:54:42
Das sind ja doch riesengroße Anlagen, diese diese äh Generatorhalle, die hatte gigantische Ausmaße, ja, die die war ja etliche hundert Meter lang. Da standen dann äh als ich dort begann, acht
1:54:54
große
1:54:55
Turbinensätze mit mit einer äh Wärmeabstrahlung, mit einem Lärm, das war für mich unglaublich beeindruckend, auch als ich zum ersten Mal in die Hochspannung Schaltanlagen, in denen ich dann später lange gearbeitet hatte, ne, da waren eben äh da lagen eben dreihundertachtzigtausend, vierhunderttausend Volt an
1:55:11
das knisterte Leuchterscheinungen, das das war alles unglaublich beeindruckend für mich und ich kann durchaus sagen, ich war sehr stolz
1:55:21
in diesem Werk arbeiten zu können. Wir hatten da auch eine sehr hohe Arbeitsmoral, also zumindest, was jetzt mich und meine Kollegen betrifft. Also ja, wir waren durchaus stolz äh auf unser Kernkraftwerk.
1:55:33  Martin
Ich kann das bestätigen. Wir haben das ähm also nicht, dass ich dort gearbeitet hätte, aber wir haben das Kernkraftwerk in Reinsberg besucht in einem Urlaub mal.
1:55:40
Und äh was sie gerade berichtet haben, werden wir da steht in dieser Halle und guckt da, guckt da diese Halle lang oder wir konnten auch mal durch so ein kleines Fenster, ich weiß nicht, ob das eine Brennkammer war oder muss ich mich jetzt auch scharf zurück, aber allein diese Ausmaße von diesen Räumen und
1:55:53
die dicken Wände und dicken Türen und wie das alles doppelt und dreifach gesichert war, das war schon beeindruckend.
1:55:59  Dr. Olaf Strauß
Ja, ja, das ist natürlich immer diese Faszination der großen Technik, ne und
1:56:02
ne und das war eben äh damals eben die komplizierteste und und ja auch auch
1:56:09
anspruchsvollste Technik, die man sich vielleicht neben der Raumfahrt überhaupt vorstellen konnte, ne? Also das ist es war schon ein tolles Gefühl, da zu arbeiten. Ich habe da sehr gerne gearbeitet, muss ich sagen.
1:56:19  Martin
Ich fand's auf jeden Fall toll, dass sie äh zu Gast waren hier und nochmal beschrieben haben äh und auch ein bisschen erzählt haben über die Faszination der DDR. Sie haben auch gesagt, sie haben darüber geschrieben äh oder publiziert. Gibt's da was, was man noch im Buchladen bekommen kann?
1:56:32  Dr. Olaf Strauß
Ich habe darüber promoviert, eine sehr umfangreiche Promotion. Ich glaube, die hat äh sechshundert, fast siebenhundert Seiten,
1:56:40
Und die finden sie nicht im Buchladen.
1:56:43
Aber die ist sehr leicht äh als äh die ist ja leicht online zu finden, einfach Strauß Kernenergie mal eingeben. Und äh ich habe mich bemüht, die auch äh so zu schreiben, dass sie,
1:56:55
lesbar ist, ja? Und die behandelt äh so diesen Zeitraum eigentlich von neunzehnhundertfünfundvierzig bis in die frühen Sechzigerjahre, bis ihn dann der der äh der Umschwung äh in der Kernergiepolitik der SED kam.
1:57:09  Martin
Dann werde ich dir auf jeden Fall noch mit verlinken bei der Folge. Und äh was ich auch verlinken werde, ist ihr Vortrag, den sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe vom DDR-Museum gehalten haben. Da gibt's auch noch schöne Bilder, wenn ich mich richtig erinnere von der äh Atom-Euphorie. Was muss ich alles vorgestellt? Was mit der Atomkraft alles,
1:57:24
machen kann. Das ähm.
