Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 1930: Freundschaf(f)t [transcript]


Heute wird es sehr persönlich…. Denn ich möchte euch an meinen Gedanken zum Thema Freundschaft und Engagement teilhaben lassen…

Freundschaft das ist so ein großes Wort… Wann ist man Freund? Wenn man sich stets im Guten gesonnen ist? Gemeinsam durch dick und dünn geht? Wenn man sich nah ist und viele Unternehmungen machen kann?

Oder ist eine Freundschaft mehr, dass man auch auf die Distanz erkennt, dass man weiß, dieser Mensch steht zu mir. Dieser Mensch unterstützt mein Denken und Handeln mit all seiner Achtsamkeit und im Gegenzug kann er sich auch stets mich stützen? Wie fragil ist heutzutage das Konstrukt Freundschaft? Ist es eine bloße Floskel geworden?

Ich wurde eines besseren belehrt – und zwar von einem Mann, der mir gezeigt hat, dass Freundschaft über 1.000 km Bestand hat – das ein häufiges Sehen und Unternehmungen machen nicht der Maßstab ist, sondern dass zuhören raten, motivieren und kritisch achtsam hinterfragen eine echte Beziehung ausmachen.

Dieser Mann hat mich – bevor ich ihn einen Freund genannt habe – in einer besonderen Tugend beeindruckt. Fürsorge. Fürsorge für Menschen, denen es aufgrund von tragischen Umständen nicht ermöglich sein wird, das Leben in all seinem Reichtum noch lange genießen zu können. Dieser Mann, den ich euch heute vorstellen möchte ist mein Freund Michael Schmitt-Ott, ein tief-empathisch Kunstliebender Mensch und Organisator der Charity-KunstAuktion für das CS-Hospiz in Wien und im Herbst 2023 für Desideria Care, einem Verein der sich für die Angehörigen von Menschen mit Demenz einsetzt.

 


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 2022-04-15  1h4m
 
 
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Music.
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Zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst.
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Ich freue mich, dass ich euch an dieser Stelle mit der Zoom-Stimme von Desiree von Bohlen und Halbach auf ein wichtiges Herzensprojekt aufmerksam machen kann.
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Liebe Hörende, mein Name ist Desiree von Bohlen und Hallbach. Ich freue mich sehr, dass mit dieser Episode mein Verein Desideria Care unterstützt.
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Setzt sich für die Angehörigen von Menschen mit Demenz ein.
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Ich freue mich umso mehr, dass der Erlös der Charity-Auktion von Michael Schmidt-Ott und Sathebies im Oktober 2023 dem Verein, die sie dir Herr Kerzbude kommt und nun viel Freude beim Hören dieser neuen Folge.
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Ganz herzlichen Dank für deine Worte. Ich hoffe, dass sich nun viele Hörende eingeladen fühlen, ihren Blick auf Desideria Care zu richten.
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Weitere Infos dazu findet ihr unter WWW Punkt Desideria Care Punkt DE.
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Und nun wünsche ich euch viel Freude beim Hören der Folge Freundschaft mit Michael Schmidt.
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Music.
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Wird es sehr persönlich, denn ich möchte euch in meinem Gedanken zum Thema Freundschaft und Engagement teilhaben lassen.
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Freundschaft. Das ist so ein großes Wort, dann ist mein Freund.
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Man sich stets im guten gesonnen ist gemeinsam durch dick und dünn geht, wenn man sich nah ist und viele Unternehmungen machen kann.
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Wenn man stets einer Meinung ist.
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Oder ist eine Freundschaft mehr. Mehr, dass man sich auch auf Distanz erkennt, dass man weiß, dieser Mensch steht zu mir.
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Mensch unterstützt mein als schräges Denken und Handeln mit all seiner Achtsamkeit und im Gegenzug kann er sich auch stets auf mich stützen.
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Fragil ist heutzutage das Konstrukt Freundschaft? Ist es eine bloße Floskel geworden?
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Ich wurde eines Besseren belehrt und zwar von einem Mann, der mir gezeigt hat, dass Freundschaft über 1000 Kilometer Bestand hat.
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Ein häufiges Sehen und gemeinsame Unternehmungen machen, nicht der Maßstab ist. Das auch immer einer Meinung sein, nicht wirklich zählt.
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Sondern das Zuhören Raten, Motivieren und kritisch achtsam hinterfragen, eine echte Beziehung ausmachen.
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Dieser Mann hat mich, bevor ich ihn Freund genannt habe, in einer besonderen Tugend beeindruckt. Fürsorge.
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Fürsorge für Menschen, denen es aufgrund von tragischen Umständen nicht ermöglicht sein wird, das Leben in all seinem Reichtum noch lange genießen zu können.
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Dieser Mann, den ich euch heute vorstellen möchte, voller Stolz ist mein Freund Michael Schmidt-Bot,
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Ein tief empathisch, kunstliebender Mensch und Organisator der Charity-Kunstauktion für das CS Hospiz in Wien.
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Und was es damit auf sich hat, das erfahren wir jetzt lieber Michael.
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Ganz, ganz herzlichen Dank, dass ich dich hier in Wien besuchen kommen darf und du mich und meine Hörenden nun an deinem Weg zur Kunst teilhaben lässt.
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Bitte stell dich einmal vor. Ja liebe Claudia, nach der Einleitung können wir das Gespräch ja eigentlich schon beenden. Ich bin
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sehr berührt und gerührt. Das waren sehr, sehr, sehr schöne Worte. Ich werde versuchen, mich wieder zu sammeln, um dir dann noch ein bisschen mehr über mich und mein Leben und mein Werden erzählen zu können. Erstmal herzlich willkommen in Wien.
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Und willkommen in meiner Küche. Wir sitzen hier in der Küche. Die Katze läuft auf dem Tisch herum und möchte auch an dem Gespräch teilhaben.
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Mich ein bisschen vorstelle, also meinen Namen hast du den hörenden schon verraten. Ich bin seit 20 Jahren in Wien lebend und seit über.
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Zehn Jahren in der Kunst aktiv tätig, habe die Kunst auch zu meinem Beruf gemacht. Ich bin als Kunstberater
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tätig. Ich bin Schallerist, dazu kommen wir wahrscheinlich später auch noch.
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Bin Fundraiser würde man das heute Neudeutsch auch noch nennen im Bereich der Kunst, weil wie du ja schon angesprochen hast, mein Engagement für das Hospiz am Rennweg jetzt auch sich mittlerweile seit zehn Jahren äh zum Jubiläum jährt und versuche mit Benefizkunst
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ein bisschen was zurückzugeben
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Sieh mir doch mal, wie du zur Kunst gekommen bist. Kommst du aus einem kunstnahen Haus oder hast du dir irgendwann vor 20 Jahren überlegt, so, jetzt ziehe ich hier in das Wien Jugendstil moderne Aktionismus
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und werde Kunstfreund.
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Kam die Kunst zu dir? Die Kunst ist wirklich zu mir gekommen, ich bin mit ihr aufgewachsen. Also im Endeffekt komme ich aus einem sehr kunstaffinen Haus. Meine Großeltern hatten großes Interesse an der Kunst, man würde es heute immer Sammler nennen, ich finde Sammler einen etwas schwierigen Begriff. Meine Eltern haben
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auch sehr viel Kunst gehabt
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damit gelebt. Du hast das ja auch bei uns gesehen. Du hast vorhin einen kleinen Rundgang hier gemacht und das ein oder andere an der Wand oder auf Tischen et cetera stehend gesehen. Ich bin damit aufgewachsen. Meine Eltern haben mir das mitgegeben. Es
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Gab bei uns zum Beispiel den klassischen Museumssonntag.
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Also sonntags sind wir ins Museum gegangen oder in irgendwelche Ausstellungen oder haben uns einfach damit auseinandersetzen dürfen, müssen, können, sollen.
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Das ist ziemlich haften geblieben bei mir. Das hat sich auch noch nachdem ich gar nicht mehr zu Hause gelebt
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fortgesetzt, dass ich, wenn ich mich mit meinen Eltern getroffen habe, weiterhin mit denen auf Kunstmessen gegangen bin, zu Ausstellung gegangen bin, zu Vernissagen gegangen bin, uns auch heute noch so
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dass ich da äh sehr, sehr gerne das mit mit meiner Familie teile. Aber im Endeffekt bin ich wirklich durch meine Familie dazu gekommen
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die mir auch das Leben mit Kunst, das Berühren und Berührt werden von der Kunst sehr nahe gebracht haben. In echter Euer.
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Du ja nicht. Wo kommst du ursprü.
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Ich komme ursprünglich aus Wuppertal. Aha. Ich bin in Wuppertaler Jong, um mal in deine Sprache einzufügen. Wobei ich, wenn ich jetzt bergisches platt reden würde, würdest selbst du mich wahrscheinlich nicht zum Glück auch nicht. Aber ich bin nein, ich bin ursprünglich Wuppertaler
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aber wie vorhin erwähnt, ihr seid oh Gott
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20 Jahren lebe ich jetzt in dieser wunderschönen Stadt Wien. Ich bin im W halt treu geblieben. Das stimmt. Gerade sagtest du, dass deine Eltern dich und auch deine Großeltern dich an die Kunst herangeführt haben
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zum Beispiel durch den klassischen Museumssonntag und dass sie dir auch gezeigt haben, wie man Kunst.
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Versteht oder wie Kunst einen berühren kann. Wie haben sie das gemacht beziehungsweise wie hat das auf dich gewirkt? Also ich glaube, das Wichtigste war dieses.
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Leben mit Kunst und dieses Umgehen mit der Kunst. Nehmen wir meine Großmutter als ein Beispiel. Meine Großmutter hatte in ihrem Wohnzimmer eine größere Holzskulptur stehen.
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Und ich habe als als kleiner Bub da ganz gern drauf gesessen. Die hatte unten so eine Ausbuchtung, dass man da auch sitzen konnte.
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Ich weiß, irgendwann ist mal meine Tante reingekommen
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und habe mir dann erklärt, das ginge jetzt nicht. Also da eigentlich ein fürchterlichen Zinnober gemacht und gesagt, da kannst nicht sitzen, weil das ist ja ein das ist ein Kunstwerk und da muss man ja Respekt vor haben und das geht einfach nicht. Und meine Großmutter, die hat immer am gelegen, die hat nie gesessen, die hat immer am Sofa gelegen. Steht auf, geht zu ihrer Tochter und sagt tschau.
