8 Fuß - der Orgelpodcast

Dieser Podcast beschäftigt sich mit Kirchenmusikern und ihren Instrumenten. Ich selbst spiele seit vielen Jahren Orgel und finde die unterschiedlichen Klänge sowie auch die Persönlichkeiten an der Orgel immer wieder schön zu entdecken. Ich möchte euch auf eine Reise durch diese Welt mitnehmen!

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episode 6: Orgeln in den USA sind wie große Orchester [transcript]


Christoph Hintermüller ist Konzertorganist und Hypnotiseur. Während seines Orgelstudiums hat er ein Auslandssemester in den USA gemacht. Er erzählt uns von seinen Erfahrungen und Erlebnissen mit den großen Orgeln in den USA und welche Unterschiede es hier zu Deutschland gibt. Außerdem sprechen wir darüber, wie man sein Lampenfieber loswerden kann.

Der Beitrag Orgeln in den USA sind wie große Orchester erschien zuerst auf 8 Fuß.


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 2021-08-17  1h14m
 
 
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Nach langer Pause gibt es nun eine neue Ausgabe des Orgel-Podcasts. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat
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aber es war eine Mischung aus, naja, zu viel zu tun und leider auch mehrere Gäste angefragt, die zwar zuerst ja, Mensch, toll, bin dabei, zugesagt hatten, aber dann leider nicht mehr reagiert haben, sehr, sehr schade. Und hier nochmal der Aufruf.
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An euch, hey, ähm wäre cool, wenn's klappt, zum Beispiel schon. Ich schiebe mal in Richtung Wien an den Domorganisten
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Umso mehr freue ich mich, dass sich heute Christoph Findermüller aus Köln Zeit genommen hat,
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er hat Orgel Performance an der University of North Texas studiert und hypnotisiert aber hauptberuflich Menschen. Finde ich eine ganz interessante Kombination. Bei uns wird's aber heute,
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hauptsächlich um den Unterschied zwischen den Orgeln und auch des Orgelspiels,
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USA und Europa gehen und wenn ihr Fragen oder Feedback zum Podcast habt, schreibt mir sehr gerne auf Orgel Podcast Punkt DE und natürlich empfehlt diesen Podcast gerne weiter.
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Christoph, was mich jetzt im Rahmen der Vorbereitung am meisten verdutzt hat, diese Kombination aus Orgelstudium und Hypnose habe ich sogar noch nie gehört. Wie kamst du denn zu Hypnose?
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Äh ich glaube, dass ich da tatsächlich schon eher war, bevor ich mit der
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Orgel angefangen habe oder es muss sich ziemlich zeitgleich entwickelt haben das Interesse. Ich habe früher mal als kleines Kind einen Zauberkasten bekommen, wie das so ist
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und das hat mich so begeistert, dass ich an dieser Thematik hängengeblieben bin und irgendwann dann zur Hypnose über geschwenkt bin und ich kann aus eigener Erfahrung sagen.
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Wenn man auf der Bühne steht und eine große Halle, wo fünfhundert Leute steht, unter Kontrolle hat, dann überlebt man jede Chorprobe.
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Aber das heißt, du könntest jetzt allen Hobbyorganisten, allen hauptberuflichen Organisten sagen.
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Wie man es am besten durch ein bisschen mentales Training das Lampenfieber los wird.
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Auf alle Fälle, das ist ein super Thema, weil das ist das Spannende. Es gibt tatsächlich sehr viele Überschneidungsfelder, ne? Also ähm.
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Hauptsächlich, was die Parallelen Core-Arbeit und Bühne an äh anbelangt, da gibt's wirklich ganz viel, was identisch ist, eben, wie trete ich vor Leuten auf, wie spreche ich mit Leuten, wie verhalte ich mich vor Leuten oder wie bringe ich
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mehrere Menschen dazu
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am Ende das Ergebnis da steht, was ich gerne hätte oder eben auch in Bezug auf Lampenfieber, Vorbereitung auf äh auf Prüfungssituation. Da ist diese ganze Thematik sehr, sehr hilfreich tatsächlich, ja.
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Und wie genau? Also hast du einen Tipp für uns? Also ich habe zum Beispiel auch gerne mal Lampenfieber, auch wenn ich jetzt nicht mehr aktiv im Orgelsitz bin, aber was sind so die ersten Schritte um Lampenfieber?
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Adäquat im ersten Moment, der es ja wirklich da, also wo es da ist, los kriegen kann.
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Ich meine, es gibt ganz, ganz vielfältige Methoden. Für mich war immer das Beste mentales Üben. Das ist sowieso generell mentales Üben ist eine Geschichte, die in.
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In Deutschland ziemlich unterschätzt wird, das ähm ist in anderen Ländern noch ganz anders und ähm ich habe damals immer
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Konzerte oder Prüfungssituationen konkret Prüfungssituationen habe ich immer sozusagen im Kopf durchgespielt. Also ich habe mir ganz genau vorgestellt, wie ist das? Du kommst rein, du fängst an zu spielen
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ganz bewusst trainiert mich wirklich nur aufs Spielen zu konzentrieren und das nicht plötzlich die Gedanken abschweifen.
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Und das klingt zwar im ersten Moment sehr einfach, ist aber wirklich richtig äh krasse Trainingssache, nicht umsonst, gerade wenn wir in den Klavierbereich gucken, gibt's sehr, sehr viele Pianisten
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die er ihre Stücke erstmal nur in der Theorie im Kopf üben, bevor die sich überhaupt erstmal ans Klavier setzen.
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Sowas habe ich auch schon mal gemacht, dass ich mir wirklich dachte,
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Wie wäre das jetzt, wenn ich jetzt grade in der Kirche säße und dieses Stück vor Leuten spiele? Und da habe ich aber auch gemerkt, dass ich nervös geworden bin. Also da habe ich mich auch dann häufiger verspielt, wenn ich so diesen dieses mentale Vorstellen gemacht habe.
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Aber wenn ich mir das jetzt vorstelle, heißt es dann, einfach oft genug vorstellen und einfach solange mit dieser Vorstellung üben, bis es.
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Oder gibt's da noch einen weiteren Schritt? Also ich mach's immer so, wenn ich mir das vorstelle, dass ich ganz genau überlege, ähm.
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Beim Spielen zum Beispiel, was könnte mich jetzt ablenken? Und immer nach allen möglichen Richtungen ähm zu durchdenken so machen, dass ja auch äh Profileistungssportler, ne, also es gibt diese schöne äh Geschichte
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Michael Schumacher hat vor vielen Jahren mal ein Rennen gewonnen, ich weiß nicht mehr, welche Strecke es war und dann hat ihnen ein Reporter gefragt, wie hast du es geschafft, diese super schwierige Strecke in Rekordzeit zu fahren
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und dann hat er gesagt, na ja, ich habe das immer im Kopf trainiert. Und das ist halt genau der Punkt. Ich hatte es zum Beispiel ganz lange so, ähm.
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Wenn ich aufgenommen habe, also wenn Aufnahmen gemacht
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wurden, wenn eine Kamera mitlief, dann bin ich immer fürchterlich nervös geworden. Also ich konnte Konzerte vor fünf-, sechshundert Leuten spielen, überhaupt kein Problem, aber in dem Moment, wo eine Kamera auf mich gerichtet hat, wusste ich, oh weh, das geht gleich daneben.
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Und es war letzten Ende.
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Ist das auch dann eine Trainingssache gewesen, dass ich mich da wirklich darauf fokussiert habe und äh ganz gezielt mental dadran gearbeitet habe, weil die Stücke, die
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ein Jahr, ne? Das ist dann halt ein Umstand, der verändert ist und der ist dann sozusagen, ich sage mal, für den Kopf so belastend, dass man sich dadran.
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Fest beißt und sich dann ganz schnell ablenken lässt sozusagen. Ja und da kann man schon mit mentalem Training 'ne ganze Menge dran machen.
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Klingt gut, also für euch an den äh Podcast Empfangsgeräten. Einfach mal probieren, euch die Sachen vorzustellen oder stellt euch eine Kamera hinter euch und
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Ähm mich würde natürlich interessieren, was sind vielleicht eure Tipps sogar? Wie seid ihr mit solchen Situationen fertig geworden, auch gerne mir schreiben unter ORCI Podcast Punkt DE. Du hast gerade gesagt, du bist
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ihr nach der Hypnose zu Agel gekommen. Das heißt, ähm wie ging's denn da los? Also was hat dich bewogen
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wirklich jetzt mit Orgel anzufangen. Also bei mir hat das so ein ganz schleichenden Prozess gehabt. Also wir mussten immer in den Schulgottesdiensten in der dritten und vierten Klasse gab's alle zwei Wochen Schulgottesdienst und der Organist hat dort zwei Jahre lang
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immer das Gleiche gespielt. Und das hat mich irgendwann persönlich so aufgeregt, dass ich zu meinen Eltern gesagt habe, das kann ich besser
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Und dann haben mir meine Eltern so mini Keyboard gekauft so mit zwei Oktaven und dann habe ich mir selbst Noten beigebracht. Und äh dann habe ich so quasi die äh verschlungensten Wege genommen, die man nehmen kann. Ich habe erst Keyboard
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mit Keyboard-Autodidaktisch angefangen, habe dann Keyboard-Unterricht bekommen, bin dann zum Klavier, habe aber parallel immer.
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Die Orgel finde ich eigentlich schöner, durfte aber kein Orgel Unterricht nehmen, weil man muss ja erst Klavier studieren äh oder Klavier äh Unterricht an der Musikschule nehmen oder an vielen ist es halt so, an vielen,
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Musikschulen und dann irgendwann bin ich mit sechzehn Jahren hab ich meinen ersten Orgelunterricht bekommen und da war dann irgendwie für mich schon klar, ich werd das Ganze studieren
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also ziemlich verschlungen, aber alle Wege führen nach Rom. Es hat trotzdem geklappt.
