Bücher sind wie Kekse

Wer Bücher liebt, verschlingt sie wie Kekse! Autorin Dagmar Hager spricht ganz offen mit KollegInnen und spannenden Menschen. Die Themen? Alles, was mit Buchstaben zu tun hat! Bücher, Literatur, Lesen, Schreiben, Neuerscheinungen und und und. Du hast Feedback zum Podcast? Schreib uns an podcast@liferadio.at!

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episode 25: Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben! [transcript]


Wie uns Spielzeug, Apps, Sprachassistenten und Smart Homes überwachen und unsere Sicherheit gefährden. Die oberösterreichische Technologie-Journalistin Barbara Wimmer spricht mit Podcasterin Dagmar Hager anhand vieler erschreckender Beispiele darüber, wie wir auf die totale Überwachung zusteuern, was wir im Umgang mit vernetzten Geräten beachten sollten und wie wir unsere Privatsphäre schützen können.


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 2021-08-17  27m
 
 
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Bücher sind wie Kekse, der Bücherpodcast mit Dagmar Hacker. Ein Kunde bestellt bei einem Unternehmen einen vollautonomen Garagenöffner
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doch der
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reagiert plötzlich nicht mehr. Im Gegenteil, er sperrt ihn einfach aus. Was ist passiert? Der Kunde hat zuvor auf Amazon eine schlechte Bewertung über den Öffner verfasst und
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dass Unternehmen hat sich schlichtweg gerecht. Den Account des Kunden aus finde ich gemacht in überwacht, die ID gesperrt und.
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Bindung gekappt. Was haben diese Leiterware Geschichte und ein Kuhstall gemeinsam?
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Wiener Technologiejournalistin und Autorin Barbara Wimmer. Die schreibt nämlich sowohl Sachbücher als auch Krimis und in ihrem Sach,
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Hilfe. Ich habe meine Privatsphäre aufgegeben, zeigt sie eben auf, wie uns unser Spielzeug, Apps oder Haushaltsgeräte überwachen.
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Und in ihren Thriller tödlicher Crash lässt sie dann auf dieser Basis sogar den österreichischen Finanzminister durch sein eigenes Auto ermorden und eben,
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Kuhstille hecken. Überall das und die Barbara selber reden wir jetzt in diesem Podcast, also haltet euch gut fest,
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Es geht los. Also mir gegenüber sitzt gerade eine fröhlich, lächelnde rothaarige mit tollen Lob.
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An der tollen Mähne, sehr schlauen Augen hinter einer Sonnenbrille und äh die ist nicht nur Autorin und Journalistin, sondern auch eine sehr, sehr erfolgreiche, die
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gewesen. Also Wasser so mal, was wie ein weiblicher David Guetta.
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Na ganz so erfolgreich wie David Guetta war ich nicht. Der hatte ein paar mehr Fans als ich, aber bei mir waren's zumindest einige tausend und ich habe ihnen sechshundert Clubs in sechsundzwanzig Ländern der Welt aufgelegt und bin ganz schön herumgekommen. Mhm.
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Und wieso machst du das jetzt nicht mehr?
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Weil ich mich ganz bewusst für eine Autorinnenkarriere entschieden habe, Kreativität ist halt immer schon meine Leidenschaft gewesen, aber
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Musik und Schreiben und beides äh in meiner Freizeit geht sich nicht ganz aus. Ja. Wir fangen jetzt mit einem.
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An, ja? Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben, beginnt mit einem Kühlschrank, der vor ein paar Jahren war das schon automatisch Milch hätte nachbestellen sollen,
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prinzipiell eine nicht so blöde Idee gewesen wäre, hat nur leider nicht so funktioniert, weil der Kühlschrank hat ganz was anderes gemacht, nämlich.
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Der Kühlschrank hat Spam-E-Mails verschickt, statt äh die Milch nachzubestellen. Und zwar weil äh keine Security-Updates bekommen hat und deswegen gehackt wurde.
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Und konnte dann aus der Ferne fremdgesteuert werden. Und das ist auch passiert.
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Ja, ja, dass es passiert, nicht nur von Security-Forschern, die das ausprobiert haben, sondern es wurden wirklich die Kühlschränke gehackt und ihn an Bordnet integriert. Und dieses Botnett hat er dann tatsächlich im Jahr.
