Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

subscribe
share






episode 1820: Love Letters - Hamburger Kunsthalle [transcript]


Ich habe einen Lieblingssong –  gut nicht nur einen – aber von diesem speziellen möchte ich euch erzählen. Er heißt Love Letters und ist von Metronomy. So richtig schön kann ich mitsingen und wünschte mir, dass ich den Liebesbrief von „far across the sea“ erhalten würde.

Im Jahr 2022 ist das alles auch so herrlich einfach, Email, Whatsapp oder Instagram. Gut, so richtig romantisch ist das nicht. Schöner wäre es doch etwas persönliches in den Händen zu halten – vielleicht auch ein Bild mit den Worten „Loveletter“.

Apropos wie wurden eigentlich früher Liebesbriefe überbracht? So einfach über den Atlantik ging das ja nicht… Wie wurde im alten und vielleicht auch ein bisschen konservativem Europa mit der Situation von kleinen und pikanten Alltagssituationen umgegangen und … gibt es einen Bezug zu dieser damaligen klasse Gesellschaft ins Heute?

Finden wir es doch mal heraus… und ganz besonders freue ich mich, dass ich dazu eine Gesprächspartnerin gewinnen konnte, die ich schon seit der ersten Stunde des Podcasts auf meiner persönlichen Wunschliste stehen habe. Nun ist also der perfekte Moment gekommen, dass wir uns über deine Ausstellung unterhalten.

Herzlich willkommen und schön, dass du da bist, liebe Dr. Sandra Pisot, Leiterin der Sammlung Alte Meister der Hamburger Kunsthalle sowie Kuratorin der aktuellen Ausstellung „Klasse Gesellschaft – Alltag im Blick der niederländischen Malerei “ in welcher Werke der niederländischen Meister mit Arbeiten von Lars Eidinger und Stefan Marx in Verbindung gebracht werden.

Aber bevor wir uns dem ironischen Treiben der alten und neuen Meister widmen…. Bin ich gespannt, was wir noch von deinem Weg kennenlernen dürfen


share








 2022-01-28  1h1m
 
 
00:00
Music.
00:09
Zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst.
00:17
Es ist kein Geheimnis. Ich liebe es, mit Leichtigkeit Brücken zu schlagen. Besonders gerne zwischen Mensch und Kunst.
00:27
Frei von aufregenden Alyen und elitären Einstellungen, sondern authentisch aufschlussreich und empathisch zugewandt.
00:37
Besonders freue ich mich, wenn ich spüre, dass ich mit meiner Art der Betrachtung nicht alleine bin.
00:44
Daher möchte ich euch vorab meinen heutigen Kulturpartner Sinviolat vorstellen.
00:51
Singulat baut ebenfalls gerne Brücken und zwar zwischen talentierten Kunstschaffenden und Kunstliebhabenden.
01:00
Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich in den ersten Schritten eines Sammlungsaufbaus befindet oder schon auf das eine oder andere eigene Werk im Zuhause blickt.
01:11
Senkulat wählt mit geschult kuratorischem Verständnis Künstler auf der ganzen Welt aus, um Sammlern zu helfen, neue Kunstwerke zu finden.
01:23
Kunstberater von Singulat sprechen 26 Sprachen, um sich global und online mit Künstlern und Sammlern auszutauschen, zu präsentieren, zu beraten und zu verbinden.
01:37
Schaut doch mal auf WWW Punkt Singulat Punkt com vorbei und lasst euch von einer der führenden Online-Galerien überzeugen, wie einfach es ist, gute, zeitgenössische Kunst zu erwerben.
01:51
Ganz ohne eigenes Expertenwissen mitzubringen. Und nun wünsche ich euch viel Freude beim.
01:59
Music.
02:10
Einen Lieblingssong. Gut, nicht nur einen, aber von diesem speziellen möchte ich euch erzählen.
02:17
Er heißt Love Letters und ist von Metronomy.
02:22
So richtig schön kann ich mitsingen und wünschte mir, dass ich den Liebesbrief von erhalten würde.
02:31
Im Jahr 2022 ist das alles auch so herrlich einfach. E-Mail, WhatsApp oder Instagram.
02:40
Gut. So richtig romantisch ist das nicht. Schöner wäre es doch etwas Persönliches in den Händen zu halten.
02:46
Vielleicht auch ein Bild mit den Worten, Love Letter.
02:51
Pro. Wie wurden eigentlich früher Liebesbriefe überbracht? So einfach über den Atlantik ging das ja nicht.
02:59
Wie wurde im alten und vielleicht auch ein bisschen konservativen Europa mit der Situation von kleinen und pikanten Alltagssituationen umgegangen und.
03:09
Des einen Bezug zu dieser damaligen Klassegesellschaft ins Heute. Finden wir es doch mal heraus.
03:16
Ein ganz besonders freue ich mich, dass sich dazu eine Gesprächspartnerin gewinnen konnte, die ich schon seit der ersten Stunde des Podcasts auf meiner persönlichen Wunschliste stehen habe.
03:26
Nun ist also der perfekte Moment gekommen, dass wir uns über deine Ausstellung unterhalten.
03:32
Herzlich willkommen und schön, dass du da bist. Liebe Doktor Sandra Pisou. Jetzt greife ich ausnahmsweise einmal vor.
03:41
Denn du hast mir vorab verraten, dass du studentische Hilfskraft an den bayrischen Staatsgemäldesammlungen warst.
03:48
Dann ein Volontariat an den staatlichen Kunstsammlungen in Dresden gemacht hast, dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gemäldegalerie alte Meister gearbeitet hast und seit 2013 in Hamburg bist.
04:03
Erst im Pozerius Kunstforum und seit Februar 2014 Leiterin der Sammlung alte Meister der Kunsthalle Hamburg sowie
04:13
Kuratorin der aktuellen Ausstellung klasse Gesellschaft, Alltag im Blick der niederländischen Malerei, in welcher Werke der niederländischen Meister.
04:23
Arbeiten von Lars Eidinger und Stefan Marx in Verbindung gebracht werden.
04:29
Doch bevor wir uns dem ironischen Treiben der alten und neuen Meister widmen, bin ich gespannt, was wir noch von deinem Weg kennenlernen dürfen.
04:38
Ja hallo liebe Claudia, vielen Dank für die Einladung zum Podcast.
04:42
Mein Name ist wie gesagt Sandra Pisou. Ich bin seit 2014 hier die Leiterin der Sammlung Alte Meister an der Hamburger Kunsthalle und habe eben schon verschiedene Ausstellungen kuratiert, unter anderem jetzt die Klasse Gesellschaft aktuell.
04:56
Ja ich habe in Augsburg Kunstgeschichte studiert, klassische Archäologie und neuere neueste Geschichte. Ähm habe dann verschiedene Praktika auch gemacht.
05:05
Promoviert an der Universität Stuttgart, habe eine Weile in Italien gelebt und ähm habe mich aber auf alte Meister spezialisiert, weil die von Anfang an ähm mich eigentlich am meisten.
05:16
Interessiert haben, weil ich diese Verknüpfung und Verbindung aus.
05:20
Mythologischen Szenenhistorischen Hintergründen, eben Alltagsszenen, Landschaftsmalerei, die symbolische
05:26
Bedeutung, die dahinter steckt oftmals unglaublich interessiert hat. Das hat mich immer schon sehr fasziniert und es hat mich auch ja zur damaliger Zeit im Studium
05:37
nicht so fasziniert und emotional berührt wie alte Meister, speziell auch zum Beispiel Kunstkaravatschos, das hat mich immer sehr gepackt und deswegen war für mich klar, dass ich mich zwar für
05:49
eigentlich sämtliche Kunstgattungen aber auch Epocheninteressiere aber doch dann mich beruflich gerne mit alten Meistern beschäftigen möchte. Ich finde die alten Meister, die haben hier auch so was der der
05:59
tierisches. Man geht auf Spurensuche, liest Fährten und entdeckt ganz viele Zeichen, die ja für irgendetwas Besonderes in der in der damaligen Zeit stehen. Magst du mir mal ein paar Symbole verraten?
06:12
Ja, das ist auch etwas, was eigentlich ganz spannend ist, weil viele Besucherinnen auch.
06:16
Hm ja alte Meister, das sehe ich ja, was dargestellt ist und ich erkenne es sofort, vielleicht fordert mich jetzt
06:23
eine Malerei oder ein Gemälde von Kandinsky viel mehr heraus, etwas Abstraktes, weil ich da meine Fantasie viel mehr einbringen muss oder meine Gedanken schweifen lassen kann
06:32
da muss ich dann immer sagen, nein, Moment, also es braucht eigentlich schon auch eine Erklärung. Man denkt auf den ersten Blick, man wüsste, was dargestellt ist, aber es braucht eben doch diese
06:42
Entschlüsselung der Symbole, um dann auch die wirkliche Intention quasi zu erkennen.
06:48
Das ist tatsächlich so, dass zum Beispiel jetzt auch in der Malerei, dass wir verschiedene kleinere Symbole haben. Wir haben Varnitas-Symbole, Erlassene Kerzen zum Beispiel, die immer auf die Vergänglichkeit hinweisen, auf ein Todesmotiv, bei Stillleben auch zum Beispiel Käfer, die an Blumen knabbern oder.
