Lob des Gehens

In “Lob des Gehens” unterhalte ich (Nicola Wessinghage) mich mit verschiedenen Menschen über die vielen Facetten des Gehens. Dabei streife ich ganz unterschiedliche Themenfelder, von der Anatomie über Architektur, Neurologie, Kommunikation, Kunst, Kultur und Geschichte. In einigen Episoden wird es auch um kleine Experimente bzw. Erfahrungsberichte gehen. Denn Aufhänger für diesen Podcast waren vor allem meine eigene Lust am Gehen und die Neugier, besser zu verstehen, warum es auf so verschiedene Arten so gut tut, zu Fuß unterwegs zu sein.

https://lob-des-gehens.de

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episode 19: Mit Audiowalks von Storydive beim Spazierengehen in Geschichten eintauchen [transcript]


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Storydive ist eine App, die Geschichten auf eine ganz neue Weise zum Leben erweckt: indem wir sie als Hörer*innen während eines Spaziergangs selbst erleben.

„Die Stadt um dich herum verwandelt sich vor deinen Augen in den Schauplatz einer Geschichte, in der du die Hauptrolle spielst.“, heißt es auf der Website.

Ich habe in dieser Episode mit Sophie Burger und Lenja Busch aus dem Team von Storydive gesprochen. Sie erklären, was einen Audiowalk ausmacht, was das Faszinierende daran ist, woher die Idee kommt und wie sich ein Spaziergang verändert, wenn ich dabei in eine Geschichte eintauche.

Fotos: Storydive

Sophie Burger liebt Geschichten, egal in welchem Medium. Ihr Lieblingsmedium Audiowalk hat die Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin 2009 entdeckt und forscht seither dazu, wie man darin am besten Geschichten erzählt. Sie hat mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Umsetzung von Audiowalks und anderen umgebungsbezogenen Formaten und gibt regelmäßig Workshops und Webinare. Sophie entwickelt und betreut Audiowalkproduktionen für Auftraggeber*innen aus dem Unternehmens- und Bildungsbereich von der Konzeption bis zur Veröffentlichung.

Sophie Burger, *1986

Geschäftsführung, Projektleitung, strategische Entwicklung

2006 – 2014    Studium Theater-, Film- und Medienwissenschaft, allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft (M.A.)

2015 – 2018    künstlerische Leitung Kurbel Filmtheater eG

2019 – 2021    Stipendiatin Exist und Junge Innovatoren für Storydive

hat seit 2009 über 70 Audiowalkproduktionen umgesetzt oder begleitet

Forschung zu ortsbezogenem Erzählen

Lenja Busch ist Dramaturgin und entwickelt zusammen mit Performancekollektiven und Künstler*innen Formate, die immersiv, relevant und zugänglich für ein breites Publikum sind. Sie arbeitet in den Bereichen Konzeption, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit und freut sich immer darauf, zusammen mit Partner*innen aus dem Kunst- und Kulturbereich auditive Erlebnisse zu verwirklichen.

Lenja Busch, *1991

Dramaturgie, Akquise,  Öffentlichkeitsarbeit, Networking

2011 – 2020      Studium der Szenischen Künste (B.A.) und Dramaturgie (M.A.)

2017 – 2019     Dramaturgin auf Kampnagel

2019 – 2020     Produktionsleitung für die 7. Biennale Tanzausbildung auf Kampnagel

2021        Stipendiatin Junge Innovatoren für Storydive

Audiowalkproduktionen seit 2013

dramaturgische Beratung von Projekten

betreut den Storydive Instafeed

Nicht dabei im Gespräch, aber Teil des Teams und Mitgründer von Storydive ist Fabian Eck, *1985, verantwortlich für technische Entwicklung, Finanzen, Audioproduktion und -postproduktion

Storydive ist gerade noch im Aufbau, es gibt Geschichten zu einzelnen Städten, die nur dort gehört werden können, wo sie entstanden sind und spielen. Darüber hinaus gibt es ein Angebot mit kurzen ortsunabhängigen Geschichten, „here2hear“.

Nach dem Gespräch mit Sophie und Lenja habe ich den Audiowalk in Hamburg-Altona selbst ausprobiert. Die beiden haben mir eine Hörprobe für diesen Podcast zur Verfügung gestellt – anschließend berichte ich über meine Erfahrungen.

Links:

https://www.storydive.de

Bei Twitter: @story_dive

https://www.instagram.com/story_dive

https://www.facebook.com/storydivecommunity

Der von Sophie erwähnte Audiowalk “A machine to see with” von Blasttheory (Audiowalk mit Banküberfall); der Genrebegriff für Filme mit Banküberfällen lautet: heist-movies

Anmeldung zum Storydive-Newsletter, um über neue Projekte, Audiowalks und die Entwicklung auf dem Laufenden zu bleiben

Künstler*innenkollektiv Hella Lux (Partner bei internationaler Produktion): Out and doors, internationales Projekt der Hans-Farmont-Stiftung in Düsseldorf

Podcast – Storytelling für Storydive

Was sich aus dieser Episode mitnehmen lässt:

• was einen Audiowalk ausmacht und was ihn von einem Podcast unterscheidet

• wie ein Audiowalk mein Spaziergangserlebnis auch nachhaltig verändert

• warum wir Geschichten im Gehen besonders gut verstehen

• wie das aktive Gehen und Eintauchen die Rezeption verändert und was das Reizvolle daran ist

Zum Podcast „Lob des Gehens“:

Der Podcast bei Instagram: @lob_des_gehens

Der Podcast bei Twitter: @Lob_des_Gehens

Der Podcast bei Facebook: Lob des Gehens

Musik: Walking Dub von Mastermind XS aus Saarbrücken von ihrem Album “Keep on moving”, erschienen unter der Creative-Commons-Lizenz 4.0 (CC BY-NC-ND 4.0).

Ich freue mich über Feedback an mail(@)lob-des-gehens.de oder in den Kommentaren auf der Website www.lob-des-gehens.de unter den einzelnen Episoden.


