Spur der Verbrechen

Kaltblütige Mörder, ungeklärte Fälle und Ermittler, die nicht ruhen, bis die Täter entlarvt sind. Life Radio Reporterin Martina Schobesberger spricht mit Polizisten, Richtern, Anwälten und Journalistenkollegen über die spektakulärsten Kriminalfälle in Oberösterreich - von der Bestie von Sierning bis zur kopflosen Leiche von Sarmingstein. Du hast Feedback zum Podcast? Schreib uns an podcast@liferadio.at!

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episode 7: Der Strychnin-Mord in Perg [transcript]


Sandra will noch einmal richtig feiern, bevor sie für einige Zeit nach Venezuela reist. Mit ihrem Freund Dominik und ihrer Clique einen drauf machen. Doch am nächsten Tag sind Sandra und Dominik tot: Vergiftet und ertränkt in der Naarn in Perg. In der aktuellen Episode geht es um den Strychnin-Mord im Juli 2001 in Perg. Life Radio Reporterin Martina Schobesberger spricht mit Staatsanwältin Ulrike Breiteneder und Richterin Monika Gruber über den fürchterlichen Tod der erst 13 Jahre alten Sandra und des 16-jährigen Dominik.


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 2021-08-08  35m
 
 
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Spur der Verbrechen. Oberösterreichs spektakulärste Kriminalfälle. Immer sonntags alle zwei Wochen ab siebzehn Uhr. Sandra will noch einmal richtig feiern
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bevor sie für einige Zeit nach Venezuela reist. Mit Dominik und ihrer Klique so richtig einen drauf machen. Doch am nächsten Tag sind Sandra und Dominik tot.
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Vergiftet und ertränkt. Es geht um den Strich nie Mord im Juli zweitausendeins in Perrk.
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Herzlich willkommen zur neuen Folge Spur der Verbrechen.
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Ich bin Martina Schopesberger, Reporterin bei live Radio und in meinem Podcast geht's um die schaurigsten Verbrechen in Oberösterreich. Ich freue mich aber, dass offenbar immer mehr Zuhörer aus Deutschland dabei sind. Äh falls ihr Feedback oder Fragen habt, bitte immer her damit, am Podcast at live Radio at
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AT und bitte verzeiht, wenn ich ja manchmal zu sehr in den Oberösterreichischen Dialekt verfalle, also grüßt euch und schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
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Heute rollen wir den Strich nie Mord neu auf. Passierte im Juli zweitausendeins
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Park. Es geht um den qualvollen, fürchterlichen Tod zwar Teenager, Sandra und Dominik. Er ist dreizehn und sechzehn Jahre sind sie alt. Ein sehr, sehr heikler Fall. Und deshalb äh schätze ich mich sehr, sehr glücklich, heute zwei hochseriöse und erfahrene Studiogäste bei mir begrüßen zu dürfen in der Live-Radio-Podcast-Lounge. Und zwar
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Ulrike Breitenider, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz, hallo. Hallo, danke für die Einladung. Und Monika Gruber, Richterin am Landesgericht Linz, herzlich willkommen.
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Grüß Gott. Äh Frau, die Ermittlungen beginnen damit am
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dreizehnten Juli zweitausendeins in Plag. Es ist ein Freitag, ein Sommertag, ein paar Leute genießen den Nachmittag am Fluss, an der Nahen, aber dann um dreiviertel fünf ungefähr macht ein Badegast eine schreckliche Entdeckung. Er entdeckt im Fluss eine Leiche treibend.
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Der Leichnam ist circa in einer Wassertiefe von vierzig Zentimeter gelegen.
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Ähm der Körper ist oft im Rücken gelegen, es war das Hemd und die Hose offen und die Arme waren vor der Brust, ähm verkreuzt.
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So ist dieser Leichnam geborgen worden und dann auch gleich medizinisch untersucht worden. Das Ergebnis
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war ein Tod durch Ertrinken. Mhm. Und das war der tote Körper eines äh jungen Burschen
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der da gefunden worden ist. Das war der Leichnam des sechzehnjährigen Dominik. An der Dominik war einem Polizeibeamten persönlich bekannt, sodass er relativ rasch identifiziert werden konnte.
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Es hat dann auch die Mutter des verstorbenen seine Identität bestätigt und.
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Erzählt, dass er circa seit dem frühen Abend des Vorabends abgängig ist,
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und vermutlich mit der Dreizehnjährigen Sandra unterwegs war. Mhm, also mit einer Freundin von ihm. Mit einer Freundin, die sich in.
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Dieser Jugendgruppierung, der auch der Dominik angehört hat, bewegt hat,
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und die an diesem Abend des zwölften Julis ihren Abschied gefeiert hat, die Sandra,
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wollte damals ähm noch Venezuela reisen, um die Familie eine Austauschschülerin zu besuchen.
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Es sich an diesem Abend von ihrem Freundeskreis verabschieden.
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Mhm. Zu dem Zeitpunkt hat man nur gewusst, dass er Dominik ist, äh tot in der Nahen gefunden worden. Er ist ertrunken, haben äh erste Ermittlungen ergeben. Äh was hat man gewusst über die Sandra, wo sie ist?
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Zunächst versucht mit der Sandra Kontakt aufzunehmen,
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bei der Familie der Sandra nachgefragt und da ist dann sehr rasch zu Tage gekommen, dass auch die Sandra verschwunden ist.
