Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

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episode 1650: Someone's idea is going to my own mind [transcript]


„Someone’s idea is going to my own mind“ eine Aussage, die nicht von mir stammt und dessen Sinn ich dennoch so tief nachempfinden kann und für den ich auch sehr dankbar bin.

Zum Beispiel Someone’s idea jemanden zu connecten.

Natürlich mit dem guten Wissen, die beiden „Minds“ werden sehr gut zueinander passen. Und die beiden werden sicherlich etwas spannendes eigenes aus dieser Idea gestalten.

Wie ihr wisst, bin ich großer Fan des Netzwerkens. So sagte mir ein lieber Freund, der sich selbstverständlich stets für gute Kunst einsetzt: Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich mich wirklich wahnsinnig über ein Gespräch mit dir und… Jenny Brosinski freuen.

Ich möchte seiner Idea folgen und bin so glücklich, dass ich mich

nun mit Jenny Brosinski, hier in ihrem Berliner Atelier, Sonntag früh um 08.00 unterhalten darf.

Achso… stellt sich ja noch die Frage, von wem das Zitat „Someone’s idea is going to my own mind“ stammt… Das ist der Titel eines der Werke von Jenny Brosinski.

Und jetzt legen wir los und gestalten unsere Folge. Ich bin schon ganz gespannt, Jenny ein Stück weit kennenzulernen.


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 2021-10-15  55m
 
 
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Music.
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Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast, die Leichtigkeit der Kunst.
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Immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartnerinnen.
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Euch und mir die Welt der Kunst entschlüsseln, reise ich quer durch Deutschland. Wenn du die Reisen von die Leichtigkeit der Kunst unterstützen möchtest, dann freue ich mich sehr über deine Kulturpartnerschaft.
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Geht auch ganz einfach. Mit einer goldenen, silbernen oder bronzenen Mitgliedschaft über Punkt com Slash die Leichtigkeit der.
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Oder via PayPal Punkt me slash Leichtigkeit der Kunden.
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Bedanken möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen Hörenden, die bereits die ein oder andere Reise unterstützt haben.
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PF, ihr möchtet mehr über die Leichtigkeit der Kunst erfahren und mal einen Blick hinter die Kulisse werfen?
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Dann habe ich einen Tipp. Tragt euch in den Newsletter bei Stady HQ Punkt com Slash die Leichtigkeit der Kunst ein.
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Einmal im Monat überrasche ich euch mit ein paar Hintergrundinformationen.
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Und nun wünsche ich euch viel Freude beim Hören der folgenden Episo.
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Music.
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Summern's Idea is going to my all mind. Eine Aussage, die nicht von mir stammt. Ich verrate euch gleich, wo beziehungsweise von wem ich dieses Zitat aufgeschnappt habe.
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Und dessen Sinn ich dennoch so tief nachempfinden kann und für den ich auch sehr dankbar bin.
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Zum Beispiel jemanden zu,
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Natürlich mit dem guten Wissen die beiden meins werden sehr gut zueinander passen und die beiden werden sicherlich etwas Spannendes, eigenes aus dieser gestalten.
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Wie ihr wisst, bin ich großer Fan des Netzwerkens. So sagte mir ein lieber Freund, der sich selbstverständlich stets für gute Kunst einsetzt.
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Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich mich wirklich wahnsinnig über ein Gespräch mit dir und.
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Jenny Brosinski freuen. Ich möchte seine Idea folgen und bin so glücklich, dass ich mich nun mit dir liebe Jenny, hier in deinem Berliner Atelier, Sonntagfrüh um acht unterhalten darf.
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Ach so, stellt sich ja noch die Frage, von wem das Zitat Song Ones Ideas going to my on my stammt.
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Nackt doch klar. Das ist der Titel eines der Werke von Jenny Brosinski. Und jetzt legen wir los, starten mit unserer Folge, gestalten sie und ich bin ganz gespannt dich, liebe Jenny, näher kennenzulernen.
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Wenn du magst, dann erzähl ein bisschen was von dir, an deinem Weg in die Kunst.
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Ich habe jetzt erst mal einfach lauschen müssen über dein Intro und ja, ich freue mich natürlich, dass ich mit dir hier heute reden kann, auch wenn's ein bisschen früh ist. Für mich
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Sonntags um acht. Kriegt man zu ganz andere bei in die Stimme wahrscheinlich. Ja, mein Weg in die Kunst oder mit der Kunst. Das ist echt sehr grob gefasst,
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wenn ich halt überlegen muss, wo der beginnt, dann ist das bei mir tatsächlich schon von klein auf irgendwie.
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Wobei ja, am Anfang da macht man einfach da denkt man ja nicht drüber nach, da hat man einen Stift in der Hand mit einem Jahr, mit der,
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und mit der rechten Hand macht man ein paar Kreise, aber mir hat das damals gut getan und es wurde zu so einem Mittel, zu so einer Sprache, die mich eigentlich immer begleitet hat und ursprünglich wollte ich ja Indianer werden, ganz gern,
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so bis ich drei war,
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aber das hat sich dann irgendwie erübrigt, weil mit blonden Haaren und Sommersprossen und Pony war auch kein Platz leider. Dann bei der Frisur. Und die kam dann bei der Frisur, ja, äh war da wenig Spielraum für für dieses Unterfangen. Also ich war ja,
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nach fünf Minuten Sonneneinstrahlung, aber aber da war ich wirklich so total fehl am Platz oben. Ich fand's immer großartig. Also es ich stellte mir jetzt mal ganz toll vor, diese Freiheit mit so einem gescheckten Pferd über die Prärie zu reiten, so das war so mit
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drei bisschen vier auch noch so ein Ding und das konnte man dann halt immer alles machen beim Zeichnen und so ging das ja auch,
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Also ich habe dann irgendwann angefangen, glaube zwei oder drei habe ich äh meine Familie genervt, dass die mir ein Pferd.
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Zeichnen sollen.
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Bisschen wie beim kleinen Prinzen, ne? Aber kannte ich damals noch nicht. Und dann bin ich halt losgegangen und wollten das mir irgendjemand aus der Familie einzeichnen, weil ich wollte
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wissen, wie man das am besten macht. So, das ich fand's halt schwierig, einfach so motorisch logischerweise, nur so klein und dann bin ich durch die Familie gegangen, habe meinem Opa gefragt
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der hat dann irgendwas anderes gezeichnet, ne? Merkst das aber kein Pferd, so und dann meine Oma hat gesagt, ich kann nicht, meine Mutter hat so ein.
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Maus oder sowas gemacht, die auch sehr, sehr vereinfacht war. Also meine Mutter hat's auch überhaupt nicht damit. Mein Vater war da schon nicht mehr bei uns und dann war halt nur noch mein Onkel, der ist sechs Jahre älter.
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Und der hat mir dann ein Pferd gezeichnet, so wie man das halt so kennt von der Seite.
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Mit den Ohren in der Schnauze, Hals. Alles, was halt wichtig ist an so einem Pferd. Und ich war total happy und habe diese Zeichnung wirklich ganz lang mit mir rumgetragen und sie wirklich bei weitem Schatz für mich. Und ich habe die dann immer mit mir rumgeschleppt und.
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Bei jeder möglichen Gelegenheit ähm habe ich sie rausgeholt, rausgefaltet und dann habe ich mich hingesetzt und selber versucht, das eben auch zu machen. Mit zwei Jahren angefangen. Ich glaube, ich war ich weiß es nicht genau, vier.
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Vielleicht war ich auch fünf, da habe ich dann geschafft
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es immer kleiner zu zeichnen. Also ich habe angefangen, mit so einer ganz normalen A vier Zeichnung und immer kleiner, kleiner, kleiner, kleiner und nachher war es ungefähr so ein Zentimeter
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lang das Pferd, also winzig klein. Dann habe ich das noch angemalt, ganz vorsichtig. Den habe ich mit einer ganz akribisch mit einer Nagelschere ausgeschnitten.
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Und da habe ich eine Streichholzschachtel genommen, ob der Gras reingemacht, vorne noch wie so eine kleine Tür rein und dann habe ich das da reingestellt, zack, zu Projekt fertig. Ich habe dann auch erstmal gar keine Pferde mehr gezeichnet oder gemalt. Das
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war dann durch. Also es war irgendwie so ein Prozess, den ich dadurch laufen habe. Also es war ganz wichtig, dieses Projekt auch abzuschließen. Ich hatte diesen Wunsch, ich wollte
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Pferd, dass das gezeichnet wird, dass das kann, dass ich weiß, wie's geht und ich hab's dann für mich erarbeitet.