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 2021-10-21  n/a
 
 
00:00  Musik Mastermind XS
00:52  NIcola Wessinghage
Hallo zu einer neuen Folge, in der ich gleich anfangs mit etwas Stolz berichten kann, dass dieser Podcast heute Geburtstag.
01:00
Und heute, das ist, wenn diese Episode am 22. Oktober 221 erscheint, dann ist es genau ein Jahr her, dass die erste Folge von Lob des Gens herauskam.
01:11
Ich nehme das einfach einmal zum Anlass, mich
01:14
allen zu bedanken, die regelmäßig zuhören, vielleicht auch zum ersten Mal hören und vor allem auch bei denen, die sich die Zeit nehmen, hier mit mir zu sprechen. Es macht mir
01:24
auch nach einem Jahr jedes Mal richtig großen Spaß, diese Gespräche zu führen und ich freue mich auf weitere Folgen im zweiten Jahr. Ich
01:33
danke auch allen, die mir Feedback geben und mich damit bestärken, weiterzumachen,
01:38
Heute haben sich zwei Frauen Zeit für mich, für uns genommen, die sich etwas richtig Spannendes ausgedacht haben. Eine App, die Geschichten lebendig macht, indem wir sie auf einem Spaziergang selbst erleben.
01:50
Geschichten, in denen wir sogar die Hauptrolle spielen und damit den Alltag, unsere Umgebung ganz neu kennenlernen.
01:57
Wie das funktioniert, das berichten uns gleich so viel Burger und Linia Busch.
02:03
Sophie hat zusammen mit Fabian Eck ein Start-up gegründet, das die Plattform und App Story Dive entwickelt hat. Betreibt.
02:12
Die auch weiter ausbaut. Erste Geschichten sind dort schon als Download verfügbar.
02:18
Am Ende dieser Episode werde ich auch wieder von einem Experiment berichten können, denn natürlich habe ich selbst den storydive Audiwalk in Hamburg-Altona ausprobiert, ganz hier um die Ecke.
02:28
Weitere Audiowalks gibt es in der App schon jetzt unter anderem aus München, Mainz, Dortmund, Berlin, Augsburg und noch einigen weiteren Städten. Und auch ortsunabhängige Geschichten lassen sich dort herunterladen
02:41
aber man muss immer unterwegs sein, um sie zu hören
02:45
die Geschichten sind an die Orte gebunden, wo sie auch spielen, vom Sofa funktioniert das nicht.
02:51
Paar Infos noch zu meinen beiden Gesprächspartnerinnen. So viel Burger bezeichnet sich als Liebhaberin durch und durch von Geschichten und zwar quer durch alle Medien.
03:03
Theaterfilm und Medienwissenschaften studiert und zusammen mit Fabian Eck, also dem,
03:08
Gründer von Story Dive schon ein eigenes Kino geführt. Und bereits vor über zehn Jahren, also genau 2009 ihre Liebe für Audio Walks entdeckt,
03:18
Bis da aus einer Geschäftsidee wurde, hat es noch einige Jahre gedauert. Und in dieser Zeit hat sie mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Umsetzung von Audiowalks und anderen umgebungsbezogenen Formaten gesammelt
03:31
Sie gibt dazu regelmäßig auch Workshops und Webinare und sie forscht zu ortsbezogenem Erzählen und hat selbst auch schon einen Podcast mit.
03:40
Einigen Episoden produziert, in denen sie und Fabian Ecke erklären, wie man gute Geschichten für Audiobox entwickelt.
03:48
Das haben sie deshalb gemacht, weil sie solche Geschichten für Story Dive noch suchen und damit auch so etwas wie eine Anleitung geben. Ich fand das auch.
03:56
Ohne eine eigene Geschichte produzieren zu wollen, sehr interessant
04:00
Linja Busch gehört seit Anfang des Jahres zum Team Story Dive und ist dort für die Bereiche Konzeption, Projektmanagement.
04:08
Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich
04:10
Sie hat szenische Künste und Dramaturgie studiert und war insgesamt drei Jahre Dramaturgin und Produktionsleiterin in der internationalen Tanzfabrik
04:20
Kampnagel, also hier bei uns in Hamburg. Sie entwickelt mit Performance
04:26
Tiefen und KünstlerInnen, Formate, die immer Sief, also zum Eintauchen sind. Wichtig ist dir dabei, dass die Geschichten einen Bezug zur Alltagswelt haben und für viele verschiedene Menschen
04:39
ohne besondere Hürden zugänglich sind. Ich bin über einen Hinweis auf LinkedIn Social Media, also auf Story Dive,
04:47
stoßen. Das Unternehmen hat nämlich hier in Hamburg eine Förderung erhalten. Und ich war von Anfang an sehr fasziniert von dem Start-up, weil sie so konsequent Storytelling, also die Idee, Menschen über Geschichten zu begeistern
05:00
mit dem Gehen verknüpft. Und das dann auf doppelte Weise zu einem aktiven Erlebnis macht.
05:06
Denn die Menschen sitzen nicht und konsumieren Geschichten. Sie sind aktiv. Sie erleben die Geschichten, tauchen ein und werden sogar selbst ein Teil davon.
05:17
Und das alles funktioniert beim Gehen und zwar nur beim Gehen. Wie genau, das hört ihr jetzt in unserem Gespräch. Viel Spaß dabei.
05:27  Musik Mastermind XS
05:33  NIcola Wessinghage
Herzlich willkommen im Podcast Lob des Gens. Schön, dass ihr heute dabei seid. Sophie und Lenia.
05:40  Sophie Burger
Ja, danke für die Einladung.
05:42  Lenja Busch
Wir freuen uns.
05:43  NIcola Wessinghage
Ich habe euch beide eben schon kurz vorgestellt. Ähm ihr seid gerade dabei eine neue Plattform für Audiowalks zu gründen, die Audiobox heißen Story Dive und ihr habt dafür sogar ein ganzes Unternehmen gegründet. Vielleicht
05:58
sollten wir erstmal klären zu Anfang, was das überhaupt ist, ein Audio-Walk für, könntest du das mal erklären.
06:04  Sophie Burger
Na klar. Ähm also ein Audi Walk erstmal auf Deutsch. Ähm ist ein Hörspaziergang und ähm.
06:13
Geht dabei darum, dass ich quasi während dem Laufen äh entlang einer bestimmten Route eine Geschichte höre,
06:21
die sich auf diese Route und auf meine Umgebung bezieht. Das heißt, ich werde quasi Teil von einer Geschichte, ähm die genau an diesem Ort spielt, an dem ich gerade bin.
06:32  NIcola Wessinghage
Mhm,
06:32
Und ihr habt ja beide ähm Theater Hintergrund, kann man sagen. Also ich habe das eben schon berichtet, Sophie, du hast das studiert und ähm Lena, du hast auch am Theater hier in Hamburg bei,
06:45
Kampfnagel gearbeitet. Wie ist da die Schnittstelle zu Audio Walks und Theater? Was ist die Verbindung.
06:55  Lenja Busch
Also Audibox kommen ursprünglich aus dem Kunstbereich und Theaterbereich. Ähm es ist ein seit den 80ern gibt es diese Audios, ähm also jetzt kein neues Video, aber trotzdem nicht ganz so
07:06
sichtbar. Uns ist das aber immer wieder begegnet bei unserer Arbeit in verschiedenen Theatergruppen und kollektiven,
07:12
während des Studiums ähm an ganz unterschiedlichen Stellen in unseren Biografien. Und äh wir haben da immer wieder.
07:19
Begeisterung für äh gehabt und gemerkt, was damit alles eigentlich möglich ist. Also wie viel in den manchmal das auch scherzhaft Audiomagie da drin steckt.
07:29
Audio einfach das Potenzial hat, ganze Umgebung zu verwandeln und auch nachhaltig zu verwandeln. Das heißt, man macht dann vielleicht einmal einen Audiwork und dann.
07:37
Man den Spaziergang nochmal ohne Audiwalk, aber trotzdem ähm denkt man bei der Häuserecke dann an die Geschichte, die man da gehört hat oder die Straßenlaterne hat sich äh längerfristig in ein zauberhaftes Zuhause von Feen verwandelt zum Beispiel.
07:51
Wir waren schon immer super begeistert von Audiwax, ähm haben aber auch gemerkt, dass das in den Konstellationen, in denen wir gearbeitet haben,
08:00
ja nicht immer die richtigen technischen Voraussetzungen gab, die das irgendwie gut möglich gemacht haben.
08:06
Also das äh Hörerinnen und Hörer dazu einen einfachen Zugang haben, dass äh dass auf einer coolen Plattform ist, dass das zugänglich ist und immer verfügbar und nicht nur für.
08:16
Kleine Aufführungszeit ähm.
08:18
Um acht zwischen acht und zehn oder so was und auch nur über MP3 Player, die man sich dann kompliziert da und da leihen muss und und und. Äh da sind so viele ähm.
08:28
Ja altmodische Mechanismen manchmal im Theaterbereich, äh dass wir dann gedacht haben, nee, da muss es eine bessere Plattform geben und das war quasi der Ursprungsgedanke von Story Dive.
08:39  NIcola Wessinghage
Mhm. Sophie, wolltest du noch was ergänzen?
08:41  Sophie Burger
Ja, ich hab
08:43
eigentlich tatsächlich den Weg zurück zum Audio Walk, über den Film oder übers Kino gefunden. Ähm ich hatte zwar im Studium schon viel mit Audiobox zu tun, also habe auch selbst schon Audiobox produziert. Dann gab's aber
08:56
eine Arbeit, die mich äh sehr beeindruckt hat. Das war ähm von Blast Theorie. Das ist eine britische Performancegruppe. Und.
09:07
Das Setting von diesem Audio Walk war sehr filmisch angelegt und zwar wie in so einem.
09:15
Du weißt bestimmt, den den äh englischen, passenden Begriff äh für dieses Genre quasi Banküberfall-Genre.
09:23  Lenja Busch
Nee, warte, wie heißt das? Ah, heute gibt's einen ganz tollen Begriff, weil der mir gerade natürlich nicht einfällt.
09:29  NIcola Wessinghage
Können wir noch nachreichen in den Shownotes, wenn er euch jetzt nicht mehr einfällt? Den möchte ich nämlich auch gerne kriegen, weil Banküberfall ist ein tolles Genre, wusste gar nicht, dass das überhaupt ein Genre sein kann.
09:39  Sophie Burger
Auf jeden Fall ähm genau, wird man bekommt man dazu Anfang gesagt direkt, wenn man den Audiowalk startet, am Ende von diesem Audio-Walk wirst du eine Bank überfallen.
09:51
Ist man natürlich erstmal.
09:54
Okay, ähm glaube ich jetzt nicht. Mal gucken, was mich erwartet und ist schon gespannt. Und dann ähm führt das über mehrere sehr filmtypische Szenen, also genrotypische Szenen sozusagen äh immer näher in diese Bank.
10:09