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Dass etwa zum gleichen Zeitpunkt sich auch die Spur der Sandra verliert und.
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Es sind dann die Ermittlungen dahin geführt worden, dass man noch das Sandra gefahndet hat. Es ist ihr Foto in den Medien veröffentlicht worden, aber es hat sich keine Spur zu Sandra gefunden.
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Zunächst muss man sagen, hat sich keine Spur gefunden, denn äh leider Gottes nach drei Tagen,
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ist der Leichnam der Sandra gefunden worden und zwar von einem Volksschüler,
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der sich da im Bereich der Nahen aufgehalten hat und der hat einen Leichnam unter einen Brückenpfeiler vorgefunden.
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Und dort sich dann leider Gottes, die Gewissheit ergeben, dass sie sich dabei um die Tote Sandra handelt. Also ein neunjähriges Volksschulkind findet ein ein totes Mädchen.
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Genau, dein neunjähriger Volksschüler hat.
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Diese Meldung gemacht und die Polizei hat dann die Leiche bergen können, auch dieser Leichnam ist natürlich gerichtsmedizinisch untersucht worden.
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Da ist die Gerichtsmedizin vor einem Rätsel gestanden. Es hat sich nämlich nicht wirklich eine Todesursache ermitteln lassen. Aha. Also es hat ja,
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keine Spuren für ein berauschendes Mittel gegeben, weder Suchtgifte noch Alkohol, wurde nachgewiesen und,
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es war an und für sich zunächst einmal unklar
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was den Tod der Sandra herbeigeführt hat. Mhm, jetzt ist natürlich dann spannend, was haben die beiden am Abend, äh bevor sie dann äh verschwunden, gestorben sind. Beim Dominik hat man nur geglaubt oder gewusst, er ist ertrunken. Was hat sich da herausgestellt, was die beiden gemacht haben?
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Wesentlicher Teil der Ermittlungen wahr zu konstruieren, wie haben sich die letzten Stunden der beiden vor ihrem Verschwinden abgespielt und da hat die Schande wirklich viele Vernehmungen durchgeführt,
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es wurde mit den Müttern der beiden gesprochen.
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Aber auch mit den letzten Kontaktpersonen. Das hat man durchaus ein bissel rekonstruieren können,
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dass sich die beiden mit der Freundesklicke getroffen haben.
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Um den Abschied der Sandra zu feiern. Es ist sogar sehr detailreich da herausgekommen,
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dass sich die Sandra von ihrer Mutter verabschiedet hat, um sich dann noch mit Freundinnen zu treffen, dass sie
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auf der Bank Geld gewechselt hat, dann äh Getränke gekauft hat, teils alkoholische, teils antialkoholische Getränke und auch Becher.
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Und sich mit ihrem Freundeskreis getroffen hat an einem typischen Szenetreffpunkt im Raum Perk.
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Die Jugendlichen gemeinsam gefeiert, haben sich dann auch noch in eine private Wohnung zurückgezogen.
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Am Ende des Abends hat sich diese Gruppe aufgelöst, wobei die Sandra unter Dominik dann noch Lust hat,
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Suchgift zu kaufen. Mhm, also Drogen. Drogen. Mhm. Wo haben die beiden versucht das aufzutreiben?
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Es hat ein Mitglied dieser Jugendgruppe gegeben, der einen Kontakt herstellen konnte, dieses Mitglied der Jugendgruppe hat sich dann letztlich auch
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als einer der drei Beschuldigten herauskristallisiert. Mhm. Ob einen Schritt zurück ist, ist nämlich dann ähm das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung gekommen, weil wie sie gesagt haben, es war ja immer noch ein Rätsel, woran es die Sandra eigentlich gestorben und
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Das war ein ein Schlüsselmoment eigentlich in diesem Fall. Was hat denn diese Untersuchung ergeben?
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Ist noch der ersten Obduktion, sogar noch ein zweites Mal Gerichtsmedizinisch obduziert worden
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auch dort hat sich keine Anzeichen für eine gröbere Gewalteinwirkung ergeben, die für den Tod ursächlich gewesen hätte sein können, auch keine nachweisbare anatomische Todesursache wurde festgestellt und
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dollste Gerichtsmedizin dann in der chemischen Analyse in die Tiefe gegangen,
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und man hat dann wenige Wochen danach die Gewissheit gehabt, dass sowohl die Sandra als auch der Dominik eine Strich Nienvergiftung erlitten haben. Also die beiden sind vergiftet worden.
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Die beiden haben Gift äh im Körper gehabt
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woher das gekommen ist und wer das dann zugeführt hat, das war natürlich Teil der Ermittlungsarbeit.
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Jetzt ist die Frage, was ist Strich Nien? Wie schaut das aus, wie wirkt das? Ein Strich Nin ist ein äh weißes kristallines Pulver, es kommt aus der Natur, wird aus der Brechnuss hergestellt. Früher ist es auch,
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Rattengift verwendet worden, das passiert aber schon lange nicht mehr und Richterin Monika Gruber, es ist auf alle Fälle ein starkes Gift.
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Gutachter haben in ihrem Gutachten ausgeführt, dass äh strich nie dazu führt,
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dass die Nerven im Körper überbordend reagieren, dass jeder kleinste Reiz zu einer völlig übertriebenen Reaktion des Körpers führt. Was heißt, dass sich die Muskeln äh.