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Für mich in meine Form gebracht und dann war das aber auch abgeschlossen und dann war's nicht mehr wichtig. Und
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Ich glaube, das hat ziemlich viel mit dem zu tun, wie ich jetzt auch arbeite. Und das begleitet mich einfach mein ganzes Leben schon. Wie arbeitest du jetzt? Na ja, ist schon das
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dass ich natürlich auch Visionen habe, warum ich etwas tue und und wie etwas aussehen könnte und warum ich Freiräume brauche in meinen Arbeiten. Ich sage ja gerne auch immer so als Gag, das Bild ist, die möglichst.
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Geringste Menge an Farbe auf einer großen Leinwand zu haben, also.
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Preis-Leistungstechnisch, das ist natürlich so ein bisschen gegen diese Gesellschaft, in der wir da ja auch leben, wo man dann immer gern viel für
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sein Geld erwartet vielleicht auch und dann ist das auch so diese Umkehr, wie wenig oder wie viel es nötig, um Bild zu machen und das ist halt die Frage bei dem Pferd. Fängt das auch an. Ute taugt es mir, wofür will ich das eigentlich haben
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warum interessiert mich das? Und dann geht das halt in.
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Die eigene Arbeit zu über, also dieser dieser Ansatz ist immer, warum mache ich das eigentlich? Was interessiert mich daran? Und ist das wirklich so? Also ich glaube so die Frage ist das wirklich wahr.
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Und Dinge einmal komplett umzudrehen, sind für mich sehr.
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Existentiell. Du hast gerade erzählt, dass du dein Pferd ganz mini mini klar bist, deine Leinwände sind ja das pure Gegenteil. Das sind ja.
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Schon größer. Ja, aber ich ich finde eben auch das ganz wichtig, dass man rausfindet, was eignet sich wofür und nur eine große Leinwand ist jetzt auch nicht wichtig. Ich kann auch ganz, ganz kleine Sachen machen. Ich bin auch wirklich in der Lage, ganz winzig,
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klitzekleine Zeichnung zu machen. Was mich manchmal reizt, was mich manchmal eben nicht reizt bei der Leinwand
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die über meine eigene Körpergröße hinausgeht, ist es einfach auch so eine also ich sage mal, so unkampfi. Es ist nicht so komfortabel für mich, weil alles, was in meiner Spannweite ist, wenn man das jetzt so tänzerisch begreifen möchte oder aus seinem eigenen Körper heraus, kann man ganz gut händeln
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und es hat natürlich auch was zum so einen Größenwahn, ne, also ich habe früher dann auch mal Bilder von
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Schnabel gesehen, der nahezu sehr so bam, das ist so dieses Masko, den ich her bin. Ich das war's gar nicht bei mir. Bei mir war's wirklich so, diese
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Unsicherheit, die entstanden ist, dass diese riesengroße Leinwand mich plötzlich vor ganz andere Aufgaben gestellt hat. Ich war nicht mehr in der Lage, so ganz
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komfortabel meine Flächen zu setzen, dass sie funktionieren, weil plötzlich ist ein Fleck dann winzig klein und verloren und man muss erstmal die Kraft aufbringen in einer bestimmten Größendimension dann auch zu denken und das,
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kostet mich auch Kraft und Anstrengung und da muss ich auch mit Sehgewohnheiten brechen und auch mit Gefühlen teilweise und das finde ich dann sehr reizvoll, weil ich mich da so ein bisschen selber auch überlisten muss in einer gewissen Form. Was meinst du mit Sehgewohnheiten brechen?
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Ein gutes Beispiel ist es, ich habe vorher ein relativ kleines Athlet gehabt, das war.
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Vierzig Quadratmeter und alle Formate, die ich benutzt habe, auch größere oder kleinere, die habe ich ja in diesem Raum benutzt und dieser Raum hat mir so ein,
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dass wir eine Bühne vielleicht auch, also hat mir so einen Platz gegeben, in dem sich alles irgendwie anfühlt und zueinander steht
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im Verhältnis. So hat jedes Ding, jeder Gegenstand, was um mich rum ist, hat so seine Bedeutung und seine Wirkung und das ist bei Leinwänden oder bei Materialien, die ich benutze, eben genauso. Und meine Sehgewohnheiten werden in dem Moment gebrochen, wenn ich,
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die aus ihrem normalen,
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Setting rausnehme, auch ein Stück weit. Und wenn ich jetzt zum Beispiel einen anderen Raum habe, also als ich zum Beispiel in mein neues Atelier umgezogen bin und dort die ganzen Dimensionen plötzlich sich verändert haben, habe ich am Anfang wirklich alle Formate falsch zugeschnitten.
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Weil ich dachte, nee, das muss ja, muss ja größer sein, aber es war die Größe,
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die ich vorher hatte, also das Format, was ich eigentlich für die Keilrahmen vorgesehen hatte. Und das ist ganz witzig, man verliert so ein bisschen den den Halt
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weil sich um ein etwas in der Dimension verändert. Und da muss man darauf wieder neu reagieren, sich darauf einstimmen auf diese neue räumliche Wirkung und diese Bezüge, die man hat, die man herstellt. Und ich glaube, das tun wir
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unterbewusst tagtäglich in verschiedensten Situationen, ob ich in eine U-Bahn reingehe oder über einen Platz gehe, ich justiere immer wieder so ein bisschen meinen mein Verhältnis, meine Sichtweise zu dem, was von außen auf mich einströmt und das finde ich ganz interessant und.
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Dann gibt's eben diese rein praktischen Dinge, wo ein Format oder auch eine Fläche oder eine Form, die plötzlich zueinander trifft, dass die.
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Komplett anders miteinander reagieren,
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oder mich halt zwingen, auch selber anders zu reagieren vielleicht, weil das gar nicht funktioniert, wie ich das vorher gedacht habe. Also, dass dieser Grundgedanke, der ich hatte vielleicht gar nicht wahr ist oder nicht richtig, brauchst du diese Auseinandersetzung mit dem permanenten Halt finden? Hm.
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Denke schon, ja. Ich habe auch das Gefühl ganz oft, dass
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um das Aushalten geht einfach auch in der Arbeit. Also was nachher so leicht dahin gehaucht aussieht, quält mich manchmal während der Arbeit auch ganz doll und
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Ich verzweifle und an vielen Dingen einfach auch und starr über Stunden drauf und mache dann wieder was ganz anderes und gucke da wieder hin und bin auch wütend oder traurig oder enttäuscht, dass ich nicht in der Lage bin, da jetzt adäquat drauf zu reagieren, was
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Dieser angefangene Arbeit eigentlich vielleicht.
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Grade von mir möchte, so weil kann man schon sagen, die, wie Gerd Richter auch sagte, meine Bilder sind schlauer oder klüger als ich. Da ist sehr viel Wahres dran. Also ich empfinde das auch ganz stark, sodass die eigentlich viel,
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viel weiter sind oftmals als ich das mit meinem bloßen Intellekt sein kann. Also ich verstehe manchmal,
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auch einige Arbeiten nicht direkt und die stelle ich erstmal an die Seite und kann dann erst ein halbes Jahr später die Qualität vielleicht auch davon sehen. Und dann gibt's wieder Arbeiten, die sich komplett erschließen und die aus dem Moment relativ.
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Unmittelbar funktionieren und mich einfach,
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in dem Moment, in dem ich auch gerade bin, intellektuell, künstlerisch, womit ich mich gerade auseinandersetze, also abholen. Und,
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das kann man nicht erzwingen, also manchmal muss man sie einfach an die Seite tun und dann sagen, okay, ähm.
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Vielleicht ist das totaler Müll, vielleicht ist es aber auch wirklich richtig gut. Hast du das Gefühl, dass die Bilder eigentlich schon alle in dir drin sind und einfach nur auf den Moment warten, rauszukommen? Das habe ich mir auch schon ein paar Mal gefragt, das kann ich gar nicht richtig beantworten.
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Glaube nicht wirklich. Nee, ich glaube nicht wirklich. Wäre das nie auch irgendwie fast schon traurig zu wissen.
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Da sind Strukturen in mir drin, die raus wollen, ich muss nur noch auf den richtigen Zeitpunkt warten oder ist es hoffnungsschwimmend? Ich weiß es gar nicht. Hm, also ich find's zum Beispiel ziemlich merkwürdig, wenn ich jetzt schon wüsste, was ich in fünf Jahren male.
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Denn wenn ich das wüsste, dann könnte ich das ja abkürzen, dann könnte ich ja sagen, ich könnte mich dahin stellen, kann sage ich mal, mal ein Spätwerk. Im besten Fall ist das
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geprägt von all den Erfahrungen, die ich gemacht habe und richtig gut. Und ähm dann könnte ich mir den ganzen,
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Teil dazwischen sparen, diese Erfahrung, die ich unterwegs machen muss, um vielleicht auch zu scheitern in vielen Bereichen und unnötige Fragen zu stellen, die mich vielleicht auch in Sackgasse führen. Also ich glaube, dass das Scheitern beim Malen einfach ein ganz wichtiger,
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Teil ist und der mich auch stark begleitet und
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mich jeden Tag wieder neu in Frage stellt und das ist auch gut so. Kannst du im Nachhinein scheitern, genießen? Auf jeden Fall, im Nachhinein ist das super. In dem Moment. In dem Moment fühlt sich das alles andere als gut an. Nein, ich meine, so eine Art Dankbarkeit,
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Also in dem Moment, in dem man scheitert, muss man sich ja neu mit etwas auseinandersetzen und ich versuche immer dankbar zu sein, egal für was. Wie machst du das? Ich.