Und man ist natürlich immer aufgeregter und fragt sich, okay, was passiert jetzt und ähm das war so ein Moment, wo ich gemerkt habe, okay, filmische Erzählweisen funktionieren sehr, sehr gut für Audiowalks, weil eben Filme.
10:21
Quasi auch Räume auf ganz bestimmte Art und Weise nutzen. Und ähm damit habe ich mich dann mehr beschäftigt
10:29
und selbst auch schon eine Arbeit äh gemacht, die dann im Film Noah Stil war, wo man wirklich quasi als Detektiv dann durch die Stadt gegangen ist und an so typischen Orten wie
10:38
in der Bar die vom Verteil getroffen hat oder irgendwie im Spielcasino, irgendein Gangster oder so und dann eben.
10:47
So eine Art und Weise mit Orten zu arbeiten, wo ja Emotionen und Atmosphäre von Orten eine Rolle spielt und der Ort nicht nur ein Schauplatz ist, wie es eben ähm,
10:58
in vielen anderen Arbeiten, die ich vorher gesehen habe, war ähm das fand ich einen ganz spannenden Ansatz und genau, das versuchen wir auch in unseren Audiworks umzusetzen.
11:07  NIcola Wessinghage
Ich muss ganz kurze Zwischenfragen Sophie, hast du eine Bank überfallen.
11:12
Als du diesen Audiowalk mitgemacht hast.
11:15  Sophie Burger
Nein, ich habe äh am Ende natürlich die Banken nicht überfallen. Ich muss auch sagen, ich fand die Auflösung damals äh enttäuschend, was aber eigentlich nur dafür spricht, wie stark ich in diesem Szenario war, denn ich wusste ja, es
11:26
es geht eigentlich nicht. Ich kann nicht diese Bank überfallen am Ende und trotzdem war ich dann so enttäuscht, als es quasi.
11:32
Audiowalk das dann so aufgelöst hat und und ähm ich hatte damals quasi ein Komplizen noch und der hat mich dann quasi im Stich gelassen und dann gab's ein Warnsignal und dann musste ich quasi flüchten. Und dann hat sich.
11:44  NIcola Wessinghage
Okay, so ganz war die äh Prophezeiung nicht erfüllt, das Versprechen nicht erfüllt und.
11:50  Lenja Busch
Gut so.
11:51  NIcola Wessinghage
Ja, vielleicht auch ganz gut so. Wer weiß.
11:53  Sophie Burger
Wäre ich jetzt vielleicht nicht hier.
11:55  NIcola Wessinghage
Wollte ich gerade sagen. Oder wir würden eine Liveproduktion aus
11:59
äh Knast, Knast, äh es gibt sogar Knast-Podcast, habe ich schon gehört. Gut, aber anderes Thema. Ihr habt auf eurer Website geschrieben mit einer gut produzierten, spannenden Geschichte auf den Ohren, kann aus einem
12:11
einfachen Spaziergang ein Abenteuer werden. Was ist denn so das wirklich Abenteuerliche daran? Was würdet ihr als abenteuerlich bezeichnen?
12:20  Lenja Busch
Ich glaube, abenteuerlich eine Audibox ist, dass selbst die total alltägliche Spaziergangroute, die wir vor allem durch die Pandemie natürlich alle kennengelernt haben, die alltägliche, der alltägliche Corona-Spaziergang, dass selbst der sich verwandeln lässt.
12:35
Das meint die auch vorhin mit so nachhaltige Verwandlung ähm mit so einem Audiowalk, zu einer spannenden Audiwork Story.
12:43
Halt die langweilige Straßenlaterne zum.
12:45
Zuhause von Feenwerden oder der Mülleimer dort drüben, äh der einem nie aufgefallen wäre, zum Zuhause von einem Oktopus oder
12:53
man hat 'nen anderen Bezug zu 'ner Gasse, in der man jeden Morgen zur Arbeit irgendwie unterwegs darf, vorbei geht
12:59
plötzlich ist aber diese Gasse dann Geheimversteck von, ja, einem Gangster oder so was, um das nochmal äh aufzugreifen. Ähm,
13:06
Audiwax haben da wirklich das Potential ähm.
13:10
Alltäglichem, was ganz Besonderes ähm äh rauszuziehen da aus diesem alltäglichen. Das ist glaube ich das, was ich als abenteuerlich beschreiben würde.
13:18  NIcola Wessinghage
Hm, wenn man bei euch auf die Plattform zuerst guckt, dann begegnen einem ja auch viele Städtenamen und man könnte vielleicht, weil man das ja auch
13:26
Daher kennen viele Audiowalks, glaube ich, dass man jetzt so ein Portal für Stadtführungen hat und man merkt dann glaube ich relativ schnell, dass es nicht so ist. Aber eure Geschichten spielen schon alle in Städten
13:38
ähm ist das wichtig, dass es eine Stadt ist oder könntet ihr euch auch in der Natur einen Audiowalk vorstellen?
13:48  Sophie Burger
Also ich denke, wir können uns sehr gut auch in der Natur ein Audiowalk vorstellen, ist immer die Frage, wo das Publikum dann,
13:54
dazu ähm herkommt und für mich persönlich ist es so, wenn ich zum Beispiel wandern gehe.
14:00
Absichtlich sozusagen in die Natur gehe, dann möchte ich in dem Moment nichts auf den Ohren haben. Also dann ist mir die Wahrnehmung meiner Umgebung auf andere Art und Weise
14:09
und ich habe das Gefühl bei Städten ist es oft so, das sind so unsere Alltagsorte, vielleicht sind wir manchmal gelangweilt oder vielleicht gibt's auch irgendwie viele Stellen, wo wir das Gefühl haben, hier fühle ich mich nicht so wohl oder so und das quasi.
14:23
Umzudrehen und irgendwie zu verzaubern durch eine Geschichte. Das reizt mich halt und ähm ich glaube, deshalb haben unsere äh Audiowalks jetzt erstmal den den Schwerpunkt auf Städten.
14:32  NIcola Wessinghage
Und ähm Lena, dort ist das eben gesagt, dass man, wenn man einmal so einen Audio-Ralk mitgemacht hat, eine bestimmte Strecke quasi
14:42
Eine Geschichte begleitet wurde, dass die Geschichte bleibt. Habt ihr das so erfahren? Also wenn man dann nochmal da lang geht, ohne dass man immer denkt, ah hier an der Stelle war doch als die Person X das und das gesagt hat, das geht einem ja bei
14:54
normalen Podcasts auch schon manchmal so. Ich hatte das schon mal in einer anderen Folge erzählt, dass ich an bestimmten Stellen immer wieder genau weiß, hier hast du mal diese Stelle gehört. Ist das bei euren Geschichten auch so und haben die auch diese Funktion, diese Geschichte immer wieder zu
15:07
reaktivieren bei den Hörern.
15:10  Lenja Busch
Also wir haben schon ganz wunderbares Feedback von unseren Hörerinnen und Hörern äh bekommen, die dann sagen also zum einen ähm.
15:19
Dass halt sie bei der Straßenlaterne immer wieder da und daran denken müssen, ich bleibe jetzt mal beim gleichen Beispiel, das kann auch was ganz anderes sein.
15:26
Aber es kann auch zum Beispiel der Moment sein, der uns ganz oft begegnet.
15:30
Unsere Hörerinnen und Hörer denken, dass wir ganz viele Live-Elemente zum Beispiel mit reininstallieren, weil das, was in diesem zauberhaften Moment von dem Audi-Walk oft passiert ist, dass man mit Kopfhörern unterwegs ist, man.
15:41
Der Geschichte ganz gespannt und dann.
15:43
Man da jemand, der auch Kopfhörer aufhat und fragt sich, gehört die Person dazu? Hört sie das auch gerade? Oder ist das bei Komplize oder was was passiert? Man hat so einen ganz anderen.
15:51
Zugang zum zur Realität, zu der eigenen Umgebung und das kann sich ganz schön kann sehr erinnerungswürdig sein und sehr aufregend sein auf eine sehr schöne Art und Weise, dass das quasi nachhaltig dann auch bleibt und man denkt.
16:05
Da habe ich den einen Typen da fälschlicherweise angequatscht, weil ich dachte, na, wie gefällt dir deine Story und der war so, Entschuldigung, ich äh kaufe nichts.
16:13  Sophie Burger
Es ist tatsächlich passiert. Äh wir haben Feedback bekommen von der Hörerin ähm aus Berlin. Die hat an einem Audio Walk ähm teilgenommen und ähm
16:24
Am Startpunkt hat sie jemand angesprochen und auf einen Kaffee eingeladen. Und dann hat sie gedacht, das gehört dazu und hat quasi aus diesem,
16:34
Impulse heraus dann gesagt, ja okay klar, wir gehen einen Kaffee trinken und war dann äh mit dem Kaffee trinken eine Stunde lang und hat dann nach und nach gemerkt, ah okay, das gehört gar nicht zum Audiowalk.
16:46
Hat den Audi Walk dann einfach danach gemacht, aber hat quasi auf die Art und Weise jemanden dann kennengelernt.
16:50  NIcola Wessinghage
Ja eine großartige Geschichte. Wenn die zwei jetzt noch ein paar werden, dann seid ihr das neue Tinder mit Audiowalks.
16:59
Das ist wirklich wunderschön. Ich war ja ehrlich gesagt
17:02
beim aller allerersten Mal auch ein bisschen enttäuscht, weil ich habe gedacht, oh, wie wunderschön, eine ganze Plattform voller Geschichten, die quer ich mir jetzt, höre ich schon mal rein und dann suche ich mir eine aus für meinen nächsten Spaziergang. Und so funktioniert's ja gar nicht, sondern mir wurde gesagt, es gibt
17:16
eine Geschichte für Hamburg, die ich dann ja auch ausprobiert habe
17:19
du bist noch zwei Kilometer von dem Start der Geschichte entfernt, geh da bitte erstmal hin, bevor du reinhören kannst. Und das ist ja auch bei euch,
17:27
Prinzip tatsächlich, ne? Man kann die Geschichten nicht überall hören, sondern man soll
17:32
Man muss da sein, wo ihr sie auch konzipiert habt. Könnt ihr das nochmal erklären, auch wie das technisch funktioniert, weil das ist ja eigentlich ist das auch der Clou eures eurer eures Angebots oder auch das Neue, würde ich sagen, ne.
17:44
Sophie, vielleicht du noch mal?
17:47  Sophie Burger
Ja, gerne. Ähm genau, also uns ist wichtig, dass ähm
17:52
Ich sage mal die Geschichte, die man hört, die ist noch nicht vollständig, sondern die vervollständigt sich erst in dem Moment, wo ich auch auf dieser Strecke unterwegs bin. Und wo eben alle anderen Sinneseindrücke, die wir beim Konzipieren schon
18:06
mitdenken, ähm dann auch dazu kommen. Das heißt, wenn wir eine Geschichte schreiben, dann fragen wir uns auch, wie riecht's hier?
18:13
Gibt's hier irgendwas, was ich irgendwie äh anfassen kann? Was ist das für ein Untergrund? Was ist also wie sieht der Boden aus, auf dem ich laufe? Muss ich vielleicht den Berg hochlaufen und bin deswegen irgendwie äh schon ein bisschen außer Atem, das ist was ganz anderes, als wenn ich irgendwo ähm ganz
