search for: The Green Knight
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Wie oft wurde "The Green Knight" in Episodentexten gefunden?

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    Öffentliche Situationen
    2021-08-03 (duration 2h29m)
    [transcript]
    41:20 Auch Green Day glaube ich.
    2:26:05 what the fuck.
    05:27 ja Schüler Schüler sehen gucken sich Schüler an Geschichte sondern das ist tatsächlich so eine Sache gewesen das war das Jugendzentrum entfernen und da habe ich etwas später rausgefunden dass da auch Green Day damals in den 1900 getreten ist an dem gleichen Ort.
     
    Das Erste Mal (Angst im Kino
    2021-06-01 (duration 1h39m)
    [transcript]
    47:10 ok, ansonsten ist mir noch im Kopf geblieben. Green Mile.
    49:36 Es ist also feiern weil so stimmt das Liste green mile also das sind alles Filme, die mich auch richtig krass bewegen, aber bei Klick habe ich original im Kino und bis heute kriege ich immer noch im Klos im Hals, wenn ich die Szene sehe.
    19:15 des nächsten Fantasia und Fantasy 2000, hat genau diese ganzen kleinen Sequenz the sequenzen mit original Orchester und so gibt es auf die vor dem oder wahrscheinlich ist beides nicht bloß keine Ahnung.
     
    Urlaub
    2021-03-30 (duration 1h51m)
    [transcript]
    1:22:36 Habe ich da sogar getroffen. Alter, das das war das Wierdeste auf der Welt. Ich sitze da ganz weed the Stories.
     
    Gegen die dunkle Jahreszeit
    2020-11-10 (duration 1h41m)
    [transcript]
    1:14:54 Nein, Bruder, the real on,
    33:11 Import, Export, The Reich. Ähm mir ist, es ist gut, also ähm,
    40:34 Ich habe The Venashing aufgespielt und ich habe ähm äh Monkey Island da gezeigt und es sind ganz viele andere Sachen und dann ist irgendein Blödsinn passiert,
     
    Nils-Christoph und sein Bus
    2020-10-13 (duration 1h28m)
    [transcript]
    1:07:32 Okay, das ist gut zu wissen. Okay, also Park for Night, Google Maps, sonst noch äh technische Errungenschaften, die für einen Menschen im einundzwanzigsten Jahrhundert wichtig sind. On the Road.
     
     
    Tinder die Stadt & molo.news
    2020-09-15 (duration 1h9m)
    [transcript]
    29:39 Also wir wollen wirklich dazu anregen auch über solche Dinge mal nachzudenken, die auszuprobieren und Molone begreifen wir on the Long Run, also eine so eine Plattform, wo man solche Dinge auch mal ausprobieren kann
     
    Die Zwischenzeitzentrale Bremen
    2020-07-21 (duration 1h2m)
    [transcript]
    52:44 Ich weiß es nicht, wie's, wie es bei euch war, aber ich finde, es ist ein super interessantes The.
     
    Gelenkig und echt dehnbar
    2020-07-07 (duration 1h30m)
    [transcript]
    13:45 Guano Apes lots of the Boards. Das in Dauerschleife und Bige Pan von Guano App,
    13:58 So, Dicker, ey, big and the pan, großartiger Song, also großartiges Cover von Guano Apps. Ansonsten auch gerne Mc Miller, so ist auch gut, die ersten beiden Alben auf jeden Fall, da kann man sehr gut zu fahren. Ähm die ganz alten Sachen, da fahre ich auch gerne zu,
     
    Teddy von der Veganbar
    2020-04-14 (duration 1h18m)
    [transcript]
    1:14:27 Nein aber das ist dann auch immer so ein druck so da muss man delivern so on the spot aber ihr macht jetzt auch über insta.
     
    Podcasten in Zeiten der Corona
    2020-03-31 (duration 1h24m)
    [transcript]
    24:33 Und danach habe ich zwei wochen urlaub das heißt ich starte from the body,
    25:58 vollkommen klar dass es das save the special edition gibt weil sie es bei jeder konsole bisher getan haben also auch bei den und so dass sie eine crossing special edition hatten mit special design
     
    Im Kliemansland (Rerelease)
    2019-10-29
    [transcript]
    1:05:06 so wie diese green washington irgendwie bei schnell und so passiert ist das halt auch cool washington,
     
    Toiletten auf Stelzen
    2019-09-03 (duration 1h36m)
    [transcript]
    57:02 bei dem mal bei irgendwas um siebenhundert tacken oder so was ich bezahlen musste und ich dachte so what the fuck,
     
    Let's get Babies to Babble
    2019-08-06 (duration 1h28m)
    [transcript]
    38:39 Alter ja das wäre auf jeden fall battle of the gewesen.
    46:25 unfassbar und hat sich werden am donnerstag da noch so eine riesenparty wurde nach trump masters aufgetreten sind also alles tatsächlich von diesem getränk hersteller aus organisiert und beauty and beauty and the beats und,
     
    Wie Lush nur mit Käse
    2019-06-25 (duration 1h53m)
    [transcript]
    1:01:12 also john green ist amerikaner haben wir nochmal so einen ganz anderen bezug zu vor allen dingen zu so holocaust ding
    1:02:41 green kommt auch noch mal also es gibt am ende gibt es eine leinwand mit verschiedenen zitaten sogar tatsächlich kommt er selber auch nochmal zu wort als video und ich glaube das ist ein buch vor also irgendwie verschiedene stelle da.
     
    Wir werden professionell
    2019-06-11 (duration 1h37m)
    [transcript]
    39:50 The Voice.
    1:01:57 The Voldemort Nase.
    52:30 Pirates of the f****** Caribbean Bruder.
     
    Asthma und andere Gebrechen
    2019-05-28 (duration 1h46m)
    [transcript]
    03:11 The beast Niklas the beast burning.
    1:39:30 Sacklers the beast.
    1:39:40 Sie wollte mich eigentlich the beast nennen einige the beast burning.
     
    Die medienkritische Folge
    2019-05-14 (duration 2h8m)
    [transcript]
    21:51 The shallow.
    21:53 State of the Union.
    2:00:54 Habe ich vorletztes Mal darüber erzählt dass ich Rumble in the cage moderiert habt.
     
