Lob des Gehens

In “Lob des Gehens” unterhalte ich (Nicola Wessinghage) mich mit verschiedenen Menschen über die vielen Facetten des Gehens. Dabei streife ich ganz unterschiedliche Themenfelder, von der Anatomie über Architektur, Neurologie, Kommunikation, Kunst, Kultur und Geschichte. In einigen Episoden wird es auch um kleine Experimente bzw. Erfahrungsberichte gehen. Denn Aufhänger für diesen Podcast waren vor allem meine eigene Lust am Gehen und die Neugier, besser zu verstehen, warum es auf so verschiedene Arten so gut tut, zu Fuß unterwegs zu sein.

https://lob-des-gehens.de

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episode 20: Mit Stefanie Jarantowski über Pilgern in Norwegen [transcript]


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Nach der eher theoretisch angelegten Episode über das Pilgern mit den Wissenschaftlern Christian Kurrat und Patrick Heiser von der Fernuniversität in Hagen gibt es in dieser Episode einen Bericht über die praktische Erfahrung. Ich habe mich sehr gefreut, dass Stefanie Jarantowski, Autorin des Buches: Abenteuer Olavsweg, dafür zugesagt hat.

Stefanie wurde 1982 in Berlin-Pankow geboren und hat mit 28 Jahren ihr erstes Unternehmen gegründet, das IT-Startup „Eventsofa“. Nach acht Wachstumsjahren hat sie es 2019 erfolgreich verkauft, um dann noch mal neu zu starten. Wie sie ihren Neuanfang auf dem nördlichsten Pilgerweg der Welt findet, darüber berichtet ihr Buch „Abenteuer Olavsweg – Eine Frau pilgert den Neuanfang“.  Die Idee zum Pilgern hatte ein Artikel im „Guardian“ angeregt – ein Bericht über den Olavs-Pilgerweg in Norwegen. Ohne lange zu überlegen hatte sie nur 14 Tage nach der Lektüre ihre Sachen gepackt, um gemeinsam mit ihrem Mann Stephan von Berlin mit Zug und Fähre nach Oslo zu fahren. Ziel war es, den 643 Kilometer langen Weg bis nach Trondheim ans Meer zu laufen…

Stefanie berichtet, wie es zu der Entscheidung kam, den Weg zu wandern, was sie erwartet hatte, wie dann die Realität aussah – und was die Pilgerreise verändert hat.

Foto: Stefanie Jarantowski Foto: Stefanie Jarantowski

Links:

Weitere Infos zum Olavsweg und über das Buch findet ihr auf Stefanie Website zum Pilgerweg (inkl. Tipps und Packliste)

Das Buch: „Abenteuer Olavsweg – Eine Frau pilgert den Neuanfang“. Ikigai Verlag; 2. Auflage 2021 

Instagram-Kanal von Stefanie

Was sich aus dieser Folge mitnehmen lässt:

• Was den Olavsweg vom berühmten Jakobsweg unterscheidet

• Wie man sich auf den Pilgerweg vorbereiten kann – wenn man etwas weniger spontan unterwegs ist als Stefanie und ihr Mann

• Warum das Pilgern für viele gerade in Übergangssituationen von einer Lebensphase in die nächste sehr hilfreich ist

• Wann die beste Zeit ist, den Olavsweg zu wandern

Zum Podcast „Lob des Gehens“:

Der Podcast bei Instagram: @lob_des_gehens

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Der Podcast bei Facebook: Lob des Gehens

Musik: Walking Dub von Mastermind XS aus Saarbrücken von ihrem Album “Keep on moving”, erschienen unter der Creative-Commons-Lizenz 4.0 (CC BY-NC-ND 4.0).