07:07
Äpfel, die ähm schon vom Schimmel befallen sind. Also immer dieser Bezug zum Tod, dieser Bezug zur Vergänglichkeit, aber dann auch jetzt in der Genre malerei verschiedene Symbole wie ein Hund, der für ehrliche Treue und Freundschaft steht
07:21
oder aber Eulen, die gerne mal bei Zechenten Bauern im Hintergrund die Gaststuben quasi bevölkern oder besetzen und auf das Sprichwort verweisen, das ist im 17. Jahrhundert auch gab in den Niederlanden betrunken wie eine Eule sein. Also das sind alles ja und das sind eben tatsächlich diese Symbole, die
07:40
erst ja den den Gehalt oder den Inhalt des Bildes vermitteln und ja so eine Anleitung vielleicht auch darstellen zum Verständnis und zum Lesen des Bildes.
07:50
Das finde ich ungeheuer spannend, das macht mir einfach sehr viel Spaß. Glaubst du, dass die alten Meister schon komplett entschlüsselt sind?
07:56
Nein, das ist tatsächlich etwas, was man auch grade auch von der Schenune Malerei sagen kann, dass es wahrscheinlich auch ein Stück weit die Faszination dieser Gattung ausmacht, äh die sich bis heute erhalten hat, weil vieles rätselhaft
08:09
bleibt, weil eben vieles nicht entschlüsselt werden kann, weil wir vieles nur vermuten können, aber nicht hundertprozentig wissen.
08:16
Weil da eben noch ganz viel eigene Fantasie und Spielraum beziehungsweise ja Fantasie eben beim Besucher oder beim Betrachter, bei dem Betrachterinnen vorausgesetzt wird und auch möglich ist und man eigentlich noch ganz viel
08:29
eigene Fantasie mit einbringen kann. Es ist viel immer in Rot und Orange dargestellt. Weiß man da schon, was das bedeutet? Auch das ist zum Beispiel etwas, was
08:38
über die Jahrhunderte nicht entschlüsselt werden konnte, vollständig. Man glaubte.
08:43
Ganz früh mal Farbe orange mit Orange ähm genau, das ist ein bisschen
08:51
Es wäre eine sehr banale Erklärung und so einfach. Also damit hat es wohl nichts zu tun. Es kann sein, dieses Rot, Orange, das ist auch eine sehr.
08:59
Farbe auch gerne von Malern für Stoffe verwendet und also sehr kostbar
09:04
Stoffe dann auch die in dieser Farbe dargestellt werden. Aber es sind auch einfach nur Farbakzente im Bild dieses Bild lebendig und lebhaft
09:11
werden lassen und deswegen auch ja vielleicht einfach nur Farbakzentes sind, die gesetzt werden, besondere. Wenn ich jetzt an die Bilder niederländischer Maler denke. Man sieht.
09:21
Ziemlich häufig Marmorfußböden und ja orientalisch wirkende Teppiche auf den Tischen.
09:29
Was haben die zu bedeuten? Im Grunde diese Teppiche, die muss man sich so vorstellen, dass es sehr sehr dünne Stoffe sind, also sehr
09:36
dünne Teppiche mit Fransen auch zum Teil und das war so eine Mode, eigentlich wie die Tischdecke heutzutage, so hat man sich im 17. Jahrhundert vermutlich eben diese Orienteppiche, die unterschiedlich ausgearbeitet waren, auf die Tische gelegt und ja und
09:50
damit auch gezeigt, dass ähm komm, man kann einerseits die Verknüpfung zu den Niederlanden als Seehandelsmacht schlagen. Das heißt, im 17. Jahrhundert waren ja eben die Niederlande, die sich einerseits nördlich die nördlichen Provinzen, die sich vom südlichen Teil der Niederlande.
10:03
Nach dem Unabhängigkeitskrieg ähm abgespaltet haben. Eigenständige Republik wurden.
10:09
Sich ja ähm hervorgetan, weil sie eben also weil's einfach diese ungeheure Blütezeit war, diese na der nördliche Teil der Niederlande ähm.
10:18
Ist ja unglaublich zu Geld gekommen und ähm es war der Finanz und äh die Wirtschaftsmetropolen quasi in Europa. Es war eigentlich.
10:26
Kleinste Land, das so unglaublich reich wurde, was damit zusammenhängt, dass man Handel getrieben hat, dass die Ostindienkompanie gegründet wurde, die West-Indien Kompanie zu Anfang des 17. Jahrhunderts und dass man die Seh-und Handelswege nach Indien, nach Afrika, nach Brasilien
10:44
auch ja kontrollierte und dann auch mit Gewürzen gehandelt hat, also eben Muskat, Nelken, Pfeffer mit
10:50
brachte nach Holland, aber halt auch Stoffe und eben diese Orientteppiche. Das sind alles Zeichen für Reichtum, deswegen auch in diesen Bürgershäusern der Kaufleute, die zu Geld gekommen sind, auf den Tischen liegend, Symbole für Reichtum.
11:05
Aber das muss man auch sagen, diese Marmorfußböden, das ist etwas, was tatsächlich auch im Grunde genommen.
11:12
Ja nicht ganz der Wirklichkeit der Realität entspricht, das ist auch immer so die Frage, diese Bürgerszenen, diese die wir vor uns sehen, sind es Abbilder der Realität der damaligen Zeit, sind das Momentaufnahmen, was haben wir eigentlich
11:26
Welche Art von Bildern sehen wir vor uns? Und es sind künstlerische
11:30
Bilder, wie ich gerne sage, also schon Szenen und Räume, die der Künstler vermutlich gesehen hat, aber dann in seinem Atelier mit seiner eigenen Fantasie verknüpft hat und quasi in einer eigenständigen Komposition dann auf die Leinwand oder auf die Holztafel quasi gebracht hat. Und deswegen
11:49
Ja, diese Marmorfußböden, von denen man sagen kann, dass die wohl eher nicht im 17. Jahrhundert in dieser Art verlegt worden sind in den Häusern, weil sie einfach zu kostspielig waren.
11:58
Die hat er wohl so nicht vorgefunden.
11:59
Ist das eine eine Art Definition für Genremalerei. Ja, Jeanemalerei bedeutet ja eigentlich nichts anderes als Alltagsszenen, also das Genre einerseits die Gattung, die damit beschrieben wird. Es ist ja auch ein Begriff, der
12:14
17. Jahrhundert überhaupt nicht gab. Der Begriff der Genre Malerei wurde erst im 18. Jahrhundert eingeführt, um diese Gattung zu fassen.
12:22
Im 17. Jahrhundert hat man eigentlich überhaupt keinen übergeordneten Begriff gehabt für diese Gattung, sondern man hat
12:29
das beschrieben, was man gesehen hat. Also zum Beispiel Soldaten in der Wachstube oder elegante Paare beim Spaziergang oder
12:36
eine Mutter mit ihrem Kind, eine stillende Mutter mit ihrem Kind oder eine Frau, die Briefe schreibt. Also man hat das, was man gesehen hat, beschrieben in Worten und es gab keinen Gattungsüberbegriff. Das kam erst sehr viel später auf tatsächlich. Aber es sind diese Alltagsszenen. Der Mensch, der in seinem Alltag dargestellt wird,
12:54
der Mensch, der überhaupt auf einmal ein Motiv wird.
12:58
Bildwürdiges Motiv wird und zwar in all seinen Facetten, in allem was er tut, dargestellt wird. Das ist neu und das meint eigentlich
13:06
Genre-Malerei. Gab's damals eigentlich schon Bildtitel? Bildtitel gab es bei alten Meistern, also überhaupt
13:12
nicht. Das heißt, es gab keine Titel, die die Künstler selbst vergeben hätten, die sich bis heute überliefert hätten. Also es sind alles Titel, die sehr viel später erst in Bildern gegeben wurden. Weiß man wann?
13:24
Ähm ich glaube auch schon im 8zehnten. Jahrhundert zum Teil. Wir haben das zum Beispiel bei Franzisco de Goya. Da gibt es.
13:30
Titel, die der Künstler selbst eben auch verliehen hat, gerade in seinen Radierungen, in diesen Serienzyklen, die ja
13:37
ausgeführt hat. Da hat er die Titel auch selbst vergeben, aber die ganze Welt ist eine Maskerade. Ja, genau und beziehungsweise eben in diesen ja Desaster, das du da oder eben auch in diesen
13:48
in denen er auch im Grunde genommen das Leben der spanischen Bürger beschreibt und da hat er zum Teil in ironisierenden aber auch sehr ähm ja.
13:57
Ja schmerzhaften Titeln für uns, wenn man sich.
14:01
Kriegsgeschehen anschaut, die dargestellt sind, sehr drastisch auch zum Teil entsastischen Bildtiteln, ja, den Bildern eben die Titel verliehen.
14:10
Und das ist so im 18. Jahrhundert eben schon aufgekommen und dann später natürlich im 19. und klassische Moderne klar. Aber bei den alten Meistern im 16., 17., 15. Jahrhundert gab es das nicht.
14:21
Und jetzt sitzen wir hier zusammen. 2022 und unterhalten uns über die von dir kuratierte Ausstellung Klasse Gesellschaft.
14:31
Es klingt irgendwie komisch. Eigentlich sagt man doch Klassengesellschaft oder?
14:35
Genau, das ist ein Wortspiel, ein bewusstes Wortspiel, ein bewusst gewähltes Wortspiel, das wir ausgefunden haben. Wir haben lange überlegt hier im Haus, wie die Ausstellung heißen soll, was sie eigentlich.