    Kevin allein in der Dusche
    2019-04-30 (duration 1h51m)
    [transcript]
    1:47:17 I want to see the world burn.
    1:19:24 Genau aber ich weiß ja nicht mehr Gameboy das heißt the original Gameboy starb mit dem Gameboy Advance.
     
    Zwischen Bremen und München
    2019-04-16 (duration 1h37m)
    [transcript]
    1:35:35 9 Uhr müssen langsam schlafen gehen ich ziehe mir gleich noch eine Folge the expanse Ryan Staffel 3 sehr gut auf nette Lehrerinnen und.
     
    Zuhören, jetzt kommt Kunst!
    2019-04-02 (duration 1h38m)
    [transcript]
    56:10 Welcome to the real world.
    1:10:06 Ich plage LED the chicken auf Instagram ist ein Hühnchen was gerettet wurde von dem Schlachter.
    1:10:16 Na das ist so süß und ich möchte was anderes planen ich habe es gibt einen Youtube-Channel der heißt glaube ich the card und der wird
     
    Kleiner Kern, aber große Avocado
    2019-03-19 (duration 2h11m)
    [transcript]
    28:51 We are the world.
    47:57 Meistgespielte Spiele the gibt es.
    1:59:20 The Whiskey gute Sachen verlinken.
     
    Ein doppelter Helge
    2016-03-09 (duration 1h17m)
    [transcript]
    35:38 Da gibt's schon relativ neuen Laden der ist neben diesem Jahr da wo es hat diesen Käseladen gibt also diese Reihe wo du halt lang läufst wenn du diesen Zettel eine Attitüde und sowas lange läuft da the attitude.
    35:38 Da gibt's schon relativ neuen Laden der ist neben diesem Jahr da wo es hat diesen Käseladen gibt also diese Reihe wo du halt lang läufst wenn du diesen Zettel eine Attitüde und sowas lange läuft da the attitude.
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    Podcast-Produktion mit Moritz Gießmann
    2021-07-30 (duration 1h32m)
    [transcript]
    1:01:27 Nee, bei Global the Text geht's auch nicht. Da wird um das Gleiche verwendet, verwendet wie bei den Episoden Analytics. Und da tut's tatsächlich was.
    1:15:06 ihr das, dass ihr das zur Verfügung stellt und uns hat das wirklich also äh wir haben das auch irgendwo mal äh genannt, Staning on the Shoulders of Giants, wir haben so viele und deswegen haben wir auch die Seite bei uns, ähm wo wir auflisten, was wir alles verwendet haben, weil äh,
     
    Podcatcher-Apps mit Jeanette Müller (Podcat)
    2021-02-26 (duration 2h11m)
    [transcript]
    26:41 Ja und ähm daraus ist ein Hobby erwachsen, weil ich äh bin ganz, ganz großer Fan von der Fernsehserie The Expers.
    1:10:18 Editorial, Focus for Podcasts, Content. Mining What Place ist das Podcast about. Das ist meine Use Cases and is one of the more complex.
     
    Podcast (RSS) Feeds: Standards und Spezifikationen
    2021-01-30 (duration 2h32m)
    [transcript]
    1:58:57 "The Feed The Official Libsyn Podcast", Episode 184: "Privacy, Acquisitions and The Podcast Index"; Rob Walch & Rob Greenlee
    55:56 Oh ja, Etham, Athlem ist dann die andere Attacke, da kam er, das ist wieder Return of the Somantic Web
    2:09:34 Bayerischer Rundfunk enter The Chat, weil oder alle öffentlichen Rechtlichen, weil natürlich die depublizieren müssen und genau dieses Problem auch haben,
     
    Ultraschall mit Ralf Stockmann
    2020-12-24 (duration 2h8m)
    [transcript]
    1:38:50 Im im Grunde hast du halt eine starke Meinung davon, was äh the Way ist.
    1:38:56 This is the way und äh alle und und dann darauf Patient. Also das Gegenteil davon ist äh alles ist konfigurierbar.
     
    Podcast-Produktion mit Toby Baier
    2020-11-21 (duration 2h2m)
    [transcript]
    24:59 The Germans. Ja, ist weiß nicht, diese ganze Spezifikationsgeschichte,
    1:16:03 Das andere ist eher so in die Richtung, wie du gedacht hast, also schon noch was vor dem Feed, also ein Feedproxy könnte das, also es hat eine Feedboxy-Funktionalität, der hat eben dann einen weiteren Feed on the fly
     
     
    Podlove Radiator
    2020-09-11 (duration 2h14m)
    [transcript]
    18:45 in alle Richtungen. Hence the name Radiator.
    08:38 experimentelle wir machen immer mehr von den Features mit rein auf die Seite, wie geht und on the go, Seite ist. Aber der Teil ist wirklich, also ich hätt's jetzt auch nicht wirklich, wenn ich nicht,
     
    Podlove Subscribe Button
    2020-08-29 (duration 1h7m)
    [transcript]
    12:11 Like, subscribe and Ring the Bell.
     
    Podlove Web Player
    2020-08-16 (duration 1h31m)
    [transcript]
    1:30:41 Thinking outside the box. Out of the box. Who let the player out?
    1:30:40 Out of the box.
    1:30:12 Free the Web Player! Free!
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    It Takes Two
    2021-07-23 (duration 44m)
    [transcript]
    10:24 der Titel hatte schon verraten egal ähm the text two.
    42:54 alone in the dark, nee, das ist was anderes. Wie hieß das, was wir machen wollten? Äh äh Down Staff Together. Genau, das war scheiße. Mach das nicht. Nee.
    35:05 the way out. Ich glaube da war's ja ganz oft so, dass dann die Kamera so verschmolzen, es sind ein paar Sequenzen und dann ob man wann man auf einmal horizontal übereinander und dann mal wieder vertikal nebeneinander.
     