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Zweitausendsiebzehn
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Netflix und Co lahmgelegt. Okay, das war schon ziemlich dramatisch. Ist aber Realität, genauso wie zum Beispiel äh die Geschirrspüler, die die Waschgänge zählen und dann selbstständig bei Amazon Tabs bestellen. Ähm,
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Das alles nennt man das Internet der Dinge. Das ist ein Begriff, der ist eh schon relativ
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durch, hat bei uns allen schon längst Einzug gehalten, ob diese Dinge jetzt sinnvoll sind oder nicht, das muss dann jeder selber beurteilen. Ähm du allerdings hast dich angesichts dessen gefragt, wo führt denn das
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hin
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ich habe ganz viele Beispiele gesammelt, die äh Szenarien darstellen, die tatsächlich schon passiert sind. Also da ist nichts ausgedacht in diesem Buch, sondern es ist alles wahr
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im Gegensatz zu meinen Krimis. Und eines dieser Beispiele ist eben eine Babycam, die hat sich selbstständig gemacht. Die war eigentlich dazu gedacht, im Kinderzimmer,
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zu schauen was das Baby tut wenn es schläft und jedenfalls hat sich die Kamera allerdings dann wie die Mutter das Baby gestiehlt hat ständig und sie beim Stillen gefilmt.
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Unter was du gegen sowas tun kannst, da reden wir nachher gleich noch drüber. Hast vielleicht noch ein, zwei andere Beispiele, die auch relativ erschreckend sind,
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vernetztes Spielzeug, zum Beispiel eine Puppe
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die können sprechen mit dem Kind und die kann zum Beispiel auch jemand aus der Ferne manipulieren und dem Kind zum Beispiel befehlen, die Tür zu öffnen und das Kind geht dann halt hin und macht die Tür auf und dann kommt halt der Fremde rein und dann können auch gruselige Dinge passieren.
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Du hast aber dieses Buch nicht geschrieben, um uns Angst zu machen, sondern eben, um aufzuzeigen, was schon alles Realität ist und was wir alle tun können, um dem nicht hilflos ausgeliefert zu sein, oder?
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Ja natürlich, also es geht mir nicht darum, möglichst viel Angst zu schüren und zu sagen, neue Technologien sind alle schlecht, sondern mir geht's darum, zu zeigen, was alles passieren kann, wenn wir uns nicht damit als Gesellschaft befassen,
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was denn passieren kann, was die Folgen sind, weil die gehen uns ja schließlich alle an, das kann uns alle betreffen
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und genau ähm da können wir einzelne was tun, aber es ist auch die Politik gefordert. Mhm. Was denn wir tun können, beziehungsweise
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die Politik tun könnte, das schauen wir uns ein bissel später in dem Podcast noch an. Beginnen wir mit diesem dieser Geschichte, mit diesem Garagenöffner, was hast du denn daraus für Lehren und Schlüsse gezogen? Was war das für dich interessante daran.
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Ich persönlich habe Gott sei Dank keine Garage. Aber,
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es ist natürlich schon schlimm daran zu sehen was für Auswirkungen das haben kann wenn wir uns zum Beispiel nur über etwas beschweren. Also da hat sich halt jemand online beschwert darüber
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das äh mit dem Produkt nicht zufrieden ist
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und konnte dann daraufhin sein Tor nicht mehr öffnen und das ist halt natürlich zeigt natürlich was das für Auswirkungen haben kann.
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Genauso schlimm ist es aber zum Beispiel, wenn man dann sein Fahrzeug nicht mehr aufkriegt mit dem elektronischen Schlüssel
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oder wenn man sein Handy verliert und das sperrt halt zufällig die Wohnung auch auf. Mhm
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Dieses Start-up, das das ja, der hat ja den wirklich dann ah den Nachverfolgt, den weiten Musi, den erst einmal finden soll und mit seiner ID und mit allem ähm gibt's das Start-up noch oder ist das nicht eigentlich so, dass man sagt, das kann ja nicht sein, dass man mal ja was tun.
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Ja, das gibt's noch, hat sich aber in Europa nicht durchgesetzt.
