Bücher sind wie Kekse

Wer Bücher liebt, verschlingt sie wie Kekse! Autorin Dagmar Hager spricht ganz offen mit KollegInnen und spannenden Menschen. Die Themen? Alles, was mit Buchstaben zu tun hat! Bücher, Literatur, Lesen, Schreiben, Neuerscheinungen und und und. Du hast Feedback zum Podcast? Schreib uns an podcast@liferadio.at!

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episode 28: Der Mann, der einmal ein Mädchen war [transcript]


Schon im Kindergarten wollte Anja ein Bub sein. Fast 30 Jahre lang lebt sie ein Versteckspiel voller Lügen. Erst als sie sich vor lauter Verzweiflung umbringen will, kommt die Wende. In diesem Podcast erzählt Ricardo Föger, der Mann, der einmal das Mädchen Anja war, schonungslos offen und manchmal kaum zu ertragen vom harten Weg zu seinem wahren ich. Ein mutiger Talk, der Podcast-Autorin Dagmar Hager berührt hat wie kaum ein anderer. 


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 2021-09-29  n/a
 
 
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Bücher sind wie Kekse, der Bücherpodcast mit Dagmar Hager. Von all meinen vielen Interviewpartnern hat er mich mit am allermeisten berührt,
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Ricardo Vöger, der Mann, der einmal ein Mädchen war. Als Anja hineingeboren in ein kleines Tiroler Dorf, wusste er schon im Kindergarten, ich will eigentlich ein Mann sein
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und prallte damit auf eine Welt, in der dieser Wunsch überhaupt keinen Platz hatte. Die Folge, er hat sich verstellt,
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Jahrzehnte lang vor allem. Vor seinen Eltern, den Freunden, den Kollegen und letztlich vor sich selbst. Bis zu jenem Moment, in dem es um Leben oder Tod ging und Ricardo sich zum Glück für das Leben entschied.
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Für ein offenes ehrliches Leben ohne Lügen Versteckspiel oder Kompromisse,
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schonungslos und manchmal kaum zu ertragen, erzählt er in diesem Podcast von seinem harten Weg. Von seinen Fehlern, seinen Erkenntnissen und auch von seinem Optimismus trotz all der Schmerzen.
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Ihr lernt also jetzt einen Menschen kennen, der vielleicht ein bisschen anders ist in seiner Vielfalt, aber letztlich nichts anderes tut,
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als mutig seinem Herzen zu folgen und uns dabei mitzunehmen. Und wenn euch dieser Podcast berührt, dann teilt ihn dort
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und erzählt anderen davon. Es war ein Weg, der sich wie a steile Felswand angefühlt hat in deinem Fall.
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In meinem Fall, ja, es war eine richtig steile Felswand mit ganz vielen Ups and Downs, aber was ich gelernt habe, nach jedem Dawn krimmt immer a ab,
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Und wenn man dann erst am am Berggipfel langkämmen ist, dann hast du einfach äh wunderbare Aussicht,
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und äh das ist das, was mir immer Hoffnung gemacht hat und vor allem auch Mut macht, jetzt dran zu bleiben. Mhm. Äh ich wäre nicht jetzt dauernd am Berggipfel stehen bleiben. Es kremmen a wieder Downs, sage ich jetzt einmal und,
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AI muss immer wieder über meine Komfortzone heraustreten, aber das,
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macht mich persönlich total stark. Also du bist da ganz, ganz offen in dem Thema, das finde ich schon mal sehr bewundernswert, weil ich glaube, das würde nicht jeder so schaffen, aber wahrscheinlich ist genau das auch notwendig, um auch ein bisschen aufzurütteln. Und um auch wirklich
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ehrlich auf das Thema hinzuschauen, mit dem man nicht jeder so ganz leicht zu tun hat oder merkt, was merkst du da? Ähm für mich war's.
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Klar, dass wenn ihr das Buch schreibt und muss in meine Hosen auf weil es bringt nix, wenn ich über das Thema,
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Buch schreibe, wenn danach immer noch ganz viele offene Fragen im Raum stehen. Das heißt, ich muss meine Seele outen, aber ich habe nicht gewusst,
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wie die Resonanz auf das Ganze ist. Mhm. Aber ich kriege durchaus auf die sozialen Medien nur positives Feedback. Mhm.
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Und dankesschreiben. Ähm und ich bin a der Meinung, dass ich nicht alle umstimmen kann,
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Ich kann Türen und da aufstoßen, ich kann vielleicht schauen, dass der ein oder andere sein Bewusstsein diesbezüglich ändert. Aber mir ist es,
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und ich bin auch realistisch, dass ich das nicht,
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bei dem Großteil der Bevölkerung schaffen wir. Das will ich auch nicht, die will dich auch nicht ändern oder umstimmen, sondern ich will einfach nur schauen, äh neue Perspektiven aufzusagen, vielleicht ein bisschen mehr Bewusstsein schaffen.