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Sage danke. Also ich sage wirklich zu vielen Dingen, die passieren danke, auch bei mir im Studio.
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Danke, dass ich jetzt da drauf getreten bin. Ähm manchmal bringt's einen halt auch weiter, dass etwas Unvorhergesehenes passiert, was dann halt auch wirklich die richtige Wendung bringt oder man mal was kaputt und.
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Ich denke, oh nein. Du hast es zerstört, so scheiße. Und dann gucke ich's mir aber an und denke, ja, ist aber genau.
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Das, was gut war, weil sonst wär's halt bequem geworden. So und jetzt musste es komplett anders denken, das ganze Thema
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Es ist ein bisschen der Ansatz, dass alles zum rechten Zeitpunkt geschieht und du deswegen eine gewisse Lässigkeit mitbringst? Ich bin, glaube ich, echt einer der unlässigsten Menschen, die es gibt. Aber so es passiert definitiv nichts aus Zufall,
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Du machst eine Werke ja teilweise auch,
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Ich hoffe, ich sage das jetzt. Extra kaputt. Hausball, Chlor drauf, steckst sie in die Waschmaschine, verbröckelt ab.
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Warum? Wie bist du darauf gekommen? Äh ich glaube, ich habe das ja nicht erfunden, dass ich halt.
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Dinge äh kaputt mache oder dekonstruiere, das ist glaube ich echt ein probates Mittel. Also es geht ja nicht immer nur um das dazufügen, sondern eben auch um das Wegnehmen.
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Und das kann ich ja nur, indem ich auch was schäle, kaputtmache, zerschneide.
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Was auch immer und das ist für mich einfach so ein Punkt, der mir eine große Freiheit gibt. Es gibt nicht nur die eine Richtung. Ich kann auch immer wieder ein Stück zurückgehen, das finde ich,
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Ist ein sehr erleichterndes Gefühl, was mir sehr viel Freiheit gibt. Selbst wenn ich mich zwei, drei Mal im Leben falsch entscheide, ich habe immer wieder die Chance, nochmal abzubiegen.
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Und es anders zu machen, außer ich zwinge mich dazu, diesen Weg weiterzugehen und das bringt mich in eine Situation, die mich vielleicht sehr unglücklich machen konnte, weil ich plötzlich viel mehr Vorgaben habe oder meine in irgendeine Richtung agieren zu müssen und das,
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ist in der Kunst was Großartiges, aber auch in allen anderen Lebensbereichen, etwas, was ich mir gern aufheben und bewahren möchte, dass.
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Wenn ich sogenannte Fehler, die es hier eigentlich nicht gibt, sondern es gibt ja nur Erfahrungen, die ich irgendwie mache, mache, dass ich dann den Arsch in der Hose habe, dann auch zurückzugehen und zu sagen, okay, das war jetzt vielleicht nicht der richtige Weg, aber da,
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war schon viel Interessantes drin, was mich vielleicht wieder zu einem ganz anderen Ansatz bringt. Das ist im normalen Leben, so wie auch in der Malerei. Ist das die Kunst des Loslassens?
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Ja vielleicht auch das. Und das ist echt schwer, also loslassen. Ist halt, wie gesagt, es ist für mich aushalten, loslassen. Das sind schon die härteren Disziplinen für mich. Wie schaffst du das, wenn du an einem Werk arbeitest und nicht weiterkommst?
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Kannst du dann parallel arbeiten? Na, ich mache meistens so sechs bis zehn Arbeiten oftmals gleichzeitig. Es hat auch was damit zu tun, dass ich mich dann nicht ganz so festbeißen kann. Manchmal beiße ich mich trotzdem fest, aber ich versuche mir möglichst viel,
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Raum dort zu geben, um mich nicht in diese Situation zu treiben, diese Sackgasse. Die kann interessant sein.
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In bestimmten Punkten und es ist ein IC und es dauert wirklich an einigen Punkten dann sehr lang und man guckt immer wieder hin und ist genervt, weil's nicht
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Diesen Fortschritt nimmt, den man vielleicht gerne hätte und sind dann wirklich nur noch Nuancen, die man machen muss, ist meistens kurz vorm Ende eines Bildes, da bezahlt extrem zäh, weil man weiß, es ist nicht viel,
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Was jetzt noch zu tun ist, aber das muss halt richtig sein, sonst ist das ganze Bild.
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Dahin und diese ganzen Anfänge ermöglichen mir einfach so eine Leichtigkeit darin zu behalten, weil Anfang ist halt immer einfach ein Strich.
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Tut noch nicht weh und es ist immer erstmal toll, was da zu haben. Und dann fängt eigentlich der Dialog erst an. Dann kommt erst die Auseinandersetzung. Und dann reagiert alles aufeinander. Und das Bild hat Fragen an dich und,
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dieser Dialog interessiert mich und entsteht und da ist noch ganz viel Freiheit und Potenzial da, aber das geht ganz schnell, dass der Punkt kommt, so, da spitzte sich so zu. Und da gibt es nur noch.
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Diese eine Möglichkeit, auf die wir hinlaufen und das Bild weiß es halt genau und ich muss halt versuchen.
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Das zu erfüllen in einer gewissen Form und das auch zu fühlen und zu sehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Kommt dieser Punkt bei jedem Bild?
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Fieberst du schon so ein bisschen auf diesen Moment hin? Der ist auch ziemlich quälend der Moment. Ich freue mich wahnsinnig, wenn's ruhig wird. Also wenn das Bild aufhört zu schreien und es dann getan ist und ich dann das wirklich, dann interessiert's mich auch gar nicht mehr. Dann ist es halt fertig.
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Sondern es ist dann wird's an die Seite gestellt, dann gucke ich's manchmal aus dem Augenwinkel an
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freue mich vielleicht ein bisschen am Rande, aber eigentlich ist es nicht wichtig. Also es kann dann weggehen, dass es erwachsen vielleicht, wie so ein Kind was nach Hause weggehen kann, man freut sich, wenn man's dann irgendwann wieder sieht und es ist in einer ganz anderen Umgebung
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Und es ist aber dann auch nicht mehr, dass ich stolz auf meine Arbeit bin, sondern es ist halt wirklich nur dieses wie einen alten Bekanntentreffen.
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Ich denke mir, Mensch, ja, wir haben echt gute Zeiten zusammen gehabt und.
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Schön, wie du's hast, so. Also, wie man sich halt auch bei Freunden dann freust, hast du die aber schön gemacht. Ähm ja, also dieser ganz innige Bezug ist wirklich nur während des Prozesses
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des Machens und dann lasse ich's auch wieder los und sehe das auch komplett unabhängig von meiner Arbeit. Also ich beurteile es genau so, wie ich ein Kunstwerk von dem anders dann beurteile.
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Als gut oder schlecht oder wenn man von gut oder schlecht reden möchte, aber es muss halt genau das erfüllen, was jedes andere und es ist völlig losgelöst von dem Gedanken, dass ich es irgendwann mal selber gemacht habe.
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Es ist nur ein Existent eigentlich dann in dem Moment. Ich kann es zwar als meins erkennen,
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aber es ist nicht wichtig, es hat überhaupt keine Wichtigkeit für mich. Wenn du an 6 bis zehn Bildern gleichzeitig arbeitest, könnte man auch denken, dass.
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Dass diese sechs bis zehn Werke zusammengehören sind, dass man sie auch nebeneinander hängen könnte und man in dem einen feststellt,
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sind ganz kräftige Farben, denen sind dann ganz zarte Striche gegenüber gesetzt oder sind die Bilder komplett losgelöst voneinander? Hm, die entstehen sicherlich auch schon mit,
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bestimmten Prägungen oder Farbverlieben, aber natürlich möchte jedes.
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Unique sein. Also jedes möchte für sich einzeln sein. Die sind, glaube ich, schon ganz schön egozentrisch. So unter sich, also.
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Ich finde das auch sehr schwer. Es ist ja dann doch auf relativ eng im Raum. Also ich habe jetzt ja auch keinen tausend Quadratmeter Atelier, wo man dann jedem so seinen Raum geben könnte. Sie entstehen in einem Moment, wo sie sich
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gegenseitig auch mal aushalten müssen und trotzdem möchte jedes.