14:47
Beschreibt, äh wo der Schwerpunkt liegt und wie man eben diesen Schwerpunkt in einen Titel fasst und das ist sehr komplex und gar nicht so einfach tatsächlich. Es gab
14:56
Termine. Da sind auch meine Kolleginnen das Marketing, der Direktor natürlich, auch der Vorstand beziehungsweise mit involviert meine KollegInnen das Marketing, aber auch der Presse und so weiter und
15:09
Wir haben wirklich länger gebraucht, um einen Titel zu finden, denn es war auch klar, es werden zwei Blicke gezeigt, zwei Sichtweisen gezeigt, nämlich einerseits die
15:18
ja, historisierende
15:19
Sichtweise aus dem 17. Jahrhundert heraus verstehend. Ganz traditionell, aber dann auch wiederum der Blick der heutigen Zeit auf diese Gesellschaft im Sitz.
15:29
Jahrhundert auf diese Klassegesellschaft und wie sieht Gesellschaft eigentlich im Vergleich heute aus zu unserer Zeit und deswegen auch dieses Wortspiel, Klasse Gesellschaft, das einerseits ganz positiv verstanden werden kann als
15:41
tolle Gesellschaft vielleicht, aber auch natürlich dieses Negative. Diese negativen Begriff oder dieses negative Deutung beinhaltet, nämlich mit Klassengesellschaft.
15:50
Und im 17. Jahrhundert war die Klassengesellschaft eine sehr moderne Errungenschaft muss man sagen. Also von der Ständegesellschaft zur Klassengesellschaft hin, die Entwicklung war sehr ähm.
16:00
Ja, was sehr modern. Die Niederlande, es war waren in ihrer Entwicklung in der Alphabetisierung sehr weit entwickelt, sehr weit fortgeschritten. Es konnten nahezu alle lesen und schreiben. Ja, es war auch.
16:12
So, dass man eben, dass es nicht mehr wichtig war, in welche.
16:16
Familienmann geboren wurde. Also die Privilegien, die man quasi von Geburt an mitbekommen hat, spielten keine Rolle mehr. Der Adel und der Klerus spielten keine Rolle mehr. Das heißt, in den Niederlanden im 17. Jahrhundert konnte man sich aus eigener Kraft.
16:31
Wohlstand erarbeiten und zu Wohlstand kommen und das ist eben sehr herausragend und
16:36
Diese Einteilung in Klassen, wie gesagt, war zur damaliger Zeit sehr modern. An oberster ja die oberste Klasse war natürlich die Obermittelschicht, die dich aus den reichen Kaufleuten gebildet hatte und die auch politische Ämter begleiten konnten und ja die unteren Klassen waren dann eben die einfachen Arbeiter
16:55
die Mägde bis hin zu den Bettlern, die umherzogen um Almosen warten, aber auch die Kriegsversehrten, die zurückkamen und eben überhaupt.
17:04
Mehr erwerbstätig waren, also die Erwerbslosen, die standen tatsächlich an letzter Stelle. Und im Grunde genommen, wenn man sich heute ja unsere Gesellschaft anschaut, bemerkt man, dass alte Meister oftmals mit ihren Themen gar nicht so weit entfernt sind und dass sich doch sehr viele Situationen sehr vergleichbar zeigen und widerspiegeln und auch
17:23
sich dadurch sehr viele Parallelen aufzeigen und das ist etwas, was mich sehr interessiert hat an dem Thema auch.
17:29
Natürlich gab es immer schon auch immer wieder Ausstellungen zur Show der Malerei.
17:34
Aber mal also tatsächlich diesen Begriff der Gesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen und sich die Gesellschaft bewusst anzuschauen, nämlich
17:42
die Gesellschaft im 17. Jahrhundert und die heutige Gesellschaft im Vergleich. Das ist glaube ich schon.
17:47
Sehr neu. Wie bist du auf das Thema angegangen? Eigentlich ganz klassisch, ähm dass ich ja überhaupt dieses Thema gefunden habe, weil wir
17:55
hier in der Hamburger Kunsthalle schon auch unsere Ausstellungsthemen aus der Sammlung heraus entwickeln und die niederländische und flämische Malerei des 17. Jahrhunderts tatsächlich den Schwerpunkt bilden in der Sammlung alte Meister der Hamburger Kunsthalle.
18:09
War für mich klar, dass ich irgendwann mal diesen Schwerpunkt hier in den Mittelpunkt setze und eine Ausstellung dazu konzipiere. Und da ich auch bemerkt habe, weil ich auch natürlich mir wichtig ist,
18:20
Was die Besucherinnen auch interessiert, setzt sich natürlich auch so meinen Fokus drauf. Habe ich festgestellt, dass die Besucher innen bei Führungen auch sehr viel Freude und Spaß an diesen
18:30
Alltagsszenen haben. Also weil man sich nicht nur zur damaliger Zeit
18:34
als Sammler mit diesen Themen identifizieren konnte, sondern es zum Teil auch heute noch tut, weil eben einem vielleicht feiernde, zechende Menschen, die trinken
18:43
nicht so fern sind wie andere Szenen vielleicht der alten Meister. Und ich habe eben gemerkt, dass man sich auch heute noch da sehr amüsiert drüber und das stelle ich auch jetzt.
18:52
AusstellungsbesucherInnen fest, dass die da einfach auch mit höchstem Vergnügen auch zum Teil nachdenklich durch die Ausstellung gehen, aber auch mit großem Vergnügen vor den Bildern stehen bleiben und eben die kleinen Details entdecken, die so wichtig sind.
19:04
Wer hat damals die Bilder in Auftrag gegeben? Ist der Künstler hingegangen und hat fiktive Alltagssituationen gezeichnet.
19:12
Oder waren es dann doch vermögende Leute, die gesagt haben, wir wünschen uns ein Bild, das
19:18
Thema XY behandelt. Das ist tatsächlich auch ganz neu im 17. Jahrhundert, weil eben anders vielleicht als in Italien noch im 16., 17. Jahrhundert oder auch in den Niederlanden zuvor es keine ähm spezifischen Auftraggeber mehr gab.
19:32
Und auch keine Mähne mehr gab. Man weiß von Johannes Vermehr, der hatte auch noch zwei mit Zähne, für die er gemalt hat regelmäßig
19:38
aber es ist doch so gewesen, dass die Künstler sich auf Gattungen spezialisiert haben und dann für den Kunstmarkt gearbeitet haben, für einen anonymen Kunstmarkt und deshalb tatsächlich
19:49
ja in Mengen ihre Bilder auf den Markt, ja. Man kann fast sagen, geworfen haben und es gab eben genügend reiche Sammler, Kaufleute, Bürger.
19:59
Zu Geld gekommen sind, die sich erstmalig auch Ölgemälde leisten konnten
20:03
und eben nicht mehr nur der Adel der eben Bilder in Auftrag gab natürlich haben auch Kaufleute ihre Portraits in Auftrag gegeben denn die wollten sicher und ihren Reichtum auch für die Nachwelt festhalten, ganz klar.
20:16
Aber dass man tatsächlich für einen anonymen Kunstmarkt gemalt hat und eben
20:21
in Mengen diese Bilder hergestellt hat. Man muss fast herstellen sagen zum Teil wurden eine Millionen Gemälde im Jahr produziert und das ist
20:30
unvorstellbar für uns heute. Von welchen Mengen wir auch sprechen
20:34
und wie wenig sich im Grunde bis heute dann auch erhalten hat dieser Kunst, dass es tatsächlich einzigartig im 17. Jahrhundert in den Niederlanden und diese Herausbildung des Kunstmarktes es gab im Jahr dann in Amsterdam zum Beispiel zwei, drei Lotterien sogenannte, auch Messen, wo die Bilder dann auch veräußert wurden und verkauft wurden. Das ist
20:54
einzigartig kann man sagen und das ist auch so ein moderner Ansatz und ja
20:59
Es zeigt auch die Entwicklung zum heutigen Kunstmarkt ganz deutlich auf. Mehr Galerien wird's ja damals noch nicht gegeben haben. Genau, man hat tatsächlich auf öffentlichen Märkten in eben Lotterien nannte man das damals die Bilder ausgestellt beziehungsweise dann verkauft und
21:15
Ja, das ist etwas auf Märkten auch eben und es war quasi wie eine Art öffentliche Galerie.
21:20
Unter freiem Himmel. Apropos unter freiem Himmel. Jetzt muss ich mal fragen, du wirst wahrscheinlich lachen über Leitung zu Planea.
21:28
Haben die Künstler damals, wenn wir durch die Ausstellung gehen, sehen wir sehr viele Bilder von. Ich hoffe, ich spreche es richtig aus. Peter dann hoch
21:38
Wie hoch, Devo? Mhm. Oh, danke. Der ist so detailverliebt gezeichnet sind. Ich kann mir fast gar nicht vorstellen, dass sich die Menschen stundenlang hingesetzt haben, um ein Weinglas in die Höhe zu halten. Wie sind die Künstler denn damals vorgegangen?