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Zunehmend verkrampfen und das so weit geht, dass es zu Streckkrämpfen kommt, äh dass der ganze Körper wie ein Brett versteift äh und das sogar so weit führen kann, dass man sich selber dabei die Wirbel bricht,
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Mhm. Und ganz besonders schlimm bei Strich Nine ist, äh dass man bei vollem Bewusstsein bleibt, das hat keinerlei berauschende Wirk.
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Und man bekommt seinen Todeskampf so lange mit, bis das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
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Mit diesem furchtbaren Mittel sind Sandra und Dominik also vergiftet worden. Die Frage ist, warum haben sie das Gift genommen? War das äh freiwillig quasi als Selbstversuch, das auszuprobieren? Oder hat sie jemand gezwungen oder hat sie jemand
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getäuscht und vor allem woher haben sie das Strich Nin?
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Das sind aber dann wieder die Ermittlungen zu den letzten Kontaktpersonen dazugekommen und da war irgendwie bekannt, dass
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Dreiergespann war, das gerne Drogen verkauft hat, die waren da schon bei der Polizei Amtsbekannt und
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über diesen Weg ist man dann auch zu den restlichen Beschuldigten gekommen. Mhm. Es hat dann gleich eine Durchsuchung gegeben bei einem der.
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Beiden Jugendlichen Beschuldigten und dort ist schon einmal gefunden worden, dass es am Computer, im Verlauf Hinweise auf.
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Das Wort Strich Nien auf diesen Begriff gibt. Also die haben das gegoogelt. Die haben das gesucht offensichtlich schon in der auf der Suche nach der Wirkweise dieses Giftes.
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Und es ist dann auch bei einem Erwachsenenbeschuldigten eine Durchsuchung durchgeführt worden und da ist,
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im Badezimmer hinter der Waschmaschine versteckt eine Dose, eine leere Dose mit der Aufschrift, strich min Nitrat gefunden worden. Mhm.
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Also du warst dann schon sehr naheliegend, dass die zwei äh das Strich Nien von denen gekauft oder irgendwie, dass die das ihnen überlassen haben. Der Verdacht fordern schon durchaus verdichtet. Hinzugekommen ist, dass man beim Erwachsenen.
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Nicht nur diese Dose mit der eindeutigen Aufschrift gefunden hat,
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sondern auch ein Buch mit dem Titel psychoaktive Pflanzen, auch dort werden Informationen aufstrich nie zu finden und auch ein Lexikon,
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mit eben auch eindeutige Information. Ja und trotzdem haben die drei Dealer, das strich nie in offenbar schon vor dem Verschwinden von Sandro und Dominik äh verkauft als Drogen im speziellen ähm einen Amtsbekannten Drogennutzer.
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Diese Person hat selbst gesagt,
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dass er aus seiner Einschätzung heraus das nur überlebt hat, weil der Körper eben so suchgift erprobt war und mit dieser Substanz umgehen konnte. Hm, also er hält das aus,
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Genau. Mhm. Ansonsten äh hätte er schlimmes befürchtet, aber er hat auch massive Krämpfe geschildert und.
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Aus den Zeugenaussagen ist auch klar gewesen, dass der durch diese Krämpfe,
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wirklich viele Verletzungen gehabt hat, dass der nämlich durch diese Krämpfe laufend umgefallen ist und zwar wie ein Baum,
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Der war komplett zerschürft mit blauem Auge, mit Schnittverletzungen. Also hat man äh wirklich plastisch gesehen, dass diese Krampfanfälle, sofern man sie überlebt, wirklich auch zu schweren Folgen führen.
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Mhm. Und dieser Suchtgift Nutzerkunde von den Verdächtigen hat ja seine Dealer dann sogar gewarnt davor, was sie da eigentlich äh verkaufen.
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Dieser Erstkonsument hat seine äh,
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drei Verkäufer, sogar sehr eindringlich gewarnt und darauf hingewiesen, dass das ein sehr gefährliches Zeugs ist, dass sie das entsorgen sollen,
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und dass das auf keinen Fall in die Hände von Jugendlichen, allenfalls noch nicht so erfahrenen Suchgiftkonsumenten gelangen soll, weil dort gar arges passieren könnte. Mhm
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Also zumindest einmal haben die drei schon mal Strich Nien als Drogen verkauft. Die Frage ist, haben sie's auch Sandra und Dominik gegeben äh oder verkauft? Frau Breitende, damit diesem neuen Wissen haben die Ermittlerinnen letzten Abend der beiden Jugendlichen noch einmal rekonstruiert?
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An diesem Abend oder eigentlich schon beginnend mit dem Nachmittag ist ah der Dominik zunächst mit seiner Mutter nach Berg gefahren und hat dort.
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Von ihr die Erlaubnis erhalten, dass er noch Freunde besuchen darf,
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Er sollte allerdings um einundzwanzig Uhr zu Hause sein. Die Mutter hat ihm noch hundert Schilling mitgegeben, davon hat sich der Dominik Kohler und eine kleine Flasche Rum gekauft. Die Sandra.
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Ist so gegen drei Uhr nachmittags von der Wohnung in Sachsen weg und wollte sich in mit ihren Freunden treffen.
