Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 1800: L'Appartement 58 [transcript]


Wenn ich das Wort Salon höre, denke ich als erstes an den Salon de Paris, eine Kunstausstellung, die 1667 von König Ludwig dem XIV initiiert wurde.
Ich denke auch an Avantgarde und Boheme, an französische Maler und weltweite Sammler, an die Weltausstellung und an den Salon des Refusés, der Geburtsstunde der Moderne.

Doch ich nehme euch heute nicht mit in die Galerie des Louvres des 19. Jahrhunderts, sondern in den Münchner Kunst Salon L’Appartement 58. Hier tummeln sich Künstler, Sammler und Philosophen in Schwabinger Boheme.

Ich freue mich sehr, dass mich das Künstlerpaar Katharina Lehmann und Yasin Sarfraz eingeladen haben, um ihre ganz persönliche Gründerzeit-Atmosphäre zu spüren und mit euch zu teilen.

 


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 2022-01-14  1h23m
 
 
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Music.
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Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst.
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Immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartnerinnen,
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euch und mir die Welt der Kunst entschlüsseln, reise ich quer durch Deutschland. Wenn du die Reisen von die Leichtigkeit der Kunst unterstützen möchtest, dann freue ich mich sehr über deine Kulturpartnerschaft.
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Geht auch ganz einfach. Mit einer goldenen, silbernen oder bronzenen Mitgliedschaft über Steady HQ Punkt com Slash die Leichtigkeit der.
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Oder via PayPal Punkt me Slash Leichtigkeit der Kon.
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Bedanken, möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen Hörenden, die bereits die ein oder andere Reise unterstützt haben.
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PF, ihr möchtet mehr über die Leichtigkeit der Kunst erfahren und mal einen Blick hinter die Kulisse werfen,
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dann habe ich einen Tipp. Tragt euch in den Newsletter bei Steady HQ Punkt com Slash die Leichtigkeit der Kunst ein.
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Einmal im Monat überrasche ich euch mit ein paar Hintergrundinformationen.
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Und nun wünsche ich euch viel Freude beim Hören der folgenden Episo.
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Music.
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Wenn ich das Wort salon höre, denke ich als erstes an den Salon de Paris, eine Kunstausstellung, die 1667 von König Ludwig, dem 14ten initiiert wurde.
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Denke auch an avon Garde und Boheme, an französische Maler und weltweite Sammler. An die Weltausstellung und an den Salon, die jetzt wird's witzig, Rehhyse. Der Geburtsstunde der Moderne.
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Doch ich nehme euch heute nicht mit in die Galerie des Louvre des 19. Jahrhunderts sondern in das La Padmon Weed. Vielleicht auch achtundfünfzig,
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im heutigen München. Hier tummeln sich Künstler, Sammler und Philosophen in Schwabinger Boheme.
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Ich freue mich sehr, dass mich das Künstlerpaar Katharina Lehmann und Yasin Safraß eingeladen haben, um ihre ganz persönliche Gründerzeitatmosphäre zu spüren.
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Liebe Katharina, liebe Yazin, ganz lieben Dank für eure Gastfreundschaft. Bitte stellt euch doch einmal vor
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und ich würde sagen, Ladies first. Herzlich willkommen Claudia und vielen Dank, dass du heute dir Zeit genommen hast. Mein Name ist Katharina Lehmann
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Ich bin bildende Künstlerin und eben Salongründerin.
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Und ich beschäftige mich tatsächlich äh mit einer ganz besonderen Technik, in meiner Kunst. Ich weiß nicht, ob ich jetzt schon davon ein bisschen mehr erzählen soll oder später. Wir können natürlich die Vorstellung erst mal
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abschließen und dann in die Tiefe reingehen. Gerne, gerne. Sag mir doch mal, wie du zur Kunst gekommen bist. Ich würde sagen.
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Das war bei mir tatsächlich eine ganz natürliche Entwicklung.
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In dem ich schon als Kind ähm mich sehr viel künstlerisch beschäftigt habe. Also was heißt künstlerisch? Ich habe als kleines Mädchen schon sehr viel gezeichnet und gemalt.
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Und das hat sich ähm ja durch mein ganzes Leben sich einfach fortgefüllt, auch in der Schule zum Beispiel war ich diejenige, die immer bei gewissen Mitbewerben mitmachen.
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Sollte und gefragt wurde von den Lehrern, äh weil ich so toll zeichnen konnte.
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Und genau, das hat sich tatsächlich dann weiterentwickelt. Ich habe Werbung, Kommunikationsdesign studiert hier in München.
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Oh erstmal eine ganz andere Richtung das stimmt. Obwohl ich äh schon da sehr viele Paillen sehe, weil ich habe noch die klassische Ausbildung.
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Wo wir auch äh Techniken gelernt haben, also nicht sofort digital gearbeitet haben, sondern
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Also alles äh Mögliche tatsächlich äh auf eine klassische Art und Weise gelernt zu zeichnen, zu malen äh Fotografie auch und so weiter und,
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Ich habe äh mit 21 meine erste Ausstellung gehabt
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Das war aber eine Fotoausstellung, eine digitale Fotoausstellung, wo ich äh Frauen äh fotografiert habe, junge Frauen, sie in einer,
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Ja, so eine Art Jugendeinrichtung war das, äh die auch oft familiäre Probleme hatten und so weiter und ich habe sie versucht,
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so toll wie möglich darzustellen meine Fotos.
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Ausstellung lief toll, aber nach der Ausstellung habe ich verstanden, dass es doch nicht das, was ich möchte, also nicht äh Fotografie war für mich.
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Nicht haptisch genug, auch nicht händisch genug? Ja, genau, also das war einfach ja zu wenig für mich. Das war zu flach, sage ich jetzt mal.
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Und so fing ich zu zeichnen, zu malen, also noch intensiver. Mich nicht mit der Grafik zu beschäftigen, sondern mit der Malerei.
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Und ja, aber dann die klassische Malerei war mir dann wieder zu wenig oder zu eingeschränkt.
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Und wenn ich jetzt weitererzähle, dann so bin ich auch zu meiner Technik gekommen, wo ich praktisch das Ganze auf Stunde null gesetzt habe.
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Alle Malmittel entsorgt habe. Richtig in den Müll geworfen? Ja. Nichts. In meiner Umgebung gab dann äh keine Pinsel und äh gar nichts außer schwarz. Weiß und.
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Ja, die Leinwand hatte ich, genau,
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Faden. Dann spannen wir die Hörenden, ihr werdet mich jetzt verfluchen, doch noch ein bisschen auf die Folter und machen erst mal mit dir weiter, lieber Yasin, erzähl mir doch was von dir.
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Hallo. Ja, mein Name ist Yasin Safras. Ich bin fünfundvierzig oder auch nein. Ja, wirklich. Sechsundvierzig, glaube ich.
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Ach ja, stimmt. Ähm okay sehr stressig. Zwischen vierundzwanzig und einunddreißig. Wir nähern uns. Richtig, richtig, aber das ist schon eine sehr stressige ich habe gedacht, du bist zehn Jahre jünger als ich,
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Ja, man tut, was man kann. Und sich jung zu halten und die Kunst, ja? Mhm. Also die Kunst ähm.
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Erfrischt mich und hält mich wirklich über diese.
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Über den Hauch der Kultur ähm ja am Leben und ähm das macht Spaß ja. Genau äh ich sage dir ja.
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Gründer, wir haben den Salon,
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sind mittlerweile vier Jahre mhm. Stimmt's Katharina? Hm ja und du hast von Avang Garded gesprochen.
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Von der Boheme die Jahrhundertwende. Das ist tatsächlich.
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Auch der Background, also wir waren inspiriert von Salons in in Wien. Da wird das ja viel stärker gelebt.
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Als in München, also in München wird das so gut wie gar nicht gelebt haben, wie den Eindruck, deshalb wollten wir's dann auch in ins Leben rufen. Also tatsächlich klassische Salons.
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Ein Zusammentreffen Salons angelehnt ganz genau. Die Avantgarde kam ja rüber geschwappt über ganz Europa auch nach München.
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Schwabing,
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Nicht groß erzählen. Ach doch, vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der gar nicht so genau weiß, was ein Salon ist und die holen wir doch einfach mal ab. Ja, ich würde sagen.
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Das ist ein Treffen eine Zusammenkunft, ein Zusammenführen von Kulturbegeisterten würde ich sagen.
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Dazu gehören ja, ich würde sagen, Kunstinteressierte.
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Vielleicht zu Kunstliebhabern werden möchten tatsächlich oder zu jungen Sammlern, Sammler, Musiker.
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Philosophen klingt jetzt so so hochgestochen, aber ähm wir haben ja auch viele Gäste aus Redaktionen und Schreiber,
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Das ist ja tatsächlich eine Institution geworden, denn wir bespielen ja das ganze Jahr über unsere eigene Wohnung,
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Das ähm muss man erstmal mit dem Privatleben vereinbaren können, aber geräumt. Immer aufgeräumt, so wie heute auch.
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Wahnsinnig aufgeräumt, ja. Gut, wir haben ja nicht alle Räume gezeigt, äh das Lager, wo alles reinkommt, aber im Grunde genommen ist es so, wir stellen hier oder wir präsentieren,
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zeitgenössische Projekte, das können Bilder sein, das können Installationen sein und das äh mit musikalischer Begleitung und wenn man verbunden mit einer Auftaktveranstaltung, mit,
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Gästen und im Nachgang fasten wir in der Regel nach bei denen, die nicht kommen konnten oder die, die.
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Mehr Adresse gezeigt haben oder noch mehr wissen wollen oder tatsächlich in einem.
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Sich alles nochmal angucken können und das geht dann so zwei bis drei Monate nach der Auftaktveranstaltung stehen wir dann eben den Gästen noch zur Verfügung und.
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Das macht auch sehr Spaß in dem engeren Rahmen dann ein Pärchen einzuladen, Antipasti zu genießen, ein Weinchen und dann nochmal sehr individuell durch die Ausstellung zu führen. Also durch.
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Sag mal, Fremdkunst, also sowohl von etablierten Künstlern als auch von Jungkünstlern, die wir fördern und.
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Hier auch ausstellen, aber auch unsere eigene Kunst und das ist, glaube ich, das Besondere, ja. Wir sind ja beide freischaffende Künstler.
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Haben natürlich auch die Möglichkeit uns hier selbst zu präsentieren und das machen wir dann so einmal im Jahr.
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Entweder zusammen oder wir nehmen noch eine dritte Künstlerin. Genau oder Künstler dazu. Mit rein und,
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Also maximal drei Künstler schaffen wir in einer Ausgabe und das dann zwei bis drei Monate und dann kommt es zum zum nächsten Projekt.
