Die Leichtigkeit der Kunst

Der Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” bringt dir regelmäßig unbefangene Kunstgespräche aus ganz Deutschland. Ich liebe es, die Kunst mit Achtsamkeit und Leichtigkeit zu betrachten und bin immer gespannt auf die Geschichte hinter den Werken. Im Podcast “die Leichtigkeit der Kunst” schnappe ich mir Experten, die informativ & intim sowie augenzwinkernd & aufschlussreich erklären können. Und zwar genau dort, wo sie am leichtesten zu finden sind: in Museen, Ausstellungen, Galerien, Werkstätten und vielleicht auch mal hinter der Bühne. Dort spreche ich mit meinen Gästen über die Frage der Herkunft, Passion & Leidenschaft sowie über Biografien aller Art. Findet hier eure monatliche Inspiration für eine Begegnung mit Kunst und Kultur.

https://dieleichtigkeitderkunst.de/podcast/

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episode 2020: Die ideale Form [transcript]


Die ideale Form… je nachdem wie ihr – liebe Hörende geprägt seid, geht ihr nun bestimmt von den unterschiedlichsten Situationen aus.

Die Mathematikliebenden denken vielleicht an eine Kugel, die Freunde von Portraits denken möglicherweise an den perfekten Schwung einer Augenbraue, die Gärtner und Gärtnerinnen denken ganz bestimmt an einen ästhetisch geschnittenen Buchs und die Kunstschaffenden an …. Proportionen?

Doch was ist denn eigentlich die ideale Form? Und lohnt sich ein Streben nach dieser Idealisierung? Bedeutet das nicht gleichzeitig auch ein Uniformieren, sich gleichmachen, sich optisch verschwistern? Für was bzw. für wen ist ein Gleichmachen denn wichtig? Bedeutet es gar… Sicherheit?

Vielleicht kann es gar nicht schaden, mal für einen Moment den Gedanken an die einzig ideale Form loszulassen und sich treiben zu lassen… treiben lassen durch Videokunst, Installationen, NFT und Malerei… Hin zu einer durch und durch berührenden und visionären Persönlichkeit.

Natürlich bewegen wir uns dabei auf einem ganz und gar safen Playground… Ein safer Playground …Was ist denn das?

Das finden wir heute heraus, mit der wunderbaren, warmherzigen, klugen, weitsichtigen und so ganz und gar nicht uniformierten Berliner Künstlerin Charlie Stein.

Ich freue mich, dass ich Charlie besuchen darf und ich durch sie mehr über fast schon erschreckend feminine Roboter sowie über Spielplätze im digitalen und analogen erfahren darf.

 


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 2022-06-03  53m
 
 
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Music.
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Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst. Die ideale Form.
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Je nachdem, wie ihr Liebe hörende geprägt seid, geht ihr nun bestimmt von den unterschiedlichsten Situationen aus.
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Die Mathematik-Liebenden denken vielleicht an eine Kugel,
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Die Freunde von Portraits denken möglicherweise an den perfekten Schwung einer Augenbraue.
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Gärtner und Gärtnerinnen denken ganz bestimmt an einen ästhetisch geschnittenen.
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Kunstschaffenden an? Hm, Proportionen? Was ist denn eigentlich die ideale Form?
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Und lohnt sich ein Streben nach dieser Idealisierung? Bedeutet das nicht gleichzeitig auch ein Uniformieren.
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Sich gleich machen, sich optisch verschwistern? Für was, beziehungsweise für wen ist ein gleichmachenden wichtig?
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Bedeutet es gar Sicherheit.
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Kann es gar nicht schaden, mal für einen Moment den Gedanken an die einzig ideale Form loszulassen und sich treiben zu lassen.
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Treiben lassen durch Videokunst, Installationen, EFT und Malerei, hin zu einer durch und durch berührenden und visionären Persönlichkeit.
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Natürlich bewegen wir uns dabei auf einem ganz und gar saven Playground. Ein Safer Playground, was ist denn das?
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Finden wir heute heraus.
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Mit der wunderbaren, warmherzigen, klugen und weitsichtigen und so ganz und gar nicht uniformierten Berliner Künstlerin Charly Stein.
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Danke, dass ich dich besuchen darf und ich durch dich mehr über fast schon erschreckend feminine Roboter sowie über Spielplätze im digitalen und analogen erfahren darf.
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Liebe Charlie, bitte stell dich an deinen Weg in die Kunst noch einmal vor.
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Ja hallo äh Claudia, sehr schön, dass du heute bei mir im Atelier bist. Ich freue mich, dass das so geklappt hat und ist natürlich eine wahnsinnig schöne Einleitung für die eigene Arbeit als Künstler,
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passiert das ja oft, dass jemand die eigene Arbeit von so einer ganz merkwürdigen Seite aus angeht durch ein wunderschönes Intro, glaube ich, dass wir da tatsächlich äh sehr gutes Gespräch heute haben werden.
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Wo fängt man an? Fängt man biografisch so ganz früh an. Am allerliebsten. Am allerliebsten, ne? Also,
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Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich nicht irgendwie durch Zufall zur Kunst gekommen bin, sondern dass ich immer gedacht habe, ich kann eigentlich noch was anderes machen und.
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Wenn ich so zurückschaue auf die letzten Dekaden, muss ich tatsächlich schon sagen also dann,
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Ist es tatsächlich so, dass ich eigentlich schon immer gemalt habe, also seit ich mich zurückerinnern kann und und schon ganz früh eben mit Stift und Papier und die Nase immer so auf dem Papier gehabt habe.
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Dass es ihr immer so der Wunsch war, ja ich kann auch was anderes machen, also irgendwie hat man dann Abitur gemacht und gedacht, jetzt macht man was anderes
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Es war aber dann immer so, da war dann das Kunststudium und dann waren wir fertig mit dem Studium, hat noch andere Sachen dazu studiert und,
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Dann ging's aber gerade weiter mit Ausstellung und es war immer so, also ich habe immer gedacht.
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Ja ja, das ist ja alles schön und gut. Das fällt mir leicht, aber ich kann eigentlich was anderes machen und mein Umfeld hat mich immer als Künstler wahrgenommen, also schon von klein auf und das hat sich dann aber immer eigentlich dann so erfüllt.
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Selbst diese diese Idee, die ich immer hatte, dass ich was anderes machen kann,
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ist nie eingetroffen. Es war immer eine Ausstellung, die noch fertig gemacht werden musste, eine Einladung, um die Arbeit zu zeigen und auf einmal sind zehn Jahre vergangen, ne. Und dann merkt man auch, dass es schon so Wege gibt und natürlich kann man sich in dem auch bewegen. Ich meine,
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die wir so eine Kunst hat ganz viele Auswüchse. Aber so so zehn Jahre.
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Ja that's me. Also man kann ja nix an Nagel hängen, was man schon immer gemacht hat,
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weil wer ist Madame? Eine Stimme, die aus dir spricht oder die raus will. Ja. Du hast als Kind schon gerne gezeichnet, gemalt.
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Du kommst aus Süddeutschland. Ja. Sitzt in Berlin, bist du in einer kunstnahen Familie aufgewachsen, die dich auch gefördert hat? Ja, also ich glaube schon. Also meine Mutter hat tatsächlich auch Kunst studiert gehabt, also eher Kunstgeschichte.
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Hat er zu Hause so mit uns, also mit mir und meinem Bruder, extrem viel Wert drauf gelegt, dass wir und dass wir uns mit Kunst auseinandersetzen. Das heißt, ich war auch das erste Mal eine Ausstellung für Minimal, da war ich vielleicht so
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6 oder sieben und war halt total fasziniert, dass eine Rhone der weiße Skulptur wie so ein überdimensionaler Handschmeichler, das war glaube ich im Museum Ludwig damals.
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Was das Kunst ist und habe dann ganz stolz irgendwie einen Erwachsenen präsentiert, so ein leeres, weißes Blatt und so, das ist Kunst.
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Angeguckt aber was hat mich stark geprägt,
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Und ich habe auch von meiner Mutter meinen 1ten Ölfarbenkasten bekommen. Also die haben mir dann so vertrocknete Ölfarben hingestellt.