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 2021-11-25  1h2m
 
 
00:00  Musik
00:05  Stefanie Jarantowski
Lob des Gehens, der Podcast über das Glück zu Fuß weiterzukommen.
00:28
Herzlich willkommen bei Podcast, in dem ich mit Menschen spreche, die sich auf jeweils ganz unterschiedliche Art mit den Genen beschäftigen. Mein Name ist Nicola Wessinghaber.
00:38
Gehe selbst sehr gern zu Fuß und ich spreche hier nicht nur mit verschiedenen Menschen, sondern ich werde das, worüber ich mich mit meinen Gästen unterhalte, in kleinen Experimenten gleich auch wieder ausprobieren und dann auch über meine Erfahrung berichten.
00:52  Nicola Wessinghage
Und hallo zur neuen Folge, in der ich das Thema Pilgern noch mal aufgreifen möchte. In der vorletzten Episode waren ja Christian Kurat und Patrick Heiser von der Fanuniversität Hagen hier zu Gast, die über das Pilgern forschen.
01:05
Nach dem Gespräch mit den beiden dachte ich, dass es doch noch mal spannend sein würde mit jemandem zu sprechen, die oder der so eine Pilgerwanderung wirklich mal gemacht hat
01:13
Das haben ja auch die beiden Wissenschaftler erzählt, dass sie durch durchaus beide schon mal auf dem Jakobsweg waren, aber in dem Gespräch haben wir doch eher über die wissenschaftliche Ernährung gesprochen und jetzt fehlte mir ein bisschen der praktische Teil.
01:27
Mir ist dann schnell Stefanie Rantowski eingefallen, auf die ich über Instagram aufmerksam geworden bin
01:32
Dort hatte ich nämlich auch gesehen, dass sie ein Buch über ihre Erfahrung geschrieben hat. Abenteuer Olafs Weg, eine Frau pilgert den Neuanfang.
01:41
Eine Frau, verrückte Kühe, Stürme, die Natur, den Olafsweg und sich selbst bezwingt, so heißt das.
01:48
Es ist Anfang des Jahres erschienen und berichtet von der Wanderung, die sie in Norwegen gemeinsam mit ihrem Mann im Sommer 20019 gemacht hat. Ich fand es auch ganz spannend, dass es eben nicht der Jakobsweg in Spanien, sondern Norwegen war.
02:02
Stefanie hat schon mit 28 Jahren ihr eigenes Start-up gegründet, Event-Sofa heißt das, eine Plattform, die Eventlocations vermittelt, also man kann die dort mieten und ähm nach acht Jahren hat sie ihr Unternehmen verkauft und.
02:17
Quasi vor einem Neuanfang. Viel mehr möchte ich hier noch gar nicht verraten, denn alles Weitere erzählt Stefanie jetzt gleich hier in unserem Gespräch. Sie aus Stralsund
02:27
inzwischen lebt, ich in Hamburg. Viel Spaß damit.
02:31  Musik
02:38  Nicola Wessinghage
Hallo Stefanie, schön, dass du heute im Podcast Lob des Gens zu Gast bist. Herzlich willkommen.
02:44  Stefanie Jarantowski
Hallo Nicola, ich freue mich sehr hier zu sein, heute mal nicht sozusagen den Podcast nur zu hören, sondern am Mikrofon dabei zu sein. Vielen Dank.
02:52  Nicola Wessinghage
Ja, ich habe mich super gefreut, dass du zugesagt hast und ähm ich hab's anfangs schon gesagt, du hast zweitausendneunzehn ähm dein Startup verkauft und hast dich dann relativ schnell glaube ich danach auf eine Pilgerreise gemacht, zusammen mit deinem Mann.
03:07
Und wir haben ja vor in der vorletzten Folge haben wir auch schon über das Pilgern habe ich mit zwei Wissenschaftlern drüber gesprochen. Da ging's eigentlich immer um den Jakobsweg. Du bist aber in Norwegen gewandert und wenn man dein Buch liest und über viele Regenfälle
03:21
auch äh mitbekommt, dass ihr da oft mal ordentlich nass geworden seid, habe ich mich gefragt, ob du dich vielleicht zwischendurch mal auch nach Spanien gesehnt hast
03:30
und warum es denn Norwegen geworden ist?
03:34  Stefanie Jarantowski
Ja, also ähm nach Spanien gesehen, muss ich ganz ehrlich sagen, nein, auch wenn's geregnet hat
03:41
Wir haben uns ja bewusst
03:44
für den für den Urlaubsweg entschieden durch Norwegen, weil es eben in dem Artikel, ich kannte den vorher nicht, Olafs Weg hatte ich nie gehört, aber ähm wir sind quasi 14 Tage bevor wir gestartet sind, ist mir der Guardian Artikel zugefallen.
03:58
Über den einsamsten Pilgerweg der Welt,
04:03
eben durch Norwegen, der Urlaubsweg und gerade das Thema Einsamkeit und,
04:09
der Norden, das liegt mir beides am Herzen und deshalb war für mich halt äh denn das war genau das Richtige, was ich brauchte. Also ich hatte bei dem Jakobsweg eben jetzt eigentlich immer so die Befürchtung, dass er mir zu voll ist.
04:23  Nicola Wessinghage
Ja, kann ich gut verstehen. Ich habe,
04:25
habe das, glaube ich, das auch sogar in der Folge gesagt, dass wir genau meine Befürchtung, dass man da so an einem massentouristischen Ereignis teilnimmt. Das haben die beiden Wissenschaftler ja so ab
04:34
haben gesagt ja man muss die Zeit ein bisschen gucken aber ich hätte genau das, dass man da sehr ausgetrampelte Pfade geht, also deshalb kannte ich das total gut nachvollziehen und du hast gerade gesagt
04:44
du hast diesen Artikel im Guardian gelesen und zwei Wochen später seid ihr schon losmarschiert. Das finde ich total bewundernswert, weil
04:51
Ich glaube, wenn ich sowas machen würde, ich müsste mich da innerlich mindestens ein Jahr vorbereiten und hätte auch das Gefühl, ich müsste mal testen, ob meine Füße, das, was ich mir da vorgemahnen habe, auch mitmachen. Aber das habt ihr nicht gemacht offensichtlich.
05:03  Stefanie Jarantowski
Nee, ich meine äh so wie du, das wäre natürlich cleverer, wenn wir das gemacht hätten. Ja, gerade äh was sozusagen wirklich die Vorbereitung heißt, wie man sich körperlich auch selber vorbereitet.
05:13  Nicola Wessinghage
Meine ich in erster.
05:14  Stefanie Jarantowski
Wirklich besser gewesen also natürlich wir sind dann schon,
05:18
eben gewandert, aber halt Tageswanderung ohne denn zehn Kilogramm schweren Rucksack ähm beziehungsweise der von meinem Mann war noch schwerer, aber das einfach mal auszutesten.
05:29
Ist eigentlich äh ja liegt irgendwie auf der Hand, haben wir aber nicht gemacht. Es war natürlich auch so ein bisschen die Situation. Grade du hast es erwähnt, der Verkauf meiner Firma,
05:38
dieses Loch in das ich gefallen bin und der Artikel der kam mir wie so eine Rettung vor,
05:45
Eigentlich ich wäre quasi am liebsten zwei Tage später losgefahren um einfach raus aus meinen vier Wänden zu kommen die mich erdrückt haben,
05:55
Und das war quasi deshalb 14 Tage, weil wir dann erst einen Platz auf der Fähre bekommen haben. Also wir sind mit dem Zug von Berlin nach Kiel und von Kiel mit der Fähre nach Oslo. Ähm und,
06:07
das war einfach deshalb der ersten Platz, den wir bekommen haben, den haben wir genommen.
06:12  Nicola Wessinghage
Mhm, also total spontan in ein riesiges Abenteuer rein äh gefahren und das war, was ich
06:19
daneben noch sehr bewundernswert war, also was ich wirklich auch beim Lesen immer wieder gedacht habe
06:24
Ihr seid sechshundertfünfzig rund sechzehnhundertfünfzig Kilometer kann man sagen gewandert und zwar in dreiunddreißig Etappen und habt jeden Tag fünfzehn bis dreißig Kilometer gemacht.
06:35
Ähm hattest du da Respekt davor? Also ich hätte großen Respekt davor. Ähm war das.
06:43
Auch Teil des Vorhabens, dass es gleich so eine Mammutstrecke in so kurzer Zeit sein musste.
06:49  Stefanie Jarantowski
Ja, also ganz ehrlich, mit den mit den Etappen da oder wie man die Strecke einteilt, ich konnte mir überhaupt diese 650 Kilometer konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, ja. Weil ähm,
07:00
Was das bedeutet zu gehen, ich bin halt immer maximal also 20 bis 30 Kilometer am Tag mal eine Tagestour gelaufen. Ich ich,
07:09
bin immer schon sehr gerne gewandert und gelaufen oder spazieren gegangen und das Maximum eben zwanzig bis 30 Kilometer.
07:17
Und deshalb bin ich da quasi locker rangegangen, ähm konnte mir aber jetzt nicht vorstellen, was es wirklich heißt, ähm jetzt wochenlang zu laufen. Aber ich dachte mir okay, wir machen ja nur das. Also irgendwie muss es ja gehen. Und aber das ist natürlich immer eine große Unbekannte, in die man reinläuft.
07:32
Deshalb habe ich mich einfach, haben wir uns an den Plan gehalten
07:36
ähm an die Etappen äh so ungefähr. Also wir haben dann noch ein bisschen was äh verändert ähm aber trotzdem so ungefähr an die Etappen des Reiseführers, weil so viel Auswahl hat man halt nicht, wenn man auf Pilgerunterkünfte angewiesen ist.
07:49
In Norwegen. Die sind jetzt ähm nicht so nicht so häufig verfügbar wie jetzt auf dem auf dem Jakobsweg durch Spanien.
07:59
Und deshalb richten sich da eben die Etappen und manchmal kann man eben nur fünfzehn Kilometer laufen und manchmal muss man dann doch dreißig Kilometer laufen,
08:09
das eben mit den Etapp äh mit den Herbergen nicht anders hinhaut.
08:13
Eine falls eine eben voll ist, manchmal ist auch eine Herberge quasi ein Campingplatz. Wir sind an einen Campingplatz abends gekommen und der ähm da war alles belegt.
08:22
Ich hatte vorher eine E-Mail geschrieben, aber,
08:27
ist quasi meine Reservierung untergegangen, die haben mir quasi die Preisauskunft gegeben und ich dachte, ich hätte damit reserviert. Auf jeden Fall, es war alles voll und die nächste Unterkunft wäre erst 15 Kilometer weiter gewesen.
08:38
An dem Tag absolut no no never ever geschafft hätte. Wir hatten dann wirklich Glück,
08:44
wir beim Bauern oben aufm Berg ein Zimmer bekommen haben und so war auch meine Erfahrung, dass wir irgendwie immer wieder Glück hatten. Irgendwie ging's weiter wenn was nicht geklappt hat.
08:56
Muss ich sagen, flexibler ist man natürlich, wenn man mit dem Zelt unterwegs ist.
09:00
War für mich eine Nummer zu heftig. Also für mich war sozusagen schon alleine mit einem Rucksack unterwegs zu sein, jetzt klar, also,
