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episode 3: Dialog über die Zukunft 003 – Stephan Schwering [transcript]


Ralf Neuhäuser im Dialog mit Pionier:innen und Visionär:innen über die Zukunft Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek Düsseldorf Mein Gast heute

Am 22. Juni 2020 sprach ich mit Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek Düsseldorf, über die Bibliothek der Zukunft im Allgemeinen und den Umzug, die Modernisierung und Vergrößerung der Zentralbibliothek in die ehemalige Hauptpost am Konrad-Adenauer-Platz 1 (KAP1) im Verlauf des Jahres 2021.

Links zur Bibliothek
  • duesseldorf.de/stadtbuechereien
  • duesseldorf.de/stadtbuechereien/bibliotheken/kap1-labor.html
  • duesseldorf.de/aktuelles/news/detailansicht/newsdetail/kap1-auf-25000-quadratmetern-entsteht-ein-neues-kulturelles-zentrum.html
  • Blog „Buchstabensuppe“ ccc
  • Stadtbüchereien Düsseldorf bei Facebook
  • Stadtbüchereien Düsseldorf bei Twitter
ÜBER “DAS FUTURISTISCHE DUETT”

Dienstags, jeweils 14-täglich (gerade KW) um 19 Uhr stellt Ralf Neuhäuser Menschen vor, die mit ihrer Arbeit, beruflichen und privaten Projekten, Hobbys, gemeinnützigem Engagement oder ihrer allgemeinen Lebensgestaltung “vorangehen”, Neues wagen, innovativ und kreativ sind und die darüber sprechen wollen, wie ihre Vorstellung von der Zukunft ist.

CREDITS

Moderation: Ralf Neuhäuser
Musik (Jingle): Jörg Hoewner aka N.A.T (No Animal Testing)
Sprecherin (Jingle): Eva Moysan
Produktion & Schnitt: Stefan Schmidt / futux podcastproduktion
Studiotechnik: Michael Theine-Dimt
Cover Foto: Joshua Fuller​​​​​​​ / Unsplash

WUNSCHGÄSTE UND -THEMEN

Bist Du Architekt:in, Ingenieur:in, Künstler:in, Philosoph:in, Programmierer:in, Wissenschaftler:in? Hast Du einen zukunftsweisenden Beruf, ein Hobby oder Engagement, an dem Du unsere Hörer:innen teilhaben lassen möchtest? Brennst Du für etwas, das die Welt der Zukunft verändern könnte?

Dann melde Dich: ralf.neuhaeuser@streamd.de

Gerne würden wir Dich und Dein Thema kennenlernen und einen Interviewtermin mit Dir vereinbaren.


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 2021-07-26  55m
 
 
00:00
Ihr hört Stream der Radio.
00:03
Futuristische Duett. Ja, da haben wir wirklich versucht, nochmal einen neuen Weg zu gehen
00:12
Wir wollten hier einen Raum schaffen, wo wir den Wandel
00:16
darstellen. Wir haben eine Vision entwickelt für die neue Zentralbibliothek, die wir planen.
00:26
Das Prinzip Bibliothek ist für mich Veränderung.
00:30
Weil es die neue Häuser im Dialog mit Pionierinnen.
00:39
Visionärinnen über die Zukunft. Das Gespräch mit Stefan Schwering habe ich am.
00:48
Einundzwanzigsten Juli zweitausendzwanzig in der Zentralbibliothek der Düsseldorfer Stadtbüchereien aufgezeichnet. Hier ist Ralf Neuhäuser mit
00:57
Stream DE Radio, dem futuristischen Duett. Heute bin ich zu Gast in der Zentralbibliothek der Düsseldorfer Stadtbüchereien bei Stefan Schwering, dem Leiter der Zentralbibliothek. Hallo Stefan.
01:09
Hallo Ralf, herzlich willkommen. Die Zukunft von Pünktchen, Pünktchen, also das Thema ist heute, du bist Bibliothek und auch noch Leiter einer Bibliothek und sogar einer sehr großen und.
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Äh weiteren Filialen, digitalen Medien. Das heißt, mit dem möchte ich über die Zukunft der Bibliotheken sprechen im Allgemeinen und im zweiten Teil des Gesprächs vielleicht auch noch die konkrete Entwicklung der Düsseldorfer Zentralbibliothek oder auch der Stadtbüchereien
01:35
will ein bisschen vielleicht mit Vorurteilen aufräumen, denn ich glaube mit verstaubten Büchern verleihen ist es schon lange nicht mehr getan, richtig?
01:43
Ja, das ist etwas, was viele immer noch mit Bibliothek verbinden, denke ich. Das ist aber wirklich nicht mehr der
01:49
also auch der Alltag von Bibliotheken, aber nicht mehr nur der Alltag von Bibliotheken
01:55
verstaubte Bücher sind auf keinen Fall der Alltag von Bibliotheken, zumindest nicht von öffentlichen Büchern. Ja, ich habe natürlich ein bisschen
02:01
äh zugespitzt. Aber äh stell dich doch bitte noch ein bisschen vor. Wie bist du hierher gelangt in die Zentralbibliothek, auch in diese Position und was sind da deine Aufgaben?
02:11
Ja, also mein Name ist Stefan Schwering, ich bin Leiter der Zentralbibliothek der Stadtbüchereien seit zweitausendvierzehn, also jetzt mittlerweile seit
02:19
fast sieben Jahren noch nicht ganz. Ich habe vorher in kleineren Bibliotheken gearbeitet im Münsterland und habe auch dreizehn Jahre lang mal eine Mittelstadtbibliothek geleitet in Emsdetten, nördlich von Münster
02:33
und das Interessante ist, bei so einer kleineren Bibliothek, dass man natürlich da alles irgendwie macht. Also ganz klein war's auch nicht. Also man lernt auf jeden Fall sehr viel und nach einer gewissen Zeit hatte ich dann einfach Lust, nochmal eine größere Bibliothek
02:47
kennenzulernen und mich die Herausforderung zu stellen
02:50
Das heißt, du hast also schon viele Jahre Erfahrung, du kannst also auch die Entwicklung schon
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blickend beurteilen, aber wir wollen ja über die Zukunft reden, das heißt auch hier wirst du ja Entwicklungen anstoßen oder mit mit deinen Kollegen äh initiieren.
03:08
Ihr werdet natürlich auch in einem allgemeinen Trend folgen. Nehme an, dass hier schon eine ganze Menge digitalisiert ist, sowohl im operativen Geschäft, was aber auch die Medien angeht. Wie ist denn jetzt nach den Jahren in dieser
03:21
sage ich mal, eher kleineren Bibliothek und jetzigen im Großen, was hat sich da getan so in den zum Beispiel in den letzten sieben Jahren, die du hier bist?
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Also ich bin ja seit neunzehnhundertzweiundneunzig im im Bibliothekswesen schon tätig und habe quasi so die kurze Vorinternetzeit in den Bibliotheken noch erlebt, aber auch die Zeit nach dem Internet. Oder im Internet, wie man
03:43
besser sagt. Ähm das hat natürlich für die Bibliotheken viel verändert, aber auch vieles nicht so verändert, wie man das vielleicht denken würde. Also es
03:53
gibt immer die Meinung, äh wofür braucht man noch Bibliotheken? Wir haben ja das Internet. Da hat sich sehr viel verändert. Am Anfang gab's sicherlich auch die große Befürchtung in Bibliotheken, als das Internet in den Neunzigern, kann ich mich gut dran erinnern. Anfang zweitausender, oh, was machen wir jetzt?
04:08
Und da haben sich die Bibliotheken wirklich so weiterentwickelt und sind so auf einem neuen Weg.
04:14
Dass man fast vor einem Paradigmenwechsel äh sprechen kann und das macht die Arbeit so spannend im Bibliotheken. Bibliotheken sind ja ein höchst spannender Ort und ähm es ist immer wieder was Neues und ich habe das in einem anderen Podcast mal erzählt, ich glaube ja, dass das ein Anti-Aging-Mittel ist
04:29
in der Bibliothek zu arbeiten, weil man immer wieder mit neuen Dingen konfrontiert wird und sich dem stellen muss und wie du auch sagst, die Gesellschaft geht weiter
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Eine Bibliothek sollte meiner Meinung nach immer sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen sein, weil sonst übt sie ihren Auftrag eigentlich nicht aus als öffentlicher Einricht
04:47
Ja, da gibt's ja viele Lebenswirklichkeiten. Ich denke mal, ihr werdet nach wie vor Kunden haben, die ganz klassisch Bücher ausleihen und die sich vielleicht auch für gar nicht die digitalen Angebote so interessieren. Die wollen halt gerne das Buch auf dem Nachttisch äh.
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Auf dem Sofa haben. Aber dann gibt es natürlich auch vielleicht die ganz jungen, die Studenten, die digital auch lernen und arbeiten wollen hier. Auf jeden Fall. Also das gibt es alles in der Bibliothek. Und das Ausleihen von Büchern ist immer noch
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ein Alltag, den es natürlich gibt und wie wir aber immer noch hauptsächlich wahrgenommen werden, gerade in
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in der Kinderbibliothek oder auch in der Belletristik sind die Zahlen gar nicht mal
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zurückgehen, sondern sie sind stabil bis leicht steigend sogar, auch in dem, im Kinderbereich. In der Sachliteratur oder bei CDs, DVDs sieht das natürlich anders aus, als die Digitalisierung. Bei uns natürlich auch zu.