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Ihr habt mich ja schon ein bisschen durch die was sage ich denn jetzt, durch euren Privatsalon geführt?
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Ja durch den 58 durch unsere Wohnung also letztendlich. Das sind unsere Privaträume. Durch euren Lebensinhalt. Ja genau.
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Ja. Ja privat sollte ja eigentlich das Schlafzimmer sein, aber das bespielen wir ja auch. Ein bisschen lustiger. Also wir zeigen.
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Oder machen wir's mal an einem Bild fest, ja, an einem schönen, gerahmten Werk,
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Wir können hier Bilder, Werke, Exponate zeigen, wie sie hängen sollten oder wo sie eigentlich hingehören sollten. Also ich sage mal,
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Kunst sollte in schönen Wohnräumen leben und hier zeigen wir das.
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Kunst eben auch zu Hause wirken kann. Das ist das Schöne. Das finde ich einen ganz, ganz wichtigen Ansatz. Wie oft.
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Nicht unbedingt ich, aber bekomme ich mit, dass Experten gefragt werden. Ich finde, das Werk
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so unfassbar schön. Ich habe aber kein Gefühl dafür, ob es in meine Räumlichkeiten passt, ob Proportionen passen, ob es mit den Farben, die ich zu Hause habe, vielleicht einhergeht. Klar, eine Galerie hat eine ganz andere Atmosphäre als
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das eigene Heim und wie schön, dass,
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Man hier das Werk schon gelebt sieht oder als Familienmitglied integriert. Wie seid ihr denn vom Zauber der des Salons.
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Ich jetzt sage infiziert werde, ist ein bisschen schräg, ne zu Corona-Zeiten, aber an angesteckt hm,
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begeistert worden. Mhm ja das war tatsächlich wir saßen hier an einem Abend bei uns zu Hause ja und äh haben unsere Wände angeschaut.
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Es hing schon Kunst aus der Sammlung und sah alles toll aus.
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Nur dachten wir tatsächlich unsere Intention war auch unsere Kunstwerke dann zu präsentieren oder zu zeigen in unseren Privaträumen und dazu Menschen einzuladen damit es auch heimlicher,
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Wirkt, also privater, individueller und in einer Galerie habe ich als Künstlerin zum Beispiel sehr wenig Zeit.
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Mit einzelnen Leuten zu sprechen, hier nehme ich mir sehr viel Zeit in meinen Privatraum und versuche.
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Ja mit einfach mit Leuten tatsächlich mich zu unterhalten, länger zu unterhalten und,
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In diesen Gedanken kamen wir zusammen. Also wir hatten die gleiche Idee.
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Den gleichen Gedanken. Wir wollten nicht hier alles verschwinden lassen in der Wohnung und praktisch unsichtbar. Das ist unsichtbar bleibt, sondern wir wollten es nach außen tragen und zeigen, also auch in München gibt es wahnsinnig viele tolle Sammlungen.
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Die kaum gesehen werden, ja? Beziehungsweise es gibt ganz tolle Wohnungen und Träume, die nicht genutzt werden, also was heißt nicht genutzt?
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Viele haben die Möglichkeit äh den Künstlern vielleicht die Räume anzubieten oder zu sagen, ja
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Du kannst bei mir in der Wohnung ausstellen, aber das machen sehr wenige und das war auch unsere Intention.
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Das tatsächlich ja aufzugreifen und auch sich tiefer mit den Menschen zu unterhalten, weil es geht ja auch sehr viel um Vernetzung und um Unterhaltung,
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alle möglichen Themen, ja, besprechen wir hier. Das ist der Wahnsinn. Es geht um Kunst und Musik und Politik um. Es kann um ja alles Mögliche gehen.
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Und natürlich wo meine Inspiration auch zum Teil kam äh von einem Sammlerpaar, die meine Kunstwerke sammeln.
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Sie haben oder machen beziehungsweise immer noch Hauskonzerte sehr regelmäßig und das hat mich auch extrem inspiriert. Das fand ich einfach immer toll,
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die Atmosphäre bei denen diese sehr persönliche ja. Also ihr seid ein Ort des Zusammentreffens für.
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Kunst und Kultur interessierte.
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Für Genussinteressierte. Ich hörte gerade leckere Pasta und äh ein schöner Wein dabei oder Antipasti sagtest du. Ja, das ist das ist immer ein Bestandteil und da haben wir uns oder geben uns bei den Auftaktveranstaltungen sehr viel Mühe,
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Mit dem Catering, das ist man hat halt teilweise selbst, ja
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Also wir holen die Zutaten vom Markt, lassen die uns da zum Teil zusammenstellen in so schönen Weckgläsern und das Traurige an der Sache ist eigentlich, dass wir,
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selbst davon meistens nichts haben. Also es ist schon mal passiert, dass ähm.
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Dass ich wirklich Appetit hatte nach den ganzen vielen tollen Gesprächen und dann war nichts mehr da, außer ja Wein. Ach das passt auch. Aber das
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das geht auch, ja. Ähm es ist eine Begegnungsstätte hier, wirklich ähm äh das wollte ich vielleicht noch mal unterstreichen und,
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Wenn ich darf den Faden aufgreifen kann, wie wir aus meiner Sicht, wie diese Idee initiierten, dass.
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Ich ziehe das vielleicht von von einer anderen Richtung auf. Wir beide haben uns ja in der Ateliersgemeinschaft kennengelernt, ja.
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Recht groß. Ich wollte nämlich fragen, ihr seid ja auch wahrscheinlich ein ein Liebespaar und
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Ganz verliebt an. Einen Künstler? Ein Künstlerpaar der Liebe? Ja genau. Und wir haben uns tatsächlich in der Ateliersgemeinschaft kennengelernt, ja? Also bei München,
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leider abgerissen worden.
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Und das führte dazu, dass wir nach alternativen Plätzen auch suchen mussten. Aber, was ich sagen will, ist, wir kennen den Kunstbetrieb ja. Wir kennen die Diskussionen mit Galerien und Galeristen. Wir wissen, wie es ist
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auf Messen auszustellen. So das war ja auch eine Triebfeder oder die Erfahrungen haben uns auch.
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Und uns dazu inspiriert, wenn nicht sogar das ein Leidensdruck entstand, dass wir sagten, wir wollen mal ein,
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Konzept aufstellen, bei dem wir das Zepter in der Hand halten. So und da saßen wir eben an dem besagten Abend und haben uns dazu entschlossen, unsere eigene Wohnung.
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Zu einer Begegnungsstätte zu machen, aber auch als Präsentationsplattform für unsere Kunst.
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Aber auch für andere Kunst, das kam ja dazu. Also wir wollten's kombinieren und so Netzwerke im Endeffekt.
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Zusammenbringen und dann versuchen die Symbiose da irgendwie aufzubauen. Ist das nicht auch unfassbar persönlich, wenn ich
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mit jemandem in eine Ausstellung gehe und dann heißt es ach ja, das Bild ist schön und damit kann ich jetzt nix anfangen und um kommt vielleicht auch mal ein Spruch, na ja, das kann ich ja auch und also fallen ja häufiger mal
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Aussagen, die salopp daher gesagt sind und für den Empfänger nicht unbedingt wohlwollend angenommen werden. Ihr stellt.
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Sowohl eure eigene Kunst aus als auch in eurem eigenen Zuhause, also eine unfassbar verletzliche Atmosphäre ja auch. Habt ihr nicht
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wahnsinnig Respekt davor gehabt, wie die Reaktionen ausfallen könnten? In geizter Weise.
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Ich habe da nicht im Traum daran gedacht. Das liegt jetzt nicht daran, dass ich ähm over confident bin. Was meint die Persönlichkeit betrifft, sondern.
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Unsere Intention war hier ein Raum zu schaffen, in dem auch kritische Fragen gestellt werden können oder auch mal was rausgeschossen werden kann, also das, was du womöglich.
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Einer klassischen Ausstellung im Beisein des Galeristen vielleicht die verkneifen würdest. Wir wollten tatsächlich diesen Dialog. Wir wollten weg von der, ich sage mal für Wissenschaftlich und von Kunst, sondern wir wollten hier Kunst und wir wollen Kunst hier zum Anfassen haben.
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Das geht wörtlich genau. Der Mann, manchmal äh schon ja wir sagen immer, wer anfasst muss auch kaufen. Das ist ganz einfach. Das ist ja aber erst hinterher, oder? Sehr gut. Schon davor. So
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so kann man auch in den Sales kommen. Nee äh Spaß beiseite ähm hier findet ja keine Zensur statt. Im Gegenteil, wir stellen uns und wir möchten uns ja,
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im Dialog stellen.
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Negatives Feedback ist auch ein Feedback, das man verarbeiten kann. Ganz offen. Vor allem da sind da so.
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So viele ganz unterschiedliche Arbeiten, Werke, Künstler. Ich meine,
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dem einen gefällt vielleicht eine Arbeit besser dem anderen eine andere. Ich als Künstlerin zum Beispiel, ähm wenn,
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Also ich habe jetzt überlegt, ja, wenn ich jetzt auf mich eine Frage beziehe als Künstlerin, weil ich bin ja selber hier präsent und ich habe ja Zeit, mich äh mit meinen Gästen
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zu unterhalten, sehr lange vor allem und ich kann alles erklären oder eben nicht und
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ich muss sagen, klar, es ist eine Sache der Erfahrung, aber mich persönlich trifft das nicht, wenn einem,
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oder zwei oder drei meine Arbeit nicht gefällt. Ich weiß ja, ich stehe zu meinen Arbeiten zu 100Prozent. Deshalb Mai,
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ist das so. Bringt dich das vielleicht auch ein Stück weiter? Ja. Ja, also die die Auseinandersetzungen, die die Diskussionen,
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die bringen mich sehr weit, also oder weiter auf jeden Fall immer wieder, weil ich ich verarbeite nochmal das Ganze, ja? Mein Thema oder,
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warum ich mit der Technik arbeite überhaupt. Ihr erwähntet ja eben auch, dass er auch Philosophen, Redakteure, Musiker einladet, ist.
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Der Ansatz die Werke aus einer anderen künstlerischen oder kulturellen Ebene zu betrachten, auch wichtig für eure eigenen Arbeiten. Ich glaube, dass,
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Wenn wir tatsächlich hier auf dieser privaten Ebene uns begegnen, dann unterscheiden sich,
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Die also Meinungen, ich meine, ich kann ja auch einen äh einen Gast nehmen, der vielleicht mit Kunst nicht so viel Berührung äh hatte oder eben eine Kunsthistorikerin.