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Also es waren ihre alten Ölfarben wohl und sind eine Leinwand aufgespannt. Das war auch eigentlich mehr so eine Bettdecke, die war auch nicht grundiert.
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Und das war das erste Übel, was ich gemalt habe, waren dann so Kreise, Dreiecke und abstrakte Formen, weil wir eben so Kandinsky Bücher und so was hatten und ich bin mal davon ausgegangen, okay, das ist das, was.
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Was man macht, ne, dieses also tatsächlich schon sehr früh zu schauen, was ist der Kontext, in dem ich bin, also eigentlich auch fast schon absurd mit sechs, 7 Jahren zu sagen
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Da keine Kuh hin, sondern das ist halt ein Dreieck und ich war dann auch natürlich total
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unzufrieden mit dem Ergebnis, was meiner Meinung nach heute, wenn ich zurückschaue dem Material geschuldet war und meine Mutter meinte aber nein, also für ein Kind ist das sehr gut.
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Und es hat sich sehr.
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Sehr eingeprägt bei mir so dieses okay du bist jetzt ein Kind, da gelten andere Maßstäbe und dass man halt schon so über den Kontext.
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Der eigenen Arbeit,
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wahrgenommen wird auch nachdenk. Also immer wenn ich irgendwas machen wollte mit zwölf, 13 wollte ich einen Roman schreiben, da wurde mir dann gesagt, ja, bist aber ein Kind, das Kinder schreiben, keine Romane und so, also wurde schon gefördert und so, aber ich bin auch also in einem sehr,
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sehr kleinstädtischen, bürgerlichen Umfeld groß geworden und da ist es dann schon so, dass der Wunsch zur Andersartigkeit, da glaube ich, in mir so ganz tief verwurzelt ist, der wird dann natürlich von den Eltern aus die haben dann das Gefühl, die müssen ein bisschen aufpassen, weil mhm
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Wer weiß, was da dann passiert? Was meinst du denn mit Andersartigkeit? Also ganz tief in mir drin habe ich den großen Wunsch mich.
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Abzuheben.
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Zumindest nicht der Mehrheit der Masse um mich herum zuzuordnen zu sein. Rein optisch ist das auch ein Thema oder? Ich glaube schon ein Stück weit. Also es war aber schon immer so, also mit 17 zum Beispiel, wenn ich irgendwie einkaufen gegangen bin und so.
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Irgendwelche Sachen noch mit auf das Einkaufsband drauf gelegt damit mich niemand so einschätzen kann von den Sachen, die ich so auswähle.
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Ich glaube, das habe ich immer noch, dass ich so ich mag das auch, Sachen zu erfinden und auch so Sätze zu sagen in Kombination,
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noch keiner gesagt hat. Mhm. Weil ich dann immer denke, da passiert dann was Neues. Also das Neue ist ja auch oft Rekombination.
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Kassenband hat man das dann so ganz banal, dass man halt irgendwie ja, was ist denn das für eine Person, die solche Sachen kauft? Das passt ja überhaupt nicht zusammen, aber ich glaube, dieses, sobald
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mich jemand festnageln kann, dann kann er natürlich auch gewisse Erwartungen an einen Stellen und das ist eine Form von Einschränkungen.
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Und ich glaube, dass ich mich da wirklich sehr stark dagegen wehe.
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Das war am Anfang von meinem Schaffen, auch so auch im Studium, dass ich eigentlich immer versucht habe, mich nicht festlegen zu wollen in der eigenen Arbeit und auch bis zu einem auf Englisch sagt man
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two a fort,
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Also zum eigenen Unglück eigentlich. Natürlich ist es immer schön, dann mittlerweile habe ich eine sehr deutliche Handschrift auch entwickelt, vor allem in meiner Malerei und Zeichnung.
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Aber ich habe schon so eine diebische Freude dran, wenn's dann so arbeiten gibt, die ein bisschen aus der Reihe tanzen, wie zum Beispiel der Spielplatz, ne? Mhm.
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Ich könnte mir vorstellen, dass ganz viele Leute gerne wissen würden, warum ich so auf diesem Spielplatz herumreite. Äh kannst du gar nicht auf dem Spielplatz herumreiten, das lässt dir nämlich gar nicht zu. Wie kann das denn sein?
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Also wenn man sich das anschaut, man kann das natürlich im Internet sehen. Also der Spielplatz ist eine Arbeit, die ist von 2011, weil die ist jetzt schon lange so auch mit mir mitgewachsen und mitgewandert. Die
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als auch vor zwei Jahren, ich glaube während der Pandemie auf der Skulpturen-Trianale in Bingen ausgestellt und das ist tatsächlich ein lebensgroßer Spielplatz
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Ganz in Weiß lackiert und in einem Spielplatz funktioniert eigentlich.
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Nicht so, wie das bekanntermaßen funktionieren würde. Also die Rutsche, die ja normalerweise vielleicht in so einem.
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Bespielbaren 30 Grad Winkel.
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Auf der Wiese drauf warte, dass Kinder runterrutschen. Die liegt mit einem Null-Grad-Winkel flach auf dem Boden. Das Schaukelbrett, dass die Kette so lange von der Schaukel,
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was das Schaukelbrett auch auf dem Boden ist. Also man kann damit dann auch nicht mehr schaukeln. Auf den ersten Blick löst der Spielplatz dieses Gefühl aus.
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Dass jeder Spielplatz auch auslöst. Also es sieht auch erstmal aus wie ein Spielplatz und der verwehrt sich dann, diesen Wunsch des Spielens und ich meine, Save Playground ist natürlich so,
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so ein sehr sehr fast schon Holzhammertitel, weil,
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Das ist genau das natürlich, was passiert, wenn ich alles sicher mache, was bleibt dann übrig und Spielplätze sind ja natürlich, die verhandeln immer dieses äh Sicherheit und Gefahr.
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Die ursprüngliche Idee kam von einem ganz anderen Thema. Die kamen tatsächlich von Konflikten und ah ich habe mich zu der Zeit ganz viel mit dem Nahost-Konflikt auseinandergesetzt
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und über Mauern nachgedacht und an der Mauer selber, also in Israel, ist ja da, wo die meisten Konflikte dann auch entstehen, also wo dann auch die Kämpfe, wo wirklich diese zwei Seiten aufeinanderprallen.
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Und habe da eben auch viel über Sicherheitspolitik nachgedacht, über Sicherheit, weil,
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Mauer dann tatsächlich also in Israel dann auch Anschläge reduziert hat in Israel.
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Und als Deutsche glaube ich ist eh so eine Mauerthematik sowieso was Spannendes und das ist aber dann so in der Überlegung und so arbeite ich eben, deswegen ist tatsächlich hat mich auch der Titel die ideale Form sehr gefreut. Ich überlege dann, was ist für so ein Gedankengang.
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Was ist die ideale Form? Wie kann ich den am besten umsetzen, welches Material und da ist es dann nicht in dem medium is the message?
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Sondern the medium convace the Message, also das Medium.
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Muss der Idee folgen. Also das muss sozusagen, natürlich hat das auch seine eigene Art zu kommunizieren, da will man ja gar nix absprechen, aber dass man sich wirklich Gedanken macht.
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Was sind die Materialien und wie kann ich so einen Gedanken am besten
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umsetzen, sodass ja auch viele erreicht. Der Spielplatz ist natürlich eine Arbeit, die auch sehr demokratisch ist, weil die wird natürlich von einem
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Hochschulprofessor genauso gelesen werden können wie die als ich die zum Beispiel das erste Mal gezeigt habe. Die Angestellte in der Cafeteria waren dann auch und ja du hast das gemacht. Ach das ist aber interessant, da habe ich echt viel noch drüber nachgedacht und es ist natürlich schon schön, wenn man das schafft, eine Arbeit zu machen
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möglicherweise auf ganz viel Literaturberuf, die aus einer Recherche kommt, die aber nicht so arrogant ist,
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dass niemand was damit anfangen kann, der nicht irgendwie 15 Bände gelesen hat. Ich glaube auch, das hat was mit in der Welt es zu tun.