    Lara Croft and the Temple of Osiris
    2020-07-24 (duration 40m)
    [transcript]
    02:38 Lara Craft and the Tample of the Serus ist ein Nachfolger von ihm bereits zweitausendzehn erschienen Spieler Craft and the Guardian of Light.
    02:20 Ähm, ich glaube, wir machen Podcast, oder? Ja, das stimmt. Wir reden heute über äh das Spiel Lagercraft and The Tempel of the Cyrus. Das habe ich äh schon in so einem coolen äh in unserem coolen Pre-Ansage, den wir immer vom Intro haben, schon ein sehr unangenehmer Englisch ausgesprochen
    05:53 Macht eigentlich schon auch richtig große, wie du schon gesagt hast Triple A Titel und eben äh sehr sehr aufwendige Spiele. Im Vergleich dazu ist sind jetzt dieser Ableger, dieser die eben diese diese beiden Spiele bisher hat. Guardian of Light und Tempel of the Cyrus.
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    Mit Johann August Schülein über die Wissenschaftstheorie der Psychoanalyse
    2021-07-16 (duration 1h26m)
    [transcript]
    27:52 in the long run, klar mit Parametern äh und Kontexten und Sozialisationen und Beziehungen, aber durchaus trotzdem letzten Endes irgendwie,
     
    Mit Jenni Brichzin über politische Praxis in Parlamenten
    2020-12-08 (duration 1h48m)
    [transcript]
    44:10 konkreter empirischer ausgerichteten Parlamentsforschung Walking Kollegen The Legislativ System darin schreiben schreiben sie ähm.
     
    Ad-hoc-Gruppe: Podcasts in der Soziologie
    2020-09-23 (duration 2h36m)
    [transcript]
    43:22 Ist der aktuelle Stand in der öffentlichen Debatte darum ähm um das Public Understanding und das Public Ingagement Wiss Science and the you manities
    1:48:52 In mit einem Schluss an Barker und andere kann man dann sagen, dass soziologische Podcasts möglicherweise so einen Auftrag des Sensemaking of the World haben. Also wenn Hörende sich für unsere Podcasts entscheiden
     
    Wohlstand an der Grenze – Mit Max Koch über nachhaltige Wohlfahrt
    2020-06-15 (duration 1h21m)
    [transcript]
    1:12:24 Also, der der grüne Staat, ja, der Green State heißt das in der Diskussion, der kann sozusagen auf dem schon vorhandenen Gerüst des Sozialstaats angesetzt werden und aufbauen
     
    Alles nur geklaut – Wie geht Wissenschaft ohne Plagiate?
    2020-01-10 (duration 1h54m)
    [transcript]
    36:51 weil wir das irgendwann erkannt haben ja wir wir standing on the show des of giants und so weiter dass wir angefangen hätten nicht mehr irgendwas zu belegen dass er offenbar nicht passiert so das heißt nur diese kleine bemerkung dass es eben kein original gibt und.
     
     
    Realistisch bleiben? – Mit Victor Kempf über Menschenrechte und radikale Demokratie
    2019-12-29 (duration 2h18m)
    [transcript]
    26:06 das ruder bis jetzt nicht das ist ein paar of the game das ist irgendwie dass es politik ja vielleicht noch eine andere kritik die ich eigentlich noch sehr viel überzeugender finde die du auch referiert.
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    Gottfried Ludewig
    2021-06-29 (duration 44m)
    [transcript]
    12:01 , vielleicht eher mit einem Minimum Viable Product Gedanken hinzugehen und zu sagen "Wir iterieren sozusagen on the run, also auf dem Weg" erstmal per se mutig,
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    Agilität im Agenturalltag - Teil 2
    2021-06-24 (duration 26m)
    [transcript]
    00:23 Jetzt hörst du den zweiten Teil des Podcasts mit Richard Brettingham von der Agentur The Preddinghams.
     
    Digitalisierung und Agilität in der Verwaltung
    2021-02-22 (duration 40m)
    [transcript]
    11:00 Da sind wir bei dreihundertfünfzehn by the Way, äh aber die Zahl sagt eigentlich nichts aus
     
    Agile Prinzipien in der Hochschullehre
    2020-12-23 (duration 24m)
    [transcript]
    15:20 Ein Konzept, das ist ja dieses Training vom The Back of the Room, was ja unter anderem didaktisch auch äh beschreibt, dass das Wissen der Teilnehmenden sich selbst erarbeitet werden muss. Das heißt, nicht jemand steht vorne und erklärt, wie die Welt funktioniert, sondern der Facilitäter oder der Lehrende ist eigentlich nur noch
     
    Strategieentwicklung mit Wardley Maps
    2020-05-30 (duration 26m)
    [transcript]
    13:35 What the maps geben dir auch und das ist ja auch ein kern der strategie entwicklung also um eine strategie zu haben brauchst du ein ein problem du brauchst eine eine aufgabe.
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    (92) Woher stammt das Virus?
    2021-06-08 (duration 1h34m)
    [transcript]
    30:21 Wir haben uns für heute vorgenommen, auch ausführlich uns mit der Frage zu beschäftigen, woher SARSCoV-2 kommt. Darüber wurde im vergangenen Jahr schon viel diskutiert und es gibt über die Entstehung des Virus verschiedene Szenarien. Ganz grob gesagt zwei Richtungen. Die einen sagen, SARS-CoV-2 sei im Labor hergestellt worden und dann entwichen. Die anderen sagen, es sei auf natürlichem Wege entstanden. Durchgesetzt hat sich die These, das Virus habe sich von Tieren auf den Menschen übertragen, sei also eine Zoonose. Aber in den vergangenen Wochen ist die Debatte darum wieder voll entbrannt. Es sind vor allem in den USA mehrere Artikel dazu erschienen, unter anderem in der „New York Times“, in der „Washington Post“ und in „The Bulletin“. Auch Anthony Fauci, der Berater der US-Regierung in Pandemie-Fragen, hat kürzlich gesagt, er sei nicht restlos überzeugt von einem natürlichen Ursprung von SARS-2, also von einer Übertragung von Tier auf Mensch. Herr Drosten, Sie haben schon im Frühjahr 2020 gemeinsam mit anderen Forschenden ein Statement dazu in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht, in dem Sie den chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und medizinischen Fachkräften auch danken für ihren Einsatz im Kampf gegen Covid-19. Und Sie schreiben, dass Sie Verschwörungstheorien verurteilen, die darauf hindeuten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung hat. War das nicht eigentlich viel zu früh, um sich schon sicher zu sein, dass das Virus einen natürlichen Ursprung hat?
     