21:52
Also tatsächlich hat man eben äh nicht vor Ort gemalt, sondern im Atelier, in seiner Werkstatt beziehungsweise
22:00
und die Künstler anders als dann im 19. Jahrhundert auch, als die Künstler dann mit den Staffelen in die Landschaft zogen und vor Ort gemalt haben, hat man das eben im 17. Jahrhundert überhaupt noch nicht gemacht, sondern eben in der Werkstatt und der Künstler hat
22:13
Situationen, die er wahrgenommen hat, ja in seinem Kopf quasi festgehalten ist, in seine Werkstatt gegangen und hat dann das
22:22
Bild ausgeführt nach seinen
22:24
eigenen Vorstellungen, wie er's eben gesehen hat einerseits, also er hat ein künstlerisches Abbild geschaffen der Realität. Er hat das, was er aufgenommen hat, in sich quasi, ja
22:36
auf die Leinwand gebracht und hat aber dann noch seine eigene Fantasie mit angefügt, sodass wir eigentlich auch nicht wirklich realitätsgetreu
22:45
haben oder Bilder vor uns haben, Szenen vorfinden, sondern es ist immer ein Stück Realität, gepaart mit Fantasie des Künstlers.
22:54
Denn eigentlich Skizzen? Haben die Skizzen angefertigt
22:57
Ja, wir haben Zeichnungen angefertigt natürlich auch und Dadierungen auch als Druckgrafik wurde angefertigt und da haben verschiedene Künstler ihre.
23:05
Themen, ihre Motive schon vorab in Studien festgehalten, bevor sie sie dann auf der Leinwand gemalt haben. Es gibt aber auch Künstler, wie eben Peter Dehoch oder auch Johannes Vermehr.
23:17
Von denen überhaupt nicht viele Zeichnungen tatsächlich vorhanden sind, die keine großen Zeichner waren, nicht weil sie's nicht gekonnt hätten, sondern weil sie's einfach nicht gemacht haben.
23:27
Die sofort tatsächlich auf die Leinwand gemalt haben und zum Teil kann man auch jetzt in der Ausstellung, das ist sehr sehr spannend zu sehen
23:35
Übermalungen von Peter, die hoch entdecken, einzelne Figuren, die er selbst übermalt hat. Da kann man auch so, ja, Artenumrisse sehen.
23:44
Und er hat dann während des Malprozesses manchmal seine.
23:48
Verändert, seine Intention verändert und hat eben, ja, Figuren übermalt wieder. Aber er hat die Bilder nicht in Vorstudien angelegt, um dann quasi.
23:57
Sie auf die Leinwand zu übertragen. Das hat er nicht gemacht. Ihr habt viele Bilder von Peter oder? Ja. Wir haben also in der Sammlung selbst ein Gemälde von Peter, die Hoch, unseren Liebes.
24:07
Aber zum Glück sind wir ja auf so viel Wohlwollen sehr Leihgeber gestoßen und so viel Unterstützung auch der Ausstellung, dass wir tatsächlich insgesamt inklusive unserem Liebesboten 20 Peter die Hoch
24:19
Bilder hier zeigen können und das ist schon also auch abgesehen von den Themen, die er dargestellt hat, die reizvoll sind, natürlich auch was die malerische Qualität anbetrifft. Unglaublich ja.
24:32
Gut gemalt, äh großartig tatsächlich die großartige Qualität, die er zeigt, weil er auch zu den Feinmalernern gehört, zu den sogenannten Feinmalernern, als es auch in der Hälfte geboren und dieses
24:42
Auge für die Details, was er hat und auch dieses ja diese diese Far
24:47
die Lichtführung, durch die er sich auszeichnet. Er schafft eben über dieses Licht Schattenspiel, über dieses sehr subtile eine ganz intime Atmosphäre, eine ganz besondere Atmosphäre auch in sein Ernte Jörs.
25:00
Abgesehen auch von seiner ja von seiner Behandlung, der ähm Tiefenwirkung und seinem Spielmittelperspektive. Er hat immer auch geöffnete Türen und Fenster in seine Räume integriert. Das heißt
25:11
Man wird mit dem Blick quasi durch die Räume von ihm nach draußen wieder genau und das ist sehr spannend.
25:18
Ja, man hat das Gefühl, man schaut immer noch mal irgendwie auf eine Straße oder aus einem Fenster heraus oder? Genau. Genau.
25:25
Zum Teil dann auf einen gegenüberliegendes Haus, was vielleicht auf der anderen Seite des Kanals liegt. Und man kann sich so ein bisschen vorstellen, wie quasi.
25:34
So eine Straßenszene
25:36
in Holland im 17. Jahrhundert, in Delft oder in Amsterdam, also dann nach Amsterdam übergesiedelt, ausgesehen haben mag und man sieht eben auch sehr viele Figuren, die mit dem Einkauf beschäftigt sind oder Kinder, die Angelschnüre in der Hand halten und mit gar mit Spielen beschäftigt sind und das ist auch sehr, sehr schön.
25:53
Das Kind habe ich gesehen und ich habe mich gefragt haben damals Mädchen schon geangelt?
25:58
Ja, tatsächlich ist es sehr, sehr lustig eigentlich, weil man gar nicht genau das Geschlecht bestimmen kann der Kinder. Ja, es sieht so nach Clyde aus, aber bis zum Alter von vier oder fünf Jahren waren die Kinder tatsächlich Jungen und Mädchen in den Niederlanden gleich gekleidet.
26:13
Das heißt, es kann sich auch durchaus um einen Jungen gehandelt haben, aber das ist etwas, was wir heute gar nicht mehr nachvollziehen können. Also wir gehen immer mit unserem Blick
26:21
aus der heutigen Zeit davon aus, dass es sich um ein Kleid handelt und deshalb automatisch um ein Mädchen, aber tatsächlich kann es genauso gut ein Junge gewesen sein.
26:30
Dass du mich ja jetzt nein du nicht mich aber da habe ich mich selbst ganz schön aufs Glatteis geführt.
26:36
Ist das Thema Winter auch wichtig. Apropos Blatt eins ja, das Thema Winzer tatsächlich ist wichtig einerseits ganz
26:43
plakativ, weil die Ausstellung halt auch natürlich jetzt im Winter läuft und es zum 27. März zu sehen ist und über die Winterszeit und Weihnachtszeit auch eben dann zu sehen ist und eigentlich gehören die sogenannten Winterstimmen
26:55
also die Winter ja ähm Wintertees wie sie so schön auf holländisch heißen. Eigentlich zur Gattung der Landschaftsmalerei, aber es sind auch sehr sehr viele kleine Genre-Szenen darauf zu sehen. Menschen beim Schlittschuhlaufen.
27:08
Menschen, die angeln, im Eis angeln und Kinder, die eine Schneeballschlacht machen oder mit einem Schlitten über das Eis gezogen werden
27:16
aber auch so alltägliche Arbeiten, die verrichtet werden, wie zum Beispiel das Schlachten eines Schweines, was wir auch auf einem Bild aus der Direct Gallery London sehen
27:26
es hängt so ein bisschen damit zusammen, einerseits geht man den Vergnügungen nach, also die eben so dieser Winter mit sich bringt, eigentlich so wie heute auch. Es wurde Golf gespielt, genau mit K geschrieben, eine Sportart.
27:38
Eigentlich so der ein Vorläufer des heutigen Eishockey ist, also mit Schlägern tatsächlich, die auch so gebogen waren, dass man eben eine Scheibe übers Eis schlagen konnte und mit den Schlittschuhen auch dann äh natürlich hinterher gelaufen ist
27:52
Also wirklich wie Eishockey im heutigen Sinn. Hat man damals schon gespielt, aber auch natürlich dann Bauern, die nicht ernten konnten über den Winter und vielleicht
28:01
Hunger leiden mussten und deswegen dann auch ja ein Schwein geschlachtet haben, was man auch gezeigt hat, also einerseits dieses alltägliche Leben
28:10
die Armut auch der Menschen, andererseits die Vergnügungen, denen man nachgegangen ist, also zwei Seiten im Leben, die man dann eben in diesen Winterbildern auch
28:19
sieht und auch natürlich dann
28:21
die Verbindung zum Glatteis, dass der Lebensweg eben nicht immer direkt verläuft und dass man auch quasi ausrutschen kann auf dem Eis, das heißt auch vielleicht ja
28:30
Unglücke geschehen oder wie auch immer und dass der Lebensweg eben nicht immer so direkt und gerade verläuft, wie man's sich vorstellt. Das Bild habe ich wahrgenommen und man sieht neben den auf dem Eis spielenden Kindern eine Art Trauerzug und einen Sarg. Mhm.
28:44
Soll das Symbolisieren, dass Lust und Trauer sehr nah beieinander sind? Ja, genau, auch das und eben dass das Leben tatsächlich alle Facetten aufbietet und äh man sieht diese ja in eine Gruppe von zehn Männern, die einen Sarg auf ihren Schultern tragen und
28:59
das Glück und Leid eben halt tatsächlich ganz nah beisammenliegen und das hat sich ja bis heute auch nicht geändert. Jetzt haben wir so viel schon.
29:07
Über die Ausstellung angeteast kommen wir tauchen ein bisschen ein, nehmen unsere Hörenden an die Hand und
29:14
Ein bisschen auditiv durch die Ausstellung gehen. Wir kommen also rein in die Ausstellung und
29:22
Wir schauen als erstes auf die du darfst auch sagen Wintertees, Winterbilder. Über die wir grade gesprochen haben.
29:29
Unter anderem gezeichnet auch von Peter
29:32
verpieter dir hoch tatsächlich nicht. Da sieht man meinen aufgepasst haben. Von Hendrik aber und von Berstraten. Das sind tatsächlich Künstler, wie ich vorhin eben auch sagte, weiß ich die Maler ja auf Gattungen spezialisiert haben
29:47
Sieht man auch so ein bisschen in der Ausstellung. Wir werden von Hendrik Avakamp keine Genreszene im eigentlichen Sinn sehen. Das heißt, kein.