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Sie wollte dort wie bereits erwähnt, ihre Abreise nach Venezuela feiern und sich von den Freunden verabschieden. Auf der Fahrt mit dem Zug hat sie zwei Freundinnen getroffen,
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sie hat dann in auf einer Bank US-Dollar gegen Schilling gewechselt.
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Davon, da von einem Teil dieses Geldes Zigaretten, diverse Getränke.
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Gekauft, aber auch zum Beispiel einen Flaschenöffner und Becher. Mhm, also für die Partie, für die Abschiedsparty, für die Abschiedsparty und hat sich dann gemeinsam mit dem Dominik, mit Freunden und Bekannten,
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in einem allgemein Bekannten Jugendtreff in Perk verabredet, dort Alkohol konsumiert,
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also die Jugendlichen haben gemeinsam Alkohol konsumiert, gefeiert, haben dann noch eine Wohnung besucht, eine private Wohnung.
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Und sind von dort dann in einer Gruppe weg.
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Sandra hat zu diesem Zeitpunkt noch circa zweihundertsiebzig bis zweihundertachtzig Schilling eingesteckt gehabt.
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Und war gemeinsam mit dem Dominik erpicht darauf, noch an Suchgift zu kommen. Mhm, also irgendwo sind noch Aschmittel organisiert. Sie haben sogar ganz konkrete Vorstellungen gehabt,
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Sandra wollte etwas chemisches. Ist dabei vorgeschwebt, Ecstasy zu kaufen, der Dominik,
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wollte eher Haschisch, also Cannabisharz für sich kaufen.
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Und sie haben auch eine Ahnung gehabt oder eine Idee gehabt, wo sie's herbekommen. Sie haben einen der Jugendlichen, die aus diesem Kreis dann noch ober geblieben ist, aus dieser Party gefragt, der wo er auch bekannt dafür, dass er,
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zu einer Gruppe gehört, die sich durchaus mit dem Verkauf von Suchgift schon auskennt und der hat ihnen auch zugesagt, dass er sie.
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Noch zum Suchgift bringt und sie sind dann zu dritt,
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zur Wohnung des späteren Erwachsenen Beschuldigten gekommen. Der war nicht zu Hause. Es hat aber nicht lange gedauert,
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und er ist gemeinsam mit dem zweiten späteren Jugendlichen Beschuldigten dann zu seiner Wohnung gekommen
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Mhm. Und dann haben sie's ja ausgemacht und wir haben da was für euch. Wir würden euch da was verkaufen oder auch schenken. Zunächst ist einmal um den Verkauf des Haschisch gegangen, also das tobt das der Dominik Volter. Das ist tatsächlich dann übergeben worden
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ungefähr drei Gramm hat der Dominik bekommen und dafür hat man.
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Nicht ganz dreihundert Schilling bezahlt. Mhm. Und dann ist von den Beschuldigten die Idee gekommen, etwas.
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Chemisches, etwas kristallines anzubieten.
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Nämlich ähm als Amphetamin als Speed wollte man das den beiden, der Sandro und dem Dominik anbieten. Tatsächlich hat es sich dabei unterstrich nie gehandelt.
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Mhm. Wie schaut's so äh Strichmin aus? Ist das ein Pulver? Ist es ganz fein, wie a Backpulver oder wie Staubzucker? Das muss man sich als weiße kristalline Substanz,
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vorstellen.
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Mhm. Also für jemanden, der sich nicht gut auskennt, äh könnte glauben, ja, das sind jetzt einfach zerstoßene Tabletten, zum Beispiel. Durchaus verwechselbar für Menschen, die sich nicht auskennen. Mhm. Ja und Sandra und Dominik haben dann gesagt, okay, das probieren wir aus, das Geschenk.
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Nehmen wir an.
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Beschuldigten sind dann mit den zwei potenziellen Suchgiftkunden in einen Park gegangen, der da entlang der lahmgelegen ist und dort hat's dann die Übergabe dieses ja,
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gefährlichen Kristallinen, Pulvers an die beiden Suchgiftkonsumenten gegeben.
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Auffällig ist, dass die Beschuldigten uns zwar weder die zwei Jugendlichen, Beschuldigten, noch der Erwachsene, selbst mitkonsumiert haben. Also, das war wirklich nur für Dominik und Sandra.
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Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die waren jetzt die Versuchskaninchen für die drei,
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um einmal auszutesten, wie schaut denn das aus, wenn da jetzt jemand ist, Strich hin nimmt und wie entwickelt sie dann die Situation? Mhm. Und sie haben den beiden dann eine Laien oder zwei Lions gezogen quasi.
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Erwachsene Beschuldigte hat ihnen zwei Lions vorbereitet, die für die Sandra ein bissel kürzer und die Sandra und der Dominik haben diese dann.
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Unter Zuhilfenahme eines Zwanzig-Schilling-Geldscheines durch die Nase gezogen. Mhm. Ja und dann hat äh die Wirkung eingesetzt.
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Wirkung setzt da nicht ganz prompt ein, so circa eine halbe Stunde. Dann hat's zunächst beim Dominik begonnen mit ähm leichteren Krämpfen im Bereich der Schulterregion,
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und,
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Es ist dann die Wirkung immer stärker geworden und es haben dann sehr massive Krämpfe in Form von richtig massivem Streckkrämpfen eingesetzt. Mhm. Kurz darauf haben auch bei der Sandra die Krämpfe begonnen.