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Da freuen wir uns, wenn man weiß, wie die agieren. Aber eigentlich schon äh für mich erschreckend, äh wie der gedacht wird und eigentlich auch skrupellos umgegangen wird. Und das ist, das ist das Gang und Gäbe, da war das wirklich ein Ausnahmefall.
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Also so dieser dieses Beispiel war sicherlich ein Extremfall, sage ich jetzt mal. Ich habe noch ein Beispiel, dass mir äh hängengeblieben ist, ist dies Niederländerin. Was die gemacht hat, war sie hat sich an die
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billige, relativ billige Überwachungskamera für einen Hundewelpen gekauft und plötzlich hat diese Kamera sie selber überwacht. Was war da los?
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Ja, also die Frau wurde dann tatsächlich von der Kamera überwacht und angesprochen und zwar auf Spanisch. Senioritta hat die Kamera gesagt, als sie sich zu ihr rübergedreht hat.
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Und die Frau war natürlich total schockiert und hat das Produkt dann auch zurückgebracht. Aber was war da los? Warum was war mit der Kammer? Ist die gehackt worden oder,
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Ja ja, die Kamera ist selbstverständlich gehackt worden und zwar, weil sie nicht gesichert war mit einem extra Passwort, sondern es war das Standardpasswort eingestellt. Das ähm machen viele, wenn sie ein Gerät bekommen, dass sie einfach das
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eingestellt lassen, was da schon ist,
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Also nicht tun, wenn man sowas gab. Das Passwort auf jeden Fall ändern. Äh was uns trotzdem vielleicht ausspioniert zu werden, es sollte einem schon bewusst sein, wenn man sich so ein Produkt kauft, oder?
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Ja, also was empfohlen wird, ist, bevor man sich einfach so eine Babycam oder eine Cam, eine Überwachungskamera für den Hundewelpen kauft.
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Ist ähm nachzuschauen im Internet auf äh bei den Rezensionen, was denn schon über diese Kameras bekannt ist,
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die Produktinfos vom Hersteller lesen, ob der zum Beispiel sich selbst als sicher bezeichnet.
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Garantiert zwar noch lange keine Sicherheit, aber ist zumindest ein Indiz dafür, dass er sich schon damit befasst hat, mit diesem Thema. Mhm. Weil ansonsten kann da alles Mögliche passieren. Wir wollen's natürlich nicht verteufeln, solche Geräte, aber,
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Du propagierst halt immer wieder sorgsamer Umgang.
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Genau, also auf jeden Fall das Wichtigste ist, dass man sich Formen so was anschafft, sorgfältig darüber informiert, was man sich denn da eigentlich anschafft. Nur weil etwas eine Internetverbindung hat, ist es weder,
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total toll noch totaler Schrott, sondern,
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man muss einfach schauen, was holt man sich da ins Haus. Kommen wir nochmal zurück, weil für mich das Erschreckendste war ja, dieses Kinderspielzeug, dass sie eigentlich auch spioniert und vernetzt ist. Erzähle uns doch mal, wie denn das genau funktioniert oder was passiert oder was kann das sein mit solchen Spielzeugen.
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Ich bin deswegen so genau aufs Kinderspielzeug eingegangen, weil es ja sehr viele Eltern betrifft und weil äh immer mehr Spielzeug vernetzt wird.
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Und ähm das wird dann halt so versteckt. Ja, die Puppe kann sprechen, die Puppe kann in der Stimme der Eltern sprechen. Das ist natürlich zuerst einmal toll, beziehungsweise viele Kinder wünschen sich das dann auch, wenn sie.
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Niedliche Spielzeug sehen und sie es hören, dass das irgendwie da mit ihnen sprechen kann.
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Und ich habe mir so ein Einhorn, so ein Plüscheinhorn, extra gekauft für einen großen Kongress, wo ich vor viertausend Leuten gesprochen habe zu diesem Thema,
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und habe das Einhorn dann auf diesem Kongress hacken lassen live und es hat nicht einmal fünf Minuten gedauert.
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Und hat schon an einen ganz bösen, bösen Slogan drauf gehabt, dem kein Kind vorspielen würde. Okay, das heißt, das das Einhorn hat dann plötzlich das gesprochen, was der Hacker wollte. Genau, okay. Was war das?