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Was hat sich dann an der Orgel so fasziniert, dass du's unbedingt studieren wolltest? Ich meine, wenn man mit sechzehn schon weiß, was man studieren will, dann muss es ja wirklich einen sehr deutlichen Aha-Effekt gegeben haben.
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Ich glaube, für mich war das Ausschlagsgebende, es ist was anderes. Also für mich,
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Und das merke ich ähm kann ich auch gleich noch was zu erzählen. Das merke ich auch immer, wenn ich selbst Orgelkomponisten oder Musik spiele. Ich bin immer auf der Suche nach irgendetwas, was für die Leute jetzt sagen wir mal unbekannt und.
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Nicht so präsent in den Köpfen ist. Und das Instrumentorgel ist einfach für ganz viele Leute so ein Instrument. Ich habe einfach gemerkt, dass ich kann dieses Instrument gut spielen, Leute finden das total spannend und,
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ich habe halt gemerkt, was für eine unfassbare Flexibilität dieses Instrument hat. Also ich ähm,
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ein ganzes Orchester imitieren und das kann kein einziges Instrument der Welt, das kann nur die Orgel und das finde ich bis heute faszinierend und.
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Dann, das ist eigentlich der zweite Grund, wenn nicht sogar der wichtigste Grund, jede Orgel ist einfach anders. Es wird nie langweilig
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Ähm ich sage immer so gehässig, wenn ich mich in wenn ich in irgendeine Konzerthalle fahre und da weiß ich, da steht ein Steinway-Flügel, dann weiß ich, da steht ein Steinway-Flügel. Ich weiß also genau, was ich kriege.
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Und bei einer Orgel weiß ich das eben nicht. Und das ist so faszinierend, dass man sich immer wieder auf etwas Neues einlassen muss, um mit etwas Neuem umgehen muss
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und das finde ich absolut spannend.
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Gibt es eine Orgel, die du am furchtbarsten fandest? Fange doch mal von hinten an, also welches Instrument hat dich am wenigsten beeindruckt? Äh.
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Ja. Äh da gibt's durchaus ein paar, aber das liegt dann halt meistens immer daran, dass diese Instrumente einfach schlecht gepflegt werden. Also in meiner Heimatgemeinde zum Beispiel in Bergkamen, da steht eine.
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Ja, man muss es schon eigentlich nennen mit vier Registern und äh das
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damals, als ich da das erste Mal an der Orgel gesessen habe, weiß ich noch, fand ich das ganz toll, weil ich saß an der Orgel und ich war vor fünf Jahren nochmal da und dachte mir
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oh mein Gott, wie hast du hier zwei Jahre üben können, weil dieses Instrument ist also schlecht ist kein Ausdruck. Ähm.
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Aber das kommt halt, weil man sich um das Instrument leider nicht gut kümmert und ähm das passiert halt öfters. Man findet immer Instrumente, die leider Gottes im schlechten Zustand sind und.
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Wie gesagt, oftmals ist es einfach die fehlende Erfahrung mit den Instrumenten, dass Leute keine Ahnung haben, was an den Instrumenten passiert und dass man halt in ein gutes Instrument auch immer ein bisschen Geld investieren muss.
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Dass es mit allen schönen Dingen vollkommen recht. Du hast gerade gesagt, du hast viel an dieser mechanischen, schätze ich mal, Orgel geübt. Ja. Ähm.
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Gibt es auch, weil ich hatte jetzt in den folgenden Podcast mit den Gästen auch viel überhaupt Werk und digitale Orgeln gesprochen
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Wie ist da deine Sicht so drauf? Also übst du auch an, hast du eine eigene digitale Orgel oder nutzt du das gar nicht so, weil dies ist wichtig, wirklich im Instrument zu sein. Nee, ich habe natürlich auch hier eine Hauptwerk Orgel stehen
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Also ähm.
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Ich handhabe es in der Regel so, dass ich die Stücke bei mir zu Hause einübe, bis die ähm technisch, also oder bis sie in den Fingern liegen
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und dann setze ich mich in der Regel ans Instrument und fange dann ganz gezielt an mit Interpretation und das mache ich dann äh äh an einer mechanischen Orgel. Aber die ersten Schritte mache ich persönlich an einer
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digitalen Orgel, weil erstmal ist es bequem, ich kann morgens um acht Uhr üben, ich kann nachts um zwei Uhr üben, wenn ich die Kopfhörer aufsetze, ich störe keinen.
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Und äh im Winter friere ich mich nicht zu Tode. Das ist also eine ganz äh ähm entspannte Sache sozusagen.
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Eine Win-Win-Situation sagt. Und hast du bei bitte du erst.
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Hast du bei Hauptwerk dann ein ähm Lieblingstemplate, mit dem du übst? Ja, also ich übe ähm mit der äh Gürkelorgel aus äh Mannheim.
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Sehr, sehr viel.
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Ganz schönes kann man ganz hervorragend also ist so 'ne typisch typische romantische, französische, romantischer Nachbau kann man sehr, sehr schön dran üben, kann man auch gut
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Bach dran spielen und dann habe ich aus Alter Verbundenheit hier noch äh,
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zwei Skinner Sample Sets und äh ein Sample Set aus der First Congagationalge aus Los Angeles. Ähm einfach weil ich da ja
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früher oder zwei sechzehn im Auslandssemester war, um fast jeden Sonntag dran gespielt habe, das ist so ein bisschen Nostalgie. Sehr schön.
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Wenn wir in Richtung Studium schauen und du hast gesagt mit sechzehn Jahren wusstest du schon, dass du Orgel studieren möchtest?
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Wie genau bist du dann in die USA gekommen, weil das einfach jetzt ein ganz normales Austauschprogramm oder war schon bewusst von dir geplant, dass du.
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In die starten möchte. Das war sehr bewusst geplant. Also das Problem ist, dass es ähm.
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Damals gab's keine Musikschule oder Musikhochschule, die irgendwelche Kooperationen mit amerikanischen Hochschulen hatte, das gab's nicht. Mittlerweile gibt's so vereinzelte.
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Und das hieß also, ich musste alles selber organisieren und ich habe relativ früh.
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So ein Favorite für amerikanische Orgelliteratur entdeckt. Ähm die diese Orgelliteratur ist hier in.
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Deutschland, wenn nicht sogar in weiten Teilen Europas absolut.
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Unbekannt. Es ist aber faszinierende Musik und es ist eben nicht, wie man den Amerikanern immer vorwirft reine Effektmusik. Es gibt ganz herausragende Komponisten.
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Die äh in Deutschland bei den bekanntesten
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Organisten der damaligen Zeit studiert haben, etliche Amerikaner haben bei Rheinberger zum Beispiel studiert und da gibt's ganz, ganz tolle Musik
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und das hat mich fasziniert und auch da wieder der Drang, irgendwie Neues zu entdecken, was man nicht kennt und deshalb habe ich dann damals gesagt, ich möchte ein Auslandssemester machen und ich möchte nach Amerika gehen,
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und ähm hätte ich damals gewusst, was das für ein Organisationsaufwand war, hätte ich's mir bestimmt noch drei Mal überlegt, aber ich hab's dann gemacht.
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Und äh es hat geklappt und das ist dann damals Los Angeles geworden und das war sehr, sehr gut so.
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Wie war's in Los Angeles? Erzähl mal ein bisschen, also auch weil du gesagt hast, das ist eine andere oder sind.
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Andere Arten mit der Orgel wahrscheinlich umzugehen dort. Ja. Wie kannst du's beschreiben? Also das ähm
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Werde ich nie ich weiß, dass wirklich noch ich bin damals, ich bin am sechsundzwanzigsten neunten zweitausendsechzehn. Bin ich ausm Flugzeug ausgestiegen und gelandet in Los Angeles? Und.
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Das hat wirklich.
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Ungelogen keine zehn Minuten, ich hatte mir im Vorfeld schon eine Prepaid Card organisiert, eine amerikanische und keine zehn Minuten später klingelte mein Handy und ich hatte meinen künftigen Prof am Telefon,
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ob ich nicht jetzt direkt zur Uni kommen möchte. Wir könnten ja mal Unterricht machen und uns gegenseitig dann kennenlernen.
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Mit Sack und Pack und Koffer da zur Universität äh gerollt und ich war in Los Angeles. Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Das war ja das, also.
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Wenn du hier in Deutschland von Großstadt redest und dann bist du plötzlich alleine in Los Angeles. Du bist einfach komplett lost. Im wahrsten Sinne des Wortes.
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Und dann
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hast du von rechts und links schon so viele Eindrücke die auf dich niederprasseln ja und dann dann kam ich da an, nachdem ich sehr viel gesucht hatte, bis ich dann das passende Gebäude gefunden hatte und ähm.
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Das war total witzig, weil von der ersten Sekunde an war mir klar, dass die also
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an Universitäten in Deutschland oder generell in Europa hast du noch diese klare Hierarchiestruktur, Professor und unten drunter stehen die Studenten
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und das finde ich, weicht in Amerika extrem auf, nicht nur, wenn du Orgel studierst, sondern generell, wenn du Musik studierst, also du merkst, dass da eine.
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Ich sage mal, er eine größere, kumpelhaftere Basis ist äh zwischen den Lehrenden und zwischen den Schülern.
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Man begegnet sich, finde ich persönlich mehr auf Augenhöhe und trotzdem äh fordern dich die Professoren zu unfassbar krasser Leistung. Aber ähm also.
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Das war spannend, weil das war einfach neu, das das kannte ich so nicht und dann sagte er Profi zu mir, ja ich kann dich auch eh zu deiner neuen Wohnung fahren, ist überhaupt kein Problem und ich so, äh ja äh nett
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Danke. Also das das war schon spannend, also genau. Und ähm.