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Und auch sie hat die massive und dann letztlich für sie tödliche Wirkung des Strich Niens zu spüren bekommen.
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Also Sandro und Dominik haben sich eigentlich auf einen Drogenrausch gefreut und stattdessen haben da höllische Krämpfe eingesetzt und als wäre das alles äh noch nicht fürchterlich genug, hat sich dann der ältere Dealer auch noch an der hilflosen Sandra vergriffen. Also er hat
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das Mädchen sexuell missbraucht. Also äh.
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Eigentlich ist denen für die einen die Worte fehlen, spielen sich da ab und dann äh.
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Um es auch nochmal bewusst zu machen, wie jung diese handelnden Personen waren, ähm einer der Beschuldigten, eine Fünfzehnjährige hat dann gesagt, na, er muss jetzt heim.
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Der fünfzehnjährige musste dann heim. Er war eigentlich schon über die erlaubten Zeit und hat natürlich befürchtet, dass er zu Hause Probleme bekommt. Äh es war allerdings mittlerweile dunkel.
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Und der Jugendliche hat selbst an sich festgestellt, seitdem er Cannabis konsumiert, hat er Probleme im Finstern, da fürchtet er sich nämlich jetzt
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wollte den Weg nach Hause auch nicht alleine beschreiten, sondern er hat mehr oder minder verlangt, dass wer mitkommt.
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Es sollte der zweite Jugendliche mit ihm mitkommen.
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Der erwachsene Beschuldigte auch nicht wirklich glücklich, dass er mit diesen zwei krampfenden da alleine gelassen werden soll. Letztlich haben sich die
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zwei Jugendlichen kurz auf den Weg gemacht, aber waren nach circa zehn Minuten beide wieder Retour. Mhm. Weil der eine wollte im Finster nicht weitergehen und der andere hat sich dann doch seinem Mitbeschuldigten mehr oder minder verpflichtet gefühlt,
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und so sind sie wieder an den Ort des Geschehens Retour. Mhm. Wo äh Sandro und Dominik ja mitten im Todeskampf waren,
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Die etwa fünfzehnjährigen außerdem Freunde, von denen sagen, man kann sich das eigentlich gar nicht vorstellen, haben die gar nicht versucht, denen irgendwie zu helfen oder die Hilfe könnte man mehr oder minder bissel als halbherzig,
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bezeichnen. Die Beschuldigten sind dann auf die Idee gekommen, dass vor allem beim Dominik es vielleicht helfen würde, wann er was trinkt.
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Damit er nicht dehydriert und es ist ihm dann mehrmals Wasser aus der Nahen geholt worden,
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soll er angeblich auch getrunken haben, wobei da die Meinungen auseinandergehen,
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von den medizinischen Expertissen, die sich dann im Laufe des Verfahrens noch ergeben haben, weil ähm nicht nur jetzt die Schulterregion und später der ganze Körper, das Dominik gekrampft hat,
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sondern vor allem auch der Hals, das dürfte ganz steif gewesen sein und inwieweit da überhaupt dann noch ein Trinken möglich war.
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Ist fraglich. Wobei der Sandra ist es äh noch schlechter gegangen. Bei der Sandra dürften.
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Ab einem gewissen Zeitpunkt, zumindest für die Beschuldigten dann keine Lebenszeichen mehr erkennbar gewesen seien und dann haben die Beschuldigten sogar mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen.
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Und das aber relativ rasch und eigentlich ohne erkennbaren Grund wieder aufgehört. Und haben,
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irgendwann dann festgestellt, dass die Sandra tot ist. Das haben sie aber dem Dominik dann auch noch und die Nase gerieben. Sie haben's ihm gesagt, ja, der Erwachsene beschuldigte, sollte dem Dominik dann ganz Frank und frei noch gesagt haben, dass jetzt die Sandra tot ist.
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Müssen unvorstellbare Qualen gewesen sein für eine Dominik eigentlich. Also das kann man sich gar nicht vorstellen. Äh ja, was haben sie dann mit der Sandra gemacht?
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Hat sich dann die Frage gestellt, wie man die Sandra.
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Oder deren leblosen Körper am besten dann wieder los wird oder wie man das verstecken könnte. Nun jetzt hat man da eine Nische bei einem Brückenpfeiler gekannt und dort haben die drei dann die Sandra,
21:58
im trockenen abgelegt. Mhm.
22:00
Zu diesem Zeitpunkt hat Dominik noch gelebt, aber ihn wollten die drei dann auch loswerden. Jetzt haben sie Dominik zum nahen Fluss geschleppt und äh in ins vierzig Zentimeter tiefe Wasser gelegt und da ist der krampfende äh hilflose Dominik
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ertrunken,
22:16
Bis man das alles gewusst hat, sind aber natürlich mehrere Wochen vergangen. Inzwischen sind Sandro und Dominik beerdigt worden und bei dieser Beerdigung oder bei diesem Beerdigungen haben sich rückblickend gesehen, äh
22:27
ziemlich beklemmende Szenen abgespielt, weil da waren ja die späteren Angeklagten noch bei der Trauergemeinde dabei.
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Was da vielleicht als sehr eigenwillig anmutet ist, dass einerseits.
22:41
Da beste Freund oder einer der besten Freunde des Dominik, der aber letztlich auch.