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Ja. Also in Wahrheit, wenn's nur einige wenige sind, aber die denken dann nach der Lektüre von deinem Buch anders, hast schon was erreicht, so muss man's ja sehen. Einer nach dem anderen. Die die Intention auch, was wo sie gehabt haben bei dem Buch. Und zwar habe ich ganz viel.
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Mit Suizid zu tun gehabt in meinem Leben bis jetzt und.
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Ich wohne in einem Dorf und der Bezirk ist jetzt auch nicht gerade mega, mega groß, wo ich wohne und mich macht das unheimlich traurig, dass ich immer noch höre, dass im Nachbar.
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Doof sich äh junger Mensch das Leben genommen hat und ich sage, wenn ich mit dem durch alle Leben gerettet habe, dann han ihm,
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alles erreicht, was erreichen und können. Darfst du nur dann so kurze, persönliche Erfahrungen einfügen? Ich hatte ja Krebs auch. Mhm. Und habe das seiner Freundin erzählt, die noch nie,
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beim Ortstor vorher mit 40 und zwar kleine Kinder und die ist gangen und hat die prompt ein wirklich aggressiven Greitumor. Die eine,
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zumindest den Weg gezeigt, dass sie nicht mit 38 geht und das war.
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Für mich persönlich schon, aber hat schon gereicht dafür, dass ich das durchgemacht habe. An die gibt's vielleicht ähnlich. Mir geht's ähnlich und ich habe die Erfahrung gemacht, dass,
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Problem, weil es es gibt da Lösungen und wenn ich mir das ganz fest wünsche, äh zu meinem.
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Geschlecht kommen, dass sie, mit dem ich auf die Welt kremman bin, im Kopf, gell? Und.
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Dass da die betroffenen Segen mit dem Niederland da. Es gibt so viele und.
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Es gibt wirklich viele, weil wenn jemand die Statistiken anschaut, dass bei 1.500 Einwohnern auch noch transident ist, dann ist das halt schon äh eine wahnsinnige Zahl.
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Kann man sich hochrechnen? Ja. Ist so wie bei Krebs, jeder siebte, auch der erkrankte mal im Laufe seines Lebens und das ist ja wahnsinnig viel, das Ganze durchzählen, gell? Aber jetzt tauchen wir bitte ein in deine diese ungewöhnliche Geschichte,
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sehr schonungslos offen erzählst und nimm uns einmal mit zu diesem Moment
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du bist nach Linz gefahren, bist im Zug gesetzt und so beginnt das Buch dann ja auch äh vor deiner ersten OP, die ja schon sehr heftig war, da waren Eierstöcke, Gebärmutter, Brüste, wolltest du weghaben und dann hast du dich gefragt, sieht's denn in dem Zug? Ah,
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Ja will ich das jetzt wirklich? Und dieser Teil hat geschrien, aber du sagst, du formulierst es auch so schön, deine Sorgen sind genauso fordernd, neben dir gesessen, wie war der Moment?
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Das ist total witzig, weil man wünscht sich, seit man denken kann nichts mehr als ich will endlich der Mann sein, der immer schon war und der immer schon in mir gelebt hat, ja.
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Und so richtig sagen kann man das aber dann erst.
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Wenn man die Operation hinter sich hat, weil Boss sagen, dass man sich das vorstellen kann und das dann auch wirklich leben. Das sind zwei Schuhe. Und die Zugfahrt, die dreieinhalb Stunden Zugfahrt von nach Linz, die waren schon.
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Glaube ich des Öfteren sehr selbstreflektieren und.
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Ich habe da mega Angst gehabt vorher, vor den Operationen, weil das ist ein Einschnitt dem ins Leben, den man nimmer rückgängig macht. Ja. Und die sind heftig, auch körperlich heftig. Und ich ich kann, ich ich kann da a Aussuck von meiner Cousine damals, die die hat mich auch sehr geprägt,
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und durch so ein das Kinder kriegen, um das Thema Kinderkriegen gangen und nie gesagt haben, na,
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Mit dem, was da in meinem Bauch dran ist, was sie wollen. Ich brauche das nicht. Also ich habe schon teilweise von werdenden Müttern so a bissl Unverständnis da.
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Gegenüber Bruch kriegt. Wie kann man sich Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutter rausnehmen lassen als junge, gesunde, also körperlich gesunde Frau und das haben die net verstanden, aber auch da sieht man, wie nötig die Aufklärung,
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jetzt sein sollte. Mhm. Und die Nacht vorher war, war die Hölle für mich. Ich habe gewusst, wenn ich jetzt morgen.
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Auf dem OP Tisch einschlaft, dann beginnt für mich ein neues Leben. Und ich habe nit gewusst, ob's dann für mich das Richtige ist.
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Denken kann, immer, immer wünschen habe, dass ich irgendwann einmal der Mann sein werde. Und am nächsten Tag, wenn ich dann munter worden bin von der Operation.
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Überall gesehen habe, wo aus meinem Körper die ganzen.
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Drainagen rausgehen, wo der erste Blick unter die Bettdecke und haben wir dann mit beiden Händen an die Brust gefasst und.