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Die erste Geige für sich spielen ab und auch in seiner eigenen Tonart, aber eben ist er eine leiser, das andere lauter. Sie beeinflussen sich auf dem Weg sicherlich,
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des Machens manchmal, dass ich dann denke, ach guck dieses, da könnte man vielleicht was man an dem einen Bild großflächig als Farbe verwendet hat, dass man nur müh von.
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Zentimeter irgendwo einen Bruchteil, irgendwo einsetzt und genau das war's gewesen. Das Taubenblau musst du da jetzt an diese kleine Stelle und plötzlich gibt's dann Ruhe. Ja, also ist vielleicht,
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gar nicht wahrnehmbar.
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In dem Moment, dass jemand sagt, warum hast denn das jetzt gemacht? War das wirklich nötig? Ja, es war nötig. Deshalb habe ich's gemacht und das kam dann aber hin und her, switchen fühlt man das dann und das sind so Entscheidungen, die sich dann geben.
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Und das fällt einem dann so wirklich förmlich so wie Schuppen vor den Augen, das ist auch nicht gedacht oder gewünscht oder ne, viele Dinge sind natürlich auch, da frage ich mich Dinge und äh es ist nicht reiner Zufall, was ich tue und es ist wirklich auch sehr viel guckt und,
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und überlegt und dann passieren sehr, sehr spontane Dinge in Mann und Arbeiten.
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Also die sind sehr, sehr schnell aufspringe und ganz schnell etwas mache und dann manchmal von mir selber überrascht bin, dass ich,
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mit der wir Mens eigentlich im ersten Moment denken, was kaputt gemacht zu haben. Was aber genau diese Aufladung vielleicht gebraucht hat.
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Um das nicht zu vorsichtig werden zu lassen auch. Und gleichzeitig eine große Spannung, wo ich dann manchmal auch ganz lange weiß, da muss weiß hin
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aber ich weiß nicht wie
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Also und dann dann nervt mich das, weil ich weiß die ganze Zeit da muss da da muss noch weiß hin, ich weiß auch nicht wie groß, wie klein, Strich, äh in welcher Form trage ich das auf und plötzlich,
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ist es so ganz so wummen, wie von der Tarantel gestochen, schwinge ich auf und dann dann gehe ich dahin und bam mache das und ich bin so entsetzt von mir selber, das auch so schnell getan zu haben, weil.
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Weil ich mich damit so lange gequält habe mit diesem Gedanken, das zu tun, dass ich wirklich, ja, dass dass ich einfach.
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Einfach baff davon bin, dass ich das einfach so knallhart.
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Gemacht habe. Also das das irritiert mich dann fast mehr, weil ich eigentlich kein großer Freund von Entscheidung bin im echten Leben. Also ich bin eher so ähm und und und Malerei erfordert halt ständig Entscheidungen. Und
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Es ist so, als würde ich neben mir stehen und gucke mich als Person an, so wie jetzt, ich habe jetzt so schnell einfach das
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brutalst manchmal auch getan und und Entscheidungen getroffen oder ich treffe da ständig Entscheidungen.
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Und auch harte Entscheidungen, die ich, wo ich sonst ein viel, viel vorsichtigerer Mensch bin. Es klingt wie gegen Pol ist es sicherlich auch irgendwo, also das ist auch so ein bisschen dieses auch wieder mal, der immer gesagt hat, wenn man so die Sau raus lässt, wenn man da alleine,
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mit sich ist,
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guckt ja keiner zu. Das trifft das schon ganz. Jetzt juckt es Michael. Bei dir Mäuschen zum Spiel. Den Moment zu warten in den Augenspray. Das funktioniert zum Beispiel nicht. Also es gibt so viele Leute, die wollten mal irgendwie filmen
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wie ich male. Ich bin dann, also das ist das.
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Ist nicht ein Störfaktor? Geht gar nicht. Das ist so ich würde jedes Bild versauen, glaube ich, wenn da jemand mit einer Kamera raufhält.
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Und versucht es einzufangen, nicht weil ich irgendwie denke, wie sehe ich denn dann aus? Es ist mir völlig egal, aber allein, dass da jemand ist, der mir über Schulter guckt.
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Spannend. Das geht gar nicht. Das ist so
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ich weiß es, das ist immer so toll und ich liebe das ja auch mal, das bei anderen anzugucken, so ja, der Künstler in seinem Atelier, wie er malt, es wird's bei mir nicht geben, also den,
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Filmer, möchte ich mal sehen, der das schafft
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sich so unsichtbar zu machen. Ich stelle mir gerade vor, wenn du sagst, manchmal dann kommt das und dann muss es raus, ich kenne das von mir nachts, wenn ich irgendwelche Ideen habe, die ich dann aufschreiben möchte oder mir fällt eine gute Frage ein, oder? Also
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Du stehst ja wahrscheinlich nicht in deinem Atelier, ne? Nee. Kommen dir diese Ideen nach, nimmst du deine Bilder mit? Also ich mache immer jeden Tag Fotos vom aktuellen Stand,
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und nimm dir tatsächlich nochmal mit und schaue mir die dann auf dem Computer noch. Also es ist so meine Familie sagt halt so, ah es ist so ätzend, du hast nie Feierabend, ne?
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Und das ist tatsächlich, glaube ich, so. Also ich bin immer irgendwie ja, mit dem verwoben, was ich da gerade mache. Na, es muss ja nicht ätzend sein, es kann ja auch ein Geschenk sein, ne? Dass du etwas hast, was du.
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Komplett mitnimmst. Ich meine, der Gedanke an deine Familie ist ja auch permanent präsent.
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Oder sagen wir mal andersrum, wenn wenn der Gedanke an das Kind oder an den Partner kommt, da sagt man ja auch nicht, ohne jetzt arbeite ich, ich darf da jetzt nicht dran denken und ja, ich denke schon an die, aber ich merke, dass ich tatsächlich beim Arbeiten das alles vergessen kann.
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Aber ich wusste auch schon als als kleines Kind, ich brauche einfach einen Raum, der nur für mich ist. Also ich ertrage nicht gut andere Menschen und ich bin.
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Sehr, sehr dankbar, dass dieses Konstrukt Familie trotzdem Einzug in meinem Leben hat, weil ich dadurch ganz viel auch nochmal über mich gelernt habe und glaube auch.
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Bisschen mehr ganz geworden bin.
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Stück weit auch, weil ich immer dachte, ich würde nie Kinder haben. Das geht gar nicht und es ist ja auch eine Verantwortung, die man da übernimmt. Aber diese Verantwortung ist ja auch.
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Etwas, was einen auch wachsen lässt und man bekommt im Gegenzug wahnsinnig viel Liebe. Also.
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Bedingungslose Liebe, die man sonst, glaube ich, vielleicht so auch nicht erfahren hat und beim Tag im Atelier vielleicht auch mal richtig blöd war und man.
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Denkt so, warum mache ich das eigentlich alles? Das ist doch,
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völliger Schwachsinn hier. Ähm ich quäle mich hier, ich könnte jetzt sonst irgendwo 17 Uhr rausgehen und hätte irgendwie mein Tageswerk getan und ich bin jetzt mit so einem total unaufgeräumten Gefühl hier rausgekommen und.
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Quäle mich einfach mit so ganz blöden Gedanken und dann kommt man nach unten und dann steht irgendwo jemand oben auf der Treppe und.
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Ruft den Namen und ist so total.
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Offenbar, das ist echt ein Geschenk. Also, dass da jemand ist, dem ist das total egal, wie dein Tag war, wie du gelaunt bist.
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Der hat dich so lieb, wie du bist, mit all deinen Downs und Apps
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Du sprachst ja eben von Dankbarkeit und dass du auch in den schrägsten Situationen versuchst, eine Dankbarkeit zu empfinden und
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Ich glaube, den Gedanken, oh mein Gott, ich
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bin irgendwie stark in meiner Gedankenwelt eingebunden, wie kann ich jetzt noch für einen kleinen, kleinen Menschen da sein? Gebe ich ihm womöglich was mit, woran ich selber lange zu kämpfen habe. Vielleicht muss man ja den Gedanken auch umswitchen und sagen
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du schenkst der Welt ja auch ganz viel. Also mit diesem kleinen Menschen, den du in die Welt setzt und diesem Menschen.
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Schenkst du ja die Möglichkeit der Weiterentwicklung und die die Möglichkeit etwas sehr, sehr herzliches zu empfangen, neue Ideen weiterzugeben.
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Ich glaube, es geht gar nicht so sehr um diesen ähm konventionellen Gedanken, kann ich denn twenty-four-seven da sein, sondern.
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Was, was, was bringt dieser kleine Mensch.
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Zusätzlich noch ja ich glaube das ist eben auch das, was ich daran gelernt habe, ne? Also ich habe immer so gedacht, so kann ich das auch leisten und,
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Der Umkehrschluss war, habe gelernt, mich viel besser selbst zu strukturieren und nicht nur um mich selbst zu kreisen, weil da noch jemand ist, der auch Aufmerksamkeit möchte und.