    (82) Die Lage ist ernst
    2021-03-30 (duration 1h5m)
    [transcript]
    36:18 Genau. Unerfüllbare Erwartungen bedeutet im Prinzip, dass man Scheinargumentationen darüber führt, dass Dinge nicht perfekt sind. Am besten kann man es verdeutlichen um diese irreführende Diskussion um die PCR-Diagnostik oder überhaupt um Diagnostiktests. Auch die Antigen-Tests hat das ja betroffen. Es ist nun mal so ist, dass kein Test perfekt ist. Jeder Test hat eine kleine Rate an Falsch-Positiven hat. Und darüber wird dann gesagt: „Naja, wenn ein Test auch falsch positiv sein kann, weiß man ja gar nicht, wenn man den Test durchgeführt hat und das Ergebnis ist positiv, ob wirklich eine Infektion vorliegt. Also kann der Test diese Infektion doch gar nicht nachweisen.“ Das ist in sich vollkommen schlüssig, wenn man das so sagt. Aber das klammert jede Quantität aus. Also wenn ich sage, so ein Test kann ja auch falsch positiv sein, dann sage ich eben nicht dazu, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Test falsch positiv sein kann. Es ist etwas anderes, ob so ein Test mal falsch positiv, mal richtig positiv ist. „Heißt: fifty-fifty, Münze werfen“, so stellen das die Wissenschaftsleugner dar. Oder ob so ein Test eine Spezifität von 99,9998 Prozent hat, wo nur ein minikleiner Bruchteil aller Diagnosen falsch positiv ist. Ein anderes Beispiel ist das Präventionsparadox selbst. Es gibt eine Unterform dieser unerfüllbaren Erwartungen. Das ist dieses Motiv des Verschiebens der Torpfosten, „moving the goal posts“. Wo man unter der Vorstellung, dass man ein Fußballspiel hat, immer das Tor verschiebt. Der Spieler dachte: Da steht das Tor, und auf einmal steht’s woanders. Das heißt: Die Gegenpartei verwischt das eigentliche Argumentationsziel. Das ist typisch beim Präventionsparadox zu sehen. Wo die Gegenpartei sagt: „Ihr habt vorausgesagt, wir werden in paar Monaten so viele Fälle bekommen. Und jetzt war eure Voraussage falsch.“ Wo aber ausgeklammert wird, dass es auch eine Interventionsmaßnahmen gegeben hat, einen Lockdown unterwegs. Es gibt das in vielen anderen Motiven, beispielsweise diese Virusleugner. Die sagen: Ah, das Virus ist ja nie isoliert worden. Dann kommt ein Journalist und präsentiert fünf oder sechs Beispiele von wissenschaftlichen Arbeiten, wo das Virus tatsächlich isoliert worden ist. Das führt aber nicht dazu, dass dann anerkannt wird: „Gut, da haben wir uns getäuscht, das Virus ist tatsächlich doch isoliert worden, dann scheint es das wohl zu geben.“ Sondern dann wird gesagt: „Das ist ja nur ein Bild, ein elektronenmikroskopisches Bild von einem Virus-Isolat. Wir wollen mehr, wir wollen das Isolat wirklich selber als Beweis bekommen.“ Und man fragt sich irgendwann: Was wollt ihr noch? Soll ich euch eine Ampulle mit infektiösem Virus per Post nach Hause schicken, damit ihr euch daran infizieren könnt? Oder wie ist jetzt die Vorstellung des Nachweises eines Virus-Isolats? Selbst das ist im Tierversuch erbracht worden. Natürlich wissen wir, wir können Virus isolieren. Wir können Tiere im Labor damit infizieren, und die kriegen Covid-19. Aber auch das reicht wieder nicht. Auch dann ist ein infizierter Hamster wieder nicht genug. Das ist „moving the goal posts“.
     