09:08
klar zu sagen, wir sind jetzt hier ein paar Wochen unterwegs, wie auch immer äh wie man auch immer 650 Kilometer schaffen will, aber deshalb mitm Zelt die Nummer, gerade wegen dem Gepäck, wegen dem Gewicht,
09:19
wer das einfach eine Nummer zu hart für mich. Aber natürlich es ist schon Wahnsinn in Norwegen durch dieses Jedermannsrecht.
09:27
Man prinzipiell überall zelten kann. Also da gibt's so kleine Einschränkungen von wegen so und so viel Meter ähm nehmen Privatgebäuden aber ich sage jetzt mal, wenn du dann an einer total schönen Stelle bist,
09:38
wo ein Wasserfall ist oder ein wir haben nämlich äh vier Abiturienten aus Deutschland getroffen.
09:45
Kurz begegnet, die waren mit dem Zelt unterwegs und die haben eben an diesem einen wunderschönen Wasserfall äh gezeltet.
09:54
Und das natürlich herrlich, ja? Das ist sowas kann man machen mit Zelt, aber ähm für mich war das da echt eine Nummer zu zu heftig.
10:03  Nicola Wessinghage
Ja, also man muss ja auch nicht alles gleich neu ausprobieren, denke ich mal, ne, wenn man so was macht und dein Buch heißt ja, eine Frau pilgert ihren Neuanfang, aber dann kommt relativ schnell der Mann ins Spiel und ähm so wie ich das gelesen habe, war das für ihn
10:15
nochmal auch eine vielleicht noch spontanere Entscheidung dich zu begleiten, weil das von Anfang an auch deine Idee, dass ihr zusammenwandert oder ähm hat er sich angeschlossen und du warst,
10:24
darüber oder wie hat sich das ergeben.
10:28  Stefanie Jarantowski
Also,
10:29
war auf jeden Fall für mich klar, auch in der Situation, in der ich war, dass ich diesen Weg gehen muss. Ob jetzt mit ihm oder ohne ihn und ähm
10:38
Ich habe ihm die Entscheidung einfach ganz äh offen gelassen. Wir sind natürlich, wir haben jetzt äh wie gesagt, wir hatten die ganzen letzten Jahre viel zusammen durchgemacht. Aus dem Grunde
10:47
das für mich wäre das ganz natürlich gewesen, dass ihr mitkommt aber ich habe das nicht davon abhängig gemacht,
10:53
ich wollte die ihn dann nicht einschränken, ich wusste nicht er musste jetzt auch sehen wie er selber mit der Situation, mit der neuen Situation klarkommt und er war einfach unschlüssig, weil er,
11:04
hatte so eine quasi im Kopf diese Massenunterkünfte. Er hat da so ein bisschen Angst vor dem Pilgerherbergen.
11:11
Eben dann halt gar nicht der Fall war in Norwegen. Aber er hatte so eben Wasser vom Jakobsweg gehört hat. Er hat ja auch den Habe Kerkeling gelesen und eben wo
11:20
was sonst da diese Massenunterkünfte und die dann voll sind oder wo und davor hatte er eher so richtig Bammeln.
11:28
Das hat ihn zögern lassen und wie gesagt, er hat sich dann wirklich echt erst äh war immer unklar, ob er jetzt wirklich mitkommt, aber zwei Tage vorher hat er dann gesagt, okay, ich komme mit.
11:37  Nicola Wessinghage
Okay ihr seid offensichtlich die Menschen kurzfristige Entscheidungen und ihr habt auch zusammen gearbeitet, muss man sagen, ne? Ich glaube, das weiß gar nicht, ob das allen klar war. Also.
11:44  Stefanie Jarantowski
Genau.
11:45  Nicola Wessinghage
In dem Unternehmen, was du dann verkaufst hast, was dein Unternehmen war, habt ihr zusammen gearbeitet, sodass ich für euch beide jetzt erstmal eine ganz neue Situation wahrscheinlich ergeben hat.
11:53  Stefanie Jarantowski
Richtig und so, dass wir auch beide ähm er hat die letzten Jahre wie gesagt mit in meiner Firma gearbeitet und dadurch waren wir da auch ganz eng natürlich,
12:02
weil er ja mit wem konnte ich mich besser beraten als mit ihm und natürlich hat er auch beim Verkauf eine große Rolle gespielt und wir saßen dann natürlich, wenn man zu wild jetzt,
12:12
zeitgleich auf der Straße also auf der Straße klingt jetzt so ein bisschen doof, aber,
12:18
beide in der Situation, dass wir sozusagen von heute auf morgen frei sind und nichts haben und keine Verpflichtungen haben. Und das ist natürlich auch so der Grund, wann äh wann hat man das mal?
12:30
Und ähm und klar, natürlich auch in dieses, wenn man wirklich von der Beschleunigung, wenn man irgendwie von 300 auf 0 gebremst wird, dann,
12:39
auch erstmal ein hartes, ein harter Aufprall und deshalb war sozusagen das auch ein bisschen eine Rettung jetzt einfach gehen, gehen war für mich immer schon,
12:50
eine Rettung, eine Lösung, weil sich dann irgendwie, ich finde, da bewegt sich dann was äh in einem. Die Gedanken oder Probleme,
12:59
finde auf einmal Lösungen, Dinge sehen nicht mehr so schlimm aus und deshalb habe ich mir natürlich auch sehr viel davon versprochen ähm einfach gehen zu können.
13:08  Nicola Wessinghage
Hm.
13:10
Du bist ja oder ihr seid beide dann wahrscheinlich diese typischen Übergangspilder. Also wir hatten ja in der Folge mit äh Christian Kurat und Patrick Heiser. Die hatten so eine Typologie der pilgernden aufgestellt und ich habe mir das nochmal angehört jetzt
13:24
zur Vorbereitung. Ähm Übergangspilger sind die, die markante Wendepunkte im Leben rituell begleiten wollen und Inspirationen suchen für den neuen Lebensabschnitt und so ein bisschen war das genau das glaube ich, ne, was du berichtest. Also
13:36
zu gucken, was Altes ist vorbei und das Neue ist wahrscheinlich noch
13:41
teilweise ungewiss, wie wird's jetzt weitergehen und genau in so einer Situation sich mal so ein bisschen rauszunehmen, die Umgebung zu wechseln und dann tatsächlich auch sehr
13:52
ja bei sich zu sein. Hat das denn funktioniert, wenn du da jetzt so schon mal zu Anfang hier ein Fazit siehst? Also war das war das ähm,
14:00
was du dir da erhofft hast, äh hat das stattgefunden?
14:04  Stefanie Jarantowski
Es hat funktioniert, aber es hat ganz anders funktioniert, als ich mir als ich erwartet habe,
14:10
Ich habe wirklich äh ich meine ich bin mit hohen Erwartungen losgepilgert, weil meine Erwartung war einfach danach zu wissen, was ich äh wie's weitergeht.
14:20
Also sozusagen einen Plan zu haben wie danach mein Leben weiter aussehen wird und ähm,
14:28
Ich bin halt immer gerne ein Mensch eigentlich, der einen Plan hat und deshalb war's auch auf einmal natürlich irgendwo eine Unsicherheit dieses ähm
14:35
wie geht's jetzt weiter? Weil ich wusste eben nicht, wie's weitergeht und die Antworten habe ich mir von dem Weg erhofft. Und der Weg, der hat mich ganz, ganz viel gelehrt. Der hat mich einerseits.
14:46
Hat er zum Anfang vor allem mir viel geholfen zu verarbeiten.
14:50
Was ich die letzten Jahre was vorgefallen ist, was mir was meine Seele, was meine Seele bedrückt hat, ja? Ist ja auch so dieses symbolische Ablegen beim Pilger,
15:00
bei der Steinpyramide hier in Norwegen ist das dann auf dem Dorf, auf der Hochebene.
15:06
Da hatten wir einen Stein mitgebracht äh ich von der Ostseeküste ein klein,
15:13
den ich da sozusagen symbolisch zu den anderen Steinen der Pilger gelegt habe und dieses symbolische Ablegen,
15:22
der Lasten der Sorgen. Also das war einerseits wirklich das ähm gerade zu Beginn dieses Verarbeiten,
15:29
letzten Jahre und aufarbeiten und frei werden überhaupt, ne, dass überhaupt was Neues äh dass neues Platz hat. Weil ich war so, ich war so randvoll,
15:39
Das musste erst mal irgendwie abgearbeitet werden und,
15:44
und da gaben auch Probleme. Ich denke manchmal Probleme die ich hatte auch mit der Schulter und so das war dann nämlich alles nach dem Ablegen und auf dem letzten Teil des Weges wurde alles leicht.
15:56
Und sehr viel leichter. Und was mich der Weg gelehrt hat, vor allem er hat mir ein unheimlich großes Vertrauen gegeben. Dieses jeden Tag ins Unbekannte zu laufen, nicht zu wissen,
16:08
wie sieht die Übernachtung aus? Haben wir noch ein freies Bett?
16:14
Wie sieht der Weg aus, weil der total unterschiedlich ist? Äh was was wird uns passieren diesmal? Also du läufst sozusagen in in immer Unbekannte hinein,
16:24
Und aber irgendwie geht's immer weiter,
16:28
Und wir haben auch einige Herausforderungen gehabt. Es gab auch einfach wunderschöne, einfache Tage und wo man wenig Probleme irgendwie hatte und einfach wirklich die Aussichten genießen konnte und,
16:41
und einfach eine Leichtigkeit hatte natürlich und es gibt viele Auf und Abs. Deshalb es gibt natürlich nicht nur irgendwie Tiefs, also äh es gibt,
16:49
Höhen und Tiefen Täler und ähm,
16:53
hohe Berge mit wunderschönen Aussichten ähm und das stärkt natürlich, dass es immer dann aber am Ende bei den Herausforderungen immer weitergeht und wir immer eine Übernachtung gefunden haben,
17:04
ist dann immer irgendwie äh einen Engel gab oder geklappt hat,
17:09
stärkt das Vertrauen ins Weitergehen und das war wirklich am Ende so, das kann ich jetzt vorwegnehmen, dass dieses, wo wir in Trondheim am Nidaros Dom angekommen sind.
17:19
War für mich ein unglaubliches Gefühl, das wirklich Angekommenseinseins.
17:23
Da war ich auf einmal wirklich angekommen bei mir, was ich vorher überhaupt nicht war. Ich war eigentlich von mir, von dem, was ich eigentlich will, ganz weit entfernt.
17:32
Den Weg gestartet bin und war da total verkopft so und dann am Ende war ich so richtig bei mir angekommen und,
17:41
Tolle für mich wirklich derjenige also diejenige die eigentlich immer ein Plan im Leben brauchte es war zum ersten Mal okay,
17:48
keinen Plan zu haben. Ja, also sozusagen, das ist okay. Ich habe mich super wohl gefühlt, weil ich wusste.
17:56
Es wird weitergehen und ich gehe denen jetzt den Weg in kleinen Schritten weiter, weil der Weg entsteht quasi im Gehen und so war es dann auch und mit diesem Vertrauen.
18:08