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Ich umarme diese Skulptur jeden Morgen. Also kann er auch da sitzen und die hat mir auch den Respekt beigebracht. Die hat mir ja nicht gesagt
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Ja, ritzt da jetzt deine Initialen rein wie in den den Baum, wo du also deine deine Liebe verkünden willst, sondern das ist Holz kannst du in dem Fall ja auch mal berühren und anfassen und natürlich möchten wir alle, also wenn ich mal die Chance hätte Francis Skulpturen zu streicheln, das wäre wahrscheinlich großartig. Ich finde eben dieses,
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berühren, gerührt werden. Natürlich hat man den Respekt dazu, aber man Kunst möchte ja auch mit dir leben,
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und sollte mit dir leben. Skulptur ist da sowieso nochmal eine ganz andere Geschichte, wenn's dann um Patina geht und und die Entwicklung des Ganzen.
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Muss jetzt auch nicht jedes Bild abstreicheln, schmusen et cetera, aber.
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Die Emotion ist für mich und das weißt du ja sowieso ganz besonders und auch mein emotionaler Bezug zur Kunst ist ein ganz ganz wichtiger. Also da ist viel von zu Hause mitgekommen
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auch eine Selbstverständlichkeit ist, die Dinge um sich zu haben, sie mit Respekt zu behandeln, aber auch zu versuchen, sie zu verstehen und auch zu hinterfragen.
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Ich verrate jetzt mal ein Detail und zwar hatte ich ja das große Glück, an deiner Charity-Auktion, auf die wir natürlich nachher noch ein bisschen tiefer eingehen, auch.
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Oder andere Werk ersteigern zu können und dann wirst du so lieb, so freundschaftlich,
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hast, diese zwei Werke, nutze deiner Mutter in Wuppertal genommen und ich durfte sie dort abholen. Und da habe ich gesehen, dass.
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Deine Mutter
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zahlreiche, ich würde ja jetzt sagen, Glaskugelnaht. Ja, kann man kann man kann man so sagen. Ja, Briefbeschwerder ist ja schon eher der Fachterminus. Paperwates, genau.
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Erzähl mir mal, was Paperwates eigentlich sind. Okay, Paperweites, Glaskugeln. Im Endeffekt große Glas äh Blaskunst.
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Die sind wirklich gedacht dafür gewesen, dass du sie früher auf deinen Schreibtisch gestellt hast
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aufs Papier, damit die einzelnen Blätter nicht durch die Gegend fliegen. Frag mich jetzt bitte nicht, wann die ersten Paperwates entstanden sind, ähm es gibt eine große Tradition in Großbritannien, in Schottland vor allem.
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Sehr französische Tradition dafür und es gibt mittlerweile eine sehr zeitgenössische, amerikanische Szenerie auch dabei und im Endeffekt sind es Halbkugeln
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in die dann Glasstifte eingesetzt werden von unten und dadurch Muster entstehen, also Fleur Delille ganz klassische Geschichten und da sind also die Franzosen sehr vorreitend gewesen und heute findest du, es gibt dann, der ist eigentlich Wissenschaftler, lebt in Amerika.
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Der der macht diese Paperwates mit Insekten und Gräsern und Natur wahnsinnig detailgetreu extremst aufwendig zu produzieren, sind alles Unikate und
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Ja meine Eltern hatten eben so eine gewisse Seidel äh Seidelandschaft. Sammelleidenschaft heißt das so schön, das schneiden wir jetzt nicht raus dafür und ja, die haben die auf auf Reisen gesucht, entdeckt
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Von Flohmärkten über Geschäfte gesucht und ja haben dann zu Hause so zwei, drei davon stehen. Weißt du was? Ich fand das so schön, dass ich hingegangen bin in meinen Keller und mich erinnert habe. Ich habe auch noch zwei, drei davon rumstehen.
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Hochgeholt und schön dekoriert. Ja, siehste. Ja, das muss einem natürlich auch gefallen, ja. Es gibt viele Leute, die können damit zum Beispiel gar nix anfangen.
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Ich finde eben auch bei denen, das ist ja eben auch Teil der Kunst, dieses Spannende. Es gibt sie in ganz klassisch, ja, also sozusagen den
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unter den Paperwates oder den van Gogh unter den Papervates, die sehr klassisch sind und dann gehst du eben wirklich in diese modernen Geschichten rein und
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ja, das ist auch, das ist ja die schöne Malikfaltigkeit bei der Kunst. Es ist eben nicht nur die die Leinwand an der Wand ist. Guck mir doch mal.
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Als du nach Wien gekommen bist vor 20 Jahren. Wie waren denn deine Schritte vorher? Du warst in Wuppertal, umgeben von PaperWays unter anderem du in Wien.
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Als Kunstberater, Kunstvermittler tätig. Charity Organisator. Was waren denn da noch für Zwischenschritte?
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Hast du kunsthistories studiert oder? Oh einige, ähm ich habe einen ganz, ganz anderen Weg eingeschlagen. Ich habe klassisch Betriebswirtschaft studiert. Ich habe angefangen in Süddeutschland, in Ingolstadt, an der katholischen Universität Eichstätt, Betriebswirtschaft zu studieren
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und bin dann nach Wien gewechselt, habe.
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Ich in Wien war, auch eine Zeit in England verbracht. Du weißt, ich habe eine ganz große Liebe zu England, aber im Endeffekt Betriebswirtschaftler und ich habe angefangen in Wien dann auch im Finanzbereich zu arbeiten.
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Oh, acht Jahre im Finanzbereich gearbeitet. Ja, ja, ich war bei den ganz bösen Jungs, Kreditversicherungswesen nennt sich das. Da hätte ich allerletztes verortet.
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Nur weil ich jetzt Rosa trage gerade. Rosa. Das war wahrscheinlich auch.
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Im Endeffekt nicht ganz das Richtige für mich. Das habe ich dann irgendwann ja auch gemerkt und
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diesen Wechsel zur Kunst gegangen, der sich eigentlich so schleichend ergeben hat, auch durch durch mein Umfeld, ich hatte immer viele Freunde
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die Künstlerin oder Künstler waren oder damit zu tun hatten, das war in meinem Umfeld eigentlich so so eine gewisse Normalität für mich, die vielleicht erstmal erkennen musste und sie musste hey.
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Da habe ich mehr Zugang zu als andere Menschen und dann hat sich das irgendwann wirklich so.
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Bisschen durch Zufall und von mir natürlich dann auch in Richtung gehen entwickelt und so bin ich dann dazu gekommen und habe halt überlegt, wie kann ich meine
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meine Fähigkeiten, die ich da habe, mein Netzwerk, meine Kontakte, was kann ich daraus machen und wie kann ich das verbinden und bin dann also wirklich vom
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Anzug Krawatte tragenden äh Finanzmenschen zu jemandem geworden, der in der jetzt in der Kunstwelt zu Hause ist und da kann ich auch Rosa Pullover tragen.
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Und Glitzer-Birkenstocks. Ja ja unter anderem. Sag mal wie hast du denn all diese Kontakte kennengelernt? Sind das jetzt aus deinem Kreditwesen, dass du gedacht hast oh wer ist das sonderlich künstlerisch unterwegs oder
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Jedes Mal wen ich so kenne, ne? Na ja wenn du dir alles merken kannst
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Ja, das gehört halt dazu. Ich würde mich ja auch, wenn du mich heute fragst, was machst du, was bist du? Ich finde immer diesen, diesen Begriff
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Berater so wahnsinnig schwierig. Kunstvermittler geht für mich eher in die Richtung den Leuten Wissen zu vermitteln, also es ist wirklich eher so die die museale Bezeichnung für für Leute, die Führung machen, die wissenschaftlich auch arbeiten. Ich sehe mich ja eher als Netzwerker in dem Ganzen.
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Ja. Das ja ich bringe Leute zu. Na ja gut, ich habe dir jetzt nur ein oder zwei Kontakte hier in Wien vermittelt. Ich bringe Leute zusammen
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Das ist das, was ich tue. Ich habe immer schon
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Bin ein sehr aufgeschlossener, kommunikativer Mensch, dass wir uns beide ja auch sehr ähnlich wie ihr jetzt hört, rede ich auch besonders gerne und.
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Das hat sich durch also entwickelt, im Endeffekt.
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Mit meinem alten Bereich hat das wenig zu tun. Maximal ein oder zwei mögliche Kunden würden da vielleicht noch aus dem Finanzbereich kommen. Die künstlerische Seite war da bei mir gar nicht vertreten.
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Ich habe mir das aufgebaut. Ich bin viel unterwegs gewesen. Ich habe Messen besucht. Ich hatte das ja schon vorher. Also für mich war ein Kunstmessenbesuch etwas.
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Alltäglich klingt zu blöd, aber selbstverständlich ist, also wenn's in Wien die zwei, drei, vier Messen gegeben hat und ging ich damals schon dahin. Jetzt gehe ich beruflich professionell dahin und früher bin ich hingegangen, weil's mich sowieso schon interessiert hat.
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Das ist wirklich durch viel, viel Reisen
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Kontakte aufbauen, Leute treffen ins Gespräch kommen, auf Menschen treffen, die dann auch wieder vielleicht so wie ich sind und sagen, ja.
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Sprich doch mal mit dem oder triff dich doch mal mit der oder die könnte interessant sein und natürlich auch direktes Zugehen. Und ich bin furchtbar neugierig.
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Bin wahnsinnig neugierig und wahnsinnig interessiert am Menschen, an dem was er oder sie tut.
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Ich besuche natürlich wahnsinnig gern Ateliers. Mhm. Das äh ist ist so,
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Hobbypassion, Leidenschaft. Schau, ich habe das große Glück, dass ich in einem Bereich arbeiten kann, der eben meine Passion ist.
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Indem ich glücklich werden kann und das hat die Moon-Müller schön in einem an deiner Gespräche so schön gesagt, Hobbys habe ich gar keine.
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Ich lebe 24 Stunden am Tag die Kunst und das kann ich teilen. Also ich liebe und lebe das, was ich da tun
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darf und kann. Wie schön und ich freue mich, dass du so aufmerksam zugehört hast. Mensch, ich bin ganz geehrt, ja. Unbedingt die anderen Podcasts noch anhören. Große Empfehlung. Netzwerken, Werbung machen. Hallo, sei mir gestattet.
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Wenn du auf Messen unterwegs bist, wonach willst du die Kunst aus, die du dir anschaust?
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Rennst du da durch und bleibst auf einmal stehen oder gehst du ganz gezielt formen dir bestimmte Künstler anzuschauen? Ja normalerweise geht man ja mit einem Plan auf eine Messe
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den kannst du eigentlich nach zehn Minuten über den Haufen werfen. Du erinnerst dich, wir haben ja zusammen die Art Cologne besucht. Übrigens.
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Das war unser erstes physisches Aufeinandertreffen. Vorher kannten wir uns bestimmt schon, weiß nicht, ein anderthalb Jahre oder so? Ja.
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Telefonisch. Telefonisch, ja, genau. Aber denk an unseren Besuch in Köln zurück.