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Früher habe ich vielleicht zwölf Stunden am Stück im Atelier verbracht und.
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Bin genau so weit gekommen, wie ich jetzt nach vier oder sechs Stunden komme.
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Ich bin schon ein Stück weit auch perfektionistisch, glaube ich. Ähm ich bin ein Mensch, der auch was will, also ich bin, glaube ich,
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sehr fragil und und und unsicher und und äh auch mit Ängsten voll und mit mit so ganz vielen kleinen Dingen und dann aber habe ich auch gleichzeitig so eine komische Kraft.
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Mitgekriegt.
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Wo ich manchmal denke, wo kommt die denn her und die ich dann selbst auszuhalten, extrem schwer finde, also auch wie das Aushaltethema, diese diese Pole, die da in mir drin sind, die zu vereinen und das hinzubekommen, kostet mich wahnsinnig viel Kraft und ich bin.
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Da wieder dankbar, dass ich das in der Kunst bestimmt auch leichter habe zu kanalisieren als in irgendeinem anderen Job.
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Das habe ich mir aber auch nicht ausgesucht, sondern das war eben immer da. Das ist die Form von Sprache, die mich.
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Begleitet hat, wo ich dann auch sagen würde, das habe ich mir auch nicht ausgesucht. Es war von vorneherein klar, dass das passieren würde,
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Und ich wollte das ganz lange Zeit nicht wahrhaben und habe wirklich eher damit mich schwer getan, das zu akzeptieren oder auch mich selber Künstlern dann ging gar nicht. Also wollte ich auch nicht
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fand ich ganz vermessen. Ich dachte, irgendwann geht der Himmel auf und dann so, halleluja und dann so wuff und ab dann darf man sich Künstler lernen und dann fühlt, man fühlt sich auch so an, ist genau richtig so und dann hat man die Absolution, dann darf man. Das passiert natürlich nicht.
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Es passiert nicht, das passiert nicht nach dem Akademieabschluss, das passiert auch nicht dann automatisch danach, das ist.
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Auch genau wie meine Arbeit, es ist alles ein Prozess. Das war für mich, glaube ich, ein ganz ähm wichtiger Moment, dass ich akzeptieren muss, dass dieses prozessorientierte Arbeiten
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mich so verhaftet fühle in der Art, wie ich male, dass ich dieses minimalistische, dieses Reduzieren, dieses Dekonstruieren, dass das ganz viel.
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Autobiographisch ist, aber auch an, ein Ausdrucksmittel, was mich halt auch mit meinen eigenen Fehlbarkeiten in Verbindung bringt. Toll, dass dass ich das immer wieder.
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Anspitz, zuspitzt und dass ich dadurch immer wieder.
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Meine Grenze so ein bisschen auslote, auf dem Weg dahin vielleicht mal irgendwann das Bild zu machen und dann hat man vielleicht das,
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ja, dann ist dann kommt vielleicht der Himmel und geht auf und macht Halleluja, aber dann gibt man vielleicht auch den Löffel ab. Ich weiß nicht, was dann passiert. Nein, bitte nicht. Also wenn man dann, also ich hoffe, dass in zweiundneunzig bin oder so, dann wäre das doch schön. Also das werfe mich
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glaube ich, die schönste, schönste Vorstellung, dass es dann so eine Erlösung gibt.
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Dass es sich plötzlich diese ganzen Fragen, die man sich die ganze Zeit stellt, woran herumtaxiert und wo ich jetzt immer die ganze Zeit bin, boah, ich habe noch so viele Fragen und jedes Mal, wenn ein neues Material dazu kommt, denke ich so, uh, es gibt noch mehr Möglichkeiten. Also ich ich bin gerade in so einem Raum
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voller Möglichkeiten und bin wie so ein Forscher auf so einer Entdeckungsreise, habe ich gerade das Gefühl, das ist so toll.
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Ich bin auch da wieder dankbar, dass ich einen Beruf habe, in das es überhaupt gibt oder oder eine
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Professionen, die die mich da so einfach so wie so eine Welle, so schwappt und wieder ein Stückchen weit nach vorne spült, manchmal wieder reinzieht
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Also ich finde das äh gut, dass ich da überhaupt diese ganzen Möglichkeiten habe und diese Möglichkeiten, die halten mich wach, die hatten die machen mich im Kopf wach, ich ich kann mich bewegen und
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Ich kann verzweifeln, aber ich kann eben auch ganz vieles ausprobieren. Das ist ein großes Geschenk. Hast du Menschen, die dir dabei helfen? Ja klar, also alles kann ich mittlerweile nicht mehr alleine machen. Also das ist das meine Familie ist ein ähm großer Halt und Angelpunkt,
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Mein Kind hilft mir, indem man mir vorlebt, wie unkompliziert man an Zeichnungen rangehen kann. Das ist natürlich immer schön, Kindern zuzugucken, wie.
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Unverstellt, die so weiße Leinwände und Papiere angehen und da kann man sich immer eine Scheibe von abschneiden.
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Wenn man Partner hat, die handwerklich jetzt sind und einem die Schulter stärken, wenn man denkt, so, alles ist scheiße.
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Freunde, die ins Studio kommen und und draufgucken und die ehrlich mit einem sind und einem auch wirklich sagen, wenn was schlecht ist.
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Das sind auch nur drei, glaube ich, die bei mir ins Studio kommen dürfen.
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Reingucken dürfen, wenn ich wirklich an so einem Punkt bin, wo ich denke, ich weiß nicht, wo oben und unten ist. Und,
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schätze ich sehr und dann natürlich einfach das Auslagern auch, ne
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mein Schwerpunkt ist sicherlich die Malerei und es kommen immer mehr Skulpturen jetzt dazu und da habe ich natürlich Ideen, da fange ich mit, hm, oftmals wieso? Ich sehe das mal wie Skizzen, also weil ich eben Maler bin, bin ich halt
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keinen Bildhauer und dementsprechend
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ist für mich Ton auch eher wie ein Bleistift für eine Skizze und dann bin ich ganz schnell und versuche eben diese diese Geschwindigkeit und dieses Prozesshaft und eben auch unmittelbare, was ich versuche in meiner, in meiner Malerei zu haben, versuche ich dann erstmal so.
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In den Ton zu bringen und Formen oder Figuren zu finden, die für mich ein gutes Gegenstück sind zu dem, was ich halt malerisch mache und für mich ist dann immer so eine Überraschung, wenn ich denke, es ist selber sehr figurativ gerade und auch da versuche ich mich nicht
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die ganze Zeit zu begrenzen, weil das einen ganz toll hemmen kann, dass man plötzlich.
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Denkt, aber du arbeitest doch vorrangig eigentlich eher abstrakt, was passiert denn da jetzt? So. Das fand ich 2020, einundzwanzig jetzt.
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Ganz anstrengend, weil ich glaube, dass dieser Lockdown auch dazu geführt hat.
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Dass plötzlich sich auch in meiner Malerei teilweise figurativer Kipp-Momente eingeschlichen haben, wo ich gedacht habe, was ist das denn?
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Ja, also da war auch wieder das Aushaltemoment, ne, damit kann ich gar nicht umgehen, was willst du denn hier? Aber auch dazu sagen, ich akzeptiere das
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Vielleicht weißt du mehr als ich, warum er jetzt gerade einen LKW oder ein Schiff auftaucht, da war's nachher noch ein Flugzeug und dann war für mich so irgendwie klar gesagt, ist ja eigentlich nicht so blöd, ne, weil man konnte nicht reisen, man konnte nicht so, wie man sonst vielleicht sich fortbild
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bewegt hat. Dass so unterschwellig einfach gar nicht, dass ich das gedacht habe oder ich ich male es bewusst irgendwie was, was ein Auto ähnelt oder so.
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Aber dass diese Dinge plötzlich sich dann
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Raum genommen haben, die einen vielleicht ähm beschäftigen einfach oder womit man sich auch auseinandersetzt so oder vielleicht auch, dass man flüchten will, dass man weglaufen möchte oder es gab eine Arbeit von mir oder zwei, da waren so Häuser und Türme drauf,
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hätte auch eine Faust sein können, also ich mag, wenn das so Neandert, also wenn das so hin und her switcht zwischen ist es jetzt dies oder ist es jetzt das, dann dann ist das eine Figurativität.
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Eine Figur, mit der ich umgehen kann, weil das genau diese Grenze zur zum Abstrakten ist. So wo ist es noch abstrakt? Also wo ist es auf der Kippe? Ich finde diese Kipp-Momente generell.