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Ob man sagt, meine Arbeit ist nur für einen ganz gewissen Kreis und da darf niemand anders auch einen Zugang entwickeln, ne.
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Ist ja auch ein bisschen snobistisch dann. Ist es dir wichtig, dass sogar schon Kinder anfangen über diesen Spielplatz nachzudenken, warum sie da jetzt nicht spielen können?
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Warum alles übertrieben vorsichtig wirkt
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Also wichtig würde ich nicht sagen, aber ich glaube tatsächlich, was wir in Deutschland machen, wenn man die Sprache anschaut, gibt's ja immer diese Schachtelsätze, ne. Die können wir alle ziemlich gut. Da haben wir dann nochmal und dann nochmal der wessen
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und dann klingt das alles sehr intellektuell am Ende, also Habermas ist so ein Genie drin, den liest man am besten auch in Englisch.
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Weil dann wird das Ganze nochmal einfacher, wenn die Sätze wieder kürzer. Aber es gibt diese Aussage die einfachste Art zu kommunizieren ist natürlich wenn ich was kompliziertes, kompliziert sage und was Einfaches einfach und dann wenn man es wirklich
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schafft, kann man was Kompliziertes,
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einfach sagen und klar ist es dann ein Stück weit unterkomplex, aber wenn du was wirklich verstanden hast, dann schaffst du es Bilder dafür zu finden, die ähnlich sind. Dann schaffst du es, Analogien zu finden, die die Komplexität trotzdem abbilden.
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Dein Gegenüber kann dich verstehen,
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wenn die nicht 15 Jahre Kunstgeschichte studiert haben. Das heißt aber nicht, dass deine Arbeit dadurch anstößig populär oder zu leicht verdaulich wird. Das muss es ja nicht bedeuten. Also.
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Niemand intelligent, nur weil er sehr viele Bücher gelesen hat. Ja da sagst du was.
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Muss man denn die Kunstgeschichte kennen, um deine Malerei zu verstehen? Ich glaube, dass man mehr Spaß hat. Mhm. Wenn man sie kennt
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zum Beispiel an der Villa Merkel, in Esslingen so eine Art Salonmuseum nachgebaut und habe mich eben sehr, sehr intensiv mit diesem Salonmuseum des 19. Jahrhunderts in Frankreich auseinandergesetzt
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und habe mich da auf so einen alt meisterlichen Gestus bezogen. Also es war damals meine Abschlussausstellung vom Meisterschüler.
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Und wenn man dann sagt, man macht jetzt eine Ausstellung in dem Gestus eines alten Meisters.
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Natürlich durch den Kontext interessanter. Wenn ich jetzt nicht weiß, dass es alte Meister gibt
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Sage ich halt, okay, das ist jetzt das aha, dann ist es schwieriger so diese ganzen subtilen Kleinigkeiten, die da noch versteckt sind, so zu entdecken.
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So ähnlich wie vielleicht, wenn jemand sich nicht lange mit irgendwas auseinandergesetzt hat, Parfumeur oder Sommelier, mit Wein. Wenn ich mich mit was länger beschäftige, dann kann ich natürlich auch feine Nuancen sehen und habe da auch nochmal mehr Spaß dran.
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Ist es für dich als Erschafferin in Ordnung, wenn man auch ohne kunsthistorisches Wissen Spaß an deinen Bildern hat?
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Einfach weil man von den Farben begeistert ist, von den Formen von der Größe oder aber weil man, wenn ich jetzt auf die Roboterbilder anspiele, eigene Bezüge ziehen kann.
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Also ich finde eine gute Arbeit, muss das leisten können. Ist also dann lehne ich mich natürlich aus dem Fenster, weil's ja immer dieses na ja, was ist gut und das ist ja kein Kriterium und so. Aber ich finde eine gute künstlerische Arbeit,
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muss meiner Meinung nach was leisten können, Menschen abzuholen von unterschiedlichen Hintergründen kommend, also weil natürlich wenn ich jetzt sage, ich mache meine Arbeit, die mache ich für mich, gibt ja auch so eine künstlerische Haltung, dann,
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quält doch bitte die Leute nicht in Ausstellung mit der Arbeit, weil wenn euch das nicht wichtig ist, die Arbeit zu zeigen.
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Macht das nicht und ich glaube ganz selten passiert es, dass Galeristen zu Künstlern fahren, die ihre Arbeit eigentlich nicht zeigen wollen und die denen so aus den aus den Händen reißen wollen. Deswegen denke ich schon, also wenn wir.
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Arbeiten in die Öffentlichkeit setzt, dann ist da eine gewisse Form von Dialogbereitschaft
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vom Künstler da, sonst würde der das nicht machen, sonst könnte der das auch vielleicht mit einem mit einem Hauptberuf dann so für sich selber irgendwie machen, dass man sich nicht sehr Kritik und der Öffentlichkeit aussetzen muss. Wenn ich aber in der Arbeit
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ausstell und in diesen in diesen Dialogkontext bringen, dann finde ich tatsächlich, dass eine gute Arbeit meiner Meinung nach.
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Auch ohne den Kontext funktionieren muss. Also das ist der Anspruch, den ich an meine Arbeit habe. Das muss nicht jeder teilen, aber für mich ist eine Arbeit dann erfolgreich, wenn ich das Gefühl habe, dass sie auch, wenn ich nicht da bin,
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gut ohne mich weiterleben kann. Mal angenommen, wir hätten jetzt den ein oder anderen Hörenden überzeugt.
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Bilder von dir anzuschauen. Du bist nicht dabei.
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Oder sagen wir anders? Mal angenommen der ein oder andere ist jetzt ganz gespannt hm wovon erzählt sie denn wie kann ich mir die Werke vorstellen? Wie würdest du deine Werke beschreiben?
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Ja also im Moment ist es so, dass die Arbeiten, an denen ich jetzt am meisten beschäftigt bin, das sind Malereien.
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Unterschiedliche Formate, das geht von vierzig mal dreißig bis hoch zu vier mal zwei Meter
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und es ist eine igurative Malerei tatsächlich, obwohl ich diese Trennung fükurativ und Abstraktion gar nicht so so interessant mehr finde, aber es sieht darauf Geschöpfe, Wesen,
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die in der Regel weiblich konnotiert sind mit vergrößerten Augen, die fast schon sowieso runde Kameraaugen oder so.
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Kameralinsen vielleicht auch ein bisschen, vielleicht auch was puppenhaftes, zurückschauen auf den Betrachter in der Regel. Manchmal schauen die auch so aus dem Bild heraus, aber es gibt auf jeden Fall so einen Moment des Blickes, der zurückgeworfen wird.
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Das ist tatsächlich was, was ich sehr spannend finde in der aktuellen Arbeit, weil die eben eine sehr starke, eigene Handschrift hat. Ich habe vor vier, 5 Jahren, da war meine Arbeit auch noch sehr,
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performativen Aspekten geprägt. Ich habe eine Arbeit gemacht in Zürich, das war ein Demonstrationsprojekt zum Beispiel, das hieß Somestrations und da habe ich dann einfach andere Künstler gebeten, mich als Demonstrationsfläche zu verwenden.
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Also sieht optisch ganz anders aus als was du jetzt hier siehst und das Ergebnis war auch nur ein Schwarz-Weiß-Foto und habe da eben dann, das war damals.
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Von Mauritio, Katalanen, Schirm, Herd, der hat sozusagen das ins Leben gerufen, dieses Demonstrationsformat.
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Ich war eine dieser Künstlerinnen, die dazu gearbeitet haben und ich habe dann gesagt, Demonstration, damit kann ich eigentlich gar nix anfangen.
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Ich schrei nicht gerne rum auf der Straße, ich mach mir lieber meine Gedanken so so zurückgezogen und habe dann aus dieser Note raus, also aus dieser Restriktion
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weil das ja oft gut ist, wenn einem was so aufstößt oder so widerspenstig ist, da kommen oft ganz gute Arbeiten bei raus und habe dann gesagt, na dann frage ich eben jemand anderen und.
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Das ist dann so weit irgendwie gegangen und so ausgeufert, dass ich dann.