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Ich habe zu dir gesagt, wir müssen hier strategisch durchgehen mit einem Plan. Sprich, wir gehen jetzt den Gang geradeaus, dann gehen wir rechts, dann gehen wir wieder rechts, wieder zurück, dann gehen wir links,
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Links zurück, also so richtig schön gerade strukturierte Linien.
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Nach fünf Minuten hatten wir die ersten paar Menschen getroffen, mit denen man ins Gespräch kam, die sagen, ah, der musste mal dahin schauen oder musst mal dorthin schauen nach zehn Minuten kam irgendein Anruf von, ah, wo bist denn du? Du wolltest noch vorbeikommen.
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Es funktioniert nicht. Nach 20 Minuten saß man beim Kölsch. Ja.
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Und nach 25 Minuten waren wir schon wieder unterwegs. War ein schnelles, kleines Kölsch. Das Gute an der Kölschstange ist, dass sie so klein sind.
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Ich weiß ja auch, worauf deine Frage abzielt. Es geht ja jetzt nicht darum, wie geht man heute über eine Kunstmesse, sondern äh warum bleibe ich vielleicht irgendwo stehen oder was zieht mich an oder was fasziniert mich?
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Für mich ist es natürlich Visuelle, du siehst ja erstmal was und dann wirst du angesprochen oder eben auch nicht angesprochen, aber es muss irgendwo was passieren,
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vorhin genannte Emotionen, die da drinsteckt, dass ich da stehe und sage, wow, okay und dieses Wow kann ja.
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Totale Begeisterung sein, wo man sagt, oh, das fasziniert mich, das ist das ist schön.
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Darf ja heute eine Kunst auch noch sagen, es ist schön oder man steht und sagt, verstehe ich nicht, was ist das,
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stört mich vielleicht, aber erschreckt mich vielleicht auch im allerersten Moment und da ist ja auch wieder eine Faszination hinter, aber.
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Primär ist es dieses ich nenne das immer einen unsichtbaren Magneten, der dich da hinzieht und.
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Verweilen lässt und dich überlegen lässt, was da jetzt sein könnte und man kommt in den meisten Fällen, wenn man wirklich diesen magischen Moment hat sowieso nicht dahinter, das ist wie Liebe.
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Die man da spürt und die man da hat. Also du siehst etwas und es ist dieses faszinierende, dieses eben, vielleicht auch manchmal nicht Verstehende.
18:04
Was es ist. Manchmal ist es ja auch einfach nur, dass man sagt.
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Die Ästhetik ist finde ich einfach jetzt schön und man weiß auch immer groß unterscheiden zwischen dem, was jetzt einem persönlich gefällt.
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Den man dann aber leben möchte. Das ist ja auch nicht immer ganz leicht.
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Schaust du dir die Kunst an und überlegst, das möchte ich in meinen eigenen vier Wänden haben oder das könnte für meine Auktion spannend sein oder einfach nur dieses Werk finde ich total toll, ich möchte unbedingt den Menschen dahinter kennenlernen,
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muss in ganz vielen Schichten denken. Erstmal denke ich natürlich an meine Kunden, was könnte meine Kunden interessieren, was interessiert die, was kann man denen auch mal wieder zeigen, damit die auch einen Einblick bekommen. Dann gibt's noch den persönlichen
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Blick, weil ich einfach sage, das ist das, was mich interessiert, was mir gefallen könnte, womit ich vielleicht dann auch äh mir vorstellen könnte, zu leben und dann ist natürlich.
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Die Neugier ist, denn der dritte Aspekt
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wo ich dann da stehe und sage, wow, da würde ich jetzt gern mehr zu erfahren und ich würde auch immer gerne was über die Person erfahren. Je nachdem, über welches Medium wir jetzt sprechen, die davor, dahinter steht, die das produzieren, weiß ich mögen die ganzen Künstlerinnen und Künstler nicht, wenn ich das sage. Aber dies herstellt, dies dies fabriziert hat.
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Bist du so ein Mensch oder anders. Ich ziehe eine Parallele.
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Wenn ich auf Reisen gehe, auf Podcastreisen gehe, dann lese ich mich.
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Wochenlang ein zu meinen Gesprächspartner und bereite mich vor und möchte Sicherheit haben, um hinterher natürlich so zu tun, als hätte ich keine Ahnung, habe ich ja auch immer noch nicht.
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Und dann passiert das jedes Mal, dass ich ganz spontan eine neue Gesprächsmöglichkeit ergibt und wenn ich
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Vorab darüber nachdenke, macht mich das furchtbar unsicher und ich denke oh Gott, das schaffe ich nie im Leben.
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Und insgeheim freue ich mich aber schon auf diese zufälligen Begegnungen. Bin fast süchtig danach und denke, woah, wenn ich jetzt in Wien bin, mit wem werde ich mich dann vielleicht noch ungeahnt unterhalten können? Geht dir das genauso, wenn du auf deinen Kunstreisen unterwegs bist?
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Dass du schon gezielten Plan hast, das und das und das und auf einmal kommt die Überraschung und du denkst.
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Genau das ist der Grund, warum ich reise. Du sprichst ja ein bisschen auf meine ich nenne das ja immer Tour de Art an, die ich da gemacht habe. Das das muss man vielleicht den ich so durchschaubar. Nein. Das muss man jetzt vielleicht denen zuhören in kurz erklären. Firmenetz ist Charity Kunstprojekt
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in sechs Wochen durch Europa gereist habe
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9 Länder besucht, war in 39 verschiedenen Städten und habe ungefähr 150 Künstlerinnen und Künstler getroffen,
20:28
zwölfeinhalbtausend Kilometer im Auto doch dabei zurückgelegt. Ich glaube, darauf sprichst du jetzt ein bisschen an. Natürlich gehe ich da vorbereitet hin. Ich habe die äh Personen, die ich treffe, vorher ausgesucht und mit denen Kontakt gehabt und weiß jetzt mit wem ich mich treffe.
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Andererseits ich bin in Berlin, nehmen wir als Beispiel. Ich war in Berlin.
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Zehn Tagen hatte in Berlin in den zehn Tagen fünfzig Atelierbesuche vor mir, ungefähr. Also ein Drittel meiner Reise machte Berlin aus und das sind ja jedes Mal Gespräche, wo du auf einen einen Menschen triffst, den du vielleicht
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kennst, den du vielleicht persönlich noch nicht gesehen hast, aber du kennst sein Werk, du kennst dein Schaffen, du weißt, was er oder sie da gemacht hat oder glaubst es zu wissen und für mich ist immer der erste Moment nochmal dieses Eintreten ins Atelier.
21:13
Ganz, ganz, ganz wichtig. Ich schaue da jetzt, ich sehe einen Namen, ich weiß jetzt, ich gehe zu Jenny Brosinski. Dann weiß ich vom Kopf her schon ein bisschen, was mich erwartet. Aber wenn ich in diesem Atelier stehe, kommen gleich bei mir so Bilder in den Kopf rein. Das heißt, das was ich mir vorher schon angeschaut habe.
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Ist wie so ein kleiner Flashback. Ich weiß eigentlich nach dreißig Sekunden, warum bin ich jetzt hier und bei wem bin ich jetzt?
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Ich kann mich auf diese Vielzahl der Gespräche gar nicht mehr richtig vorbereiten. Das weißt du aus deiner Erfahrung, weil du bist eine sehr akribische Vorbereiterin deines Podcasts. Da würde ich ja nochmal die doppelte Zeit drauf verwenden müssen, mich auf die Person einzulassen. Ich.
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Hol mir die ganzen Informationen, die für mich wichtig sind und was dann ja auch interessant ist für die Leute, denen ich das später weiter vermitteln muss aus den Gesprächen.
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Sehr ähnlich. Du sprichst mit den Leuten und ich genauso.
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Ja das stimmt. Ich glaube die Gespräche, das ist so hm wie das Elixier, ne? Ich bin kein klassischer Kunstgeschichte.
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Student oder Ausgebildeter. Ich habe das zweimal drei Semester studiert, weil's mich auch wahnsinnig interessiert, wenn ich die Zeit hätte, würde ich das auch weiterhin gerne machen, aber.
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Ich hole mir vieles vieles vieles des Wissens aus Gesprächen. Ich frage warum, wieso, wie hast du das gemacht? Natürlich bekommst du nach
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Nach der Zeit auch ein Verständnis für warum wird das grundiert? Warum gibt's im Vordergrund Hintergrund, wie funktioniert das Ganze? Auch auch die technische Seite. Ich bin ja künstlerisch völlig unbegabt. Also lege mir ein Blatt Papier hin.
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Ich weiß nicht, was ich tun muss und sonst male ich wie wahrscheinlich wie ein Zweijähriger. Du brauchst noch einen Stift. Grauenhaft, leg mir bitte, ich ich wüsste ja nicht mal, was ich tun soll. Ich bin völlig in dem Moment völlig überfordert. Ich kann's auch nicht. Ich habe schon als Kind Bilder gemalt und mich eigentlich bei allen, die sie gesehen haben, entschuldigt, weil sie hässlich sind.
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Ich finde das auch heute noch so. Weißt du was? Ich habe mal im Kindergarten dem Igel die Stacheln abgeschnitten
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Ist ja auch, ist ja eine Performance. Ja. Kann man ja auch machen. Ich war so traurig, weil jeder meinen Stachellosen Igel so hässlich weiß. Also ich weiß das, ich kann's nicht.
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Habe eine ganz andere Art der Kreativität, das, was ich da tue, auch grad auf mein Charity-Projekt bezogen, ist ja auch so ein innerer Antrieb. Ich mache das aus einem
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Inneren raus. Das ist vergleich mich da auch immer wieder mal mit vielen Künstlerinnen und Künstlern. Wenn die vor ihrer Leinwand stehen und
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Das muss raus, das ist bei mir genauso. Warum mache ich das? Warum verwende ich anderthalb Jahre für so ein so ein so ein Projekt? Das mache ich, weil ich's also irgendwie ein bisschen ein ein Drang und ein Trieb und meine Art der Kreativität damit umzugehen. Aber mich interessiert das ja auch. Ich will ja wissen, du
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wenn ich irgendeine Art von Talenten im Bereich hätte, wäre ich wahrscheinlich auch Maler, Bildhauer.
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Ich weiß es nicht. Ich kann's ja auf eine andere Art und Weise. Aber ich kann's nicht, aber ich habe natürlich auch das,
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schon ein gewisses Gespür für irgendwo äh die Kunst, weil ich damit aufgewachsen bin, weil ich mich so lange damit umgebe und ich halte's da ein bisschen mit Kenny Schachter, der mal gesagt hat, man muss äh ungefähr hunderttausend.
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Werke, zeitgenössischer Kunst gesehen haben, dann fängt man's an, langsam zu verstehen.