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Dann hat sich für mich herausgestellt, das wusste ich im Vorfeld nicht, Los Angeles ist eine traumhafte Stadt, für jeden Kirchenmusiker
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man findet in Los Angeles so viele Instrumente und vor allen Dingen so viele unterschiedliche Instrumente. Du findest tatsächlich dort Orgeln
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aus dem achtzehnten Jahrhundert bis hin zu den modernsten.
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Großen, riesigen Monsterorgeln und Instrumenten. Du hast äh tolle romantische Instrumente, du hast aber auch viele Nachbauten von historischen Instrumenten.
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Und ähm.
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Ich glaube, wenn ich gewollt hätte, hätte ich in dem Auslandssemester jeden Tag an einer anderen Origin Los Angeles und wäre nach dem Jahr nicht durch gewesen. Also das war schon wirklich sehr inspirierend.
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Was war denn so die die ersten äh Stücke, die ihr so gemeinsam zum Kennenlernen gespielt habt? Also kannst dich da noch dran erinnern? Äh ich hatte vorher mit dem Prof gesprochen
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dass das war eine ganz witzige Story. Ich ich hatte ja überhaupt keinen Plan in Amerika, mit wem ich studieren könnte und ich habe dann damals so Ausschlussverfahren gemacht. Ich habe YouTube geöffnet und habe verschiedenste Professoren mir angeguckt,
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Und ich persönlich habe ja so ein Favorit für Filmmusik auch.
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Das heißt, ich spiele viel Filmmusik an der Orgel, aber nicht so nach dem Motto, ich nehme in Klaviersatzen zweistimmigen, klatsch da irgendeinen Akkord drunter und spiele die Melodie, sondern ich nehme mir richtig Partituren und schreibe die für die Orgel um.
17:41
Und ähm.
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Damals ein Video von Christoph Bull gefunden und Christoph Bull hat an seiner Kirche äh eine ganz tolle Einspielung von äh James Bond war's glaube ich, gemacht und dann sagte ich damals, bei dem will ich studieren.
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Wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass Christoph Bull selbst gebürtiger Deutscher ist.
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Und selbst mit sechzehn oder siebzehn damals nach Amerika ausgewandert ist, das habe ich erst erfahren, als ich im Studium war bei ihm
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Und das hat die Sache natürlich sehr, sehr witzig gemacht und ähm ja, ich weiß noch erstes Stück, was wir damals gemacht haben, war ähm in einer Orgelfassung, dann äh von
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Emma Luigima, das ist eine relativ bekannte zeitgenössische Komponistin, ähm die äh in Kalifornien,
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lebt mittlerweile glaube ich in Ruhestand ist, aber massiv an Werken produziert hat, ganz, ganz spannend
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dann für mich bis heute einer der faszinierenden
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Komponisten oder Komponisten, das sind Douglas und John Knowles Pain, von denen habe ich da ganz, ganz viel gespielt. Genau und das waren so die ersten Stücke da zweitausendsechzehn, ja.
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Ich habe auch eine Vorliebe für Soundtracks. Ähm und ich suche ja seit Beginn des Orgel Podcast jemanden, der mir ein Star Wars Medley an der Organisation bisher habe ich noch keinen gefunden. Bei dir habe ich das Gefühl, bin ich am nächsten bisher da? Könnten wir aber machen die mir?
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Fühl dich auserkoren. Wie genau würdest du denn sagen, ist jetzt in einem oder wenigen Sätzen formuliert der Unterschied zwischen.
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Dem Klang oder Inszenierung der Orgel USA und Europa
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Oh, das ist das ist ganz, ganz schwer zu fassen. Also in Amerika ist es halt so und das ist der entscheidende Unterschied zwischen amerikanischen Orgelbauern europäischen. Du hast,
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in Europa, du hast eine lange Tradition, aus die sich der Orgelbau entwickelt hat. Du hast in Deutschland eine lange Tradition, du hast in Frankreich eine lange Tradition, in England und so weiter. Und das hast du in Amerika nicht, weil Amerika ja ein Einwanderungsland ist. Das heißt also,
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nach Amerika sind damals alle Orgelstile sozusagen geströmt.
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Und sind dort irgendwann über die Jahrhunderte miteinander verschmolzen. Und der amerikanische Orgelstil ist so eine Verschmelzung aus allen möglichen europäischen Stilen und.
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Ähm wenn du mich fragst, dieser typische amerikanische Stil besteht darin, dass du Orgeln hast, die ähm.
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Orchester so gut imitieren können, also du hast quasi wirklich ähm wenn du ein Greschendo spielst, das ist quasi stufenlos spielbar. Also ich habe noch nie.
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Gespielt, die ein so stufenloses Grishendo hinbekommen hat, wie zum Beispiel die ganzen Skinner-Orgeln da drüben in Amerika. Und das ist wirklich ähm faszinierend. Und da ähm
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das war halt auch damals gewünscht. In Amerika hat man sehr viel ähm Transkription gespielt von großen Orchesterwerken. Also in Amerika hat sich so.
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Ich sage mal.
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Zweigleisig der Orgelbau entwickelt, einmal in den Kirchen und einmal in Konzertsälen und das ist halt der Grund, wieso diese Instrumente so einen Reichen
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reiches Orchestervolumen haben und ich finde das ist der hm ganz maßgebliche Unterschied im Vergleich zu Europa.
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Also das heißt, die Orgeln in den USA sind aber überwiegend schon eher.
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Bombastisch inszeniert, weil wenn ich mir jetzt so auch die, die Stücke anhöre, sind jetzt eher weniger dabei, die.
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Gemächlichen, meditativen Klang eigentlich haben, oder? Toll. Die gibt's schon
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die gibt's schon, die gibt's auch sehr, sehr häufig, aber äh klar, was kommt natürlich beim Publikum immer ganz besonders an, das sind die bombastischen Sachen, ne? Und ähm.
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Auch da kommt's immer.
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Sehr drauf an, was für eine Orgel du dort stehen hast. Wenn wir jetzt zum Beispiel die Orgel nehmen, die dort ja in Philadelphia in Kaufhaus äh steht mit ihren äh dreihundertsiebenundfünfzig Registern
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Kannst dich natürlich fragen, wieso braucht eine Orgel dreihundertsiebenundfünfzig Register?
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Wenn du allerdings 'ne riesen Halle mit zwölftausend Zuhörern hast die du erstmal klanglich füllen musst, dann ergibt das durchaus wieder Sinn, ne? In der in der Kirche wirst du niemals.
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Mit einigen wenigen Ausnahmen, Orgeln in dieser Größenordnung finden, weil du ja gar nicht so einen riesen Klangvolumen brauchst, ja? Also das kommt immer so ein bisschen drauf an, was für ein Instrument habe ich da jetzt gerade vor. Mir stehen
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und was war die Grundidee des Instruments? Aber man findet alles meditativ bis äh sehr orchestral.
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Bleiben wir kurz bei der Orgel. Äh ich finde das ja vollkommen krass. Eine Orgel in Kaufhaus zu bauen. Ich weiß nicht, ob's immer ein Kaufhaus war. Ich kenne die Geschichte nicht ganz. Du vermutlich viel besser.
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Was ist die Geschichte hinter diesem Instrument? Also ich komme nicht drauf klar, dass da so ein Riesending drinsteht. Also das ist eigentlich eine ganz, ganz witzige Story, denn die
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Ausgangsorgel, die damals äh hundertvierzig Register hatte, die ist für die ähm äh Weltausstellung in ähm.
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Glaube, Chicago könnt's gewesen sein. Ich bin mir nicht sicher. Also auf jeden Fall für irgendeine amerikanische Weltausstellung ist diese Orgel gebaut worden. Und das war dann damals die größte Orgel.
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Der Welt. Und dieser Storebesitzer ähm.
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Hat diese Orgel dann nach dieser Weltausstellung aufgekauft, weil der total Orgelinter interessiert war, dem hat die Orgel total begeistert. Dann ist die Orgel neunzehnhundertneun in dieses Kaufhaus
23:20
beziehungsweise neunzehnhundertelf
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bis neunzehnhundertelf fertig aufgebaut worden und dann hat man neunzehnhundertvierzehn gesagt, ach komm, wir fügen nochmal achttausend Pfeifen zu, neunzehnhundertachtzehn hatte das Instrument dann schon zweihundertzweiunddreißig Register
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dann ist das ähm nochmal erweitert worden neunzehnhundertdreißig und seit neunzehnhundertdreißig hat die Orgel dann ihre dreihundertsiebenundfünfzig Register auf äh.
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Fünf oder sechs manualen und äh es ist äh faszinierend, es ist wirklich sehr faszinierend.
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Aber kann man dieses Ding überhaupt noch ordentlich spielen? Ich meine, ich ich stelle mir das gerade vor, so viele Register, da muss es doch, wenn du jetzt da wirklich mal Tutti spielen würdest, was wahrscheinlich nicht bei mir geht. Ähm.
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Da musste ich ja wegblasen. Ähm die Idee dieser Orgel ist, dass du sie nicht im this spielst tatsächlich. Also ähm der Punkt ist,
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Für uns Deutsche Kirchenmusiker, auch wenn man diesen Spieltisch sieht, denkt man, oh mein Gott, was ist das denn für ein Chaos?
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Wenn man aber dransitzt und ein bisschen Ahnung von amerikanischer Musik hat oder amerikanischen Orgeln, dann ist das einer der logischen Spieltische, die es gibt. Also ich gebe dir mal ein Beispiel, warum diese
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Register oder warum diese Orgel so viele Register hat. Es gibt an dieser Orgel verschiedene Divisionen, wie wir das auch kennen da, also ein Schwellwerk, äh positiv weiß der Geier
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Echowerk. Und so gibt's auch ein Streicherwerk. Und dieses Streicherwerk, das hat ähm.
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Achtundachtzig Ranks und wenn du auf dieses Streicherwerk schaust, dann stellst du fest,
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dass wir ähm bei diesen achtundachtzig Ranks äh Registerzüge finden, zum Beispiel.
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Cello acht Fuß, Cello acht Fuß plus, Cello acht Fuß minus.