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Unter anderem ist Santiago Serra war einer der ersten die ich gefragt habe Vogt
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aber auch Pippiotti Riest war eine der Künstlerinnen, den ich sehr, sehr mag. Ryan Ganda auch, also sehr viel internationale Künstlerin gefragt und gesagt
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mir eine score oder so eine Anweisung was ist für dich demonstrieren soll, was was lohnt sich wofür man auf die Straße geht und habe diesen verzweifelten Kleinen einen Personenprotest gemacht.
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Und das dann immer in einem Foto nur dokumentiert. Also da kommt schon auch wieder das Malerische durch. Also ich habe immer das Gefühl, wenn ich arbeite, ist es immer als Maler, aber diese diese performative Arbeit und auch der Spielplatz,
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Arbeiten, die eigentlich keine
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deutliche Handschrift haben. Mhm. Um das auch wieder zu der Malerei, wo wir jetzt uns ja befinden, also es sind ja sehr viele Malereien um uns herum, die schon sehr
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Zuordenbar sind. Also man kann die sehr gut zuordnen, man kann man kann die wiedererkennen und,
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stammt ja schon auch so ein bisschen aus dieser Prägung, dass dem Künstler auch ein Stück
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vernichtet, ne? Also da gibt's ja ganz viele tolle Künstler, die so arbeiten. Zum Beispiel ist eine davon, Martin Creed oder eben auch Ryan Ganda, die eine gute Idee haben, die dann sehr minimal konzeptuell
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darstellen, vielleicht Elm gründen Braxe, die jetzt so mit ihrem Geldautomaten, der an der Berliner Mauer ist und das sind super Ideen,
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nur die Handschrift ist so ein bisschen weg,
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du musst ja permanent dann neue Ideen haben und du hast aber auch ganz viele, die so ähnlich arbeiten. Das heißt, die Frage ist dann, ist das, was du möchtest oder und mir hat das tatsächlich gefehlt. Also ich habe im Studium kaum gemalt.
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Zu mehr Zeit studiert oder so ein bisschen verpönt war. Wann war das? Ich habe von 2082006 irgendwie so bis 2014 ungefähr studiert.
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Aber noch Meisterschüler, war aber dann schon in Shanghai und in New York und so und war eigentlich nicht mehr so richtig da, aber ich,
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habe auch nie so richtig bei einer Person feststudiert, also ich habe insgesamt nämlich bei Gerhard Merz in München studiert, dann kurz bei Klaus von Bruch, der mehr so Medien macht. Dann habe ich bei Rainer Ghanal der,
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mehr Medien kritisch und und sehr viel so so
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Kapitalismuskritik macht, das auch eher so ein Kapitel für sich ist und habe dann bei Christian Jankowski meinen Abschluss gemacht, aber mir war es mal sehr wichtig,
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deutsche System von da gibt es einen, der dir sagt, wie du das zu machen hast. Also das war nicht so so mein Weg. Also ich wollte da schon immer
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möglichst viel anschauen und auch so mein eigenes dann finden und ab dem Zeitpunkt, wo ich wirklich meinen Meisterschüler gemacht habe, da ging's ja schon los mit Malerei wieder und ab dem Meisterschüler war's dann so, jetzt bist du auf dich allein gestellt und schwuppsdiwupps.
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Da war die Malerei da, da war die Zeichnung da und das hat sich so kontinuierlich und ganz organisch jetzt wieder zu einer Malerei Arbeit entwickelt,
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ne, war damals schon deine Handschrift erkennbar. Frauen, die eher
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anmuten, wie Computer, Wesen wie Roboter, große Augen, bisschen lazif, bisschen
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unschuldig fragil, ja.
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Ich glaube schon, also weil in dieser Ausstellung, die ich jetzt ein paar Mal so erwähnt habe, da ging's tatsächlich drum, dass alles daherkommt, als wäre das jetzt ein Salon-Museum. Und
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Bilder aber selber waren alles selbst Porträts, die collagiert worden sind am Mobiltelefon mit verschiedenen Apps, also wie so ein kleiner Werkzeugkasten auch
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und die allesamt auch Filter gezeigt haben. Also da gab's dann Snapchat-Filter und Weichzeichner-Filter und
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Ich habe die halt so weit überlagert, dass schon fast so ein bisschen monströse Gesichter auch entstanden sind, also mit mehreren Nasen, mehreren Mündern, mehreren Ohren. Und die Idee war, dass man
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etwas darstellt, was wie alt meisterliche Malerei daherkommt. Das ist aber so in der Form gleichzeitig vor fünf Jahren noch gar nicht gegeben hätte,
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eben diese Filterästhetik wiederspiegelt und der Filter ist tatsächlich was, was mich so fasziniert, weil der ja sowas ganz Gleichmacherisches hat. Also da wird man ja auf einmal zu so einer großen Familie von Menschen.
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Sich alle ähnlich sehen, also vor allem, wenn man jetzt ans weibliche Gesicht denkt, also bei Männer haben ja dann noch Bärte und so.
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Aber die Filter sind schon tendenziell, würde ich sagen, sind sehr häufig für Frauen gemacht. Es verändert sich natürlich auch immer wieder und so, aber das also da kamen die so so mehr auf, so Beautifuling Filter.
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Und dann benutzt du so einen Filter und alle sehen sich sehr ähnlich, ne? Und das hat mich schon fasziniert, dass man so sagt, okay, wenn ich jetzt was auf Instagram poste,
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sehen das vielleicht an einem Tag.
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Einmal zehn.tausend Leute. Das sieht man ja immer, wie viel sich da sowas anschauen und ich war aber gar nicht auf der Straße. Und was ist jetzt die Wirklichkeit? Mhm.
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Also da haben ja ganz viele dieses virtuelle Bild gesehen, erzeugt das nicht auch Realität.
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Wenn was wahrgenommen wird von anderen und das gibt ja den Anspruch, das ist aber die Wirklichkeit und das andere ist das adtifizielle und ich glaube, deswegen mag ich die figurative Malerei auch so.
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Weil die sich eben so deutlich mit was adifizieren auseinandersetzt, das sagt ja auch keiner. Also jeder, auch der Taxifahrer, der sich vielleicht nicht so mit Kunst auseinandersetzt oder Taxifahrerin
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Die sagt dann auch
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Ja, da ist jetzt ein Fisch zum Beispiel oder da ist jetzt ein Auge. Und die sagen dann auch nicht, ja, da ist jetzt ein bisschen blau rechts oben, da ist jetzt da so und dann ist da so eine Pyramidenform, sondern dieser diese Bereitschaft in den Menschen.
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Malerei oder Zweidimensionales zu lesen, die geht ja zurück bis zur Höhenmalerei von und davor eben auch, aber wir haben da keine Artefakte und Belege und ich glaube tatsächlich, dass man sich mit figurativer Kunst wesentlich angreifbarer macht.
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Weil die Leute etwas drauf erkennen und wenn die Leute etwas erkennen können, können die das natürlich kritisieren. Abstrakte Malerei ist,
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meiner Meinung nach nicht mehr so wahnsinnig mutig, weil man schon so ziemlich jeden Gestus gesehen hat und wenn das dann abstrakt ist, das muss in dem Kontext dann einfach einfach auch Sinn machen und muss nochmal so was anderes erfüllen.
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Einfach nur ein eigener abstrakter Ansatz zu sein. Ab dem Zeitpunkt, wo ich sage, ich bin figurativ unterwegs oder bediene mich figurativen Elementen.
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Mache ich mich natürlich angreifbar, weil die Menschen das lesen können und dann auch das Gefühl haben, die können natürlich dann Worte zuordnen und das kritisieren und das finde ich aber spannend.
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Ich finde, das muss man auch aushalten können, wenn man wenn man eben mal zur ist es nicht sogar auch eine Aufforderung? Ja, ein Stück weit natürlich, also das ist ja immer so ein Spiegel. Also da würde ich sagen, es geht in beide Richtungen. Wird deinen Bildern oft.
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Unterstellt, dass du das bist.