05:37
Bei den gedruckten Werken nur als Bibliothek muss ich das mal sagen, darf man auch nicht vergessen, es gibt ja auch nicht alles digital. Es gibt ja nach wie vor auch Dinge, die es nur gedruckt.
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Und es gibt Dinge, die wir auch nicht verleihen dürfen digital, die wir aber haptisch verleihen dürfen.
05:53
Es ist ja immer noch ein großes Bedürfnis eigentlich der politischen Regelung, dass Bibliotheken alle E-Books, die erscheinen, auch
06:00
ausleihen dürfen. Wir dürfen ja E-Books ausleihen. Das ist aber immer nur eine Frage der Lizenz mit den Verlagen.
06:07
Und es gibt keine gesetzliche Regelung, wie zum Beispiel beim haptischen Buch, dass wir alles, was erscheint, kaufen und ausleihen dürfen.
06:14
Das heißt, es muss immer einzeln mit den jeweiligen Verlagen quasi verhandelt werden, ob äh eine digitale Ausleihe möglich ist.
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Genau, wir haben ja die Online bei uns, das ist also ein Anbieter, der ist für Bibliotheken übernimmt, diese Lizenzverhandlung, aber im Grunde ist das so, mit den einzelnen Verlagen müssen die Konditionen für die Ausleihe von Bibliotheken ausgehandelt werden
06:34
also auch viel Bürokratie hinter der Digitalisierung, die man als Nutzer oder Leser oder Mitglied hier sozusagen gar nicht wahrnimmt
06:43
Ja. Ich bin ja Optimist, aber ich spreche da trotzdem mal von einer
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gewissen Gefahr, die da besteht, wenn das nicht geregelt wird, das ist ja das Urprinzip Bibliotheken machen alles zugänglich für.
06:53
Allgemeinheit für die demokratische Gesellschaft und machen dort keinen Unterschied. Ich glaube, das ist auch so ein Punkt, der mich an Bibliotheken immer fasziniert hat. Alle kommen rein, haben den gleichen Zugang zur Information, die gleichen Möglichkeiten. Das ist aber im Moment mit den digitalen Medien leider nicht so.
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Und äh man muss sich nur vorstellen, dass bestimmte Dinge nur noch digital erscheinen, dann sieht es für die Bibliotheken schwierig aus, ähm diesen Auftrag, den wir sie
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per Gesetz auch haben, alles zur Verfügung zu stellen, auch noch zu erfüllen. Ja, das ist ein ganz interessante Klammer, die um dieses ganze Geschäft sozusagen rum ist, die Zugänglichmachung. Das heißt, ihr macht ihr schafft einen Ort, der zugänglich ist und zugänglich sein soll und auch immer wieder aktualisiert werden muss, sprich.
07:37
Barrierefreiheit, digitale Infrastruktur, jetzt zieht ihr bald um, darüber sprechen wir später noch, aber es gibt auch dann um die mediale Zugänglichkeit, also ihr sorgt auch dafür, dass euer Angebot immer
07:50
todate bleibt und das ist eben nicht nur die Beschaffung, sondern eben auch die Bürokratie dahinter.
07:55
Genau. Ja, ja, das gehört natürlich auch immer dazu. Da gibt's ja viele Kolleginnen und Kollegen, die hier bei uns den Bestandsaufbau machen, viele Dinge kommen auch automatisch, sagen wir mal, Bestseller, zum Beispiel, ist ja keine Entscheidung, ob wir das in Düsseldorf brauchen oder nicht. Es ist ja klar, dass wir das brauchen, weil die Menschen das auch erwarten von uns, dass man sich aktuell informieren kann
08:14
Aber das ist ja nur der eine Teil von Bibliothek. Also die Medien zur Verfügung zu stellen, zu vermitteln, bereitzustellen, Fragen zu beantworten. Bibliotheken haben sich ja so weiterentwickelt in den letzten Jahren und das ist oft
08:26
was ich glaube, was viele da draußen, sage ich jetzt mal, nicht immer so wahrnehmen, sondern uns immer noch mit diesem verstaubten Laden in Verbindung bringen, der Bücher ausleiht.
08:36
Ich selber habe ja auch eine Beziehung zur Bibliothek, äh aber eben auch schon nicht mehr die die Klassik, weil Bücher leihen tue ich ehrlich gesagt so gut wie gar nicht oder gar nicht, weil ich meine Aufmerksamkeit spanne durchs Internet auch einfach
08:49
ganz stark gesunken ist. Aber ich war vor einigen Jahren auch überrascht zu sehen, dass es auch ein Lern- und Arbeitsort ist, was es immer schon war für Studierende, Schüler oder Journalistenrechercheure, was auch immer.
09:03
Aber dass man eben auch im im Lesefenster, was ihr hier anbietet, ganz ruhe arbeiten kann, dass da auch Veranstaltungen stattfinden
09:11
Blocksofa, ist ja auch eine Veranstaltung mit einem digitalen Komponente sozusagen. Und das hat mir gefallen. Mich interessieren eben auch neue Arbeitsorte und da habe ich mich eben auch mit angesprochen gefühlt. So war die Bibliothek auch für mich, was.
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Unbedingt. Also die die Bibliothek als Ort ist ja das Interessante, dass mit der Entwicklung Internet und Digitalität die Bibliothek als Ort eine riesige Renaissance erfahren hat. Also die Bibliothek als dritter Ort der Stadtgesellschaft, also als ein Ort
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neben Arbeit und zu Hause? Ist das eigentlich das Konzept moderner Bibliotheken als dritter Ort, als Wohnzimmer der Stadtgesellschaft.
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Dienen zu wollen. Und was du schon gesagt hast gerade, ist genau das, was wir hier auch beobachten. Die Schüler, Studenten, Freischaffende, die kommen hier hin und lernen und arbeiten. Und ähm finden die Atmosphäre der Bibliothek auch
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Ja, gut für ihre Konzentration. Sie finden das motivierend, mit anderen zu lernen. Und ich glaube manchmal, die Bibliothek ist vielleicht die Mutter aller Coworking Spaces. Also im Grunde machen wir das, was auch kommerziell angeboten wird, aber die Bibliothek ist der freie Zugang dazu, der freie Raum.
10:19
Und das greifen wir auch immer wieder auf, also wir bieten ja dann.
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Spezielle Plätze an. Wir bieten freies WLAN an in der Bibliothek, wo ich auch als Besucher in die Bibliothek kommen kann und dort zu arbeiten. Das sind ja so die Aufträge, die wir auch weiterentwickeln wollen, also nicht nur über Bestandzugänge schaffen, sondern auch
10:37
Menschenzugänge schaffen zu digital. Und wir haben ja öffentliche Internetplätze zum Beispiel und.
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Das ist, glaube ich, vielen Digitalaffinen Menschen gar nicht bewusst, dass es viele gibt, die da drauf angewiesen sind, dass wir im öffentlichen Internet-BCs anbieten
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und die sind immer belagert bei uns, immer äh gut besucht. Es gibt wirklich viele Menschen, die sagen, ich.
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Kein Geld, ich habe kein PC, ich nutze das Internet hier oder auch bewusst sagen, ich möchte.
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Anonym im Internet unterwegs sein und macht das von einem öffentlichen Rechner, das haben wir auch gehört
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und es kommt ja auch dazu, dass äh ähm vielleicht, wenn man an jüngere Leute denkt, die dann vielleicht zu Hause könnten sie äh Zugang haben, aber sie fühlen sich dann eben auch nicht unabhängig oder ungestört. Da guckt dann immer Mama oder Papa über die Schulter und dann können sie
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entweder nicht in Ruhe lernen, weil sie vielleicht auch dann nicht aus dem sozialen Kontext kommen, der ihnen das ermöglicht oder mal auch in Ruhe daddeln oder sonstwas tun. Das heißt, dass auch da, selbst wenn die Infrastrukturelle Verfügbarkeit da ist, gibt es ja
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noch anders gelagerte Bedürfnisse sich an einem solchen Ort zurückzuziehen. Genau, das haben wir tatsächlich auch mal in Interviews festgestellt. Wir sind mal durch die Bibliothek gegangen und haben jüngere Leute, die vor allem hier sitzen und arbeiten und lernen gefragt
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warum sie denn hier hinkommen und was sie so schätzen. Mhm. Und das Interessante war ähm, dass wirklich einige gesagt haben,
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Ich habe wirklich zu Hause nicht den Platz, nicht den Raum, auch in der Zeit, wo viele Geflüchtete nach Deutschland kamen und zu uns kamen, die haben auch gesagt, ich kann zu Hause gar nicht so ruhig arbeiten. Ich finde hier den ruhigen Raum der Konzentration. Und interessanterweise haben die jungen Leute dann auch gesagt, ähm sie schätzen die
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tick.
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Also das Gefühl, ich bin umgeben von Büchern, muss man auch fragen, ist das nur noch eine Kulisse, äh um Konzentration äh zu haben, aber viele haben dann auch gesagt, nein, ich finde ja auch direkt den Zugang, wenn ich arbeite und ähm
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fühle mich hier einfach wohl und sicher.
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Also ich erinnere mich an muslimische Frau, die auch hier war und gesagt hat, ja ich ich kann nicht mich hier frei bewegen, das ist für mich auch ein Schutzraum, die Bibliothek. Ich kann hier arbeiten.