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Und dann findest du nochmal Cello acht Fuß, Cello acht Fuß plus, Cello acht Fuß minus. Beim Geigen findest du sogar achtmal die gleiche Geige.
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Und das ist die Idee, wieder ein ganzes Orchester zu imitieren. Du hast eine Pfeifenreihe, die ist.
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Normal gestimmt, dann hast du eine Pfeifenreihe, die plus Pfeifenreihe, die ist müh höher gestimmt und die Minuspfeifenreihe ist müh tiefer gestimmt.
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So wie es im Orchester auch wäre, wenn du ein Orchester spielen hörst, die sind ja nicht alle ganz genau auf, keine Ahnung, vierhundertzweiundvierzig Hertz und eben durch diese kleinen Indifferenzen entsteht dann ja dieser schöne,
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Vibrato-Klang an so einer Orgel.
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Und das ist der Grund, warum man diese Orgel so massiv immer wieder erweitert hat, weil man gesagt hat, wir möchten, ich möchte hier ein ganzes Orchester emittieren können und du spielst dann halt,
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eben im Orchester nicht eine Violine. Ja, du hast da acht Violine, also musst die Orgel auch acht Violinen haben, ja?
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Das ist dieser Hintergrund und das ist super spannend, weil du dadurch wirklich sehr, sehr nah an Orchester-Sound drankommst.
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Und wie genau wird dann so eine große Orgel heute noch eingesetzt und ist ganz klassische Konzerte oder wie kann man sich's vorstellen, weil wenn seit neunzehn dreißig jetzt eigentlich rein am Instrument nicht nur so viel passiert ist, dann muss es ja jetzt einen gewissen.
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Status Quo geben, der auch irgendwie so in diese Neuzeit so ein bisschen,
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Also an der ist ganz viel passiert. Ähm schon immer. Also das ist bis heute noch so, dass pro Tag dort zwei Orgelkonzerte stattfinden. Jeweils um elf Uhr fünfzehn und um siebzehn Uhr fünfzehn für eine halbe Stunde gibt's auch ein Konzerte.
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Und dann gibt's noch ganz große,
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ähm Festkonzerte mit Orchester teilweise, mit Chor und allem drum und dran. Und das ist wirklich völlig abgedreht. Ähm.
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Es gibt diese schöne, legendäre Story.
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Ähm Marcel Dupret hat dort neunzehnhundert äh einundzwanzig glaube ich gespielt
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und zu der damaligen Zeit war Marcel Duprex noch nicht bekannt. Der war damals nur Vertretungsorganist in Notre Dame, der stand dann äh sehr
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äh im im Schatten von Vian und es hat dieses Konzert auch nur bekommen, weil sein Lehrer Vido ihn empfohlen hat,
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Du musst dir das jetzt vorstellen, er kommt an, wird dort als der große.
27:38
Organist verehrt, weil in Amerika war alles, was irgendwie aus dem Ausland äh kam in der damaligen Zeit große Kunst.
27:45
Und dann haben die dort einfach am Ende des äh Verkaufstages die ganzen Verkaufsstände weggeräumt und haben zwölftausend Stühle hingestellt.
27:55
Und dann saßen da zwölftausend Leute in dem Konzert und haben sich Marcel Duprix angehört. Übrigens, ich erzähle das mit Dubrais, weil
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an dieser Orgel eins der bedeutendsten und wichtigsten Stücke Marcel Duprice entstanden ist. Marcel Dupre hat nämlich in der zweiten Hälfte
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improvisiert und hat um Themen gebeten und dann hat äh haben die Amerikaner ihm ganz viele Themen gegeben und man glaubt es kaum, es waren fast alles gregorianische Korele und dann hat er sich dazu entschlossen, eine
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Symphonie zu improvisieren und daraus entstand die Symphonie Passion von,
28:31
riesiges Werk, großes Spektakel, das das Stück und ähm.
28:36
Die Leute sind da im wahrsten Sinne des Wortes, die müssen auf die äh Stühle gesprungen sein vor Begeisterung, als der seinen letzten Akkord gespielt hat
28:45
Und das ist tatsächlich was, das erlebst du da auch noch heute. Die räumen wirklich da alles raus zu den Konzerten, stellen da tausende Klappstühle hin und dann ist da voll, wenn Konzerte stattfinden.
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Und das ist total faszinierend und ich hab's selbst erlebt, als ich halt mal bei so einer
29:00
Stunde Martine da war, die da um elf Uhr fünfzehn stattfindet, die Leute shoppen, die Orgel fängt an zu spielen, die Leute hören auf zu shoppen, setzen sich hin
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sich den Orgelklang an und fangen erst nach einer halben Stunde wieder an zu shoppen. Also es ist völlig faszinierend.
29:18
Klingt wirklich total crazy, also ich aber ist so der typische Pragmatismus, glaube ich, in den USA.
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Und was ich jetzt aber bisher noch gar nicht rausgehört habe, für mich war USA immer auch ein bisschen Gospel, Soul, irgendwie, wie soll ich sagen,
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Popmusikeinflusse eigentlich und nicht diese strenge Klassik, so wie wir es in Europa leben. Aber.
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Kommt das dann vor, so gibt es wirklich dann auch diese Gospel Interpretationen oder haben die da sind die da eher nicht so
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Gegen alle Fälle, also das finde ich ähm oder fand ich als Musiker auch in Amerika so faszinierend. Du bist nicht limitiert nach rechts und links.
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Ähm und.
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Du findest halt alles dort. Also du hast deine Plätze für eher etwas traditionelle Musik, du hast deine Plätze für Gospelmusik in den meisten Kirchen ist es so, dass du sonntags zwei Messen hast. Das eine ist eine ganz äh.
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Und das andere ist dann eine Messe mit contempory music, also eben mit dieser ganzen Gospelmusik und ähm.
30:23
Da suchen sich denn die Leute aus, wo sie hingehen und das funktioniert, weil ich sage das immer so, ich habe in Deutschland immer so das Gefühl,
30:33
dass die äh klassische Musik immer ganz gerne gegen die etwas neuere und modernere Musik schießt und umgekehrt und das finde ich immer schade, weil ich finde, dass alle Bereiche voneinander profitieren können, ne, also.
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Ich bin zum Beispiel jemand, ich kann mit neuem Geistlichen Lied gut nicht sehr viel anfangen.
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Aber ich sage immer nur, weil ich damit nichts anfangen kann, heißt das ja nicht, dass ich's gleich verteufeln muss, ja? Und klar gibt's beim neuen Geistlichen Musik gut, Musik, die grottenschlecht ist, aber ich kann auch in die Barockmusik gehen und finde Musik, die grottenschlecht ist, das gibt's immer.
31:06
Ja? Und ähm ich finde in Amerika hast du diesen
31:10
Streit und diesen Zwist nicht und das tut da der ganzen musikalischen Landschaft sehr, sehr gut. Und das würde ich mir eigentlich hier in Deutschland.
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Vor allem auch mehr wünschen. Das kann ich voll unterschreiben ähm sehe ich ähnlich.
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Ich denke, gerade in Deutschland oder auch in Europa ist zu dieser intellektuelle Zwang, wenn's um Klassik geht, irgendwie so ein bisschen vorherrschen. Genau. Es muss immer irgendwie.
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Diesen Anschein der intellektuellen Musik erwecken und das finde ich immer sehr schön. Ja und ich finde, du hast halt auch ein enormes Konkurrenzdenken, also ähm.
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Wenn ich dann, was ich da teilweise zu Studienzeiten erlebt habe, dass,
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in irgendwelche Konzerte reingehen, sich die Noten mitnehmen und dann nur drauf warten, dass da mal irgendwo ein Fehler auftaucht oder dass eine Bindung nicht stimmt und dass man sich dann da so.
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Drüber freut, dass der die Person Fehler gemacht hat
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in Amerika da gehst du weiß da macht man im Konzert mal Fehler und dann trinkt man halt noch drauf so sozusagen so ja? Also da da wird so was da hast du nicht diesen diesen,
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extrem krassen Konkurrenzkampf. Also das ist eine Sache, die ich, die mir extrem aufgefallen ist. Du hast halt auch nicht das ich bin viel, viel besser als du
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Du hast eine Kirchenmusikerszene, eine Organistenszene, die enorm krass zusammenhält, das ist natürlich auch
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begünstigt dafür, dass es diese Riesenberufsvereinigung gibt, die National Guide of Organiss, die da seit vielen, vielen.
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Jahrzehnten eine große Tradition hat, die ähm sehr viele Konzerte sponsort, die sehr viele Konzerte umsetzt in ganz Amerika und dadurch hast du ein komplett anderes Geflecht, also als ich.
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In Los Angeles war, ich war eine Woche in Los Angeles, da gab's ein Meeting, ein Chapter-Meeting von Los Angeles, Chapter der National Guide und ich hatte nach dieser Woche Kontakte
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ganz Los Angeles. Ich bin an jede Orgel drangekommen, wo ich dran wollte. Einfach weil ich bei diesem Meeting war, die Leute dort kennengelernt habe
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mich mit den Leuten unterhalten habe und Kontakte ausgetauscht habe. Und das ist eine Sache, das würdest du in Deutschland niemals erleben und ich bin mir auch sicher, das erlebst du auch nicht in der Schweiz, Österreich und Frankreich so.
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Auch das muss ich leider bestätigen, also ähm ich finde das ganz wunderbar, mit welcher Offenheit und auch Dankbarkeit man eigentlich in den.
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Scheinbar USA mit dem Thema Orgelmusik umgeht und auch Leuten, die es mehr oder weniger spielen können.
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Ähm und auch ich habe die Erfahrung gemacht, also wenn du mal einen Pfarrer heimen anklopst und fragst, hey, mich interessiert eure Orgel, darf ich einfach mal ein bisschen drauf spielen.