    (79) Angriffspunkte für das Virus
    2021-03-09 (duration 1h23m)
    [transcript]
    1:03:16 Wir hatten vorhin schon über die Frage von Hörerinnen und Hörern gesprochen, warum sich so viele Menschen weiterhin mit Covid-19 infizieren, obwohl wir alle Masken tragen und auf Hygiene und Abstand achten. Sie haben das auch schon erklärt. Natürlich tragen wir nicht immer alle Masken und man kann sich auch zum Beispiel innerhalb der Familie anstecken. Ich würde die Frage jetzt aber einfach mal erweitern und sagen: Haben wir vielleicht was übersehen? Wenn wir uns alle fleißig mit Masken schützen, kann es nicht sein, dass sich das Virus einen anderen Weg sucht, zum Beispiel durch die Augen? Es gab da vor einigen Monaten auch schon mal eine kleine Studie, die besagte, dass Brillenträgerinnen und Brillenträger in China seltener an Covid erkranken. Und ganz selten habe ich tatsächlich im vergangenen Jahr auch Menschen gesehen, die ihre Augen zum Beispiel mit Laborbrillen geschützt haben. Jetzt ist ein Artikel in „The Lancet“ erschienen, in dem es um genau diese Frage geht, könnte der Schutz der Augen bisher gefehlt haben, um die Übertragung des Virus zu verhindern?
    1:04:22 Das ist ein Kommentar von einem Augenarzt aus Australien, in „The Lancet Microbe“. Ich fand das ganz lesenswert, weil er einige Fragen aufwirft. Der Stand war eigentlich immer, dass es eher unwahrscheinlich ist, sich über die Augen zu infizieren, aber auch nicht unmöglich. Wenn man sich zum Beispiel die Augen mit kontaminierten Händen reibt, dann kann man natürlich das Coronavirus auch über die Augen übertragen. Wenn man weint, dann wird einem auch klar, wie nah das ist. Die Tränenwege und die Nasenverbindung – da besteht eine direkte Verbindung, sodass es theoretisch möglich ist, dass Viren über die Augen in den Nasopharynx gelangen und sich dann dort einnisten und zu einer Infektion führen können. Bisher ist man eher davon ausgegangen, also mit den Augenärzten, die ich gesprochen habe, dass es zwar möglich ist, aber eher unwahrscheinlich. Man hat das dann auch so begründet, dass die Rezeptoren, über die wir heute schon viel gesprochen haben, ACE2 und dieses TM PRSS2, die Protease, im Auge in keinen großen Mengen gefunden werden, in der Bindehaut, und dass die Rezeptoren also gar nicht da sind. Wobei, wie gesagt, müssen sie auch gar nicht sein. Wenn das als Eintrittspforte gilt und sich dann in der Nase die Infektion etablieren würde. Trotzdem hat die Tränenflüssigkeit als Oberfläche eher einen antibakteriellen, antiviralen Effekt. Deswegen geht man davon aus, dass man eher geschützt ist. Das war so bisher der Stand. Und dieser Augenarzt hat jetzt einen Kommentar geschrieben und fragt sich genau das: Haben wir da was übersehen? Es gibt einfach eine große Nähe zwischen dem Auge und der Nase. Und zitiert hier auch eine Studie von 1919, aus der Zeit der Spanischen Grippe, die damals auch im „JAMA“ erschienen ist. Die hat gezeigt, dass das Auge ein wichtiger Infektionsweg für die Influenza ist, und fragt sich, ob das nicht hier ähnlich sein kann. Was haben die damals 1919 gemacht? Die haben so eine Lösung mit einem Bakterium Serratia marcescens als Marker zerstäubt. Und haben dann Menschen, die ausreichend maskiert waren mit einer Maske, aber die Augen waren frei, haben dann die zerstäubte Lösung exponiert und haben dann zeigen können, dass die Bakterien leicht bis zum Nasopharynx nachweisbar und noch kultivierbar waren. Und dass durch diesen Tränenkanal ein direkter Zugang von Atemwegsviren in das restliche System vorhanden ist. Und sahen das als wichtigen Weg. Dann gab es, was Sie auch eben schon erwähnt haben, von Zhang et al. eine sehr frühe Studie aus Hubei in China, ebenfalls in einem Subjournal vom „JAMA“ erschienen. Hier wurden 79 Patienten mit Covid-19 untersucht und eingeteilt in Brillenträger, also die über acht Stunden eine Brille trugen, und Nichtbrillenträger, also Normalbevölkerung. Hier hat man beobachtet, dass Brillenträger, die über acht Stunden am Tag eine Brille tragen, weniger infiziert waren. Wobei diese Studie, sagen wir mal, schwierig ist. Es war eine sehr frühe Beobachtung. Es war keine kontrollierte Studie, eine einzelne Studie. Und das Problem war auch, dass die Vergleichsgruppe aus einer anderen Zeit stammt, also die war nicht zeitgleich, sondern früher verglichen worden. Dass man natürlich immer einen gewissen systematischen Fehler haben kann, wenn man so was vergleicht. Brillenträger können ja auch assoziiert sein mit zum Beispiel einem bestimmten Beruf, dass jemand vor allen Dingen am Monitor arbeitet und eben nicht in einer Fabrik oder in der Lebensmittelindustrie, sondern eher am Schreibtisch sitzt und vielleicht deswegen auch ein niedriges Risiko hat. Das muss man sehr vorsichtig bewerten. Man kann sicherlich nicht aus so einer frühen Studie mit der Systematik, mit der Durchführung, generelle Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung ableiten, dass wir jetzt alle eine Brille tragen müssen. Aber in dieser Studie wurde vermutet, dass die Barriere gegen Augenberührung einfach wirksamer ist, wenn man eine Brille trägt, als wenn man keine trägt. Man fasst sich einfach weniger an die Augen. Genauso wie man ja auch am Anfang gesagt hat, man fasst sich weniger an den Mund, wenn man einen Mundschutz trägt.
     
    (73) Dem Virus zuvorkommen
    2021-01-26 (duration 1h31m)
    [transcript]
    1:23:16 Ich fasse mal zusammen. Ganz vieles, über das wir in dieser Folge gesprochen haben, dreht sich um ver schiedene Formen der Früherkennung, sowohl in der Klinik als auch was die Tätigkeit im Labor angeht, wenn man den Varianten auf der Spur bleiben will, die Genom-Surveillance, die ja ein politischer Diskussionspunkt ist, wo jetzt Strukturen aufgebaut werden müssen. Abschließend noch einmal auf die gesamte Pandemie geblickt, Frau Ciesek, Früherkennung ist auch ein Thema in einem gemeinsamen Papier, das Sie verfasst haben mit anderen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, wo es auch um die paneuropäische Perspektive mal wieder geht, veröffentlicht in der Zeitschrift „The Lancet“. Also zu sagen, wir müssen das europäisch denken, das Virus, nicht die Maßnahmen immer nur kleinteilig gegeneinander am Ende tatsächlich durchsetzen. Was daran ist Ihnen am wichtigsten?
     
    (72) Menschen, Maßnahmen, Mutationen
    2021-01-19 (duration 1h19m)
    [transcript]
    17:41 Richtig. Also ich glaube, das ist auch das Entscheidende an dem Erfolg dieser Zero-Covid-Strategie in bestimmten Ländern wie Australien und so weiter, die das geschafft haben. Die haben das unter anderem auch geschafft, dass sie dieses Begleiten aus der Kleinteiligkeit heraus, also die Eigenverantwortlichkeit von Regionen zum Beispiel sehr stark betont haben. Also nach dem Motto, wenn unser Landkreis es geschafft hat, auf Null zu kommen, dann kann man nach einer kurzen Sicherheitszeit, wo man sich auch wirklich noch mal vergewissert… Also wenn man jetzt noch eine Woche länger wartet, ist auch noch nichts dazu gekommen, wir haben keine versteckten Infektionen übersehen, dann kann man tatsächlich komplett lockern. Da kann man wirklich sagen: Jetzt sind wir im Nullbereich. Das wird jetzt nicht aufflackern. Hier ist kein Funke mehr auf unsere Wiese geflogen und wir können jetzt alles öffnen. Wir können normal leben. Und der Nachbarlandkreis hat das vielleicht auch erreicht. Dadurch entstehen diese Green-Zones, also die grünen Zonen, die da in dieser Strategie eine Rolle spielen, die sich dann auch ausweiten können im Land. Daraus entstehen ganze Regionen, in denen keine Lockdown-Maßnahmen mehr notwendig sind. Ob das jetzt in Deutschland erreichbar ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Wir können vielleicht gleich noch mal darüber reden, was da die entscheidenden Überlegungen sind. Aber ich glaube, wichtig ist, dass man sich klarmacht: Egal, ob man jetzt einen Anhänger dieses Ziels ist, eine Null-Inzidenz zu erreichen, oder ob man sagt, wir wollen vor allem, dass die Gesundheitsämter wieder aktionsfähig werden und wir müssen nicht auf Null kommen, sondern einfach nur auf eine gewisse niedrige Inzidenz, der Weg dahin ist derselbe, ist absolut derselbe. Man kann es nicht besser machen, als sehr stark zu bremsen und dann mit gezogener Bremse auch eine gewisse Zeit lang durchzuhalten. Das Entscheidende ist dann, dass möglichst viele Personen in der Gesellschaft verstehen müssen, warum man das macht und wie die Mechanismen dahin sind.
     