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Es wird hier nicht für wissenschaftlich tatsächlich wir diskutieren dann hier auf eine ganz andere Ebene. Es geht auch um Gefühle, die erzeugt werden bei einem gewissen Kunstwerk.
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Ob sie sich unterscheiden, ja wenn man tatsächlich darauf eingeht und sagt, ja betrachte jetzt diese Arbeit bitte aus deiner Kunsthistorischen Sicht.
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Dann schon. Ja.
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Einmal das war ein Experiment auch, das wollten wir auch. Wir hatten hier sehr viele verschiedene Begegnungen oder Erfahrungen in den Führungen.
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Kann sich das so vorstellen, ja, man man führt hier ein, man trinkt ein Gläschen und dann machen wir selbst die Führung.
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Aber lassen den Betrachtern tatsächlich den Freiraum erst einmal.
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Sich hier zu akklimatisieren oder tatsächlich zu wählen, in welchem Raum man geht, trommelt dann auch wieder die Betrachter zusammen und wir fragen dann aber auch.
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Innerhalb der Gruppe, was es denn für Empfindungen gibt.
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Oder ob ob man eine gewisse Aura spüren kann. Also ungezwungen sage ich und allein.
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Daraus ergeben sich oft super Diskussionen mhm. Empfindungen, Interpretationen von.
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Von Menschen, die vielleicht vorher gar keine großartige Berührung zu Kunst hatten und genau hier an diesem Punkt.
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Wenn ich mich auf ein Kunstwerk einlasse, da fängt Kunstverständnis an meines Erachtens. Das ist der Grundstein. Also wenn ich in der Lage bin,
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spüren, dass etwas, was mit mir macht oder in mir eine Art Knistern auslöst,
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oder eine Spannung aufbaut. Hier fängt Kunstverständnis an,
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oder jetzt Bücher gewälzt zu haben, ja und so haben wir äh es geschafft tatsächlich Menschen, die nicht in dauerhafte Berührung mit Kunst sind tatsächlich ja.
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Ganzen Leben bei uns auf einer Ausstellung.
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Und mittlerweile haben um die zehn Arbeiten, also unbedingt von uns, von.
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Unterschiedlichen Künstlern, die wir hier gezeigt haben. Wie wählt ihr aus? Wer ist euer Publikum?
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Wen ladet ihr ein? Das ist eine sehr gute Frage. Wir haben tatsächlich uns Karlsin da noch ergänzen. Wir haben tatsächlich uns in unserem Freundeskreis äh umgesehen, ja,
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Wer hätte überhaupt Interesse? Wer ist offen zum Beispiel? Ja, zu kommen einfach. Erst mal Schritt eins natürlich ist äh ja die Offenheit äh muss gegeben sein.
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Und äh sind zum Teil unsere Freunde, Bekannte, aber auch Businesskontakte, die wir mit der Zeit aufgebaut haben. Das sind,
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Museumsdirektoren, die wir auch sehr gerne einladen. Also das heißt, ob das jetzt Pinakothek oder Brandhorst ist, äh da versuchen wir schon sehr vielfältiges Publikum,
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einzuladen, aber auch sehr junge Menschen, ja, zum Teil, weil das ist auch wichtig, dass dass die zu uns kommen, dass die auch Zugang haben zu oder die Möglichkeit hier zu kommen.
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Und wir haben wirklich unsere ganzen erstmal am Anfang alle Leute, die wir kannten.
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Wir haben da wirklich eine Liste erstellt, also das waren ich weiß nicht, dreihundert,
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Menschen, die wir dann natürlich, wir können ja nicht 300 einladen, aber versucht haben äh zu einer Mal äh Ausgabe einzuladen, dann die nächsten zu der nächsten und mittlerweile kennen wir ja alle persönlich auch die, die wir früher nicht persönlich,
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zahlt man einen Obolus, um Gast sein zu dürfen oder keinster Weise? Nein. Das ist das ähm genau das.
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Finde ich würde dem etwas widersprechen. Also wir.
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Wir möchten eben hier erst mal von vom Anfang bis zum Ende eine völlig ungezwungene Atmosphäre haben. Natürlich ist hier jedes Werk auch mit dem Preisschild versehen.
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Ja, also um die Transparenz auch herzustellen,
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Aber wir verlangen hier kein Obolus, wir sind gerne Gastgeber, dass uns das Allerwichtigste so und der Rest kommt in der Regel Schritt für Schritt hinterher und die Katharina sagt es, also was unsere Gäste betrifft.
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Schon sehr systematisch vorgegangen.
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Also mit einem Plan und haben eine sehr große Kartei erstmal erstellt und uns Gedanken gemacht zu den einzelnen Personen.
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Und wir können jetzt mit Stolz sagen, dass wir jetzt so einen Bodensatz an Gästen haben.
25:37
Hier sehr sehr gerne vorbeigucken und eben nicht nur aus München oder Bayern, sondern tatsächlich auch aus Leipzig und ich weiß noch die erste Auftaktveranstaltung.
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Als wir hier fast 80 Leute waren, mit Künstlern, also waren drei Künstler hier vor Ort,
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Mit einem Galeristen, ja, wir natürlich, dann gab's noch jemanden, der hat uns beim Ausschenken geholfen. Tatsächlich eine Kollegin von mir, die.
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Gespielt. Die hatte auch noch Erik Geigerin mitgenommen. Die.
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Wirklich Stücke aus der Jahrhundertwende selektiert hatte. Ach toll. Oben hier loszulegen, das war in,
26:20
ein Riesenevent. Ich war so und dann haben wir auch eine Eröffnungsrede gehalten, aber man muss sich das ja vorstellen, das fand hier statt. Wie ist das denn hier? Also äh das sind 120 Quadratmeter,
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für siebzig über siebzig Leute war das ja das war natürlich die Eröffnung und alle wollten kommen und wir haben gesagt ja,
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Klar.
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Auf jeden Fall machen wir das. Ja und uns war wichtig, ähm dass die erste Auftaktveranstaltung natürlich auch aus den Nähten platzt,
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Genau dann entsteht die Mund-zu-Mund-Propaganda, von der wir ja auch leben, ja.
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Jetzt machen wir das jetzt schon ein paar Jahre und sind zu einem Botensatz an Kunden gekommen.
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Aber Kunde klingt immer so Ökonomisch. Ich würde sagen viele sind zu Freunden geworden. Ja.
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Die wir auch so treffen zum Essen oder einfach ja das ist ja,
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total schön, dass man dadurch auch äh eben Freunde gewinnt. Ich habe ja auch schon mal eine Einladung, wenn ich jetzt frage, ladet ihr nur Menschen aus München und Umgebung ein, dann äh
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ich ja schon, dass ihr zumindest den Kreis nach Nordrhein-Westfalen ja geht ihr darüber hinaus, also leidet ihr bundesweit ein
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Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja London haben wir auf jeden Fall eingeladen auch. Also auch international mittlerweile, aber europaweit. Klar, das ist äh schwieriger
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ja mit aber falls jemand eine Reise plant äh durch Deutschland oder nach Deutschland nach München, dann versuchen wir schon,
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Auf jeden Fall da die Information zu bekommen und dann einzuladen ich glaube, das Besondere ist bundesweit auf jeden Fall, ja? Bundesweit ja.
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Was auch immer wichtig zu erwähnen wäre, dass wir mit der Galerie Kleindienst aus Leipzig zusammenarbeiten. Mhm. Das heißt, wir haben exklusiven Zugriff.
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Auf die Künstler? Ich glaube, ich würde mal fast sagen, die Hälfte des Künstlerportfolios.
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Dass die Galerie Kleinstiz hat, war schon hier vertreten in Form von Künstlern und Kunstwerken natürlich und.
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Das Tolle an der Sache ist, um die Frage zu beantworten, also was für eine Reichweite wir haben.
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Einladungskarten, die wir an unser Netzwerk verschicken und diese Einladungskarten bekommt natürlich auch die Galerie und die Galerie,
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an ihre eigenen Kunden, die dann bei uns auch zusagen, also das heißt, hier gibt's so ein Merching aus, ich sage mal Bayern und Leipzig und den Leipziger Umkreis, was dazu führt,
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Dass du Leipziger.
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Münchner natürlich sind da auch noch andere Bundesländer dabei, aber es ist tatsächlich so eine so ein,
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Leipzig, München-Dingen geworden. Echt? Toll. Funktioniert klasse. Ja, das ist dann tatsächlich ein äh also auch von der Galerie Kleindienst Seite natürlich ein riesen Vertrauen an uns.
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Und ähm das ist zu wirklich eine mittlerweile eine tolle
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Basis vielleicht zu den Einladungen noch, weil du gefragt hast, äh ja, du hast eine bekommen jetzt und wir versenden unsere Einladung nur tatsächlich nur per Post. Also es gibt keine Newsletter, also E-Mail-Newsletter meine ich, sondern
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das äh sind postalische Einladungen. Das war uns auch
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Ganz wichtig, weil's etwas in sehr individuelles ist, ja. Und persönlich. Also wir unterschreiben jede Karte hm aber Anfang haben wir noch richtig so lange Grußwortsätze reingeschrieben. Mhm.
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Aber wie gesagt, die die Galerie versendet, die an ihre Kontakte, wir auch und,
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Dabei kommt echt schön was zusammen. Ich muss euch eine Anekdote erzählen. Die Ausstellung, die jetzt bis November stattfand.
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Auf der Einladung zu dieser Ausstellung war ein Bild abgebildet abgebildet und darauf stand.
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When nothing goes right, go left und just an dem Tag hat sich ein guter Freund von uns,
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Oberschenkelhals gebrochen und dann kam die Einladung und ich habe dieses Bild abfotografiert und meinte,
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Du Lieber, das hat mir gerade der Himmel geschickt. Und der hat sich so gefreut. Also das ist meine persönliche
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zu eurer Einladung. Zu unserer Einladung. Vielen Dank dafür. Ihr habt also einen Menschen in Not wirklich geholfen an der Stelle. Ja, das freut uns auf jeden Fall. Ja, aber das ist echt lustig,
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Also das ist genau an dem Tag auch äh mhm. Ja. Jetzt sag mal, welcher Künstler ist das, von wem die von wem dieses in dem Moment so
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passende und ja wir haben den Künstler Georg Weisbach ähm das ist auch der Künstler der Galerie Kleindienst ausgestellt und von von dem ist eben
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Arbeit, die du abgebildet gesehen hast im Flyer, genau. Es wirkt ja.