Der Rückreise war dann mir nämlich klar, dass ich darüber ein Buch schreiben will,
18:13
Das ich bin nicht gestartet, ich habe mir ja sehr viele Notizen gemacht, aber das waren sozusagen eher das Schreiben auch im Sinne von verarbeiten Worte dafür finden und das waren
18:23
quasi meine ganz privaten Notizen und dann am Ende auf der Rückfahrt des Weges kam wirklich die Idee und der Gedanke, Mensch ja
18:32
schreibe dazu ein Buch.
18:33  Nicola Wessinghage
Mhm. Der ist super. In dem Buch kann man ja auch die Reise wirklich chronologisch verfolgen und vielleicht ist das ganz gut jetzt auch für die, die zuhören, dass du nochmal einmal so ein
18:41
kurzen Überblick gibst. Also wo seid ihr losgelaufen? Wie hat sich die Natur auch verändert? Es waren ja auch sehr unterschiedliche Gegenden, durch die ihr dann gegangen seid und ähm wo seid ihr angekommen? Also so eine ganz kurze Zusammenfassung, so ein Über,
18:53
ähm haben wir das nochmal alle vor Augen.
18:55  Stefanie Jarantowski
Also der Urlaubsweg ähm ist sowieso, muss man nochmal dazu sagen, genauso wie ähm der Jakobsweg. Es ist ein Netz äh von wegen, die alle nach Trondheim zum Didaros-Dom führen, ja? Und der Weg ähm,
19:09
Der Nidaros Dom der war früher die Grabstätte, der Dom wurde gebaut auf der Grabstätte des Heiligen Olaf.
19:17
Dieser Weg beruht und wir sind quasi den den bekanntesten Weg gelaufen, der immer so als der Olafsweg gilt. Das ist der Gutbrands Dahls Leben.
19:28
Der führt durch das größte Tal Norwegens, das ist das Gutbrandstal.
19:33
Das ist auch unglaublich schön. Aber jetzt zu Beginn, man startet, der Weg startet in Oslo,
19:39
In der Hauptstadt Norwegs in der größten Stadt und dann
19:44
man aber ziemlich schnell schon am ersten Tag sozusagen, wenn man rausläuft aus aus Oslo kommt man wirklich schon in Felder rein. Die erste Übernachtung war dann auch auf einem.
19:56
Einem landwirtschaftlichen Hof, die sozusagen einen ehemaligen Stall als Pilgerunterkunft ähm hergerichtet hatten und wann läuft dann nördlich.
20:06
Durch ähm zum Anfang vor allem hat man sehr viel Landwirtschaft, weite Felder Korn, Felder, dann kommt sehr viel Wald.
20:16
Man kommt zum größten See, Norwegens, den Nöser, da kann man sozusagen auch eine Strecke, die haben das gemacht, wir sind eine Strecke ähm ein paar Stunden mit dem Raddampfer gefahren über den User.
20:29
Und dann läuft man sozusagen weiter ähm bis nach Lila Hammer. Lila Hammer kennt man wahrscheinlich ähm.
20:37
Winterspiele damals. Ich dachte mir deshalb so, oh Lillehammer muss ja riesig sein. Also es ist eine kleine süße Stadt, ja, wie sozusagen ähm es ist ja.
20:48
Ist alles nicht so dicht besiedelt und ähm es sind natürlich einfach nicht so viele Menschen, wie wir das jetzt in Deutschland kennen. So und dann geht's weiter nördlich ähm an dem Fluss, an dem entlang und da kommt man eben durchs durchs Gutbrandstal.
21:03
Und das Gutbrandstal ist eben sehr geprägt äh das ist sehr bergig. Es geht sehr viel hoch und runter und hoch und runter. Dadurch hat man fantastische Aussichten auf diesem Fluss, den türkisfarben.
21:14
Und man macht sehr viele Höhenmeter. Also ähm wir hatten insgesamt dann am Ende über 22.000 Höhenmeter.
21:22
Dieses viele Auf und Ab und da ist der Weg natürlich sehr viel einerseits auch durch durch Wälder man läuft auch viel auch mal Landstraße, ich glaube das ist einfach Pilgerwege ne,
21:33
man das man einfach auf Asphalt läuft und einerseits manchmal freut man sich bei Asphalt, gerade wenn's regnet,
21:40
Freut man sich ja über Asphalt, als dass man irgendwie übern Feld laufen muss und dann durch Matsch und äh total nass wird. Na und dann der Höhepunkt, finde ich, für mich ist wirklich das doofere Fiell.
21:52
Ist das norwegische Hochgebirge und der Unterschied ist eben, dass es nicht einfach irgendwie eine Bergspitze ist, sondern dass du wirklich, wenn du einmal oben bist, dann ist es flach da oben.
22:03
Da hast du eine unheimliche weite Aussicht.
22:07
Und einen weiten Blick und dann gehst du halt ein bisschen runter wieder, um da zu einer Unterkunft zu kommen. Und da ist aber dann wirklich, da muss man sich auch ziemlich viel Proviant mitnehmen, weil da gibt's dann auch keinen Supermarkt mehr, erst wieder am Ende.
22:19
Übers Dorferophie geschafft hat und dann danach kommt noch ähm von der Landschaft her Hochmoor,
22:27
Das fand ich auch ganz faszinierend, kannte ich vorher noch nicht und da läuft man dann so über Bretterstege, die manchmal kilometerlang sind.
22:35
Damit man nicht nass wird, dass man überhaupt laufen kann und ähm ja und dann am Ende läuft man eben in den Trondheim Fjord ein.
22:43
Dann sieht man sozusagen, wenn man vom Berg äh oben guckt, sieht man sozusagen unten schon das Wasser und dann eben, wenn man langsam in die Stadt einläuft, dann auch den Nidaros Dom.
22:55
Also landschaftlich bekommt man sehr, sehr viel mit und ähm es ist äh eine wirklich wunderschöne Natur, ähm wahnsinnig viele Wälder, große Steine
23:06
Äh man sieht auch, wenn man Glück hat,
23:08
Ochsen und Rentiere. Ja ähm Moschus-Ochsen haben wir nicht gesehen. Wir haben Rentier gesehen.
23:16
Aber äh so begegnet manchmal einem das ein oder andere Tier. Aber auf jeden Fall viele Schafe, Kühe und so was.
23:25  Nicola Wessinghage
Ja, er hört sich total faszinierend an und ähm es gibt ja auch im Buch ein paar Bilder, wo man wo man das ein bisschen miterleben kann.
23:34
Ähm das also mir ist ja tatsächlich mal sehr eindrücklich
23:37
im Kopf geblieben beim Lesen diese Regentage, weil ich mir das selber sehr äh ja demotivierend vorstelle, wenn man morgens losläuft und man
23:47
geht quasi schon im Regen los und weiß, man hat jetzt irgendwie eine Strecke von 30 Kilometer und es regnet und dein Mann hatte ja auch erst noch undichte Schuhe, also hat dann alle möglichen Experimente gemacht, damit die Schuhe nicht nass werden.
23:59
Gab's da mal so Situationen, wo einer von euch beiden gesagt hat, ich möchte nicht mehr, ich möchte abbrechen? Hast du das mal irgendwann während der ganzen Wanderung gedacht oder dein Mann?
24:10  Stefanie Jarantowski
Ja, aber nicht an Regentagen.
24:13
Ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich wollte sich keiner, weil äh da gibt's ja diese eine, ich sage jetzt mal, das ist die Krise im Gutbrandstal, äh wo mein Mann sich wirklich auf äh auf den Waldboden hat, plumpsen lassen.
24:26
Jetzt vielleicht auch nicht unbedingt trocken, aber es hat jetzt nicht da an dem Tag nicht geregnet und gesagt, er geht nicht mehr weiter. Er er fliegt nach Hause.
24:35
Ja und ähm da dachte ich wirklich, dass es jetzt vorbei ist.
24:39
Aber es war nicht vorbei. Es ging auch da weiter deshalb wir hatten da auch unsere Krisen und ich persönlich ich hatte am Anfang und das war auch kein Regentag da gab's aber einige Abenteuer an dem Tag.
24:53
Hatten wir erst eine wilde Kuh, die uns quasi den Weg versperrt hat und äh dann ein wirklich äh schwierigen Abhang zu meistern, wo wo vom Weg was abgerutscht war
25:05
Äh und da hatte ich eben so eine so eine extremen Schulterschmerzen.
25:10
Ich mich da dann irgendwann habe fallen lassen aufm Asphalt und konnte einfach nicht mehr. Aber auch da und auch das war eine äh.
25:18
Da eine Lektion die Pause, Pause zu machen, was zu essen, was zu trinken, sich auszuruhen, ähm.
25:28
War auch eine Lehre, ja, dass man halt mal länger Pause macht und nicht immer nur voran, voran und weiter und schneller und äh ja,
25:37
Pausen waren dann so wichtig und eben auch längere Pausen zu machen und auch dann ging's weiter. Und zu den Regentagen, ich find's lustig, dass du's sagst, dass es dann doch so eindrücklich ist, weil ich meine.
25:48
Es hat zwar öfter geredet aber von den Tagen hier doch nicht die Masse ne? Also es.
25:53
Die ganzen Tage sieht gab es mehr Sonnen oder bewölkte Tage wir hatten auch wirklich das unterschiedlichste Wetter. Wir hatten bei wo wir in lila Hammer waren hatten wir Sonne dreißig Grad.
26:04  Nicola Wessinghage
Schon fast zu warm, dann.
26:06  Stefanie Jarantowski
Schon fast zu warm, genau und den nächsten Tags da gab's ein äh Temperatursturz auf ähm auf zehn Grad.
26:14
Und und Regen. Ja, also das Wetter kann schnell umschlagen und eben grade aufm, deshalb ist der Urlaubsweg auch nicht ganzjährig begehbar.
26:24
Die Saison startet frühestens im Mai. Weil und meist im Mai werden die Leute noch nicht rübergelassen weil's da viel zu viel Schnee hat.
26:33
Du kommst da einfach nicht durch. Und äh dann natürlich äh ab August ähm ich sage jetzt mal ab September kannst du auch nicht mehr.
26:41
Auf hier laufen. Ja und äh deshalb endet da sozusagen, also es ist ein es ist ein enger Zeitfenster.
26:48  Nicola Wessinghage
Wann genau wart ihr eigentlich unterwegs? Ich habe jetzt gar nicht mehr im.
26:49  Stefanie Jarantowski
Wir waren unterwegs äh Juli, August.
26:54
Also wir sind am äh um den 200. Juli gestartet und dann Mitte August angekommen.
27:00
Und das war, also ich fand's ideal, weil es ähm auch,
27:04
Es sind ein paar mehr Pilger, glaube ich, vor uns unterwegs gewesen. Was wir erzählt bekommen haben, weil viele wollen zu dem ähm,
27:14
zu dem Olafstag, zu dem Offiziellen, das ist Ende Juli. Wollen die in Trondheim sein? Und dann muss man halt schon früher starten,
27:23
Ja, dann äh muss man früher starten als wir und ähm aber ich persönlich würde es immer wieder so machen, ja und nicht im Juli starten, sondern im im Juli starten. Ähm weil ich es sehr angenehm fand, wenige Pilger.
27:36
Zu treffen.
27:38