1:57:26  Dr. Olaf Strauß
Das macht auch richtig Spaß, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, muss ich sagen und und weil es ist eigentlich noch gar nicht ganz so lange her und und und äh vielleicht gerade eine Generation und und man
1:57:35
man sieht einfach, was daraus geworden ist, ne. Das ist äh immer wieder hochspannend.
1:57:41  Martin
Ja und ich weiß auch nicht, ob wir in dreißig Jahren nicht über unsere Zukunftswünsche und Vorstellungen so ein bisschen schmunzelt, was wir uns vorgestellt haben, wie es im Jahr zweitausendfünfzig sein wird.
1:57:49
Herr Strauß, haben sie vielen Dank, dass sie zu Gast waren und ähm ich wünsche ihnen alles Gute weiterhin und viel Spaß bei ihrer Tätigkeit an der Hochschule weiterhin.
1:58:00  Dr. Olaf Strauß
Ja, ich bedanke mich ganz herzlich und ja, vielen Dank.
1:58:04  Martin
Danke, machen Sie's gut, tschüss. Und damit sind wir am Ende dieser Folgestaatsbürokunde angelangt.
1:58:12
Ich find's richtig toll, dass ihr so lange zugehört habt. Sei es am Stück oder in Etappen. Auch wenn ich jede Folge etwas schneide, ist mein Anspruch weiterhin den Gästeinnen und Gästen Raum zum Erzählen zu geben.
1:58:23
Schön, dass ihr das gut findet und so viel positives Feedback kommt. Mir war auf Anhieb kein Kommentar bekannt, demzufolge die Folgen zu lang wären.
1:58:30
Danke, sage ich auch im Namen meiner Gäste, die da heute waren, Jörg Meier und Doktor Olaf Strauß. Danke an beide für ihre Zeit und ihre Berichte.
1:58:40
Danke auch an alle Unterstützerinnen und Unterstützer. Es sind seit der letzten Folge auch neue dazugekommen. Vielen Dank an euch und natürlich auch an alle langjährigen, regelmäßigen Unterstützerinnen.
1:58:49
Im Einzelnen möchte ich Robert, Charlotte, Jens, Anne und Mirko, Manuel, Christoph A Punkt G Punkt und Matthias danken, sowie Nadine, Andi, Kai und Jörn, die mich regelmäßig auf Stedy unterstützen.
1:59:04
Abo dort oder regelmäßige Daueraufträge sind übrigens toll für meine Planung. Egal wie hoch der Betrag ist. Und ihr habt vielleicht schon gemerkt, dass die Frequenz der Folgen in diesem Jahr wieder nach oben geht.
1:59:14
Das habt ihr mitgeschafft, weil ihr es mir ermöglicht, Zeit in Staatsbürger zu stecken.
1:59:18
Große Klasse. Wenn auch ihr ebenfalls unterstützen wollt, auf WWW Punkt Staatsbürgerkunde minus Podcast Punkt DE findet ihr unter dem Link unterstützen. Alle Infos dazu, wie ihr mit einem Betrag eurer Wahl zum Projekt beitragen könnt.
1:59:31
Und empfehlt den Podcast gerne weiter an Freundinnen und Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder, die sich für das Leben der DDR interessieren könnten. Das wäre toll.
1:59:39
Und Dankeschön geht wie immer ans DDR-Museum Berlin, das diesen Podcast unterstützt. Ich hatte ja schon die Online-Veranstaltungen erwähnt, die man auf YouTube nachschauen kann und über die ich Olaf Strauss kennengelernt habe.
1:59:50
Ab September geht's weiter mit neuen Terminen vor Ort. Ich verlinke euch die Übersicht in den.
1:59:56
Und falls ihr Unterstützung bei euren Podcast-Projekten benötigt, schaut mal auf WWW Punkt da selbst Punkt DE nach. Da könnt ihr mich für Workshops, Beratungen und Auftragsarbeiten engagieren. Für heute sage ich aber nun danke an euch fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Tschüss, euer Martin.