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Großen, blauen Augen, eine auffällige Frisur, eher früher mehr. Die ideale Form einer Frau. Die Form, genau, also sie spielen natürlich mit der idealen Form eines
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Wesens. Hm ich muss sagen, das ist eigentlich schon immer so. Also schon schon seit ich klein bin. Also wenn ich irgendwas gezeichnet habe, dann kommt immer diese Frage, bist, dass du.
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Seit ich so sechs Jahre alt bin. Da war ja meine Arbeit definitiv nicht so so ausgereiht oder in den in den Bahnen, in denen die jetzt ist und,
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Ich glaube, dass ich das also tatsächlich habe ich das nicht mehr gehört in den letzten letzten vier, 5 Jahren. Ja.
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Ich habe das gedacht. Ich glaube eins der ersten Titel, die ich so ganz, ganz bewusst von dir als Charly Stein wahrgenommen habe, war Company Asset. Ich glaube, im Vordergrund habe ich auch noch so einen kleinen SUV gesehen und habe gedacht, ach.
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Es ist ein Selbstporträt oder ist das.
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Die Darstellung der Idealfrau. Es ist lustig, also es ist definitiv kein Selbstporträt im eigentlichen Sinne, also nicht nicht im Bewussten, es kommt auch nicht von der eigenen visuellen Quelle, die mich beinhaltet. Aber ist natürlich interessant, ne? Und ich denke
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klar, ich beschäftige mich mit der weiblichen Form. Ich bin natürlich ganz oft Modell gewesen für meine eigene Arbeit, so als Teenager oder so der, also zu meiner
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zu meiner Zeit. Darf ich doch schon das darfst du zeigen. Also äh hat man jetzt tatsächlich noch mitm Spiegel gearbeitet und das heißt natürlich dieses am meisten verfügbare Modell, das man natürlich selber.
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Und eben für dieses Salonmuseum Ausstellung ging's tatsächlich auch um das Selbstporträt, um das künstlerische Selbstporträt, was was es ja ähm also normalerweise, wenn eine Frau abgebildet wird,
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in der Malerei ist zu 90 Prozent ein männlicher Blick und nicht die Künstlerin, die sich selber zeigt,
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gibt's Käthe Kollwitz. Und Konsorten, aber in der Regel ist es ein männlicher Up.
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Der drauf geworfen wird und dafür war es tatsächlich sehr viele Selbstporträts. Das heißt natürlich.
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In jeder Arbeit, glaube ich, aber ich glaube auch, wenn Arbeit macht, die Meetingpoint heißt, die dann irgendwie vier Pfeile sind, die man überall hinkleben kann, wo man das möchte, glaube ich, ist das auch ein Stück weit ein Selbstporträt. Also,
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Ich glaube schon, dass wir die Sachen abbilden, mit denen wir selber konfrontiert sind und ich glaube,
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ab dem Zeitpunkt, wo ich mich mit dem weiblichen Gesicht beschäftige, wird diese Vermutung immer kommen.
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Ich glaube aber auch, also für jede andere Künstlerin würde das genauso vermutet werden. In dem Fall, den du jetzt genannt hast, tatsächlich war ich gar nicht in.
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Gedanken drin, aber natürlich ich male sehr klassisch, also ich mache das ja wirklich sehr, sehr lange, dass sie sich mit Ölfarben mal mit Ölfarben umgehe. Das heißt schon.
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Das sind Bewegung drin und ich äh bin ja auch niemand, der so so
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klebt und zu penibel ist, sondern ich liebe ja auch, wenn dann irgendwas so ein bisschen smoothy ist und das sieht dann Duktus und man lässt was offen und man lässt auch was ich schweige schlecht in Anführungsstrichen und wenn das nur noch so so Farbe sich überlapp
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und so. Also wenn man nah hingeht, wer die im Internet anschaut, sind ja sehr klein, ne. Das heißt, es ist als wären wir 500 Meter weit weg von manchen Arbeiten.
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Wenn du aber die die live siehst, dann hast du natürlich schon hast du Pinselspritze, da hast du diese ganze ganze
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malerische Sache, die ist da drin und und da ist dann der eine Lippenschwung, ist dann vielleicht tatsächlich so unbewusst
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ein bisschen mehr so, wie man's gewöhnt war. Mhm. Von früher. Ist das für dich spannend zu untersuchen, ob ich da drin bin? Nicht so wirklich, weil ich das ja zu hundert Prozent meiner Zeit mache ich das ja und das wäre ja irgendwie also das
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Die Frage stellt sich für mich gar nicht, ob ich da irgendwo drin bin, weil ich natürlich da irgendwo drin bin. Mhm. Also es wäre ja fatal.
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Arbeit mache ich also ich bin ja kein Chirurg und das war ja auch das, was ich vorhin mit der Minimal-Art meinte. Ich finde das wahnsinnig traurig, wenn Leute Kunst machen, wie Essays Schreiben behandeln.
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Es ist eigentlich ist es nicht besonders mutig, weil ich kann mich natürlich immer hinter hinter Kunsttheorie verstecken.
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Könnte ich auch machen. Ich bin also absolut in der Lage akademische Texte zu lesen, die aufzubereiten und so. Aber ich glaube, dass der Mut geht, dabei verloren. Mhm. Und ich glaube, man muss sich als Künstler, meiner Meinung nach oder ich
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mach mich als Künstler gerne angreifbar und ich möchte auch nicht, dass es allen gefällt. Ich möchte,
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das zumindest der ein oder andere damit nichts anfangen kann, am besten noch aufgebracht, irritiert und wütend ist. Das wäre am allerbesten,
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ist es schon mal vorgekommen, dass du diese Resonanz auch bekommen hast? Ja, immer wieder, also immer wieder. Ich habe natürlich sehr, sehr viel positive Resonanz, muss ich sagen. Ich bin
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selber also in einer sehr sehr guten Situation im Moment, wo
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wirklich auch die die arbeiten eher zu schnell, dann das Studio verlassen, wo ich manchmal denke, ich würde gerne nochmal ein paar Momente verbringen und also was, was ich auch nach dem Studium, wo ich so gedacht habe, das ist aber Jammern auf hohem Niveau, wenn ich das irgendwo anders beobachtet habe und so gedacht, das ist doch toll, wenn wenn
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jemand was haben will und das stimmt auch. Ich bin immer froh, wenn die Arbeiten in die Welt gehen und wenn jemand sich entscheidet, mit ihnen zu leben.
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Natürlich sehr intim ist aber ich freue mich dann natürlich immer, wenn jemand sagt, ist aber auch sehr brutal oder ähm
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Also mich mich schreckt das ab oder das stößt einen ja auch ein bisschen ab. Da bin ich froh. Also ich freue mich da über alles, was das auslöst.
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Warum hast du ein SUV for Companyerset gesetzt? Also ich habe Company Asset tatsächlich aufm SUV gesetzt und noch zwei andere Arbeiten in der Ausstellung, die du meinst und das ist ein kleiner.
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Kinder-SUV, das ist ein Elektroauto, das ist schwarz, das hat auch so einen G-Aufkleber an den Seiten drauf, auch schräg irgendwie,
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Genau und das hat mir als Objekt schon so wahnsinnig.
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Gefallen, sage ich jetzt, aber mich natürlich auch total irritiert als Objekt, also Gefallen ist wirklich so mit so Air Codes, also ich mache jetzt Luftanführungsstrichen. Gänsefüßchen, ja unterschiedlich was
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die Leute da so sagen. Aber gefallen in dem Sinn, dass es natürlich ein abstoßendes Objekt ist. Wer kauft denn seinem Kind einen Kleinen, Elektro,
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Elektroauto des Mercedes sein muss, also das Brand stimmt auch und so.
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Und diese diese Idee, das hat natürlich mit dem Kind gar nichts zu tun. Das kennt ihr ja wahrscheinlich lieber einen roten Feuerwehr-Truck in dem Alter, in dem es da noch reinpasst und wird aber schon sehr früh so mit dieser Brand Identity konfrontiert.
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Ist es aber auch ein krasses Fetischobjekt. Also es glänzt schwarz und lack, also es ist auch sehr in meiner Welt.