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Im Leben sehr spannend, weil die sehr viel über uns Aussagen und auch dieses, diese Momente, wo wir uns jetzt auch gesellschaftlich
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grade befinden, also es sind ja sehr viele Kipp-Momente, sei es jetzt, wenn's die Umwelt angeht, wo führt es uns hin, globale Klimakatastrophen, Erwärmung. Wir sind wirklich so grad so auf Messerschneide unterwegs und ich find's,
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Für mich authentisch mich mit dieser Situation auch auseinanderzusetzen. Ich bin immer nur jemand, der in seiner Zeit leben kann.
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Die Materialien, die ich verwende, haben was mit meiner Zeit zu tun und mit dem, wie ich mich wohlfühle, genauso wie die Themen, mit denen ich mich auseinandersetze. Und ich bin ja auch nur wie so ein Schwamm, der von außen eigentlich,
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die Gesellschaft mitkriegt und ich sortiere hier im Atelier so ein bisschen, wie man so ein Setzkästchen
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völlige Reizüberflutung, die ich tagtäglich von außen habe. Und versuche, das zu kanalisieren und einen Kontext zu finden, in dem wir miteinander in in Kontakt gehen kann, indem ich auch wieder den Kontakt zu der Außenwelt schaffe, durch
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meine Arbeit versuche ich dann wieder, Kontakt aufzu
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und und stelle vielleicht Thesen auf oder Fragen auf mit meinen Bildern, wo dann der Betrachter drauf reagieren kann oder eben nicht,
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Ja, also ich ich erwarte ja nicht, dass jeder da drauf einsteigt auf das, was ich mache, das wäre auch vermessen, aber.
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Ich mache sozusagen ein Angebot mit dem, was ich an Dialog grade gerne führen würde mit dieser Gesellschaft in der Form, wie ich mich künstlerisch ausdrücke und mit der Problematik, die ich habe.
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Der Titel deines Werkes, den ich ja hier in meiner Einleitung benutzt habe, ist going to my on mind, wie deine Philosophie, dass viele Dinge einfach ausgesprochen sind, existieren, von jemandem angedacht sind,
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und du nimmst es auf, du sagtest grad so schön wie der Schwamm und adaptierst das weiter? Also für mich ist das der Inhalt.
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Oder fast der Motor meiner Kunst, weil ich kann ja das Rad gar nicht neu erfinden. Es gab ja alles schon in der Kunst. Also mich jetzt da hinzustellen und mir den Kopf zu zermatern, was kann ich tun, was ich besonders cool.
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Auf dem Markt gesehen werde, was ganz Innovatives mache. Also das ist ja.
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Ist ja eine Spaß- und Energiebremse vom Herrn, wenn man so möchte. Also das geht ja gar nicht. Also so kannst du versuchen, aber es wird ja so eine angestrengte Nummer, das wäre mir einfach zu doof. Also ich möchte, dass es und du sagst, du bist nicht lässig.
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Anders. Das ist ja auch, also kann man ja auch trampig sehen, wenn man sich so dagegen wehrt, hat ja auch einen Grund, warum man's vielleicht tut.
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Weil einer stört, weil man's vielleicht auch irgendwie gewohnt war oder
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so leben musste über Jahre vielleicht, man weiß es nicht. Du bist wie so ein Fluss, das ist äh so spannend, ne? Du du kriegst ein ein Wort oder einen Satz, du schnappst ihn auf und dann schleudern es so ein bisschen brutal, aber dann nimmst du deinen Gesprächspartner in dem Fall mich und reißt den so mit zur nächsten Erkenntnis. Ich habe gerade das
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Gefühl, ich sitze in so einem Rafting-Board.
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Bin völlig begeistert, was du mir ähm alles mitgibst. Hm, oh Gott. Also nee, Claudi. Entschuldigung, aber für mich, ich glaube, äh was ich wirklich nicht stoppen kann, ist, dass ich.
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Ununterbrochen irgendein Scheiß denke. Also ich sage es bewusst auch scheiße, weil mich das teilweise wirklich,
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gestresst hat oder immer noch stresst. Und ich find's ganz großartig, dass dass ich eben mit dem Setzkästchen meinte, dass für mich ist es einfach ganz wichtig und hilfreich, dass ich in meinem Artelier so einen Raum
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finde, wo ich das alles so kanalisieren kann. Also, dass diese ganzen Gedanken, dieses dieses Setzkästchen-Prinzip
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ich habe ja keine Lösung für diese ganzen Fragen dieser Welt. Woher denn auch? Ich ich man kriegt Aufgaben gestellt und und Fragen und geht mit den Fragezeichen durchs Leben und versucht, das für sich adäquat in irgendeiner Form gut.
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Zu beantworten. Nach bestem Wissen und Gewissen, ohne dabei am besten irgendwem weh zu tun oder,
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Voller Vollidiot zu sein. Also ich glaube, dann hat man schon gutes Lebenswerk getan, wenn man das schafft. Und das ist, glaube ich, so das, was ich mache. Also ich stelle eher Fragen, als dass ich Antworten gebe,
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Ich kann auch keine Antworten geben, weil ich weiß sie nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe nur Erfahrung gemacht. Da kann ich jemanden mitnehmen. Ich habe vielleicht.
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Unfassbar viele Fragen und Gedanken im Kopf
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was denn diese Raftingboots, Asoziationen vielleicht dann auch erklärt. Mir geht's selber so, dass ich manchmal denke so, oh, jetzt nächste Kurve Schleuder und
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ich komme dann auch beim Gedanken wieder in den nächsten Reihen, dass es so so so ganz viel und da ist auch diese Arbeitsweise vielleicht dieses nicht nur an einem Bild sein, sondern
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zehn gleichzeitig machen.
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Um das im Fluss zu halten, wie du so schön sagst, dann auch ganz ehrlich. Gehören die zehn Bilder dann zusammen? Also sollte die im besten Fall ein Sammler? Nee.
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Es gibt keinen Sammler, der von mir zehn Bilder haben darf. Och, also
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ich habe das limitiert für mich, dass ich sage, also wenn jemand wirklich Kunst liebt, dann hat er drei Arbeiten von mir. Gut, wenn er dann später noch mehr kriegen sollte irgendwann, dann hat er's gut gemacht, aber also jetzt speziell am Anfang, da bin ich bin ich zum Beispiel auch total picki so, wobei jetzt beim bei der großen Freiheit und da bin ich sehr sehr knausrig
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dass ich den Galerien, mit denen ich arbeite, auch sage, ich möchte nicht, dass jemand unbedingt mehr als drei Bilder von mir hat, weil ich auch denke,
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wenn jemand arbeiten vor mir hat und das wirklich liebt, so, dann wird eigentlich wird auch eine reichen, aber ich ich respektiere, dass jemand sagt so, wow.
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Hat jetzt was gemacht. Ich möchte da noch was von zu haben. Ist auch in Ordnung. Aber ich fände das ganz spooky, wenn ich mir vorstelle, ich komme in ein Haus oder irgendwo hin, wo nur Sachen von mir hängen.
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Also ich find's furchtbar langweilig.
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Und ich würde auch denken, der hat ja gar keine Ahnung von Kunst. Warum? Ich sitze schon wieder in meinem Buch. Nächste Kurve. Na ja, weil weil es ist ja immer wieder dieser Diskurs, über den wir die ganze Zeit sprechen. Ich habe das Rad nicht neu erfunden. Wenn jemand.
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Nur das von mir gut findet, dann hat er vielleicht die Kunst auch nicht verstanden. Das fände ich dann eigentlich eher als Beleidigung an meiner Arbeit.
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Weil ich möchte ja auch im Vergleich zu den anderen gesehen werden. Ich möchte ja auch, dass man in den Dialog gesetzt werden. Das auch mein, mein, mein Kunstwerk mit dem anderen Kunstwerken Dialog eingehen darf. Dass es vielleicht auch in Frage stellt, ob das wirklich die Position ist,
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Also ich habe jetzt auch den Herrn Kuhnert hängen. Ich finde das ganz spannend, was sein Bild zum Beispiel mit meinem Fisch da drunter macht.
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In Dialog treten und das finde ich ganz wichtig oder die Kinderzeichnung von meinem Sohn dann wieder also als Dreieck so zusammen. Was machen die miteinander? Das die behaupten was, jedes von sich sagt, ich bin aber da und ich habe eine ganz klare Position,
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und die Bohrmaschine. Und die Bohrmaschine. Bohrmaschine auch, genau. Also die haben halt alle ihre klare Position, die Bohrmaschine auch. Und.
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Ja, ich finde das wichtig, dass die die Möglichkeit auch zum Dialog haben. Weil das ist auch so, so findet ihr auch unsere Welt statt. Wir sind ja auch im Dialog. Das finde ich total spannend, dass du das ansprichst. Ich hätte gedacht.