29:54
Kein bürgerliches Antilie und wir werden von Peter die Hoch keine Winterszene sehen, also keine Landschaft, die er gemalt hat, sondern Peter, die hoch hat sich.
30:03
Ausgezeichnet, indem er eben diese bürgerlichen Interieurs, diese eleganten bürgerlichen Interieurs, diese Atmosphärischen.
30:10
Ante years gemalt hat und natürlich dann auch das Thema Brief, Brief lesen übergeben, schreiben, was er sehr, sehr häufig ausgeführt hat
30:18
und die Trunken, Bilder und Spielbilder werden mir wahrscheinlich nicht bei ihm finden. Die werden wir auch nicht bei ihm finden. Genau, also getrunken wurde auch, gefeiert wurde auch bei ihm, aber dann doch eher gesittet in eleganter Atmosphäre.
30:31
Und die Bauern, die sogenannte Bauernschorle haben Künstler wie David Thinnies, der Jüngere oder aber auch Adrian Brauer, Adrian van Ostarde gemalt und ausgeführt und
30:42
sieht man auch im Vergleich zu Peter de hoch, wenn man auch nochmal die malerische Qualität anspricht, dass der Pinselstrich auch sehr passend zum Thema auch
30:51
derb wird. Also der Pinselstrich, der nicht mehr so elegant geschwungen ist, diese Feinmalerei, die quasi in den Bauernbildern
30:58
überhaupt nicht zur Ausführung kam, sondern.
31:01
Lockere derbe Pinselstrich, der das Thema eigentlich widerspiegelt. Jetzt geht der Schalk mit mir durch.
31:10
Ist das ein Zufall, dass Adrian Brauer.
31:13
Die Brauereibilder gezeichnet. Auch das ist tatsächlich so nicht ganz korrekt. Aber ja, es war tatsächlich, also wenn du jetzt auf das ja Bild
31:25
spielst vielleicht mit der Gin-Destillerie. Das ist von David Kineers dem Jüngeren gewesen und jedenfalls war einer der Künstler, den wir auch in der Ausstellung zeigen, Jan Stehn.
31:35
Hatte auch tatsächlich eine Lizenz zum Bierbrauen inne, denn er konnte nicht nur allein von seiner Kunst leben und hat sich quasi ja ein zweites Standbein.
31:43
Mehr oder weniger aufgebaut, was auch sehr interessant ist. Und diese.
31:47
Also die aber auch nicht als Gesellschaftskritik im heutigen Sinn zu verstehen ist, ähm hat er auch
31:54
aufs äh ja in seinen Bildern dargestellt, indem er eben auch seine Kinder ähm darstellt beim ja Betteln um Lebensmittel, was man schon.
32:03
Am Karnevalstag gemacht hat in den Niederlanden natürlich. Das ist einer Tradition entsprechend zogen die Kinder von Haus zu Haus und bekamen dann eben auch diese Brezeln und ja Sirup, also das sogenannte Sirup Blecker auf den ich jetzt anspiele und ist hier gemeint.
32:17
Aber natürlich, wenn man genauer hinsieht
32:20
dann sieht man, dass die Kinder löchrige Kleidung tragen, dass die Gesichter schmutzig sind, dass sie ihre Schuhe verkehrt angezogen haben und dass die Schuhe auch löchig sind. Also Jan Steen spielt damit tatsächlich auch darauf an, dass der Künstler nicht nur von seiner Kunst allein
32:36
unbedingt leben konnte und eben äh ja auch zum Teil in Armut lebte. Wir wissen auch zum Beispiel, dass Peter die hoch, obwohl er uns so erfolgreich erscheint.
32:45
Vorarmt gestorben ist und das ist eben auch ein ganz interessanter Zusammenhang, auch wenn über das Leben Petersilie Hochs, über seine Biografie tatsächlich nicht so viel bekannt ist. Nie tragisch, da malt er so elegante Gesellschaften und
32:58
Mhm. Weißt du, was ich total toll finde?
33:00
Wenn man von dem ersten Kapitel der Winterzeit in die Ausstellung einsteigt, du als erstes eine Wand bespielt hast mit.
33:10
Ja Erklärungen zu den Symbolen. Glaube, das war einer meiner dankbarsten Momente.
33:16
Wo du zum Beispiel auf den Quacksalver eingehst und es ist auf der anderen Seite auch Englisch erklärt. Jetzt frage ich mich, ob es ein englisches Wort für Quacksalber gibt. Offenbar ja. Und daneben sieht man eine Vitrine mit.
33:31
Ja Porzellantellern und die sehen irgendwie teilweise auch recht neu aus.
33:38
Mhm. Ja Altniederländisch in der Farbgebung. Ja genau. Stefan Marx-Teller und Vasen, die so ein bisschen an Delfter Fayens äh weiß-blau erinnern. Ja das war so eine Idee, weil doch sehr viele
33:52
Also einerseits natürlich die Idee mit dem Glossar, dass wir auch im Ausstellungskatalog noch mal sehr viel umfangreicher
33:58
dargestellt haben und äh wirklich sämtliche Begriffe, die immer wieder kehren in den Bildern
34:04
verdeutlichen möchten. Das heißt, es geht einerseits um F wie Fußwärmer. Man sieht immer so kleine Holzkistchen.
34:12
Kohlen mit warmen Kohlen gefüllt waren, auf die die.
34:16
Ja eleganten Damen ihre Füße oder Beine gestellt haben, um eben ihre Füße zu wärmen. Die sieht man immer wieder in den Bildern oder es kehren immer diese Eulen wieder, über die wir uns schon unterhalten haben, eben die auf dieses Sprichwort anspielen. Wir sehen ähm auf den Köpfen der Bauern, rote Mützen. Wir kennen auch ja diese
34:35
spieler, wir sehen Menschen, die kegeln, also auch dieses Kegeln einfach, aber auch selbst sehen verschiedene Zettel an der Wand.
34:43
Wie aufgepinnt in den Gaststätten wirken und einerseits
34:46
einfach ja Figuren, Menschen, Männer im Profil darstellen, aber auch wiederum die Eule zeigen. Also all dieses Symbole kehren immer wieder und
34:55
fand es sehr, sehr spannend und vielleicht auch hilfreich für die Besucher innen in einer Art Liste Auflistung in einem Glossar diese Begriffe kurz zu erklären.
35:05
Um einfach einen Hinweis zu geben, ja, vielleicht auch zum.
35:08
Verstehen oder zum Lesen der Bilder und auch um den Besucher anzuleiten zum intensiven Schauen und sich die Details wirklich anzuschauen, sich auf die Bilder einzulassen und
35:20
genau hinschauen und vielleicht auch zu vergleichen. Das ist etwas, was.
35:24
Auch eben für alte Meister sehr sehr wichtig ist. Glaubst du, dass man die Bilder der alten Meister als.
35:31
Spiegel der heutigen Gesellschaft lesen könnte? Also ich glaube ja, dass man das kann einerseits, weil man sich schon in gewissen Szenen wiederfindet und.
35:40
Genre Malerei macht es einem natürlich sehr viel einfacher, sich auch darin vielleicht zu erkennen oder zu sehen, weil wir eben auch eislaufen.
35:49
Zu laufen, weil es Dinge sind, mit denen wir uns noch beschäftigen. Wir haben zum Beispiel eine Frau, die beim Flicken der Kleidung dargestellt ist oder aber eine Frau, die
35:58
bügelt. Das sind alles Dinge, die wir natürlich von uns selbst auch kennen, aus unserer eigenen Lebenswirklichkeit kennen. Und ich wollte auch mit der Ausstellung ein bisschen mit dem Vorurteil vielleicht aufräumen, dass alte Meister mit uns gar nichts mehr zu tun haben, dass die Bilder halt vielleicht schön sind, interessant sind.
36:16
Großartig gemalt sind von großer, malerischer Qualitätssinn. Man Ehrfurcht hat vor dem Alter und vor
36:22
ja dem Genie vielleicht der Künstler, aber dass sie eigentlich mit uns heute gar nichts mehr zu tun haben und gerade bei dem Thema Alltagsszenen, Gesellschaft muss man halt sagen, ja, da kann man sich schon wiederfinden. Sei es, dass man auch schon mal
36:35
komplett betrunken war nach einer Party und ich und eben sich tatsächlich vielleicht in den Feiernden wiederfindet oder aber ihm Briefe schreiben, was man früher natürlich vielleicht noch sehr viel mehr gemacht hat als heute. Aber auch dann die Frage und auch zu
36:51
Anregen zum Nachdenken, wie kommunizierte man damals, wie kommunizieren wir eigentlich heute? Nehmen wir uns eigentlich noch Zeit.
36:59
Um einen Brief zu schreiben, um vielleicht einen Liebesbrief zu verfassen. Du hast ja mit Love Latters angefangen. Das war die Einleitung quasi. Nehmen wir uns überhaupt
37:08
Zeit oder wie kommunizieren wir, schreiben wir nur noch WhatsApp-Nachrichten, machen wir uns richtig Gedanken über den Inhalt, den wir rausschicken in die Welt oder
37:17
Schicken wir nur noch Menge Masse raus und das ist etwas, was es, was es vielleicht auch soll eben. Man sieht die alten Meister und eben
37:24
erkennt sich vielleicht ein Stück weit wieder, vielleicht reflektiert man auch ein bisschen sich selbst und stellt sich Fragen, das ist eigentlich alles so mit der Ausstellung verbunden. Schön finde ich auch.