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Dass ich weiß, hier wird jeder gleich behandelt, ich kann hier sitzen, habe meine Ruhe. Das ist doch immer sehr erhellend, wenn man mit den Menschen einfach mal spricht. Mhm. Ja, das sind ja so
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kte, die man vielleicht als Nutzer der eben keine dieser Hemmnissen erlebt.
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Gar nicht so gewahr ist. Ja, der der Ort, äh da gehen wir gleich nochmal konkreter drauf ein, weil es da ja auch eine ganz massive Entwicklung gibt, aber ihr legt ja schon für die Zukunft ein bisschen die Gleise. Ihr habt jetzt dieses Library Lab vor einiger Zeit initiiert.
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Man denkt ja auch äh nicht nur an Bücher, aber man denkt auch an den Ort als
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Tillen Ort, die gestrenge Bibliothek Haaren, die vielleicht zum Flüstern mahnt oder so, aber da gibt's einen Ort, wo Gaming möglich ist, wo
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natürlich vor allem der jungen äh das junge Publikum angesprochen
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wird, wo es drei D Virtualisierung und solche Sachen gibt, sogar drei D Drucker. Also das sind schon auch ganz deutliche Schritte in Richtung Zukunft. Wir ich musste ein bisschen schmunzeln. Jetzt wurde von der strengen Bibliothekarin sprichst die mit einem Zeigefinger durch die Bibliothek läuft
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Ich glaube, es gibt fast keinen Beruf, der oder vielleicht doch, vielleicht sind alle Berufe irgendwie so klischeebehaftet. Ähm
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also der Beruf des Bibliotheks oder der Bibliothek wird dieses Klischee auch nie los und es gab auch schon Diplomarbeiten äh von Studenten dazu wie Bibliothekarin und Bibliothekarin im Film dargestellt werden. Das sind entweder sind es diese oder es sind ganz innovative
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Leute, die ja ganz anders denken, nach vorne gehen, bisschen skurril, vielleicht manchmal sind, das ist schon ganz interessant. Aber um auf das Library Labs.
14:19
Zu kommen. Ja, da haben wir wirklich versucht nochmal einen neuen Weg zu gehen und der hat natürlich damit zu tun, über das Thema, wo wir gleich noch sprechen wollen über die neue Zentralbibliothek. Wir wollten hier einen Raum schaffen, wo wir den Wandel
14:30
darstellen, der im Bibliothekswesen passiert. Einmal für unsere Kolleginnen und Kollegen, die ja auch intern an Zukunftsprozessen arbeiten, an Veränderungsprozessen.
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Auch, aber für alle, die die Bibliothek nutzen und besuchen. Und das Libylap beinhaltet eben schon, wie du gesagt hast, ein 3D-Drucker. Es gibt
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äh Virtual Reality, also VR-Brillen, die ich frei ausprobieren kann, was im Moment leider wegen Corona nicht geht
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aber wir haben Gaming dort angesiedelt, wir arbeiten auch gerade an neuen Gaming-Konzepten
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und da wird noch einiges kommen und auch äh unsere Online äh Dienste stellen wir dort vor. Also da haben wir so dem Digitalen einen Raum geschaffen.
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Was wir in der Bibliothek visualisieren wollen, aber auch ein ganz niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Themen schaffen wollen, also dort finden die auch Vorträge statt und Infoveranstaltungen zu verschiedenen, digitalen Themen
15:22
und eins der tollsten Elemente des Library Labs finde ich nach wie vor, was diesen Paradigmenwechsel in Bibliotheken stark ausdrücken soll, ist das.
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Also wir laden ja die Stadtgesellschaft ein, ihr Thema, ihr digitales Thema, was sich anderen vermitteln möchte, dort im Library Lab auch anderen zu präsentieren, also nicht nur die Bibliothek, er stellt Inhalte oder kuratiert diese, sondern die Nutzer der Bibliothek selber für andere
15:46
und das wird auch angenommen.
15:48
Das wird auch angenommen und das ist äh eine lange Netzwerkarbeit. Wir laden immer wieder herzlich dazu ein. Und das werden wir auf jeden Fall in der neuen Zentralbibliothek im Cap eins noch stärker institutionalisieren und als nochmal fördern und auch im nicht digitalen Bereich.
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Äh wir hatten über die verschiedenen Lebenswelten eurer Leser und Nutzer gesprochen, die ganz unterschiedlich sein können. Die ganze demographische Vielfalt auch
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bilden und wir hatten über die Klischees des Bibliotheksberufs äh gesprochen. Da müssen ja dann auch alle mitziehen. Ich meine, es ist ein städtischer Betrieb, es ist öffentlicher Dienst, da kann man ja sich vielleicht ausmalen, dass man da vielleicht
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gerne so ein bisschen die ruhige Kugel schiebt und so auf die Pension hinarbeitet
16:28
ist auch ein Klischee vielleicht. Hier wird ja schon auch ein massiver Veränderungswille und Personal auch erwartet. Ja, ich ich empfinde das gar nicht allzu ganz schwierig, weil ich glaube, dass wir die
16:39
ich sage mal, die kritische Masse der Kolleginnen und Kollegen, die begeistert sind für eine neue Bibliothek und für die neuen Themen, die ist da. Und wir haben.
16:47
Von Anfang an versucht immer, auch alle mitzunehmen. Also wir haben ja eine Vision entwickelt für die neue Zentralbibliothek, die wir planen und haben dort
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alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen, sich zu beteiligen mit ihren Ideen in einem World Cafe und haben dort also auch diese Vision entwickelt. Aber ich glaube
17:05
das unterschätzt man vielleicht von außen, Bibliothek
17:07
ist eigentlich immer ständige Veränderung, seitdem ich im Beruf bin, die Videos wurden mal großartig eingeführt als Neuerung. Die DVD würde großartig eingeführt, die CD. Es sind ja immer wieder Veränderungen da, äh die die Bibliothek aufgreift und ich glaube, man ist das
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auch als Mitarbeiter einer Bibliothek im gewissen Sinne auch gewohnt, dass man immer wieder mit neuen Themen konfrontiert wird. Also ich habe in meiner früheren Stelle mal auch Bestandsaufbau gemacht für Bastelbücher, also in den neunziger Jahren
17:35
Ich war immer auf dem Laufenden mit den neuesten Basteltrends mein ganzer Freundeskreis hat sich immer total gewundert und äh ich hätte auch privat nie was damit zu tun gehabt, aber das zeigt vielleicht so ein bisschen, dass man.
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Damit konfrontiert wird, einfach was passiert in bestimmten Segmenten oder im Allgemeinen. Also Jean Pütz und Co. Ne, war das damals Moosgummi, was sind in den neunziger Jahren? Und das war dann schon manchmal auch ganz lustig. Äh
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aber es drückt eigentlich das aus, was das Prinzip
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Bibliothek ist das Prinzip Bibliothek ist für mich Veränderung, weil's eben für die Menschen da sein soll. Sehr gut, deshalb sind wir heute hier
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aus meiner Kindheit auch noch, wenn man ein Buch sucht, dann musste man irgendwie die sich durch Karteikästchen und Zahlen kurz wühlen und heute sucht man das eben auch mal schnell übern Bildschirm, übern Katalog, genau. Über die App oder sowas. Genau. Hm. Ja.
18:26
Gut, dann öffnen wir jetzt mal bisschen den Fokus. Du bist ja nicht nur hier verantwortlich für die Entwicklung und das operative Geschäft
18:33
sondern du bist ja auch darüber hinaus vernetzt und auch äh auch wieder aktiv mit anderen Bibliothekaren oder entsprechenden.
18:40
Ja, wie sagt man, Verbänden oder Communitys, die sich auch austauschen und auch gemeinsam an einer Zukunft arbeiten? Was machst du da? Wen, wen triffst du da? Was sind da die Themen.
18:52
Also Bibliotheken sind ja
18:54
grundsätzlich unheimlich gut vernetzt untereinander und schauen auch, was andere machen. Äh und wir tauschen uns auch immer aus. Wir sehen uns auch gar nicht als Konkurrenz, weil wir natürlich in den einzelnen Städten immer ja für die Stadt.
19:05
Da sind. Wir sind ja keine Konkurrenz zu einer anderen Bibliothek in dem Sinne. Und das ist
19:10
schon schön, dass sie es auch sehr bereichernd, also ich treffe mich zum Beispiel einmal im Jahr, haben wir mal ein größeres Treffen mit den Leitern der Zentralbibliothek von Großstadtbibliotheken. Das ist immer wirklich sehr fruchtbar
19:21
und sehr erhellen, was andere machen und da tauschen wir uns auch tatsächlich zwei Tage lang aus über sehr praktische Dinge, aber auch wo geht die Reise hin? Dann nimmt man natürlich immer sehr viel mit. Weil was gerade in Frankfurt, Hamburg, Berlin oder München passiert, äh ist natürlich für Düsseldorf genauso spannend.
19:37
Und ähm
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wo ich aber sehr stark unterwegs bin und das weißt du ja auch, vielleicht hast du auch schon gesagt, ähm im Netz bin ich natürlich in Social Media viel unterwegs, auch in der Bibliotheksblase. Die ist ja so auch gerade bei Twitter gibt, zum Beispiel gibt's den BIP.