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Also jetzt drücke ich mich wahrscheinlich wieder ein bisschen lustig aus. Es wirkt, als hätte er ein bestehendes Bild genommen und einfach etwas darüber geschrieben,
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ich das richtig das ist genau sein.
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Also Rezept genau in dieser Reihe von von den Arbeiten, die eben 219, 220 entstanden sind,
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Genau und die wir ausgestellt haben eben. Also jeder kennt hier Bob Ross.
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Man fragt sich, was will ich jetzt mit Bob Ross? Ja, ich weiß auch nicht, ob jeder Bob Ross kennt. Also Bob Ross ist.
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Bekannte US-Life-Fernseher aus ich habe Ende der 70er und auch in den also man kennt den in.
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Kenne ich seit Kindesbeinen. Er hat im im dritten Fernsehen, also im bayrischen Rundfunk,
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Gesagt, du wirst siebenundvierzig. Du hattest damals nur drei Programme. Dritte. Ja, aber ich bin etwas jünger und ich komme aus aus Westsibien, aber dennoch ich kenne Bobrons von damals bei uns
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Wahl war der auch sehr beliebt und es ist echt sehr interessant jetzt einen Künstler gehabt zu haben, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Genau. Genau, also sich um das vielleicht
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zu erklären, ja Bob Ross hatte sich immer auf die Fahne geschrieben, The joy of painting und die Aufgabe war innerhalb von.
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Knappen halben Stunde live im Fernsehen ein Landschaftsbild zu malen,
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Ja, das das tolles Lunch. Also äh es und du konntest live zusehen und es es wirkte immer wie ein Wunder. Der hatte ein Herrscher an Fans, der wird zwei wie so ein den Popstar eigentlich.
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Und dementsprechend gab's auch Schulen überall und ich glaube immer noch zertifizierte Malkurse, Alla Bob Ross,
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Jetzt kommt eben das Lustige an der Sache, der Künstler,
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hatte sich von einer Zertifizierten Bob Rossmann richtig. 100 arbeiten angekauft,
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diese übermalt. Oh Gott, wie böse. Also sprich from the joy of painting wurde The Joy of over painting und das ist das Motto und da,
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einfach sehr geniale Arbeiten. Genau und so eine Arbeit hast du eben gesehen. Wisst ihr, wie die Künstlerin damit umgegangen ist? Nee, das wissen wir nicht. Vielleicht weiß sie davon nichts.
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Das finde ich ja eine wirklich witzige. Jetzt stellt euch mal vor, jemand geht hin und kauft Hunderte eurer Werken und,
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einfach irgendwas drüber. Ja. Das ist schon sehr wagemutig. Das stimmt. Super. Welche Künstler habt ihr noch ausgestellt?
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Oder hattet ihr schon ausgestellt? Mhm, wir hatten äh ich glaube tatsächlich die erste Ausgabe haben wir Corinne von Lebussa gezeigt, äh fällt gerne groß äh Steve Wizens, Rosaloi
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Die Frau von Neo Rauch? War die unsere letzte Ausgabe. Da haben wir auch,
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sehr lange darauf hingearbeitet und sind da sehr stolz. Mandy, es sind alles Künstler aus der,
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Kleindienst und die Historie ist ja auch die, das muss man vielleicht auch nochmal sagen,
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kennen die Galerie Kleindienst ja seit über zehn Jahren. Ich wollte noch drauf hinaus. Wie kommt denn ein Münchener Künstlerpaar auf die Zusammenarbeit mit einer Leipziger Galerie?
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Ähm fing hier in München eigentlich an mit dem Studium eines Kunstkatalogs von der Rosa Leu.
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Wie kam ich an den Kunstkatalog? Sehr guter Freund von mir.
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Der eine tolle Sammlung zu Hause hat und an der ich immer blind vorbeimarschierte.
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Ich habe diese Arbeiten gar nicht gesehen. Ich hatte gar keine Affinität dazu, möchte ich mal behaupten. Zeigte uns dem Katalog.
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Ich habe mich in diese Bilder verliebt und du musst dich nach Leipzig fahren. Und so fing das alles an und habe ich den Galeristen kennengelernt und.
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Die Ateliers geführt und dann kam eins zum anderen, dann ging's kam es kam es vom reinen Kunst,
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sammeln tatsächlich selbst zur Malerei, ja und zu diesem engen Draht und Kontakt, das hätte ich vorher nie geglaubt, dass ich einer meiner Lieblingskünstlerin,
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dann auch mal in unserer Wohnung aufstellen darf und ja. Die Ehefrau von Neo auch. Die Rosa ist in allen Museen der Welt vertreten und.
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Hat total Spaß gemacht als sie da war, als sie mit ihren Cousinen hier war.
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Auch mit äh mit dem Matthias Kleindienst und Christian Seider. Also es waren alle hier vereint Leipzig, München und wir hatten unseren Spaß und alle Gäste natürlich auch. Ist echt toll.
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Beschreib mal die Werke von Rosa Loy. Ja, ich.
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Ich schwärme immer von meinem allerersten Kunstwerk. Das ist eine ganz kleine Arbeit ähm Eitempera.
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Das Allererste, was man zu dem Arbeiten sagen muss, ist, dass die Künstler ja aus Leipzig in der Regel alle von der HGB kommen.
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Das hat jetzt nichts mit HGB-Bilanzierung zu tun sondern mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Also ich möchte sagen, die Künstler dort.
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Die Studienmalerei, also die lernen das Malen und auch mit den alten Mitteln und genau.
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Aus dieser Richtung kommen die Künstler, wie die Rosa auch. Also hier kann man sich vorstellen, dass man auf den Arbeiten.
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Malereien sieht, figurative, aber ich sage mal surreal in Szene gesetzt. Also meine Arbeit, Frau Kuckuck.
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So so heißt das Werk.
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Stellt eine sitzende junge Frau da und im Hintergrund ist ein überdimensional großer Kuckuck.
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Zu sehen. Wunderschön zusammen, gestellt und arrangiert.
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Kommt sehr sehr viel Fragezeichen auf. Warum und weshalb, warum in den Kuckuck im Hintergrund einer Frau ist. Tut nichts zur Sache.
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Ich habe die Arbeit gesehen und musste sie einfach haben. Auch rein ausm Bauch heraus.
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Und so fing das an. So war ich angefixt und so stellen sich auch viele Arbeiten von der Rosa da. Also es sind,
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sehr schön arrangierte, inszenierte, surreale Elemente, die so in in figurativen Szenerien aufgebaut werden.
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Und ähm Grundthema Frau. Also es sind immer weibliche Menschen abgebildet.
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Wunderschön, also einfach toll. Kommen wir doch mal von den wunderschönen Werken einer Frau hin zu euren Werken. Da haben wir noch gar nicht so viel drüber gesprochen.
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Ich würde sagen, eben hat sich Katharina als erstes vorgestellt und du hast dich ein bisschen gedrückt, mein Lieber. Direkt auf den Salon zu sprechen.
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Ist nicht aufgegangen. Du machst mir nichts vor hier. Ja. Ähm gut, wir sind die Liste der Künstler von der Galerie Leipzig, da sind wir nicht alle durchgegangen, aber ähm.
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Noch nebenher erwähnt. Ich meine, drückt er sich schon wieder.
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Interessant. Wollte dich vielleicht abschließen. Es ist tatsächlich, wir stellen ja Julius Hoffmann aus. Das ist ein Schüler von Neo Rauch, also aus der Klasse. Äh Thilo Baumgärtl.
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Baumgärten. Mhm. Atelier und Atelier mit dem Neo auch zusammengearbeitet. Ich glaube, die haben sich für einen bestimmten Zeitabschnitt auch irgendwie inspirieren können. Das war so mein mein Gefühl,
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haben wir Christian Brandl gehabt, was die Henriette Granert, die,
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aus diesem figurativen Muster der Leipziger etwas ausbricht, also die hat sich der Abstraktion verschrieben, so eine aber das ist ihr Markenzeichen, was ich auch gut finde,
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und fahrt gerne groß, richtig hattest du erwähnt und auf jeden Fall sind noch der ein oder andere dabei gewesen
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Jetzt hast du ja gerade das Abstrakte schon angesprochen und noch mal entkommst du mir nicht am Schlafittchen.
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Und jetzt erzählst du mir mal, du hast eben schon bruchstückhaft erwähnt, dass du eigentlich als Sammler in die Kunst eingestiegen bist und dann
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selber das Malen und Zeichnen anfingst, aber ich möchte es jetzt genauer wissen. Okay. So, ich hole ein bisschen aus.
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Also das das Sammeln man kann's negativ als Konsumieren bezeichnen, war mir zu wenig. Also ich habe einfach gespürt, dass.
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Eine kreative Ader so ein bisschen am ja.
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Absterben ist. Und das, das wollte ich einfach nicht zulassen und dann fing ich eben an, tatsächlich äh in einem Abendstudium.
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Klassisches Malen und Zeichnen.
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Zu beginnen und das war schon echt hart auf dem Boden der Tatsachen heruntergezogen zu werden, denn ich meine mhm.
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Ja, wenn man glaubt, dass man ja so kunstaffin ist, ja, übers Sammeln und dann selber sich mal vor die Leinwand gestellt wird, das ist völlig was anderes, natürlich auch.
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Allein das Aktmalen drei Stunden da zu sitzen.
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Wirklich versuchen hinzukriegen, also ja aber auch das.
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Irgendwo eine Art Korsett für mich und dann entschiede ich mich. So ähnlich wie die Katharina so ein Stück weit.
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Alle Malpinsel zu entsorgen.
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Staffelei wegzuschieben, in den Keller zu stellen. Das bleibt übrig. Weil die gibt ja allein die Malrichtung vor. Mhm. Sondern,
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Farbtöpfe, Leinwand, die aufm Boden liegt und ich krabbele auf allen Vieren drum rum und das stimmt.
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Arbeite sehr expressiv und farbenfroh. Jasin ist bestimmt zwei Meter groß. Ich stelle mir das grade extrem witzig vor, wie du auf allen Vieren. Ja, es ist so. Es ähm ich.
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Ich umkreise die Arbeit, ja? Mhm. Und arbeite auch so einem sehr spontanen gehst du's heraus. Also es ist so, ich weiß,
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im Ablauf der Zeit in den einzelnen Millisekunden spüre ich einfach hin, welche Farbe an welchen Platz muss und so entsteht.
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Abstraktext, expressive Arbeiten, sehr farbenfrohe und großformatige und äh das macht Spaß und ich habe festgestellt, dass das.