37:34
Wenn wir bei dem Thema Briefe bleiben, wenn wir ins Heute kehren, wir sehen uns, wie wir eine Nachricht verfassen. Schnell geschrieben. In der Ausstellung sehen wir jeweils den Empfänger.
37:46
Wir sehen
37:49
freudige Menschen, wir sehen erschrockene Menschen, wir sehen auch tief traurige Menschen, wir sehen Männer wie Frauen, vielleicht sollte man sich auch einmal Gedanken machen, wie unsere Nachrichten eigentlich wirken. Mhm. Und ankommen beim Empfänger. Absolut.
38:04
Bis hin zu nicht nur eben unsere privaten WhatsApp-Nachrichten, sondern vielleicht auch zum Teil, wenn man manchmal dann auch in Social Media, Foren oder.
38:14
Überhaupt auf Instagram zum Beispiel äh Kommentare liest, dass man sich einfach mal vorher besser überlegt, was man eigentlich
38:23
oder wie man kommentiert, wie man kommuniziert. Im 17. Jahrhundert gab es dafür eine Anleitung zum Briefe schreiben, um den richtigen Ton zu finden. Wir haben dieses Buch den Sekretär Alamot, wie es so schön heißt.
38:36
Schon sehr früh zu Mitte des 17. Jahrhunderts ins Holländische übersetzt wurde und deswegen auch von jedem gelesen werden konnte und verstanden wurde, äh zeigen wir in einer Vitrine in der Ausstellung.
38:45
Und vielleicht sollte man, also damals hat man sich
38:48
dieses Büchlein tatsächlich durchgelesen. Ich will, um Liebesbriefe zu verfassen, sondern auch alle Arten von Briefen zu schreiben und den richtigen Ton zu finden bis hin zu Geschäfts- oder Kondolenzbriefen und wir sind sehr
39:01
viel unreflektierter vielleicht zum Teil, unüberlegter
39:05
kritisieren auch mal vielleicht in Kommentaren zum Teil anonym und verstecken uns vielleicht auch in dieser Anonymität und ja
39:14
übers senden vielleicht auch viel zu viele Kommentare und viel zu viele Nachrichten. Was sind das für Briefe, die ihr auch zeigt?
39:22
Ich meine nicht die rein gemalten, sondern die wirklich handgeschriebenen Briefe.
39:26
Ja, die sind tatsächlich sehr besonders, weil die zum ersten Mal ausgestellt werden überhaupt und der Leihgeber oder die Leihgeber eine Privatsammlung in Den Haag. Ähm die waren sehr aufgeregt, weil diese Briefe jetzt auf Reisen gehen und haben sich aber auch wahnsinnig gefreut, dass die jetzt mal auch der Öffentlichkeit
39:43
zugänglich gemacht werden. Es sind tatsächlich Briefe, die kurz vor Ende des 17. Jahrhunderts und auch bis um 172 entstanden sind in einer Truhe gesammelt wurden, denn diese Privatsammlung in Den Haag
39:56
sogenannte Collection. Der Name geht eben auf diesen Sammler zurück beziehungsweise auf Simon Lybrien, der im.
40:05
Jahrhundertes Postmonopol inne hatte und das sind Briefe, die keinen Adressaten fanden. Die konnten
40:12
zugestellt werden und deshalb wurden sie in einer Truhe gesammelt und diese Briefe haben sich bis.
40:17
In die heutige Zeit überliefert und erhalten und wir waren sehr, sehr froh, dass wir sie ausfindig machen konnten und haben dann eben gefragt, ob wir sie zeigen dürfen. Und so sind die jetzt hier in Hamburg zu sehen und sie mussten tatsächlich, wie, ja, ich sage immer, wie
40:30
Origami von unserer von meiner Kollegin Sabine Zorn entfaltet werden, auseinandergefaltet werden.
40:38
Man kann die Handschrift sehr gut erkennen. Wir haben auch dann den Inhalt transkribiert, also man kann es nachvollziehen, welche Art von Brief geschrieben wurde und so haben wir auch einen Liebesbrief.
40:49
Wo dann auch tatsächlich zu lesen ist auf holländisch äh jetzt ins Deutsche übersetzt mein geliebter Engel oder aber ähm wir haben einen Brief einer Tochter an ihre kranke Mutter ein.
41:00
Brief zweier Brüder, eine Bestellung eines etwas pikanteren Buches, das heißt ein Buch äh mit erotischem Inhalt, so ganz im Geheimen. Tatsächlich bestellt wurde aus Frankreich, in Holland und das ist auch ein Rief eines Soldaten.
41:17
Der eben einer Familie des toten Freundes kondoliert
41:22
Das sind alles Briefe, die wir hier zeigen und die eben auch die alten Meister sehr lebendig machen dadurch und
41:29
zeigen, dass die eben auch ein ganz normales Leben geführt haben und eben diese Darstellungen auf den Gemälden nicht so weit entfernt sind von uns. Es ist eine ganz schöne Überleitung. Wir haben ja grad schon ein bisschen über Stefan Marx gesprochen.
41:41
Er ist ja nicht nur in Form von
41:45
Pfandellern nach Porzellantellern präsent in der Ausstellung, sondern eben auch ganz stark durch seine Schriftbilder. Mhm. Ich habe das Gefühl, sie leiten immer in das nächste Thema der Ausstellung über.
41:58
Habe ich das richtig gedeutet? Ja, tatsächlich. Das zieht sich wie ein roter Faden in der Mitte der Ausstellungsausstellungsrundgangs durch. Er kommentiert auch in gewisser Weise die einzelnen Ausstellungskapitel, eins seiner Schrift
42:12
Bilder, IBO Mirrow, was ja eine Gliedzeile ist.
42:16
Eine Verszeile des Songs von Velvet Underground. Sowieso könnte man denken, eigentlich völlig absurd. Diese Idee oder der Gedanke, dass sich.
42:26
Ein Song einer.
42:28
Band mit alten Meistern verknüpft und man sieht eben in der Ausstellung, dass es sich doch sehr auf wunderbare Art und Weise eigentlich miteinander ver.
42:36
Fast und ergänzt auch und was Stefan Marx eben auch mit alten Meistern verbindet und dann mit dem zweiten zeitgenössischen Künstler Lars Eidinger letztendlich auch
42:44
ist die Beobachtung der Gesellschaft und äh Stefan Marx macht das einerseits in seinen schnellen Zeichnungen, dass er Gesprächsfetzen, die er aufgreift oder ja, was er sieht und hört im Café oder auch im Zug auf Zugreisen.
42:57
Festhält in Zeichnungen und dann aber auch Schriftbildern und diese Schriftbilder aber auch mit Songtexten verknüpft.
43:06
Liedern, die er gerne mag oder mit Dingen, die er auch vielleicht kritisch sieht, verknüpft.
43:12
Das ist festgehalten in seinen Schriftbildern und ich fand es so besonders schön, weil er nochmal eine andere Ebene einbringt
43:19
die sich einem vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließt, die einem dann sehr leicht fällt, auch nachzuvollziehen.
43:25
Stefan Max kommentiert quasi die einzelnen Kapitel und ich sage immer, er bringt die alten Meister zum Sprechen durch seine Schriftbilder werden die alten Meister plötzlich sehr sehr lebendig.
43:36
Und er legt ihnen Worte in den Mund und das ist etwas, was mich sehr interessiert hat auf dieser Ebene, was gut funktioniert.
43:43
Muss ich aber mal nachfragen. Es ist ja schon ein wenig ungewöhnlich, dass man Künstler, die ja mal locker zwei-, 300 Jahre tot sind.
43:51
Mit Stefan Marx und Lars Eidinger kombiniert. Wie ist es denn zu
43:56
dieser Zusammenarbeit gekommen. Ich habe die beiden Künstler ähm sehr lange schon beobachtet. Stefan Marx hat hier auch schon zweimal in Ausstellungen der Hamburger Kunsthalle auch mitgewirkt und ausgestellt. Deswegen fand ich seine Schriftbilder immer schon sehr faszinierend
44:11
Lars Eidinger habe ich auch schon lange beobachtet als Künstler.
44:16
Und mich haben seine Fotografien, die er auf der ganzen Welt entstanden sind, auch sehr in den Bann gezogen, auch seine Videoarbeiten und.
44:24
Ja, für mich war es ganz klar, irgendwann, als ich das Konzept verfasst habe oder
44:28
der die Ausstellung konzipiert habe, quasi inhaltlich, war mir klar, dass beim Thema Gesellschaft.
44:36
Total Sinn macht dieses ja Thema auch in die heutige Zeit zu öffnen.
44:40
Nicht nur aus der Historie heraus dieses Thema zu verstehen aus dem 17. Jahrhundert heraus zu verstehen mit Kunst, sondern auch aus der heutigen Zeit zu verstehen.
44:50
Und eben diese Verbindung in die heutige Zeit zu schlagen und auch die Frage zu stellen, wie sieht Gesellschaft heute aus, wie sieht eigentlich unsere.
44:58
Lebenswirklichkeit heute aus? Was hat sich geändert?