18:27
gechillt vielleicht auf einer Bank, mich hinsetzen kann und ähm.
18:31
Mir das dabei anhöre, was ich, was gerade Thema ist. Und ähm das heißt, genau, wir wir versuchen das ganzheitlich zu denken und deswegen möchten wir auch, dass es eben ganzheitlich dann wahrgenommen wird. Das ist der eine Punkt. Und ähm.
18:44
Das, was Lenia vorhin angedeutet hat, dass ähm.
18:48
Zusammenarbeit mit Theatern früher häufig insofern schwierig war, ist das eben mit MP3-Playern zum Beispiel gearbeitet wurde oder man sich dann vielleicht auch mal ähm die Dateien aufs Handy ziehen konnte oder so.
19:00
Muss man sehr, sehr, da gibt's quasi so eine Idealgeschwindigkeit und die muss ich einhalten, damit die Geschichte synchron bleibt mit dem, was ich.
19:09  NIcola Wessinghage
Mhm.
19:10  Sophie Burger
Wenn ich dann zu langsam oder zu schnell bin, dann verliere ich quasi diese Synchronisation und dann funktioniert die Geschichte ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Und deswegen ähm.
19:19
Setzen wir eben auf die PS Autoplay, also dass ich quasi.
19:26
Audiokapitel abspiele, in Abhängigkeit vom Standort, immer dann, wenn es wieder eine Synchronisierung geben soll zwischen Umgebung und ähm.
19:35
Gehörte. Das heißt, ich verliere die Geschichte nie ganz. Ich kann mein, in meinem eigenen Tempo gehen und ähm bin eben trotzdem immer, wenn's wichtig wird, an den Orten, um dies auch gerade geht, in dem was ich höre.
19:47  NIcola Wessinghage
Mhm. Also die Geschichte ist quasi synchronisiert sich ständig mit den Orten und das geht eben über diese GPS-Technik, was vielleicht auch vor einiger Zeit vor allen Dingen, als wir alle noch nicht so tolle Smartphones in der Tasche hatten,
19:59
gar nicht möglich war. Ähm wenn ihr das so beschreibt, dann habe ich das Gefühl, dass tatsächlich nicht nur eine,
20:05
pro Stadt, sondern unendlich viele Geschichten pro Stadt auf eurer Stadt
20:10
Plattform da entstehen, entstehen nämlich auch, weil ja ich als Hörerin ein ganz wichtiger.
20:16
Bin damit, wie du eben gesagt hast, die Geschichte erst vollendet ist und wie ähm plant ihr das denn? Da ist ja dann wirklich eine große Unbekannte drin, nämlich die Hörerin, die auch
20:26
Teil der Geschichte werden soll. Also ihr schreibt die Geschichten, da kommen wir auch gleich noch zu, nicht alle selbst, sondern es gibt eben verschiedene, die Geschichten beitragen und die.
20:38
Wenn die Geschichten entstehen, gehe ich selber,
20:41
die Gegend und überlege, so geht's mir und lasse dann so viel Raum, dass jemand anders die vielleicht ganz anders erleben kann oder wie funktioniert das? Ich stell's mir sehr schwierig vor, weil es ja eine unkalkulierbare Größe in dem ganzen Konzept
20:54
nämlich wie hört Nikola die Geschichte, die ich mir jetzt hier drei Wochen vorher ausgedacht habe.
21:00  Sophie Burger
Ähm ja, auf jeden Fall. Also für mich ist das eine sehr, sehr spannende Lücke, weil das immer so ein Spiel ist zwischen ähm Erzählungen und ähm Zuhörerinnen. Gerade ähm dieses Spiel, also.
21:15
Wenn ich zum Beispiel die Bank überfallen soll.
21:18
Und ich möchte natürlich wissen, wie es weitergeht, dann gehe ich da immer noch einen Schritt weiter mit, aber gleichzeitig habe ich ja die volle Kontrolle und könnte jederzeit sagen, nee, ich mache jetzt nicht mehr mit, ich steige aus, aber dann erfahre ich eben auch nicht, wie es weitergeht. Das heißt, es ist so ein Spannungsverhältnis.
21:32
Mit dem man sehr, sehr viel machen kann, indem man eben sich überlegt, okay, welche Rolle spielt.
21:41
Zuhörerin und welche Rolle spielt die Erzählstimme? Und wie stehen die im Verhältnis zueinander?
21:49  Lenja Busch
Dazu gibt's auch noch, manchmal nutzen wir das auch natürlich für uns, ähm das Potential äh
21:55
dass wir da ganz unterschiedliche äh Hörer in ähm mit denen auf Spaziergänge gehen, indem wir auch interaktive Geschichten anbieten.
22:03
Also interaktive Audiowalks, wo die Wegentscheidung auch den Verlauf der Geschichte ganz aktiv über eine Route mitentscheiden. Das heißt, äh wenn ich links lang gehe, dann
22:12
quatsche ich vielleicht mit 'nem zwielichtigen Verdächtigen oder wenn ich rechtsklang gehe, dann mit
22:20
äh der Kollegen von dem Ermordeten Polizisten oder wie auch immer, ich mache gerade eine Geschichte, die die Decke mir jetzt grade aus. Es ist sehr gut improvisiert, aber äh das interaktive Format, das haben wir schon ähm mit einigen Audibox realisiert und das kommt auch ganz großartig an.
22:34  NIcola Wessinghage
Sophie, du hast ja vor
22:37
vor dieser Unternehmensgründung selbst auch in Kino betrieben. Das ist ja eine ganz andere Situation. Hat dich das genervt, dass man sitzt und konsumiert im Kino, also sich flietzt. Einige finden das
22:49
ganz schön und ihr schickt die Leute auf
22:52
Reise und müssen sich bewegen, selber noch was tun. War das so ein Auslöser, dass er gesagt hat, einfach nur hinsetzen und Augen auf und äh sich was reinziehen? Reicht euch nicht oder was war die Überlegung?
23:03  Sophie Burger
Ähm ja, also es war tatsächlich so, dass ähm wir sehr viele verschiedene Formate ausprobiert haben im Kino. Also sehr viele Veranstaltungen gemacht haben, wo es auch Live-Elemente
23:16
wir haben auch zum Beispiel Tanzfilme und Tanzkurse kombiniert oder Konzerte im Kino gehabt.
23:24
Passenden Film dazu und so weiter. Und haben aber gemerkt, dass eben der Raum sehr, sehr viel vorgibt. Also sehr viel an der Interaktion, die da stattfinden kann, schon ähm bestimmt letzten Endes. Und wir hatten leider auch sehr wenig Raum in diesem Kino.
23:38
Und ähm dann haben wir schon erste Projekte auch gemacht, wo wir zum Beispiel den Leerstand bespielt haben oder wir auch ähm so ein Kurzfilmkino hatten, wo wir mit einem Projektor durch die Stadt
23:49
laufen sind, also so Filmspaziergänge sozusagen auch gemacht haben und ähm.
23:55
Ja, tatsächlich haben wir auch äh unsere Idee das erste Mal vorgestellt bei einem Filmfestival, nämlich in Rotterdam. Und äh die Idee war damals noch so, dass man vielleicht äh mit einem Audiowalk sozusagen.
24:07
Auf dem Weg zum Kino schon auf die Erfahrung mir vorbereiten kann. Ähm daraus ist dann nichts geworden, ähm aber.
24:15  NIcola Wessinghage
Ist aber auch eine schöne Idee, finde ich. Also sich so auf so einen Film vorzubereiten, indem ich schon mal ein bisschen was höre, mich bewege und ähm mich dann erst hinsetze. Also vielleicht,
24:25
kommt das ja noch dazu. Genau und ähm ihr habt auch gesagt, also das ist schon was anderes als Podcast hören, ne? Also wenn man jetzt auf die Idee käme zu sagen, ja das sind ja Podcast, die er da auf der Plattform versammelt, also es ist keine Podcast
24:38
was unterscheidet eurer Meinung nach die Audiowalks von Podcasts.
24:45  Lenja Busch
Wir arbeiten auch bei Audiobox mit fiktiven Geschichten, die wir in äh die Umgebung pflanzen, das heißt aber auch nicht, zum Beispiel, wir sagen auch ganz oft als Beispiel.
24:53
Nicht Harry Potter in den Straßen, sondern was Sophie vorhin schon gesagt hat, das ist wichtig, dass wir Geschichten schreiben, die für genau die Umgebung gemacht ist, genau da, wo du stehst, stehst du richtig.
25:03
Wir benutzen die Bank, die da links auf der Straßeseite ist und das blaue Haus am Ende der Allee.
25:08
Vor dir. Das nutzen wir alles, um eine Geschichte ganz immensiv, ganz eindringlich zu erzählen. Dass du wirklich das Gefühl hast, du bist mitten im Geschehen, du bist die.
25:17
Oder äh gehst du in den Fußstapfen der Hauptfigur ähm äh eine Route entlang und hörst dabei eine Erzählung. Das heißt, das würde ich jetzt als großen Unterschied zu.
25:26
Machen, man kann natürlich auch, auch total gemütlich einen Podcast beim Spaziergang hören, ähm ist aber vielleicht nicht dann die Aufgabenstellung, du äh bist jetzt die Hauptfigur in dem Podcast, sondern du hast halt den Inhalt, dass äh.
25:38
Würde ich jetzt mal eher als ähm nebenbei Medium gar nicht werten, sondern einfach vielleicht nebenbei Medium ähm aufmachen, wo wir wirklich sagen, Audiwort, das ist Hauptmedium, das du gehst raus und sagst, ich möchte jetzt ein Abenteuer direkt da um die Ecke erleben äh und deswegen machst du ein Story Live Audio Walk.
25:54  Sophie Burger
Ja, ich möchte äh mich da anschließen und vielleicht so als äh Überlegung, also jetzt, wir unterhalten uns zu dritt und wir sind uns bewusst, dass wir Zuhörerinnen haben. Ähm aber wir sprechen den.
26:07
Meiste Zeit nicht direkt an und ähm.
26:10
Beziehen sie nicht in unser Gespräch ein. Während im Audio Walk dadurch, dass ich mich ja verhalte, also ähm ich werde direkt angesprochen, aber ich muss dann auch quasi agieren
26:20
Zum einen, damit die Geschichte weitergeht, aber zum anderen auch, damit die Emersion eben noch größer wird. Das heißt, ähm.
26:26
Es gibt es ist quasi so ein so ein ja, Aktion, Reaktion, viel stärker da.
26:31  NIcola Wessinghage
Was macht ihr denn, wenn sich die Umgebung mal plötzlich verändert, wenn ein Haus abgerissen wird, das in der Geschichte vorkommt, ist das schon passiert?
26:39  Sophie Burger
Also was schon passiert ist, war das war zum Glück noch in der Planungsphase. Da hat eine Autorin ähm eine Statue mit einbezogen, die da jahrzehntelang stand.
26:52
Und dann äh kurz bevor wir die Produktion gemacht haben, ist sie wieder vorbeigelaufen beim Testen und da war diese Statue auf einmal weg und wurde irgendwo anders hingestellt.
27:02