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Den Rest des Verständnis hole ich mir wirklich in den Gesprächen. Wie viel Gemälde hast du schon gesehen oder Werke? Weiß ich nicht. Wahrscheinlich näher ich mich langsam neunundneunzig. Ich könnte Strichliste führen. Wahrscheinlich näher ich mich langsam dieser Zahl an, weil das ja auch für mich so eine
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Kunst betrachten ist für mich auch was
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das passiert so im im alltäglichen und ich bin ja auch so jemand, der ich in der Galerie sehe, gehe ich da rein, diese Hemmschwelle, die viele Leute haben, verständlicherweise zum Teil leider auch, weil da die Schwelle eben immer noch für viele viel zu hoch ist, also geht's bitte in die Galerien, wenn ihr könnt, das ist die beste Art und Weise an Kunst ranzukommen, kostenlos.
24:50
Kostet nämlich nix und zu schauen, ja, wahrscheinlich bin ich in so einem Stellenbereich mittlerweile.
24:57
Viel gesehen und ich kann auch vier Tage auf eine Kunstmesse gehen und habe wahrscheinlich andere Leute mal vier Tage Strand und Urlaub, lesen ihr Buch oder gehen schwimmen oder lassen sich nur sonnen und ich gehe über eine Messe und kriege genauso viel Energie zurück. Das ist ja auch was total schönes, was ich da machen darf. Das ist ja
25:14
erfüllt mich ja auch. Wenn du deine Atelierbesuche unternimmst, welche Fragen stellst du den Künstlern? Ui.
25:20
Das hier ein Gespräch. Ich möchte wissen, wer ist diese Person.
25:26
Was was treibt ihn oder sie an? Was steckt hinter der Arbeit? Warum warum tut er oder sie das? Was was ist der Gedanke? Was soll das sein? Was soll das aussagen? Und.
25:40
Dadurch, dass du ja meistens im Atelier auch umfertige Arbeiten siehst
25:44
hast du die die Möglichkeit, damit einzutauchen, auch in diesen Prozess. Das lässt sich so schwer, es gibt nicht so die Standardfragen. Ich versuche eigentlich zu verstehen.
25:55
Was das Ganze darstellen soll. Und ich habe ja dann auch den Auftrag, wenn wir dann die Ausstellung haben, den Leuten zu vermitteln, wer ist.
26:04
Person, die dieses Werk erstellt hat. Und was möchte sie aussagen?
26:08
Arbeite ja sehr international. Ich habe für mein letztes Aktionsprojekt Künstlerinnen und Künstlers 40 Nationen gehabt.
26:15
Von denen kannten wahrscheinlich die Besucher meiner Ausstellung 90 Prozent nicht und die stehen dann vor einem Werk und dann muss ich das ja
26:24
weitergeben können. Leut stehen an und sagen, was ist das? Wer ist das? Nie gehört. Was was tut er oder sie und dann dann habe ich ja die Aufgabe, das weiterzugeben und deswegen finde ich auch diese diese Reise so wichtig, um um eben genau diese
26:37
was die Künstlerinnen und Künstler mir sagen weitergeben zu können. Also ich bin da ja dann eine Mischung aus.
26:43
Galerist aus Vermittler, ja ich erzähle eigentlich die Geschichte auch von dem, was ich mit den Künstlerinnen und Künstlern erlebt habe.
26:52
Natürlich gibt's so klassische Fragen. Hä, warum tust du das? Warum je nachdem welches Medium ist, versteht man das ja auch. Aber das kennst du ja auch.
27:01
Entwickelt sich. Ich habe jetzt nicht so die fünf Standardfragen, die ich da bringe. So, wer bist du? Was machst du? Wieso tust du das?
27:09
Das entwickelt sich meistens. Es passiert auch ganz schnell, dass ich bei jemandem stehe und gleich anfange, dem in in einzelner Werke einzutauchen.
27:17
Sag hey wow wieso was erzähle.
27:20
So wie du mir diese Frage ich stelle das stell dich doch mal vor. Wer bist du? So ein bisschen also wir sind uns ja glaube ich ganz ähnlich auch in der Herangehensweise. Gehst du.
27:29
Aufgeregt oder mit Lampenfieber auch ran? Mit Freude. Mhm. Das ist totale Vorfreude. Man, das ist ja, was ich gerade erzählt habe, nicht? Berlin.
27:39
Fünf Termine an einem Tag. Ich verlasse dann meistens
27:41
um sieben Uhr in der Früh das Haus und komme irgendwann zwischen dreiundzwanzig und vierundzwanzig Uhr wieder. Muss zwischendrin viel fahren. Es ist in Berlin eine totale Katastrophe ist. Ja, das habe ich auch schon zu suchen.
27:53
Dann fährst du fünfmal an dieselbe Stelle, weil ich natürlich auch meine Planung nicht mehr im Stadtplan mache, sondern ich mache diese 50 Termine ist jetzt relativ viel. Ich schreibe,
28:02
Künstlerin eins an, die sagt mir ja, kommen sie heute um 8 Uhr dreißig vorbei und ich plane dann immer zweieinhalb Stunden
28:08
pro Gespräch ein ungefähr und nochmal eine halbe Stunde Fahrt. Das ist so mein Berlinplan. Geht nie ganz auf, mal klappt's, mal klappt's nicht, aber ich möchte mir auch Zeit nehmen. Ich möchte da nicht in zehn Minuten sitzen, sagen, so jetzt hätte ich gerne mal eine Spende, danke auf Wiederschauen.
28:21
Will mir auch Zeit nehmen. Ich finde das das auch der Respekt des Ganzen ist, ja. Also ich meine, ich bekomme da Spenden für meine Projekte und dann dann gehört's auch, dass man sich da hinstellt, die Zeit nimmt und auch mal eben danke sagt, aber
28:33
der wichtigste Punkt ist das Verstehen, um es weitergeben zu können.
28:37
Und den Leuten eben auch hinterher erklären zu können, wer das ist. Entstehen auch Freundschaften? Ja klar. Da entstehen ganz enge Beziehungen. Also.
28:46
Bin ja dann auch fürchterlich emotional, was die Auswahl der Werke angeht. Ich darf ja zum Teil, das ist ein riesen Privileg mit den Künstlerinnen und Künstlern aussuchen. Die geben mir auch die Chance zu sagen, ja, suchen wir gemeinsam aus.
28:58
Das ist dann ja auch ein Stück von dir selber, was da drin steckt
29:01
und mein letztes Projekt hat eine Vorbereitung auch coronabedingt dann fast zwei Jahre gebraucht und da ist ja ein ständiger Kontakt da und man telefoniert, man schreibt E-Mails, man trifft sich wieder mal und
29:14
Man hält auch mit ganz vielen Kontakt weiterhin und das ist ja, die begleiten ja den Prozess auch mit. Die sind ja auch eingebunden, sei es, dass sie nochmal
29:23
über ihre Vita drüber schauen, die wir für den Katalog machen oder ich sie informiere und sage, so jetzt haben wir die virtuelle Ausstellung online. Schaut's doch mal dahin. Die sind ja alle mit eingebunden und,
29:34
Natürlich also zu den ganzen zweihundertzehn, die ich jetzt beim letzten Mal hatte.
29:38
Gibt's jetzt keinen Kontakt mehr, was entstehen? Einige Freundschaften daraus. Also ich bin mit Leuten aus meinem allerersten Projekt von 2012.
29:46
Noch sehr eng befreundet. Hast du in Köln auch den ein oder anderen kennengelernt. Armin?
29:50
Nee, nee, nee, nee, nee, den Florian Fausch. Ah. Zum Beispiel und du hast das Glück, den Julian Kohl jetzt auch noch die Tage hier in Wien interviewen zu können. Das sind Leute, die kriege ich seit über zehn Jahren, die sich durch dieses Projekt ergeben haben und da entstehen wirklich,
30:03
enge und sehr sehr persönliche Freundschaften und Beziehungen. Wie viele Auktionen hast du schon geführt? Vier.
30:08
Zwölf fünfzehn, siebzehn, einundzwanzig, vier Stück habe ich gemacht. Dann kommt die nächste. 2023 Oktober, 5. Oktober. Ich habe sogar schon einen Termin. Das ist sehr, sehr frühzeitig, aber durch meine wirklich ich brauche einfach viel Zeit. Ich brauche eine gute.
30:23
Ich würde sagen, 14 bis 18 Monate Vorbereitungszeit. Was machst du an dieser Zeit.
30:27
Ich könnte jetzt platt sagen, du sag mal, du musst doch nur einfach da irgendwie mal mit einem Künstler, Instagram hier anrufen, hast du Lust mitzumachen? 5. Oktober, Charity-Auktion und das war's. Nicht anders ist das, also ich verbringe genau, ich mache
30:40
Er macht nichts anderes als mal drei Stunden 100 Künstlerinnen und Künstler anrufen, sagen hallo, ich hätte gerne eine Spende und dann dann funktioniert das. Und alle reagieren und sagen natürlich, alle verstehen, dass da der der Superschnorre aus Wien kommt und ihnen ein Werk.
30:54
Schwatzen möchte. Da steckt sehr, sehr, sehr viel Arbeit von von vorne bis hinten drin. Also zum einen, da ich das jetzt seit über zehn Jahren mache,
31:01
Natürlich ist mein Netzwerk groß, auch beruflich. Ich kenne viele Künstlerinnen und Künstler. Ich muss überlegen, wer kann da reinpassen, wer funktioniert?
31:10
Du hast ja auch vorhin nach der Auswahl gefragt ein bisschen, ja? Da da steckt auch sehr viel Persönliches drin, weil ich kontaktiere vor allem Künstlerinnen und Künstler, die mich selber.
31:19
Ansprechend inspirieren, weil auch nur dann bin ich in der Lage das zu vermitteln. Also ich kann ja nicht
31:25
jemandem versuchen ein Werk in dem Fall zu verkaufen unter Anführungszeichen, weil's ja alles gespendet wird, aber ich kann das ja nicht weitergeben, wenn ich nicht dahinterstehe. Das ist schon mal der erste Punkt. Also schon mal, da gibt's schon mal vier Ausflugskriterien bei mir gefallen ja auch nicht alle Sachen.
31:37
Ist aus erster Sicht. Ich treffe schon mal eine sehr, sehr persönliche Vorauswahl und dann, das ist ein monatelanger Prozess.
31:44
Auch dies kontaktieren, weil die werden alle einzeln angeschrieben. Da gibt's kein Sammele an.
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250 Personen, sondern jeder wird persönlich kontaktiert. Und wenn's dann um die Organisation, bis jetzt lernen wir uns dann nochmal kennen geht, ja.