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Genau mein Weg ist, das völlig freie Arbeiten. Jetzt sind wir ja hier in einem Ort,
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in dem ihr lebt, indem ihr Raum für Begegnung schafft, Kunst aufhängt, wird hier auch Kunst geschaffen,
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ich möchte darauf hinaus. Ob du auch hier arbeitest. Ich glaube, dass.
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Dem Ganzen so ein bisschen das Krönchen aufsetzt ist, dass in den Räumlichkeiten auch mein eigenes Atelier ist.
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Deins auch, Katharina? Nein, mein Atelier ist etwas weiter weg, aber auch nicht so weit in der gleichen Straße, also in der Georgenstraße und,
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brauche etwas mehr Platz als Yasin, weil ich ja so viel laufe über praktisch die sind mehrere Kilometer Faden und deshalb brauche ich sehr viel Bodenfläche. Genau ich arbeite in meinem Einzelatelier Hirn.
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In der du läufst 14 Kilometer für deine Kunst. Deine deine Bilder hängen gerade an den Wänden und.
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Ja, sie sind großformatig,
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Aber 14 Kilometer erzähl mir das mal genauer. Genau, das sieht äh so aus. Es gibt ein Video, wie ich laufe, ich laufe im Zickzack von einer zur anderen Seite und wieder zurück.
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Und habe in meiner Hand einen Faden beziehungsweise eine Spule äh mit ganz klassischem Garn und eben Acrylfarbe.
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Und das ist wie ich lege diese Fäden auf dem Boden, in dem ich laufe. Also das ist wie.
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Ähm kann man sagen materialisierung der Zeit oder mein Schrittablauf letztendlich dadurch erschaffe ich ein Gewebe oder eine Netzstruktur,
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Ja, das ist äh das Handy sieht es aus wie ein Stoff, was sich danach nach der Trocknung zusammenrollen kann, ja.
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Und du kannst es dir so vorstellen, dass es unendliche Galaxien dadurch entstehen, die,
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Aus einem Faden bestehen letztendlich und Acryl. Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Faden mit Bewegung und Farbe.
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In Verbindung zu bringen
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Das eine gute Frage, ja, weil klar, ich werde sehr oft gefragt, wie komme ich überhaupt auf diese Idee, warum warum arbeite ich mit einem Baumwollfaden? Wieso laufe ich? Aber das ist tatsächlich durch ähm eben, ich habe ja vorher gesagt
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durch Ablegen von allen möglichen Malmitteln entstanden, wo ich,
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Irgendwann mal durch sehr viele Experimentieren. Ich habe ja auch zuerst direkt auf der Oberfläche gearbeitet, also auf der Leinwand oder Holzoberfläche, aber ich habe natürlich nicht dieses Gewebe abnehmen können, ja, weil das war ja dann
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alles festgebunden
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Und ja, die was heißt die Idee? Also die Technik entstand tatsächlich durch sehr viel Experimentieren und Ausprobieren, bis ich,
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darauf kam, dass ich dieses Gewebe modellieren kann oder eben,
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Äh danach für Installationen anwenden kann, weil ich äh arbeite nicht nur auf flachen Oberflächen wie Leinwand oder Holz, sondern ich erstelle auch Raum, Installationen oder eben Objekte.
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Und ja, ich habe mich immer gefragt, wie schaffe ich eine organische, natürliche Linie, die ich unendlich,
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fortsetzen kann.
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Ja? Und das war eben für mich so ein Baumwollfaden. Es wirkt, als würden deine Werke aus zigtausend Fäden bestehen. Es ist tatsächlich nur eine mit unterschiedlich dickem Farb
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Mhm. B-Satz, ne? Und ja genau, das ist tatsächlich immer eine Dicke,
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Aber die sind ähm im Stück fünfhundert Meter, weil ich kann nichts anderes nehmen, weil alles andere ist einfach zu groß in meiner Hand. Äh die Spule soll,
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gut in meine Hand liegen. Deshalb sind das immer 500 Meter auf einer Spule, die ich äh
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verarbeite und das ist auch so interessant, weil viele fragen, ja du medizierst wahrscheinlich dabei, wenn du läufst und das ist ähm ja im meditativ, aber ich sage immer ja klar, in der ersten halben Stunde oder in der ersten Stunde schon. Ich muss sagen, diese Arbeit ist sehr anstrengend. Ich muss jede halbe Stunde eine Pause machen.
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Zum Beispiel wenn ich laufe, dann ungefähr jede halbe Stunde vielleicht maximal eine, mache ich eine Pause.
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Dazwischen. Du kannst doch gar nicht genau sagen, wohin ein Faden fällt, oder? Ist es gerade das, dieses Spiel mit dem Zufall?
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Ja, Zufall, äh Haus, genau, das ist eben für mich etwas,
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was sie sehr organisch entwickelt, ja. Sehr natürlich entwickelt. Ich kann's auch nicht.
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Ganz genau steuern in einer gewissen Art und Weise schon.
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Aber nicht komplett genau und das war für mich eben das Wichtige, dass ich diese Natürlichkeit hinkriege. Das, was in der Natur äh auch vorkommt, ja, die
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Zum Beispiel wenn man sieht, wie die Pilze unter der Erde wachsen, ja, das sind auch unheimlich große Flächen und,
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die sich da bilden und oder eben in uns selber ja Nervenzellen oder,
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Das ist für mich tatsächlich etwas menschliches und organisches und natürliches. Was ich aber oft als Gegensatz äh dazu setze, ist,
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Geometrie, Geometrische, ganz klare Linien, ja? Weil das eine ist evolutionäre und das andere ist etwas in was aus der Industrie kommt, was vorgegeben wird, was.
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Plant war und jetzt umgesetzt ist. Und diese Gegensätze versuche ich äh zu verbinden.
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Vielleicht mal harmonischer, mal überhaupt nicht harmonisch. Also die müssen nicht immer harmonisch dargestellt sein. Wenn du mit der Leinwand arbeitest oder mit der äh mit dem Holz arbeitest.
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Bearbeitest du dann erst die Fläche mit Farbe und dann kommen die ähm drauf oder.
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Ja, das sind äh in der Regel also klar das, was du siehst und gerade siehst und äh vielleicht,
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das sind zwei Ebenen, das sind oft äh bis zu sechs Schichten, die aufgetragen werden, weil die Gewebestruktur jetzt in dem Fall, wo eine flache Arbeit dargestellt ist.
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Die wird in mehreren Schichten übertragen. Das ist nicht nur eine Schicht, sondern mehr. Ich verschiebe auch das Gewebe ab und zu, um,
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so eine optische Täuschung zu erzeugen, also das ist schärf und Unschärfe zum Beispiel und so entsteht auch eine ja ja genau, ja. Ja.
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Ich habe gesehen, wir reden gerade über die
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Flachwaren. Mhm. Wie die Bilder, die man an die Wand hängen kann. Ich habe aber auch gesehen, dass du große Würfel herstellst und dass du auch Werke herstellst,
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die sehr modelliert wirken, als würdest du in dein Gewebe reingreifen und es zurechtziehen und ja, das ist auf jeden Fall richtig. Ja, ja, klar. Das sind äh das äh was du gesehen hast äh in dem Wohnzimmer. Das ist eine Installation, die ich
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zum ersten Mal 2tausend16 gezeigt,
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daraufhin habe ich drei Monate gearbeitet, dass deine multimediale Installation die Black Cube Solos heißt, eine sehr
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konzeptionelle Arbeit nicht jede Arbeit von mir ist konzeptionell, aber
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in der Installation versuche ich tatsächlich eher konzeptionell zu arbeiten, auch äh bewusst anzugehen und die Technik dann anzuwenden.
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Und am Anfang auch habe ich äh zum Beispiel wie du gesagt hast, bei der Flachware, ich habe sie nach vorne geholt, ich habe versucht, daraus Objekte zu machen.
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Und dann habe ich mich gefragt, wie ist das eigentlich, wenn ich mich in diesem Objekt.
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Befinden würde ja und praktisch von innen das Ganze anschauen kann und so kam dann später die Installationen, also Rauminstallation, wo der Betrachter,
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Auch durchwandern kann, ja? Es hat so was. Ich habe grade den Eindruck von einer,
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Puppe oder also von einer Raupe, die sich verpuppt hat und raus möchte. Ja, ja, das das waren auch so ein bisschen die diese Bilder in meinem Kopf tatsächlich,
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Ich habe äh mich erstmal in den ersten Kubus natürlich selber reingesetzt ja und
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geschaut, wie es eigentlich ist. Hast du sie wieder rausgeholt? Ja. Ich habe sie da nicht drin gelassen. Ja, das war ein Prototyp am Anfang und äh natürlich äh war ich da außen und drin und habe geschaut, wie es eigentlich ist von von innen auch äh rauszuschauen. Wie ist das? Weil ich habe
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die Stimmen danach in die Gruben eingesetzt und das war praktisch die Stimme, die aus dem Kubus äh kommt. Wie fühlt sie sich da eigentlich, ja? Darf ich mal fragen, habt ihr Kinder?
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Also wir haben aktuell keine gemeinsamen Kinder. Weil es wirkt auch ein bisschen, man kennt doch die hm diese Bilder wie die
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Babys in den äh in der Gebärmutter sind und wie sie sich bewegen und in in ihrem Fruchtwasser schwimmen und irgendwie ja eigentlich ganz ja. Ganz geschützt sind.
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Ich jetzt irgendwie einen extrem witzigen Vergleich da oder ist es komplett obstruss oder? Nein, das ist äh lustig, dass du das Thema ansprichst. Sollen wir's verraten.
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Ja weil wir sind aktuell auch in dem.
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Och Prozess. Ja ja, herzlichen Glückwunsch. Mensch, das ist ja mal ein Gänsehaut-Moment. Ja genau, das ist und klar, der,
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Es kann sein, dass ich tatsächlich mit dem Thema auch äh künstlerisch was mache, weil das arbeitet natürlich in mir und.
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Auch äh ja nach außen. Genau,
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Herzlichen Glückwunsch, da muss ich mir grad jetzt was Witziges meinen Faden verloren. Wir sprechen über wie kam's dir überhaupt?
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Ja, ich bin ja selber,
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diese diese Bilder die man sieht wie wie mhm wie ein Kind entsteht und sich in dieser
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ja in seiner kleinen Welt geschützt im Bauch bewegt und so wie du erzählst, du bist in deinem Netz nicht gefangen, sondern du setzt dich damit auseinander und ja. Ja und das äh,
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Baby oder das das Geschöpf ist ja umzogen von einem Aderngewebe.