Und äh in dem Fall war es dann so, dass sie die Geschichte eben noch umschreiben konnte.
27:07
Aber ähm klar, das ist natürlich ein ein Thema und ein Problem und nicht alle Audiobox, die wir produziert haben, kann man jetzt noch hören. Wir haben zum Beispiel einen ähm für die Dokumente die letzte gemacht
27:18
Und ähm der hat funktioniert mit den verschiedenen Außenkunstwerken, die dort zu sehen waren. Die sind jetzt nicht mehr alle da und dementsprechend äh fehlt der Kontext sozusagen,
27:28
Audiowalk.
27:28  NIcola Wessinghage
Also der Kontext spielt eben wirklich eine zentrale Rolle, ist mit Teil sozusagen ein Protagonist der Geschichte, der damit einbezogen wird. Das ist ja auch das Reizvolle. Wie wichtig ist denn dann das Thema Bewegung dabei? Also,
27:42
das ist ja sozusagen auch hier das Thema des Podcasts, dass man dabei geht, also dass man sich wirklich fortbewegt von einem Ort zum anderen. Ist das so, dass man sagt, der ist auch ganz praktisch, weil man dann die Kulisse weckt.
27:53
Wechseln kann oder ihr gehört das auch richtig mit zum Konzept dieses Thema Bewegung.
28:00  Lenja Busch
Auf jeden Fall gehört Bewegung zum Audio dazu, weil es wirklich, wir sagen immer, du,
28:05
bist mitten im Geschehen und deine Umgebung wird zum Schauplatz der Geschichte,
28:10
Der Schauplatz muss natürlich wechseln, wenn dann die nächste spannende Szene beginnt, äh das nächste spannende Kapitel losgeht äh und du vielleicht eine ähm
28:19
dich in den Park begeben musst, äh weil du gerade zu romantischen Picknick verabredet bist, also in der Story.
28:25
Oder da rüber Bus in die äh schon oft genannte zwielichtige Gasse, weil's ein gruseligerer Moment ist. Äh dass das alles so wichtig für die Story und für die ähm Erfahrungen beim Audi Walk, dass das Gen unabdingbar dafür ist.
28:40
Bewegst dich quasi nicht nur vom Fleck, sondern du bewegst dich auch ganz eindeutig durch eine Handlungen durch.
28:47  Sophie Burger
Es gibt ja diese Metapher eigentlich, dass Geschichten häufig von einer Reise erzählen. Das kann eine äußere Reise sein oder eine innere Reise, aber sehr oft.
28:56
Sind Geschichten, ähm die er von Veränderungen erzählen, eben auch damit verbunden, dass der Protagonist oder die Protagonistin ähm.
29:05
Sich bewegen muss, um quasi an bestimmtes Ziel zu kommen oder um sich zu verändern. Und ähm das kann man wunderschön aufgreifen in einem Audiowalk, weil einfach
29:15
Entwicklung auf eine ganz andere Art und Weise nachvollzogen werden kann, wenn ich mich tatsächlich auch mitbewege und diese verschiedenen Orte aufsuche und ähm.
29:25
Verschiedene.
29:27
Entwicklungsprozesse ausgelöst werden an unterschiedlichen Schauplätzen und da gehen wir auch ganz bewusst bei der Planung von Storys dran, dass wir wirklich auch die Dramaturgie ähm auf den Raum übertragen und dann überlegen, wie bewege ich mich dadurch.
29:42  NIcola Wessinghage
Das ist ein schöner ähm eigentlich ein schöner Bezug zum Pilgern auch, weil ja auch beim Pilgern, das hatte ich in der letzten Folge haben mir die Wissenschaftler gesagt, dass man das
29:52
mals in so biographischen Veränderungssituationen macht. Also man geht einen Weg und steckt sowieso in einer Lebenssituation, wo man sich verändert und dieser Weg.
30:02
Wo sich auch alles ständig verändert, spiegelt das so ein bisschen und man kann dann besser über diese veränderte Lebenssituation reflektieren, also dass auch da das Gehen eben wirklich eine wichtige Rolle spielt. Ich habe hier auch schon mal mit einem Hirnforscher äh Mediziner
30:16
Gerd Kempermann und ähm der sagt ja auch, dass man.
30:20
Vermutlich sogar ähm aufmerksamer sein kann, wenn man dabei geht. Also spielt das auch eine Rolle, dass ihr glaubt,
30:27
die Menschen konzentrierter sind, als wenn ja, als wenn ihr die Geschichte jetzt vor einer Klasse von Jugendlichen erzählt, die ähm alles Mögliche nebenbei machen,
30:36
beim Sitzen vielleicht auch sogar eher unruhig werden, ist das auch ein Punkt?
30:41  Sophie Burger
Also zum einen ist es eine sehr intime Hörsituation und ich habe das Gefühl beim Hören, dass ich in einem direkten Austausch mit der Geschichte stehe und zum anderen ähm.
30:52
Klar, also wir nutzen das auch.
30:54
Äh schicke sehr gerne zum Beispiel Menschen auf einen Berg und dann lasse ich sie, wenn sie oben angekommen sind, sich umdrehen und die Aussicht genießen und in dem Moment
31:03
quasi einen Moment der Klarheit in der Geschichte, wo mir auf einmal bewusst wird, okay ähm das ist die Lösung und dann äh kann ich damit anders umgehen. Also.
31:12
Natürlich, wir schauen uns das an, wie die auch was für unterschiedliche Arten es gibt, sich zu bewegen im Stadtraum. Und grade auch, wenn wir zum Beispiel Geschichten für Kinder schreiben, dann spielt das eine ganz, ganz wichtige Rolle, dass ich auch mal schleichen oder irgendwie kriechen darf oder so. Und das macht den Kindern auch wahnsinnig viel Spaß.
31:27  Lenja Busch
Äh wir nutzen das auch äh für uns, indem wir ähm,
31:31
bei unseren Audiobox am Anfang gibt's auch für Audio Walk Anfänger innen gibt's 'ne kleine Anleitung, die nochmal deutlich macht auch aufmerksam also sich der.
31:40
Dem Audio auch wirklich voll hinzugeben und aufmerksam zu sein, auch nach Kleinigkeiten Ausschau zu halten, auch genau hinzuhören.
31:48
Was gesagt wird, weil das manchmal zu ganz schönen kleinen magischen Momenten führen kann, wenn man sich dann, wenn die Erzählerstimme sagt, so ja und dann habe ich mich umgeschaut und dann erwischt man sich selber dabei, dass dass man äh
32:01
über die Schulter guckt und dann sieht man da jemanden im Fenster stehen oder was weiß ich, also da ganz viele kleine, zauberhafte Momente und das äh,
32:08
ganz bewusst ähm etablieren, weil wie gesagt, für uns der Audi war auch wirklich ein.
32:12
Medium ist, was mir nicht nebenbei macht, sondern was man wirklich aktiv macht, macht äh und das ermöglicht dann auch ein äh besonders tiefes Eintauchen in eine Geschichte.
32:21  NIcola Wessinghage
Mhm. Ähm dabei spielt ja auch eine wichtige Rolle, was bei euch, was ich wirklich toll finde, weil man lädt sich die Geschichten vorher runter und steckt
32:29
dann das Smartphone wirklich in die Tasche. Also man hat nicht dieses typische, jetzt muss ich nach rechts gehen, stell mal auf die Karte gucken, was mich beim Wandern tatsächlich auch sehr oft stört, wenn ich ständig immer wieder nachgucken muss, wo muss ich denn jetzt hingehen? Ähm und
32:43
dadurch immer wieder abgelenkt werde, mich auf die Umgebung einzulassen. Ist es bei euch so? Also ihr fordert auch wirklich dazu auf, ladet euch die Geschichte runter und dann,
32:52
braucht ihr das Smartphone nicht mehr. Es ist eben nicht dieses ständige Rumrennen mit dem Smartphone, sondern genau das Gegenteil, was ja
32:58
wahrscheinlich genau dann dazu führt, dass diese dieses Eintauchen wirklich ungehindert auch geschehen kann.
33:05
Genau und was mich mal interessieren würde ähm ist.
33:09
Ich werd's hier noch ausprobieren. Der Gerd Kempermann hat auch gesagt, in dem Augenblick, wo sich das Gehirn wirklich anstrengt, also wenn man zum Beispiel eine Rechenaufgabe löst oder so, dann bleibt man stehen. Also ähm und ich kann mir das
33:21
sehr gut vorstellen, weil es ist auch so, wenn ich mich mit Menschen unterhalte, wir gehen zusammen und dann sagen sie und
33:27
dann habe ich das und das gemacht und man bleibt dann plötzlich stehen, wenn was ganz, ganz Spannendes kommt, kann man nicht gleichzeitig einfach weiterlaufen, ähm also
33:36
ich kann das, glaube ich, ganz gut, aber ich merke immer, dass Menschen, mit denen ich mich unterhalte, plötzlich stehen bleiben, wenn sie was ganz Wichtiges erzählen und das fände ich auch spannend, sich selber mal zu beobachten, kann man eigentlich die ganze Zeit weiterlaufen oder bleibt man, wenn's megaspannend wird
33:50
plötzlich einfach stehen, also sich da im Gehen bei der Geschichte auch nochmal zu beobachten. Das scheint auch irgendwas mit der äh Gehirnaktivität zu tun zu haben.
34:00
Und Sophie, du hast eben noch mal das Stichwort Kinder genannt. Ähm das habe ich tatsächlich auch nochmal gedacht, ich äh glaube, das Thema spazieren gehen mit Kindern ist ein manchmal sehr leidiges, für viele Eltern kann
34:12
auch ähm ich habe auch meine Tricks gefunden, wollte da auch nochmal eine eigene Folge zu machen, wie man mit Kindern spazieren geht. Das ist ja eigentlich eine tolle Sache, um Kinder auch zum spazieren gehen, zu animieren. Welche Erfahrungen habt ihr damit
34:23
Kindergeschichten bislang gemacht.
34:27  Sophie Burger
Ja, sehr gute. Also wir haben leider erst zwei nämlich in Frankfurt und in Wolfenbüttel und.
34:35
In Frankfurt zum Beispiel haben wir eine Geschichte fürs deutsche Filmmuseum entwickelt und die heißt Lukas Kopfkino
34:42
und man schlüpft in die Rolle einer Filmfigur, die aus dem Film ausgebrochen ist und dann quasi das echte Leben erkundet
34:50
Also man bricht aus diesem Film aus.
34:53
Und es war dann tatsächlich so, dass Kinder danach beim Museum gefragt haben, wann denn dieser Film endlich ins Kino kommt.
35:01
Wo quasi die Figur ausgebrochen ist, ähm weil die so stark.
35:06
Sich auch mit dieser Geschichte und dieser Figur identifiziert haben, dass es für sie völlig selbstverständlich war, dass das
35:12
echt war. Und ähm das ist auch, wir machen auch viele Workshops zum Beispiel mit Kindern. Das ist super faszinierend. Die sagen dann, also dass das quasi, was das Handy.
35:22