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Den habe ich mit ein paar Kolleginnen gemeinsam, haben wir den äh initiiert, weil wir einfach wollten, dass die Bibliotheksthemen in der Öffentlichkeit diskutiert werden und äh wir haben uns ein bisschen inspirieren lassen von anderen Twitter.
20:01
Die es gibt, zum Beispiel den EDOJ, das ist ein
20:04
äh einen Chat von Lehrern, die sich über äh Bildungsthemen austauschen im Allgemeinen, bei äh Twitter. Und wir machen das auch immer mit dem Hashtag.
20:13
Chat DE einmal im Monat und stellen immer Themen zur Wahl und
20:17
die Twitter-Nutzer oder die Bibliotheksaffinen Menschen, die im Netz dort unterwegs sind.
20:22
Müssen auch nicht nur Fachleute sein, wir laden da alle zu ein, weil wir das grade bereichernd finden über Bibliotheksthemen zu diskutieren.
20:29
Also es sind dann sozusagen von beiden Seiten Menschen, die sich dann in diesem Chat dann treffen. Einmal Laserk
20:35
Kundennutzer, aber auch die äh Fachleute. Also alle sind eingeladen, dort über Bibliotheken alle teilen. Nehmen wir mal auch viele teil. Es liegt immer ein bisschen am Thema. Es gibt auch manchmal Themen, die die breite Masse jetzt nicht so ansprechen, aber äh wir haben äh beim letzten Mal ganz munter diskutiert, zum Beispiel darüber, welche Zahlen
20:54
ermitteln wir eigentlich für eine Bibliothek, um auch würdig zu zeigen, was tun wir? Ausleitzahlen werden immer genannt, aber Ausleitzahlen sind eigentlich gar nicht mehr so ein großer Indikator.
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Aber um auf den BIP-Chat zurückzukommen, wir haben das jetzt schon vierzig Mal gemacht, diesen bitch.
21:09
Bei Twitter immer am ersten Montag im Monat und das gibt uns schon eine Sichtbarkeit nochmal. Man landet manchmal in den Trends. Das ist dann für uns auch toll, weil wir einfach wollen, dass Bibliotheken gesehen werden, aber gegen äh
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Ich glaube, ähm irgendwelche RTL Sendungen kommt man manchmal in den Bauer, sucht Frau, haben wir noch nie geschlagen, also das schafft man nicht.
21:31
Ja also das heißt ihr entwickelt hier im Team oder auch mit den Erfahrungen, die ihr in in eurem Geschäft und in hier in dieser Stadt macht, entwickelt ihr Ideen und Konzepte, die ihr dann auch bald auf den neuen Ort übertragen werden und die tauscht ihr dann mit anderen Bibliotheken aus.
21:49
Auch, ja. Und die nehmen die auch auf und übernehmen die vielleicht auch und umgekehrt auch. Das heißt, ihr werdet auch inspiriert und ihr seht, von der Stadt XY dann, wo die haben da was Tolles aufgebaut, das
21:59
könnte bei uns auch funktionieren. Ja auch, also es gibt ja auch immer äh Treffen von Bibliotheksmenschen, Bibliothek heißt das einmal im Jahr und es gibt Barcamps, es gibt ein Bitcamp, also ein extra für Bibliotheks, das wird immer von den Studierenden des Bibliothekswesens organisiert, was ich immer.
22:14
Inspirierend finde ich ja auch schätze das Format sehr und ich schätze auch, dass man dort einen Blick
22:21
bekommt, womit beschäftigen sich gerade die Studierenden und wie sehen die Bibliothek? Da habe ich schon oft sehr viel mitgenommen
22:27
und ich war äh vor zwei Jahren auf der Next Library Konferenz in Berlin. Die findet eigentlich immer in Dänemark statt. Und das sind eigentlich alles Kolleginnen und Kollegen, die gerne nach vorne schauen, sage ich mal. Und da ergeben sich schöne Kontakte und da haben wir wirklich uns ausgetauscht.
22:42
Über unsere, dass wir eine internationale Konferenz, da durfte ich auch kurz das Library Lab vorstellen und da nimmt man natürlich viel mit nochmal, gerade im Bereich Communitybuilding, das was wir wollen, auch mit den sozialen Medien, mit digitaler Kommunikation
22:55
Und das ist äh sind zur Konferenz, wo ich einfach immer mit einem großen Koffer voller Ideen nach Düsseldorf zurück
23:01
komme und ich immer schon das leise Seufzen der Kolleginnen und Kollegen wahrnehme. Ja, ich weiß, du du guckst ja gerne über den Tellerrand, wir haben uns ja auch schon auf der Republika getroffen
23:12
nicht das Kerngeschäft, aber da kann man auch viel Inspiration mitnehmen. Da hatten wir sogar, wenn ich das kurz sagen darf, wir hatten die Bibliotheken in diesem Jahr es geschafft, aufm Pendel zu bringen, auf eine Konferenz der Welt Düsseldorf, auch vertreten gewesen mit mir, mit äh
23:25
einer Diskussion über die Zukunft der Bibliotheken. Das ist ja leider ausgefallen, aber wir greifen das nächstes Jahr einfach nochmal ein und hoffen, äh dass wir da diesmal wieder durchdringen mit vier gemeinsam mit Bibliotheken, da mal ein Forum. Gerade die Republikat sich da war, habe ich
23:40
immer gedacht, dass es unverständlich, warum dort Bibliotheken nicht sind. Das passt natürlich perfekt.
23:46
Super passen wir dahin. Viele Player im digitalen Bereich, im politischen Bereich, im Medienbereich und die Bibliotheken machen eigentlich genau das auch.
23:55
So, das haben wir jetzt also gesehen. Ihr habt.
23:57
Communitys, ihr habt Foren, wo ihr euch austauschen könnt und auch gegenseitig inspiriert und voranbringt
24:05
jetzt mal die Karten auf den Tisch, wo geht da die Reise hin? Also wir haben festgestellt, vieles ist schon digitalisiert.
24:11
Bin in meinem Bereich, weiß ich, wo die Trends in der Digitalisierung hingehen, aber trotzdem, da will ich mal von dir als Profi hören, was kommt in den nächsten Jahren in die Bibliothek
24:21
Also die Bibliothek hat natürlich immer noch diese Uraufgabe, Dinge zu erschließen, Menschen zu erklären und Dinge bereitzustellen. Das, glaube ich, wird auch im digitalen Begriffe schon eben besprochen haben, eingangs äh wird auch immer ein Auftrag bleiben
24:33
Der Ort der Bibliothek bietet natürlich eine Riesenchance, dies Digitale mit dem Analogen auch zu verbinden. Also einmal in so Dingen wie Library, Lab, Makerspaces, ähm dass man dort auch digitale Technik.
24:45
Leuten anbietet, die es eben zu Hause auch nicht haben, die sich's nicht leisten können, um niemanden abzuhängen in der Gesellschaft. Also eine urdemokratische Funktion.
24:53
Und ich glaube, dass der einerseits der Ort, der sich schon in den letzten Jahren so passiert, dass der Ort sehr gestärkt wurde von Bibliotheken als dritter Ort, als Ort der Stadtgesellschaft.
25:03
Wohnzimmer der Stadt, das sind alles so Schlagwörter, aber es passiert hier tatsächlich vor Ort, dass sich da Menschen treffen, dass Schüler ihre Arbeiten, dass sich äh.
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Geflüchtete treffen, Sprachen lernen mit äh in Tandems haben wir erlebt, also die der Ort der Bibliothek ist ganz wichtig.
25:19
Und ich glaube wohl die Richtung dann doch weiterhin gehen wird, ist dass die Bibliotheken auch im Netz eine zunehmende Rolle als vielleicht digitaler, dritter Ort spielen sollten, ähm dass sie eben dort
25:30
Präsentinnen dort Inseln sind, in dieser ganzen Flut von Fake News und äh anderen Dingen, wo man sagen kann, na ich habe hier einen verlässlichen Partner, den kann ich fragen, der kann mir helfen, weil das können Bibliothekare
25:41
und das können Bibliothekarin und Bibliothekarin nicht nur an der Theke hier, das können die auch im Netz.
25:47
Und ich glaube, dass Bibliotheken noch stärker dort präsent sein werden und dort auch ihre digitale Community neben der Community vor Ort. Aber ich glaube,
25:56
wenn man mal überlegt, welchen nicht-kommerziellen Raum gibt es sonst in der Stadt.
26:01
Außer Museum oder ein Theater, wo da was stattfindet. Auch die öffnen sich ja mehr als dritte Orte. Aber die Bibliothek ist, glaube ich, der.
26:10
Wirklich niedrigschwelligste Ort, wo ich mich treffen kann, wo ich einfach sein darf. Es gab einen schönen Blogartikel, äh einer Bloggerin, die hat geschrieben, das ist für mich der letzte Ort, wo ich nichts
26:20
muss. Wo ich einfach hingehen kann und ich muss nichts, ich kann aber alles machen, aber ich muss nichts.
26:27
Ja, das ist ganz interessante äh Sichtweise, vor allem, was mich gerade angesprochen hat, ist ja dieses Thema, dieser Auftrag
26:35
gegen die zumindest gefühlte Tendenz Fakten zu äh verleugnen, dazu verdrehen, missbräuchlich zu verwenden, Leute zu manipulieren und so, das äh sehen wir ja in diesen ganzen populistischen, politischen Bewegungen und als der Bibliothek, als Ort.