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Ja, ja. Das ist ja irgendwo, also in meiner Gedankenwelt zu die Analogie, zu den die ja auch benetzt sind,
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dieses dieses Vernetzte immer an einen einen Aderngeflecht, ja, dass du ja auch.
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In dem Bauch hast oder drumherum wahrscheinlich, ja? Ja, obwohl die Kuben, klar, das ist auch sehr interessant jetzt, äh die beziehen sich natürlich auf die heutige Welt, das heißt
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Was ich damit darstellen oder versucht habe darzustellen, die zwischenmenschliche Kommunikation aktuell, ja, weil
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etwas rundes, ja, was im Bauch entsteht. Das ist äh die Natur,
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Ist das, was ich konstruiert habe, also das ist schon sehr also eher Industrie, industrialisiert und ich zeige praktisch die Gesellschaft, wie die miteinander eben kommuniziert oder nicht.
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In dieser Form, ja, weil die sind, die sind auch separat, aber durchlässig. Ja und die Stimmen.
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Simon hört, die sind Monologe, obwohl man das Gefühl kriegt, wenn man in den Raum geht, die unterhalten sich. Die sprechen miteinander. Wenn du einzelne,
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umgehst,
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ja zuhörst, dann verstehst du, die haben miteinander gar nichts zu tun und das ist natürlich ein riesen Unterschied ja zwischen die natürliche Umgebung und die konstruierte.
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Ihr seid Mann und Frau, ihr stellt beide ja sehr abstrakt.
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Eure Gedanken da? Habt ihr eure Werke schon mal in den Dialog gestellt? Ausgestellt, ja.
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Das haben wir. Die hingen auch praktisch sehr schön zusammen abgestimmt.
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In einem Raum, wenn du dich äh die Frage aber darauf beziehst, ob wir eine gemeinsame Arbeit,
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oder in einem gemeinsamen
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ja gemeinsame Arbeit tatsächlich gearbeitet haben. Das haben wir noch nicht gemacht. Das ist schön, wie du mich abholst. Ich wollte sowohl als auch hören, also ob ihr das weiblich und das männliche gegenüberstellen ja. Irgendwie erkennen
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aber auch natürlich, ob es gemeinschaftliche ich habe an einer Ausstellung teilgenommen in Ingolstadt,
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was ist weiblich, ja? Und äh da ging's eben um diese Frage, was ist eigentlich weiblich und was ist männlich? Kann man's unterscheiden? Kann man an einem Kunstwerk sehen? Ist das jetzt äh hat äh die Arbeit äh eine Frau gemacht oder ein Mann? Ja und das stelle ich ja schon grundsätzlich in Frage.
55:00
Ja meine Arbeiten kannst du,
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sehen, die extrem schwarz sind, sehr geometrisch. Kannst du auch vermuten, dass es vielleicht von einem Mann, äh ja, also wenn wir tatsächlich jetzt äh,
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nach diesen ja wie soll ich sagen Klischees oder eben Vorstellungen vorgehen. Es ist spannend, weil deine Werke Yasin die sind ja.
55:23
Pure Farbfeuerwerk und deine Werke, Katharina sind ja sehr reduziert in ihren Farben, mal was was äh rötlich schimmerndes, wobei ich glaube, eine Arbeit habe ich gesehen, die ist knallrot oder so orange. Mhm.
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Neon. Neon genau. Genau. Ja also sie arbeitet schon sehr farbreduziert, wenn man das mit meinen Arbeiten vergleicht. Also ich habe da keine Scheu davor mit den,
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Grundfarben.
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Sehr offensiv zu arbeiten. Also da gibt es für mich auch keine Regel der der Farbkombination, sondern es wird das gemacht, was ich fühle, das,
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das einfach auf auf die Tischlerplatte gebracht, was ich meine in der Sekunde drauf zu.
56:09
Projizieren ja oder draufzuschütten. Es ist ich glaube wir sind aufm Weg dahin,
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eine Partnerarbeit zu machen, aber ich muss sagen,
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Ihr eine entsteht ja grade. Eine man kann so und so schöpferisch
56:30
Sage ich net, ich komme da immer noch nicht drüber weg. Es tut mir leid. Es ist so schön.
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Ja, du hast uns entlarvt ähm mit deinen sehr cleveren Fragen das gespürt. Aber ich glaube, dass wir auch, was die Kunst betrifft,
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da Potential haben, um unsere beiden,
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Arbeitsweisen zu potenzieren und so einer zu machen. Es ist nicht so, dass man dass das weder die Katharina noch ich lehnen das jetzt kategorisch ab. Gibt es ja auch.
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Es gibt X Künstler, die sich wahrscheinlich gar nicht anpassen möchten, weil sie diese Freiheit ausleben möchten. Aber ich ich wäre da gespannt und,
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mich freuen, wenn wir das mal angehen, nur wann trauen wir uns? Ja, ich denke, das ist ein Prozess, also und Säule reifen und wenn's praktisch soweit ist, dann machen wir das. Nur wir sind beide,
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klar, du kennst uns äh jetzt noch nicht so gut wie wir begegnen uns zum ersten Mal, wir sind beide sehr dominante Charaktere. Also sowohl ich als auch Yasin, obwohl vielleicht im ersten Moment
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Ich bin diejenige, die mehr beobachtet, aber letztendlich, wenn's um,
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Ja, Entscheidungen und äh Projekte geht und um unsere Kunst sind wir beide.
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Gleiche dominante glaube ich. Ja. Genau. Inspiriert ihr euch gegenseitig? Ich denke Shop und gebt euch Hilfestellungen also Hilfestellung
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Nein würde ich sagen, weil ich bin auch und Yasin auch. Wir sind schon also ich sage mal, ich weiß, was ich tue und.
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Bei mir geht es in meinen Arbeiten nicht, um in die Richtigkeit oder Schönheit, ja und deshalb.
58:14
Aber die Meinung auf jeden Fall, also zum Beispiel ja schau mal, ich habe eine neue Arbeit. Mag ich sie anschauen. Komm, lass uns die zusammen anschauen. Was denkst du darüber?
58:26
Unterhaltung auf jeden Fall. Wir unterhalten uns über unsere Arbeiten. Es ist aber nicht so, dass wir da in diese Prozesse,
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eingreifen, das würde ich mir auch nicht erlauben bei einem anderen Künstler auch nicht beim also das ist schon sehr individuelles. Also das würde ich nicht machen. Also wir.
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Leben, das in einer bestimmten Variante. Der Katharina vertraue euch zu 100 Prozent, wenn es darum geht, meine Arbeiten zu kuratieren.
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Für eine Ausstellung und andersrum ist es genauso. Also es gab eine Messe, da war die Katharina in gerade in Shanghai ein halbes Jahr, hat dort gearbeitet für.
59:07
Ein sehr interessantes Projekt, da wird die Katharina bestimmt auch noch ein paar Worte drüber verlieren, also was ja ein halbes Jahr dort. In der Zeit habe ich unseren gemeinsamen Stand aufgebaut und auch entsprechend kuratiert, also da vertrauen wir uns.
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Und ich würde sogar sagen die Inspiration geht noch viel weiter.
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Ich bin fest davon überzeugt, dass alle ihre Arbeiten, die ich zu Gesicht bekomme, mich definitiv beeinflussen.
59:35
Unterbewusst auf jeden Fall und das Unterbewusste tritt ja dann in der Malerei immer wieder an die Oberfläche. Gerade die abstrakte meines Erachtens. So ich habe selbst mal erlebt
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beziehungsweise ein Gast hier und das war das Phänomenale.
59:50
Wir hatten nach der Thilo Baumgärttelausstellung der eine Phase hatte, in dem er.
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Streiflicht aus dem Wald dargestellt hatte. Also eine sehr surreale Waldszenerie.
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In der eine Badende zu sehen war und ähm aber irgendwie verzehrt.
1:00:15
Sehr tief. Also es war eine sehr tiefe Arbeit. Du hattest den den Eindruck, dass dieser Wald unendlich ist und da zusätzlich kam eben von rechts oben nach links unten.
1:00:25
Streiflicht oder das kennt man, wenn wenn die Sonne in den Wald versucht einzudringen, aber Moment, ja. Ist genial und doch ein bisschen Nebel dazu und Tiere im Hintergrund, Fabelwesen, eine top Arbeit.
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Und ich hatte danach auch eine sehr ähm.
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Interessante Phase mit sehr viel Output, abstraktem Output in meinen eigenen Arbeiten und ähm ich habe dann versucht,
1:00:55
Bei einer Arbeit Streifen.
1:00:58
Ich dachte instinktiv einzuarbeiten äh oder reinzurollen mit mit mit einer mit normaler Rolle und ein Gast.
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Sah die Arbeit und sagte ja das ist doch wie in Tilos Arbeit.
1:01:16
Tilo arbeitet völlig figurativ, ich habstrakt und er hatte das dann erkannt und dann war es mir klar,
1:01:23
Stimmt das kommt, ja. Daher kommt's und seitdem bin ich fest davon überzeugt, ähm dass man sich ohnehin beeinflusst. Ob du's willst oder nicht. Ja, am Ende. Mhm. Aber wir befruchten uns da schon.
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Positiv, sehr positiv. Mhm, ja genau, das ist ja die genau die Frage nach der Inspiration. Ja, woher kommt die Inspiration oder woher kommen diese Ideen? Die Ideen kommen,
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von allen äh Dingen, die wir leben oder ich erlebe, ja, eben, das ist kein der Raum. Ich habe ein eine Arbeit gesehen oder ein Theaterstück oder ich habe mich unterhalten heute, ja und dann kommen
1:02:01
etwas raus, also eben diese Art sich auszudrücken, das stimmt,
1:02:07
Also die Inspiration ist tatsächlich hole ich mir bei jeder Sache, ja. Und das können ja einfach nur Details sein, mal eine Farbe oder vielleicht mal eine kleine Form, wie du sagtest, die Strahlen. Das ist übrigens, hm, das erzähle ich.
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Ich fahre jeden Morgen mit meinem Fahrrad um die sechs Kilometer und immer alleine, das stimmt jetzt auch nicht, ist rechtzeitig nicht immerhin, aber am liebsten,
1:02:29
wenn die Sonne grade aufgeht und eben,
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über den Bäumen dieses dieses schöne Licht auf die auf die Waldlichtungen führt. Ich liebe diesen Moment,
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Neulich hatte ich den Moment, da sind sogar Rehe da lang gehüpft. Wow, ist das. Ist da das ist nicht kitschig, dass das einfach unfassbar schön ist. Ja. Moment, hm.
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Wenn man dann noch den Blick, jetzt sind wir wieder beim Netz und bei dem Faden durch ein Spinnennetz werfen kann auf diese Gesamtszene.