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Bin dann in Freudentränen ausgebrochen und dann erst war mir klar, dass es das Richtige war und dass ich das die ganzen Schmerzen, das ganze Geld, die ganzen Kummer, die ganze Angst, dass sich das gelohnt hat und,
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Ich bereue es ja net. Ich würde es jetzt mal wieder machen.
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Und dabei war das erst die erste von einigen noch heftigeren Operationen, muss man sagen, aber damit hat sich der Weg für dich gezeigt, dass es der richtige ist. Du hast allerdings schon sehr früh gewusst, dass du mit deinem Körper jetzt nicht glücklich bist, im Kindergarten, wie du schreibst,
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dann klar worden ist, dass rosa Kleid und die Puppe, das passt nicht zu dir und dann hast du, schreibst du immer mehr begonnen, eine Rolle zu spielen.
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Ich glaube, dass es in Natur des Menschen liegt, dass man äh sich Anerkennung, Liebe und des.
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Dabei sein des zugehörig sein wünscht man sich und ich hab halt alles,
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dafür getan, dass sie geliebt wäre und dass sie in der Gesellschaft integriert bin und somit habe ich halt mir Stück für Stück äh eine Mauer aufgebaut, um einfach net aus der,
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Rolle zu tanzen und der Gesellschaft, die Anja,
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geben, die sie halt seit Gebot an kennen. Mhm. Und da habe ich halt meine Bedürfnisse hinten angestellt, um,
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Liebe zu bekommen.
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Es ist ja dann immer mehr geworden, als im Fall im Kindergarten ist man ja noch verspielter, aber du schreibst dann, du hast da also deine innere Freiheit ist immer mehr zur Vergangenheit äh geworden,
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es ist immer schwieriger, gefallen nicht aufzufallen
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hast dann taktisch agiert, hast du zum Beispiel die Haare wachsen lassen, um da auch angepasster zu sein. Und ganz schlimm war's dann auch bei der Erstkommunion, weil da hast du dich ja komplett verstehen müssen. Ähm im Kindergarten hat mit der
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Doktor Erschkomunion, das ist aber zwei Jahre später.
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Vorher schon äh mit dem Thema auskommen nun auseinandergesetzt. Und ich habe gewusst, Scheiße, in der 2. Klasse Volksschule muss ich in so ein bescheuertes Kleid. Mhm.
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Ich habe mich dann aber,
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auf dieses Prinzessinnen-Kleid eingelassen, weil meiner Mutter eine Freude machen wollte und habe mir aber dann währenddessen wir dann im Auto gesessen sein, zum,
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Gosthaus, habe ich mich schon aus dem Kleid geschält und habe mich dann äh in Sneakers und Jeans und T-Shirt.
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Gesteckt. Ich habe dieses Foto auch gefunden, wo du in diesem Kleid steckst. Man sieht's dir eigentlich nicht an. Also das ist ja, wenn man's weiß, dann schon wirklich ein Walle, weil kleine,
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Prinzessinnenkleidung, wenn man weiß, wie es dir da innerlich gegangen ist, ist es eigentlich ein unheimlich herzzerbrechendes Foto für mich zu wissen, das heißt eigentlich nur für die Mama dann und innerlich hat's dich fast zerrissen. Also das ist schon
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Mich hat das sehr berührt, das Foto dann zu sehen. Äh wenn ich jetzt dazu denke, dann dann kriege ich jetzt schon äh eine wahnsinnige,
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einen wahnsinnigen Druck auf der Brust, weil das Thema war dann auch bei der Psychologin mit meiner Mama ist da zwei, drei Mal mitgegangen, hat sie gelogen, es war dann schon Thema.
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Und da hat sich dann auch gemerkt, dass Boote sehr prägend für akrint sein, wo man ja gar nicht.
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Bewusster mit rechnen, wie verletzend man in dem Moment eigentlich grad ist. Und.
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Im Alltag, wenn ich meine Frau hat, die ist neun Jahre alt und wenn ich da teilweise her.
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Was Eltern zu ihren Kindern sagen, ohne zu wissen, wie wie das grad diese Kinderseele prägen kann.
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Das äh macht mich schon teilweise sehr traurig und nah im Friseursalon kriege ich es mit, wenn ein Mädel drinnen sitzt und sagt, Mama, ich will mir die Haare schneiden lassen und die Mama sagt, na, Mädels, machen das net. Mhm.
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Muss ich mich schon immer ganz fest zusammenreißen, dass ich nicht irgendwas sage. Ähm wir kommen auf das die Worte und das, was deine Mama,
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ja auch zu dir noch gesagt hat, komma gleich noch. Ähm du schreibst aber, dann ist es ja dann weitergegangen und
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Natürlich ist das ein bissel eine Spirale nach unten gewesen, je älter du wirst, weil das ist klar, es wird immer geschlechtsspezifischer in der Hauptschule sagst du dann, ham,
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die Seile immer mehr in Richtung Erwachsen werden angezogen,
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Und du hast das Gefühl gehabt, du hast immer mehr verraten dir selber begangen, vor allem als du an deine Freundinnen die ersten Freunde äh hatten und du hast ja eigentlich nur so getan als ob, auch wieder und hast teilweise ja Panik gehabt, also du hast dir dann schon auch mit Burschen es,
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vorgegeben ist zu versuchen, so war's ja eigentlich, oder? Genau, ja, ich hab's, ich hab's versucht oder beziehungsweise vorgegeben, es zu versuchen und ich wollte einfach.