Treffen, die wir hatten, die waren wirklich äh toll. Wir haben jetzt noch Kontakt ähm mit drei weiteren Pilgern, die wir sozusagen aus Deutschland getroffen haben.
27:47
Und wir haben uns schon, es gab schon mehrere Nachtreffen, auch äh äh trotz Corona oder eins haben wir sogar sozusagen virtuell gemacht. Da ist dann jeder für sich gelaufen und wir haben uns dann abends zum Spielen,
28:00
online per Zoom getroffen und aber wir haben uns auch schon in Real sozusagen auch schon auf dem brandenburgischen Jakobsweg getroffen.
28:08  Nicola Wessinghage
Ah ja, also das Pilgern verfolgt euch weiter.
28:12  Stefanie Jarantowski
Richtig und was Sie noch mal zum Regen sagen wollte und ähm deshalb ist für mich halt pilgern auch nicht äh wandern. Also Wandern ist für mich halt, ne? Ich suche mir das aus bei so einem Wetter würde ich nicht wandern gehen,
28:23
Und gerade was du meintest, wir hatten einen ganz schlimmen Tag, da hat's wirklich es hat aus Kübeln geschüttet. Schon es hat schon in der Nacht begonnen.
28:32
Und eben es hatte nicht aufgehört als wir loslaufen wollten. Wir haben's noch hinausgezögert.
28:37
Aber und wenn's wirklich so aus Kübeln schüttet und du gehst eigentlich nur.
28:43
Auch trotz Regensachen gehst du nur nach dem Motto zehn Meter und bist eigentlich pitschnass. Ja und ähm und wirklich dieser eine Tag, das muss ich ganz ehrlich sagen, da wollte ich, da hat mich der Weg überhaupt nicht interessiert. Da wollte ich nur ankommen.
28:56  Nicola Wessinghage
Ja, das glaube ich sofort.
28:57  Stefanie Jarantowski
Dachte ich da dachte ich wirklich nur äh äh nur hinter mich bringen und an dem Tag macht man auch keine Pause. Und es war wirklich es war ein kompletter Regentag. Also es hat nicht es wurde vielleicht mal unmerklich ein bisschen weniger dann wieder mehr.
29:11
Aber wir waren wirklich komplett komplett nass und eben auch, dass im Rucksack die Sachen natürlich dann auch nass waren, ja.
29:17
Also trotz Regenschutz und weil irgendwann äh irgendwann weicht da alles aus.
29:22  Nicola Wessinghage
Ja, fand ich aber sehr schön, dass das offensichtlich äh die Herbergen sich schon drauf eingerichtet haben und da so trocken vorrichtungen haben, wo man seine Schuhe trocknen kann und diverse Sachen machen kann.
29:33  Stefanie Jarantowski
Ja, das hat Norwegen, ne? Also da gehört halt sowas einfach mit dazu und damit sind auch äh haben die, das war ja dann, wo wir da an dem Regentag angekommen sind, war ein Reiterhof und
29:42
Natürlich haben die da äh weil da waren auch gerade Mädchen, die da Reiterferien gemacht haben quasi im Sommer und natürlich haben die da so einen Schuhtrockner und das sind sozusagen dann so ja Teile, Rüssel. Ich finde das sah mal aus wie so ein Alien,
29:56
man dann in den Schuh reinstopft und anmacht und dann wird es trocken gepustet.
30:01  Nicola Wessinghage
Ich würde nochmal gerne auf das äh pilgern zurückkommen beim Wandern, weil ähm man stellt sich das dann ja immer vor, dass jemand wie du, die da wirklich auch sicher eine Aufgabe irgendwie mitgenommen hat
30:13
oder eben an einem entscheidenden Scheidepunkt steht. Biografischer Wendepunkt. Wie das auch genannt wurde. Da ähm ist dir das
30:23
immer wieder durch den Kopf gegangen oder gab es so
30:27
einzelne Tage, wo du ganz intensiv darüber nachgedacht hast oder war das so ein Dauerbegleiter oder war das gar nicht so? Also ich erinnere mich an eine andere Wanderin, die sehr ähm viele ganz, ganz lange Pfade auch gemacht hat und die immer gefragt wurde, ja was,
30:40
dir denn den ganzen Tag so durch den Kopf und sie sagte, ach meistens denke ich ans Essen, wie lange der Weg noch ist und ähm sie da sagte, das sind gar nicht immer so
30:49
tiefgreifende Gedanken. Also wie wie ist das? Kommt das
30:52
immer wieder ist oder hast du dir vorgenommen heute denke ich jetzt mal darüber nach wie es denn nun weitergeht oder kam dir das eher zugeflogen? Wie war das?
31:01  Stefanie Jarantowski
Ich habe gerade zum Anfang äh zum Anfang an der die erste Etappe da bin ich so diese Schritte ganz bewusst gelaufen,
31:11
Mir so ganz bewusst ähm sagen wollte, okay ich gehe jetzt Schritt für Schritt vor meinem alten Leben weg. Und ich habe mir auch meine Firma, äh die hieß und heißt Event-Sofa, also die gibt's ja immer noch,
31:22
Dachte mir, ich laufe jetzt einen Schritt nach dem anderen von Event zuvor weg und von dem was war, also dieses bewusste.
31:31
Ich gehe davon weg, ich nehme Abstand,
31:35
davon. Das habe ich mir ganz zum Anfang und bei der ersten Etappe ganz bewusst gesagt und mich auch an dem Tag immer wieder dran erinnert.
31:44
Dann kommen aber einfach wirklich Sachen, die einfach der Weg für dich bereithält, dass es dann einfach Alltag wird, wo du einfach mit.
31:53
Jetzt zu tun hat, ja, wie man so schön sagt, der Tag hat genug eigene Plage für sich und wurde wirklich nur darum guckst, okay ähm,
32:01
Habe ich jetzt als nächstes zu essen,
32:03
wo kann man eine Pause machen und eben so konzentriert auch auf dem Weg gucken muss, wenn du ähm gerade über nasse Wurzeln hoch und runter im Wald gehst.
32:13
Dann bist du oftmals sehr konzentriert auf den Weg oder eben auch so dieses durchs Hochmoor auf dem Brettersteg, wo du genau hingucken musst oder wenn mal auch kein Steg ist und wo du,
32:25
musst du genau gucken, wo wo platzierst du deinen Fuß und deshalb macht dich manchmal der Weg alleine schon so fertig,
32:32
Und dann eher so monotone Strecken, wenn du wirklich aufm Asphalt läufst und das ist eine Gerade und du denkst oh mein Gott,
32:41
Also und du siehst irgendwie keine Abwechslung und denkst dir oh mein Gott. Dann bist du auch einfach mal ausgesetzt dem äh wie du gerade drauf bist,
32:50
eigenen Emotionen ne? Also ich meine du begegnest ja auch sehr stark dir selbst weil auch wenig ist es gibt keine Ablenkung ich meine ähm.
33:00
Auch abends, deshalb habe ich ja dann zum Beispiel auch meine Gedanken aufgeschrieben und sicherlich auch ähm Dinge, die mich beschäftigt haben, aufgeschrieben, weil da ist nichts, du kannst halt nichts konsumieren.
33:12
Also wir hatten äh ich hatte jetzt
33:14
kein ich hatte eben kein Buch dabei, den Pilgerführer, den man dann, wenn man Lust hatte, eben für die morgige Etappe sich vorbereitet hat, aber kein Fernsehen, äh ich sage jetzt mal kein Netflix, ich habe sowieso auch keinen Netflix hier, aber äh es gibt nichts, wo du dich sozusagen
33:29
volldröhnst, abschalten und ich bin auch nicht der Typ, der jetzt sozusagen ähm es gibt ja einige, die dann so Musik hören beim Pilgern.
33:38
Und dem habe ich aber bewusst, ich wollte bewusst hören, was um mich rum ist,
33:44
natürlich auch bewusst hören was in mir drin ist, auch wenn das manchmal wenn man das auch manchmal nicht schön findet, aber man geht halt durch alles durch und man geht durch jede Emotion durch,
33:55
man geht durch schlechte Laune durch, man kann sich manchmal selber nicht leiden und dann hat man auf einmal eine Freude, die aus dem Nichts kommt.
34:04
Geht man wirklich durch alles durch.
34:07  Nicola Wessinghage
Hm. Und ähm du hast ja erzählt, dass du dann irgendwann die Idee hattest
34:12
ein Buch zu schreiben und das ist vorher noch gar kein Plan war. Wann wann ist das denn gekommen? Die diese dieser Wunsch ja auch ne, dass sie nochmal aufzuschreiben. War das schon während der Wanderung oder ist das erst auf dem Rückweg passiert?
34:25  Stefanie Jarantowski
Also der Wunsch zu schreiben, der war schon in dem Sinne im Vorfeld,
34:30
da, also deshalb habe ich ja auch kein Buch mitgenommen, sondern ich habe mir zwei kleine Notizbücher mitgenommen und ich habe wirklich so klein geschrieben äh mit meinem Stift,
34:40
meinem Kugelschreiber, weil mir war schon klar, es wird ja sicherlich nass werden, also muss ich irgendwas nehmen, wo die wo die Schrift da nicht weggeht.
34:47
Äh habe auch von Anfang an ganz klein geschrieben, dass ich möglichst viel schreiben kann, also deshalb der Wunsch überhaupt zu schreiben,
34:54
für mich endlich mal wieder, weil ich in den Jahren immer nie Zeit hatte, ne. Ich habe immer so gerne geschrieben, aber ähm habe mir dafür nie die Zeit gegönnt.
35:03
Es war immer was anderes wichtiger und deshalb das vorgenommen und dann haben mich ja auch, wenn mich abends,
35:09
Pilgerhaarberge. Wenn mich jemand gesehen hatte, wie ich geschrieben habe und dann hatte mich sozusagen haben mich Leute angesprochen, da sagt man willst du ein Buch schreiben?
35:18
Der und der äh dem bin ich dann auch noch begegnet, dem Franzosen. Der will sozusagen einen einen französischen Pilgerführer.
35:27
Weil der in Frankreich eben noch nicht bekannt ist der Olafsweg und so und,
35:32
ist lustig, weil dann mit dem musst du dich ja mal darüber unterhalten, ja? Und dann meinte ich, ja, Buch schreiben, haja, hm und ähm das war irgendwie erstmal so eine fixe Idee, die mir von außen zugetragen worden ist,
35:48
dann wurde es eben konkret auf der Rückreise, wo ich dachte, ja, warum nicht darüber ein Buch schreiben? Und ähm.
35:56
Und so war dann natürlich ähm war es für mich ganz schön, als ich dann zu Hause wieder angekommen bin,
36:03
man dann alles an alles wieder ganz anders wertschätzt, ja? Obwohl ich natürlich, muss ganz ehrlich sagen, wo ich nach,
36:09
Berlin reinkamen, erstmal war es wie so ein Schockmoment, ja? Äh die große Stadt, äh.
36:14  Nicola Wessinghage
Norwegen, ja.
36:16  Stefanie Jarantowski
Der Lärm.
36:17
Auch der Autolärm, den wir selbst eben vor vor der Wohnungstür hatten damit kam ich erstmal nicht zurecht aber dies dass ich dann sozusagen,
36:27