1:03:00
Ist der Tag schon fast gerettet. Schöne Erlebnisse. Ja. Letztendlich die man dann äh intensiv,
1:03:10
Natürlich wahrnehmt. Ich mache das natürlich aus sportlichen Gründen. In meinem Hollandrad. Erzähl mir mal von Shanghai.
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Genau, äh ich war sechs Monate in Shanghai. Das war eine Künstlerresidenz von Swatch Eart bis Hotel, wo ich eingeladen war und das war September zweitausend
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neunzehn bis halbes Jahr Februar genau 220.
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Heiße Phase von ja am Schluss hm aus meiner Sicht habe ich da tatsächlich ich musste nur zehn Tage früher,
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wieder nach München, das heißt ich hab eigentlich diese sechs Monate
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dort ausgeschöpft und ähm sehr viel gearbeitet in meinem Atelier, fast ununterbrochen. Also wirklich sehr intensiv gearbeitet.
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Und aber natürlich mich auch äh vernetzt äh mit ja Museendirektoren, mit Calidisten, mit
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Künstlern, die die dort äh gearbeitet haben, natürlich sehr international aus allen möglichen Ländern kamen da fünfzehn Leute, 15 Künstler waren wir.
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Gleichzeitig,
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und äh das war eine unheimlich schöne Zeit für mich auch als Inspiration, weil sie die Kultur ja so anders ist und die Umgebung einfach.
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Extrem ja beeindruckend ist. Ich war vor zwanzig
1:04:34
Vor 20 Jahren. Ah Vor also vor langer Zeit in Shanghai und ich war zusammen mit einem New Yorker Ehepaar in einem Aufzug und sie sagten, Mensch, wir haben immer gedacht, New York, es ist
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die Metropole der Zukunft, aber Shanghai.
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Ist einfach das Superlativ. Mhm. Mehr geht fast nicht und das war zweitausendfünf. Ja, das war 205 und äh natürlich.
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Das hat sich wahnsinnig viel verändert. Das ist das ist noch globaler, noch,
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ist es sehr modern die Stadt, ja. Und gleichzeitig wahnsinnig traditionell und wahnsinnig traditionell und das ist eben das,
1:05:14
Was mich so inspiriert hat auch äh für meine künstlerische Entwicklung. Ich ich wollte ja nach Shanghai tatsächlich, weil ich war da als Tourist 2017 und ich fand's diese.
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Diese extrem so interessant, deshalb aber gesagt, eigentlich für mich eine Künstlerresidenz dort wäre perfekt. Ich kann es nur bestätigen, ich habe die Katharina natürlich besucht und war,
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auch sehr traurig, dass es so lange weg war. Ich weiß, ich war grade mal zwei Wochen über über das Jahr dort. Und ich muss sagen, ich hatte Vorbehalte.
1:05:49
Ja, ich war vorher noch nie in China. So als als Münchner und wenn man sich dann mal mit mit anderen unterhält, was man denn vorhat, ja, ich reiße jetzt nach Shanghai, ich reise nach China und alle die, die selbst noch nie dort waren, die erzählen dir natürlich, ach.
1:06:05
Die Leute dort ähm mein Gott, Ellenbogengesellschaft ähm.
1:06:12
Ignorant, ganz komische Stereotypen, die dann da aufkommen.
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Und auch was das Essen betrifft. Keine Ahnung ähm und was für Tiere man da serviert bekommt.
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Ich muss sagen, ich kame so richtig dumm vor nach den ersten drei Tagen, weil ich diese Vorurteile.
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An die teilweise geglaubt hatte. Das wurde alles entkräftet und ich fand Shanghai. Einfach nur genial. Ich fand die Menschen dort nett, sehr rücksichtsvoll,
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Die nehmen sich extrem zurück,
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ja? Das darf man nicht mit Ignoranz verwechseln. Natürlich ist Shanghai auch nicht repräsentativ für ganz China. So wie New York nicht und ich möchte auch nicht keine politischen Diskussionen drüber führen. Ich kann nur sagen, es war eine sehr schöne Zeit. Wir haben sehr viel erlebt,
1:07:01
Galeristen kennengelernt auf dem Kunstareal. Wie hieß das nochmal?
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Glaube ich. Das war und es war einfach nur genial, dort Kontakte zu knüpfen.
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Wir haben auch die Galerie dort kennengelernt. Wir haben in der Galerie
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eine Arbeit gekauft, von der wir so was von überzeugt waren. Der eine Stunde in dieser Galerie und haben uns die ganzen Arbeiten angeschaut und waren so und überlegt, also einer, der
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äh sehr erarbeitet schwarz-weiß, also Monochrom das Lager äh vor von der Katharina.
1:07:42
Wir haben uns da sozusagen ein Weihnachtsgeschenk gemacht und waren überwältigt von der Galerie. Bin zurückgeflogen, total happy mit den Werken und dann.
1:07:52
Katharina geschafft, genau in der Galerie auch Fuß zu fassen. Super. Ja. Genau, das ist äh das war wirklich so wie so ein ja okay, Zufälle gibt es äh vielleicht nicht, aber es war tatsächlich so, dass
1:08:04
ich mich danach mit dem Kuratoren und mit der eben dieser Galeristin, wo wo ich noch nicht wusste, dass sie die Galeristen von der Galais
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in meinem Atelier mich getroffen habe.
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Und dann kam heraus, dass ich genau in der Galerie äh eben das wie in der Galerie waren, also länger waren. Äh das habe ich erst,
1:08:25
Danach,
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verstanden, wo sie mir gezeigt hat, ja du ich habe gehört, du warst schon in meiner Galerie und ich so ganz spannend, wie sich bei euch immer Situationen ergeben und die sich nach einiger Zeit,
1:08:38
schließen. Mhm, ja. Ob es das Bild von Rosa Leu ist, dein Lieblingsbild, ein paar Jahre später stellst du sie aus. Ihr kauft ein Bild
1:08:47
Du wirst Teil der Galerie, das finde ich ganz faszinierend. Ja, das ist echt interessant. Also, weil da waren wir beide so, okay, das kann doch nicht wahr sein. Also
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Da habe ich euch mal eine lustige Frage stellen.
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Also mir ist das schon das ein oder andere Mal passiert, dass ich im Urlaub war und dort etwas gekauft habe.
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Was sich mit meinen Urlaubshormonen unfassbar toll fand, vielleicht unfassbar lecker oder ein ein Kleidungsstück, was ich unfassbar schön fand.
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Und dann war ich zu Hause und habe genug, das schmeckt ja gar nicht. Oder eigentlich sieht das total lustig an mir aus. Wie ist das denn, wenn man Kunst.
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In einer völlig fernen Kultur kauft und völlig beeinflusst ist in diesem Moment, wenn man diese Kunst dann in den eigenen vier Wänden hängen hat. Ich glaube.
1:09:42
Ich kann das nur.
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Verbinden mit mit einem Sammlerfieber. Also es gibt ja ein Sammlerfieber. Das kennt jeder, der.
1:09:55
Eine eigene Sammlung hat oder zumindest sie gerade Beginn ist aufzubauen. Das Sammeln ist ja dass die perfekte Mischung.
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Aus dem Jäger und dem Sammler.
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Das ist zumindest meine Interpretation, denn ich sammle einerseits, andererseits bin ich auf der Jagd nach dem was ich sammeln möchte. Also ich verbinde diese beiden Charaktere. So.
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Diesen Prozess, wenn ich mal Blut geleckt habe, wenn ich angefixt bin, kann ich natürlich ähm in ein Sammlerfieber kommen und Arbeiten kaufen, die,
1:10:29
Vielleicht im Nachhinein betrachtet jetzt nicht das waren, was man sich so in der Regel vorstellt. Ich muss aber ehrlich sagen, ist mir noch nie passiert. Denn.
1:10:40
Sammle.
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Ausm Bau heraus und ausm Bau heraus bedeutet, es muss in irgendwie ein ein innerer Dialog mit der Arbeit.
1:10:50
Stattfinden. Das heißt, ich muss mich in der verlieren. Das heißt, ich brauche diese Portion Faszination und.
1:11:01
Die verschwindet dann nicht und die ist bis jetzt noch nicht verschwunden, wenn die Arbeit dann bei mir hing. Ist ganz einfach so. Also deshalb.
1:11:09
Es ist noch nicht passiert, aber ich kann nachvollziehen, dass.
1:11:13
Das äh das ist dass es dieses Event gibt, dass man das vielleicht bereut, aber ach nee, ich wollte nur ähm noch von meiner Seite ähm,
1:11:23
Ähm was du gesagt hast, ja, dass man etwas kauft und dann gefällt es äh einem nicht,
1:11:28
Mir ist passiert so etwas, also was auf Kunst bezogen jetzt, wenn wir auf Kunst das Ganze beziehen, passierte mir das nicht. Aber auch wenn ich,
1:11:36
überhaupt im Allgemeinen konsumiere. Gehe ich sehr rational an die Sache ran. Also ich überlege,
1:11:44
brauche ich das, weil für mich ist Anhäufen von,
1:11:48
äh Sachen und Gegenständen ein äh wie so eine Belastung, ja. Deshalb ich mag das nicht zu viel zu haben. Lieber dann wirklich.
1:11:58
Was ich möchte oder was mir gefällt, also bei richtig ja wo ich weiß.
1:12:04
Das gönne ich mir. Abgesehen von der Kunst, die ihr hier an den Wänden hängen habt, merkt man das auch in der Sprache eurer Möbel. Wohlwollend, behaglich, wenige Möbel,
1:12:18
Aber so schön in der in der Zusammenstellung und
1:12:23
Ja in dem in dem Gefühl des Willkommenseins, das ist ein schöner Moment, ja. Ja, das ist schön, obwohl es sich so ergeben hat sich richtig, also ergeben ist auch wieder das das richtige Wort.
1:12:36
Es hat sich gefügt und ähm es war auf der anderen Seite aber auch kein Zufall, denn Zufälle gibt es ja nicht. Das gibt's auch in der Kunst nicht, denn auch beim reinen äh zufallsartigen Mahlen baterialisiert man ja im Endeffekt die die Gegenwart, ja. Deshalb.
1:12:51
Gibt es für mich kein Zufall, aber äh bevor ich jetzt abschweife,
1:12:55
Möbel, die du hier alle siehst, die sind nicht inszeniert zusammengestellt oder gekauft worden, sondern das sind sich von meinem Großonkel. Ach. Ja von der deutschen Seite.
