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Neusprechfunk 9 mit Frank und Lucy


In der Annahme Ihrer Zustimmung, verehrte Hörer, wird hierdurch mitgeteilt, dass ein Neusprechfunk vorliegt. Die Mitwirkenden und Verantwortlichen der tontechnischen Aufnahme sowie der hier dargelegten schriftlichen Mitteilung bitten um Ihre Billigung. Eine wohlwollende Wahrnehmung – auch in Gruppen – darf gern erfolgen. Sofern die Darlegungen Ihre Aufmerksamkeit gefunden haben, erbitten wir die Weiterleitung mittels hiesiger elektronischer Kanäle an weitere Interessierte. Falls seitens der Hörer bei uns Kommentare zustellig werden, in welchen Mitteilungen zum Inhalt der tontechnischen Aufnahme erfolgen, fände das unsere Zustimmung. Geübte Hörer werden es ahnen: Wir reden diesmal über die Sprache der Juristen. Zu Gast im Neusprechfunk ist Frank Stiegler, von Beruf Rechtsanwalt mit einer Kanzlei für IT-Recht in Frankfurt. Er hat selbst übrigens auch einen Podcast, dessen dritte Folge gerade erschienen ist. Man kann sagen, dass es wieder eine Art Cross-over ist, zumal wir uns im Laufe des Gesprächs ganz dreist zu Franks Podcast eingeladen haben. Wir bitten daher die Leser, falls die Idee goutiert wird, ihn gegebenenfalls daran zu erinnern. :} Wir reden mit Frank über Verschachtelungen, das Verstecken von Inhalten durch verwirrenden Satzbau und klobige, aber typischerweise von Juristen genutzte Wendungen. Ein Beispiel wäre Beendigung statt einfach Ende. Ein längeres Beispiel, das wir heranziehen, ist der § 28 des Bundesdatenschutzgesetzes, hier in der Übersicht: Frank diagnostiziert die Juristensprache insgesamt als klobig, gestelzt und hölzern, was wir nicht in Abrede stellen können. Wenn wir schon mal einen Juristen am Mikro haben, konnten wir nicht umhin, am Rande auch über das Zugangserschwerungsgesetz und den Gesetzentwurf der Bundesregierung (pdf) zur Störerhaftung zu sprechen. Darin findet sich übrigens mehrfach ein Wort, das uns später noch für nähere Betrachtungen beschäftigen wird. Erfolgen ist ein unpersönliches Verb, das im Wiktionary als Amtsdeutsch klassifiziert wird. Nicht nur Juristensprache und Amtsdeutsch scheinen in Zusammenhang zu stehen, auch bei vertraglichen Handlungen ist die Verwendung typisch: Wer sich übrigens über die Zwischenrufe im Podcast wundert: Das ist nur Lucy, die ab und an Laut gibt. Sie wollte nicht abgebildet werden, wir konnten sie aber zu einem rückwärtigen Foto überreden: Frank beschreibt im Neusprechfunk 9 (mp3) auch den von ihm so getauften Diesigen Stil. Gemeint sind Relativsätze mit dies im Unterschied dazu, dass der Bezug normalerweise mit der Verwendung von das hergestellt wird. Zur Auflockerung stellen wir den Juristenphrasen einen gänzlich anderen Einsatz von Sprache gegenüber. Maha inspiziert zunächst das Objekt, ein magisches Einhorn-Fan-Paket: Wir versichern übrigens, keine Werbeabsprachen mit den Einhörner zu haben. Wir reden diesmal nicht über die Wortewarte, versprechen aber, die Tradition in Zukunft wieder aufzugreifen. Dafür sprachen wir aber über:

  • Eva Engelken und ihren Artikel vom Mai mit dem Titel Das Ende des Nomi­nal­stils und das Beamtendeutsch,
  • das Customer-Relationship-Management (CRM) zur Unterstützung beim „Kundenprozess“,
  • die Firma „Einhorn“ mitsamt Abstechern ins Wettbewerbsrecht und Feenstaub,
  • das IT-Sicherheitsgesetz und die damit zusammenhängenden kritischen Infrastrukturen,
  • die unechten Stars unter den Juristen und die echten, wie etwa Thomas Fischer.
Hier ist der Neusprechfunk 9 als mp3. Alternativ gibt es auch wieder eine ogg-Version des Neusprechfunk 9. In Wahrheit wissen wir natürlich nicht, wie Lucy aussieht, aber die Bildlizenz des Fotos kennen wir: CC BY-NC 2.0, von massimo ankor


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 2016-07-07  1h57m