Sagt, dass das wirklich in der echten Welt irgendwie da ist so. Da entsteht so eine Faszination, ja, die, die man, glaube ich, nur richtig nachvollziehen kann, wenn man's selber mal ausprobiert hat.
35:33
Weil natürlich wie es technisch funktioniert und so weiter, das ist alles klar und dass wir da vor Ort waren vorher und natürlich wissen, was da ist, ähm aber trotzdem, dass aus dieser.
35:44
Das passiert im Jetzt sozusagen für die Menschen, die das hören. Und ähm dadurch ist es völlig egal, ob das vorher geplant ist oder nicht, weil das findet jetzt statt.
35:54  NIcola Wessinghage
Ja und das ist ja tatsächlich statt eines langweiligen Spaziergangs passiert die ganze Zeit was. Ich habe Reiz und Reaktion. Also mit
36:03
die Spaziergänge, die ich mit meinen Kindern gemacht habe, da ist genau das mal gefragt, die wollen auch im Gehirn aktiv sein. Also ich habe
36:10
unendlich viele Ratespiele schon mit meinen Kindern gemacht, die ich dann tatsächlich manchmal auch gar nicht so spannend selber fand, aber ich habe gemerkt, die brauchen.
36:17
Also das, was wir als Erwachsene vielleicht selber schaffen, uns auch Reize aus der Umgebung zu holen. Ich glaube, das können Kinder alleine noch nicht so. Oder auch
36:25
Gedanken nachzuhängen. Also mein Sohn hat mir irgendwann gesagt, als der Bruder dann sagte, du kannst ja auch mal hören, was im Kopf ist. Da sagt der bei mir im Kopf, ist aber gerade nix. Also die die wollen
36:36
wollen eben Reize haben und das kann ja so eine Geschichte total gut liefern.
36:41  Sophie Burger
Also bei Kindergeschichten achten wir auch nochmal extra drauf, dass es eben ähm sehr, sehr viele Interaktionen gibt mit der Umgebung und auch so
36:49
kleinere Aufgaben quasi zwischendurch, also dass ich immer ein nächstes Ziel habe, wo ich dann hingehe und dann weiß ich, da passiert wieder was und da kann ich dann zum Beispiel eine Figur treffen und mich mit der austauschen oder irgendwie ein Rätsel lösen oder ich muss irgendwie dem.
37:02
Löwen die Mähne kraulen oder.
37:05
Irgendwie eine Münze in den Brunnen werfen oder sowas. Das sind dann so kleine Punkte, die dann jeweils immer wieder ein Highlight sind sozusagen, dass man das jetzt gemacht und geschafft hat.
37:13  NIcola Wessinghage
Mhm.
37:15
Ihr habt eben schon mal so ein bisschen angedeutet, welche Art von Geschichten ihr da habt. Ähm ist das Genre spezifisch? Also würdet ihr sagen, es gibt bestimmte Genres
37:25
Krimi scheint irgendwie ähm oder Kriminalgeschichte scheint wegen der Spannung wahrscheinlich gut geeignet zu sein. Würdet ihr sagen, es ist genorfend möglich ähm mit Audiowalks zu arbeiten oder
37:37
würdet ihr sagen bestimmte Genres eignen sich jetzt besonders gut dafür.
37:43  Lenja Busch
Also ich würde erstmal sagen, per se übergreifen, weil wir auch äh ganz unterschiedliche Genre bedienen irgendwie auf unserer Plattform.
37:50
Krimi ist da einfach immer sehr dankbar, auch als Beispiel sehr dankbar, weil äh die meisten haben dann konkrete Bilder im Kopf äh vom letzten Steak-Glas so einen Roman, den sie gelesen haben, ähm oder dem letzten Krimifilm, den sie geguckt haben.
38:03
Deswegen äh dankbar, um es zu zitieren, aber wir haben Geschichten den ganz ganz unterschiedlichen Genres spielen. Wir haben äh
38:11
die romantisch sind, die witzig sind, für Kinder, für die ganze Familie, ähm Science-Fiction, Fantasy, ähm wirklich alles dabei. Ähm.
38:20
Coming FA Genre also für jeden sollte was dabei sein zum Hören,
38:27
Und wir haben da auch noch ein ganz neues Format. Das heißt, äh und das sind unsere mini Audiowalks und da taucht man in ganz.
38:34
In kleine Audiobox ein die ganz instantan dann ein in ein bestimmtes Genre versetzen in bestimmte Story.
38:43  NIcola Wessinghage
Und die kann man tatsächlich auch überall hören, ne? Also da muss ich jetzt nicht in Hamburg oder Augsburg oder Mainz leben, sondern ich muss mich, so wie ich das verstanden habe, neben einen Mülleimer setzen und äh dann,
38:55
mit diesem Mülleimer interagieren. Also das kann jeder, sage ich mal, für sich ausprobieren. Das fand ich sehr schön.
39:02  Lenja Busch
Einmal, ja.
39:05  NIcola Wessinghage
Genau.
39:06  Sophie Burger
Genau, das funktioniert ähm so ähnlich wie bei den längeren Geschichten auch über GPS.
39:12
Ähm du kannst nach wie vor nicht jede Geschichte überall hören, aber wir gucken quasi, ob du in der Nähe bist von einem der Schauplätze, die wir ausgewählt haben. Und.
39:22
Wenn ja, dann bekommst du die Geschichte äh angezeigt und kannst sie dir anhören. Und ähm genau und kannst dann paar Meter weitergehen und schauen, ob's da vielleicht noch die nächste Geschichte gibt.
39:33  NIcola Wessinghage
Also auch da muss man rausgehen. Es funktioniert nicht. Eure App ist einfach nicht fürs Sofa gedacht, sondern für die Bewegung, fürs draußen sein
39:42
Wir waren ja jetzt alle sehr viel draußen und ich äh hatte du hattest, Lene hat es auch schon Anfang auf Corona angespielt und ich habe auch einige
39:50
Berichte gelesen, die gesagt haben, ich möchte alles, aber bitte nicht mehr spazieren gehen. Ich kenne jeden Baum und Strauch in meiner Umgebung. Habt ihr das Gefühl, dass,
39:59
dieser ganze Hype auch der ums Spazieren gehen ja durchaus gekommen ist. Also mein Podcast ist
40:04
Heute vor einem Jahr erschienen und ähm ich hatte das Gefühl, dass ähm alle plötzlich über das Spazierengehen geredet haben, viel mehr als vorher, als ich mich in der Vorbereitung damit beschäftigt hatte. Habt euch das,
40:16
eher.
40:17
Quasi ähm ja ist euch das sozusagen eher unterstützend begegnet, aber ihr habt ja auch in eurer Unternehmensentwicklung sozusagen, hat's euch natürlich ja auch behindert, ihr konntet nicht so produzieren, wie ihr wolltet, aber das Interesse ist es größer geworden
40:31
da mit Spaziergängen was zu machen.
40:34  Sophie Burger
Ähm genau, also zuerst was äh eine starke Einschränkung von unserer Arbeit. Ähm wir hatten geplant ähm
40:42
März 220 eine Deutschlandtour zu machen, die wir auch gestartet haben noch, mit äh dem Weg zur Leipziger Buchmesse, die dann ja aber auch abgesagt wurde.
40:53
Ähm und genau, hatten vorher einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, ähm haben sechs Geschichten in ganz Deutschland verteilt, veröffentlicht. Ähm,
41:03
beziehungsweise das war der Plan
41:05
und äh wollten die alle nochmal vor Ort testen und dann ging das auf einmal nicht und ähm das Besondere bei dem Ideenwettbewerb war, wir haben da mit Autorinnen und Autoren gearbeitet, die alle zum ersten Mal Audiwax geschrieben haben. Das heißt, die waren noch gar nicht mit dem ähm
41:20
vertraut und ähm
41:22
Das Ziel war auch für uns in dem Ideenwettbewerb eben rauszufinden, was brauchen Autorinnen und Autoren für Tools, um Audiwalk schreiben zu können. Und ähm trotzdem hätten wir die natürlich gerne vor Ort stärker dann unterstützt und das war nicht möglich. Aber,
41:37
trotzdem haben's alle hinbekommen und haben wunderschöne äh Audiobox geschrieben und äh die wir dann produziert haben. Gab da eine Verzögerung. Wir sind letzten Endes erst im September letzten Jahres dann mit der App rausgekommen.
41:48
Und ähm genau, das Interesse war aber.
41:55
Auf jeden Fall glaube ich größer, obwohl es dann Herbst, Winter wurde
42:00
man ja vielleicht erstmal, also wir dachten erstmal, okay, wir hätten die App lieber im Frühjahr rausgebracht, wenn noch alle so in ah endlich wird's wieder schön draußen und wir äh sind jetzt wieder unterwegs, aber da hat man gemerkt, okay, das das Interesse hat angehalten sozusagen am spazieren gehen. Ähm
42:14
was, glaube ich, der größte, die größte Veränderung war, ist, dass ähm dadurch.
42:22
Spazieren gehen, aber eben auch Audiworks stärker bei Leuten im Bewusstsein gelandet sind, die vorher noch nicht darüber nachgedacht haben. Und das wir jetzt auch zum Beispiel ähm
42:33
Projekte umsetzen.
42:35
Sagen, das ist mein allererster Audiowalk. Also nicht mehr eben nur die Theater, die ähm damit schon sehr viel Erfahrung haben und die sagen.
42:43
Super, endlich haben wir eine Plattform, auf der das irgendwie so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, sondern eben auch Leute, die kommen und sagen, oh wow, ich habe gehört, es gibt jetzt diese Audiowalks ähm.
42:53
Können wir so was umsetzen? Und das finde ich total toll, weil es einfach zeigt, dass sich dadurch mehr Menschen für das Format begeistern und ähm die auch natürlich ganz unterschiedliche andere Perspektiven dann nochmal mit einbringen und andere Arten von Geschichten erzählen möchten.
43:06  NIcola Wessinghage
Hm, ja.
43:07
Das äh finde ich sowieso spannend. Also wenn man ein bisschen länger auf eurer Website guckt, dann entdeckt man ja auch, wie viele Möglichkeiten es noch gibt. Also, dass es nicht nur so ist, ihr habt eine Plattform und bietet dort Geschichten an
43:19
die irgendwelche Menschen sich ausgedacht haben und ich als ähm direkte Userin nutze die dann, sondern es
43:25
eben auch noch so so Zwischenmöglichkeiten, also dass ein Theater eben sowas anbietet oder ein Kino, so wie du eben berechnet hast, einen Verlag oder einen Radiosender, ähm
43:36
Menschen dann auf die Reise schickt. Also das ist eigentlich auch ein tolles Angebot ist für alle
43:41
die für ihre Kundin, für ihre Zielgruppen, Leserhörer, noch mal was besonderes anbieten wollen und ähm vielleicht auch ja Stadtführung natürlich auch auf die Art. Das ist ja wirklich
43:51