22:47
An seinem Versterben, Verantwortung trägt Sargträger war.
22:53
Und andererseits aber auch die äh Jugendlichen, Beschuldigten an einer Art Abschieds- oder Gedenkfeier teilgenommen haben, die Mutter des Dominik.
23:02
Für die Jugendlichen, die sich da im Bekanntenkreis in der Klicke bewegt haben,
23:08
am Vorabend des Begräbnisses eine Gedenkveranstaltung organisiert, damit die Jugendlichen vom Freund Abschied nehmen können und da waren auch die beschuldigten Jugendlichen dabei.
23:22
Die sogar der Mutter kondoliert haben.
23:25
Ja, weil zu diesem Zeitpunkt waren ja die Verdächtigen noch frei und haben beteuert nichts mit dem Tod von Sandra und Dominik zu tun zu haben. Es sind in der Zwischenzeit aber jede Menge Gutachten gemacht worden und äh dann hat es gereicht, dann ist Anklage erhoben worden, unter anderem wegen Mordes, wegen sexuellen Missbrauchs und auch wegen mehrerer
23:42
Drogendelikte, Richterin Monika Gruber, wie haben sich denn die drei Angeklagten dann in der Verhandlung bekannt?
23:48
Die Beschuldigten haben sich zum Teil zu den Suchgiftelikten schuldig bekannt.
23:54
Allerdings weder zu Mord äh noch zum sexuellen Missbrauch. Haben sie das zugegeben, dass sie einen Strich nie gegeben haben? Das haben sie zugegeben.
24:04
Sie haben allerdings übereinstimmend gesagt, dass sie nicht damit gerechnet hätten, dass das tödlich verlaufen könnte, auch wenn die Beweisergebnisse.
24:13
Im Verfahren was anderes gezeigt haben, weil relativ klar,
24:17
zum Ausdruck kam, dass sie sich aus den Büchern und aus dem Internet sehr wohl informiert hatten und es ist ihnen sehr wohl bewusst war, dass man daran auch hätte versterben können. Das waren zumindest,
24:28
die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens. Und nicht zuletzt hat es diese Warnung des altgedienten Suchgiftkonsumenten gegeben, der ja wirklich.
24:36
Erfahrung hatte mit Gift, wo jetzt der Körper schon sehr trainiert war auf die Aufnahme von giftigen Substanzen und sogar der hat wirklich massive Wirkungen gehabt.
24:48
Und da war eigentlich klar mit dieser Warnung, die dir auch bestätigt hat, in seiner polizeilichen Einvernahme und die auch von den Jugendlichen Beschuldigten im Ermittlungsverfahren bestätigt wurden.
25:00
Dass das ganz ganz gefährlich ist, weil man das Jugendlichen gibt.
25:05
Wo der Körper weder auf Suchgift trainiert ist, noch überhaupt Probleme hat mit giftigen Substanzen besonders gut umzugehen. Mhm. Aber wenn ihnen bewusst war,
25:15
erstens von von dem einen Kunden, das System schon schlecht gegangen ist, der sie gewarnt hat und dann haben sie das Strich nie in diesen zwei gegeben, haben's ihnen aber nicht einmal verkauft. Also man kann ihnen ja nicht einmal vorwerfen, dass es aus Geldgier ihnen gegeben haben, was haben sie denn dann zum Motiv gesagt? Warum haben sie's denn den beiden dann gegeben?
25:31
Es hat sich äh durch die Einvernahmen der Eindruck ergeben.
25:36
Dass der Plan gewesen sein könnte, Strich Nien schaut ähnlich aus wie Amphetamin.
25:43
Dass der Plan gewesen sein könnte anderen Kunden dann dieses restliche, strich nie in das noch da ist als Speed zu verkaufen. Mhm. Also einfach einmal ausprobieren und zu schauen, ob das vielleicht eine künftige Einnahmequelle sein könnte.
25:55
Das könnte man ihnen unterstellen. Mhm. Jetzt ist da quasi diese leere Dose, diese Strich-Nin-Dose hinter der Waschmaschine von dem Älteren Beschuldigten gefunden worden, weiß man, wo der das hergehobt hat, also kann man das, ist er das kaufen gegangen, um es zu verkaufen oder wo hat er das hergehabt?
26:10
Nach den Aussagen der Beschuldigten äh haben sie die Strich Niendose so circa zur Hälfte gefüllt.
26:17
Auf einem äh Bauernhof gefunden. Der Bauernhof ist von einer Mutter eines jugendlichen Beschuldigten gepachtet gewesen. Die Experten haben einmal die Meinung vertreten, dass dieses Strich Nien,
26:30
sogar aus den achtziger Jahren stammen könnte und dass das dann mehr als ein Jahrzehnt völlig unbemerkt auf einem Bauernhof gelagert wurde
26:38
schien wenig nachvollziehbar,
26:41
Fürs Verfahren war diese Herkunft dann nicht mehr relevant. Mir ist dem daher auch nicht näher nachgegangen und hat jetzt diese Verantwortung der zwei Beschuldigten so hingenommen.