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Das war in dem Fall die aus einem Film. Okay
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Ein ganz böser Stimme. Okay. Das Kind kriegt er den Schock seines Lebens. Also gibt's dann sonst so Apps dazu auch gleich. Also das geht ja dann in eine Werbewelt auch gleich hinein, wo man ja dann doppelt Kirscht.
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Ja genau, also die Unternehmen vermarkten dann nicht nur das Spielzeug, sondern dann gibt's eine App, mit der man diese Nachrichten aufnehmen kann.
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Und in dem Fall von dem Spielzeug namens. Der Hersteller ist mittlerweile nicht mehr existent.
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Das heißt, deswegen kann ich ihn auch nennen, weil er ähm bankrott ist aufgrund.
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Verfahren gegen diesen Hersteller und der hat halt tatsächlich auch eine App rausgebracht
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wo es in der Kinderversion dann äh äh Pornowerbung gegeben hat. Also was ja total absurd ist.
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Wenn man eine App ohne Werbung nutzen hätte wollen, hätte man nochmal extra dafür zahlen müssen, aber dann die Pornowerbung ähm in einer Kinder-App, es geht halt wirklich zu weit
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Kommen wir auch nochmal zu dem Fall von der Frau in den USA, die hat mir schon die Babycam beim Stillen. Die ist also auch gehackt worden. Was hat die Kamera dann gemacht?
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Die Kamera hat sie aufgenommen. Mhm. Wie sie äh gestillt hat. Aufgenommen, also und das ins Netz gestellt oder wie oder wo?
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Das hätte sie können, hat sie in dem Fall aber nicht gemacht. Das ist es ja. Man hat eine große Unbekannte als gegenüber, von der man überhaupt nicht weiß, was diese Person mit diesen Bildern eigentlich macht.
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Es kann sein, ins Netz gestellt. Es ist einem Pärchen passiert, die von ihrem Smart TV Sex hatten, dass die im Netz gelandet sind,
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auch aufgezeichnet worden. Es ist äh eben die große Unbekannte, wer ist da gegenüber, was hat der mit dem Material vor? Will der das Wohnzimmer ausspionieren, damit er einbrechen kann? Will der einfach nur stalken und die Frau beobachten.
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Finde, dass sie hübsch unter Anführungszeichen, man weiß es nicht. Mhm. Ist ja furchtbar. Also ich stelle mir das schrecklich vor. Das ist einer der intimsten Momente, dann ist die Kamera dabei und du weißt nicht, wer ist da draußen? Was hat die Dame dann gemacht?
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Ja, die hat das Produkt auch reklamiert und sich auf Facebook beschwert und so wurde der Fall dann halt im Ideal bekannt. Mhm, okay. Und sonst ist da nicht irgendeine Strafe oder folgt da folgt ja dann nichts oder auch für den Hersteller ist da nichts passiert oder was wie ist das weitergegangen?
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In dem Fall nicht, aber rein theoretisch, wenn einem das passiert, kann man natürlich zur Datenschutzbehörde gehen und einer Beschwerde machen. Eine Meldung machen, ja. Genau und was tut die dann?
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Untersucht das dann und schaut, wo sitzt der Hersteller, ist überhaupt dafür zuständig, das kann sich dann leider monatelang ziehen und im schlimmsten Fall kommt nichts dabei raus.
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Also wenn ihr da draußen, äh wenn ihr euch jetzt denkt, so ein Gerät oder solche Geräte kommen mir so und so nie ins Haus, dann wird euch die Barbara gleich enttäuschen, denn ihr habt's jetzt wahrscheinlich sogar schon. Unser aller Leben ist ja in jedem Fall betroffen
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Äh du sagst deine Zahl, dass in Österreich zum Beispiel sind mehr Geräte miteinander vernetzt, dass es Menschen gibt
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und in Deutschland ist das so, wird aber wahrscheinlich dann in Österreich auch sehr ähnlich sein, dass es bald sein könnte, dass
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auf jeden von uns, vom Baby bis zum Kreis vier solcher Geräte kommen. Das ist realistisch.