     
    (65) Die Löcher im Käse
    2020-11-17 (duration 1h28m)
    [transcript]
    14:29 Das sind zumindest auch Entscheidungen, die die Betriebe selbst treffen könnten, ohne dass die Politik es ihnen vorschreibt. Ich zitiere noch einmal Sie aus der letzten Folge: „Je später man einschreitet, umso mehr muss man tun und umso länger muss man es tun.“ Wir haben verabredet, über eine Veröffentlichung zu reden, die streng genommen gar keine wissenschaftliche ist, die aber von einer Stimme in der Pandemie kommt, die manche vielleicht schon kennen. Tomas Pueyo, das ist der Mann, der den Ausdruck „The Hammer and the dance“ geprägt hat. Er hat Management studiert, ein bisschen Schwerpunkt auf Verhaltenspsychologie, und er schreibt sehr einleuchtend und quellenfundiert über Strategien gegen das Virus. Also noch mal, das sind keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen für ein Laienpublikum, aber es sind Quellen drin, und sein neuester Artikel geht gerade um, der heißt „The Swiss Cheese Strategy“, Schweizer-Käse-Strategie. Warum heißt das so, Frau Ciesek?
    15:29 Auf jeden Fall lohnt es sich, das mal zu lesen. Ich fand „The Hammer and the dance“ schon sehr gut. Da sind viele Dinge bei, die wir alle wissen. Aber die mal im Zusammenhang zu lesen und zu verstehen, ergibt sicherlich Sinn. Er vergleicht zum Beispiel die asiatischen Länder oder fragt, warum machen es die asiatischen Länder besser als Europa und die USA? Man muss klar sagen, Japan, Taiwan, China, Südkorea, aber auch Australien, Neuseeland und Vietnam schneiden im Moment deutlich besser ab. Im Gegensatz zu Europa und USA, die eine zweite oder sogar dritte Welle haben und nicht wirklich auf den Winter vorbereitet sind. Er hat sich geschaut, was erfolgreiche Länder anders machen. Die versuchen, viele Infektionen zu verhin dern, zum Beispiel durch Reisebeschränkungen, Quarantäne und Kontrollen an den Grenzen durch Schnelltests. Und sieht ein großes Problem darin, dass die EU das verpasst hat. Viele Infektionen wurden aus Spanien in die anderen Länder hineingetragen, da lag keine Schutzbarriere vor. Das war sicherlich im Sommer so, da wollten alle reisen. Die anderen asiatischen Länder haben das anders geregelt und haben da einfach strikter die Grenzen geschützt. Dann sagt er: Ein zweiter wichtiger Punkt ist es, die Kontakte von Infektionsträgern zu minimieren, um weniger Cluster zu haben. Sprich, wir müssen Menschenmassen vermeiden, die Größe von Veranstaltungen reduzieren. Und er spricht auch von gestaffelten Betriebszeiten und sagt auch, wir wissen ja zum Teil, was man gut machen kann. Einkaufen gehen mit Maske und AHA-Regeln ist nicht das Problem. Wir müssen die Versammlungen mit bestimmten Menschenanzahlen reduzieren oder unterbrechen und vor allen Dingen Orte im Auge haben, wo es hohe Verbreitungsmöglichkeiten gibt, zum Beispiel in der Altenpflege, in der Reha, in der Uni oder auch in Gefängnissen oder Lebensmittelbetrieben. Dort braucht man leider dann auch strengere Maßnahmen. Ein dritter Punkt, den er nennt: Wenn man Begegnungen hat, die man nicht vermeiden kann, dann sollte man das Ansteckungsrisiko vermindern, also eine sogenannte Prophylaxe vor Ansteckung. Hier nennt er Japan als Beispiel, die drei Kriterien definiert haben. Das sind Innenräume, überfüllte Plätze und enge Kontakte, die ein Problem sind. Diese Situationen sollte man meiden. Also volle, geschlossene, dichte Räume und intensiven Kontakt. Kein Singen, Schreien in Gruppen. Wenn man sich trifft, dann diesen Kontakt kurzhalten. Die Kontaktzeit spielt auch eine große Rolle. Wenn man lüftet, sollte man auch auf die Luftfeuchtigkeit achten und auch die Temperatur erhöhen, weil das Viren nicht mögen. Die mögen kalte Luft und sind dort stabiler.
     
    (62) Der Überlastschalter
    2020-10-27 (duration 1h25m)
    [transcript]
    1:18:38 Oder vielleicht auch zu Fuß gehen. Ansteckungsmöglichkeiten in Gruppen: http://rocs.hu­berlin.de/contact­reduction­ tutorial/#/ Precautionary breaks: planned, limited duration circuit breaks to control the prevalence of COVID-19: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.10.13.20211813v1 Antibody-dependent enhancement (ADE) of SARSCoV-2 infection in recovered COVID-19 patients: studies based on cellular and structural biology analysis: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.10.08.20209114v1 Single-dose intranasal administration of AdCOVID elicits systemic and mucosal immunity against SARSCoV-2 in mice https://www.biorxiv.org/content/10.1101/ 2020.10.10.331348v1
     