26:52
Physischer Ort, aber auch als soziale Community, die dagegen hält, die nicht nur dagegen hält, sondern die vertritt ja auch was. Die Bibliothek ist ja in dem Sinne nicht neutral, sondern wir vertreten ja
27:02
freiheitlich demokratische Grundordnung in unseren demokratischen Rechtsstaat aber es ist ja keine neutrale Position mehr.
27:11
Es ist ja ein ganz klares Statement, der Auftrag der Bibliot.
27:14
Bibliotheken waren immer schon nicht nur Bücheraufbewahrungsorte, es waren ja Lernorte, sicherlich auch der Meinungs
27:22
Bildung und Diskussion, des Austauschs, aber das scheint ja sozusagen ein wichtiger Trend zu sein, dass sowohl der Ort in den Eigenschaften, die du gerade beschrieben hast, als auch der Mensch noch mehr gegenüber dem Medium in den Fokus rückt.
27:35
Ja. Das Medium wechselt, also vom vom Buch zum Digitalen, von der CD zum Online-Stream und so weiter. Genau. Aber äh Mensch und Raum äh rücken
27:45
gegenüber dem Medium noch stärker ändern. Auf jeden Fall. Also die Menschen rücken in den Mittelpunkt, also die Bürgerinnen, die Bürger der Stadt.
27:51
Die die Bibliothek auch, finde ich, vereinnahmen sollten, weil es ist ja eigentlich ihre Bibliothek. Wir machen das ja finanziert aus öffentlichen Geldern
27:58
dass sich alle einmischen, dort mitmischen, das finde ich schon auch toll. Also der der Mensch steht ganz klar im Mittelpunkt und ähm es sind.
28:07
Viele Bibliotheken, die jetzt entstehen oder neu eröffnet haben, haben auch immer als Schlagzeile Menschen statt Bücher. Und äh das.
28:15
Natürlich nicht aus, dass die Bibliothek keine Bücher mehr hat, aber es drückt schon aus, dass
28:20
Bedürfnisse der Menschen sich verändert haben, dass die Menschen im Mittelpunkt stehen sollen und dass sie diesen Ort auch wirklich als Ort.
28:28
Nutzen sollten. Du hast ja den politischen Aspekt mit ins äh Gespräch
28:32
gebracht, also diesen demokratischen Auftrag, die Demokratisierung des Wissens und und solche Sachen, das ist ja bei uns, sage ich mal, noch relativ unkritisch. Wir haben ja ein weitesgehend uneingeschränkten Zugang zu Informationen und Wissen
28:47
in anderen Ländern ist das nicht so. Und auch da hat man eine gefühlte Wirklichkeit, dass das sogar vielleicht
28:53
weltweit eher zurückgeht, dieser freie Zugang zu Wissen, der dann ja eben auch in politische
28:59
macht sich umwandelt. Ich habe kürzlich ein Beispiel gesehen, äh dass in Minecraft-Journalisten eine, also in einem Spiel, in einem sehr populären Spiel, äh eine virtuelle, digitale Bibliothek aufgebaut haben, um dem entgegen zu wirken, um Texte zugänglich zu machen
29:16
für Menschen, die da eben normalerweise in eingeschränkten Zugang zu haben. Wird sowas auch.
29:22
Hier intern, aber auch in der größeren Community, dass der Bibliothekare und Bibliothekarin diskutiert. Ja, das wird diskutiert und äh das war auch eine große Schlag
29:31
Zeile innerhalb der Bibliothek-Community und
29:34
Natürlich wurde das auch gefeiert von Bibliothekarin und Bibliothekare, weil ich glaube, man sollte den Geist von Bibliothekan da nicht unterschätzen, was die Verteidigung von.
29:43
Freier Information äh angeht und auch von der vielschichtigen Information. Also sich Meinung bilden zu können in der Bibliothek. Also nicht eine vorgefertigte Meinung, glauben zu müssen, sondern äh in der Bibliothek auch einen Spekt
29:56
von ähm.
29:58
Meinungen anbieten zu können und dann zu sagen, hier das ist das, was wir dir zur Verfügung stellen, aber du kannst dir deine eigene Meinung daraus bilden, weil wir verschiedeneartige Bücher zu
30:08
gleichen Thema haben oder verschiedene artige Presse ja auch zum Beispiel haben. Wir haben ja auch verschiedene Tageszeitungen, die in bestimmte Richtungen ja tendieren äh und das ist genau der Aufgabe der Bibliothek, den Menschen zu ermöglich.
30:20
Sich ihre eigene souveräne Meinung als souveräner Demokrat auch zu bilden. Und ich glaube, das ist was, was ein ganz, ganz hohes Gut ist, was wir in Westeuropa oder auch in Europa in der äh haben.
30:31
Was es wirklich gilt auch zu verteidigen. Also ähm dass das auch, denke ich, unsere Demokratie ausmacht.
30:38
Könnt ihr da über eure eigene Hoheit, also über die eigenen Räume, aber auch digitalen Angebote hinaus dann auch an solchen Strömungen mitwirken oder seid ihr da dann doch durch den öffentlichen und kommunalen Auftrag gebunden, dass ihr, sage ich mal, an so einer Initiative da nicht direkt
30:55
mitwirken können. Wir machen das jetzt quasi. Also wir sind ja, wir stellen die Sachen ja zur Verfügung. Wir sind natürlich alles, was Strafrecht, Jugendschutzrecht und so weiter. Sind natürlich alles Dinge in dem Rahmen, die uns ja bewegen und auch dem öffentlichen Auftrag
31:07
haben wir auch unseren Träger und den Auftrag unseres Trägers aber Düsseldorf ist ja international aufgestellt hat ja wirklich die Prinzipien die wir als Bibliothek ja auch verdient.
31:19
Mhm
31:20
Wir nehmen das vielleicht bei uns auch gar nicht dann so wahr in Deutschland, dass das ein Problem sein könnte, weil wir so selbstverständlich davon ausgehen, dass es diesen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt.
31:30
Für die freiheitliche Demokratie, dem wir eigentlich ja eine Bundesrepublik so immer erleben, aber wenn man dann mal auch in andere europäische Länder
31:38
nach Ungarn oder so, da ist das vielleicht dann nicht so ganz so selbstverständlich mehr. Selbst hier wird ja schon heftig drum gekämpft um Meinungsfreiheit und all diese Dinge, ne? Genau.
31:48
Hm, das ist natürlich eine tolle Zukunft. Äh also ich freue mich dadrüber, dass die Bibliothek als eine Institution, die es seit Jahrtausenden gibt.
31:57
Kann man ja wohl ganz eindeutig so sagen, eine Zukunft hat und sogar nicht nur irgendeine Zukunft hat sozusagen im Schlepptau von anderen Entwicklungen, sondern durchaus auch ein Pioniercharakter, ein mancher Beziehung. Jetzt würde ich dich ja
32:12
unbedingt gerne noch ein bisschen so rauskitzeln. Gibt's da noch irgendwas Spektakuläres? Bin natürlich auch so ein bisschen so ein Technik-Nerd. Gibt's da noch irgendwas, was du von dem du mal gehört hast, was so diskutiert wird? Wo man sagt
32:24
Das ist ein da passiert noch was. Also ich denke die ganze KI-Geschichte wird nochmal eine Rolle spielen in der Bibliotheken
32:33
Robotics probieren wir ja auch ein bisschen mit aus mit unserem Pixi Pepper, den wir im Kundendienst einsetzen. Der hier neben uns steht, der hier gerade eine kleine Coronaferien macht, ja. Aber bald wieder einsetzen.
32:45
Aber da gibt's ja zum Beispiel im Bibliotheksbereich auch was Recherche oder was Erschließung von Medien angeht, wird die künstliche Intelligenz sicherlich eine Rolle spielen. Mhm. Ähm das denke ich wird schon kommen
32:56
was sonst an digitalen Entwicklungen noch passiert wissen wir auch alle nicht was da noch auf uns zukommt. Ich denke dass Bibliotheken immer schon mit
33:04
vorne dabei sein sollten und wir sind ja für die neue Bibliothek auch rumgereist. Wir haben uns ja die äh führende Bibliotheken in Skandinavien angeguckt, also in Ahaus, in in Dänemark und in Helsinki.
33:16
In Finnland, die beide auch ausgezeichnet wurden als Vorreiter, Bibliotheken, aber auch in Tillburg, in den Niederlanden waren wir die neue Bibliothekskonzepte ausprobiert haben und haben uns da auch einiges
33:27
kann man durchaus sagen, abgeguckt, aber auch für uns, für Düsseldorf, auch nochmal weiterentwickel
33:31
was macht die denn hier besonders? Wofür werden die sozusagen gefeiert und prämiert? Also ähm Helsinki und Orhus sind nochmal sehr verschieden, also
33:39
Ahaus ist wirklich eine Bibliothek der Bürger mit
33:42
wo die Bücher fast eine Nebenrolle spielen. Ich glaube, so weit wie ein Skandinavien sind wir in Deutschland einfach nicht. Ich glaube, die Gesellschaften sind da nochmal anders. Ähm es gab einen großen Gaming-Bereich, es gab äh viele Orte, wo sich.
33:56
Treffen können. Es gab viel Aufenthaltsqualität in Ahaus ähm und das haben wir auch sehr aufgegriffen mit der neuen Bibliothek. Hm. Also wir haben sehr viel
34:05
Es gab dort Boxen, die ich mieten konnte zum ruhigen Arbeiten, in Helsinki haben wir.