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Mei Ruhr haben. Ich habe dauernd und das tagtäglich von meiner, von meiner Familie gehört, hey
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Anja, was ist jetzt los? Wann bringst du uns denn jetzt mal den ersten Freund? Weil die Nachbarin, die Susanne,
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oder die Anna oder die Stefanie, egal wie's ihr ergreifen, alle schon Hähnchen gehalten, sich sich Küsse ausgetauscht und so weiter und die Uni i war das halt net. Mhm. Mir hat das nicht interessiert,
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aber eben auch dann für die Gesellschaft oder der Gesellschaft zuliebe habe ich dann,
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irgendwo versucht und habe zuerst einfach einmal nur gesagt, ich habe freuen, bis ich den Freund halt dann auch irgendwann einmal kennenlernen wollten und dann habe ich mir gedacht, boah, na? Mhm. Und dann habe ich was gemacht, was ich jetzt im Nachhinein schon.
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Wo es mir leid tut. Bereuen tue ich nix, was vorgefallen ist in meiner Vergangenheit, aber mir tut's leid. Mir tut's auch leid, für den Mann, den ich da.
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Gebraucht hab.
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Und dem ich da auch die großen Gefühle vorgespielt habe, was eigentlich keine Gefühle waren, nur um der Gesellschaft zu gefallen oder den, denen Gefallen zu tun.
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Meinen Freund zu präsentieren. Mhm. Aber es war wie auf Vergewaltigung für mich, muss ich ganz ehrlich sagen.
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Also jedes Anfassen, jede Umarmung, jede Berührung am Oberschenkel war für mich äh.
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Wir Vergewaltigung, ja. Da kriege ich ganz Beklemmungen, wenn ich das höre, aber.
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Ja, man kann das eigentlich gar net nachempfinden. Man kann's nur sich anhören und.
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Lassen wir das an der Stelle. Das ist einfach so. Hier reden wir da jetzt gerade immer so eine, was ich net will. Ich möchte nämlich ganz was anderes. Ich möchte mal deine Eltern sprechen, äh weil für dich war's natürlich einfach schwierig, auch ein langer Weg
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deine Mama war später in großartiger Art und Weise für dich da, aber damals eben
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noch nicht, weil aufgrund dessen was du jetzt auch gerade erzählt hast, war sie eigentlich auch unmöglich, dich deinen Eltern zu öffnen. Die waren halt in ihren Konventionen und in ihrem Denken auch verhaftet und wussten ja nichts von dir. Ich will jetzt mal gar nicht sagen, dass sie's nimmt,
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das Problem wurde ist, dass sie ihnen ja gar nicht die Chance geben habe, dass sie mir helfen, weil ich ihnen.
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Das nette, hübsche hübsche meinen Eltern zufolge und auch wenn ich mich jetzt so an auf die Fotos.
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Ich wollte Ihnen das Mädel nicht nehmen. Und ihr habt's Gefühl gehabt, wenn ich denen jetzt sage, ich will eigentlich lieber der Ricardo sein, dann nimm i ihnen ihr.
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Anja. Und das hat dir dann,
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Auch dazu geführt, dass sie sich mit deinem oder dass sie dich mit deinem burschikosen auftreten, dann ja eigentlich auch konfrontiert haben. Und sogar, das war mal zu Weihnachten, wo du sagst, da war deine Mama so richtig verletzt und
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hat dich wirklich ganz tief getroffen.
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Ja und es war zu Weihnachten, wir sind da äh eine sehr traditionelle Familie, wie jetzt mal behaupten und bei uns war es Weihnachten immer so, dass wir zum Heiligen Abend immer zu viert,
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Weihnachten gefeiert haben und am am 25. Dezember sind wir noch zu den Großeltern gefahren,
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Und da wollte sie halt, dass sie endlich ein Molassor-Kleid anzieht, von Hauptteil von meinem Kleiderschrankhaus hier a Kleid geholt und hat's mir vor die Viers geworfen und hat gesagt, gut, das ziehst du jetzt an.
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Ich habe gesagt, nein, ziehe ich das jetzt nicht an. Dann hat die Mama gesagt, doch du ziehst das jetzt an, weil sonst bleibst du da. Ich tue mich nicht mit dir schämen. Mhm.
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Und das war dann der Zeitpunkt, wo ich so zum ersten Mal zum Rebellwahn bin. Mhm. Da hat's mir so richtig den Boden unter die Fäss weggezogen und.