31:58
Also wenn du so sechs Wochen planst und versuchst durchzugehen, also das Erste, was ich mache, ich nehme mir mal eine Europakarte und zeichne auf, wie fahre ich. Dann musst du dir alle unter einen Hut bekommen.
32:09
Schauen ja sind in Berlin jetzt in den genau in den zehn Tagen die auch alle erreichbar. Wann haben die Zeit? Wie funktioniert das? Das ist dann schon sehr sehr komplex.
32:17
Und dann geht's um Katalogerstellung. Also da bin ich Wochen beschäftigt. Ich schreibe jeden Lebenslauf selber auf Deutsch und Englisch.
32:24
Korrektur gelesen werden von den Künstlern und Künstlern von mir. Allein das, das das sind Wochen, die da drin stecken. Nur für das Schreiben und die die vorherige Recherche
32:34
Also da stecken mittlerweile einfach Jahre an Vorbereitung und auch immer wieder neu Treffen mit drin,
32:40
Und was ich einen ganz wichtigen Punkt finde, das machen auch meiner Meinung nach, jetzt verrate ich eins der Geheimnisse, viele dieser Charity-Events falsch.
32:48
Fragen immer dieselben Leute an. Die finden ja auch in einem jährlichen Rhythmus statt. Ich kann das gar nicht jährlich machen, bei also dem Aufwand und dem Umfang, den ich da betreibe, geht das gar nicht, aber.
32:58
Gewisse Regelmäßigkeit ist drin, aber da können dann eben auch mal, wie jetzt zuletzt
33:01
zwar dann coronabedingt vier Jahre dazwischen liegen, aber es wären sonst drei gewesen. Ich muss ja auch noch irgendwann mal Geld verdienen, mein Job muss ja auch weiter rennen und als Selbstständiger habe ich einen ganz fürchterlichen Chef, der mir immer auf die Finger haut und sagt, böse.
33:14
Und ich kann's natürlich auch mit meinem Job verbinden, also so ist das ja nicht. Ich bin jetzt ja nicht ganz selbstlos, sondern es hilft ja auch meinem Netzwerk, für meinen Beruf, aber.
33:24
Die Arbeiten, die Vorbereitungen, die da drin steckt, ist schon immens, ja. Das können sich die meisten Leute eben gar nicht vorstellen, was ich eben gerade sagen wollte. Ich ich versuche, neue Leute zu finden, neue Positionen
33:35
Bisher habe ich ja immer in Wien dieses Projekt gemacht, jetzt zwanzig dreiundzwanzig, das kann ich dir jetzt schon verraten, geht's dann ins Ausland. Wir werden also.
33:43
Nach Deutschland gehen will. Hey, zu mir. Ja, sogar fast in deine Heimat, es geht nach Köln. Oh, wie schön. Äh wir werden in der neuen Deutschlandzentrale von Sut the Beast in Köln diese Auktion machen. Das darf ich auch schon verraten.
33:55
Bekomme ich für eine Woche grandioser Weise zur Verfügung gestellt.
33:58
Danke, dass ihr das kostenlos möglich macht und da können wir die ganzen Werke zeigen und auch die Auktion wird dann da stattfinden.
34:07
Aber das ist ein langer, langer Prozess und hier in Wien war's halt so, dass ich den Leuten bewusst,
34:13
Künstlerinnen und Künstler zeigen wollte, die sie jetzt nicht kennen, weil ein bisschen über den Tellerrand schauen schadet nicht und eben immer beim Selben die Hand aufzuhalten und ich habe vorhin scherzhaft den Begriff Schnorcher verwendet, ist es ja, wenn man's knallhart mal runterbricht. Ich versuche,
34:27
kostenlos an Werke zu kommen, weil alles, was wir einnehmen, ja auch gespendet wird. Wir wir wollen ja Geld generieren und ich weiß auch, wie schwierig das ist und ich weiß auch, wie großzügig da die Künstlerinnen und Künstler sind, die mir was zur Verfügung stellen und deswegen finde ich, kann ich auch nicht.
34:41
Regelmäßigkeit immer zu den gleichen Leuten gehen. Also wenn du mein mein 17er Projekt mit meinem 21er Projekt vergleichst, da waren vier Positionen dabei, mit denen ich.
34:51
17 und 21 gearbeitet habe. Die anderen zweihundertfünf.
34:55
War neu und das wird jetzt in dreiundzwanzig wieder eine ähnliche Richtung gehen, weil ich auch ich finde, wenn die Leute diesen Katalog aufschlagen.
35:05
Dann sollen die Dinge sehen, die sie vielleicht auch oder kenne ich nicht. Ja vielleicht auch mal ein bisschen verstört werden so, hä?
35:16
Nie gehört, warum und warum zeigt ihr jetzt da einen marokkanischen Künstler oder warum ist da eine Bildhauerin aus dem Iran dabei? Und wie ist denn der Verrückte an einer Arbeit aus Australien gekommen? Das finde ich auch wir sind ja sowieso alle so international, global
35:31
Aber das wirst du ja kennen
35:32
die lokalen Märkte zeigen dann doch wieder eher das, was näher ist und ich sehe das auch ein bisschen als eine Chance, den Leuten zu zeigen, was gibt's denn noch alles außer den
35:43
jeweils bekannten und in Wien oder in Österreich gibt's so einen Stamm an bekannten Künstlerinnen und Künstlern und in Deutschland ja ganz genauso.
35:52
Natürlich Gerhard Richter ist ein fantastischer Künstler, toller Mensch, aber die Leute kennen die arbeiten eben zum Teil schon und ich find's spannend, da was zu zeigen, wo man mal sagt, diese Position kenne ich jetzt noch nicht, dass ihr mal was
36:04
anderes und das ist auch ein Reiz für mich. Es ist dir auch wichtig bekannt gegen unbekannt zu stellen? Die Mischung ist mir wichtig ähm von jung bis alt auch was die Medien angeht von Fotografie über Grafik
36:19
Skulpturmalerei. Es gibt ja so viele unterschiedliche Medien. Also mein Hauptausschlusskriterium und das Kriterium, mit dem ich an das Ganze rangehe, ist.
36:28
Qualität und die Emotion. Ich muss hinter der Qualität der Arbeit stehen und das habe ich vorher lange recherchiert und dann eben
36:36
In den Gesprächen ja auch noch mal erfahren, wer die wer die Position ist. Das ist ganz ganz wichtig und diese Werke müssen auch was auslösen.
36:43
Und natürlich, ich brauche eine Mischung, die von vorne bis hinten funktioniert. Das geht von preislich los, weil wir wollen ja auch
36:51
Wir wollen Spenden sammeln, also soll's auch leistbar sein, aber natürlich freue ich mich auch, wenn mir ein ein Künstler oder eine Künstlerin ein hochpreisiges Werk zur Verfügung stellt, weil ich dann mehr Spenden sammeln muss. Also ganz einfache Rechnung, ja. Ein Werk für 20.000 Euro in der Auktion. Ich.
37:07
Für mich jetzt ergebnismäßig natürlich besser als zehn, jeweils fünfhundert. Das ist ganz klar, aber also der Wert ist gar nicht das, worum's für mich geht, sondern wirklich das, was was passt, was harmoniert und natürlich ist das auch für junge Künstlerinnen und Künstler eine eine Möglichkeit, auch gezeigt zu werden.
37:24
Nach meinem ganz anderen Umfeld, ich habe ja eine irre Reichweite. Also du musst sehen, wir haben beim Projekt 221 Bieterinnen und Bieter aus neun Ländern gehabt.
37:33
Haben in acht Länder verkaufen können. Wir haben bis nach Tokio Arbeiten verkauft. Normalerweise ist ein Charity-Projekt lokal.
37:41
Ja, heute übers Internet kannst du natürlich mehr machen, aber eine Charity-Auktion in Wien vor
37:48
mein, bei meinem ersten Projekt 2tausend12, das waren die.
37:52
150 bis 200 Leute, die im Saal saßen, dann die paar telefonischen und schriftlichen Bieter, die es vorher gegeben hat,
37:59
Und das war's. Und selbst da habe ich schon ins Ausland verkauft, weil ich Kontakte nach Deutschland hatte. Wir haben sogar in die Schweiz damals verkauft, schon damals drei Länder eher untypisch
38:08
Und das ist mir auch ganz wichtig, diese Internationalität auch in der Zusammenstellung der Künstlerinnen und Künstler erweitert ja auch meinen Kundenstand an Leuten, die das auch interessiert.
38:18
Ich sehe das für alle als Möglichkeit an. Die Etablierten haben's ja gar nicht nötig zum Teil, aber es ist natürlich wahnsinnig toll, wenn die sagen
38:25
Gibt's ein Projekt, was wir unterstützen wollen und bisher habe ich ja alles, was ich angenommen habe, an Hospiz in Wien gespendet und falls wir noch zur Jellerie kommen, erzähle ich auch noch gleich was dazu.
38:35
Das nächste Projekt wird sich dem Thema Demenz widmen. Also zwanzig23 wird's für eine Organisation gehen, die den Umgang mit Demenz den Leuten nahebringen möchte und wie man dieses Thema behandeln kann und die brauchen genauso Geld und für die sammeln wir. Natürlich
38:50
freuen wir uns, wenn wir da alle möglichen kriegen, von etablierten bis jungen das Wichtigste ist immer noch für mich, einfach die die Qualität und dass die Arbeiten gut sind und klar
38:59
verkaufen, ich möchte Spenden sammeln, ich will damit was bewegen können. Was war denn eigentlich dein Antrieb? Also warum bist du nicht der wenn jetzt
39:06
Boshaft wäre, würde ich sagen, doch kleiner Auktionator oder hier so eine Dorf-Charity-Auktion macht. Warum bist du so groß geworden? Warum? Äh ich ich selber versteige schon mal äh schon mal zum Glück nicht. Also ich habe das zwar schon gemacht, aber bei anderen Veranstaltungen ich habe ein ein großartigen Partner. Ich meine, brauchen wir ja nicht erwähnen.
39:24
Führendes Auktionshaus der Welt. Das ist schon mal sehr hilfreich. Und da gibt's auch eine fantastische junge Dame, die mehrfach schon mal eine Auktion gemacht hat, die ich bewundern muss dafür, dass sie bis zu viereinhalb Stunden so ein Event durchoptioniert, weil wenn du so viele Werke hast, wie ich da auch reinbringe, ich glaube du da hast.
39:39
Die Andrea Jungmann, sie weiß, dass ich sie meine, sie ist großartig, fantastisch. Du hast sie auch schon gesprochen. Die macht das ganz, ganz, ganz toll. Also das, was ich vorhin gesagt habe, leg mir das Blatt Papier hin.