34:10
Es gab drei Etagen der Bibliothek, Erdgeschoss, erstes und zweites äh Obergeschoss. Und die erste Etage war eine komplette Etage nur mit Studios, Makersbasis, äh Räume, für die man mieten konnte, für Besprechungen, Drei-D-Drucker
34:25
Äh da war wirklich nur so ein
34:27
ganze Etage damit, also praktisch gar kein Buch und kein Medium. In in der kompletten Bibliotheksetage und interessanterweise war Helsinki dann so, dass man in die dritte Etage kam. Dort war's dann sehr klassisch wieder.
34:40
Sehr schön, aber sehr klassische Bibliothek. Die haben das sehr stark getrennt.
34:45
Und sehr lebendigen Bereich hat als sozusagen und durch den muss man durch um vielleicht dann in den
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Elfenbeinurme in den ruhigeren, in die Wissenskathedrale dann zu kommen oder so. Ja, auch das ist ja was, was viele Menschen schätzen. Also, wenn man heute sagt, es gibt nicht mehr die
35:05
Bibliothek die ruhige Bibliothek. Das ist auch so. Es ist die öffentliche Bibliothek ist kein heiliger Ort, aber es gibt.
35:13
Viele Menschen und ich glaube, der Großstadtgesellschaft, die sich nach solchem ruhigen Ort auch sehen. Mhm. Und wenn wir gleich noch zum Konzept der neuen Bibliothek kommen, das haben wir dort auch aufgegriffen, diese vielen verschiedenen Bedürfnisse. Ich hatte mal einen Vortrag gesehen. Ich glaube, es war Erik
35:27
Piekermann, der ist so im Typografie und Grafikbereich hat deinen Namen, aber er hat auch mal ein Konzept, wenn ich, ich hoffe, ich erzähle das jetzt richtig, geschaffen für Coworking Spaces, die so art Zwiebel mäßig aufgebaut sind, ne, dass man eben tatsächlich dadurch
35:41
verschiedene Schichten sozusagen zu etwas vordringt und in der Mitte war dann eben
35:46
tatsächlich, glaube ich, die größte der Ruhebereich, ne? Mhm. Ähm ein Stichwort noch und dann
35:52
kommen wir auch wieder vom Allgemeinen Ort, Bibliothek, auf den konkreten Ort hier in Düsseldorf. Library of Things ist da spielt das auch eine Rolle. Ja.
36:00
Werdet ihr also nicht nur Medien im Sinne von Büchern, Musik, ähm Video und so anbieten, sondern auch Dinge, Werkzeuge oder
36:10
Auch das ist ja total interessant, diese Sharing-Community, also wir schaffen was an, was wir mit anderen teilen. Ist ja eigentlich das ureigenste Prinzip von Bibliothek
36:19
und es ist total äh mit einem neuen Label. Auf einmal habe ich das so empfunden mit einem neuen Label auf einmal sehr in. Natürlich.
36:26
Hat die Bibliothek bislang sowas nicht verliehen. Ja, aber wir denken da intern darüber nach. Wir haben auch eine Projektgruppe, die sich damit beschäftigt intern, eine Arbeitsgruppe, die eben diese Bibliothek der Dinge, wie man das auf Deutsch dann sagt, auch mal äh andenkt für uns auch, ja.
36:40
Denken wir drüber nach. Ich weiß nicht, ob wir das bis zu neuen Bibliothek schon so weit gedacht haben, weil wir sehr viele andere Themen auch gerade denken. Digitalstrategie und so, aber es ist
36:49
erstmal gibt's ja bei uns keine Denktabus, das gibt's ja sowieso nicht. Finde ich sehr, sehr spannend, weil ich habe ja einen handwerklichen Beruf selbst gelernt, bin dann in die digitale Welt irgendwann beruflich gewechselt, aber ich wünsche mir manchmal auch wieder diese sinnliche Arbeit, die ich als Goldschmied gemacht habe, zu zu machen und auch Weiteres Neues zu lernen. Ich habe immer kleine Bastelprojekte
37:08
und da fehlt mir immer irgendwas, was ich nicht im Baumarkt oder irgendwo kriege und auch die entsprechenden Fachgeschäfte gibt's nicht mehr, weder die Materialien, noch die Werkzeuge und es wäre schon mal ein großer Schritt, wenn ich sagen kann, ich brauche da ein ganz bestimmtes
37:22
Werkzeug für einen bestimmten Werkstoff, aber den brauche ich nur ein einziges Mal. Genau. Will ich nicht kaufen, ne? Das ist ja auch in dem Sinne äh eine nachhaltige Geschichte, also einer anderen Arbeitsgruppe arbeiten wir zum Thema nachhaltige Bibliothek. Was wir da machen können und das ist natürlich die Bibliothek
37:38
der Dinge im Grunde ist ja eine sehr nachhaltige Sache, weil wir viele Dinge oft nur einmal brauchen oder einmal im Jahr brauchen.
37:46
Diese Dinge, wenn die Bibliothek die zur Verfügung stellen könnte, wäre ja eine tolle Sache. Es gibt eine Bibliothek in USA, die hat
37:53
ähm ein ganzes Regal Wand voller Backform
37:56
und zwar in den verschiedensten äh Silhouetten, die man vielleicht ja auch nur einmal braucht. Dem besten Kumpel der Gitarrist ist mal einen Gitarrenkuchen backen möchte. Das finde ich eine total schöne Idee
38:08
Aber da kann man sehr weit.
38:09
Und äh ich denke, das ist auf jeden Fall ein Trend, der ja auch schon Realität ist in vielen Bibliotheken, aber den wir sicherlich auch nochmal in irgendeiner Form aufgreifen werden.
38:19
So, ich mache das Thema jetzt gleich zu, aber ich kann's mir nicht verkneifen. Wir haben ja schon drüber gesprochen, weil wir uns ja schon öfter getroffen haben.
38:28
Bringe ja auch ein Stückchen Zukunft mit. Viele wissen das. Ich habe einige Computerchips unter der Haut und für mich ist das Ding, dass sie mir auch Dinge zugänglich machen.
38:38
Türen öffnen, Daten schützen, äh bezahlen womöglich und so weiter
38:43
und das ist mein Wunsch, den ich nochmal mitgebe. Ich will der nicht die Pistole auf die Brust setzen, aber ich möchte gerne meinen Leseausweis bald in der Hand haben. Ja, wir arbeiten. Ich muss mir da kein Versprechen machen, aber also du hast ja schon locker lassen. Ja, du hast ja schon einen Chip in der Hand und äh ich weiß ja, dass die Kolleginnen aus der EDV da auch schon dabei ist, ähm
39:01
zu prüfen, wie das mit unserem System kompatibel ist. Also da das werden wir schon noch irgendwie.
39:06
Mal hinbekommen. Genau, das äh musste ich jetzt einfach äh sagen, weil es äh es ich bin ein Fan von euch als Institution und von euch als Menschen, aber das würde noch mehr Respekt
39:17
abzollen, wenn wir das gemeinsam hinkriegen. Okay. So, jetzt gehen wir aber konkret äh wieder nach Düsseldorf und zu ganz konkreten Plänen und keine Visionen, sondern etwas, was.
39:27
Dabei ist Realität zu werden. Die neue Zentralbibliothek, der
39:33
Düsseldorfer Stadtbüchereien. Ja, jetzt seid ihr noch hinterm Bahnhof, hinterm Hauptbahnhof in Düsseldorf, am Berthafen Suttner Platz, eine sehr zentrale Lage
39:43
ist sicherlich nicht von Nachteil, aber trotzdem eben hinterm Bahnhof so ein bisschen versteckt noch. Jetzt kommt hier
39:50
vor dem Bahnhof eine noch prominentere Stelle in die alte Hauptpost. Und da wird schon mächtig gebaut. Ja, da wird schon
39:57
leg los, erzähl uns was, was passiert, wo steht er?
40:01
Also das ist so, dass im nächsten Jahr zwanzig einundzwanzig die neue Zentralbibliothek eröffnet werden soll. Wir denken, dass das auch so sein wird, ein konkretes Datum gibt's noch nicht, aber das wird sicherlich irgendwie bald auch mal feststehen
40:12
Die Arbeiten laufen meines Wissens äh alle nach Plan, also es ist ja so, dass äh die Stadt dort
40:17
die das Gebäude übergeben bekommt und wir dann die Bibliothek dort einrichten können und wir haben mit Innenarchitekten, die
40:24
äh Planung äh vorgenommen, also hier mit verschiedenen Gruppen und ja wir freuen uns einmal vor den Hauptbahnhof zu kommen, aber auch so zentral zu bleiben, weil ich glaube, das ist für eine Bibliothek die Lage ist schon wichtig und an so einem zentralen
40:37
toten Punkt zu sein, wie der Hauptbahnhof und auch mit der Perspektive, dass der Bahnhofsvorplatz ja in den nächsten Jahren auch äh verändert werden soll, ist das für uns natürlich ein ein toller Standort. Wir werden die Publikumsfläche verdoppeln.
40:50
Das heißt, das was wir jetzt haben, nochmal da drauf und werden aber weniger Bücher haben, also ist. Also Fläche von bis sozusagen von jetzt. Wie viel bis dann ja, wir haben jetzt so circa viertausendneunhundert Quadratmeter und wir haben dann so siebentausendneunhundert Quadratmeter. Circa.