33:47
Dann wird eher die Tür zugeknallt und ähm mit zehn Anträgen geworfen, bevor du irgendwie mal ein hallo, schön, dass du da bist, auch mal zurückbekommst. Das finde ich.
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Sehr, sehr entmutigend und ähm ja, auf eine Weise auch respektlos, wo ich mir einfach nur hoffe, dass unsere Generation an.
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Orgelmusikern irgendwas wirklich komplett anders und besser macht. Ganz furchtbar. Das hoffe ich tatsächlich auch, weil ähm das ist halt wirklich auch eine Geschichte
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Also ich mein klar, wenn du jetzt ähm
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keine Ahnung, unbedingt mal an einer Westpoint-Orgel spielst, dann kann's halt sein, dass der Organist sagt, nee, geht nicht, weil ist halt auf dem Militärgelände da reinzukommen, da musste halt X-Anträge ausfüllen, aber an
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die normalen Ordner sozusagen dranzukommen, ist in Amerika wirklich überhaupt kein Problem und ich finde auch in Deutschland, also
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Ich finde das immer ganz spannend, wenn ich ähm an verschiedensten Instrumenten spiele, kriege ich ganz oft Nachrichten von Kollegen, oh wie bist du denn an das Instrument gekommen? Wie hast du das denn geschafft? Und dann sage ich immer, ja ganz einfach, ich habe gefragt
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und dann wirst du so ungläubig angeguckt so nach dem Motto, aber du kannst doch jetzt nicht,
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Domorganisten XY anschreiben und fragen, ob sie da mal an die Orgel kannst. So sage ich immer, natürlich kann ich das mehr als nein sagen, kann er doch nicht, ne? So und also ich weiß nicht, da da herrscht.
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Einfach so ein.
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So ein verklemmtes Denken und ich verstehe leider auch nicht, woher das kommt und wieso das da ist, weil ähm eine Orgel ist doch dafür da, dass sie gespielt werden soll und.
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Muss, weil das hält ja eine Orgel dann halt auch am am Leben. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als wenn eine Orgel fast nie genutzt wird.
35:26
Wir haben uns ja grad schon über die unterhalten ähm was sind denn weitere tolle Instrumente in USA.
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An denen du gespielt hast und die dir in Erinnerung geblieben sind und vielleicht was war für dich auch das schönste Instrument?
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Also wenn wir jetzt schon bei sind, dann muss man halt im nächsten Atemzug nach äh
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Atlantic City in die Hall springen. Da steht nämlich äh die größte Orgel der Welt. Es ist tatsächlich die größte Orgel der Welt, sowohl was Register und Pfeifen angeht
35:57
Aber sie ist aktuell nicht komplett spielbar. Ähm das ist auch eine absolut witzige Geschichte. Diese Orgel ist ähm.
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Also.
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Je nachdem, wen man fragt, wird gesagt, diese Orgel ist als Reaktion angeschafft worden, weil's diese Orgel gab. Es gab dort damals in Atlantic City ein total orgelbegeisterten Senator und der wollte unbedingt die größte Orgel der Welt haben
36:23
und äh dann hat's so ein kleines Wettrüsten gegeben
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die eine Orgel zehn Register mehr bekommen, hat die andere elf Register mehr bekommen und so sind dann halt diese Orgeln auch ein bisschen explodiert. Das ist so dieser amerikanische.
36:36
Ich sage immer ganz lieb, dieser amerikanische Größenwahn, ja? Und ähm.
36:44
Auf der anderen Seite muss man sagen, diese diese
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Concert Hole. Du sitzt in dieser Halle drin, in dieser Halle finden einundvierzigtausend Leute Platz. Einundvierzigtausend Leute. Wenn du da eine hundert Registerorgel hinstellst
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kann ich dir im Vorfeld sagen, das reicht nicht, um die zu beschallen,
37:03
Und selbst diese Orgel mit ihren ähm äh och, ich weiß gar nicht genau, wie viele Register sie aktuell hat, also die wird.
37:12
Bestimmt.
37:14
So um die dreihundertfünfzig haben, aber ihr habt die äh dreihundertachtzig, dreihundertneunzig irgendwie sowas mittlerweile. Ich habe die genaue Anzahl nicht im Kopf, aber ähm.
37:24
Die meisten dieser Register sind auf überhöhten Winddruck. Die stehen auf überholten Winddruck und.
37:31
Das liegt daran, weil diese Orgel einfach bombastisch laut sein muss, damit hinten im Saal überhaupt noch irgendwas ankommt. Und wenn man in die Orgel reingeht, dann siehst du wirklich, dass die Pfeifen teilweise mit.
37:43
Haken und.
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Kam nochmal zusätzlich befestigt werden, selbst so eine ganz normale, keine Ahnung, Prinzipalpfeife ist da nochmal mit Schrauben richtig
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festgeschraubt, damit die im wahrsten Sinne des Wortes nicht wegfliegt von dem erhöhten Luftdruck. Also das ist das ist wirklich, es ist faszinierend und vor allen Dingen, wenn du dann ähm.
38:03
An der Orgel dransitzt und die Orgel spielst, dann merkst du auf einmal, dass da wirklich alles seinen Sinn ergibt, ja, also.
38:12
Man lacht ja immer so, wenn man diese großen Spieltische sieht und denkt sich, was soll denn das? Aber wenn man sie wirklich gespielt haben, hat, dann ergibt es auf einmal ganz, ganz viel Sinn und man hinterfragt's auch nicht mehr. Also es ist ganz spannend.
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Also das war also das ist halt das Instrument ist eins meiner persönlichen Highlights auf alle Fälle. Upsala.
38:32
Aber auch die kann man nicht tutti spielen oder sonst ist man quasi ähm ja du kannst sie eh nicht tutti spielen, weil ja ein Großteil der Orgeln nicht funktioniert. Die wird gerade mit einem riesen Aufwand von sechzehn Millionen Dollar restauriert
38:46
Also mittlerweile sind wieder über siebzig Prozent spielbar
38:49
Das ist schon ganz faszinierend, aber weil halt das ganze Instrument nicht funktioniert, hat sie auch noch keiner im Tutti gespielt bisher.
38:56
Ja, aber es ist auch ganz witzig. Auch da gibt's äh einmal die Woche immer ein Orgelkonzert. Also es gibt immer erst eine Orbitführung, dann gibt's ein Orgelkonzert
39:06
und jedes Orgelkonzert dort endet mit der amerikanischen Nationalhymne. Das ist für alle Gastorganisten, die dort spielen Pflicht, man muss die amerikanische Nationalhymne am Ende spielen.
39:18
Wie es in Amerika halt so.
39:23
Klingt ja, total faszinierend. Ähm ich beneide dich auch ein bisschen rum. Natürlich, mein, ich ich mag große imposante Orgeln, das ja, macht einfach Spaß.
39:34
Aber dann gibt's ja noch die ähm glaube ich große Orgel in diesem Militärgelände. Ich weiß es ganz genau, wie.
39:43
Wenn du jetzt alle drei nebeneinander stellst.
39:46
Gibt es da auch unterschiedlich Charakteristiker, wie zum Beispiel bei uns in Deutschland, na ja, es gibt dann mehr die ähm Orgeln, die mehr in der Mitte sehr klar sind. Es gibt die sehr äh wuchtigen vom Sound.
39:59
Wie ist das, wie sind diese drei Instrumente zusammen? Alle Fälle, also die Orgel in Atlantik City
40:04
Die Ursprungsidee oder die Hauptaufgabe für diese Orgel war es Stummfilme zu begleiten. Und insofern hast du dort,
40:12
oder größtenteils hörst du da diesen typischen ähm Kinoorgelklang, den man so kennt. Also der ist da schon ziemlich extrem an dem Instrument. Und es ist ein.
40:25
Ein ganz besonderer Klang. Ich möchte auch sagen, sehr gewöhnungsbedürftiger Klang, aber äh total faszinierend. Auf der anderen Seite hast du dann die Orgel in ähm,
40:35
in oder die wirklich sehr, sehr orchestral gedacht ist, wo du wirklich einfach.
40:42
Die Augen zumachst und denkst, du hast das Orchester vor dir stehen und Westpoint.
40:48
Man muss dazu sagen, als ich damals im Westpoint war, war ein Großteil der Orgel defekt und nicht spielbar, weil die einen riesen Wasserschaden hatte und die Orgel war in keinem guten Zustand
40:57
und ich war wirklich sehr enttäuscht, als ich dort gespielt habe. Also da war ich wirklich äh äh.
41:04
Also das war, das war schlimm. Das muss man einfach so sagen und mich hat der Klang von dem Instrument auch nicht.
41:10
Wirklich überzeugt, also die Akustik dort rettet ganz, ganz viel, aber die Orgel ist halt.
41:16
Sehr zusammengestückelt und ich finde, das merkst du. Und für mich das krasse Beispiel dazu steht in Los Angeles in der First Congicationalge. Da habe ich auch ähm.
41:28
Das war die Orgel von meinem von meinem Lehrer damals im Auslandssemester und ähm,
41:34
An dieser Orgel durfte ich dann sonntags immer spielen und das ist ähm du hast vorne eine riesen Skinner-Orgel mit ähm irgendwie hundert.
41:43
Zwei, drei, vier Registern stehen und dann steht hinten nochmal äh eine große Schlicker-Orgel, die eher Neo Barock angehaucht ist. Dann hast du noch eine italienische Orgel da stehen und ein paar Echowerke
41:55
Und bei der Orgel ist das ganz faszinierend, weil diese Orgel ist auch immer sukzessive erweitert worden. Allerdings mit Ausnahme der.
42:02
Orgel, die hinten reingekommen ist, diese Neo-Barocken-Orgel sind alle anderen Teilwerke spenden gewesen. Da ist dann mal jemand in der Gemeinde verstorben. Der hatte eine Hausorgel und schwupps hat die Gemeinde das geerbt und hatte dann zehn Register mehr.