26:51
Okay, aber sie sind's nicht irgendwo kaufen gegangen, um es dann als Drogen auszugeben und zu verkaufen. Also das haben sie nicht gemacht. Die Verantwortung war, dass sie es gefunden haben,
27:00
eben in diesen Räumlichkeiten des Bauernhofs und das sie das dann mitgenommen haben und sich aber auch recht rasch dann in den äh Büchern informiert haben, wie denn die Wirkung bei der Einnahme wäre.
27:13
Mhm. Es sind dann äh sehr viele Gutachter, Experten ähm haben dann ausgesagt, vor Gericht, unter anderem ist es natürlich darum gegangen, wie dieses äh Strich Nin wirkt und beim Dominik haben sie ihn
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zum Sterben in die Nahen gelegt haben sie ihn so ermordet oder könnte Dominik selbst.
27:32
Irgendwie in die Narren gegangen sein. Das war ein ganz zentrales Thema. Was haben denn da so die Gutachter gesagt?
27:37
Das war ein ganz, ganz zentrales Thema bei insgesamt drei Gutachtern. Das hat den Toxikologen, den Pharmakologen und die Gerichtsmedizin betroffen.
27:48
Weil das natürlich für den Erwachsenen äh Angeklagten und den einen Jugendlichen einen dramatischen Unterschied bedeuten könnte.
27:57
Es waren sich alle drei Gutachter einig, dass sobald die Krämpfe durch das Strich nie begonnen.
28:04
Hatten ein normales Fortbewegen nicht mehr möglich gewesen sein kann.
28:10
Man muss sich vorstellen, dass das Strich nie so wirkt, dass bei jedem kleinsten Reiz, wie wir vorher schon äh besprochen haben, der ganze Körper zu krampfen beginnt. Das heißt, wenn ich versuche aufzustehen.
28:21
Kriegt der Körper Reize und krampft, wenn ich einen Schritt mache, berühre ich den Boden der Körper krampft.
28:26
Das heißt, alle Gutachter haben gesagt, wenn überhaupt noch ein Fortbewegen möglich gewesen wäre, dann wäre der Dominik aufgestanden, gefallen, aufgestanden, gefallen. Dann hätte er aber von oben bis unten.
28:39
Überseht sein müssen von Verletzungen, die bei diesen Stürzen entstanden sind, vor allem, weil die letzten Meter ja über die Böschung hinunter äh gegangen sind.
28:48
Und die Gerichtsmedizinerin hat aber ausgeführt, dass beim Dominik.
28:53
Fast gar keine äh äußeren Verletzungen feststellbar gewesen sind, außer einem kleinen Kratzer an der Hand, der aber mit so einem Geschehen nicht in Einklang zu bringen ist.
29:02
Also die Gutachter sagen Dominik kann einfach nicht mehr selbst in seinem Zustand in den Fluss gewankt und da ertrunken sein. Und ein weiteres Gutachten ist noch sehr, sehr spannend. Es war quasi ein wissenschaftlicher Chatbot eigentlich, nämlich
29:14
Algenrückstände an den Schuhen haben da quasi die Mörder überführt. Es gab das Gutachten eines äh Biologen, der,
29:23
erklärt hat, dass in einem Fluss es äh Kieselalgen gibt und er hat die Schuhe, vor allem die Schuhe des erwachsenen Täter
29:33
untersucht und hat äh zuerst einmal festgestellt, dass die blitzblank geputzt sind, aber dummerweise hatte dieser,
29:40
eine kleine Schadstelle. Mhm. Und in dieser Schadstelle haben sich Kieselalgen gefunden.
29:46
Und zwar eine Kombination von Kieselalgen, die an diesem Narrenabschnitt nur an einer einzigen Stelle vorkommt und zwar genau dort, wo der Dominik abgelegt worden ist.
29:56
Also Algen im Schuh haben einen Mörder überführt. Also es ist für mich auch super spannend zu sehen, wie Spurensicherer da arbeiten. Ähm,
30:04
Jedenfalls diese ganzen Beweise haben den geschworenen Improzess dann gereicht. Sie haben schlussendlich entschieden, im Fall der Sandra ist es nicht Mord, sondern schwere Körperverletzung mit Todesfolge. Im Fall von Dominik war es Mord
30:18
der ältere Angeklagte hat schlussendlich lebenslang bekommen. Der fünfzehnjährige Komplize, der geholfen hat. Dominik zum Fluss zu tragen, hat ebenfalls wegen Mordes
30:28
neun Jahre Haft ausgefasst und der dritte Angeklagte, der war damals ebenfalls äh fünfzehn Jahre zum Zeitpunkt der Tat. Der hat wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfall gegeben im Fall der Sandra
30:39
vier Jahre Haft ausgefasst. Was ist denn aus diesen doch sehr jungen Menschen, die sie damals waren, äh, geworden?
30:46
Erwachsene, Angeklagte, der die lebenslange Haft zu verbüßen hat, befindet sich immer noch in Haft.
30:52
Eine Haftentlassung aus einer lebenslangen Haft äh wäre äh frühestens nach fünfzehn Jahren bedingt möglich, das ist bei ihm aber bisher abgelehnt worden.
31:03
Einer der Jugendlichen hat äh die Haftzeit sehr zu seinem Vorteil genützt,
31:09
Er hat eine Lehre als Tischler abgeschlossen, hat eine Ausbildung als Staplerfahrer und als Lagerhalter absolviert.
31:17
Und wurde deswegen ähm schon relativ früh bedingt entlassen. Es wurden im insgesamt drei Jahre und acht Monate seiner neunjährigen Haft bedingt nachgesehen.