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Sagen, also so so Glossy-Sachen, ist eigentlich sehr erwachsen, aber eine verkleinerte Form davon.
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Und das spielt auch so ein bisschen auf diese Kunstwelt an, wenn's dann in diese merkantellistische Ebene geht, wo es eben Art Vers gibt, wo die Leute reisen an mit dem Business Neo Jet, die die Sammler kommen in den.
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Äh Limousinen irgendwie werden die rum chauffiert und die Kunst selber wird aber von Orthändlern gebracht. Also die kommt in Trucks, die kommt in so einem Lieferwagen an
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und
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Das steht natürlich in einem ganz krassen Kontrast, so wie diese Käufer dann da ankommen und also mich hat schon diese diese Idee von Mobilität, fasziniert mich sehr, gleichzeitig finde ich.
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Auch das gute Kunst darf schon auch so einen
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installativen Kontext auch haben, ne. Also ich meine, man kann natürlich alles immer an die weiße Wand hängen und wenn man genug Platz drohen lässt, dann sieht vielleicht alles gut aus, so fürs Ungeübte Auge.
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Aber ich habe natürlich auch so eine diebische Freude daran, Ausstellung zu machen, die mich nicht langweilen und da sind wir wieder bei dem Erfindertum, was ich vorhin gemeint habe, dass man Sätze sagt,
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vorher noch nicht gehört hat oder Wörter oder Titel zusammenmischt.
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Ich möchte natürlich, wenn ich eine Ausstellung mache, ich möchte was sehen, was ich so vorher noch nicht gesehen habe. Ich möchte, dass irgendwas passiert.
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Wo ich weiß, ich würde reinmarschieren in die Galerie und würde sagen.
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Was passiert denn hier? Das sah anders. Das ist sehr merkwürdig. Und da habe ich tatsächlich meine Freude dran, weil wie gesagt.
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Möchte mich nach Möglichkeit nicht anpassen und auch also es gibt natürlich so Standards, ne, die man so einhält, dass man irgendwie
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dass die Labels in der Regel ausgedruckt sind, dass da das Jahr draufsteht und die Größe, wenn's eben Labels gibt, also im Galerieraum, das ist Ausstellungstexte gibt, all solche Sachen, das ist natürlich, das ist nicht verhandelbar, ist alles, alles ist verhandelbar.
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Aber mit den Möglichkeiten des Ausstellens zu spielen finde ich eine wahnsinnig tolle Herausforderung und finde ich schade,
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wenn die nicht genutzt wird. Möchtest du da gerne die Grenzen der Malerei oder des Mediumsmalerei austesten? Oder überschreiten oder mit den anderen darstellenden Formen mischen?
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Also ich glaube, da ist schon so ein Wunsch zur Mischform, auf jeden Fall da, weil ich glaube, Hypridisierung ist so was,
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was ohnehin schon in der Arbeit selber drin ist, dass mein Hybride erzeugt zwischen Mensch und Maschine zwischen Adivizialität und Menschlichkeit oder Realität, je nachdem, was da der Anspruch ist.
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Aber ich finde das tatsächlich faszinierend durch Rekombination neue Seeerlebnisse zu schaffen. Also ohne dass das jetzt so super pathetisch klingt, aber das ist eigentlich genau das, was mich interessiert, dass man irgendwie.
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Was findet, was die Sache neu macht. Glaubst du, das ist auch ein Zeichen unserer Zeit?
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Oder der Ansatz unserer Zeit, dass man auch gesellschaftlich hybrider denken sollte? Ich glaube generell, dass es guttun würde in der Gesellschaft, Sachen nicht unterkomplex sehen zu wollen, weil ich glaube, die meisten Konflikte, die wir im Moment in unserer Gesellschaft haben, lassen sich dadrauf
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zurückführen, dass die Leute gerne einfache Lösungen für komplexe Fragestellungen hätten.
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Da ist der Wunsch, den ich absolut nachvollziehen kann, dass es eine Ja-Nein-Schwarz-Weiß-Antwort gibt. Deswegen gibt's eben auch so viele
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Verschwörungstheorien wie die Flats, die an an die Scheibenwelt glauben, weil der Wunsch einfach da ist, dass alles eine große Verschwörung ist
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oben sitzt jemand, der lenkt und wenn man's durchschaut hat, dann weiß man, was eigentlich gespielt wird. Und das ist eigentlich rührend,
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Natürlich auch ein bisschen dumm, aber also ist natürlich rührend. Ich will das jetzt nicht so herablassend sagen, aber es ist natürlich auch viel viel Gefahrpotenzial in so Verschwörungstheorien, deswegen ärgert's mich dann schon auch wieder ein Stück weit.
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Aber wir müssen halt akzeptieren als Gesellschaft, dass es sehr komplexe Situationen und und Gefüge gibt.
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So ein Ausmaß an Komplexität haben, dass wir eben nicht in zwei Sätzen sagen können, okay, das wäre die Lösung, weil das nicht passiert, ist jetzt,
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dass das Outcome, mit dem wir jetzt umgehen müssen. Es ist oft nicht so schwarz-weiß, das größte Schimpfwort ist Prinzipienreiter?
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Ja, also ich glaube Prinzipien sind nicht gut. Ich find's gut, wenn man sich selber und anderen Menschen mit Respekt begegnet und darauf dann die eigenen Prinzipien aufbaut.
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Also weil man was so macht,
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halte ich für sehr gefährlich. Mhm, ich glaube, es ist eher der Aufbau eines Standpunkts, ne? Und dann noch irgendwie offenporig zu sein. Ja, also ich meine, wenn die Leute sagen, ja, ich habe halt meine Meinung und die vertrete ich halt. Wenn was so wäre.
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Dann hättest du die Meinung von einem fünfjährigen Jungen oder Mädchen oder divers und.
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Würde es die nie wieder ändern. Also hättest du die Meinung von von einer fünfjährigen Person wird es die nie ändern, weil das war ja deine Meinung damals. Meinungen ändern sich natürlich,
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absoluter Quatsch. Wir erleben das ja auch oft, dass Leute sagen, ich sage halt, was ich denke,
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Du sagst das, was du in den Moment denkst, aber hast du wirklich lange drüber nachgedacht, ob das wirklich ein Standpunkt, dass du nun langfristig vertreten kannst? Ich glaube, also so einfach ist es nicht, dieses Mal darf ja gar nicht mehr sagen, was man denkt.
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Darf mal schon.
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Sich schon auch klar sein, wen man damit verletzt, ne. Also wenn ich jetzt sage, ich möchte mir halt keine Gedanken machen, ob ich jetzt Leute ausschließe in der Art und Weise, wie ich spreche.
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Dann ist das eine Entscheidung, aber die muss man dann auch so vertreten und wenn man die Möglichkeit hat, wenn man kognitiv dazu in der Lage ist,
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Menschen einzuschließen und und Menschen da abzuholen, wo die stehen und sich Gedanken drüber zu machen, dass es vielleicht Menschen gibt, die viel Leid erfahren haben oder die
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ausgeschlossen und ausgegrenzt werden, sei es durch Sprechakte oder durch durch strukturelle Gegebenheiten.
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Man ist privilegiert, dann finde ich schon, kann man das intelligenter Mensch eigentlich das schon leisten und sagen, okay, ich gebe mir da ein bisschen Mühe,
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Woher kommen denn deine empathischen Fähigkeiten die Dinge zu spüren? Sind es auch Erfahrungen? Ist es vielleicht auch mal die Situation
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in einem mal gescheitert zu sein und dadurch sehr großzügig zu sein
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Ja, ich glaube, es ist Selbstbeobachtung, ist ein Teil, aber natürlich Reisen hilft sehr viel. Also mein Vater hat mich immer
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total ermutigt, jede Möglichkeit irgendwie zu reisen, wahrzunehmen. Also ich habe mir also die drei Ratschläge, von ihm habe ich mir so gemerkt, einer davon war eben, ja das machst du einfach.
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Mach das einfach. So immer erstmal ja, immer erstmal raus und wenn man eben im Ausland ist und dann meine ich eben auch mal so.