Aufgabe hatte, ähm das hat mir halt auch gut getan. Jetzt äh.
36:33
Erstmal zu haben, okay jetzt schreibe ich erstmal das Buch und dann gucke ich wie's weitergeht.
36:38  Nicola Wessinghage
Mhm. Okay, also das hat sich quasi auf der Reise ergeben und ähm du hast dann sogar auch einen eigenen Verlag dafür gegründet, ne. Also um,
36:47
zu schreiben und weil das einfach aus pragmatischen Gründen oder dachtest du, das ist dann weil du's so machen kannst, wie du's möchtest oder was war da die Idee?
36:55  Stefanie Jarantowski
Aus pragmatischen Gründen, also weil ich ähm wollte jetzt sozusagen, ich wollt's
36:59
ziemlich schnell veröffentlichen, nachdem ich sozusagen geschrieben habe, ich habe mit der Lektorin zusammen dann noch gearbeitet und dann es gab mehrere Iterationen vom Buch, also wirklich äh einige Versionen äh bis es dann diese Version, wann die erschienen ist und dann.
37:14
Und deshalb wollte ich jetzt wenig Zeit in die Verlagssuche gehen,
37:18
Ich hatte einen Verlag habe ich angeschrieben, da habe ich nichts gehört ähm dann mehr und dann dachte ich mir nee ähm ich veröffentliche das selber
37:26
Und jetzt gibt's natürlich auch äh so was wie Print on Demand ähm also Self Publishing Möglichkeiten. Aber da ich das,
37:34
wirklich Vorstellungen hatte äh wie ich das Buch gestalten wollte und diese Extrawünsche, du kennst ja das Buch, es hat äh es hat einerseits Klappen,
37:44
dann ist Vorder und Rückseite der Klappen bedruckt es hat ein Bildteil in der Mitte,
37:51
ähm dann ist natürlich so eine Sache, die dass du wirklich das Papier auswählst und.
37:57
Die dicke auswählst, die Farbe des Papiers auswählt, sone Möglichkeiten hast du natürlich dann nicht.
38:03  Nicola Wessinghage
Beim Self Publishing.
38:04  Stefanie Jarantowski
Beim self publishing und deshalb dachte ich mir wirklich okay ähm ich mache mache das selber,
38:11
ähm deshalb wir haben das alles selber gemacht. Irgendwie liegt das so in der Natur, dass ich gerne die Sachen dann selber mache. Man fuchst sich natürlich dann, muss ich in vieles reinarbeiten.
38:20
Aber dadurch und dann auch mit der Druckerei eine passende Druckerei zu suchen. Wir hatten die erste Druckerei habe ich dann in Berlin aufgesucht.
38:27
Einfach gut ist, wenn du vor Ort sein kannst und dir wirklich Dinge anfassen kannst,
38:32
Ja und dann auswählen kannst. Ähm wenn dann alles soweit steht jetzt die zweite Auflage, hatte ich dann auch äh habe ich eine andere Druckerei gesucht.
38:42
Einfach weil die erste das Papier nicht mehr hatte und so und dann ist die Entfernung auch kein Problem gewesen.
38:47  Nicola Wessinghage
Ja klar, wenn man einmal.
38:48  Stefanie Jarantowski
Aber wie gesagt, durch durch diese Extrawünsche und dass eben einfach jetzt machen zu wollen, habe ich ähm.
38:57
Eigene Firma dafür gegründet.
38:59  Nicola Wessinghage
Mhm. Und ähm
39:02
Wie geht das jetzt weiter? Also ist das Pilgern für dich? Ich frage mich immer, kann man eigentlich mehrmals pilgern? Weil das ist ja schon bei dir jetzt eine ganz extreme oder nicht regelmäßig wiederkehrende Situation gewesen, dass du sagst, ich stehe jetzt an so einem Scheideweg und ich muss das jetzt machen
39:18
ähm du hast ja schon gesagt oder ich weiß gar nicht, ob du's gesagt hast oder ob ich's gelesen habe, dass du nochmal oder hast ja auch mit den Freunden, ihr habt euch getroffen und habt auch dann seid zusammen weiter gewandert.
39:28
Würdest du das jetzt auch als Pilgern bezeichnen? Also wenn wenn du jetzt,
39:32
andere Wege gehst, neue Wege, vielleicht Schweden hattest du, glaube ich, irgendwo geschrieben
39:38
Wäre das für dich immer wieder pilgern oder ist es dann einfach so, dass man sagt, gut, ich wandere jetzt, weil so in so einer Situation wie damals steckst du ja jetzt erst mal, ähm zumindest so krass nicht mehr drin.
39:51  Stefanie Jarantowski
Ganz genau und deshalb werden wir uns jetzt, was ich jetzt gesagt habe, wie wenn wir uns auch mit unseren Pilgerfreunden über einen Wochenende treffen,
39:59
je nachdem bei jedem quasi mal zu Hause dann ist es für mich persönlich Wandern. Ja wir haben dann sozusagen wir haben wieder Treffen, wir wandern dann meist einen Tag.
40:10
Bei einer Freitag Anreise, Sonntag Abreise, Samstag ist dann eine lange Wanderung und ähm das ist für mich Wandern. Ja und ähm pilgern,
40:20
für mich wär's immer so ein Pilgerweg jetzt ähm also für mich ist einfach Wandern und gehen ein ganz wichtiger Teil im Leben aber jetzt so einen Weg zu machen wie mit den 650 Kilometern ähm,
40:34
Finde ich ähm also für mich wär's immer wieder ein Weg, wenn ich wieder an einem Punkt bin im Leben wo ich.
40:43
Mich irgendwie sammeln muss oder.
40:46
Wo vielleicht ein einschneidendes Erlebnis. Für mich wär's immer wieder ein Rettungsanker. Hoffentlich, so dass ich dann gesund bin und so gehen kann, ja?
40:54  Nicola Wessinghage
Ist eine,
40:55
schöne Perspektive eigentlich, ne, dass man weiß, ähm wenn so was ansteht, dann habe ich eine Möglichkeit, auch da gut und produktiv mit umzugehen, weil weil das offensichtlich funktioniert hat einmal ähm in dieser Situation.
41:10  Stefanie Jarantowski
Ja, also für mich wäre das wirklich so, wenn ich wenn ich äh eine Situation, ich könnte mir sehr gut vorstellen, wenn ich eine Situation habe, ähm wo ich eben wieder nicht mehr klar komme,
41:21
irgendeinem Grund, das könnte vielleicht ein Trauerfall sein oder ähm irgendein anderer Umbruch, dann wäre das für mich ein Rettungsanker ähm zu gehen, was es ja eh ist,
41:32
dann wirklich ganz raus zu sein aus dem und da ähm auch eben einen Pilgerweg zu gehen. Ich finde auch dieses Wissen.
41:41
Da eben schon viele andere vor mir den Weg gelaufen sind. Äh und du triffst ja auch andere. Jeder hat ja sein Päckchen zu tragen.
41:48
Du triffst, man tauscht sich ja auch aus und man spricht auch immer gleich irgendwie die die Gespräche werden immer gleich existenzieller, ja. Also die sind irgendwie gleich, immer die sind nicht übers Wetter,
41:59
die sind leicht tiefgründiger.
42:01  Nicola Wessinghage
Ja, das ist interessant. Das habe ich äh weil ich glaube, das sagten die beiden Wissenschaftler auch, dass ähm.
42:06  Stefanie Jarantowski
Und vielleicht macht es auch, weil man man trifft Fremde und trotzdem ist man sich nahe, weil weil man diesen gleichen Weg geht und man weiß,
42:16
irgendwie du äh du gehst denen aus einem bestimmten Grund, ja, du hast dein Päckchen zu tragen und ich habe mein Päckchen,
42:21
und dann ähm hat man erzählt man sich auf einmal Dinge die man zu Hause nicht einfach auch nicht jetzt vielleicht auch mal guten Freundin nicht mal vielleicht erzählen würde.
42:33  Nicola Wessinghage
Also es ist 'n.
42:34  Stefanie Jarantowski
Gleich am ersten Abend, ja?
42:37  Nicola Wessinghage
Ist ein besonderer Rahmen und ist vielleicht auch durch dieses Bewusstsein, dass es ein Pilgerweg überhaupt ist, auch schon mal ganz anders aufgeladen, als wenn ich jetzt sage,
42:45
gehe die ähm schönen Wanderroute vom ähm weiß ich nicht vom Tourismusverband mit verschiedenen Etappen ganz anders quasi auch schon deklariert. Also das ist ja.
42:56  Stefanie Jarantowski
Ich glaube ja.
42:57  Nicola Wessinghage
Ich mich für so einen Pilgerweg entscheide und sage, ich mache das jetzt, dann ist schon klar, dass da auch irgendwas dahinter steckt.
43:03  Stefanie Jarantowski
Ich ich glaube ja, dass es vor allem auch äh Menschen sind. Ich würde's immer so sagen, äh,
43:09
Sind auf der Suche. Ich war ja auch auf der Suche. Ne, ich finde dieses ähm jetzt jetzt bin ich Christ,
43:15
für mich hatte aber der Weg auch sozusagen für mich ist es halt immer dieses Thema auch die Spiritualität, die Frage halt und die Frage,
43:24
wohin will ich jetzt? Ähm was
43:26
was ist mein Auftrag äh äh was will ich jetzt vielleicht noch in dieses Leben bringen? Ähm und ich finde, das sind so einen grundlegenden Fragen und damit habe ich mich auf die Suche begeben und ich glaube schon, dass alle, die ich getroffen habe,
43:40
waren auf der Suche und die sind jetzt nicht einfach nur.
43:45
Bin jetzt 'ne tolle, geile Wanderung machen und will jetzt hier den Aussichtspunkt ne? Weil dann würde ich glaub ich auch dann suchst du dir schönere Wege. Weil so ein Pilgerweg wie gesagt,
43:55
der geht halt auch manchmal auf Asphalt, dann läufst du dem dem Verkehr entgegen.
44:00
Jetzt muss man wirklich sagen, Norwegen, die Norweger, die fahren alle, die machen große Abstände. Ähm grüßen alle freundlich und machen riesen Abstand ähm fahren große.
44:12
Umweg sozusagen um einen, ja, also da muss man sich überhaupt gar keine, da kann man sich eigentlich immer sicher fühlen. Aber ich meine Nummer, ne, bei einer schönen Wanderung wähle ich mir jetzt nicht auf äh auf Asphalt äh den Gegenverkehr entgegenzulaufen.
44:26  Nicola Wessinghage
Okay.
44:27  Stefanie Jarantowski
Ne? Also deshalb und der Pilgerweg ist halt einfach, weil er halt diesen alten Weg folgt und dadurch ist es nicht immer die schönste Route.
44:34  Nicola Wessinghage
Mhm. Was sich ja auch geändert hat, du hast eben erzählt, äh du bist dann nach Berlin zurückgekommen und heute lebt ihr in Stralsund. Ist das auch Ergebnis des Pilgerwegs gewesen oder kam das erst später?
44:46  Stefanie Jarantowski
Ist auch Ergebnis des Pilgerwegs gewesen. Also die Sache ist natürlich, wenn man auch hier, weil für mich war wirklich der der Urlaubsweg war für mich wirklich der ähm.
44:56
Weg für meinen Neuanfang und so Neuanfang. Viele denken ja immer so, das passiert von heute auf morgen dann. Ist alles anders.
