Vorgedacht

Astronomische Entdeckungen, Evolutionstheorien, politische Intrigen - dazu muss man nicht in die Neuzeit schauen. Viel spannender ist es, an den Anfang des Denkens zu gehen. Vorgedacht zeichnet die Geschichte des (europäischen) Denkens nach und bietet damit pro Episode mindestens ein Aha-ach-wirklich-Erlebnis.

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018 Melissos


Zurück zum Tagesgeschäft und zurück nach Elea. Ich möchte euch den zweiten Schüler des Parmenides vorstellen, auch wenn leider nicht so sehr viel zu ihm überliefert ist.

Melissos ist nicht nur der Schüler des Parmenides sondern auch Schüler des Heraklit. Außerdem nimmt er Aspekte des Denkens Anaximanders mit auf.

Thematisch knüpft Melissos an Parmenides an und beschäftigt sich mit dem Seienden.
Dank Aristoteles ist uns diese Argumentation zum Sein überliefert:

Wenn etwas da ist, ist es ewig, denn aus Nichts kann nur nichts entstehen.
Wenn es ewig ist, ist es auch unendlich, da es weder Anfang hat noch Ende.
Wenn es ewig ist und unendlich, ist es auch eines, denn wäre es zwei, müßte eines das andere begrenzen.
Wenn es ewig ist und unendlich und eines, ist es auch gleichartig, denn wenn es nicht gleichartig wäre, unterschieden sich seine Teile voneinander, und es wäre also vielfältig.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines und gleichartig, ist es auch bewegungslos, da es außerhalb seiner selbst keinen Ort gibt, wohin es sich bewegen könnte.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines, gleichartig und bewegungslos, kann es weder leiden, noch Schmerz empfinden, da es immer sich selbst gleichen muss.

 


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 2013-01-03  12m