    (60) Das Dilemma der Politik
    2020-10-13 (duration 1h3m)
    [transcript]
    39:27 Es ist interessant. Es gibt da immer mal Beobachtungen von Virusveränderungen. Das ist ja klar, das ist ein RNA-Virus und es macht relativ viele Fehler in der Genom-Replikation. Ich hatte da interessanterweise heute Morgen in der E-Mail eine Nachfrage von einem ärztlichen Kollegen, der noch mal zurückkam auf eine Veröffentlichung in „The Lancet“. Also das ist jetzt nicht das Paper, das wir jetzt eigentlich besprechen wollten, sondern etwas, das wir in diesem Podcast schon vor Monaten besprochen haben, nämlich eine Virus-Variante, in der in einem der Gene, und zwar Gen 8, eine Deletion, also eine Lücke entstanden ist von 382 Nukleotiden und dass das jetzt noch mal klinisch nachverfolgt wurde. Und herauskommt: vielleicht ist dieses Virus wirklich abgeschwächt. Das ist auch in sozialen Medien hier und da verbreitet worden, weil das im August erst publiziert wurde. Aber daran sieht man schon mal, wie so was in der Öffentlichkeit häufig missverstanden wird. Das ist eine Variante von dem Virus, die im Frühjahr in Singapur, in der ganz frühen Phase der Ausbreitung in Singapur, mal für ein paar Wochen existiert hat und dann wieder verschwunden ist. Das kommt bei solchen Coronaviren immer mal wieder vor, dass so ein Virus mal einen kleinen Unfall in der Replikation hat und dann ein Gen verliert, dass das Virus ein bisschen virulenter macht, also ein bisschen krankheitsverursachender. Und diese Viren können sich limitiert verbreiten in gewissen Grenzen. Und die machen anscheinend wirklich mildere Krankheitsverläufe. Nur leider jetzt im Rahmen der Pandemie, wo wirklich große Infektionswellen in der Bevölkerung auftreten, verschwinden diese Viren auch immer wieder, diese abgeschwächten Viren, weil das unmodifizierte Virus, wir sagen der Wildtyp, doch einen Fitnessvorteil hat und sich besser verbreitet und einfach diese abgeschwächten Viren auslöscht. Das hat also einen kompetitiven Vorteil. Man darf solche wissenschaft lichen Veröffentlichungen nicht immer gleich verstehen, dass sich das Virus abgeschwächt hat und deswegen jetzt vielleicht unsere Intensivbetten gar nicht mehr voll werden, obwohl wir doch so viele Fälle haben. Da muss man wirklich unterscheiden zwischen einer wissenschaftlichen Ausarbeitung von etwas, das in der Vergangenheit passiert ist, aber heute nicht mehr gilt, und der aktuellen Situation. Und wir müssen vielleicht auch dieses Preprint, das wir jetzt hier noch mal besprechen können, in demselben Sinne verstehen oder vielleicht auch in einem noch mal etwas anderen Licht. Und zwar hier geht es um die bekannte D614G-Mutante. Vielleicht muss ich das auch noch mal wieder kurz erklären. Wir haben im April oder so erst malig besprochen, dass sich da ein Virus gerade ganz schnell in der Welt verbreitet, nämlich ein Virus, das ein Aminosäureaustausch hat an der Position 614 des Oberflächenproteins des Spikeproteins. Und es ist auffällig, dass sich diese Mutation verbreitet hat. Die ist erst mal in Europa aufgefallen, vielleicht in Norditalien entstanden, im dortigen Ausbruch, dann in Spanien aufgefallen, dann eigentlich in ganz Europa, dann in die neue Welt gegangen, von Spanien aus wahrscheinlich, Süd- und Mittelamerika, und dann auch in Nord amerika, an der Ostküste vor allem, und dann verbreitet in ganz Nordamerika. Das ist diese D614G-Variante. Und man hat damals schon anhand dieser Ausbreitung des Virus vermutet, dass das vielleicht übertragbarer ist, weil es eigentlich überall plötzlich dominiert. Das hatte man nur damals immer noch mit einem großen Fragezeichen versehen, weil man nicht genau wusste, ob das Zufall ist. Also ob einfach bestimmte Viruslinien sich durch Zufall verbreiten, weil sie durch Zufall irgendwohin geraten sind, wo ein Ausbruch entsteht. Und von diesem Ausbruch entsteht wieder der nächste große Ausbruch. Und wenn nun mal durch Zufall dieses Virus nach Südamerika geschleppt wird, dann entsteht dort auch die Gründerpopulation, wie wir sagen, von dem Virus. Und da ist dann irgendwann kein anderes Virus angekommen. Also man weiß nicht genau, was es bedeutet, wenn ein bestimmter Gen-Maker, also eine bestimmte Eigenart in einem Gen, sich plötzlich geografisch verbreitet. Das kann Zufall sein. Da kann aber auch ein Grund dahinterstecken, der in der Replikationsfähigkeit des Virus liegt.
     
    (57) Goldstandard bleibt der PCR-Test
    2020-09-22 (duration 1h17m)
    [transcript]
    1:10:46 Genau, Seife tut es auch. Das stimmt. Comparison of Unsupervised Home Self-collected Midnasal Swabs With Clinician-Collected Nasopharyngeal Swabs for Detection of SARS-CoV-2 Infection: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/ fullarticle/2768535 Saliva or Nasopharyngeal Swab Specimens for Detection of SARS-CoV-2: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/ NEJMc2016359 Comparison of gargle samples and throat swab samples for the detection of respiratory pathogens https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28633963/ Detection of SARS-CoV-2 in raw and treated wastewater in Germany: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/ A case series of co-infection with SARS-CoV-2 and Influenza Virus in Louisiana: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/
     