45:05
Aus meiner Sicht ist das Ganze ein Prozess und eben auch in dem Prozess, dass ich zwar schon weiß, dass ich hier jetzt nicht mehr leben möchte, aber dann kann ich ja auch nicht gleich alles.
45:13
Umwerfen, ja? Oder hab gleich vielleicht 'ne Lösung wo ich leben möchte und so die aber die die Sehnsucht sozusagen, dass ich irgendwo am Meer leben möchte,
45:23
mehr ähm in der Natur und ich habe mich halt hier oben an der Ostseeküste schon immer sehr wohl gefühlt,
45:29
ich liebe die Insel Hiddensee und äh fand auch Rügen habe ich erst später kennengelernt, sehr sehr schön und Stralsund war für uns dann so ein Punkt, wir kannten das,
45:39
als als Stadt, weil wir nach äh weil wir immer über Stralsund nach hinten sehen, mit der mit der mit.
45:44  Nicola Wessinghage
Mhm, da geht die Fähre los, ne? Ja.
45:46  Stefanie Jarantowski
Geht die Fähre los.
45:48
Und äh wir haben kein Auto, deshalb ist sozusagen Stralsund ähm hat auch eine ICE-Verbindung. Äh ist gut mit Bezug sozusagen verbunden. Man hat noch eine bestimmte Infrastruktur, aber es ist trotzdem eine schöne, kleine Stadt.
46:02
Und es ist auch eine sehr schöne Stadt und deshalb, also es war jetzt nicht der Schritt, sozusagen komplett aufs Land. Ja, äh sondern erstmal so der der nächste Step.
46:11
Für uns und da fanden wir jetzt Stralsund Ideal und wir fühlen uns wirklich super wohl, du bist halt gleich direkt in der Natur und hast aber trotzdem hier halt äh ich sage jetzt mal den Diesel gleich vor der Tür.
46:26  Nicola Wessinghage
Okay.
46:27
Ja, hat sich ja einiges verändert auf jeden Fall. Wenn du jetzt zurückblickst auf dein Ich, ähm vor dem quasi Olafsweg und nachher
46:38
Schon gesagt, was sich verändert hat? Kannst du das nochmal so auch für dich als Persönlichkeit zusammenfassen? Also du hast jetzt sozusagen eine Aufgabe. Du schreibst auch weiter so, wenn ich das sehe ähm auf
46:48
aber hat sich was was hat sich verändert ähm in dir drin?
46:54  Stefanie Jarantowski
Also es hat sich vor allem äh verändert, dass ich ein großes Vertrauen habe, äh Ängste sind äh konnte ich damit hinter mir lassen.
47:04
Diese Angst sozusagen auch das Thema immer quasi ich sag jetzt mal Perfektionismus ist ja immer auch dieses alles total durchplanen müssen dass bloß keine Unsicherheit herrscht, dass ich genau weiß wie mein Morgen aussieht.
47:16
Ich vorher hatte und wo ich jetzt sozusagen.
47:20
Mit einer neuen Kraft immer weiterhin noch ins Unbekannte gehen. Ich habe eine ich habe eine große Gelassenheit, Gelassenheit auch dahingehend,
47:29
dass also jetzt zum Beispiel wirklich was das Wetter angeht. Ja also wenn mir halt was äh was passiert äh ich reagiere ruhiger,
47:37
rauf. Ähm ich bin auf jeden Fall gelassener und habe ein viel größeres Vertrauen.
47:44  Nicola Wessinghage
Na, das ist eine schöne schöne ähm schöne Konsequenz quasi aus diesem Weg und wenn du zurückblickst, würdest du heute.
47:54
Nochmal was anders machen, also was jetzt diese Pilgerreise betrifft, die Planung, die Organisation, die Auswahl.
48:01
Würdest du's genau noch mal so machen?
48:04  Stefanie Jarantowski
Ich würde auf jeden Fall mir den Rucksack genauso packen wie er dann ist. Also bei mir war er eben zehn Kilogramm.
48:12
Je nachdem manchmal noch mehr, wenn dann noch ein noch eine wassergeführte Wasserflasche dazu war äh oder noch ein bisschen mehr an Lebensmitteln dabei waren und würde wirklich ähm,
48:23
Tageswanderung machen und ich wurde also ich würde mehr trainieren, ja? Mit mit echt echt mit dem Rucksack,
48:31
und würde auch so dieses Steigern machen, also,
48:34
mir dann auch erfahrene Pilger und Wanderer gesagt haben ist halt, dass man wirklich langsam das steigert, dass man den ersten Tag halt nur zehn Kilometer läuft und wir sind natürlich gleich, ich sage jetzt mal auf dem Urlaubsweg, den ersten Tag waren's zwanzig Kilometer, den nächsten Tag
48:48
glaube den nächsten Tag, der ging noch der Wahl auch um die zwanzig, aber den den dritten Tag sind wir gleich dreißig Kilometer gelaufen.
48:56  Nicola Wessinghage
Zehn Kilo aufm Rücken. Also Wahnsinn.
48:59  Stefanie Jarantowski
Und äh ähm und das ist dann ja auch mein Mann ein bisschen mit äh blasentechnisch zum Verhängnis geworden. Also ich würde wirklich vorher das langsam steigern und unbedingt mit dem Rucksack laufen.
49:12  Nicola Wessinghage
Um ein paar Muskeln auszubilden. Also ich habe das, als ich meine Kinder ähm in diesem Tragesäcken, die man so vom Bauch hatte, gemerkt, das war super, weil die ja so nach und nach dann wachsen und irgendwann habe ich nämlich mal meinem Vater gesagt, nimm du ihn doch mal und er sagte,
49:26
Paket trägst du da die ganze Zeit vor dich hin, weil der das natürlich überhaupt nicht, der ist auch sehr sportlich, aber ähm trotzdem ist das glaube ich etwas, wo man tatsächlich ja
49:36
sich sehr gut dran gewöhnen kann, wenn man das vorher trainiert hat. Also das wäre etwas, was du anders machen würdest und ansonsten aber alles gleich oder.
49:43  Stefanie Jarantowski
Unbedingt, aber ansonsten würde ich alles gleich machen. Ansonsten denke ich mir auch ganz ehrlich, dass es halt immer auch ein
49:48
Gar nicht so schlecht ist, weil wenn man nicht weil man nicht alles weiß, was auf einen zukommen wird oder äh weißt du, weil wenn man's nicht weiß, nehmen wir an, dann würde ich vielleicht äh hätte ich den Weg vielleicht nicht gemacht,
50:00
Also einerseits, weißt du, ich denke mir auch, vielleicht ist es auch gut, dass ich nicht äh vorher mit dem Rucksack gelaufen bin. Vielleicht hätte ich's dann nicht gemacht.
50:09  Nicola Wessinghage
Ja wenn du einmal die Schmerzen abends gehabt hättest und das dann noch hoch addiert hättest auf dreißig Kilometer, hättest du gesagt, das schaffe ich gar nicht. Ja.
50:16  Stefanie Jarantowski
Also von der Warte her muss ich jetzt vielleicht mich selber revidieren. Also für mich persönlich vielleicht war's einfach wirklich gut so wie es war, weil ähm.
50:25
Deshalb bin ich den Weg gegangen und ähm,
50:28
Und das Gute ist ja auch äh und so hatte ich mir das ja eigentlich auch äh gedacht. Man wird ja auch auf dem Weg kräftiger. Was du jetzt gerade meintest, ne, wie du sozusagen deine Kinder getragen hast, ist ja dann auch wirklich,
50:40
Wir sind schon viel muskulöser angekommen.
50:43  Nicola Wessinghage
Das glaube ich sofort.
50:43  Stefanie Jarantowski
Also ähm ja das ist ja auch das Gute.
50:48  Nicola Wessinghage
Ja ähm und wenn jetzt äh viele Lust bekommen haben, das auch immer auszuprobieren, hättest du noch irgendwelche Tipps, die du neben vorher vielleicht doch mal trainieren ähm denjenigen noch mitgeben möchtest.
51:02  Stefanie Jarantowski
Also wer sich für den Urlaubsweg interessiert, ähm generell würde ich sagen unbedingt den äh ein Pilgercenter zu kontaktieren. Also das ähm das die Zentrale ist halt direkt äh in Oslo,
51:16
können auch Deutsch sprechen, also ich meine sowieso alle Norweger sprechen englisch, ne? Also mit Englisch ist wirklich super, da die sprechen alles perfektes Englisch aber auch in der ähm dort im Pilgercenter äh haben wir auch,
51:27
eben Deutsch ähm ähm da können die auch Deutsch sprechen und bei da kriegt man einfach wirklich immer die aktuellsten Informationen über den Weg,
51:35
Veränderungen gab, gerade was Unterkünfte angeht, weil da verändert sich auch viel. In meinem Buch hat man natürlich jetzt die Unterkünfte, die wir hatten, aber es sind zum Beispiel auf den auf den Höfen,
51:46
quasi früher landwirtschaftliche Höfe, wo eben umgebaut worden ist für Pilger. Das sind oft wirklich ältere Ehepaare.
51:54
Die das jetzt nicht mehr machen,
51:56
ähm oder dann nicht mehr machen können und also da verändert sich einfach viel. Deshalb würde ich auf jeden Fall raten, kontaktiert das Pilgercenter in Oslo und euch um euch wirklich aktuell zu informieren, was da ist.
52:09
Und wer einfach mehr noch nähere Einblicke haben will, wie genau die Route aussieht. Ähm
52:15
zum Beispiel auch meine Packliste war, da kann ich auch wirklich sagen, geht auf meine Webseite dazu. Wir haben eine Webseite gemacht, WWW Olafs Leben Punkt DE und da habe ich sowohl ähm meine Packliste ist da da drin,
52:27
eben auch die Etappen, die wir gelaufen sind, von wo nach wo, da findet ihr auch eine Karte,
52:33
dem Weg Oslo bist und da kann man sich schon einige, da haben wir auch wirklich einige Tipps, auch was Unterkünfte kosten mit äh was man da rechnen muss. Norwegen ist halt einfach teurer als Deutschland, das muss man einfach dazu sagen.
52:46
Günstigste Variante ist zu zelten,
52:49
Ja, das ist die günstigste Variante und sonst sind wirklich schwanken halt die Preise. Ähm bei den Unterkünften, aber generell auch die Lebensmittel sind teurer. Deshalb würde ich auch raten und das findet ihr auch auf der Webseite, dass man sich auch.
53:02
An Lebensmitteln mitnimmt? Ich fand, ich meine, wir hatten wir hatten ja schon was dabei, ja? Also gerade auch, weil die Auswahl so an grade so äh,
53:11
Nudelsuppen oder so Fertig äh Sachen ist relativ ich fand die nicht so groß in norwegischen Supermärkten und äh was ich ein super Tipp fand, darauf bin sind wir erst später gekommen.
53:21
Haben wir erst später bekommen, ist Kartoffelbrei. Also sozusagen wirklich ähm.
53:28
Den man äh den man dann nur mit Wasser aufgießt, dass man dann äh quasi nur sich das Pulver mitnimmt,
53:33
äh weil das äh sehr wenig Volumen hat und dann aber sehr mächtig und satt machen kann.
53:39  Nicola Wessinghage