Wenn man sich ein bisschen länger mit beschäftigt, versteht man schon den großen Unterschied zu den ähm kleinen, wie du eben gesagt hast, MP3 äh Dateien, die man sich umhängt und dann damit durch die Gegend äh läuft, das ist sehr
44:03
was wirklich viel komplexeres ist. Mich würde nochmal interessieren, weil du eben auch von dem Ideenwettbewerb gesprochen hast. Ihr schreibt die Geschichten nicht selbst
44:12
kann denn jeder jeder bei euch eine Geschichte einreichen? Also wenn ich sage, ich sehe mich jetzt als durchaus talentiert, tolle Geschichten zu schreiben. Ich möchte das gerne mal machen, kann ich dann einfach sagen, hier ich habe eine super Geschichte, ich möchte gerne daraus ein.
44:25
Audiowalk machen und wo ist so die Schnittstelle zwischen euch, also was müsste ich können? Also ich stell's mir
44:31
persönlich sehr kompliziert vor, weil diese ein, das Einbeziehen des Ortes immer zu sagen, wo ist denn die Person jetzt, die das hört? Ähm es ist
44:40
Vielleicht nochmal eine Dimension mehr, nämlich die, die des Raums, die da mit reinkommt, die ich auch mit einplanen muss und ähm wie funktioniert das? Kann ich
44:49
sagen, ich habe eine tolle Geschichte und ihr helft mir dann die quasi dreidimensional zu machen oder muss ich das schon mitbringen?
44:56  Sophie Burger
Ja, also wir unterstützen tatsächlich quasi von der Konzeption bis zur Veröffentlichung. Ähm alle Schritte und wir gucken immer individuell ähm.
45:07
Was ist sozusagen benötigt? Also wir haben zum Beispiel manchmal Partner, du hast ja gerade gesagt, ähm Radio sendet, die sind natürlich super in der Audioproduktion Postproduktion ähm machen die selbst, aber wissen vielleicht nicht genau, was für eine Art von Geschichte erzähle ich da oder ähm.
45:21
Auch brauchen eben eine Plattform, auf der sie's veröffentlichen können und dann gibt's wieder andere, die ähm die sagen, ich kann toll die Geschichte schreiben, aber Audioproduktion ui
45:30
weiß ich jetzt gar nicht, könnt ihr mich dabei unterstützen? Und da gucken wir wirklich individuell einfach, wie das aussieht und.
45:38
Freuen uns über Anfragen, äh freuen uns äh natürlich noch mehr über Anfragen, äh wo irgendwie eine Finanzierung dahinter steht, aber auch da haben wir schon zusammen mit ähm Leuten, die tolle Ideen hatten, zum Beispiel Anträge dann eingereicht und auch erfolgreich
45:53
umsetzen können. Das heißt, äh es gibt durchaus Kulturförderungen, zum Beispiel für solche Projekte.
45:58  NIcola Wessinghage
Okay, weil das ist natürlich auch äh muss man sich klar machen, ihr seid sozusagen kein Dienstleistungsbüro, um aus Geschichten Audiobox zu machen, sondern das Ganze muss auch finanziert werden im Augenblick, sind die Audiworks für mich als Userin ja auch noch kostenfrei zur Verfügung. Wird das immer so bleiben oder habt
46:14
ihr da vielleicht nochmal ganz kurz in die, in euer Geschäftsmodell reingeloogt. Ähm auch die Vorstellung, dass man da irgendwann für bezahlen wird.
46:23  Sophie Burger
Ähm tatsächlich möchten wir auf jeden Fall dauerhaft auch kostenlose Audiobox anbieten. Ähm.
46:32
Das ist auch tatsächlich für die meisten unserer Auftraggeber, das was gewünscht ist und für uns natürlich toll als Plattform äh kostenlose Inhalte anbieten zu können. Wir werden aber auch ein äh in App-Kauf.
46:44
Einführen und darüber auch äh dann Audibox kostenpflichtig anbieten, aber da sind wir gerade noch in der Entwicklung und auch am schauen, was sinnvoll ist und.
46:55  NIcola Wessinghage
Ja, wenn man so
46:58
euren Newsletter least, auf den ich gleich hier mal hinweisen möchte, weil es ganz spannend ist zu sehen, was ihr alles ähm noch vorhabt, was gerade bei euch geschieht
47:07
das ist auf jeden Fall immer sehr viel und den Link, wie man den abonnieren kann, verlinke ich auch in den Shownotes. Was ist denn so das, was bei euch als nächstes ansteht? Als nächster Entwicklungsschritt.
47:19  Lenja Busch
Also es gibt ein ganz großes Projekt, was Ende des Jahres noch ansteht, das heißt und ist zusammen mit dem Künstlerinnen-Kollektiv Heller Lux.
47:28
Stiftung, die sitzt in Düsseldorf ähm und das ist ein.
47:34
Großes Projekt, weil es ein internationales Projekt ist. Das heißt, da arbeiten wir an einem internationalen Audiowalk, der in acht Ländern veröffentlich.
47:42
Natürlich sehr, sehr aufregend ist und es gibt viele äh Partner in dieser Konstellation, ähm aber das ist so eine Audio, der digitale erarbeitet wird mit.
47:50
Jungen, kreativen aus diesen acht Ländern, also aus Polen dabei, England,
47:58
ähm China, Japan, äh Israel und, und, und. Ähm mit jungen, kreativen aus diesen Ländern wird diese Audio Walk erarbeitet.
48:07
Und dann äh gibt es nächstes Jahr da schon allein acht Premieren zu feiern. Das ist, glaube ich, ein ganz großes Projekt, auf das wir gerne hinweisen, dass Ende des Jahres noch erarbeitet.
48:16  NIcola Wessinghage
Und das wird dann auch Ende des Jahres noch zu hören sein.
48:21  Lenja Busch
Das prämiert nächstes Jahr, äh weil äh wie Sofie schon vorhin äh gesagt hat, äh
48:26
versuche natürlich auch eine schöne äh Bedingung fürs Spazierengehen ähm zu schaffen. Das heißt nicht, dass Spaziergänge im Dezember oder Januar nicht schick sind, die sind auch ganz großartig, aber äh wir planen jetzt grade im Frühjahr äh wenn der Frühling wieder anklopft
48:39
das ist dann da die erste.
48:42  Sophie Burger
Genau und äh eine andere Sache an der wir arbeiten ähm ist, dass wir.
48:48
Nächste Woche schon äh zusammen mit dem Fraunhofer Institut einen ersten Audi Walk ausprobieren, der quasi.
48:57
In jeder Stadt funktioniert, aber trotzdem ähm.
49:01
Nicht nur einen Schauplatz hat, sondern quasi über verschiedene Schauplätze, also eine ganze Geschichte erzählt. Und genau, da sind wir schon sehr, sehr gespannt, wie die Tests laufen und was wir da dann noch mal mitnehmen können und äh.
49:14  NIcola Wessinghage
Ja, ich finde, hört sich alles total großartig an. Also man denkt ja, ein paar Audiworks auf einer Plattform und dann schaut man dahinter und ähm ihr macht unheimlich viel. Also
49:25
das sieht schon nach einer richtigen spannenden Unternehmensgründung aus. So bin ich auch auf euch gestoßen, weil ihr auch in Hamburg eine Unterstützung als Startup,
49:34
habt oder ein Mentoring und ähm das finde ich ganz interessant, weil ihr gar nicht äh ursprünglich direkt aus Hamburg
49:41
kommt, aber trotzdem hier so tolle Sachen gefördert werden.
49:46
Ich würde euch einfach fragen, gibt's noch irgendwas, was für euch noch ganz wichtig ist, was ihr noch mit erzählen wollt oder raten wollt oder was würdet ihr denen, die jetzt zuhören, quasi noch mit auf den Weg geben wollen.
50:03  Lenja Busch
Also ich glaube, das einzige, was ich gerne mitgeben möchte, für alle, die jetzt vielleicht neugierig sind auf Audiwax, ähm wie gesagt, die Mini-Ody-Wox, die gibt es wirklich überall, also wir sprechen da vom Abenteuer um die Ecke.
50:15
Und da kann sich jeder die App einfach auf Smartphone laden, bisschen runterscrollen, auf den hetero hier Button und dann gucken, was für Geschichten bei einem um die Ecke versteckt liegen,
50:24
äh wenn man da einfach mal eintauchen möchte in das Audi-Walk-Universum und vielleicht noch kein bis jetzt machen konnte, ähm das ist wirklich ein sehr niedrigschwelliges äh Format.
50:33
Wo man's einfach auch auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem gewohnten Coronaspaziergang, den man ein bisschen versüßen, da bietet sich das ganz gut an, also das ähm genau, das ist ein schönes Format.
50:43  Sophie Burger
Genau und falls jemand zuhört, der oder die denkt, ähm ja, so einen Audi-Walk, das klingt super spannend, sowas würde ich auch gerne umsetzen. Ähm dann sprecht uns gerne an.
50:55  NIcola Wessinghage
Ja, ich
50:56
würde wirklich empfehlen, für alle, die sich auch ein bisschen für Storytelling interessieren oder so, wie man gute Geschichten macht, ähm euren Podcast auch nochmal zu hören, wo ihr das ja so nach und nach quasi auch für die, die ähm selber Geschichten entwickeln erklärt. Also ich fand das auf jeden Fall sehr spannend, was man
51:14
was es alles für Prinzipien gibt, damit die Geschichten auch wirklich toll werden und damit man sie gerne hört, wenn man dabei läuft.
51:22  Sophie Burger
Genau, also den Podcast haben wir leider nur ähm fünf Folgen von produziert Anfang letzten Jahres und dann äh
51:28
in die Umsetzung der Ideenwettbewerb Beiträge und wir haben leider ähm nicht mehr die Zeit dafür gehabt, aber es gibt auf unserer Webseite auch einen äh Blog, wo noch mehr Beiträge erschienen sind
51:40
wo es auch immer um die Frage geht, wie kann ich mit und für Orte erzählen.
51:45  NIcola Wessinghage
Ja und an sich sind das ja auch, es kann man, man kann's ja als kleines Kompendium schon mal nehmen, um einzusteigen in dieses ganze Thema, Storytelling ähm für Geschichten, die man beim Genen hört, was beim Blog auch toll ist, finde ich,
51:58
ist
51:59
eure Entstehungsgeschichte, weil das ist ja jetzt nicht so, dass das eine spontane Idee war und dann zack habt ihr ein Unternehmen gegründet, sondern das geht schon ziemlich weit zurück. Ich weiß nicht, wann mehr genau, also ich glaube, zweitausendneun
52:11
das erste Mal die Idee sowas wie ein Audio Walk zu machen und das finde ich sehr beeindruckend, also auch diese Hartnäckigkeit, mit der ihr dann einfach auch bei diesem Thema geblieben seid. Also
52:20
Das ist finde ich eine sehr schöne Gründungsgeschichte, die ja wo ihr quasi in der Geschichte sind wir mitten drin und ähm seit.