41:06
Mhm. Gibt's ja immer noch so ein paar Flächen, also so ein circa Wert ist das. Und ich glaube
41:11
das ist schon toll, dass wir eben gesagt haben, wir haben nicht mehr Bücher, wir haben weniger, wir haben mehr Platz für Menschen, wir haben viele Bereiche geschaffen, die für Menschen da sein sollen
41:21
und wir haben uns entschieden in der Planung Regale anzuschaffen, die nicht höher sind als einen Meter fünfzig, um ein ganz anderes Raumerlebnis zum Beispiel zu haben, als wir das jetzt haben. Wir haben ja jetzt hier hohe Regale, weil der Standort Berta von Suttnerplatz ja als Ausleihbibliothek konzip.
41:37
Ich glaube, der größte Unterschied, den man dann wahrnehmen wird, ist hier der Standort, hat ursprünglich bei der Eröffnung in den achtziger Jahren keinen eigenen Veranstaltungsbereich gehabt
41:47
und die neue Zentralbibliothek wird eröffnet mit gleich sechzehn verschiedenen Orten, wo Veranstaltungen stattfinden können, vom kleinsten Meetup bis zum großen Saal mit einer Lesung und äh Konferenz. Ähm das ist genau das, was das Konzept
42:02
glaube ich am besten ausdrückt, den Unterschied von Ausleih-Bibliothek zur Bibliothek, zur Kommunikation, Menschen, Ort für Stadtgesellschaft
42:10
Das macht es viel transparenter, die niedrigen Gehirgale sind für die meisten, zumindest erwachsenen Menschen überschaubar, das heißt, man guckt nicht mehr vor eine Wand, sondern sieht dahinter die anderen Köpfe und die anderen Menschen.
42:22
Also wir haben auch jetzt hier zweihundertachtzig Arbeitsplätze, aber von den zweihundertachtzig Ursprünglichen gehen wir jetzt auf sechshundert Arbeitsplätze, die dann zur Verfügung stehen, auch in verschiedener Art, also es gibt Arbeitspizza am ähm Platz, es gibt aber auch
42:34
niedrige Tische mit Sesseln, wo man arbeiten kann und es gibt Lernboxen, die ich in Zukunft mieten kann, also Boxen
42:41
also für mein Lernen buchen kann und dann kann ich mich da zurückziehen und arbeiten, auch für Gruppen. Kostenpflichtig oder sind die auch? Ist für Bibliotheksnutzer dann.
42:49
Ach so, genau. Ja. Aber die sind dann kostenlos. Ist ja wie andere Sachen, die wir auch nutzen, wenn man eine Karte hat. Viele Angebote gelten ja auch für nicht Ausweisinhaberinnen und auch sehr wichtig, also dass äh der Zugang zu Bibliothek.
43:02
Natürlich Besuchern ja immer offen und Besucher können das freie WLAN nutzen, können äh Arbeitsplätze nutzen, können ein Café
43:10
nutzen, was wir dann auch haben werden, weil jede eine moderne Bibliothek hat mittlerweile eigentlich auch einen Kaffee
43:16
und wir haben das hier nicht, das ist hier wirklich auch ein Platzproblem, das einzurichten und dort ist es aber jetzt von vorne rein mit eingeplant.
43:23
Ein Kaffee mit Blick auf Bahnhof und Blick Richtung Immermannstraße, dass man da wirklich auch
43:28
schön sitzen kann. Da ich das Glück habe, nicht allzu weit entfernt zu wohnen und es dadurch sogar noch ein bisschen näher an mich ranrückt, werde ich ganz bestimmt auch wieder öfter da sein. Wunderbar. Trotzdem bin ich aber neugierig und würde es natürlich so früh wie möglich gerne mal
43:42
wird es schon vor der offiziellen Eröffnung vielleicht mal Begehungen, Besichtigungen oder irgendetwas dabei mit auch mit der äh Stadt, mit dem Presseabend zu überlegen, wie machen wir das, aber das wollen wir auf jeden Fall. Also wir wollen auf jeden Fall auch vorher mal reinblinzeln lassen im nächsten Jahr, wenn wir da so anfangen, was zu machen. Und vielleicht kann ich zum grundlegenden Konzept
44:02
nochmal sagen, wir haben ja eben gesagt, so die Bedürfnisse sind so verschieden. Und wir haben ein Herz- und Hirnkonzept.
44:08
Nenne ich das mal Heart and Brain, wie immer man das nennen will. Also wir haben eine sehr lebendige Etage geplant. Also man kommt mit Aufzügen in das zweite OG und hat dort eine sehr lebendige Etage mit Kinderbibliothek, Jugendbibliothek, Library, Lab
44:22
ähm mit verschiedenen, äh mit Kaffee, mit Veranstaltungsräumen. Da wird also sehr viel Inspiration sein, viel Möglichkeit zu Kommunikation, Freiraum haben wir zum Beispiel einen Bereich genannt, der immer flexibel sein soll, der immer äh Möglichkeiten bieten soll für Veranstaltungen, Ausstellungen, Begegnungen
44:40
und ähm die dritte Etage ist dann das Hirn der Bibliothek, das ist der ruhige Bereich, wo man arbeiten kann, lernen kann, Lernboxen hat.
44:49
Also wirklich viel Lesesaal, wo man wirklich nochmal in Ruhe auch arbeiten kann, so wie du es eben eigentlich von Augus auch so ein bisschen uns viel angeguck
44:58
äh haben uns äh überlegt, das passt zu uns auch. Man muss natürlich wirklich sehen, sie skandinavische Gesellschaft
45:03
da ja auch nochmal anders. Da hat zum Beispiel in Dänemark hat jeder mit seiner Gesundheitskarte Zugang zu Bibliothek
45:10
Ist natürlich super, dass man äh das so einfach gemacht hat. Das kann so ein kleines Land, glaube ich, immer eher, wenn man in in der Bundesrepublik eben mit Föderalismus der einzelnen Bundesländer denkt, ist das einfach eine Nummer
45:21
größer und ähm deswegen, es sind so Vergleiche manchmal auch ein bisschen äh schwierig. Aber um das hier nochmal zu sagen, dort haben wir auch einen Dachgarten, der auch ähm schön äh zum entspannen dann einlädt, wo vielleicht auch mal was stattfindet
45:35
Wir werden schon viele tolle Sachen haben, die kann ich hier alle gar nicht verraten vorher. Äh viele tolle Sachen, die auch überraschen sollen und äh ich glaube, eine Zentralbibliothek, die Düsseldorf auch.
45:45
Würdig ist, sage ich mal. Die Hörerinnen ein bisschen abzuholen, ihr zieht ja in die
45:50
ehemalige Hauptpost. Ja. Du sparst von dem zweiten OG, das ist aber euer Groundflow, also euer Einstiegsetage
45:57
Es gibt also eine eine Empfangshalle, die ist ja frisch gebaut, das sehen ja vielleicht einige schon, da werden die Rückgaben sein, also da kann ich meine Bücher zurückgeben, das findet alles im Erdgeschoss statt und im Ersto G kommt man ja in das FFT-Theater, was ja mit uns da einzieht und auch das Theatermuseum zieht ja mit uns ein. Also wir werden ja da schon.
46:15
Kultureller Hotspot auch werden. Mhm.
46:18
Zieht denn eure tolle Sortiermaschine mit um oder gibt's eine neue Sortiermaschine? Weil das ist finde ich ja so klasse. Das hat auf der einen Seite was futuristisches, auf der anderen Seite doch
46:29
was auch bisschen historisch, so industriell, mechanisch, erinnert so ein bisschen an Lemmy und die Schmöker. Genau. Und, und, und so weiter. Also, ich finde das ja toll, dass auch das.
46:40
Aspekt ist, den man, an dem man nicht zuerst in der Bibliothek denkt, natürlich müssen die Bücher wieder dahin zurück, wo sie hergekommen sind
46:46
aber dass es da eine automatische Sortierung mechanisch und Hightech das ist ja alles automatisiert bei uns, ne? Also wir haben ja die ganze Ausleihe von Büchern und Rückgabe ist ja automatisiert in Selbstbedienung und die neue Bibliothek hat natürlich eine neue Ausstattung, also
47:01
Da wird ähm auf dem neuesten technischen Stand das auch eingerichtet. Also fassen nochmal zusammen, ihr werdet
47:06
doppelt so groß mit der Fläche. Der Veranstaltungsbereich kriegt einen deutlichen Zuwachs, also sprich es für viele Zwecke und Anlässe gibt es Veranstaltungsräume, die auch
47:18
aber auch
47:19
die auch extern genutzt werden können. Ja. Also da sind wir auch dabei. Das wollen wir halt das Prinzip Library Lab auch so auf die Bibliothek übertragen. Also das Library Lab, was jetzt auch größer. Genau, wollte ich gerade sagen, was jetzt noch ein relativ kleines, überschaubares Lab ist, also meine Ausprobierfläche.