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Es entspricht dem Zufall, dass der kotzende Fisch vor der äh unter dem Bild steht,
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auf dem Rollbrett. Genau, also vorher war dann, war dann Einhorn, das ist jetzt gerade noch in der Villa Schöningen. Das hat zum Beispiel diesen verkehrt herum.
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Regenbogen in unregenbogenfarben. Von ganz gut unterstützt in einer gewissen Form,
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so als surreales Wesen, sein Palmen, Sonnenuntergang entgegengesetzt. Das fand ich irgendwie ganz spannend und die waren sich aber so sehr einig. Der der Fisch jetzt macht halt noch mal eine andere Tür auf.
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Der sagt so,
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Sonnengang schön und gut und ich könnte kotzen so, ne. Also dieses man hat ja keinen Fisch kotzen deswegen. Nee, ich bisher nicht, außer die sie so ihre Babys so aus dem Mund ausspucken. Und das finde ich irgendwie ganz schöner, süße Sachen, nur weil ich sie nicht sehe,
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Heißt es ja nicht, dass es nicht gibt. Na, ich verstehe, du sagtest ja auch eingangs, dass man das Sehen neu aufstellen soll
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Ja, also ich finde überhaupt, wenn Kunststudium zu irgendwas gut sein kann und sollte, dann ist es, dass es einem den Raum gibt, also wirklich, wo wir auch am Anfang schon waren, also ein, ein, ein, einen physischen Raum geben kann.
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Der einem eine Dimension gibt und einen Halt geben kann. Also jeder,
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Student bekommt, seinen Platz zugewiesen, indem er dann sich ausleben darf. Und
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dass man die Möglichkeit hat, dass Sehen, was hoffentlich sowieso schon gut ausgebildet ist, also von Natur aus bei den Menschen, dass die einfach eine gute Wahrnehmung haben, dass die,
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Möglichkeit haben, das zu schärfen. Du warst im Weißen See, oder? Mhm. Was wurde dir da mitgegeben? Also hättest du zum Beispiel auch an der HBK Dresden sein können? Weiß ich nicht, ob ich in Dresden hätte sein können, aber ich fand's halt ganz schön. Ich habe
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er ist ja in Hamburg angefangen und habe so diese Ellenbogengesellschaft, ich sage jetzt mal bewusstes Westens mitgekriegt und wir wollten anstatt ziehen, Frederick und ich und
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Ist dein Mann. Ja. Genau und sind immer voneinander weggezogen und mäßig so ein bisschen, er war auch in München und da haben wir überlegt, wo es hingehen können, haben uns da verschiedene Städte beworben und eigentlich wollten wir beide nie nach Berlin, weil wir immer groß, dreckig, oil.
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Also kommen erst im Norden von Deutschland und ja und dann wie ist der Teufel so will, wurden wir aber beide in Berlin angenommen und da habe ich okay, es gibt keine Zufälle, also gehen wir dahin. Ja, dann sind wir dahin gegangen und haben halt da zu Ende studiert und für mich war's.
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Ich hätte mich auch an der UDK bewerben können, aber das wäre halt Hamburg zwei Punkt null gewesen.
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Das wäre wieder genau dieses System gewesen, groß, Ellenbogengesellschaft, so und so viele hundert Studenten. Man geht in der Masse unter,
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ich war mir auch nicht sicher, ob ich das aushalte mit so vielen Leuten dann zusammen zu sein und einen einen weißen See gibt's halt ganz wenige Leute, die pro.
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Semester angenommen werden. Ich weiß gar nicht genau, so sind's neun oder zwölf maximal. Das ist sehr überschaubar und
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Man läuft sich immer wieder übern Weg. Das kann einen nerven, aber dadurch ist diese Durchmischung mit den anderen Fachbereichen auch sehr, sehr groß. Ich war viel in Werkstätten dort auch unterwegs und gar nicht unbedingt ähm in in einem Malraum so viel. Und
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aber die die Stage, die ich bekommen habe, die war war gut,
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Was ich da aus Weißensee mitnehmen kann, ist das da wird viel nachgedacht und auch viel anstrengende Gedanken manchmal auch, ich glaube irgendwann habe ich
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mich ganz unbeliebt gemacht, als ich dann gesagt habe, so war mir jetzt noch vier Stunden darüber reden, so nach dem Motto ist schon der Nestbeschmutzer, weil ich dann das Kunstwerk nicht nicht gewertschätzt hatte, Mais und nie, habe ich dann gesagt, also entweder
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Das ist halt eine Überzeugung, die ich bei meiner eigenen Arbeit habe, muss man dazu sagen. Wenn's das nicht ist, dann kommt man dann so Diskussionszwang.
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Dass man dann nochmal vier Stunden dranhängen kann, dann ist es aber auch noch nicht besser. Toll, dass du's aussprichst, ja? Ich möchte keine Kunst machen, wo man erst ein Telefonbuch gelesen haben muss.
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Um zu verstehen, was einem da gezeigt wird und um dann ganz lieb nickend dazustehen und und den Mund aufzumachen. Das möchte ich einfach nicht, möchte, dass man.
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In den Raum reingeht und da hängen verschiedene Künstler, Kunstwerke, Mainz auch und der Betrachter hat die freie Wahl,
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zu entscheiden, zu welchem er zuerst geht, weil's ihn persönlich anspricht und sich das andere dann in seinem Tempo
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anzugucken, zu konsumieren oder auch dran vorbeizugehen, was auch völlig in Ordnung ist. Das ist auch mal eine Art, wie ich durch Museen gehe. Ich gucke mir nicht alles gleich lange an und liege ganz artig vor jedem.
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Gegenstand bildet, dann dann sehe ich ja nachher gar nichts.
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Also ich weiß, dass ich das mal versucht habe und dann bin ich danach fast über rote Ampeln gelaufen, weil ich total durch war und wenn ich in der Galerie dagegen war, zum Beispiel bin, in Hamburg, dann,
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ist das so, dass ich maximal eine Etage mache? Und dann gehe ich raus. Auch da bin ich toll, dass du das ansprichst, dich denk ganz oft. Meine Güte, wenn man sich
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für einen Duft begeistern möchte. Das heißt, nicht mehr als drei Düfte mehr nimmst du sowieso nicht wahr.
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Und es ist ein Sinn, der angesprochen wird und der irgendwann einfach,
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übersättigen, übersättigt ist. Ja. Aber, wenn man in ein Haus geht, wo viele Bilder sind, jetzt oute ich mich echt, ich kann so viel nicht wahrnehmen. Das kann kein Mensch.
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Also wer das kann, sorry, also ich glaube auch, dass die größten tollsten Kunstkritiker das auch nur bedingen können. Die haben natürlich das vielleicht geschult und haben wacheren Verstand, dass sie damit
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anders umgehen können, das vielleicht auch besser selektieren können. Aber wenn ich jetzt wirklich wieder von diesem Metapher des Schwamms ausgehe, der ist halt irgendwann voll.
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Also dann dann tropft's halt nur noch raus und dann so, och, geht nicht mehr. Und dann geht da auch nix mehr. Und ich finde, wir sollten da.
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Äh möchte die Kunst ein Stück weit tiefer hängen, also.
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Gibt's ja jetzt auch viele Leute, die das irgendwie wollen, aber das eher auf einer wirtschaftlichen Ebene. Ich glaube, wir müssen's kulturell das Museum so denken, dass oder die Ausstellung so denken, dass viele Menschen,
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den Zugang haben sollten, Kunst zu betrachten ohne diese Hürde zu haben.
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Sich selbst irgendwie zu outen, als ich find's auch ganz schlimm, wenn Leute reinkommen, ich kenne mich ja mit Kunst nicht aus.
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Eigentlich so, natürlich kennst du dich mit Kunst aus. Du hast ein Gefühl aus dir heraus, du ziehst ja auch Klamotten morgens an, du dir eine.
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Lässt sich drüber streiten, aber trotzdem hat er ein ein Gefühl für sich,
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für Harmonie, für Bedürfnisse, was mir steht, welche Farben, mit welchen ich mich umgeben würde. Und das finde ich entscheidend und ich glaube, in Hamburg war das ein Professor, der immer zu mir gesagt hat, Jenny, würdest du.
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Würdest du dich in Krankenhaus grün kleiden wollen.
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Ja, nee, wahrscheinlich eher nicht so, ne. Und und genauso kannst du auch, wenn du möchtest, an Bilder rangehen und du hast natürlich Vorlieben. Wenn ich jetzt sage, habe ich nicht, dann lüge ich genauso wie ich.
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Im Auftrag Vorlieben habe oder Dinge, die ich mir gern angucke. Ich habe, habe Lieblingskünstler, andere finde ich schwieriger und trotzdem gucke ich sie mir dann gerne an, weil ich da auch wieder was lernen kann. Ich,
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Ich liebe zum Beispiel figurative Maler, ganz oft und gucke mir an, wie die malen, weil mich das dann nicht so einschränkt.