39:50
Ich weiß nicht, was ich damit tun soll. Meine Kreativität ist dieses Projekt und das ist genauso mein Antrieb. Das kommt irgendwie von innen. Ich bin da wahrscheinlich wie
40:00
Jemand, der vor seiner Leinwand steht und sagt, da will ich jetzt drauf malen oder da muss ich drauf malen. Das ist ja auch bei vielen ein Trieb,
40:06
der da kommt und bei mir ist das, dass ich muss dieses Projekt irgendwo machen. Wenn ich's nicht mache, macht's keiner.
40:13
Es gibt viele Projekte dieser Art und Weise. Das weiß ich auch und jeder behandelt das anders und ob man das so machen muss, wie ich das mache, sei mal dahingestellt, der bisher gibt mir der Erfolg recht, dass es gut funktioniert. Für mich ist das ein Antrieb, das zu tun und,
40:28
Ich möchte, dass so viele Leute wie möglich das ja auch sehen.
40:31
Worum geht's in der Kunst? Kunst muss gesehen werden. Die soll gezeigt werden und ob du sie im Katalog siehst, ob du sie in der Online-Ausstellung siehst, ob du sie dir virtuell anschaust oder auch real dann in der in der Ausstellung.
40:43
Das ist wichtig, das soll gesehen werden und es gibt so viel spannende Kunstschaffende, die völlig unter dem Radar agieren.
40:50
Ja, weil auch in diesem Bereich gehört Glück und Zufall,
40:54
lebensgroßartigem Talent auch ein bisschen dazu, wie bei allen Dingen in der Welt und ja ich äh möchte die Leute an meiner Passion und dieser Leidenschaft auch für die Kunst teilhaben lassen. Ich war gerade fragen, wirst du manchmal auch als
41:05
bisschen crazy bezeichnet. Warum tust du dir das an? Welchen Vorteil hast du denn davon?
41:10
Also ein ganz lieber Freund von mir hat das mal zusammengefasst. Der hat gesagt, man muss so positiv verrückt sein wie du. Dann kann man auch so ein Projekt machen. Und ich habe.
41:19
Die Woche mit ihm telefoniert während einer ganz anderen Geschichte und habe dann anklingen lassen, dass wir sein neues Projekt eben in Planung ist, von dem wir grad schon gesprochen haben.
41:28
Und dann sagt er zu mir, ich finde das toll, dass du das immer noch machst und diesen Antrieb hast und ja.
41:35
Es ist eben dieses Innerliche und es ist ein Teil von mir
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und ich glaube, dass viele Leute das für für nicht ganz normal halten, ja? Sechs Wochen zwölfeinhalbtausend Kilometer musst du auch mal machen. Ich find's großartig. Mir macht's natürlich auch irre viel Spaß und diese Freude dadran und ich glaube auch, das Projekt lebt auch durch diese Euphorie.
41:53
Die da drin steckt. Und ja, kannst vielleicht sagen, ist verrückt ähm.
41:59
Ich liebe es und ich liebe es. Der hier in seinem pinken Hoodie. Ja, ich liebe es und ich liebe es und mir macht's Spaß und
42:05
Es ist so bereichernd. Ich meine, das das kennst du doch auch von deinen Gesprächen. Wir haben ja.
42:10
Dadurch, dass wir sehr gut befreundet sind, wieder auch zur Einleitung schon gesagt hast, reden wir ja auch sehr viel. Auch über die Gespräche, die du führst und,
42:18
Du gehst bei jemandem raus, ob's der Heinz Mack ist oder die Karin Knöffel und ich habe dann das Glück ab und zu auch mit dir kurz nach diesem Gespräch zu sprechen und,
42:26
Kriege ich ja auch bei dir diese Euphorie mit, dieses oh das war so toll bei dir und was haben mich diese Bilder beeindruckt und was hat die mir erzählt und das geht mir ganz genau so. Ja schau Kunstsammler sind ja wäre auch ein bisschen Süchtler,
42:41
Und ähm vielleicht ist das so auch ein bisschen meine Sucht, dieses sich erfüllen
42:46
können lassen mit mit spannenden Gedanken und mit toller Kunst und dem, was dahinter steckt
42:52
kleiner Junkie, du bist ein Frederick. Ja, das stimmt, ich sammle, ich sammle viele, viele Gedanken, Momente, Farben und versuche sie auch zu teilen, ja.
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Das stimmt. Dieses Projekt, du machst das seit zehn Jahren, bis jetzt für CS Hospiz demnächst für Demenz,
43:10
machst du das komplett alleine oder hast du ein Netzwerk an Leuten, die dich stützen? Im Endeffekt
43:17
95 Prozent dessen mache ich allein. Das darfst du aber niemandem erzählen. Also es hört ja auch nur ein Podcast nur von 5 Millionen Menschen gehört. Wir veröffentlichen das ja nicht. Also den Großteil mache ich wirklich alleine, andererseits ohne Menschen in meinem Umfeld, die mich da unterstützen, vom Fotografen, der mir.
43:33
Bildung der Kunstwerke für den Katalog macht. Meistens für den Freundschaftspreis wenn er überhaupt was macht. Ein Abendessen ist halt auch ein Freundschaftsdeal. Bis zum fantastischen Grafiker
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der wirklich seit Tag eins mein Projekt begleitet, ich immer mir denke, oh mein Gott, also diesen Katalog zu erstellen, das ist monatelanger Arbeit, das
43:51
Einsortieren der Werke, welches weil wenn du so eine Seite aufschlicken, du kennst ja den Katalog, soll das ja auch harmonieren. Jetzt finde ich's vermessen zu sagen,
43:59
Diese Auktion ist kuratiert. Das ist sie nach der Qualität, aber,
44:04
Da gibt's keinen roten Leitfaden mehr und da ich Spenden bekomme, kann ich auch nicht sagen wir haben uns einem Thema gewidmet, ja. Das muss aber stimmig sein
44:11
Kai, ich hoffe, du hörst zu, mein Grafiker, du bist ein Goldstück ohne den wäre das
44:16
überhaupt nicht möglich. Leute, die meine Textekorrektur lesen, Unterstützung bei der PR, bei den sozialen Medien, wobei ich, also mein mein Instagram und die ganzen sozialen Geschichten fürs letzte Projekt, habe ich alles selber gemacht, von Videoclips, die ich erstellt habe bis zu den
44:31
Texten, die ich da schreibe, das mache ich schon alles selber.
44:35
Es ist auch schwer, da was abzugeben, weil ich ich habe da einen sehr hohen Anspruch an mich selber. Wenn bei Person X raus und
44:42
der oder sie drückt mir ein Werk in die Hand, das kostet ja auch Geld. Das ist viel Geld. Im Endeffekt gehe ich ja mit barem Geld aus den Ateliers raus. Also die Versicherungssumme meines letzten Projekts in 21 waren knappe 900.000 Euro.
44:56
Das was die Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung gestellt haben, ist irre. Ich habe das kostenlos bekommen. Das muss man auch mal sehen. Und die sollen dann auch den
45:03
besten Service dafür bekommen, dass sie das machen. Da müssen die Texte gut sein, da müssen die Fotos gut sein, der Katalog muss gut sein, die ganze PR und.
45:12
Davon lebt auch das Projekt. Also das gehört schon mit dazu und,
45:15
ja, vielleicht muss ich auch manchmal lernen, noch ein bisschen abgeben zu können, aber ich habe da auch einen extrem hohen Anspruch an mich selber.
45:23
Ich finde, die haben es verdient, dass sie so gut wie möglich und bestens präsentiert werden. Warum jetzt Demenz?
45:30
Und warum jetzt Deutschland? Ja, gute Frage. Wien ist schön, ich lebe hier gern und wird das auch weiterhin hier machen.
45:36
Das hat sich auch wieder so ein bisschen durch Kontakt und Zufall ergeben. Ich bin an die Dame, die diese Organisation, für die wir das Geld sammeln kommen, die es durch einen Kontakt an mich gekommen. Die ist an mich rangetreten, jetzt knapp vor einem Jahr,
45:48
grade meine meine letzte Auktion noch lief und wir haben ein Telefonat für anderthalb Stunden. Da hatte ich gerade meine Ausstellung
45:55
eröffnet für die Auktion und es war ja Coronabedingt alles so ein bisschen schwierig, auch mit Besuchern. Und ich habe anderthalb Stunden mit dieser Dame telefoniert,
46:04
Noch nie vorher gesehen haben und habe hinterher gesagt, ja mit der werde ich zusammenarbeiten
46:08
Ich wusste das, ich habe das gespürt. Das, was meine Euphorie für mein Projekt ist, ist deren Euphorie für ihr Projekt. Nämlich den Leuten.
46:15
Umgang mit der Demenz zu erleichtern. Dazu muss man ein bisschen ausholen und vielleicht auch ein bisschen erklären, worum geht's da bei ihr? Es geht darum, dass sie eigentlich den
46:25
Angehörigen.
46:26
Stütze und Coachings und Unterstützung liefern möchte. 75 Prozent aller Demenzkranken werden zu Hause gepflegt und leben zu Hause und.
46:36
Du als Angehöriger bist meistens der, der sich auch noch darum kümmert. Du musst mit dieser Situation erstmal lernen umzugehen. Du bist auf einmal in einer Situation,
46:43
bist auf eigentlich einem ja man könnte fast sagen, einem neuen Menschen auseinandergesetzt, dem du vielleicht dreißig, 40, 50 Jahre schon zusammengelebt hast, der aber durch diese ganz schreckliche Krankheit
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auf einmal eine ganz andere Persönlichkeit wird und damit umzugehen, das ist total schwierig.
46:59
Es ist ja auch ein Tabuthema. Reden wir ja nicht drüber. Ich habe ja bisher mich dem Thema Tod gewidmet mit dem Hospiz, auch ein Thema, über das keiner spricht.
47:08
Auch jetzt bei der Demenz und das sind beides Themen, ich möchte ja auch aufmerksam machen. Ich möchte, dass die Leute darüber reden und ich bin auch so jemand, ich bringe das dann mal bei einem Abendessen auf den Tisch.
47:19
Man merkt ja auch, wie viele Leute davon auch betroffen sind, aber nicht darüber reden. Also grad Demenz oder Tod
47:25
Darüber sprichst du nicht normalerweise. Aber sprich es mal an, probier es mal aus. Bei deinem nächsten,
47:30
nach Coronabedingten Abendessen mit zehn Leuten sprich mal so ein Thema an und du wirst merken der eine sagt ja meine Tante hatte Demenz oder mein Onkel war im Hospiz oder es gibt ganz viel persönliche Bezüge. Das erlebe ich auch jetzt
47:42
In der Vorarbeit meines Auktionsprojekts, wie viele dann im Bezug zu haben.
47:46
Mir hat gerade eine eine Künstlerin aus den USA geschrieben, hat gesagt, ich finde das ein wahnsinnig tolles Thema. Meine Partnerin leidet an Demenz.