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Ja, voll realistisch, weil es fängt ja mit dem Smartphone an, dann geht's mit Alexa weiter
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dann kommt vielleicht der vernetzte Geschirrspüler noch dazu, wenn man seine Haushaltsgeräte abdatet und schon sind's drei Geräte und wir sind noch im Jahr zwanzig einundzwanzig. Ja, da kommt noch viel mehr auf uns zu, was ja teilweise natürlich auch sehr reizvoll ist, aber das ist ja, wir wollen ja gerade diese dieses Bewusstsein dafür schärfen, was denn dann auch alles sein kann
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und ein bissel was können wir ja tun, das hast du jetzt schon gesagt, weil wir brauchen ja zum Beispiel auch nicht unbedingt die digitale Zahnbürste, die uns sagt, wo man schlampert, putzen, dabei aber Daten sammelt und das, was ja eigentlich wieder viel über unsere Lebensgewohnheiten aussagt. Das passiert ja auch.
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Genau, also es gibt ähm elektrische Zahnbürsten, die genau aufzeichnen.
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Eine Stelle nicht so genau geputzt wird und zwar regelmäßig, das ist ja eigentlich schon noch ihre Kamera schon noch als praktisch einstufen.
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Problem ist, wenn man dieses Produkt nutzt, kriegt man.
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Elens lange Datenschutz äh Bestimmungen angezeigt, ähm nicht auf der Zahnbürste, sondern auf der zugehörigen App
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und man hat nur eine Wahl, wenn man diese diese dieses Produkt dann auch so nutzen möchte. Man muss dieser Datenschutzverordnung zustimmen. Mhm.
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Und da kommt man nicht drum herum und kaum einer liest das. Und jeder stimmt zu.
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Und schon werden diese Daten aber auch an das Unternehmen ähm übermittelt und dieses Unternehmen kann dann,
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zum Beispiel diese Daten nutzen und das Produkt zu verbessern. Da denkt man sich auch noch, ja, darf's ruhig.
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Aber ähm werbe Einblendungen zu Karies oder wenn das dann an die Versicherungen weitergeleitet werden sollte, will man dann halt doch.
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Das ist ja auch so ein riesengroßes Thema, das auch vorkommt, dass äh wie du sagst, Versicherungen mit diesen äh Watches, mit den Smartwatches und den Biodaten, die dann weitergegeben wird.
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Größte Währung in Zukunft werden ja Daten sein, oder? Daten sind das neue Öl, hat man schon, hört man jetzt schon einige Jahre lang. Es geht
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den Firmen sehr oft einfach vor allem um diese Datensammlungen. Mhm. Und sie schauen halt über alle möglichen Wege, dass sie dazu kommen, um eben auch zum Beispiel gesteuerte Werbung oder gezielte Werbung zum Beispiel ausspielen zu können, weil das ist ja
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wenn ich sage, ich treffe eine Zielgruppe zu hundert Prozent, dann ist genau das das, was sie eigentlich wollen. Kommen wir nochmal trotzdem kurz zu diesem vernetzten Spielzeug. Du hast schon vieles gesagt, aber ich möchte es trotzdem noch einmal hinstellen. Was rätst du Eltern bei solchen, bei der beim Spielzeugkaufgehen ein?
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Also in dem Fall würde ich tatsächlich sagen, die smarte Puppe ist weniger intelligent als die vermeintlich dumme Puppe, die das alles nicht kann,
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einfach nicht notwendig ist, ähm kleine Kinder schon ähm mit diesem Produkt irgendwie zu konfrontieren, das alte Spielzeug ist genauso toll und.
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In dem Fall würde ich tatsächlich darauf zu verzichten, weil die Gefahren zu groß sind.
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Und äh du sagst dort ganz genau, einfach hinschauen, was was die Kinder, wenn sie denn spielen mit diesen smarten Spielzeug, sage ich jetzt mal, was was sie da genau tun oder?
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Ja, ansonsten ist es ganz wichtig, dass man das Kind grade in den ersten Phasen überhaupt nicht damit alleine lässt, sondern wirklich dabei ist und schaut, was passiert
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und sollte das Kind jemals komische Erfahrungen berichten, eben sie hat eine fremde Stimme gehört oder so, dann auf jeden Fall immer ernst nehmen.