Kulinarisch ist äh ist das nicht das hoche Ereignis, aber ich glaube, das ist klar, wenn man sein äh quasi seine Nahrung immer mit sich trägt und wahrscheinlich war das dann auch eine der Sachen, auf die du dich selber wieder gefreut hast, als du wieder zu Hause warst, nehme ich an.
53:54  Stefanie Jarantowski
Unbedingt, also deshalb, das ist so dieses und dann hat man sich auch schon zum Ende drüber gefreut, ah, was man jetzt kochen wird,
54:01
dann äh ja also das ist so ein bisschen wie nach dem Motto wenn man so eine Fastenwoche oder so macht wo man dann auch schon an tolles Essen denkt und sich so freut dann selber zu kochen und das war auch die größte Freude dann mit.
54:12
Wieder richtig schön zu kochen mit äh mit frischen Lebensmitteln und Obst und Gemüse zu haben, ja.
54:18  Nicola Wessinghage
Kann ich mir gut vorstellen. Ja super, vielen Dank Stefanie. Ähm
54:24
Eine Frage habe ich noch, bevor wir zum Schluss kommen. Wo geht's denn jetzt weiter? Also steht eine größere Reise, Pilgerfahrt. Jetzt haben wir grade
54:33
sind jetzt grade wieder so mitten in der vierten Welle, aber ich hoffe ja, dass man zumindest Pläne machen kann. Hast du welche? Habt ihr welche?
54:41  Stefanie Jarantowski
Ja, jetzt ähm was sozusagen, dieses Jahr ist ja bei uns wirklich alles in dem Sinne alles so auf Neustart und zu dem äh Neustart, also neue Stadt, äh.
54:51
Neues Umfeld, neue Bekanntschaften ähm ist auch jetzt gekommen, dass wir einen Hundewelpen haben. Äh du hast ihn ja schon kennen.
55:00  Nicola Wessinghage
Auf Instagram kann man ihn auch sehen und per Zoom stimmt per Zoom auch, ja.
55:04  Stefanie Jarantowski
Genau. Äh äh die kleine Zwergdackelhündin Teresa und jetzt ist wirklich unsere Frage, wie wir das mit ihr machen,
55:12
Also wir sind jetzt gerade am Austüfteln. Leider also wir haben selber mal was gefunden, dass jemand was selber für seinen Dackel gebastelt hat. Weil wir sind jetzt am Überlegen, weil der kann irgendwie, wenn er ausgewachsen ist, wohl zehn,
55:24
zehn Kilometer laufen. Also sprich wir brauchen irgendeine Vorrichtung äh ja entweder ich denke halt an sowas wie so ein Tragetasche wie sonst für
55:33
für Babys, aber da muss natürlich irgendwie das für den Dackel bequem sein und dass der auch gucken kann. Äh da sind wir jetzt ehrlich gesagt, das wird so die Aufgabe für nächstes Jahr, weil wir wollen,
55:44
Wollen weiter wandern und mal gucken eben auch längere Passagen. Das hängt jetzt so ein bisschen ab, was wir eben auch machen können. Ähm,
55:53
mit Theresa, mit der Hündin und wir sind aber irgendwie muss da was gehen ja? Also wir wollen sie auf jeden Fall mitnehmen und äh,
56:02
weiter zu Fuß unterwegs sein.
56:04  Nicola Wessinghage
Ja, sehr spannend. Dann mache ich irgendwann mal eine Podcast-Folge gehen mit Hund, wenn ihr da eine gute Lösung gefunden habt. Da können sicherlich noch andere von profitieren. Ja, Stefanie, gibt's noch irgendwas, was ich nicht gefragt habe oder warst du noch.
56:18  Stefanie Jarantowski
Na, weil du gerade sagst, gehn gehen mit Hund, fällt mir nur ein, weil Olafs Weg mit Hund ist halt nicht so ein,
56:25
ist deshalb nicht so einfach. Also wir haben wir haben mal äh drei Frauen getroffen, die waren mit dem Hund unterwegs,
56:32
größer als ein Zwergdackel aber der musste trotzdem da gibt's immer diese über die ganzen äh Weiden gibt's diese Zauntreppen,
56:40
Also du läufst ja, der Urlaubsweg geht über viele Schafweiden
56:44
Weiden mit Kühen rüber. Und da die sind natürlich eingezäunt und damit der Pilger über die Zäune kommt, gibt's meist so eine irgendwie ähm Bretterkonstruktion, dass man drüber kommt,
56:56
Und ähm die mussten jetzt den Hund immer tragen.
56:59
Immer rüber tragen und man sollte das, das klingt jetzt vielleicht einfach, aber man hat schon manchmal zu tun mit dem Rucksack,
57:06
ähm mit dem Gepäck und manchmal sind die auch nicht so toll und manchmal sehr hoch. Also und die, die eine Frau ist eben äh gestürzt mit dem Hund,
57:15
und dem Hund ist nix passiert, aber sie hat sich verletzt, für sie war dann die äh Reise.
57:20
Also das ist erst am äh relativ am Ende passiert, aber das haben wir auch nur erzählt bekommen, aber äh deshalb, das ist wirklich so die Schwierigkeit mit Hund, ja, diese Zauntreppen, weil Hunde können die nicht gehen. Dafür sind die, die sind zu hoch.
57:32  Nicola Wessinghage
Okay.
57:34  Stefanie Jarantowski
Aber ansonsten wenn auch noch Fragen sind im Nachgang äh ich sage jetzt mal so zum Urlaubsweg, auf der Webseite gibt's auch meinen Kontakt,
57:41
kann man mich sehr gerne kontaktieren oder eben auch über Instagram. Äh ich gebe auch gerne nochmal persönliche Tipps äh oder Fragen, die ich gerne beantworte.
57:49  Nicola Wessinghage
Ja super, das ist total nett und ich glaube, werden sich einige freuen, die das in Anspruch nehmen,
57:53
alles was Stefanie hier zitiert genannt hat, die Seite und so weiter findet ihr natürlich in den Shownotes, auch der Link dann zum Instagram-Account, wo ähm du ja auch viel teilst und wo man Theresa kennenlernen kann. Wenn man möchte,
58:06
und ähm wenn man ein bisschen runterscrollt auch noch schöne Bilder von eurer Wanderung sehen kann.
58:12
Stefanie, ich danke dir, dass du uns da nochmal mitgenommen hast auf eure Reise und so viele Einblicke gegeben hast in das Pilgern ist ja auch was sehr Persönliches, deshalb danke auch für deine Offenheit und ich finde es total spannend, was da bei dir passiert ist und was
58:26
quasi welche Umbrüche du da mitgemacht hast und bin auch gespannt, wie's weitergeht bei dir und
58:33
danke erstmal und ja, viel Spaß weiter beim Wandern mit Theresa und vor allen Dingen auch beim Schreiben.
58:39  Stefanie Jarantowski
Ja danke schön Nicola und es war mir wirklich eine Freude auch äh über das Interesse von dir, dass ich äh überhaupt darüber reden konnte und berichten konnte, weil vielleicht ist das ja auch für den ein oder anderen auch eine
58:50
eine Möglichkeit ähm auch wenn er vielleicht ähm ein Neuanfang vor sich hat.
58:55  Nicola Wessinghage
Genau, ein Neuanfang und es gibt dann auch die vier anderen Typen, da muss man noch mal zwei Folgen zurückspulen, dann wird man das hören, ob man vielleicht auch einen Pilgerma
59:02
ist. Ja auf jeden Fall und es hat sich wieder mal gezeigt, wie schön es ist, dass es soziale Medien gibt, da passiert nicht nur passieren nicht nur unschöne Dinge, von denen immer so viel die Rede ist, sondern wir haben uns darüber ja auch kennengelernt. Ich habe über dein Buch was gesehen und wir haben den Kontakt,
59:16
genommen.
59:17  Stefanie Jarantowski
Ganz genau und darüber wurde mir auch von einem Bekannten sozusagen von einer Bekannten über Instagram wurde mir überhaupt auch dein äh Podcast äh Lob des Gehens empfohlen, ja und die meinte halt, Mensch äh Lob des Gehens, sollte für dich interessant.
59:31
Die mir ja hört sich, hört sich, hört sich passend an.
59:34  Nicola Wessinghage
Ja, so soll das sein, das freut mich. Also mach's gut, schöne Zeit noch und vielen Dank.
59:40  Stefanie Jarantowski
Ja, du auch, mach's gut, tschüss.
59:43  Musik
59:50  Nicola Wessinghage
Beim Pilgern muss ich unter der Rubrik Experiment wohl doch weiter leider passen.
59:55
Ich finde alle Berichte sehr reizvoll, aber ich habe gerade zum Glück keine persönliche Krise, befinde mich nicht in einer Übergangssituation und auch für das bilanzieren meines Lebens erscheint es mir noch etwas früh,
1:00:06
aber ich find's durchaus faszinierend mir vorzustellen, dass das in einer besonderen Lebenssituation irgendwann mal eine Herausforderung sein kann und so eine längere Wanderung reizt mich insgesamt schon sehr. Mal sehen, was noch passiert.
1:00:19
Mit dieser Episode verabschiede ich mich schon aus dem Jahr, denn in den kommenden Wochen steht bei mir noch so viel an, dass ich mich erst im neuen Jahr wieder mit einer neuen Episode melden kann.
1:00:29
Ich habe immer noch einige Themen auf dem Zettel, muss aber auch bei einigen erst noch die passenden
1:00:34
Partnerinnen recherchieren und vielleicht werde ich auch im neuen Jahr etwas unregelmäßig erscheinen. Aber es wird weitergehen und ich habe immer noch große Lust auf neue Gespräche.
1:00:45
Ihr bis zur nächsten Folge noch mehr zum Gehen hören wollt, dann schaut mal bei Instagram, bei Lob des Gens in die Highlights. Dort habe ich eine ganze Sammlung von Podcasts und Episoden zusammengestellt, die alle mit dem Gehen zu tun haben.
1:00:58
Ihr findet Lob des Gens bei Instagram unter Lob Unterstrich Des Unterstrich Gens, ebenso bei Twitter und bei Facebook.
1:01:07
Ich freue mich auch weiterhin über euer Feedback und vielleicht habt ihr auch Vorschläge für weitere Themen, die euch interessieren. Dann meldet euch gerne. Einen Kontakt gibt es auf der Website unter WWW Punkt Loop minus Des Minus gehen's Punkt DE.
1:01:22
Ich danke euch allen, die hier zuhören und ich freue mich jedes Mal sehr über euer Feedback. Das ist eine tolle Bestätigung zu wissen, dass dieser Podcast auch von Menschen gehört wird
1:01:32
Ich wünsche euch schon jetzt ein gutes Jahresende. Es ist wieder alles etwas ungewiss, etwas frustrierend und wie sich die Lage in der Pandemie in den kommenden Wochen noch weiterentwickeln wird. Das wissen wir nicht.
1:01:44
Ich hoffe wirklich für uns alle, dass sich die Lage nicht noch weiter verschärft und vor allem hoffe ich, dass endlich noch mehr Menschen einsehen, das Impfen jetzt einfach angesagt ist.
1:01:55
Ich freue mich, wenn wir uns im kommenden Jahr wiederhören. Bis dahin bleibt gesund und lasst es.
1:01:59  Musik