42:16
Und das finde ich bis heute an diesem Instrument so spannend. Du hörst nicht, dass diese Orgel so zusammengestückelt ist.
42:24
Wenn du die Orgel spielst, klingt das Instrument wie eine Einheit und das obwohl du so viele unterschiedliche Stile da drin hast und das äh
42:32
ist für mich bis heute immer noch das größte Wunder
42:36
Und äh immer wenn ich in Los Angeles bin, mache ich dort an einem Abend einen Stopp und dann wird fünf Stunden mindestens an dieser Orgel gespielt, weil das ist wirklich in Klänge baden. Das ist ganz toll.
42:48
Wenn wir jetzt mal nach Deutschland beziehungsweise nach Europa schauen.
42:56
Da auch für dich ähm diese tollen Instrumente, die vergleichbar sind zu diesen amerikanischen Orgeln oder hast du da einfach.
43:04
Oder sind dir da andere Charakteristiker? Also tolle Instrumente gibt's auf alle Fälle, aber vergleichbare Instrumente gibt es nicht. Ähm.
43:14
Einfach weil wir hier ein anderes Verständnis und eine andere Tradition haben. Und das ist auch völlig in Ordnung so. Ähm,
43:23
Es gibt hier in Deutschland keine Orgel, die den typischen amerikanischen Stil.
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Widerspiegelt. Jetzt wird der ein oder andere sagen, da in Ingelheim steht doch auch eine Orgel. Ja, da steht eine Skinner-Orgel. Die ist allerdings komplett von Gleis.
43:38
Umintoniert worden und klingt für meine Begriffe mehr nach Gleis als Stadtamerikanische.
43:44
Orgel, aber das ist auch Geschmackssache. Nichtsdestotrotz haben wir hier in Deutschland natürlich auch viele, viele spannende Orgeln, viele spannende Instrumente und das ist dann wieder der Unterschied zu Amerika
43:56
Hier kannst du an den Orgeln halt wirklich eine jahrhundertelange Entwicklung und Geschichte sehen, ja. Du hast.
44:02
Tolle Barockorgeln, an dem du ganz ausgezeichnet spielen kannst. Du hast ähm.
44:08
Tolle romantische Orgeln, wenn ich an Sauer denke, Berliner Dom zum Beispiel finde ich eine super faszinierende Orgel und ist für mich der Inbegriff, was Sauerorgeln äh in Deutschland.
44:18
Angeht. Total toller Klang, ja?
44:22
Oder ähm wenn wir jetzt einfach mal nach rechts und links gucken, was gerade gebaut wird im Mainzer Dom wird ja gerade äh eine riesen neue Orgelanlage aufgebaut. Gerade hat Gold dort ähm äh intoniert gerade.
44:34
Ein Teil der neuen Orgel, ja? Ähm ich selbst bin auf einer Golgel an der Universität in Mainz groß geworden und.
44:42
Faszinierender Orgelbauer aus der Schweiz, also finde ich persönlich sogar für mich einer der besten oder wenn nicht sogar der beste Orgelbauer, den ich hier kenne, ja.
44:51
Und ähm das finde ich hier wiederum an der europäischen Landschaft so faszinierend, dass du so viele unterschiedliche Entwicklungen hast.
44:59
Und zwar in jedem Land. Und ähm ja, also ich finde, man kann's einfach nicht vergleichen. Es ist einfach anders.
45:11
Ja, verstehe ich. Ähm gibt es aber dann aus deiner Sicht jetzt ein Lieblingsinstrument, dass du.
45:16
In Deutschland oder äh Österreich, Schweiz. Ähm.
45:22
Das ist schwierig, das ist schwierig zu sagen, also hm.
45:28
War eine Orgel, die ich bis heute völlig faszinierend finde, steht in Witten, denn der Sankt Marienkirche in Witten. Ähm
45:37
da war ich früher selbst Schüler, da steht äh äh eine wunderschöne deutsch-romantische Orgel, das ist für mich in Deutschland definitiv eine der schönsten Instrumente, die es gibt. Ganz, ganz tolles, ganz, ganz tolles Instrument. Ähm.
45:51
Also die ist wirklich schön und ähm.
45:56
Ansonsten habe ich mich wirklich so ein Instrument, wo ich sage, boah super, sauber äh Lieblingsinstrument, das das habe ich einfach nicht, weil,
46:05
Ich halte auch mittlerweile natürlich so viele unterschiedliche Literaturspiele und es kommt immer darauf an, was mache ich gerade und was brauche ich gerade, ne? Also die Interessen wechseln da einfach.
46:15
Ich glaube, es ist auch nicht so wichtig, dass du sagst, du hast ein Lieblingsinstrument, sondern du brauchst einfach ein Instrument, mit dem du sozusagen gut arbeiten kannst und was genau das kann, was du im Moment brauchst, musiktechnisch.
46:30
Du hast gerade erwähnt, dass du viel unterschiedliche Literatur spielst, gibt's derzeit Projekte oder bestimmte Komponisten an.
46:39
Wo du drin arbeiten äh tatsächlich spiele ich gerade und das wird jetzt alle Leute, die mich äh persönlich kennen, schwer überraschen. Äh ich spiele gerade sehr viel Barockmusik
46:49
ähm
46:50
ist auch einfach der Tatsache geschuldet, dass ich gesagt habe, ich setze meine Studien nochmal ein bisschen fort in Bremen. Äh Bremen hat ja eben äh an der Musikhochschule.
47:00
Den Schwerpunkt ähm äh historische Kirchenmusik, weil ich gesagt habe, ich habe jetzt so viele romantische Musik gespielt und ich habe da jetzt so den Drang verspürt, da muss man nochmal ganz viel machen. Und ähm ich beschäftige mich gerade ganz, ganz viel mit Johan
47:15
Johann Gott lieb weiter finde ich ganz ganz toller Orgelmusik. Die Orgelkonzerte und die Choralvorspiele von dem super tolle Musik
47:25
und äh ich spiele aktuell auch wieder relativ viel Buxtehude, weil ich die Musik einfach.
47:31
Spannend finde, sehr virtuose Musik und ich finde, die Musik steht bach in nichts nach, ganz im Gegenteil, es hat seine Gründe, wieso Bach damals zu Buxtehude gepilgert ist und es ist einfach tolle Musik.
47:44
Wenn ich mir so anhöre, was du alles machst und auch deine Webseite anschaue, frage ich mich, wie bringst du das alles unter einen Hut und gibt es.
47:52
Einen Schwerpunkt, der sich für dich irgendwann rauskristallisieren wird als entweder oder was sind so deine nächsten Ziele eigentlich? Also ich mache.
47:59
In erster Linie erstmal das, was mir Spaß macht
48:02
und das ist mir ist auch einfach für mich sehr, sehr wichtig, weil wenn ich an irgendetwas die Lust verliere, dann wird's schwierig. Das habe ich im Bachelorstudium erlebt, dass ich die Lust an der Musik verloren habe und ich bin sehr, sehr froh, dass diese.
48:15
Begeisterung für Orgelmusik damals in Amerika dann wirklich neu entflammt worden ist und ähm seitdem nehme ich mir wirklich den Luxus und sage, ich mache das, wo ich halt,
48:25
was ich gerade machen möchte. Und ähm.
48:29
Also klar amerikanische Orgelmusik ist 'n Schwerpunkt, einfach weil weil die Musik keiner kennt, weil ich damit sehr, sehr viel mache und mich in dieser Materie sehr, sehr gut auskenne. Aber es gibt halt auch noch viele, viele, viele andere Bereiche
48:44
Ich find's immer eigentlich wichtig, dass man sich nicht zu sehr festlegt, sondern flexibel ist und guckt, was kann man noch entdecken? Was kommt noch auf einem zu
48:53
Und äh ich glaube, dann kann man sich die Freude der an der Musik ein Leben lang bewahren.
49:03
Schönes Statement.
49:04
Du hast jetzt schon mehrere Orgeln vorgestellt, aber Usus im Orgel-Podcast ist natürlich auch ein bisschen Klang mitzubringen und du hast mir im Vorfeld ja auch was geschickt. Magst du.
49:15
Diese Orgel und das, was du geschickt hast, kurz vorstellen. Das äh kann ich sehr gerne machen. Also ähm die
49:25
eine Aufnahme, die ich dir geschickt habe, das ist eine Aufnahme, die ist entstanden in der,
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im Boston.
49:36
Ähm dazu muss man wissen, Boston ist die also es ist eigentlich die Hauptstadt der Orgel in Amerika. Vom Boston aus hat sich die.
49:44
Orgelbewegung aus massiv entwickelt und auch Skinner hatte seine äh Werkstatt in Boston.
49:51
Was wir jetzt hören, ist allerdings schon ein sehr, sehr spätes Kinderorgel. Das ist nicht mehr ist über viele Jahre mit verschiedenen Eulen, Firmen immer wieder äh fusioniert. Das ist also nicht mehr rein skinner. Ähm
50:03
Aber trotzdem kriegt man einen guten Eindruck, wie instrumental die Orgeln sind. Ich habe mal einfach einen Satz mitgebracht aus äh Douglas Bags Konzertvariation,
50:13
und zwar ist das der Meditationssatz und da kann man
50:18
schon sehr, sehr gut erahnen, wie orchestral die Instrumente sind. Also es kommt
50:23
Ich sage mal, es kommt nicht ganz so gut rüber, weil äh wie gesagt, diese Orgeln sind riesig und die mit einem kleinen Mikrofon einzufangen ist sehr, sehr schwierig, aber man kann's erahnen, was für eine Richtung es geht.
50:36
Dann würde ich sagen, an dieser Stelle hört ihr jetzt die Aufnahme von Christoph, viel Vergnügen.
50:42
Music.
58:27
Jetzt haben wir schon viel über die Orgeln in Amerika gesprochen, in Deutschland, über die vielen Unterschiede.
58:35
Auch in der Literatur und auch in Teilen der Liturgie, dem pragmatischen Verständnis in Amerika.