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Manchmal entgehen wir dem aber gar nicht, da haben wir überhaupt keine Chance, zum Beispiel, wenn man äh in einer Stadt unterwegs ist und da sind Fußgängerampeln, die mit Kameras ausgestattet sind
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zum Beispiel schneller umschalten, wenn Menschen warten, damit die einfach schneller über die Straße gehen. Ist ja prinzipiell auch nichts Schlechtes. Äh oder du schreibst auch Wien zum Beispiel ist so eine Stadt, die
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ganz viele Überwachungskameras an öffentlichen Stellen, also.
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Berlin zum Beispiel ist noch weiter vorne, aber Wien ist auch ganz stark. Da kann man sicher gar nicht wehren, das ist einfach so oder haben wir da irgendeine Chance.
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Nadine Überwachungskameras in der Öffentlichkeit sind wieder ein eigenes Thema ist extrem. Also da kann man natürlich als Einzelperson überhaupt nichts dagegen machen, ähm dass es die gibt.
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Wenn man jetzt irgendwie das überhaupt nicht will.
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Dass man da aufgezeichnet wird, gibt's natürlich schon Methoden, man kann bestimmte Sonnenbrillen aufsetzen, man kann sich Muster ins Gesicht
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malen. Das klingt jetzt bei uns in Österreich noch alles total utopisch, weil wir ja in einer freien Demokratie leben, wo uns nichts droht, aber zum Beispiel in Hongkong,
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wurden all diese Methoden tatsächlich dann schon eingesetzt von den äh Aktivisten, die versucht haben, die Demokratie zu erhalten.
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Welche Entwicklung in die Richtung stimmt dich sehr bedenklich? Gibt's da irgendeinen eine Facette, wo du sagst, das geht gar nicht, aber das kommt?
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Ja, also Gesichtserkennungsüber äh Software, also wenn man dann die Überwachungskameras alle mit äh einer Software ausstattet
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die dann noch äh sehen kann, wer geht denn da jetzt eigentlich? Und daraus Aktionen überleiten kann, wie es zum Beispiel in China schon der Fall ist, wo man, wenn man bei Rot über die Ampel geht
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kann's passieren, dass man,
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auf einer Leinwand projiziert wird und und öffentlich geschämt wird. Mhm. Also solche Sachen, solche Entwicklungen sind einfach schon sehr absurd. Klingelnd noch für uns in Europa.
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Aber ähm international schon eine große Gefahr,
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wenn die Technologien einmal existieren und eingesetzt werden, dann werden sie auch irgendwann einmal gebraucht werden dafür.
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In diversen Action Futuremovies, alles schon Realität, dass man die Gesichtserkennung sieht und da draußen die Handlung sich weiterspinnt, also gesehen haben wir es alle schon, aber das es so real ist, das wollen wir vielleicht alle noch nicht so wahrhaben.
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Es ist aber so. Ein riesen Thema ist auch grad bis Ende zweitausendzweiundzwanzig sollen ja ganz viele fünfundneunzig Prozent aller österreichischen Haushalte smarte Stromzähler haben, die dann automatisch schon,
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dem Versorger verbunden sind. Was ist da das Thema? Auf das zu achten ist.
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Ja das ist ein ganz äh schwieriges und aktuelles Thema, weil immer mehr Haushalte gerade in Oberösterreich schon smarte Stromzähler bekommen haben.
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Kann man derzeit als Kunde fast nichts dagegen machen.
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Und man es gibt allerdings ein Opt-out, was gesetzlich vorgesehen ist, also man kann sich dagegen entscheiden, dass der Zähler smart wird. Mhm.
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In dem Fall werden aber nur die Funktionen abgedreht und der Zähler selbst äh kann mit einem Mausklick wieder auf intelligent umgeschalten werden,
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und äh davor warnen halt ähm die ganzen IT-Techniker extrem, weil äh das kann nämlich ganz leicht gehackt werden
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und dann auch missbraucht werden. Und da kann man dann zum Beispiel über den Stromzähler sehen, ob gerade jemand zu Hause ist und kann halt auch an die Daten herankommen. Also die Energieversorger sagen natürlich alles, das ist supersicher.
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Aber die Beispiele, die ich in meinem Buch anführe, zeigen, dass nichts, also supersicher ist, sondern eigentlich alles gehackt werden kann. Man muss zumindest mal drauf hinschauen und das zumindest mal wissen, weil ich glaube, vielen ist das gar nicht bewusst.