52:29
Einem Jahr können wir euch dabei begleiten und gucken, wie das immer weiter wächst. Ähm und das finde ich sehr beeindruckend.
52:36
Und wünsche euch alles, alles Gute dafür, dass das weiter so gut läuft und ich bin sehr froh, dass ich auf euch aufmerksam
52:44
geworden bin, dass ich ähm mit euch darüber sprechen konnte und dass ich jetzt weiter zugucken kann und natürlich eben auch ausprobieren, wie gesagt, während wir sprechen, habe ich das noch nicht gemacht, aber wenn dieser Podcast fertig ist
52:57
werde ich auch den Hamburger Audio Walk ausprobiert haben und dann auch ähm im Anschluss jetzt noch darüber berichten.
53:05
Euch erstmal vielen Dank, dass ihr euch bei all dem Trubel, den ihr gerade habt und den vielen Plänen noch die Zeit genommen habt, mit mir zu sprechen, das vorzubereiten und ja,
53:14
toi, toi, toi würde ich sagen.
53:16  Lenja Busch
Vielen Dank für die Einladung und das schöne Gespräch. Man sieht sich auf dem nächsten Spaziergang.
53:23  Musik Mastermind XS
53:30  NIcola Wessinghage
Und jetzt könnte ihr hier noch einmal etwas Konkretes über den Hamburger Audiowalk erfahren. Denjahr und Sophie haben mir die Datei ihrer Hörprobe zu diesem Oliver verlassen. Die spiele ich euch jetzt hier gleich vor und berichte dann, wie es mir ergangen ist
53:44
Das hört ihr dann gleich nach der Hörprobe
53:46
Ihr könnt auf der Website von Story Dive oder auch in der App übrigens auch in andere Geschichten mal hineinhören. Es gibt zu jedem eine zu jeder Geschichte eine Hörprobe
53:55
Hört jetzt einen Auszug von Altopian, gesprochen von.
54:02  Hörprobe Storydive
In den Nebenstraßen, hinter den prunkvollen Einkaufsfassaden, die in der Abenddämmerung wie Gletscher leuchten, treffen sich die muskulösen Köche mit den muskulösen Trainerinnen von Lady Fitness zum Rauchen.
54:17
Ich höre von weitem das Knistern des Stahls der Kähne und Kräne im Hafen. Oder schmeißt da jemand sein Altglas weg.
54:28
Krähen kriechen auf den Fenstersimsen auf und ab, beobachten mich, bauen sich Nester im Stacheldraht.
54:35
Sie scharren mit ihren Krallen und schnellsten mit ihren Schnäbeln. Oder ist das das Kreuzen der Abluftventilatoren der Post?
54:46
Ich krieche in meinen Korb. Am Strand haben mein Cousin und ich uns immer von unseren Müttern und unserer Oma mit dem abschließbaren Gitter in den Strandkorb sperren lassen, um Vorbeigehende zu erschrecken.
55:00
Zum Dank haben wir den Sand hinter dem Stuhl unserer Oma weggeschaufelt, sodass sie flach auf den Rücken gekippt ist.
55:08
Meine Mutter habe ich beim Sonnenbaden mit frischen Quallen beworfen.
55:16
Unter Wasser kann ich die Menschen besser hören. An Land verschwimmen ihre Stimmen zu einem Strom von Worten.
55:27
Von oben im Himmel kann ich die Menschen besser sehen. Auf der Straße flickern sie nur an mir vorbei.
55:37  Musik Mastermind XS
55:45  NIcola Wessinghage
Also, nach diesem Gespräch, was ich mit den beiden geführt habe, bin ich dann wirklich direkt losgeradelt.
55:51
Nach Altona gefahren. Das ist gar nicht so weit von hier. Der Startpunkt war direkt vor einem riesigen Einkaufshaus, nämlich IKEA in der großen Bergstraße in Altona. Nachdem ich nochmal kurz so allgemeiner
56:04
Anweisungen zu Audiowalks, wie man damit umgeht und so weiter gehört hatte, habe ich die App dann nochmal neu gestartet. Das empfiehlt sich, weil sonst hätte, wäre das bei mir nicht losgegangen. Aber dann ging's los.
56:16
Die Stimme lenkte mich von meinem Standpunkt aus schnell in eine ganz kleine Seitenstraße und die Besprecherin berichtete mir, dass sie hier aufgewachsen sei.
56:25
Ich fand's von Anfang an sehr faszinierend, dass mir hier jemand genau das beschrieb, was ich dann vor meinen Augen auf,
56:32
und was ich um mich herum erblickte. Und sie verbannt das dann mit Assoziationen zu diesen Beobachtungen. Die Seitenstraße, das Fitnesscenter, die Geräusche, die dort
56:42
zu hören waren und für sie wie Kräne am Hafenklang. Dann später kam eine Hecke, eine kleine Mauer mit Scherben drauf, die ich dann wirklich auch selbst entdeckt
56:52
tappt diese Scherben. Es ist wie eine kleine Schnitzeljagd und gleichzeitig sind alle Sinne geweckt,
56:58
ich bin wirklich sehr aufmerksam durch die Straßen gegangen und habe auch viel wahrgenommen, wo mir die Stimme gar nichts berichtet hat,
57:06
Bemalungen an Häuser wenden zum Beispiel. Ich bin dann weiter durch weitere kleine Seitenstraßen gewandert, in denen ich noch nie zuvor gewesen bin, obwohl ich die Äcke an sich ganz gut kenne
57:16
Ich habe da kleine Stadthäuser entdeckt, eine alte, verlassene Apotheke gesehen, eine Kirche und all das beschrieb mir auch die Frauenstimme auf meinen Ohren,
57:25
Sie verbannt dann mit ihren Beobachtungen Assoziationen aus ihrer Kindheit, in die ich damit auch gleich eingetaucht bin,
57:32
Ich habe mir gedacht, dass es sehr reizvoll gewesen sein muss, so nah an der Elbe aufgewachsen zu sein. Gleichzeitig aber eben auch in einer Großstadt und wie ich habe mich auch gefragt, wie ich das gefunden hätte, die ich in einer kleineren.
57:47
Groß geworden bin. Es ging dann weiter Richtung Elbe mit Blick auf die Krähen in der Dämmerung. Ein sehr schöner Ausblick war das. Dazu gab's etwas Stadtgeschichte.
57:57
So ganz vertraute ich irgendwie der Wegbeschreibung. Ich war mir immer ein bisschen unsicher, ob ich wirklich noch richtig bin und habe dann doch lieber öfter auf die Karte geschaut, hatte also doch mein Smartphone in der Hand.
58:08
Irgendwann hörte ich nichts mehr,
58:11
Ich bin dann zum letzten Punkt zurückgegangen und habe noch mal neu geladen. Das kann mit der Hintergrundaktualisierung zu tun gehabt haben. Da gab's wohl grad Probleme mit iOS, hatte Sophie schon Bericht.
58:24
Richtung Fischmarkt ging es dann weiter
58:26
und ähm sehr beeindruckend fand ich die Geschichte eines riesigen Betonklotzes, der sich plötzlich vor mir auftat, ähm ein riesiges Wohnhaus, hässlich und trägt daneben eine schöne, alte Stadtvilla,
58:40
Also mittendrin in der Stadt der Gegensätze. Und die war immer wieder verwoben mit einzelnen Bruchstücken der Biografie der Erzählerinnen und dann vermischten.
58:51
Betrachtung zur Entwicklung der Stadt.
58:55
Mir gefiel es weiter sehr durch die Straßen zu wandern. Das ist wie ein Spiel von einer Station zur nächsten geführt zu werden.
59:03
Als der Audio Walk zu Ende ist, finde ich es schade, dass die Zeit so schnell vorbeigegangen ist. Ich bin sehr begeistert von dieser Art durch die Stadt zu wandern, aber ich hätte
59:12
doch noch lieber eine richtige Geschichte gehört und war noch nicht so ganz davon überzeugt, dass diese assoziativen, biographischen Erinnerungen vermischt mit den Infos zur,
59:23
Geschichte, das sind, was wirklich, was abenteuerliches ausmacht, was sich nach dem Gespräch mit Sophie und Lena erwartet hatte. Vielleicht wäre es doch mal
59:32
toll, eine richtige Kriminalgeschichte oder eine Geschichte mit noch etwas mehr Spannung zu hören,
59:37
Am liebsten würde ich nun gleich in all die anderen Städte fahren, um die Audiowalks in Mainz, Berlin, Frankfurt, Hannover oder Lehrte oder wo es sie sonst überall noch gibt, auszuprobieren. Ich hoffe sehr, dass das Angebot bald wächst.
59:50
Ich bin mir sicher, dass ich mir den Hamburger Audi Walk nochmal anhören werde, dann kann ich das Smartphone in der Tasche lassen und mich vielleicht noch ein bisschen besser auf die Erzählung einlassen.
1:00:00
Wenn ihr auch große Lust bekommen habt und in einer der Städte wohnt, für die es schon Audiowalks gibt, dann hört doch mal rein,
1:00:07
Oder probiert die Angebote aus, die ortsungebunden funktionieren. Hier tue hier heißt dat die Rubrik
1:00:13
Wie gesagt, auch dafür müsste man da wohl rausgehen. Ich habe das mal von zu Hause ausprobiert und konnte da nur zwei der insgesamt über 20 Aufnahmen hören. Die sind auch ganz kurz.
1:00:24
Drei bis fünf Minuten, glaube ich. Das waren also die Audio-Walks.
1:00:31
Wenn alles klappt, geht es in der nächsten Episode nochmal ums Pilgern. Diesmal rein aus der praktischen Perspektive. Ich hatte ja schon in einem Gespräch mit
1:00:40
den beiden Wissenschaftlern gesagt, dass es mich doch nochmal interessieren würde, wie eine Frau diesen Jakobsweg erlebt und ich habe jetzt mit einer Frau gesprochen Stefanie Lewandowski, die in Norwegen den Olafsweg
1:00:53
gepilgert ist. Ich habe ihr Buch schon gelesen und bin tief beeindruckt, was Stefanie da mit ihrem Mann geschafft hat. Die haben wirklich eine Wahnsinns.
1:01:01
In 30 Tagen zurückgelegt und die war keineswegs frei von Hindernissen. Es war ein sehr persönliches Buch und ich bin nun schon gespannt auf das Gespräch und hoffe, das klappt bis zum nächsten Mal, wenn ich veröffentlichen möchte.
1:01:15
Bis zum Erscheinen wünsche ich euch alles Gute, freue mich wie immer, wenn ihr lobt des Gehens weiterempfehlt, wenn euch der Podcast gefällt und offenbar macht ihr das schon ganz gut, denn die Zahl der Hörerinnen wächst und wächst regelmäßig.
1:01:28
In meinem Blog habe ich über meine Learnings nach einem Jahr Lob des Gehens geschrieben, also meine Erfahrungen zusammengefasst und meine Einschätzung dazu, wenn ihr das lesen möchtet, der Text ist verlinkt in den.
1:01:41
Auch nach einem Jahr danke ich Mastermind XS immer noch für ihre Musik
1:01:47
und Lubner für ihre Unterstützung. Euch allen, fürs Hören. Lasst es euch gut gehen.
1:01:51  Musik Mastermind XS