47:35
Das bekommt auch mehr Raum
47:37
auch da die die Frage, gibt's nochmal so ein Tüpfelchen auf dem I? Gibt's noch etwas, wo drauf du dich speziell vielleicht besonders freust, wo du sagst, das da habe ich
47:47
drauf, das das bringt uns nochmal richtig nach vorn. Also ich freue mich, dass das Library Lab auch fast doppelt so groß wird. Ähm das ist
47:54
also ich freue mich da eigentlich auf das ganze Haus. Ich kann äh das ist wirklich der äh schon toll äh da mit äh das mitzuerleben. Das Library Lab wird nochmal stärker in die Richtung, denke ich nochmal gehen. Also wir werden nochmal einen großen Bereich haben, wo man auch mit Gruppen im Maker-Space stärker ist, ist er ja hier.
48:09
Räumlich nicht so möglich. Wir haben dort auch einen großen kommunikativen Bereich, eine Bühne. Also es wird nochmal ganz anders äh aussehen. Ich freue mich aber tatsächlich auch nicht nur auf die ganzen Digitalsachen, weil das wäre doch mal ein extra Thema. Wir planen ja auch eine App
48:22
für die Bibliothek. Da können wir dann aber, wenn's soweit ist, nochmal extra darüber sprechen, weil die, glaube ich, wird richtig spannend. Ähm ich freue mich aber auch wirklich aufs Cafe.
48:31
Und ich freue mich auch auf äh die Kinderbibliothek. Also die wird, glaube ich, auch richtig gut werden. Die wird nämlich auch doppelt so groß. Irgendwie wird alles was
48:40
doppelt so groß und da wird, glaube ich, ein ganz wäre ein ganz toller Aspekt da auch. Da werden für Kinder, glaube ich, viele Überraschungen. Für mich ist die ganze Bibliothek auch wie Kinderbibliothek, selbst mit fünfundfünfzig Jahren habe ich das Kind immer noch nicht ganz
48:51
gelegt und ich habe die eben von meinen neugierigen Basteleien und so erzählt. Äh für mich ist das auch auch immer wieder Labor, immer wieder lernen, immer
49:01
wieder Altes aufgreifen, Neues hinzufügen, remixen und so weiter. Ja. Finde ich sehr, sehr spannend. Ähm ja, ich freue mich drauf. Ich würde sagen, das war ein sehr schönes Gespräch. Äh ich glaube, das war ein schöner Blick
49:15
in den äh jetzigen Stand und die die Zukunft des Bibliothekswesens und aber auch konkret der Zentralbibliothek
49:22
was kannst du uns denn jetzt noch ans Herz legen, was in naher Zukunft passiert.
49:27
Auch ein bisschen mit Blick auf Corona, wo wir vieles zurückgefahren werden musste. Es ist natürlich für
49:32
in der Bibliothek, die das Prinzip hat, freier Zugang öffentlicher Zugang, schon sehr schmerzhaft gewesen, also zu sehen, dass man mit
49:40
und mit mit Beschränkung erstmal wieder anfängt, da sind wir gar nicht jetzt richtig zu gekommen. Die ganze Communityarbeit, die wir machen wollen und digitale Community, das zehnte Blocksofa hat ein kleines Jubiläum, also für alle, die es nicht wissen, das Blocksofa ist also eine Verbindung von digital und analog,
49:56
Wir geben da Bloggerinnen äh eine eine Bühne, um äh wirklich ihre Blogs vorzustellen, ihre Community vorzustellen. Und ihr hattet noch so ein anderes schönes Format.
50:05
Townhall oder wie nannte sich das Townhall Talk oder äh Unterhaus? Unterhausdebatte. Die Unterhausdebatte machen wir auch dreimal schon
50:13
zweimal oder dreimal schon gemacht. Das ist also das Prinzip mit den Riff-Reportern, gemeinsam ist ein Konsortium freier äh Journalisten, die also ein Thema aufbereiten und die Stuhlreihen werden also in zwei verschiedene Lager aufgeteilt, wie im Unterhaus eben in in London, in der Unterhausdebatte und es werden immer Fragen gestellt und man muss durch seine.
50:33
Sagen, ist man für das eine oder für das andere und die Journalisten moderieren dann die Gespräche.
50:39
Finde ich super spannend, gerade in Bezug auf das, was wir eben schon mal hatten, diese Hard umkämpfte Debatte von Meinungsbildung zur Zeit. Das war ganz spannend, weil äh die beiden, wir hatten zum Thema Mobilität was und wir hatten zum Thema künstliche Intelligenz
50:53
und äh die haben dann Input gegeben, kurz immer mal eingeleitet, haben dann die Leute gefragt und haben dann aber mit ihrem Sachwissen nochmal auch Dinge äh erklären können und gerade beim Thema Mobilität war das höchst spannend. Da war ich auch dabei, weil das natürlich hier ein Steckenthema von mir ist. Ja, tolles Format. Ich denke, dass
51:11
trägt zu einer konstruktiven äh Debatte definitiv bei und erfüllt euren Auftrag auf jeden Fall.
51:17
Und da freue ich mich auch drauf, dass es da bald wieder losgeht. Ja, Stefan, wenn du noch vielleicht ein Schlusswort so sagen möchtest, dann hast du dafür noch Gelegenheit, ansonsten würde ich dich aber auch
51:27
nochmal zu sagen, wo findet man euch? Also
51:30
Ich weiß, Twitter, ihr habt einen Blog. Genau, die sozialen Medien sind uns ja auch sehr wichtig. Also wir finden das sehr wichtig in der digitalen Kommunikation
51:38
zu sein für alle und dort auch präsent zu sein. Also bei Twitter Stadtbüchereien Düsseldorf findet man uns eigentlich immer statt
51:46
Büdühdorf sind wir bei Twitter. Wir werden natürlich bei Facebook. Bei Facebook, bei Instagram. Dann haben wir einen Blog.
51:52
Buchstabensuppe heißt der Blog. Und wir haben auch einen Podcast von jetzt auf gleich heißt der, der auch schon achtzehn Folgen mittlerweile hat mit zwei Kollegen, die das machen, da kann man natürlich immer sehr schön auch nochmal so einen Blick hinter die Kulissen. Da gibt's auch ähm.
52:07
Themen, ich hab mich da als Bibliothekstourist schon mal geoutet, also dass ich immer in anderen Städten, wenn ich in Urlaub bin, immer.
52:13
Zufällig in die Bibliothek gehe, also das sind so Dinge, die dann auch in so einem Podcast nochmal ganz schön sind. Kann ich nur allen ans Herz legen
52:20
uns vielleicht mal im Netz zu suchen. Also ich bekomme persönlich immer am meisten mal über Twitter mit und ich äh sehe, dass ja auch durchaus da Humor habt
52:28
also es ist nicht nur Bibliotheks äh Wissen oder äh Bibliotheksgeschehen sehr viel Humor dabei. Unbedingt die gepflegte Albernheit gehört zum Konzept
52:39
dazu. Definitiv. Ja, das zeigt aber auch, dass das äh auch das Social Media Team da wirklich gut drauf ist und äh wir da auch viel Spaß haben und äh
52:47
gerade Social Media, das kennst du ja, lebt ja auch vom Augenzwinkern, von Humor und äh das ist schon äh toll, dass das so geht.
52:54
Dann fehlt als einziges noch die, sage ich mal, offizielle Seite, wo man die ganzen faktischen und sachlichen Informationen bekommt. Das ist vermutlich Düsseldorf Punkt DE.
53:03
Genau äh Backslash äh Stadtbüchereien
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Das ist also Düsseldorf DE Stadtbüchereien, da findet man uns auch. Da sind dann auch alle Infos, über die, wie ich die Bibliothek nutzen möchte, äh kann und will. Da kann ich auch in unserem Katalog suchen, was es gibt
53:17
dass die Veranstaltung Anlaufstelle für alles. Genau, auch unsere ganzen digitalen Angebote sind da.
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Konnte ich jetzt noch gar nicht, weil's auch nicht so Inhalt des Gesprächs, aber wir haben ja zum Beispiel auch einen Filmstreaming. Hm. Angebot, Filmfriend DE, da kann man sich einfach mit Bibliothekskarte einloggen. Wir haben
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Zeitung zu Zeitschriftenportale, E-Book-Ausleihe, das findet man auf der Homepage, alles unter der Online-Bibliothek, da findet man unsere ganzen Online-Dienste und das ist wirklich
53:46
höchst spannend, äh was man da machen kann.
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Ganz toll, lieber Stefan, also ich bin, obwohl ich euch ja schon ganz gut kenne und euch persönlich und eure Arbeit bin ich immer wieder überrascht, wie
53:57
todate ihr seid und auch immer in Bewegung nach vorne, in die, in die Zukunft
54:01
kommen. Das freut mich, dass du das so wahrnimmst und äh da arbeiten ja viele Kolleginnen und Kollegen dran und äh jeden Tag und äh ja, ich freue mich sehr und sind natürlich alle immer herzlichst eingeladen, zu uns zu kommen
54:12
auch mir gern persönlich mal Fragen stellen. Bei Twitter bin ich ja auch immer unterwegs unter SDPN Librarian. Und äh wie gesagt, gerne
54:20
einfach in die Kommunikation treten. Bleibt mir nur noch mich zu bedanken, es war ein sehr schönes Gespräch, sehr informativ für mich und ich hoffe auch für unsere Hörer Ihnen. Ich bedanke mich auch jetzt. Danke lieber Stefan.
54:31
Hörtet das futuristische Duett auf Stream the Radio.
54:37
Music.
54:55
Ansage von eine Fotos Podcast Produktion zweitausendeinundzwanzig.