20:26
Auch sein Thema oder das das viele denken da einfach zu ohne zu wissen oder genau zu wissen wo sie da zustimmen oder?
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Ja ja, das ist allgemein dieses Problem mit diesen langen Datenschutzverordnungen, die kein Mensch liest. Mhm. Und die extra lang gehalten werden, damit sie kein Mensch liest.
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Eben schon bei der DSGVO, weil falls sich da jemand denkt, na, die gibt's ja eh, viel ist da auch nicht zu machen mit dieser DSGVO, denn das Unternehmen unsere Daten sammeln, ist immer ein Fakt,
20:55
genauso wie das Datenle,
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passieren. Da hast du ja dann auch wunderbare Beispiele, also entweder das Leck basiert, weil sie gehackt werden oder auch irrtümlich, auch das ist schon vorgekommen und dass unsere Daten dann plötzlich frei im Internet herumschwirren und dann auch von wem genutzt werden können, zum Beispiel.
21:12
Von allen, wenn sie frei im Internet stehen, kann sie jeder nutzen. Beziehungsweise, was tatsächlich immer wieder passiert.
21:21
Äh in meinem Freundeskreis äh kommt es sehr häufig vor, dass jemand auf Facebook schreibt, Hilfe, mein Account ist gehackt worden.
21:29
Was ist da in den meisten Fällen passiert.
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Da landet ein Passwort, was dieser User oder dieser Userin genutzt hat, im Internet frei und,
21:40
wird dann von Menschen ausprobiert sich mit der E-Mail-Adresse die auch dazu frei im Internet ist also da landen meistens E-Mail-Adresse und Passwort oder Telefonnummern, Passwort und das wird dann.
21:52
Ausprobiert, oben, ob das zufällig auch dasselbe Passwort ist, wie auf Facebook und dann wird versucht sich einzuloggen,
21:59
und wenn's gelingt, dann ist der Account übernommen und dann kann der Fremde im Prinzip das Passwort ändern und den Account ganz übernehmen. Meistens wird sich nur darin umgeschaut.
22:09
Oder es wird einmal ein Posting abgesetzt, Messages platziert, die nie von einem selbst stammen, genau diese Message sind aber total gefährlich. Mhm.
22:19
Ist mir auch selber passiert bei einer Empfehlung von einer Facebook Freundin, die dann gesagt, so war sie nicht, Account wurde gehackt, nämlich eine Empfehlung für, ich weiß nicht mehr, irgendein Produkt war's, glaube ich, so klassisch, oder?
22:29
Ja, ja, genau. Und weil das ja von Freunden kommt, glaubt, man dem natürlich auch eher und da fallen extrem viele Leute drauf rein und deswegen ist das ja auch so eine gefährliche Masche, die meistens funktioniert. Mhm.
22:41
Offensichtlich. Es gibt so äh schon richtige Datenhändler offenbar auch im Netz oder die damit handeln?
22:47
Ja, also es gibt die offiziellen Datenhändler und es gibt halt äh einen Schwarzmarkt dafür im Darknet. Mhm.
22:54
Das Internet der Dinge ist also nicht ohne und das haben wir noch gar nicht über Google, Facebook und Co geredet, was die alles so treiben, über Cloud-Computing, über Smart Homes, über
23:04
Überwachung und äh auch das Gesundheits- und Fitnessdaten haben wir jetzt nur kurz angerissen, weil
23:12
sollen sie natürlich alles bei dir im Sachbuch nachlesen, wo das alles steht.
23:16
Natürlich, also ähm in Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben, gibt's jede Menge weitere Geschichten und Ratschläge, was denn der Einzelne tun kann, weil es geht mir eben, wie gesagt, in dem Buch nicht darum,
23:29
Angst zu machen, sondern vor allem darum.
23:32
Tipps zu geben und sich bewusst zu werden, was alles passieren kann. Was sind so die top drei Dinge, die wir auf jeden Fall tun können?
23:41
Standardpasswort, was mitgeliefert wird bei jedem Produkt ändern.