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China ist ein gutes Beispiel, weil da wirklich, selbst wenn man die Sprache ein bisschen gelernt hat, ist es sehr schwierig, sich zurechtzufinden.
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Zu erleben, was für ein Mensch man ist, wenn man in seiner eigenen Kultur, also wenn die eigene Kultur nicht um einen rum stattfindet.
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Also es macht einen demütig schon ein Stück weit, also demütig kriegen wir auch Deutsche mal so schwer, ne, auf Englisch sagt man einfach moment, da ist es so so im normalen Redefluss, aber,
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Tatsächlich, also es äh hat was, was einem auch so, wo man sich in Demut übt, weil man eben merkt, okay, es gibt so ein paar Grundprinzipien, nämlich.
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Noch mal nachfragen. Die anderen Leute aussprechen lassen, zuhören, Höflichkeit. Ich habe tatsächlich noch in keinem Kontext, nämlich wahr.
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Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel,
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erlebt, dass Höflichkeit negativ gesehen wird, ne? Also es kann manchmal sein, muss man sich irgendwie durchsetzen, wenn man in der Schlange steht oder so. Da muss man dann vielleicht mal ein bisschen unhöflicher sein oder so, aber.
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Ähm es gibt schon so viele verbindende Elemente, die alle Menschen haben und ich glaube, die Sachen, die uns verbinden, sind in der Regel größer als die, die uns trennen. Und wenn wir danach sucht.
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Sieht man nur die. Ich glaube, dass du ein ganz großes Talent des Abholens hast. Ich erinnere mich an unsere erste Begegnung.
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In Düsseldorf. Mhm. Wollen wir das verraten? Und ich habe da selten, dass mich jemand anschaut und mich wahrnimmt.
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Okay. Nicht sieht und du hast mich in den Arm genommen und ich habe mich direkt geborgen gefühlt. Ah okay, hä? Hat dir da schon mal jemand gesagt? Ich weiß es nicht. Also ich glaube,
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Ich muss sagen, ich bin ja eigentlich jemand, der auch sehr reserviert ist. Normalerweise und ich suche mir das sehr speziell aus, wen ich überhaupt an mich ranlasse. Mhm. Das ist auch was, was ich tatsächlich gelernt habe. Also ich merke ganz schnell, wenn jemand
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einem Energie nimmt, ist was, was für mich sehr wichtig ist, weil also ich merke tatsächlich, dass Energie ist was, was ich mir einteilen muss,
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Was ich auch also in meiner Arbeit, ich habe das tatsächlich, also wenn ich ins Atelier komme, ist das wie so ein Vergnügungspark für mich. Die Energie ist auch immer so.
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So unbändig. Das ist für mich der äh größte Freude irgendwie in meinem Atelier sein zu können und und verrückte Sachen zu machen.
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Aber ich merke das mit anderen Menschen und das ist natürlich auch so ein bisschen so eine Malerkrankheit dass wenn das nicht hundertprozentig funktioniert.
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Dass ich mich dann schon sehr schnell distanzieren kann, weil ich weil ich das nicht aushalten kann, Energie abzugeben und.
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Nicht irgendwas dafür zu bekommen. Also gar nicht so ein transaktionalen Ding, aber wenn sich zwei Menschen treffen, die sich gut verstehen,
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fühlt sich das nicht an als gibt mehr Energie her. Sollen wir bekommen, beide bekommen. Mhm. Und ich glaube schon, dass wir einfach das Glück haben, dass bei uns, also du
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Auch jemand, der der sehr offen und sehr kritikfähig ist und
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auch überhaupt nicht scheu auf Menschen zugeht. Das würde ich mir jetzt auch nicht so zuschreiben. Und und ich glaube, das merke ich dann schon. Also ich würde jetzt nicht sagen, dass es eine generelle Qualität von mir ist, weil ich tatsächlich sehr schnell zumache, wenn Leute mich überfallen wollen.
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Also das ist dann auch, weiß ich nicht, ob das so ein Privileg ist, aber ich verbringe tatsächlich nur mit.
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Sehr wenigen Menschen, die ich sehr schätze viel Zeit. Jetzt musst du eine Überleitung finden, weil ich bin jetzt ein bisschen gerührt. Fehlen mir die Worte. Lass uns doch über Augen sprechen. Ja,
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Also ich glaube, Kunst kann das schon so.
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So ein kommunikatives Moment haben und wie du sagst, du siehst die Arbeit und du bist die Person dahinter kennenlernen. Ich muss tatsächlich sagen, ähm um zurückzukommen auf was du eben meintest.
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Ich hatte immer dieses.
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Dieses Gefühl, ich möchte gar keine Mala, die ich mag, persönlich kennenlernen oder Künstler auch, weil ich habe Angst, dass das dann die Arbeit verändert
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Mhm. Also es gibt ja so ich glaube gerade in Deutschland, da ist ja immer sehr apolinisch, sehr rational. Die Arbeit muss getrennt von dem Künstler gesehen werden. Mittlerweile glaube ich, also in der visuellen Kunst ist es nicht mehr so, in der
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Literatur hält sich, das hartnäckig, dass man ja keine biografischen Schlüsse ziehen darf auf die literarischen Texte. Wurde mir auch so vermittelt. Er wäre dann auch noch Anlistik nebenher studiert und Linguistik und.
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Politikwissenschaften und alles mögliche, aber.
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Ich habe dann tatsächlich irgendwann habe ich da auch für diese Arbeit, wo ich dann eben äh Florian zum Beispiel meinte, nicht wo ich nur die Arbeit kannte und sehr geschätzt habe, mh habe ich dann persönlich kennengelernt und habe dann gemerkt, ja.
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Du findest die Arbeit gut, weil es in der Person genauso auch ist. Also das ist immer,
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meinte auch so ein Porträt von der Person, die Arbeit selber. Und er merkt natürlich auch so ein gewisses Gespür und eine Intelligenz und eine Feinsinnigkeit und.
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Und habe das dann nochmal, da hätte ich dann irgendwann wollte ich mal Kevin die Ausstellung sehe, da war ich in New York und dann
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Caron da auch da und dann hatte die auch so dicke Kopfhörer auf. Ich glaube, die wollte dann auch nicht, dass so viele Leute mit ihr reden, was ich auch total nachvollziehen kann, weil wenn natürlich deine eigene Ausstellung ist, dann ist das schon, also,
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wie in die Sauna gehen, aber halt so werden dann danach so Noten vergeben. Also es kann schon auch so ein unangenehmes Gefühl sein in der in der eigenen Ausstellung zu gegen zu sein.
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Weil weil das ja erstmal alles so im Inneren passiert oder im stillen Kämmerchen und dann geht das so nach außen und da war sie eben da und dann habe ich so irgendwann habe ich.
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Sage ich wenigstens mal hallo, wenn ich jetzt sowieso schon da bin und habe ihr dann so gesagt, ja also ich mag ihre Arbeit sehr. Du hast gesagt, das sehr schätze.
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Und das war halt dann so, als ich eine schöne Unterhaltung irgendwie ins Sponnen und das hat sich bisher immer bewahrheitet, dass wenn ich die Arbeit.
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Mag, wenn mir da was gefällt.
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Kann ich mit der Person auch gut umgehen und gleichzeitig auch also in die andere Richtung schon auch. Also es ist selten dass ich eine Arbeit abstoßend finde und dann merke, ach das ist aber so eine nette Person. Mhm.
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Ich glaube Net wird ja auch immer so, das stellt man sich ja auch unter den Verdacht, wenn man mal Nieren hat, wenn man freundlich ist.
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Seine eigenen Ausbrüche zurückstellen kann, das ist ja nicht künstlerisch, ne? Man müsste ja eigentlich die ganze Zeit rumschreien und sich kaum unter Kontrolle haben.
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Ist aber auch eine Typsache. Also ich würde zum Beispiel nicht jedem erlauben, mich so zu sehen, ja.
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Es kommt immer drauf an. Ich glaube, dass Jonathan Mese zum Beispiel, ich glaube, der zieht sehr viel Energie aus seiner performativen Art. Also wenn er wenn er da performativ unterwegs ist, ich glaube, das tut ihm gut und das ist sofort an. Ich glaube auch, das macht ihn nicht müde.