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Anzogen, weil ich da, weil da ein innerer Konflikt mit mir aufgetreten ist. Ich will meine Familie sägen
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Will aber dieses bescheuerte Kleid nicht anziehen, was du ihnen jetzt. Dann habe ich halt gesagt, okay, meine Familie ist mir einfach so wichtig, dass ich das Kleid jetzt anziehe. Ich habe das aber nur noch,
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an dem Abend gemacht, beziehungsweise an dem Tag gemacht, weil von dem Zeitpunkt an habe ich mich von meiner ganzen Familie distanziert und.
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Zurückgezogen und bin auch auf kein Familienfeier mehr gegangen.
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Also da hat die Rebellion begonnen, es war ein bissele ein Wendepunkt wahrscheinlich auch. Äh in der Richtung, die natürlich wahnsinnig schmerzhaft war, gar nicht mehr vorstellen, aber eigentlich in die Richtige. Wenn du sagst ja, auch all diese Erfahrungen waren nötig und haben mich dahin geführt. Du hättest,
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keine Abkürzung nehmen können für den späteren Weg. Du hast ja alle gebraucht. Trotzdem, dass du schmerzhaft warst. Stimmt das so? Ja, äh ich habe die ganzen Erfahrungen gebraucht.
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Ich muss es an mir jetzt eingestehen, dass sie.
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Nicht immer den richtigen Weg gewählt habe, aber das ist ja jetzt im Nachhinein betrachtet, egal, weil ich habe den falschen Weg gebraucht, weil wenn ich diese Erfahrung nicht machen habe, hätte können, dann, dann wäre ich jetzt nicht der, wie krauder, der jetzt bin. Ich war,
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damals sehr in in Lügen und Betrug verstrickt, weil ich eben irgendwann einmal gesagt habe, ich kann in der Haut nimmer. Ich muss mir jetzt irgendeine Identität oder irgendein Ventil suchen, dass ich am Leben bleibt, ja. Mhm.
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Und dann bin ich halt sehr einfallsreich geworden und habe mich dann auch eben von dem Zeitpunkt dann, wo das mit meiner Mama war, mit mit Weihnachten habe ich mal dann.
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Meine kleine, eigene Scheinwelt innerhalb meines Zimmers aufgebaut und war dann auf auf den sozialen Medien sehr,
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präsent als Ricardo damals, weil ich gesagt habe, wenn die jetzt net endlich das leben kann, dann hat das Leben keinen Wald mehr für mich.
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Und du hast dich als Mann, der dann mit Frauen getroffen, die nicht wussten, dass du noch eine Frau warst. Genau, ich habe mich dann als als Mann mit mit Frauen getroffen und ich habe ja lieben gelernt und das war,
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für mich,
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nie ab Betrug oder Lüge, weil ich habe ja da meine wahre Identität leben können und ich habe die die Frauen, was ich da auf den sozialen Medien,
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kennengelernt habe, die habe ich auch wirklich zu lieben gelernt und ich habe sie auch geliebt und und ich hätte mir mit denen alles vorstellen können. Und natürlich in, in, in einem Dorf wie Sils und,
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in Tirol, wo jeder, wo wo das nächste Dorf gerade einmal an Kilometer zwoa auseinander ist, da kennt halt jeder über paar Ecken jeden und ich bin halt,
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dann aufgefallen oder aufgeflogen und.
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Habe aber nicht draus gelernt, weil ich gewusst habe, ich brauche dir Identität, weil das haltet mir am Leben und habe das dann ein weiteres Mal gemacht und bei dem.
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Weiteren Mal dann bin i geoutet worden über die Eltern dieser Frau.
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Und das war dann der wirkliche Wendepunkt in meinem Leben.
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Da bin ich voller Euphorie von dieser Frau heimgefahren und habe mir eigentlich gar nichts dabei denkt und.
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Ich war ja da sehr einfallsreich, ich habe mir die Sporttapes meine Brüche weggebunden und.
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Zwischenzeitlich dann Jahre vergangen habe, ja, die, die haben ja abschneiden lassen und nicht.
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Bin wirklich als als Anja von zu Hause weg. Die Eltern haben, habe ich aber nimmer teilhaben lassen an dem Leben. Also die haben ja immer gefragt, wo du wovor hin, wann und ich war richtig teilweise. Also.
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Ich hab's ja lang gelogen und ich hab halt alles dafür dann dass ich dass ich weggekomme von daheim.
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Und habe mich dann im Auto umgezogen, habe mir meine Brüste abgeklebt und bin dann zu der Frau hingefahren und,
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bei der Frau und bin dann wieder heimgefahren. Gleiches Prozedere wieder vom Haus. Die Big Christen und das, wenn ich jetzt da Druck denke, wie schmerzhaft das,
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jedes Mal, jeden Tag die Tapes vom vom Körper zu entfernen, da sind ja teilweise.
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Teilweise geblutet, diese Narben und.
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Einen Tag später habe ich mir wieder auf die offene Wunde DSD drüber geklebt und so habe ich halt das immer praktiziert gehabt und.
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An dem Abend, wo ich dann von der besagten Freundin nach Hause gefahren bin, ruft mich am nach Hause wegen meiner Mama an und sagt, es stehen grad zwei.