45:02
Klischees haben sich seit dem 17. Jahrhundert überliefert und sind heute noch existent. Also wenn man ja, wenn man zum Beispiel
45:09
also man hat schon im 17. Jahrhundert tatsächlich von einem vermeintlich einfältigen Landbevölkerung gesprochen vom Bauerntel, von den sehr einfachen
45:19
zum Teil auch ja dummen Bauern quasi, wie man's tatsächlich auch in Quellen wiederfindet. Und äh man hat sich über diese Bauern lustig gemacht.
45:29
Darstellungen von Feiernden, zechenden Bauern, die einerseits in Gaststätten.
45:34
Ielen, dann auch viel Alkohol trinken, Bier trinken miteinander dann äh streiten
45:39
weil der eine vielleicht auch den anderen übers Ohr haut und betrügt, dann miteinander raufen auf einmal oder aber auch einschlafen, weil sie betrunken sind, von der Bank fallen, weil sie betrunken sind. Und all diese Szenen.
45:51
Haben sich ja Bürger reiche Kaufleute gesammelt. Diese Bilder konnten die sich leisten, die haben sie gesammelt. Damit haben sie auch ihre Wände
46:01
ihre Häuser geschmückt entschuldige, dass ich dazwischen lustig machen wollten sie Frage tatsächlich, hat man sich darüber erhoben? Sind diese Bilder als Arzt.
46:11
Bilder zu verstehen, dass es eigentlich eher eine Warnung ist, dass man kein ausschweifendes Leben führen sollte, weil man eben dann
46:18
so genau nicht aussehen sollte, sondern dass man eben sich auf die Tugend zurückbesinnt. Also all das sich Fragen, die auch noch nicht
46:26
restlos geklärt sind, aber wenn man sich überlegt und dieses Verhalten in die heutige Zeit überträgt, macht man ja im Grunde heute nichts anderes. Man hat sich früher über
46:35
Bauern in Bildern lustig gemacht. Heute schaut man sich vielleicht Fernsehformate wie Bauer sucht Frau an im und macht sich immer noch lustig über den vermeintlich unbeholfenen Bauern, der eben vielleicht ein bisschen
46:48
trottelig wirkt ein bisschen langsam wirkt, ein bisschen einfältig wirkt und es ist im Grunde nichts anderes und diese Klischees, die sich da so erhalten haben, das fand ich doch sehr, sehr in
46:58
interessant und mir war klar, dass ich die Brücke schlagen möchte in die heutige Zeit, aber dann natürlich auch über Kunst. Und da fand ich die.
47:07
Alltagsbeobachtungen von Lars Eidinger, die eben auf der ganzen Welt entstanden sind und die ja auch zeigen, dass die Probleme der Gesellschaft damals wie heute im Grunde.
47:17
Nicht spezifisch auf ein Land oder in der Stadt festzumachen sind, sondern auf der ganzen Welt tatsächlich, ja, festgehalten wurden und.
47:26
Dem Menschen immanent sind. Das fand ich sehr, sehr spannend dabei. Wie fotografiert er? Also alle seine Bilder sind nicht inszeniert. Sie sind auch nicht
47:33
bearbeitet. Sie sind wirklich mit dem Smartphone entstanden. Er hat auch sehr viele Bilder, die
47:39
auch in der Ausstellung zeigen mit der Spiegelreflexkamera auch schon zu früheren Zeiten festgehalten. Das heißt, Lars Eidinger ist ja eben
47:48
Künstler, er fotografiert schon sehr lange, sein erstes
47:51
neunzehnhundertsechsundachtzig entstanden. Da war der hier nur ein paar Jahre alt, oder? Genau und da hat er eben sein Hamster in eine Klopapierrolle gesteckt und oh Gott, aufn Tisch gestellt und eben festgehalten und dieses
48:02
Bild zeigen, wie er in der Ausstellung nicht, aber im Katalog. Es ist tatsächlich eins der ersten Bilder, das entstanden ist und.
48:08
Zeigt eben, dass er immer schon auch an Fotografie interessiert war, dass er in Frankfurt im Städl Museum eine Ausstellung gesehen hat, in der auch William Eggeston ja.
48:19
Bilder oder seine Fotografien ausgestellt waren und das hat ihnen auch stark beeinflusst und.
48:26
Er inszeniert seine Bilder nicht, sondern er findet die Motive. Also er geht durch die Städte und.
48:32
Ja, hält fest, was er eigentlich vorfindet. Und das war für mich sehr, sehr spannend, weil ich zum Teil, man sieht auch in der Ausstellung diesen roten Stuhl zum Beispiel, den er festgehalten hat.
48:42
Und immer wenn ich ein Bild von ihm sah, dachte ich mir, teilweise, also nicht immer, aber sehr sehr oft.
48:48
Habe ich schon mal so bei den alten Meistern gesehen oder dieses Verhalten habe ich schon bei alten Meistern gesehen. Und diese Verknüpfung zu schaffen.
48:56
Hat mir sehr viel Spaß gemacht bis heute eigentlich und es gibt eben diese eins zu eins Gegenüberstellungen wie diesen roten Stuhl, der sich.
49:04
Vorhin schon darüber gesprochen in den Bildern von wiederfindet.
49:08
Bis hin zur Form tatsächlich fast gleich ist und es ist aber nichts inszeniert
49:14
gestellt, sondern es ist wirklich außer der Hamster. Einfach genau, einfach tatsächlich so passiert. Und ich habe mich gefragt, haben die beiden Künst.
49:23
Für die Ausstellung ihre Werke geschaffen, also Stefan Marx, seine seine Wortbilder und Lars Eidinger seine seine Fotografien und
49:32
Videoinstallation, aber es klingt tatsächlich so, als ob man jeweils die bestehenden Werke miteinander verglichen hat
49:38
Ja, beziehungsweise es ist auch so, dass tatsächlich zum Beispiel Stefan Marx auch immer wieder auf die Werkliste geguckt hat und geschaut hat, sich auch inspirieren hat lassen in seiner Kunst von den alten Meistern und schon Werke geschaffen hat, die für die Ausstellung entstanden sind.
49:53
Und er hat auch ein Künstlerheft
49:55
geschaffen oder zeichnerisch auf die alten Meister eingeht und auch auf eine sehr humorvolle Art und Weise zum Teil die alten Meister und ihr Verhalten kommentiert. Das ist sehr schön geworden. Das ist zum Teil nachdenklich, aber eben auch sehr ja lustig auch zum Teil kann man sagen
50:11
und bei Lars Eidinger ist es so, dass wir tatsächlich aus einerseits schon
50:16
bestehenden Bildern, Videoarbeiten geschöpft haben und diese Verknüpfung, diese Auswahl aber auch gemeinsam getroffen haben, also auch äh Lars Eidinger ist.
50:26
Vom ersten Moment an bis heute eigentlich in die Ausstellung natürlich involviert, aber auch wirklich hat sie mit konzipiert im Grunde genommen. Also das heißt, wir haben uns.
50:36
Alle zu dritt, alle drei dieses Thema auch erarbeitet.
50:40
Wir haben die Auswahl gemeinsam getroffen. Aber es wurden auch sehr neue Arbeiten integriert in die Ausstellung. Die erst 2021 noch im
50:49
August oder September entstanden sind. Also auch ganz neue Arbeiten haben wir in die Ausstellung mit aufgenommen und das ist eigentlich sehr schön, weil es auch eine Bandbreite zeigt
50:59
und auch ja seinen Blick und seine Art, wie er eben ja, was er aufnimmt, auch dann vielleicht.
51:07
Dem Besucher auch sehr nahebringen. Könntest du dir vorstellen, dass die beiden Künstler, oh Gott, wir brauchen gar nicht gendern, ne, weil.
51:14
Die Niederländer hatten ja jetzt nicht so viele Künstlerinnen gab es auch ja genau. Das Lars Eidinger und Stefan Marx Inspiration aus den alten Meistern gezogen haben? Ja ich glaube schon und vor allen Dingen was glaube ich
51:28
beide fasziniert gleichermaßen, dass es eben Themen sind, die die Gesellschaft betreffen
51:35
die die Gesellschaft Zorn im 17. Jahrhundert betroffen haben, dass es eben Szenen sind, die auch so schnell festgehalten wirken, wie eben auch.
51:45
Bilder heute und dass diese Verknüpfung glaube ich natürlich auch faszinierend war, denn diesen Transfer zu den alten Meistern habe.
51:54
Ja quasi als Kuratorin der Ausstellung gesehen und festgemacht und das ist auch sehr schön, dass beide immer sagen
52:01
Es verknüpft sich so natürlich miteinander, aber wir hätten überhaupt nie die Idee gehabt, unsere Werke mit alten Meistern in Verbindung zu bringen. Und dass es eben doch so gut funktioniert, natürlich auch über die Themen, über dieses Gesellschafts.
52:15
Bild, das wiedergegeben wird. Ja, ist natürlich umso besser. Wenn wir auf die Einleitung zurückkommen, Love Letters, das Thema des Podcasts.
52:24
Über die alten Meister gesprochen, die über die Liebesbriefe, über die Darstellungen, wie haben denn Stefan Marx und Lars Eidinger.
52:31
Liebesbrief übersetzt. Stefan Marx hat natürlich auch ein
52:35
Bild, das eben auch Love Letters heißt tatsächlich, ist es im Ausstellungskatalog zu sehen und er hat sich sehr von dem Liebesboten auch inspirieren lassen, also auch in seinem Künstlerheftchen und dieser Liebesbote.