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Und ich nicht das Gefühl habe, dass ich die automatisch dann kopiere.
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Weil ich mir dann einfach deren Farbauftrag angucke und nicht die Figur, das interessiert mich null. Ich gucke mit ihren Farbauftrag an und kann an deren Farbauftrag was.
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Lernen und dass du vielleicht in meiner Arbeit einfließen lassen. Das finde ich spannender, weil sonst bin ich schon so voreingenommen, so ah, kopiere ich jetzt was, wenn ich da jetzt drauf zugreife und,
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Jetzt mal ganz im Ernst, keiner von uns ist in irgendwie einem luftleeren Raum in einer Zeit, wo wir über Instagram 2000 Bilder pro Tag immer gezeigt kriegen, beeinflusst uns immer irgendetwas,
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auch wenn ich zum Bäcker gehe und da irgendwie einen Hund mit einem roten Kelb sehe, beeinflusst mich das. Und dann werde ich vielleicht nachher so ein rot malen in meinem Bild.
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Nicht mehr realisierend, dass ich vorher diesen Hund in dem Cape gesehen habe, aber aber das passiert einfach. Also und wenn ich das abstreite, dann ist das für mich einfach.
48:41
Eine ganz große Lüge. Ja.
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Es ist genau das. Also ich bin immer beeinflusst von allem. Ich nehme immer war und ich versuche, das so zu kanalisieren, dass ich meine eigene Sprache daraus entwickel und natürlich zitiere ich auch andere Künstler,
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oder ich stelle eine Gegenfrage vielleicht auch dahin.
49:00
So und das ist ja was, wo die Kunst für mich auch schon wieder so ein Stück weit wissenschaftlich ist, dass bei Wissenschaft, dann sagt man, die führen halt ihre Dialoge über ihre ihre geschriebenen Werke und reagieren auf die These des anderen durch ein neues Buch.
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Künstler machen's genauso. Ob das jetzt um die ganz Großen zu den Jean-Michel Basketball hat, auch äh zitiert und andere. Und da gibt's sogar die Bilder gegenüberstellung in Katalogen, wo das.
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Thematisiert wird. Und ich finde das schön, weil das genau dieser Dialog ist, den wir brauchen. Ich bin nicht im luftleeren Raum, ich bin immer.
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Auf der Suche nach dem, was ich bin und ich habe dem auch immer was zuzusetzen. Blöd wäre bei den Skopier 1:1 gleiche Farbfeld,
49:42
und so, das macht überhaupt keinen Sinn, aber wenn ich's schaffe, mich zu fragen, was ist es eigentlich, was mich daran interessiert? Dass mit in meinem Gedanken mitnehme und dass.
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Hinterfrage, ist das wirklich Wahres, was er gedacht oder gesagt oder gefühlt hat zu seiner Arbeit und ich dann Bruchstücke davon.
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Kapseln kann und mich mit dem beschäftige, aber mein Status quo da zusetze, dann kriegt das eine ganz andere Aussagekraft, weil ich zitiere vielleicht an jemanden oder.
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Gehe auf etwas ein, was schon mal gesagt wurde, womit sich immer beschäftigt hat, der 30 Jahre vielleicht vor mir,
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Und genau das ist doch auch das Spannende, ne? Sind die jetzt Zeit zu adaptieren? Ja, vor allen Dingen auch die Möglichkeit zu finden überhaupt, darauf adäquat zu reagieren, weil ich habe ja eine ganz andere Vorgeschichte und ganz andere Bedürfnisse. Und ich kann.
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Auch wenn ich gestische Malerei der Achtziger oder auch der Fünfziger oder dieses,
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expressiver, auch irgendwie spannend und toll finde, das jetzt nochmal so einfach brühwarm aufzuwärmen, macht.
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Überhaupt keinen Sinn. Ich muss natürlich meine Art und Weise finden, wie das in meiner Zeit, in der ich jetzt bin, überhaupt Sinnhaftigkeit stiften kann. Wenn du jetzt Wünsche frei hättest und sagst.
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Der Dialog ist mir wichtig. Ich möchte, dass das und das Werkmal dem und dem Werk gegenüber gestellt wird. Welches Werk willst du von dir aussuchen und wem willst du das gegenüberstellen? Ich weiß nicht, ob ich das Bild schon gemalt habe, was ich da gegenüberstellen wollen würde. Ich man hat ja so manchmal so Träume.
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Und wo man gerne ausstellen möchte und dann ist das noch ein bisschen nebulös. Also ich weiß, wo es hängt. Ich weiß auch, wer ungefähr so eine so in der Nähe hängt.
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Aber es ist noch nicht ganz fix. Also das heißt, das Bild ist noch nicht gemalt. Ha, und so wie du mich anguckst, weiß ich ganz genau, dass ich nicht fragen sollte, wo und wer?
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Sie nickt, das tut mir leid.
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Für die, die mich kennen, liebe Hörende. Es gilt jetzt einfach, den Weg weiter zu verfolgen. Das ist sowieso, glaube ich, das spannendste, wenn man Künstler längere Zeit verfolgt.
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Und das ist was, was in der heutigen Zeit leider viel zu wenig passiert. Ich liebe das System.
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Galerie und auch Galeriemarkt und Vorbereitungen.
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Und Unterstützung der Künstler. Habe ich mich auch bewusst für entschieden, auch wenn ich vielleicht sogar ohne Galerie auch gut verkaufen könnte, aber ich mag.
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Partnerschaft, aber ich finde halt einfach, dass es so schwierig ist, das.
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Künstler heutzutage nicht mehr wirklich lang genug verfolgt werden dürfen, weil immer wieder neuer Hype kommen muss und immer wieder was Neues und.
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Ich glaube, das ist schon ganz gut, dass wenn sich ein paar Leute mal wieder festsetzen dürfen.
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Und längere Zeit beobachtet werden und nicht auch gleich. Also es kommen immer Phasen, wo irgendwas dann nicht verstanden wird oder vielleicht auch mal blöd ist.
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Da bereiten wir uns ja auch alle schon mal so ein bisschen drauf vor. Mit welcher Galerie arbeitest du zusammen? Verschiedenen.
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Ändert sich gerade auch eine schwierige Frage wann wird das gleich ausgestrahlt? Das können wir noch entscheiden. Ähm,
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Weiß nicht, wann wir im Oktober. Ja gut, dann kann ich sagen, dann ist es allen recht. Herzlichen Glückwunsch und
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dann ist es auch jetzt hier. Wir erarbeiten jetzt gerade Projekte gemeinsam über das nächste Jahr, verschiedene die wir machen und der Anfang unserer Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Ich hoffe, dass ich das erfülle, was sie.
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In mich setzen wollen oder was sie sich erhoffen. Und bisher sind die ersten gemeinsamen Exkurse sehr, sehr angenehm.
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Freue mich auch sehr da drüber, weil die auch untereinander gut miteinander arbeiten. Und natürlich habe ich jetzt bei Rotkowski im Oktober meine meine Soloausstellung, würde ich mich auch sehr freue und das wird alles.
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Hoffentlich so ineinander verwoben werden können in Köln. Hm ist jetzt in Paris? Hm.
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Genau und meine eine Arbeit geht jetzt auch nach Paris ähm mit Armin Rech und wenn das so ist, wie es geplant ist, dann kommen die dann zeitgleich mit der Ausstellung zur Fiak. Das ist dann halt auch nochmal so eine Synergie, die dann entsteht. Da hoff ich. Genau und ansonsten jetzt.
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Auch zu der Zeit meiner Ausstellung sind noch die Frees und da werden dann auch noch bei zwei Arbeiten gezeigt.
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Ich freue mich, dass du trotz dieser ganzen Umkehrungen, die da gerade stattfinden und Neuerungen Zeit für meine hörenden und mich gefunden hast und dass wir uns hier.
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Um acht, jetzt nicht mehr, jetzt nicht mehr. So schön unterhalten haben und dass du mir
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Das werde ich wahrscheinlich bei dir isch, aber dass du mir so viel von deiner Energie abgegeben hast
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Klingt jetzt so esoterisch, ne? Ja, aber ich will das gar nicht einfach so eine, so eine super spirituelle Ebene heben, aber eben sprachen wir ein bisschen über das Rafting Boot. Es war zu keiner Zeit unsicher. Also es ist ein schönes durch den Fluss strudeln gewesen.
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Und ähm ich finde das einfach toll, dass wir uns jetzt hier begegnet sind und ganz, ganz, ganz lieben Dank.
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Music.
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Ihr habt Fragen, Anmerkungen und Feedback? Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Claudia at die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE.
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Und wenn ihr mögt, dann freue ich mich sehr über euer Like und eine Bewertung.
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Ihr möchtet weitere Informationen? Dann schaut auf meiner Website unter WWW die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und nun von Herzen.
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Music.