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Personen vor unserer Haustür und fragen, wo der Ricardo den ist und meine Mama ist da gestanden wie der Ochs vorm Berg und hat nicht gewusst, was diese Personen eigentlich von ihr wollen und und.
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Sie haben dann meiner Mama gesagt, oh, wisst ihr eigentlich schon, was euer Kind denn so treibt, wenn sie nicht da, wenn's nicht daheim ist.
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Meine Mama hat mit der Situation überhaupt nicht gewusst, wie angerufen und ruft mich in dem Moment an.
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Und dann sagt mir das, dass da sich zwei Menschen befinden, die da gefragt haben, wo der Ricardo ist und von dem Zeitpunkt dann habe ich gewusst, scheiße jetzt bin ich aufgefallen. Mhm.
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Und sie muss ganz ehrlich sagen, ich habe die Kraft nicht mehr gehabt.
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Nicht dem Konflikt zu stellen und habe dann am Telefon zu meiner Mama gesagt und das wenn ich jetzt.
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Denk, berührt mir das und ich muss i aufpassen, dass man dass ich keine Tränen in die Augen habe.
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Und das ist das Schlimmste, was ich meiner Mama jemals anton habe. Und zwar habe ich zu ihr gesagt, Mama haben. Ich bringe mich jetzt um. Mhm.
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Zu der Zeit sehr erfolgreich im Schießsport und ich habe ja auch den Zugang zu Waffen gehabt.
20:57
Und ich bin dann mit dem Handy an der Hand, zu dem Skistand gefahren und wollte mir das Leben nehmen.
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Also man muss sich vorstellen, ich habe Tower und nur die Mama am am anderen Leitung gehabt und,
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es war Gott sei Dank jetzt im Nachhinein betrachtet a positiv und mei Hoffnungsschimmer.
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Weil sie hat mich davon abgehalten und irgendwo in mir wird der die Hodern der Flamme nur gewesen sein, die gesagt hat.
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Nimm jetzt die Zügel in die Hand, reiße das Ruder auf die um und.
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Du schaffst es. A, wenn's jetzt noch unerreichbar scheint.
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Dann auch. Ich habe dann die die Waffe wieder im im Schrankraum verstaut und bin dann nach Hause gefahren und habe gesagt,
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Egal, welche Steine mir jetzt in den Weg gelegt werden, egal wie schwierig das jetzt ist. Ich spiele jetzt mit offenen Krauten und ich gehe jetzt meinen Weg. Von nun an gibt's nur mehr Ehrlichkeit.
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Das hast du dann auch durchgezogen. Da warst du aber auch, glaube ich, schon in der Polizeischule vorher, war das vorher schon oder wie ist das kollidiert mit dem.
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Du hast ja dann gesagt, das drehst du jetzt alles um und hast du dann wirklich äh dich entschlossen, dein Innerstes auch nach außen zu tragen,
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zu outen mit allem, was dazu gehört. Du sagst auch, du wolltest, dass im Dorf auch du wolltest doch im Dorf bleiben, weil,
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das ist dein Zuhause, das wäre leichter gewesen zu flüchten, grandios auch da zu sagen, ich stehe da jetzt voll dazu. Ähm.
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Wie ist es denn weitergegangen? Wie waren die Reaktionen? Zum Beispiel schreibst du der Direktion von einem Oper zum Beispiel, die war großartig. Wie hast du dann dein Leben gedreht? Was hast du dann durchgezogen? Polizeidienst quittiert? Wie ist das weitergegangen?
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Wir haben uns einmal zuerst entschieden, dass sie von nun an nur mehr Schatzi zu mir sagt, weil Anja, das war Norman, der für mich nicht mehr gangen ist. Also jedes Mal, wenn ich den Norman Anja gehört habe, dann ist,
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bei mir eiskalt durch den Körper zogen, gell? Und wir haben uns dann auf den Namen Schatzi,
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geeinigt, weil Ricardo war für sie einfach nur viel zu schwer zum Sagen. Sie hat 26 Jahre lang ein Mädel gehabt und hat hat Anja zu mir gesagt und plötzlich soll sie er und äh Ricardo zu mir sagen,
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und das war auch in Ordnung so für mich. Und ich war ja auch nicht böse, wenn ich dann wieder mal Anja rausgerutscht ist, weil.
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Bin ja auch nicht naiv und und wenn ich mir jetzt vorstelle, mir ist es jetzt zu der von meiner Frau sagen, Franz, dann wäre das für mich genauso schwierig, ja.
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Ich habe dann eine Ausbildung zum gemacht.
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Habe dann auch in einem Kurzentrum gearbeitet, weil die Illusion, was ich damals bei der Polizei gehabt habe, dein Freund und Helfer, das ist mir nicht ganz aufgegangen, wollte einmal ich stehe Blase zerplatzt.
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Ich bin ein sehr sozialer Mensch und ich wollte mit Menschen arbeiten und habe mich dann entschlossen, dass ich eben die Ausbildung zum mache, war dann mal im in einem in einem Co-Zentrum.