47:54
Finde ich toll, dass sie sich dafür engagieren und ich möchte es aus der Tabuzone holen und ich möchte, dass die Leute sich damit auseinandersetzen und die Möglichkeit haben eben kostenlos so ein Coaching zu bekommen.
48:04
Und wissen vielleicht auch lernen können, wie kann man damit umgehen und,
48:09
Das ist eine Krankheit, die viele viele von uns irgendeiner Art und Weise ereilen wird, sei es im Umfeld oder vielleicht auch selber und ich glaube, wenn du dann jemanden hast, der dir
48:20
Hand reicht und dich ein bisschen stützt und sagt, hey, es gibt auch noch andere, die das haben und
48:25
so kann man vielleicht lernen, damit umzugehen, dann ist das eine gute Sache. Darf ich fragen, ob du da auch Bezug hast
48:31
Ich hab's in unterschiedlichen Arten und Weisen erlebt. Also bei meiner Großmutter da war's dann äh Alzheimer vorbei, das liegt ja natürlich auch schon viele, viele Jahre zurück. Vielleicht war das auch nur eine klassische Demenz. Da sind ja die Übergänge auch fließend, die aber gewisse Dinge einfach
48:45
Personen dann nicht mehr erkannt, die Vergesslichkeit, darüber brauchen wir gar nicht sprechen. Der erste Ansatz, aber Personen nicht mehr zu erkennen, aber bei der war's zum Beispiel so.
48:55
Wenn du Musik gespielt hast, Weihnachtslieder, ist ein Weihnachtslied angespielt, das konnte ich komplett mitsingen. Wenn du sie gefragt hast, wird sie zu Mittag gegessen hat eine halbe Stunde vorher, das wusste nicht mehr.
49:05
Und hat eben auch Menschen in ihrem Umfeld nicht mehr erkannt und das sind so Sachen, die ich dann.
49:10
Schon einschneidend. Wo man so denkt, hey, dieser Mensch, den ich auch geliebt habe und auch bewundert habe, hm, das geht auf einmal nicht. Und da gibt's ganz viele andere Beispiele und.
49:20
Glaube ihm, das wird eben so schnell und gerne auch unseren Tisch gekehrt mit, naja, im Alter darf man mal vergessen, klar wird man ja, aber das betrifft ja auch Leute, die nicht,
49:31
85 plus sind. Ja, es gibt gibt's ja auch bei jungen Menschen und auch das darf man nicht ganz außer Acht lassen. Und wie gehst du damit um, wenn der Mensch, den du liebst und mit dem du so lange auch vertraut warst? Also ich meine
49:44
bin mit meiner Großmutter aufgewachsen. Also wir haben Tür an Tür gewohnt. In dem Fall lebe ich jeden Tag gesehen, 19 Jahre meines Lebens. Und dieser Mensch hat sich dann irgendwann im Alter total verändert,
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und das ist schon das mitzubekommen ist nicht so ganz leicht. Ist auch, wenn man jetzt Bezug nimmt auf die Einleitung, auch eine Frage der Freundschaft, also natürlich,
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verwandtschaftliche Bezug ist da. Doch wie sehr hält man eine Situation aus? 20, dreißig, 40 Jahre ging's gut und auf einmal.
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Wird alles anders wie nah bleibe ich, wie kann ich das aushalten.
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Also ich meine gibt ja diesen schönen Spruch von mir, kannst dir nicht aussuchen, Freunde schon. Ich verwende ihn eigentlich ganz selten. Ich komme mit meiner Familie super klar, habe eine tolle Familie. Ich liebe die auch alle sehr. Aber
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Diese Sachen sind wirklich arg. Also wenn du das so mitbekommst im direkten Umfeld, Menschen, die du wirklich Jahrzehnte lang begleitet hast, wie die sich auf einmal ändern
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Das wird uns alle eilen. Ich meine, die Medizin macht's ja möglich, dass wir alle wunderbar alt werden. Ob das so gut ist, da steht vielleicht auf einem anderen Blatt, aber ich.
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Habe das persönlich erleben dürfen und glaube deswegen und finde auch, dass man deswegen dafür was tun muss. Also für mich ist das
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auch ein persönliches Thema. Ich kann ja auch kein Projekt machen, wenn ich nicht hinter der Organisation oder hinter der Thematik, für die wir das Geld sammeln, stehe. Ja, ich meine, ich reiße da lustig von Atelier zu Atelier.
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Da geht's ja auch um das Thema. Ich versuche so ein bisschen diese Botschaft da auch zu vermitteln und.
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Ich finde eben immer wieder spannend. Das habe ich beim Hospiz ganz oft erlebt. Du sitzt bei jemandem im Atelier und siehst hätte ich vorhin vielleicht sagen sollen
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Es gibt eine Frage, die stelle ich eigentlich jedem Künstler oder jeder Künstlerin, die ich besuche. Es ist immer, warum machen sie eigentlich bei mir jetzt mit?
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Und es ist ganz oft, dass dann kommt ja Hospiz, ach wissen sie, die Mutter meiner Frau.
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In einem Hospiz. Ich habe die da begleiten dürfen. Habe gesehen, was die für eine Arbeit leisten.
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Was wir oft gar nicht mitbekommen. Ich weiß nicht, ob du jemals in einem Hospiz gewesen bist. Nein, leider. Ähm.
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Oder? Ja, na ja zum einen zum Glück, zum anderen schade, aber das ging mir genauso. Ich bin durch einen Zufall damals da rangekommen und ich habe,
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eigentlich von einer Freundin von mir, die die Tante da besucht und so bin ich dahin gekommen. Und habe dann erst mal gesehen, was machen die da überhaupt.
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Klar, ich wusste, was das ist, aber das musst du erstmal sehen, erleben und das teilen dann ganz viele dieser Künstlerinnen und Künstler mit dir und haben einen persönlichen Bezug
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dazu, weil sie eben auch eigentlich dieses Thema kennen, über das wir dann doch wieder nicht sprechen. Und ich versuche denen so ein bisschen eine Stimme zu geben, mit meinen bescheidenen Mitteln
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welche Künstler werden 223 dabei sein oder ist das noch viel zu früh? Das kann ich doch noch nicht verraten. Also wir wir befinden uns gerade in der Anfangsphase der Auktion.
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Gerade dabei zu akquirieren und äh neue Positionen dazu zu bekommen.
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Werde noch keinen Namen dropping betreiben. Dann machen wir nochmal einen Podcast zu. Dann erzähle ich dir vielleicht auch schon ein bisschen was von der Tour und so weiter,
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kann so viel sagen, dass ich momentan von Australien bis Albanien Künstlerinnen und Künstler schon dabei habe, die zugesagt haben.
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Äh heute Morgen noch mit einem asiatischen Künstler äh kommuniziert aus Großbritannien ist heute eine ganz tolle Zusage gekommen. Es wird wieder eine
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spannende, bunte Mischung werden, die ja auch versucht.
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Die Spannbreite, die es in der Kunstwelt gibt und den Geschmack da so ein bisschen für jeden zu bedienen.
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Ich hoffe es mal. Also noch, noch bin ich ja ganz, ganz am Anfang. Also ich habe jetzt ungefähr ein Viertel von dem zusammen, was ich gerne hätte. Schauen wir mal. Da kommen jetzt noch spannende Wochen und Monate liegen dann noch vor mir. Wie viele Werke hättest du denn gerne insgesamt
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also zwischen 15 und 200 Werke werden es werden.
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Ich weiß, die Frau Jungmann wird wieder denken, oh mein Gott, der Verrückte lässt mich jetzt wieder stundenlang dieser Auktion machen. Aber das, was wir bisher immer so im Schnitt hatten, wir waren jetzt sogar schon ein bisschen drüber 150 bis 2hundert ist das ist das Limit. Man muss ja vorstellen
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Ausstellungsfläche, da brauchst du ja hunderte von Quadratmetern, um das zu zeigen und auch das schöne Palais Oppenheim in Köln ist limitiert und wir hängen da Petersburger Hänge.
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Manchmal die die Schönheit nicht das Wichtigste, sondern jetzt einfach sagen, weil es ist ein Charity-Projekt, da geht's da um die Werke live sehen zu können, das ist ja nochmal ein ganz anderer Eindruck, aber das ist auch limitiert und ich glaube auch, dass das dass das ausreichend sein wird,
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Ich möchte dich auch unterstützen. Ja, komm vorbei, komm nach Köln. Tust du ja schon. Wir sprechen drüber. Nein, ich meine bis zu dem Punkt der Auktion.
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Ja wir haben ja schon überlegt, vielleicht kommst du ja auch mal ein, zwei Tage mit auf meine Tour. Und begleitest mal diese Tour, wenn ich da meine
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Italien wird bisschen schwierig, ja. Ja, aber nehmen wir, nehmen wir was, was jetzt nicht so weit weg ist. Düsseldorf, Köln, das Rheinland hat fantastische Künstler, eine tolle Akademien. Also da da bekommen wir schon was hin und natürlich würde mich das freuen, wenn ich dann auch mal so ein bisschen ein Update geben kann, dann kriegst du auch Namen. Ich halte mich da jetzt noch so ein, so ein bisschen bisschen zurück.
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Ja, vielleicht ist das auch so ein
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der Aberglaube, weil weißt du, verstehe ich ja. Also ich bin jetzt in der Planung eines Projekts im Oktober dreiundzwanzig. Zeitmäßig würde ich ganz gerne dieses Jahr den den Großteil dieser Werkesammlung dann schon abgeschlossen haben, aber für mich ist es immer so, ich habe immer erst in dem Moment, wo ich das Werk wirklich in meinen Händen halte
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weiß ich, jetzt ist der oder die fix dabei, weil da können so viele Parameter noch passieren und ja,
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Darf ich mal fragen? Also die Frage des Preises ist immer so ein bisschen heikel, aber wenn und das hoffe ich doch sehr, dass dir der ein oder andere Sammler zuhört gibt es für.
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Sammler, die vielleicht nicht das ganz, ganz große Budget haben, Möglichkeiten sich zu beteiligen.
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Spannbreite umfasst dein Angebot? Na ja im Endeffekt versuchen wir wirklich es auch zugänglich zu machen für jeden. Also,
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bei der Hospizauktion gibt's immer eine eine eigentlich sehr sehr schöne Geschichte. Es ging jetzt 21 corona-bedingt leider nicht, aber das Hospiz wird ja von der Caritas Soziales betrieben und da gibt's auch diesen natürlich den Ordensgemeinschaften sehr nahe.
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Und da gibt's immer ein Schwesternhaus hier in Wien, die haben intern Geld gesammelt. Da haben die Schwestern dann einmal
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die ja nun auch nicht wahnsinnig viel da bekommen. Gesammelt und einen kleinen Sparschwein aufgestellt und da wurde immer was reingeworfen und die.