58:41
Gibt es denn jetzt noch irgendetwas, ähm was du gerne los
58:45
werden wollen würdest, auch vielleicht hinsichtlich deiner jüngeren Kollegen im Bereich Orgel, was du ihnen gerne einfach mitgeben möchtest, weil du ja schon relativ viel erreicht hast und vielleicht so ein paar Stolpersteine oder.
58:57
Gut zu wissen, weitergeben mag. Also ich kann eigentlich jedem nur empfehlen, dass man mal ganz dringend ein Auslandssemester machen sollte.
59:05
Und ich empfehle halt jedem auch ein Auslandssemester zu machen.
59:09
Wo man wirklich ins Ausland fährt. Und ich meine damit jetzt nicht mal äh ich studiere jetzt in Frankreich oder ich studiere jetzt in Österreich, sondern wirklich mal weg. Ja, äh,
59:18
in skandinavisches Land ähm nach Amerika oder sonst wohin, einfach
59:24
damit man mal vor allen Dingen in der Kirchenmusikalischen Arbeit andere Impulse bekommt. Also ich meine, das ist ja auch ganz wichtig, ich bin ja Kirchenmusiker und Orgel ist ja nur ein Teil davon. Und.
59:37
Ich habe so viele Formatideen aus Amerika mitgenommen, was man mit Kirchenchören machen kann, was man mit mit musikalischen Gruppierungen machen kann.
59:47
Und ähm ich finde das erweitert extrem den Horizont und das kann ich eigentlich nur jedem für die persönliche Entwicklung mit auf den Weg geben und ähm in der Regel dankt es einem die Gemeinde auch, wenn man mal neue.
1:00:02
Bringt und nicht immer das macht, was man schon seit siebzig, achtzig Jahren macht.
1:00:09
Das wollte ich nämlich gerade fragen. Wenn man dann mit einem erweiterten Horizont zurückkommt, ist dann der Pfarrer wirklich so glücklich darüber?
1:00:18
Ja, also ich glaube, das kommt sehr drauf an, wo und in welcher Kirche du bist. Also als ich damals aus dem Auslandssemester zurückgekommen bin, da hatte ich äh ja noch keine hauptamtliche Stelle. Da habe ich ja nur.
1:00:32
Bisschen neben dem Studio und was heißt ein bisschen? Also ein bisschen viel Orgel neben dem Studium in allen möglichen Kirchen gespielt, aber das war halt.
1:00:40
Begrenzt. Klar, man hatte auch einen Kirchenchor in einer anderen Gemeinde und ähm ich habe dann auch relativ viel amerikanische Chormusik oder englische Chormusik auch hauptsächlich gemacht, die übrigens auch sehr, sehr spannend ist. Ähm.
1:00:55
Aber jetzt wirklich Impulse setzen äh habe ich jetzt auch erst gemacht, nachdem ich jetzt von meinem Masterstudium,
1:01:03
das ging bis zweiundzwanzig, dann war ich zurück zwei zwanzig, hatte mir ganz viel vorgenommen, hatte ganz viele tolle Ideen für die Stelle und dann kam Corona und man konnte nix umsetzen. Juhu! Ähm das wird jetzt zum Glück ein bisschen besser. Und ich sehe das.
1:01:18
Und da muss ich auch sagen, ich bin mir noch nicht sicher, woran es liegt. Also, die Gemeinden,
1:01:23
gerade nach Musik und na, dass irgendetwas stattfindet, weil man so lange nichts gehört hat
1:01:29
Und es ist eigentlich, das merke ich gerade völlig egal, was man macht, die Gemeinden sind völlig begeistert. Insofern, ich kann noch nicht genau rausfiltern, ob das bei, in meinem Fall jetzt daran liegt, weil ich.
1:01:41
So viele Sachen mache, die anders sind oder ob es einfach daran liegt, weil jetzt wieder ganz viel Musik plötzlich da ist. Das kann ich einfach noch nicht sagen, weil ich
1:01:49
konnte noch nicht unter normalen Umständen arbeiten. Aber nichtsdestotrotz ähm finde ich es wichtig, dass man einfach einen guten Misch findet. Ähm zwischen.
1:01:59
Modern, alt, zeitgenössisch und da kann man ganz, ganz tolle Sachen vollbringen.
1:02:06
Oder vielleicht da vielleicht ein ein Beispiel zu wo mir das wirklich klar geworden ist, ich spiel ja nun.
1:02:13
Viele Orgelkonzerte und hab da viel Filmmusik drin, aber ich hab in jedem Orgelkonzert mit Filmmusik mindestens ein Stück vom Bach drin, immer.
1:02:22
Und das Spannende ist, wenn ich in der katholischen Kirche am Ende des Gottesdienst im Bachium und Fugespiele und ich übe mich zu äh tode, übe monatelang, dass das ganz perfekt ist.
1:02:35
Die Leute rennen raus, sie interessiert das nicht. Und dann spiele ich im Orgelkonzert ein Stück vom Bach.
1:02:42
Um diese ganze Filmmusik drumrum und auf einmal kommen die Leute an und sagen, boah, das war aber tolle Musik von Bach. Weil man den Fokus viel, viel mehr drauf lenkt.
1:02:52
Ich finde, daran kann man sehr, sehr gut sehen, dass diese Verbindung zwischen Alt und Neus sehr, sehr gut funktioniert, wenn man will, wenn man will. Wenn man sich dagegen natürlich sperrt, funktioniert das Ganze nicht.
1:03:04
Dann hoffen wir auf die Offenheit der Zuhörer und natürlich auch der Gemeinden, gerade.
1:03:09
Auch vielleicht in der Bistumsverwaltung, dass sich was tut. Dieses Jahr ist ja der Orgel, gibt es etwas, was du dir.
1:03:16
Entweder in unseren Breiten, Geraden oder auch in anderen Breitengraden wünschen würdest für die Zukunft, was man.
1:03:22
Anders machen kann oder also ich finde.
1:03:27
Das wünsche ich mir eigentlich schon immer, ist, dass man mal die Ausbildung überdenkt. Ähm für Kirchenmusik. Ich finde.
1:03:35
Also erstmal haben wir ja diese Ausbildung zum Kirchenmusiker. Das ist ja auch eine deutsche Erfindung. Das ist ja eine ganz einmalige Sache. Überall in allen anderen Ländern studierst du entweder Orgel oder Chorleitung, aber nie Kirchenmusik.
1:03:49
Das gibt's einfach nicht. Das ist natürlich auch eine Tatsache in Deutschland geschuldet, dass du in Deutschland als Kirchenmusiker Chor hast und Orgel.
1:03:58
Amerika und in der angelikanischen Kirche wird da noch strikt getrennt. Du hast jemanden, der ist für die Orgel zuständig und du hast jemand, der ist für die Chöre und die Gruppierungen zuständig. Das ist einfach ein großer Unterschied. Und ähm.
1:04:10
Ich finde, dass das Studium in Deutschland, dass Kirchenmusikstudium völlig überfrachtet ist. Es ist auch alles so fürchterlich unflexibel und in Stein gemeißelt.
1:04:21
Und du kommst aus dem Studiengang raus und du kannst von allem bisschen was, aber trotzdem nichts Ganzes und nichts halbes. Und das ist so schade.
1:04:30
Und dann frage ich mich zum Beispiel auch, wieso muss ich heutzutage noch lernen,
1:04:36
aus alten Schlüsseln zu spielen, wieso muss ich 'n vierstimmigen Chorsatz mit vier verschiedenen Schlüssel spielen? Es spielt doch keiner mehr ein von Johann Sebastian Bach aus alten Schlüsseln
1:04:47
Also, das ist doch Schwachsinn. Wieso musste ich das aber dann noch zwei oder drei Semester lernen? Also klar, dass du alte Schlüssel lesen
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solltest, wäre von Vorteil, wenn du mit Orchester-Partituren zu tun hast, aber du musst doch nicht
1:04:59
das dann irgendwie transponieren und hasse nicht gesehen, also das das will mir nicht in meinem Kopf und das ist eine Tendenz, die ich.
1:05:07
Deutschland im Studium gemerkt habe, das ganze Studium ist auch.
1:05:10
Immer nur dadrauf aufgelegt, dass du mit Profis arbeitest. Du lernst mit Profikörnern zu arbeiten, mit Profiorchester, du hast Kinderchorleitung am Dom, wo du also mit dem Profi Kinderchor zu tun hast, überall nur High-End
1:05:23
Und dann kommst du plötzlich in einer Kirchengemeinde an, da suchst du aber vergeblich High End. In
1:05:28
neunundneunzig Prozent aller Fälle, wenn du nicht grade eine Domstelle gewonnen hast. Und das tun die wenigsten, wenn sie aus dem Studium kommen
1:05:36
Und ich habe das an vielen Kollegen gesehen, die sind einfach an ihren Stellen gescheitert, weil sie nicht mit musikalischen Laien umgehen konnten und
1:05:43
Das ist so ein Punkt, wo ich mir einfach wünschen würde, dass man da viel, viel mehr Fokus draufsetzt und dass man auch einfach sagt,
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das ist eine viel größere Flexibilität im im Studium gibt, dass du dir eigene Schwerpunkte auch wählen kannst
1:06:00
das hast du nämlich in Amerika, also in Amerika kannst du dir viel, viel gezielter Schwerpunkte wählen, kannst Dinge machen, die dich interessieren.
1:06:09
Bist auch verpflichtet ein paar Semester in einem komplett fernfach zu studieren, was nichts mit Kirchenmusik zu tun hat, einfach das oder mit Orgel.
1:06:20
Zu tun hat oder mit deinem Fach, damit du einfach über einen Horizont hinausschauen kannst. Und ich finde, das ist ganz, ganz wichtig.