23:47
Und ähm das zweite, was man tun kann, ist überhaupt nie der selbe Passwort benutzen. Im Zweifelsfall lieber auf einen,
23:55
aufschreiben. Es heißt immer, ja, nicht aufschreiben, ja nicht aufschreiben, das stimmt so nicht, man darf's schon auf einen Zettel aufschreiben, wenn der nicht gerade auf den Computer raufgeklebt ist. Mhm,
24:08
und der dritte Tipp ist ähm aufmerksam die Produktinfos lesen bevor man etwas kauft.
24:16
Und sich eben informieren über dieses Produkt. Ganz kurz noch zu den Passwörtern, weil da finde ich das einen sehr netten Tipp drin, wie man ein sehr sicheres Passwort generiert und der lautet.
24:26
Man kann einen Satz bilden und sich den dann merken, der kann ruhig ein bisschen länger sein und dann,
24:34
einzelne Buchstaben mit Zahlen austauschen. Machen wir eigentlich ein ein praktisches Beispiel. Dagmar, der Podcast ist toll. Das sind dann, könnte man die Anfangsbuchstaben nehmen, nämlich Dagmar Sude,
24:47
P
24:48
Podcast ist toll, also IT, DDP IT. Und dann könnte man das I zum Beispiel mit einem Rufzeichen machen. Das wäre dann für einen Algorithmus schon schwer zu knacken. Und je länger, desto besser. Genau, also.
24:59
Wie du selbst gerade gesagt hast. Man nimmt dann die Anfangsbuchstaben und tauscht dann noch ähm ein oder zwei Satzzeichen aus.
25:07
Und dann hat man aber eine Brücke im Kopf, die man sich merken kann.
25:12
Ja, sehr leicht eigentlich, weil für einen bedeutet der Satz vielleicht etwas und ein Algorithmus hat keine Ahnung, was dahinter steckt, aber dauert es dies Jahr je länger das Passwort ist, desto länger braucht's ja auch zu knacken, das heißt auch, glaube ich, ein sechsstelliges braucht, vierundzwanzig Minuten und äh je länger desto
25:27
länger, oder? Ja, äh sogar kürzer braucht das dann. Mhm, also.
25:31
Ein langes Passwort immer gut, gell? So und jetzt gegen Schluss dieses Podcast möchten wir natürlich auch noch deinen Thriller ansprechen, nämlich tödlicher Crash. Was passiert in dem Buch?
25:41
Ja, der Finanzminister der Republik Österreich äh stirbt in einem selbstfahrenden Auto. Er ist unterwegs an äh den Attersee, wo sein Bruder lebt.
25:51
Und ähm die Journalistin Stephanie Laudern ist eine Investigativjournalistin aus Wien.
25:58
Die kommen als Erste drauf, dass das möglicherweise kein Unfall war. Mhm. Sondern ein Hackerangriff. Mhm.
26:05
Und sie wird allerdings dann aufgrund von äh
26:09
Indizien, die darauf hindeuten, dass sie da involviert gewesen sein könnte, selbst stark belastet und verdächtigt. Und was ist da los mit diesem vollvernetzten Kuhstall?
26:19
Konkret ist in dem Buch beschrieben wie eine Melkanlage gehackt wird, auch ähm mit Überwachungskamera
26:26
und das wird live in der Zip zwei übertragen. Also super spannend, vor allem hast du sicher seinen breiten Wissen geschöpft, äh das du ja hast, das hast du uns diese grad bewiesen im Podcast. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr drauf und vor allem der nächste Teil ist ja auch schon in Arbeit.
26:41
Genau, in einem Jahr im Herbst können sie dann Teil zwei lesen.
26:45
Buchautorin und Technologie, Journalistin Barbara zu Gast in diesem Podcast mit ihren Büchern Hilfe. Ich habe meine Privatsphäre aufgegeben und tödlicher Crash der Thriller stammt aus dem Verlag.
26:59
Im nächsten Podcast hörte dann Nummer eins Bestseller-Auto Andreas Gruber mit seinem neuen Thriller Toudes Schmerz. Das ist dann schon warten, es Nummer sechs.
27:09
Ich bin die Dagmar und ich freue mich, wenn ihr den,
27:12
Cast, liked, teilt und kommentiert. Bis zum nächsten Mal. Bücher sind wie Kekse. Der Bücherpodcast mit Dagmar Hacker.