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Sind dann zwei Auktionen gekommen, weil die wollten, das Hospiz unterstützen und ich weiß,
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das war so ein Budget von immer zwischen 300 bis 500 Euro, die die zur Verfügung hatten und
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Die möchte ich ja auch inkludieren. Ja und denen soll ja, ich finde auch, dass den Leuten die Möglichkeit gegeben werden soll, qualitativ hochwertige Kunst zu einem günstigen Preis zu erwerben oder einem günstigeren Preis. Auch das soll ja.
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Leuten helfen, was ich vorhin gesagt habe, natürlich ist es für mich als der, der die Spenden sammelt, sind die teureren Werke, die die mehr bringen,
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Vom Ergebnis her, aber ich möchte ja auch, dass die Leute kommen, weil sie, weil sie sich dafür interessieren. Ich hoffe auch immer, dass Leute kommen, die noch gar keinen Bezug hatten. Das habe ich jetzt bei der 21er Auktion erlebt, meinen Ausstellungsraum
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war Coronabedingt mussten wir alles, alles andere ändern. Ich habe Leerstand genutzt, nur im Einkaufszentrum.
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Und da ist ein junger Mann reingekommen am ersten Tag. Ich hatte zwei Wochen lang diese Ausstellung
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guckt sich da um und fragt mich so, was ist denn das hier? Was machen sie hier? Und dann habe ich ihm das erklärt. Sagt er, ist ja total spannend. Dann bin ich mit ihm rumgegangen, habe ein bisschen geschaut und.
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Paar Werken habe ich ihm da noch ein bisschen was erklärt, eine kleine Führung gemacht. Der ist ab da jeden Tag vorbeigekommen.
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Irgendwann mal erzählt, ich war noch nie in meinem Leben in einer Galerie. Ich habe auch noch nie ein Kunstwerk gekauft bei mir zu Hause hängen so ungefähr drei Ikea Poster.
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Aber ich habe noch nie irgendwas anderes und ich habe ja aus der Familie so ein paar Bilder geerbt. Die hängen da auch.
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Der war total begeistert. Dann hat er seine Freundin mitgebracht und noch ein paar andere Freunde hat denen davon erzählt und ist gekommen und so hatte ich die Möglichkeit, da jemanden reinzuführen, der.
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Sonst nie nie diesen Bezug gehabt hätte. Der hat lustigerweise auch was ersteigert. Der hat auf zwei Bilder gesteigert. Eins hat er bekommen, eins nicht.
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Habe mir dann als als das abgeholt hat und zuhause aufgehängt hat, hat er mir ein Bild geschickt von an der Wand, wo er's aufgehängt hat. Das habe ich dann dem Künstler auch weitergeleitet, weil's ja auch für den toll ist.
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Aber das war für mich auch so, wenn ich mir dachte, wow, wie toll ist das? Und der der hatte so eine Freude dadran und
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Natürlich versuchen wir da auch Niedrigpreise zu sein. Also wir hatten beim letzten Mal als günstigsten Aufrufspreis 50 Euro
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Das war in dem Fall aber natürlich ein bisschen ein Spaßpreis, das war eine Skulptur aus Bronze gegossen, die natürlich viel, viel, viel Mehrkoste hat, aber da hat der Künstler damals zu mir gesagt, schau,
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Wir wollen ja Spenden sammeln und ich möchte, dass die Leute da auch bissel Spaß haben und ein bisschen mitmachen, nehmen wir 50 Euro als Startpreis. Und ja, du kannst auch bei mir günstiger Kunst erwerben, sollst ja auch. Ist ja auch dafür gedacht.
58:19
Die Sammler angesprochen. Was ist denn, wenn hier ganz viele Künstler zuhören und sich denken, boah, da möchte ich mich beteiligen. Dürften die sich bei dir melden? Dann sollen sich bei mir melden, ja klar. Bin da immer offen, sollen sich bei mir melden, können mich kontaktieren und
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ich muss einfach eine Relektion vorher treffen, das ist einfach so.
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Die ist auch ich habe vorhin schon gesagt, das ist auch so ein bisschen persönliche Entscheidung. Es muss für mich ja dieser magische Moment auch so ein bisschen da sein, dieses Faszinierende, aber,
58:47
Ja, bin da komplett offen. Können Sie sich gerne melden, ähm du wirst wahrscheinlich irgendwo eine
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E-Mail-Adresse oder Internetadresse von mir angeben in deinem Instagram und sonst findet man mich da auch ganz einfach. Das ist ja gar kein Problem. Ich bin da komplett offen und interessiert dran. Spannend für die Sammler ist doch eine Charity-Auktion, bedeutet doch, dass man 50 Prozent des
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Preises
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oder der Ausgabe auch steuerlich geltend machen kann, oder? In Österreich ja, in Deutschland nein. Ist ein anderes System. In Österreich ja. Also bei den österreichischen Auktionen ist es so, dass wir sogar den Käufern
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die dann auch noch 50 Prozent von der Steuer absetzen können. In Deutschland geht die komplette Spendenscheinigung an die Künstlerinnen und Künstler. Die bekommen hundert Prozent
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Das heißt, da ist der Reiz sogar für die Künstlerinnen und Künstler, noch größer was zu geben, weil sie davon einen finanziellen Vorteil haben. Die Käufer muss sich in dem Fall ein bisschen enttäuschen. Die
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können damit was Gutes tun, bekommen dafür aber auch ein sensationelles Kunstwerk und wir liegen ja auch immer noch unter den Galeriepreisen. Du sprachst grade von dem jungen Mann, der in das Einkaufszentrum kam.
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Schon das ein oder andere Mal durchblicken lassen. Und ich frage mich, was ist denn eigentlich mit den Werken
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aus welchen Gründen auch immer nicht versteigert worden sind. Sammelst du die in der Challery zum Nachruf oder
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Ja dazu müssen wir gleich mal erzählen, was die Cellerie ist. Also es um die erste Frage zu beantworten. Werke, die nicht versteigert werden und wir haben
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ganz, ganz viel Glück gehabt und sehr viel Erfolg in den letzten Jahren mit dem Projekt. Ich habe immer Verkaufsquoten von über 80 Prozent. Was jetzt bei 200 Plus Werken wirklich viel ist. Ich hoffe immer noch auf einen Sale
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irgendwann möchte ich mal alle Werke versteigert haben, ist immer noch meine Traumvorstellung. Man darf ja noch ein bisschen träumen. Aber natürlich Werke, die nicht versteigert werden, gehen an die Künstlerinnen und Künstler zurück.
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Ja, die schicken wir normalerweise dann wieder zurück oder manche bringe ich dann auch wieder persönlich vorbei. Und äh,
1:00:39
Wir haben aber auch noch eine Alternative äh gefunden und gegründet und das ist die Challenge. Jeder Gallery, ein wunderbares Blindwort.
1:00:47
Da verkaufen wir Kunst für den guten Zweck. Ich habe vorhin vom Leerstand gesprochen, Sellerie ist eigentlich wirklich mal als eine Nachverkaufsidee einer Auktion entstanden. Ich gedacht habe, ich hatte nach der Auktion noch zwanzig, 5undzwanzig Werke da.
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Schön präsentieren kann und habe äh Leerstand in der Wiener Innenstadt bekommen und habe dafür.
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Eigentlich zwei Monate diese Werke aufgehängt plus noch ein paar neue, die ich zusätzlich dazu eingesammelt habe. Damals mein Netzwerk ist ja nicht ganz klein. Künstlerin, Künstler angerufen, denen von dieser Idee erzählt und gesagt, ich mache eine Charity Galerie auch im Endeffekt
1:01:18
Ausstellungsfläche und das, was eingenommen wird, spenden wir. Und da ich keine Miete zahle.
1:01:23
Dafür auch selber nix bekomme, können wir's direkt weitergeben. Das war jetzt zweimonatiges Pop-Up geplant. Die gibt's jetzt seit.
1:01:31
2sechzehn. 5zehn sogar. Jetzt habe ich mich seit 2015 gibt's die,
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Ja ich habe damit ja auch schon einige Standorte bespielt in Wien unterschiedlichste äh fünf und die Cellerie ist mittlerweile wirklich zu einer größeren Sache gewachsen, also momentan.
1:01:48
Hundert20 Werke von Künstlern aus zwanzig Nationen da. Also es wird immer mehr. Da kommen auch immer Spenden wieder rein und neue und
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Da kommen auch manche Werke der Auktion dann für den Nachverkauf hin, wenn die Künstlerinnen und Künstler sagen, ja, ist okay für mich und es kann auch sein, dass wir dann nach drei Monaten sagen, ja gut, jetzt haben wir es in der Cellerie gezeigt, dann geben wir's trotzdem auch wieder zurück. Also
1:02:08
nicht verkaufte Werke,
1:02:09
gehen entweder zurück oder in die Cellerie, im besten Fall werden's dann da noch verkauft für den guten Zweck. Da gibt's dann auch die 50 Prozent Spendenbestätigung. Also wenn jetzt äh Sammlerinnen und Sammler zuhören und gerne für den guten Zweck was erwerben möchten, das können sie steuerlich geltend machen, gilt auch in Deutschland die Spenden-Stätigung so viel zum Thema Werbung.
1:02:28
Also das ist mittlerweile eben auch noch ein ein weiteres Projekt von mir, die ich äh nebenbei so laufen lasse, weil mir ja so furchtbar nicht so furchtbare Langeweile habe.
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Du lieber lieber lieber tausend Waffer, du wunderbarer Freund. Ich freue mich so sehr, dass
1:02:44
wer hier in Wien die Möglichkeit gefunden haben uns so nah über dich,
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über die Charity-Auktion, über die Challery auszutauschen, dass du, ja.
1:02:56
In all deiner Freundschaft, in all deiner Fürsorge nicht hast, hier abgeholt und mein wunderbarer Gesprächspartner bist.
1:03:04
Ganz, ganz, ganz herzlichen Dank. Ja, ich habe zu danken, schön, dass du es nach Wien geschafft hast. Schön, dass du hier spannende Gespräche schon hattest und noch spannende vor dir hast und ich freue mich, dass wir auch noch Zeit haben, die wir für uns ein bisschen miteinander hier verbringen können und die schöne Stadt, das schöne Wetter genießen.
1:03:19
Tausend Dank für die Einladung. Und jetzt ab eine Melange. Oh ja!
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Music.
1:03:32
Ihr habt Fragen, Anmerkungen und Feedback? Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Claudia at Die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und wenn ihr mögt, dann freue ich mich sehr über euer Like und eine Bewertung.
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Möchtet weitere Informationen? Dann schaut auf meiner Website unter WWW die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE.
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Und nun von Herzen.
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Music.