52:50
Ich glaube, wenn ich mich erinnere, ich will's aber auch nichts Falsches sagen, aber ich glaube, es ist eins der Lieblingsbilder auch tatsächlich von Stefan Marx, von Anfang an gewiesen und das hat ihn schon sehr inspiriert auf jeden Fall.
53:01
Dieses Bild von ihm ja äh darauf zurückzuführen, dass man, ja
53:10
tatsächlich auch sehr, sehr lange mal auf Feedback wartet, wenn man eine nette Nachricht geschickt hat. Vielleicht, ja und es war auch so ein bisschen die Überlegung, auch vielleicht auf eine
53:19
ja witzige, humorvolle Art und Weise. Was könnte der Liebesbote, wenn er sich eben so ein bisschen gebeugt der Dame, in der jungen Damen nähert, die
53:28
vor Aufregung auch und Erwartungen, ganz gerötete Wangen hat und in der offenen Tür steht. Was könnte der wohl gesagt haben dabei? Und dann fanden wir dieses Paten mylitt Response, was wir auch dann ja auf dem Ausstellungskatalog als eine Art.
53:42
Prägung zeigen. Sehr, sehr schön. Das ist das, was ich auch meinte. Die alten Meister werden auf einmal lebendig. Also man kann seine eigene Fantasie fast mit einbringen, wenn man auf die Bilder schaut und man bringt das vielleicht mit sich selbst auch in Verbindung, wie es
53:57
bin ich auch, wenn ich äh mich vielleicht frisch verliebt habe und warte immer auf Nachricht. Ja, bin ich genauso aufgeregt und vielleicht kommt dann auch mal eine verspätete Nachricht oder es kommt gar keine Nachricht und man wartet einfach vergebens.
54:10
Und Lars Eidinger, der ja eher ein.
54:13
Ich würde sagen humorvoll melancholisch augenöffnendem Blick auf die Gesellschaft halt. Mhm. Wie geht er mit dem Thema Liebesbrief um? Also Kommunikation ist ja natürlich auch dann nochmal ein Thema. Bei ihm ist es so, dass wir haben ja auch
54:28
im Ausstellungskatalog ein Bild von ihm, was eine junge Dame zeigt, die eben ihr Smartphone in der Hand hält. Genau und.
54:36
Die andere Art und Weise der Kommunikation einfach die aufgezeigt
54:40
und die Frage eben halt, ja wie kommunizieren wir eigentlich heute und was sich auch freuen meinte, schicken wir vielleicht viel zu viel Nachrichten oder warten wir auch manchmal vergebens auf eine Nachricht und es sind genauso ungeduldig wie die junge Dame.
54:52
Im Liebesboten von Peter Dehoch. Die Dame, die ihr auf ihr Smartphone blickt irgendwie verloren, steht ja auch für unsere Jugend, für unsere Generation auch. Könntest du dir vorstellen, dass
55:04
durch das Zusammenspiel mit den beiden zeitgenössischen Künstlern auch die Jugend von heute einen ganz anderen Zugang zu den alten Meistern gewinnt
55:15
Das kann ich mir sehr gut vorstellen und äh man sieht es auch erfreulicherweise in der Ausstellung, dass eben auch sehr sehr viele junge Besucher innen zu finden sind und zwar mit jungen meine ich auch tatsächlich Jugendliche.
55:27
Die durch die Kunst, durch die zeitgenössische Kunst auf einmal also ich glaube die alten Meister auch mit anderen Augen sehen und durch den.
55:36
Auf die zeitgenössische Kunst merken, dass die alten Meister auf einmal nicht mehr so in die Ferne gerückt sind, dass sie nicht mehr auf so einem Sockel stehen quasi und einem so weit entfernt erscheinen, sondern dass man sich.
55:48
Dem Blick
55:49
der zeitgenössischen Kunst auf die alten Meister doch sehr viel besser identifizieren kann auf einmal und sehr viel besser wiederfindet in den Bildern. Sehr schön finde ich hier auch zum Schluss stehe ich ja auch immer, dass ich auch mal geschminkt habe vorab eurer Website, dass ihr sehr ja irgendwie
56:05
frisch ähm mit dem Thema umgeht und ein Bild, das ich würde ja sagen, betrunken können schreienden Menschen.
56:13
Gar nicht betrunken. Du wirst mich gleich aufklären wahrscheinlich, ne? Mit einem Gift versetzt hat, sodass man das auch in seiner Insta-Story mhm. Nutzen kann, das fand ich schön. Ja, es gibt so ganz viele schöne natürlich auch Social-Media-Aktivitäten, die sich bei dieser Art von Szenen total
56:28
anbieten und wir haben als sogenanntes Keyword, also unser Plakatmotiv ist.
56:35
Ein Bild von Adrian Brauer, der bitte Herrmann wieder, genau, der bittere Trunk, eine Leihgabe aus dem Museum Frankfurt am Main und ich habe mich so besonders gefreut, dass dieses Bild zugesagt wurde von meinem sehr, sehr.
56:49
Geschätzten Kollegen auch und da habe ich mich wirklich sehr gefreut, weil das einfach so ein außergewöhnliches Bild ist, weil.
56:55
Ein Mensch, der tatsächlich nicht schreit, auch wenn er den Mund offen hat. Er hat ein Fläschchen in der Hand und er trinkt etwas Bitteres, vielleicht eine Medizin oder jedenfalls etwas, was
57:04
offensichtlich ekelerregend schmeckt, denn er verzieht sein Gesicht ganz unverhohlend, zeigt seinen Ekel ganz unverhohlen und das ist.
57:13
Ganz neu, dass man im 17. Jahrhundert diese Emotionen festhält allen Sinnen genau, eben auch den fünf Sinnen, nämlich der Geschmackssinn, auf den hier angespielt wird in den Mittelpunkt rückt.
57:25
Und das ist natürlich ein ein Bild, das.
57:28
Wie geschaffen ist für ein Marketingplakat, weil es einen förmlich anspringt und man es sofort wahrnimmt und äh das scheint so laut, dabei verzieht er eigentlich nur das Gesicht und ja, das ist ähm sehr sehr spannendes Motiv.
57:42
Hier über Social Media gesprochen. Ich habe ja schon gesagt, zum Schluss gestehe ich immer. Ich habe aber noch eine Frage.
57:50
Und du wirst schmunzeln dürfen, aber kannst du mir bitte mal
57:53
den Begriff des goldenen Zeitalters erklären. Ja und zwar ist das natürlich einerseits ein Begriff, den man versteht, wenn man jetzt aus dem 17. Jahrhundert heraus vielleicht
58:04
denkt, denn der hat sich ja über die Jahrhunderte gehalten mit dem goldenen Zeitalter, hat man sofort die Malerei oder die Kunst, die Blütezeit, quasi das Aufblühen, das der Kunst und des Reichtums auch im 17. Jahrhundert in den Niederlanden in Verbindung gebracht und.
58:18
Ist das goldene Zeitalter ist quasi das Synonym für das 17. Jahrhundert in den Niederlanden, weil ich schon sagte eben der ganze Reichtum, Wohlstand, die Kunst zu einer unglaublichen Blüte gebracht wurden.
58:31
Aber andererseits äh wenn man jetzt den Blick aus heutiger Zeit drauflegt
58:36
sprechen wir in der Ausstellung im Katalog auch immer vom sogenannten goldenen Zeitalter und sehen diesen Begriff durchaus sehr kritisch, denn man muss sich einmal überlegen.
58:47
Wodurch eigentlich dieses goldene Zeitalter entstanden ist oder worauf dieses goldene Zeitalter basierte, nämlich auf Ausbeutung von Menschen, auf
58:55
klar auf den Handel auch. Kolonialismus ist ein wichtiges Stichwort. Also eigentlich hat man seinen Reichtum
59:03
aufgebaut auf dem Unglück und dem Elend von anderen Menschen und auch das ist ja natürlich nichts anderes, was man heute vielleicht auch noch sieht und auch natürlich heute noch
59:12
existent ist, aber deswegen gehen wir mit diesem Begriff goldenes Zeitalter doch sehr kritisch um und auch sehr ja sehr sehr vorsichtig um, denn es war
59:22
alles andere als golden und auch wenn es diese Blütezeit der Kunst gab, aber muss man eben aus heutiger Sicht es doch in Verbindung bringen mit
59:30
eben auch dem ganzen Elend und Unglück und drum ich bin immer sehr dafür auch eine Haltung zu entwickeln zu bestimmten Themen und auch eine Meinung dazu zu haben und das ist ganz klar deswegen das dass wir vom sogenannten goldenen Zeitalter sprechen
59:44
Dann bin ich dir sehr dankbar, dass wir zum Schluss noch auf diese Frage eingegangen sind und ich bin dir ganz.
59:50
Bar, das du dir so viel Zeit für mich genommen hast. Sehr gerne, vielen Dank. Die Ausstellung.
59:57
Wie hier so schön in das Gespräch eingetaucht sind und ganz, ganz herzlichen Dank. Ich habe mich sehr schön, vielen Dank dir.
1:00:06
Music.
1:00:17
Ihr habt Fragen, Anmerkungen und Feedback? Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Claudia at die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE.
1:00:27
Und wenn ihr mögt, dann freue ich mich sehr über euer Like und eine Bewertung.
1:00:33
Möchtet weitere Informationen? Dann schaut auf meiner Website unter WWW die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und nun von Herzen.
1:00:43
Music.