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Sagen, bin ich so so performativ Arbeit, strengt mich schon auch immer an, weil.
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Natürlich allen zur gleichen Zeit was von sich hergibt, ne. Auch so.
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Angeschaut wird und vielleicht schauen auch deswegen die Bilder so ein Stück weit zurück und das auch wieder so abzuwehren. Ja, einige schauen zurück, einige schauen aus dem Bild heraus. Ist irgendwie so eine leichte Melancholie zu spüren.
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Du sagtest eben, wie Kameralinsen?
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Ja, ich meine, also sie sind ja nicht wirklich so, also von der Form her sind ja auch so rund, wie so wie so Fischaugenkameras, also das spielt schon sehr stark mit diesem Blick.
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Der ja normalerweise schon, kann man auch sagen, also häufig in dem Kanon der Kunstgeschichte ein männlicher Blick ist, der auf ein weibliches Subjekt geworfen wird, ne? Und dann hat man da
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irgendwie Porträts, wenn man die Collection denkt, wo dann junge Frauen in so beruhigten Kleidern,
45:44
Scheu auf den Maler blicken und auch auf den Betrachter, auf das angestammte Publikum und klar, das spielt natürlich schon mit der Sehgewohnheit, wie wie wir Malerei in der Vergangenheit betrachtet haben.
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Dann wird das auf einmal überdimensioniert zurückgeworfen. Ich glaube, das steckt da schon drin. Warum faszinieren dich Roboter so?
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Ja, Roboter sind natürlich so die Idealformen. Das ist ja lustigerweise, wie du auch das Gespräch mit mir genannt hast. Ich weiß auch nicht
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tiefer Recherche zugrunde legt. Ich gehe mal aber ich Tage lang und Nächte, mindestens, mindestens. Ich sage ja immer, ich habe ein ganzes Leben lang recherchiert, damit ich das machen kann, dass ich
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mache. Aber Roboter sind tatsächlich deswegen so faszinierend für mich, weil die mit der gleichen Adizialität umgehen,
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wie ähm die Darstellung von Menschen in Bildern, also da werden ja Figuren erzeugt.
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Die aussehen wie Menschen, die nach dem Abbild des Menschen oft geschaffen werden. Natürlich gibt's auch Roboterarme, aber du siehst, selbst der Roboter Arm hat so eine menschliche Konnotation in diese Personifikation des Armes und.
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Mich fasziniert, diese Idee, dass der Mensch schon sehr lange, nämlich schon seit der griechischen Antike und wahrscheinlich schon davor drüber nachdenkt,
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Metallmenschen oder künstliche Menschen zu erzeugen die gewisse Eigenschaften, die ein Mensch hat nicht haben, nämlich Schmerzempfinden.
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Weinen, auch natürlich ein Roboter muss nie auf die Toilette, der muss nie schlafen. Muss vielleicht sich aufladen oder so, aber die Idealform.
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Dass Menschen und das sagt dir dann ganz viel über den Menschen aus, also der Roboter ist eigentlich so ein wunderschönes Bild.
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Oder so ein Temperaturmesser, wie ist es um unsere Gesellschaft, wie ist es um das Bild des Menschen bestimmt, weil in diesem Wunsch steckt ja auch steckt ja auch was sehr Grausames, ne, zu sagen.
47:35
Als ideales Wesen müsste man nicht schlafen und dann,
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finden die Träume nicht statt oder als ideales Wesen darf man nicht weinen und dann werden Gefühle auf einmal.
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Gewürdigt, wie wahrscheinlich meiner Meinung nach genauso relevant und wichtig sind.
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Vor allem fürs Kunstmachen natürlich, wenn man die Romantik denkt an Sturm und Drang. Natürlich muss die Traurigkeit die Melancholie, wie du jetzt gesagt hast,
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ganz großen Platz einnehmen dürfen, in einem Menschsein, nicht nur im Künstlersein, sondern im Menschsein. Ja und deine Roboter ist immer ein kaltes Dienstleistungswesen, genau. Hast du schon mal beobachtet, dass
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Menschen.
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Emotionaler Roboter reagieren? Ja, also da gibt's ja ganz verschiedene Sachen, da gibt's ja dieses Anny Valley, wo dann auf einmal der Roboter so menschenähnlich wird, dass er,
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abstoßen und unheimlich wird für Menschen. Mittlerweile gibt's ja tatsächlich auch so Liebesroboter.
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Sehr, sehr schön aussehen und und gar nichts als Fotografie erstmal nicht diese Ablehnung erzeugen, also eine Arbeit von mir,
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zeigt auch nur Lippen von eben solchen solchen Robotern und die wirken erstmal wie wunderschöne.
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Weibliche Münder und wenn dann eben klar wird, ach die Referenz für diese Lippen,
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keine menschliche Lippe, sondern eine Silikonroboter-Lippe von einem Sexroboter sind die Leute nur durch diese Information, dann
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irritiert, auch ein bisschen angewidert, auch abgestoßen zum und es spielt aber damit, dass also es ist natürlich eine Dopplung noch von der Antifizialität, aber wenn man natürlich so eine Puppe sieht und die sitzt da wie
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Tod, also wie nicht belebt, dann wird das natürlich auch wieder so eine Emotion hervorrufen,
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ich meine ganz klassisch sind Leute, die sich mit Siri und Alexa streiten, die dann irgendwie auf einmal anfangen zu sagen.
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Mensch, Alexa, warum verstehst du mich nicht oder bist ja so dumm, warum warum weißt du nicht, was ich meine? Jetzt macht es doch und dann wird die Stimme immer lauter und also.
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Auf einmal tritt man in in den emotionalen Dialog mit einer runden Dose aus deiner Stimme kommt.
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Faszinierend, also da tut sich da wirklich so eine so eine Welt auf.
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In diesem Moment wie mit Technik umgegangen wird und wenn Technik auf einmal personifiziert wird und auch dieser Kosmos der Dinge, also dass wir Dinge beleben wollen.
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Ich glaube, da da steckt auch so dieses tiefe Bedürfnis von mir selber drin, warum ich male und warum ich figurativ male, ist dieser Wunsch,
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Dinge beleben zu dürfen. Ich finde, es ist ein sehr, sehr schönes, auch Abschlusswort, Dinge zu beleben, ob wir die ideale Form finden müssen, glaube ich, müssen wir nicht.
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Sondern wir müssen den Blick in unser Inneres werfen, was uns antreibt und,
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Ich freue mich, dass du dir hier heute für mich so viel Zeit genommen hast, für so eine schöne Stunde verbracht haben und so viel über dich und deine Ansichten kennenlernen durften. Ja, ich bedanke mich ganz herzlich, dass du, dass du vorbeigekommen bist,
50:34
nach Köpenick im Atelier, ja. Ich habe mich so wohl gefühlt, dank dir von Herzen. Schön, freut mich.
50:41
Music.
50:48
Immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartner innen, die euch und mir die Welt der Kunst entschlüsseln, reise ich quer durch Deutschland.
51:00
Wenn du die Reisen von die Leichtigkeit der Kunst unterstützen möchtest, dann freue ich mich sehr über deine Kulturpartnerschaft.
51:09
Geht auch ganz einfach. Via PayPal Punkt Me Slash Leichtigkeit der.
51:16
Oder mit einer goldenen silbernen oder bronzenden Mitgliedschaft über Steady Haarkuh Punkt com Slash die Leichtigkeit der.
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Bedanken möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen Hörenden, die bereits die ein oder andere Reise unterstützt haben.
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Ihr möchtet mehr über die Leichtigkeit der Kunst erfahren und mal einen Blick hinter die Kulisse werfen.
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Ich einen Tipp. Tragt euch in den Newsletter bei Punkt com Slash die Leichtigkeit der Kunst ein.
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Ihr habt Fragen, Anregungen und Feedback dann schickt mir gerne eine E-Mail an Claudia at die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und wenn ihr mögt, dann freue ich mich sehr über euer Like und eine Bewertung.
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Möchtet weitere Informationen? Dann schaut auf meiner Website unter WWW die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Und nun.
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Music.