1:06:27
Und ähm dazu abschließend noch, das sehe ich halt nicht nur an den Hochschulen. Ich sehe das auch schon in diesem berühmten C-Ausbildung. Ich diskutiere da immer mit einigen Kollegen, die dieselben Ansicht haben wie ich, wenn ich gucke, was
1:06:40
Leute in den C-Ausbildungen machen müssen.
1:06:43
Wo ich mir denke, die müssen teilweise kurile transponieren, vorspielen, nachspielen, Zwischenspiel, äh Soprankantus vier muss Tenorkantus, Altkantus, Baskantus Firmus und all so ein Kram, wo ich mir so denke.
1:06:57
Wäre es nicht erst mal viel, viel wichtiger, dass man Leute in einem Zirkus dazu kriegt, dass sie ganz solide,
1:07:04
einfach völlig normalen Choral spielen können mit einem schönen Vorspiel, mit einem schönen Schlussspiel. Ähm meinetwegen auch äh.
1:07:13
Ich meine, es gibt genug Publikationen, wo du Vorspiele für C-Schüler hast, die dir einfach abspielen können oder üben können, ja? Und das, finde ich, ist doch viel, viel wichtiger, als dass du denen da alles reinklatscht.
1:07:24
Die sitzen dann hier im Bistum Köln ist es so, da haben die dann Unterricht von zehn bis achtzehn Uhr, jeden Samstag.
1:07:31
Wo ich mir denke, grade die jungen Leute, die doch jetzt schon bis siebzehn Uhr in der Schule hängen, da hat doch keiner Lust mehr drauf
1:07:37
Und dann wundert man sich allen Ernstes, dass die Zahlen überall runtergehen, dass sich kaum noch Leute dafür interessieren. Also das ist für mich ein Phänomen, was ich nicht verstehe und da wünsche ich mir, dass ich einfach in den kommenden Jahren hoffentlich ganz, ganz viel
1:07:51
tut. Und ich glaube, dann würde auch das Instrumentorgel wieder attraktiver werden auch für junge Leute.
1:07:59
Du hast das Thema Laienmusiker noch ein bisschen gestreift. Wie stehst du zu diesem Thema und ähm generell.
1:08:07
Ja Nachwuchsproblematik wurde angesprochen.
1:08:11
Aber denkst du, dass auf lange Sicht Laienmusiker wieder jetzt mehr gebraucht werden, weil auch die.
1:08:18
Hauptmusiker wegbrechen oder? Auf wie stellt sich für dich die Situation da? Alle Fälle, also ich meine, wir müssen doch jetzt nur gucken, ähm
1:08:26
wie viele Kirchenmusiker hauptsächlich übrigens jetzt gerade, wenn mich nicht alles täuscht auf evangelischer Seite. Ich meine, ich hätte irgendwo gelesen, dass gerade jetzt im.
1:08:35
Im Osten und Rheinland in den nächsten fünf Jahren irgendwie vierzig Prozent aller Kirchenmusiker in Ruhestand gehen.
1:08:42
Das sind enorme Summen und ich meine, du musst nur in die Fachzeitschriften reingucken, was da mittlerweile an Stellen ausgeschrieben ist
1:08:50
Das ist unglaublich und diese Stellen, die sind ja nicht nur mal irgendwie im Monat ausgeschrieben, die sind ja Monate ausgeschrieben, weil sie nicht besetzt werden können
1:08:59
Und das gibt mir dann natürlich schon zu denken, wieso dieser Beruf scheinbar nicht mehr so attraktiv ist, weil ähm als Kirchenmusiker.
1:09:09
Also ich meine, für mich ist das ein unfassbar toller Beruf. Ich bin sehr flexibel. Ich kann mir meinen Arbeitsalltag absolut flexibel einteilen, wie ich möchte. Ich bin gut bezahlt. Also ich meine, das muss man, das muss man den Kirchen wirklich lassen,
1:09:23
Bist du Kirchenmusiker, ähm.
1:09:27
Alles ist gut, ja? Du kommst über die Runden, die Kirche sorgt auch gut für den für die Rentenzeit für dich vor und äh da äh kann man nichts beanstanden und dann muss ich mich halt wirklich fragen, wieso ist dieser Job so unattraktiv? Wo wo kann das dran liegen?
1:09:43
Ja, also ähm da sehe ich schon viele gravierende Probleme und ich finde, wir müssen die Jugend viel, viel mehr fördern. Das ist ja auch so eine Geschichte, die.
1:09:52
Ich nicht verstehe, wir wollen Leute dazu bringen, die C-Ausbildung zu machen, dann müssen sie's aber auch noch selber bezahlen. Wo ich mir so denke,
1:10:01
nicht gerade die Kirchen einfach mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen, das dann lass es mal.
1:10:06
Keine Ahnung, zwanzig Leute in einem Bistum sein, wenn du Glück hast, die da im Jahr den C Examen nehmen. Wieso sagt man nicht komm, wir bezahlen das, weil wir.
1:10:15
Ja, dass du später bei uns in den Kirchen spielst, ähm.
1:10:20
Machen das damit dann einfach ein bisschen attraktiver, ne? Und das sind alles so ganz viele Sachen, die ich nicht nachvollziehen kann und wo ich mir einfach wünschen würde, dass man mal drüber nachdenkt, denn äh.
1:10:32
Auf lang oder kurz wird es so, wie es aktuell läuft, nicht weitergehen können.
1:10:40
Und was passiert dann aus deiner Sicht? Immer mehr Stellen wirst du nicht mehr mit, also das sehen wir ja jetzt schon, immer mehr Stellen können, nicht mit hauptamtlichen Kirchenmusikern mehr besetzt werden. Dann werden.
1:10:50
Große hauptamtliche Stellen auf einmal runtergekürzt, ja, wie jetzt grade geschehen in äh
1:10:58
war denn das? Ich glaube, in Braunschweig oder so, wo es eine ganz herausragende Stelle mit einer großen Chorabteilung gab, die darüber Jahrzehnte aufgebaut wird, wurde
1:11:07
A-Stelle und auf einmal ist es nur noch eine fünfzig Prozent B-Stelle, nachdem der Kollege in Ruhestand gegangen ist, wo ich mir so denke also, was soll denn das?
1:11:16
Ja und der Aufwand ist natürlich der gleiche. Der Aufwand fällt ja nicht weg. Und ähm man muss da Möglichkeiten finden, viel, viel gezielter äh Leute einzusetzen und auch ähm.
1:11:29
Ich glaube, dass das Feld des Kirchenmusikers auch so ein bisschen zu öffnen, weil.
1:11:34
Es fällt dir auch auf, dass sehr, sehr viele Leute Schulmusik studieren mit dem Hauptfachorgel,
1:11:39
Ja, die herausragenden Musiker sind, die ähm super mit Gruppen arbeiten können, wo man auch einfach sagen muss, komm, dann müssen wir die halt noch irgendwie einbinden oder generell das Instrument attraktiver machen und ganz klar sagen,
1:11:53
Das ist zum Beispiel eine Sache, die ich sehr, sehr wichtig finde. Ich bin zum Beispiel der Meinung,
1:11:59
Kinderchorleitung, wenn du eine gute Kinder-Chorleitung machen willst, dann gehört da kein Kirchenmusiker hin, da gehört ein sehr guter Pädagoge hin, der mit Kindern umgehen kann.
1:12:09
Und kein Kirchenmusiker. Weil als Kirchenmusiker ist immer zwei Semester irgendwie so ein bisschen Kinderchorleitung und das war's, ja? Und ich finde, da muss man einfach.
1:12:19
Gucken viel, viel gezielter hinterfragen, was ist sinnig, was sollen Kirchenmusiker machen, den Kirchenmusikern auch Unterstützung an die Hand geben und.
1:12:28
Musik, das muss man einfach auch verstehen, darf auch Geld kosten und äh da muss man einfach, da muss man sich drüber im Klaren sein. Und ich finde.
1:12:38
Kultur ist eine ganz wichtige Sache, da kann man ruhig mal ein bisschen Geld für ausgeben.
1:12:45
Das ist doch das Wort zum Sonntag. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
1:12:49
Christoph, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Erzähl uns gerne weiter an Kollegen und du darfst natürlich wie üblich
1:12:57
einen Kandidaten, Wünschen vielleicht für den nächsten Podcast, ich schaue, ob ich's realisieren kann. In der Vergangenheit hat's zwar nicht so ganz gut geklappt, aber vielleicht klappt ja dein Wunsch.
1:13:06
Ja da äh kommt mir gerade ein sehr guter Kandidat in den Kopf, nämlich mein ehemaliger Lehrer aus Mainz, der Daniel Beckmann, Dom Organist zum in Mainz.
1:13:16
Und äh dort wird ja wie gesagt gerade eine ganz ganz neue Orgel aufgebaut. Das wird ein ganz, ganz faszinierendes Instrument werden und ich könnte mir vorstellen, dass der da viel zu erzählen hätte und ähm
1:13:28
jetzt in den letzten Jahren seit er da ist, dieses diesen Orgelbau neubauprojekt
1:13:34
der Maaßen vorangetrieben, ganz, ganz faszinierend und ich glaube, der könnte viel erzählen. Und da hättet ihr alle Spaß dran.
1:13:42
Sehr fein. Dann probiere ich den Kontakt herzustellen und vielleicht klappt es ja nach Mainz,
1:13:48
Zumindest sind die Leute dort ein bisschen entspannter als in habe ich mir. Das stimmt. Sagen lassen.
1:13:55
Danke, dass du im Orgel-Podcast warst. Wenn ihr Fragen habt an Christoph, schaut gerne auf seine Webseite vorbei, Show-Hypnotiseur Punkt EU, hab's auch in den Shownotes dieses Podcasts verlinkt
1:14:06
und ansonsten findet ihr uns natürlich auch jederzeit bei Spotify und allen Podcastdiensten, die es so gibt, Feedback, jederzeit gerne, Orgel Podcast Punkt DE.
1:14:15
Und ich hoffe, dann hören wir uns spätestens in einem Monat wieder und jetzt wieder regelmäßiger.