Kinoshita

Der japanische Regisseur Keisuke Kinoshita (1912-1998) ist außerhalb Japans kaum bekannt. Micha von Schneeland, die Videokünstlerin Sandra und Thomas von SchönerDenken entdecken gemeinsam den Regisseur und sprechen über alle Kinoshita-Filme, die sie finden können - in chronologischer Reihenfolge.

https://keisuke-kinoshita.de

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episode 2: Folge 2: THE LIVING MAGOROKU (1943)


Zu Beginn dieser zweiten Folge muss ich eine sehr traurige Nachricht überbringen: Micha ist verstorben. Wir haben uns – buchstäblich unter Michas Führung – auf eine Reise durch das filmische Werk von Keisuke Kinoshita aufgemacht. 25 Filme haben wir zusammen geschaut. Im letzten Film geht es um einen Jungen, der mit dem Tod seines Vaters konfrontiert wird. Er schafft es, den Laden seines Vaters weiter zu führen. Wir haben uns entschlossen, Michas Kinoshita-Podcast in seinem Sinn weiter zu führen. Ihm war das Projekt sehr wichtig, uns ebenso.
Ich vermisse Micha jeden Tag. Aber jeden Abend, wenn ich unsere Aufnahmen schneide, höre ich seine klugen Einordnungen und ich höre sein Lachen und so kann ich Abschied nehmen. Das wird vielleicht auch einigen unserer Hörer:innen so gehen, die Micha gekannt und sehr geschätzt haben. Wenn wir auch keinen Käsekuchen mehr mit ihm essen können, können wir doch für einige Stunden seine Stimme hören. Vielen Dank Micha. 

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Es geht um die Rolle von Tradition in einer sich verändernden Welt: Auf einem historischen Schlachtfeld wird aus Respekt vor den Ahnen der 1573 gefallenen Kriegern von der respektablen Familie Onagi keine Landwirtschaft betrieben, obwohl es sehr fruchtbares Land ist und in Kriegszeiten jedes Feld benötigt wird. Und es geht um die legendären Schwerter des Schmieds Magoroku. Ein Offizier glaubt eines zu besitzen, ein anderer musste sein Magoroku-Schwert verkaufen, um sein Medizinstudium zu finanzieren. Kinoshita webt als Drehbuchautor noch zwei weitere Handlungsstränge um den kranken Sohn der Familie Onagi und eine nicht erlaubte Hochzeit ein.

Michael und Thomas diskutieren über einen epischen Samurai-Einstieg in den Film, bei dem Michael an Kurosawas KAGEMUSHA (1980) und RAN (1985) denken muss, sie diskutieren über Aberglaube, Generationenkonflikte, Grenzen der Propaganda, über eine Überdosis Optimismus und das Horrorhämmerchen der Großmutter, ein ONIBABA-Moment, den Thomas so schnell nicht vergessen wird.

  • Michaels sehr empfehlenswerten Blog Schneeland findet Ihr hier. 
  • Den Filmpodcast SchönerDenken findet Ihr hier.
  • Filmkritik von Hayley Scanlon für Windows on Worlds
Vielen Dank an Sandra für das wunderbare Episodenbild! Und danke an Michael Meier von Kompendium des Unbehagens für die Unterstützung beim Jingle. Grüße nach Osaka!


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 2022-01-30  30m
 
 
Japanuary 2022
curated by SchoenerDenken in Japanuary 2022 | 2022-01-30,23:41:23