31:27
Und er ist mit dem Strafrecht nicht mehr in Konflikt geraten.
31:31
Weniger gut gelaufen ist es beim zweiten Jugendlichen, der ist nach seiner bedingten Haftentlassung wider straffällig geworden.
31:39
Es ist bei ihm eine psychiatrische Krankheit diagnostiziert worden.
31:44
Und äh er wurde im letzten Verfahren in eine Anstalt äh für geistig abnahmerechtsbrecher eingewiesen. Mhm,
31:52
Also eine Tragödie, die das Leben von ganz, ganz jungen Menschen für immer oder nachhaltig äh zerstört hat, äh verbreitet für sie als erfahrene Staatsanwältin, wie ordnen sie denn so einen Fall ein? Wie ist das gefühlt für sie?
32:07
Was mir jetzt besonders erwähnenswert erscheint, ist vielleicht, dass bei diesen Tätern die Möglichkeit, die Opfer zu retten
32:15
gar nicht wirklich so richtig in Betracht gezogen wurde. Wir haben ja die medizinischen Ergebnisse aus den Gutachten, wo eine jetzt per se,
32:24
tödliche Dosis bei beiden diagnostiziert wurde, aber es wäre rein theoretisch möglich gewesen, mit rascher medizinischer Hilfe da vielleicht doch noch ein Leben zu retten.
32:38
Das ist offensichtlich von diesen Beschuldigten gar nicht so richtig ernsthaft in Erwägung gezogen worden oder versucht worden, obwohl es die Möglichkeit gegeben hätte.
32:48
Und das errang sich selbst vor der Strafverfolgung zu schützen, wo er bei weitem überwiegender als Leben zu retten.
32:55
Obwohl's ja enge Freunde waren. Obwohl du eine Freundschaft bestanden hat oder auch zumindest zum Erwachsenen angeklagten Engel Bekanntschaft ähm
33:05
wer's eben möglich gewesen, versuchen zumindest dein Leben zu retten. Würde einen gefühlt einen Unterschied machen.
33:13
Das hätte auf jeden Fall einen Unterschied gemacht, es hätte vermutlich auch in der Strafe einen Unterschied gemacht. Mhm,
33:20
Und was bleibt nach dem Prozess ist einfach auch die Warnung an alle, die sich von irgendwo Drogen besorgen, da furchtbar aufzupassen.
33:28
Dieser Fall liegt zwar jetzt schon zwanzig Jahre zurück, aber ist in seiner Auswirkung aktueller denn nie,
33:34
als mehren sich ja immer mehr die Fälle, wo Drogenkonsumenten Substanzen im Darknet bestellen und tatsächlich gar nicht wissen, welche Inhaltsstoffe sie da ihrem Körper zuführen,
33:45
und umso mehr ist dieser Fall auch von aktueller Brisanz getragen.
33:51
Also eine Warnung, die wir uns von diesem Prozess äh mitnehmen können und ein Detail möchte ich ganz zum Schluss noch erwähnen, Frau Breitinnen, das haben sie mir erzählt, ein Nebengeräusch äh zu diesem Prozess damals, der auch in den Medien als Ratten
34:04
Giftprozess bezeichnet worden ist, was er falsch ist, aber jedenfalls hat das ähm
34:08
Die Schädungsbekämpfer damals sehr gestört mit diesem Prozess und mit diesem äh mit dieser Substanz in Verbindung gebracht. Genau, also bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es ein Schreiben gegeben hat,
34:20
und zwar der Innung der Schädlingsbekämpfer an die Staatsanwaltschaft, wo sich die dagegen verwehrt haben, dass man Strich nie mit Rattengift gleichstellt.
34:30
Weil das offensichtlich nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und strich nie bei dieser Schädlingsbekämpfung gar nicht verwendet wird.
34:37
Es dürft aber relativ viele Anfragen gegeben haben, dass sich Kunden der Schädlingsbekämpfer gefürchtet haben.
34:46
An den Ort der Giftstreuung zu gehen, sprich, die wollten gar nicht mehr in ihre Keller gehen, aus Angst mit Strich Nien und damit mit einem gefährlichen Gift in Kontakt zu kommen. Mhm, interessant. Also strich nie wird nicht als Rattengift verwendet.
35:01
Alles klar, aber dann haben wir das an dieser Stelle auch noch einmal klargestellt. Vielen Dank Ihnen beiden fürs äh Vorbeikommen in der Live-Radio-Podcast-Lounge, um auf diesen dramatischen Fall zurückzublicken. Ulrike Breite, Niedersprecherin der Staatsanwaltschaft Linz.
35:14
Gerne und Richterin Monika Gruber, danke fürs Kommen. Gerne,
35:17
Ja und in der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit einem Mord, der euch Blumenecken, wahrscheinlich für immer mit anderen Augen sehen lassen wird. Ein Mann ermordet seinen Freund.
35:27
Er zerstückelt ihn und mauert die Leichenteile in der Blumenecke seiner Wohnung ein. Passiert in Bad Hall. Die ganze Story gibt's in der nächsten Episode.
35:36
Spur der Verbrechen, Oberösterreichs spektakulärste Kriminalfälle. Immer sonntags alle zwei Wochen ab siebzehn Uhr.