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Und es hat sich aber dann ergeben, dass mein dass ich mein Miriam kennengelernt habe, die ja selber selbstständig ist.
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Und neben dem Friseur Salon war Kosmetikerin rein, die Praxis dann frei worden ist. Und dann habe ich die Chance ergriffen, dass ich mich selber selbstständig mache.
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Als Mentalcoach und Masseur.
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Und ja, das ist das momentan Stand der Dinge, was ich mache. Äh ich stehe voll auf positive Psychologie. Ich find's total wichtig, wie man denkt, weil das, was man denkt, ist, sieht man an.
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Und.
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Ich glaube, dass es ganz viele Menschen gibt, die wie ich damals in in dem Zug nach Linz mit Ängste zu kämpfen haben oder auch vor Entscheidungen in ihrem Leben stehen, wo sie nicht wissen, soll ich links gehen, sollen die rechts gehen, sollen die ausgehen, soll ich zurückgehen, soll ich stehen bleiben? Was tue ich denn jetzt?
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Und denen will ich jetzt auch einfach helfen. Unabhängig von dem, von den Betroffenen.
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Transidentenpersonen. Mhm. Also meine Tür steht jedem offen. Mhm. Äh das heißt, du hast psychologische natürlich auch sehr helfen lassen dann letztlich doch.
24:54
Bevor man überhaupt einmal mit der Therapie beginnen darf. Mhm. Braucht man zwar Gutachten, unabhängig voneinander. Das ist auch mal das psychiatrische Gutachten und einmal als psychologische Gutachten und das war damals so.
25:07
Ist ja heute noch so, dass du ein Jahr lang in psychologischer Behandlung sein musst, dass du dieses Gutachten bekommst, ja. Und das habe ich natürlich gemacht und habe auch sehr davon profitiert, aber es hat mich fünf Anläufe gebracht, bis sie dann.
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Bei dieser einen Psychologin war, da wo ich mich wirklich gut aufgehoben gefühlt habe. Mhm. Bis heute? Oder.
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Heute nimmer? Nein, ich brauch's heute. Das Buch
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schildert noch andere Aspekte, die möchte ich jetzt aber nur ganz kurz anschneiden. Es gibt einen Menschen mit, der der wichtigste für dich war, neben deiner Mama dann, das war die Nina, äh das war deine erste Liebe nach dem Coming Out, äh eine Geschichte, die.
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Für euch beide eigentlich sehr schmerzvoll war, die auch nicht gut geendet hat oder zumindest sehr tragisch geendet hat, für dich aber trotzdem eine wichtige war.
25:57
Jetzt im Podcast so nicht, da möchte ich wirklich alle nur einladen, das nachzulesen, vor allem diesen wunderschönen Brief, das war für mich die Stelle, ein Buch, die mich persönlich am allermeisten berührt hat, das ist dieser Brief, den du im Buch an deine Nina schreibst
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das ist,
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Krieg jetzt Gänsehaut für die Stimme, die die Haare dazu Berge, wenn ich davon erzähle, wie ich das gelesen habe, da darf ich wirklich alle einladen, einfach ins Buch reinzuschauen und da sich.
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Zeit dafür zu nehmen und das in aller Ruhe äh zu lesen. Genauso wie wie du ganz, ganz offen erzählst über die äh Operationen in Potsdam,
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die wirklich heftigem Wetter war ja, so dass du dich 200 Stunden zum Beispiel nicht bewegen durftest und da war deine Mama, für dich aber dann die größte Stütze.
26:40
Meine Mama ist mit mir damals und.
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Blöde war, dass mein Papa zu der Zeit, wo die große Operation vom vom Aufbau des des Benoids gehabt habe, äh selbst im Krankenhaus gelegen ist,
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niedergeschrieben. Die Mama sagt über ihr Kind steht gar nix. Also das kriegen für sie gar nicht in Frage, dass sie jetzt da bleibe, sondern sie,
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steht jetzt dort zu mir und sie macht das jetzt mit mir.
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Mama oder Papa mitmacht, wenn wenn's Kind vor so einer Riesenoperation steht und das ist ja net äh Operation, wo,
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zusammengeflickt wird oder der Miniskus gemacht wird, denn es ist ja a Hochrisikooperation.
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Und da kann sehr, sehr viel passieren in den zwölf Stunden und was da meine Mama mitgemacht hat und durchgemacht hat, aber es ist ja Gott sei Dank alles gut ausgegangen und ich habe mir jetzt achtzehn Tag in Potsdam bleiben,
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und.
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Das gute Ding da unten anwächst darf man sich nicht bewegen und ich war ja ganz lang auf der Intensivstation danach und fünf, sechs Tage nachher habe ich ja überhaupt noch geschlafen. Das heißt, sie ist,
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obwohl die nicht ansprechbar war, zwölf, dreizehn Stunden neben mir gesessen am harten Stuhl und hat halt geschaut, dass es ihrem Song gut geht. Naja, großartig. Ähm, du hast uns jetzt schon beschrieben, wie,
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dein Leben heute ausschaut, also man sieht's dann attraktiver, junger Mann gegenüber, der
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in sich zu ruhen scheint, dass er offen über diese Themen sprechen kann. Das kann sicher nicht jeder, da steckt natürlich ein langer Weg dahinter und viele Abzweigungen, die dich jetzt an diesen Punkt gebracht haben, wo du jetzt stehst, ähm,
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Was mich jetzt noch interessieren würde, wenn.