1:13:06
Also mein Großonkel, also Familienmitglieder von mir, die waren der Meinung man kann das ja auch aufn Sperrmüll schmeißen.
1:13:15
Und in dieser IKEA Konsumwelt, in denen das ist eben das Problem.
1:13:22
Früher hat man Möbel weiter vererbt. Ich meine so einen Stuhl von damals, der hält Jahrhunderte.
1:13:27
Aber klar, wenn man oft umzieht, dann braucht man wahrscheinlich IKEA. Braucht man schnell einen Tisch, den man zusammenbaut, aber den man auch wieder schnell entsorgt, weil ähm kostet ja nichts.
1:13:39
Hier war's tatsächlich so, ich habe so gut wie alle Möbel aus seinem Haushalt, die stammen,
1:13:44
einfach aus den 50er, Sechzigerjahren, die man damals halt einfach so hatte. Du sagtest eben, dein deutscher Großonkel, dein Name ist,
1:13:55
Safras.
1:13:57
Lässt jetzt im ersten Moment nicht auf einen deutschen Großonkel vermuten. So ist es auch. Mein vollständiger Name lautet ja.
1:14:07
Safras. Ja, mein Vater,
1:14:10
in den 70er Jahren hier aus Pakistan zum Studieren, also Elektrotechnik an der TU München zu studieren, weil ein Stimpendium bekommen hatte und er lernte meine Mutter kennen. Meine Mutter ist in München geboren, genauso wie ich in München geboren worden bin.
1:14:24
Aber das Schöne ist, hier kamen zwei Welten zusammen, ja, also den Namen Yasin, den habe ich von meinem Vater.
1:14:32
Guten Abend David von meiner Mutter, aber der Yasin der Name Yasin, der existiert in dem Sinne nicht. Ähm ich.
1:14:43
Ich habe keine Glaubensrichtung, also ohne Bekenntnis hat man da immer gesagt.
1:14:49
Aber Yassin ist tatsächlich kein Name, sondern ein abstrakter Begriff aus dem Koran. Es ist der Name einer Sure, für den's keine Übersetzung gibt.
1:15:00
Zumindest mein Vater David wiederum ist ja würde ich sagen ein sehr jüdischer Name, also König David ja.
1:15:09
Wurde wurde das vermeintlich gegensätzliche zusammengefügt und da bin ich auch stolz drauf und fließen zwei zwei Strömungen,
1:15:20
diese zwei Strömungen, dieses gegensätzliche ist das auch das, was dein Werken ein bisschen beeinflusst,
1:15:25
Also ich pakistanische, also mir fallen direkt Feste ein mit vielen mit vielen vielen Farben, sehr, sehr bunt.
1:15:34
Und gleichzeitig aber dieses na ja ich will jetzt nicht sagen deutsch abstrakte das wäre ja irgendwie blöde aber ähm,
1:15:42
Ich würde jetzt das Abstrakte nicht unbedingt nach Pakistan verorten. Das abstrakte direkt mit Packistern zu verbinden. Ja, das ist wäre schwer, Pakistan ist so ein wunderschönes Land, ja. Also allein, ich meine, der Norden,
1:15:54
Ja.
1:15:54
Der ist ähm so fruchtbar. Der mittlere Teil natürlich auch. Da fließt der Punjab eben fünf Flüsse durch und äh du hast da den K2, ja, den zweithöchsten
1:16:07
Berg der Welt. Das ist ein wunderbares Land. Was soll da abstrakt sein? Mein Gott ähm ich glaube im Islam sagt man, man.
1:16:17
Darf sich kein Bildnis von Gott machen, deshalb ist ja dieser ganze Kalligrafie, alle.
1:16:23
Was so religiöse Kunst ist, eben nicht figurativ. Vielleicht,
1:16:28
haben die einen abstrakten Touch, ja. So, also ich philosophiert's gerade nur, aber ich sehe hier keinen direkten Bezug dazu. Also,
1:16:40
was ich an Werken produziere bin ich, ist das, was.
1:16:46
Sind die Spannungen? Sind die die Empfindungen, die sich über eine Kinetik.
1:16:54
Auf eine Tischleplatte auf einer großen Leinwand materializieren, ja. Also ich,
1:17:01
Würde vielleicht sagen, diese dieser permanente Output.
1:17:07
Ist ein Stück weit schon getrieben von dem Gegensatz.
1:17:13
Mit dem du leben musst hier als Mensch mit Migrationshintergrund, ja? Ich spüre schon ganz klar, dass es da,
1:17:22
Das Pakistanisches Blut in mir fließt. Also es ist irgendwie es ist da was, ja, so rund. Ich find's schön.
1:17:32
Dass ich das da verarbeiten kann, dass ich diese so ein Stück weit eine Spannung verarbeiten kann, denn es ist offensichtlich.
1:17:41
Als ich hier in München groß geworden bin.
1:17:44
Habe ich mir schon sehr viel Mühe gegeben, vielleicht mehr als andere sich anzupassen.
1:17:52
Immer ja, ich sage mal gute Noten zu schreiben.
1:17:57
Kind in Anführungsstrichen brav zu sein. Also ich war schon sehr stark in Somar in eine Art Anpassungsmodus.
1:18:04
Um deine Frage zu beantworten, vielleicht ist dieses Element, dieses sich anpassen, löst sich bei mir in meiner völlig freien,
1:18:13
abstrakten Malerei dann auf.
1:18:17
Ich glaube, das ist das könnte der Link sein und ganz spontan ist das mein Empfinden. Du hast ja eben gesagt, dass der Moment kommt und dann muss es aus dir raus, die Farben, die die Farben wenn du jetzt,
1:18:29
Farbe, ich wollte schon sagen Pinsel und Papier und in dem Moment habe ich nicht Pinsel sagen. Ich arbeite niemals mit Pinsel. Welche Farben würdest du dem Bild jetzt geben?
1:18:40
Ich würde ganz klar auf Grundfarben.
1:18:44
Zurückgreifen, ja. Ich würde jetzt ganz spontan sogar sagen, ich ähm,
1:18:51
Ich brauche Rot. Rot ist meine Lieblingsfarbe. Die kommt auch sehr stark in meinen Arbeiten vor, also es,
1:19:00
Ich liebe es. Ich werde immer nervös, wenn wenn Rot alle wird, ja. Ich brauche ich brauche Rot, ich brauche Rot. Gelb, ja, hauptsächlich. Ich benutze auch Weiß, ja, ganz klar, aber.
1:19:13
Gelb blau. Es ist immer immer was dabei und das ist schon mutig finde ich auch oft.
1:19:21
Angemischt. Man kann ja auch eine Wissenschaft aus dem Anmischen von Farben machen, ne? Oder mit Öl et cetera, aber ich bei mir muss es einfach.
1:19:30
Direkt aus der Tube rauf auf die Leinwand und wirken und explodieren, ja? Es ist auch ein bisschen lustig. Ich überlege schon die ganze Zeit.
1:19:39
Meine Cover-Kackeln haben ja einen Farbcode. Ich weiß gar nicht, ob's überhaupt jemals schon mal jemandem aufgefallen ist, aber Grün steht für Museum. Mhm. Blau steht für,
1:19:52
Kunst, die nichts mit der bildenden Kunst zu tun hat, also Literatur, Schauspielerei, Musik, ein Violett steht für.
1:20:00
Ein Expertenwissen, Galerie, Auktionshaus und Roth steht für Künstler.
1:20:06
Mhm. Ah. Habe überhaupt keine Ahnung, welche Farbe eure Kachel bekommt, aber indem du gerade sagtest
1:20:14
rot bekommt ihr die Künstler Kachelbrot. Das ist aber schön, genau. Meine Lieblingsfarbe. Ja genau. Ja, ich glaube, die Farbe kamen, glaube ich, nicht beschreiben. Ähm die wir in,
1:20:27
unserem vielfältigen Tun ähm kreieren würden. Also es wäre auf jeden Fall eine Mischfarbe. Ich ich weiß nur noch nicht welche, denn,
1:20:35
So viel verschiedene Projekte, wir sind Künstler, wir sind Gastgeber hier im Salon. Das deine Installationen, deine organischen Arbeiten, meine expressive Arbeit,
1:20:44
Ja. Ähm dann stellen wir ja auch wirklich aus, ja, hier Fremdkünstler
1:20:50
und vor allem auch Jungkünstler, wir brennen für Jungkünstler, ja wir wir fördern die, wir haben die gern hier und äh wir kaufen auch gern Werke von Jungkünstlern an, also das heißt, das ist so ein
1:21:01
Ein Portfolio an Projekten. Ich wüsste nicht, welche Farbe ich dem geben das ist auf jeden Fall, da sind viele Themen, die wir aber.
1:21:09
Natürlich ideal vereinen in in unserem Konzept und dennoch uns gleichzeitig auf unsere Kunst konzentrieren.
1:21:17
Ich glaube, wir haben heute ein wunderbar bunten Raum modelliert, um jetzt in eurer Sprache zu bleiben, um über,
1:21:29
Das Salonwesen zu sprechen über über eure Gastfreundschaft, über eure Intention, euren Gästen gegenüber. Wir haben sogar einen Raum
1:21:38
modellieren können, um euch als eigenständige, als freischaffende Künstler darzustellen. Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich, dass ich heute euer Gast sein durfte.
1:21:49
Und ja, mit diesen Worten möchte ich mich ganz herzlich bedanken und mich verabschieden.
1:21:56
Herzlichen Dank auch an dich für deine Zeit. Sehr, sehr gern. Es war mir ein Fest. Vielen lieben Dank, Claudia, es war wirklich klasse. So meinen ersten Podcast. Das freut uns und,
1:22:09
Würde mich auf demnächst auch freuen und.
1:22:12
Alles, alles Gute für das Baby. Du hast ein paar Mal von befruchten und so gesprochen und ich finde es so schön, ich glaube, das ist wirklich das Highlight, wenn wenn ich irgendwann mal gefragt werde, ja, welche Anekdoten kannst du denn aus deiner
1:22:25
Podcast dabei erzählen,
1:22:27
saß ich da und wir sprachen über über Kuben, in denen man sich eingehüllt fühlt, wie er in einem und auf einmal kam diese wunderbare, schöne Aussage. Toi, toi, toi euch danke.
1:22:40
Music.
1:22:51
Ihr habt Fragen, Anmerkungen und Feedback? Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Claudia at die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE.
1:23:01
Und wenn ihr mögt, dann freue ich mich sehr über euer Like und eine Bewertung.
1:23:07
Ihr möchtet weitere Informationen? Dann schaut auf meiner Website unter WWW die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und nun von Herzen.
1:23:18
Music.