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Du die Möglichkeit gehabt hättest, schon in der Volksschule mit Unterstützung diesen Weg gehen zu können, was glaubst du, wäre anders gewesen? Es wäre sicher einfacher gewesen.
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Aber wie schon vorher gesagt, ich.
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Bin ein sehr spiritueller Mensch und ich bin der Meinung, dass man persönlich wachsen kann, wenn man über die eigenen Grenzen oder über den eigenen Tellerrand hinausschauen muss,
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und,
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Deswegen sage ich, na, es hat alles so gepasst. Es hat diese Zeit gebraucht. Ich habe ein ganz anderes Bewusstsein für mich entwickeln dürfen. Ich habe viel mehr gesehen. Ich habe,
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in der Rolle der Frau bleiben können, das heißt, meine Frau profitiert jetzt auch davon. Das sind uns ja sehr, sehr viele neidisch a. Ähm.
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Es passt so für mich. Ich habe das machen müssen so und und wie gesagt, äh ich habe einige Komfortzonen verlassen dürfen,
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aber das hat mir halt auch persönlich wachsen und reifen lassen. Mhm. Du hast dir diesen schönen Spruch oder dieses Zitat auch. Mut heißt.
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Trotz aller Ängste ins Unbekannte zu gehen und nicht keine Ängste zu haben. Das fasst sie gut zusammen. Genau und das ist auch das, was ich in vielen Interviews gefragt wäre, äh ob ich jetzt.
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So
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Überhaupt nichts Angst habe, na, ich habe schon vor vielen Sachen noch Angst, aber ich stelle mir dir diese Angst, weil nur wenn man sich dieser Angst stellt, kann man sich auch irgendwo bewältigen. Und jetzt auch das, dass jetzt so in der Öffentlichkeit stehe.
29:56
Ich habe doch schon Angst davor und es war komisch, im Fernsehen zu sprechen und das war jetzt auch wieder komisch, ins Radio zu gehen. Also ich habe schon noch.
30:04
Meine Hemmschwelle, die jedes Mal wieder irgendwo überschreiten darf. Mhm. Aber wie gesagt, das.
30:10
Das bringt mir persönlich unheimlich weiter. Ja, ist eine Frage, die hätte ich dir nicht gestellt, weil das ist für mich sehr klar, du hast vieles schon überwunden, aber
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so sind wir wieder natürlich, aber das Schöne ist, dass du wirklich in Netz offenbar bist, dich auffängt. Also ich durfte die Miriam mal und einen süßen Hund, den Figur auch kennenlernen. Äh du hast noch von der Mama erzählt, die und die Familie also ein ganzer in Sülz in dem kleinen Dorf
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die dich scheinbar wirklich tragen, was einen natürlich nicht davor feit, dass man wieder mal auf die
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Nase fallen das gehört natürlich zum Leben zu. Aber wenn du jetzt zum Schluss dieses Podcast noch einen Wunsch an uns alle, an die Gesellschaft, an die Menschen formulierst, also was würdest du von uns allen wünschen.
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Habe ich überhaupt das Recht, mir was zu wünschen von der hat sich das Recht zu wünschen? Das hat dann jeder das Recht, das zu formulieren, ob's das Universum dann erfüllt ist? Ich würde mir einfach wünschen für,
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dass er seine tiefsten Träume und seine tiefsten Wünsche wünscht und er träumt und und daran festhaltet und,
31:10
Ich würde das jetzt nicht sagen, wenn ich's denn selber schon erlebt hätte. Ich bin mir sicher und ich bin davon überzeugt, dass alles, was man sich wünscht, in Erfüllung geht und.
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Noch viel mehr wünschen würde man, wenn man einfach jeden so sein lässt wie er ist, ob das ein Homosexueller ist, ein Transidenter isch, ob das jemand ist mit einer anderen Kultur, die tun jemandem was und.
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Es kann viel mehr Frieden auf der Welt sein, wenn man, wenn man einfach jeden so sein lassen wie er wie er ist und niemanden in irgendeiner Richtung ziehen wollen,
31:40
Punkte, diverse, tolerante. Genau, es gibt viel mehr also es ist,
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schöner, wenn man in seinen Farbkasten nehmen und bemalen und und gestalten. Schon Kindheit hat keine Farbe, sagst du auch im Buch,
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gell? Genau. Es war ein tolles Gespräch, äh danke dir ganz herzlich, dass du dass du diesen Podcast mit mir gemacht hast, danke schön. Ich danke auch.
32:06
Der Mann, der einmal ein Mädchen war, Ricardo Vöger, hat euch jetzt von seinem Weg erzählt. Das gleichnamige Buch ist dem Michael Wagner Verlag erschienen.
32:14
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