    (56) Das Afrika-Rätsel
    2020-09-15 (duration 1h12m)
    [transcript]
    1:06:23 Genau. Also das sind schöne akademische Spekulationen. Das ist alles interessant. Nur die Frage ist: Wer möchte die Verantwortung dafür übernehmen, dass in Handlungsrichtlinien zu übersetzen? Niemand. Und das ist eigentlich das Problem, was wir im Herbst und Winter haben. Also wir halten letztendlich schon lange nicht mehr einen Anschauungs-Podcast für akademischinteressierte Freunde der Virologie. Schön wär‘s. Sondern es wird immer auch versucht zu fragen – und wenn nicht wir das hier im Dialog machen, dann machen es andere von außen: Was heißt das denn jetzt? Und es wird auch schnell eine Message generiert, die auch wieder in diese Richtung geht, in der wir heute angefangen haben zu sprechen: Das war ja alles umsonst. Man hätte das doch alles wissen können und hätten nur alle Masken getragen und so weiter. Da gibt es so viele Einwände, die man haben kann. Wir kommen da in der Argumentation vom Hundertsten ins Tausendste. Aber wenn man das irgendwie wieder einfangen will, dann muss man doch sagen: Was bringt das, sich diese ganzen Vorwürfe gegenseitig im Nachhinein zu machen, die in der Essenz sowieso falsch sind und die nach vorne gedacht, in den Winter hinein, auch vielleicht von denen bereut werden, die jetzt diese Vorwürfe erheben? Man muss wirklich nur in die Nachbarländer schauen. Und es wird dann wieder das Argument kommen: Ja, aber es stirbt doch gar keiner. Es stirbt jetzt natürlich niemand, aber das Virus muss sich auch erst mal wieder in die älteren Alterskohorten umverteilen. Und das dauert ja viele Wochen. Und dann müssen die erst mal ins Krankenhaus kommen und letztendlich einen schweren Verlauf haben. Auch das dauert noch mehr Wochen. Dann kommen andere Effekte hinzu, die wir jetzt in ihren Auswirkungen auch alle noch mal wiederholen könnten. Es führt letztendlich nicht zu einer neuen Auffassung der Phänomene. Wir haben keinen Hinweis, dass sich das Virus verändert hat. Wir haben erwartet, dass es über den Sommer weniger Fälle gibt. Wir wissen, dass andere Coronaviren auch im Sommer nicht so auftreten, dass die Influenza im Sommer nicht so auftritt. Und wir können deswegen unsere Augen nicht davor verschließen, dass es irgendwann auch mal wieder Winter wird. EbM-Netzwerk: Covid-19: Wo ist die Evidenz? https://www.ebm-netzwerk.de/de/ veroeffentlichungen/covid-19 Antibody Prevalence for SARS-CoV-2 following the peak of the pandemic in England: REACT2 study in 100,000 adults: https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/ institute-of-global-health-innovation/Ward-et-al120820.pdf SARS-CoV-2 infection fatality risk in a nationwide seroepidemiological study: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.08.06.20169722v1.full.pdf Revealing the extent of the COVID-19 pandemic in Kenya based on serological and PCR-test data: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.09.02.20186817v1.full.pdf Seroprevalence of anti-SARS-CoV-2 IgG antibodies in Kenyan blood donors: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.07.27.20162693v1.full.pdf Seroprevalence of COVID-19 in Niger State: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.08.04.20168112v1.full.pdf
     
    (55) Der weiße Fleck in der Pandemie
    2020-09-08 (duration 50m)
    [transcript]
    45:55 Genau. Wir werden auch eine Studie mit Antigentests machen, wo wir die bestimmte Berufsgruppe – da kann ich dann gern darüber berichten – den Antigentest selber durchführen lassen wollen und schauen wollen, inwieweit die mit der Durchführung dieses Antigentests klarkommen und ob sich so Ausbrüche verhindern lassen. Das finde ich auch ganz spannend. SARS-CoV-2 Infektionen bei Reiserückkehrern aus Wuhan: Evidence of SARS-CoV-2 Infection in Returning Travelers from Wuhan, China: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/ nejmc2001899 Auswertung der SARS-CoV-2-Übertragungen auf einem internationalen Flug: Assessment of SARS-CoV-2 Transmission on an International Flight and Among a Tourist Group: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/ fullarticle/2769383?resultClick=1 Symptome und asymptomatische Verläufe: Population-scale longitudinal mapping of COVID-19 symptoms, behaviour and testing https://www.nature.com/articles/s41562-020-00944-2 Clinical and immunological assessment of asymptomatic SARS-CoV-2 infections: https://www.nature.com/articles/s41591-020-0965-6 Beispiel Italien: Suppression of a SARS-CoV-2 outbreak in the Italian municipality of Vo: https://www.nature.com/articles/s41586-020-2488-1 Beispiel Taiwan: Contact Tracing Assessment of COVID-19 Transmission dynamics in Taiwan and risk at dif-ferent exposure periods before and after symptom onset: https://jamanetwork.com/journals/ jamainternalmedicine/fullarticle/ 2765641?resultClick=1 Asymptomische Verläufe: Review Article: The Fraction of Influenza Virus Infections That Are Asymptomatic: A System-atic Review and Meta-analysis: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26133025 Studie zu Atemwegserkrankungen aus Hongkong: Respiratory Infections during SARS Outbreak, Hong Kong, 2003: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/11/11/05-0729_ article
     
    (54) Eine Empfehlung für den Herbst
    2020-09-01 (duration 1h44m)
    [transcript]
    1:37:29 Die Inkubationszeit kann auch mal länger sein und das ist ein Spiel mit Restrisiken. Das ist vollkommen klar. Aber wir wollen ja hier darüber reden, wie wir mit Augenmaß und mit Vernunft das Restrisiko limitieren. Da wäre es tatsächlich so, dass man sagen könnte: Wir sind als Familie eine Woche in Vor-Quarantäne. Und wenn in der Woche keiner auch nur die leisesten Symp tome kriegt, da ist es doch fast ausgeschlossen, dass irgendwer hier infiziert ist. Und jetzt können wir losfahren. Und in diesem geschlossenen Familienverband besuchen wir jetzt Oma und Opa für ein paar Tage und bleiben auch in diesem gleichen geschlossenen Verband. So würde man vielleicht vorgehen, wenn man keinen Zugang zu Diagnostik hat. Und dann muss man sich auch sagen: Es gibt im Moment eine Niedrig-Inzidenz-Situation. Jetzt, im Moment ist es nicht so, dass man ein sehr hohes Risiko hat, mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit. Es gibt im Moment auch noch eine regionale Streuung. Also zum Beispiel jemand, der in Mecklenburg-Vorpommern lebt, hat nicht das gleiche Grundrisiko wie jemand in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Das ist nun mal der Fall. Das müssen wir auch anerkennen. Was ich sagen will, ist: Man muss sich schon auch informieren über den derzeitigen Stand der Epidemie vor Ort. Man muss auch mit Oma und Opa sprechen und denen auch sagen, das ist weiterhin gefährlich. Also es wäre absurd, eine familiäre Vor-Quarantäne zu machen, bevor man zum Besuch fährt, während Oma und Opa aber zu Hause ein eifriges Vereinsleben pflegen, weil dort sich niemand mehr dafür interessiert in der Altersgruppe, in dem sozialen Kontext, überhaupt. Das ist leider etwas, das ich auch zunehmend beobachte, gerade in der älteren Generation, bei denen, die im Ruhestand sind und viel Zeit haben, sich YouTube-Videos anzugucken – die können ja inzwischen auch alle mit dem iPad umgehen –, da verbreiten sich gerade die wirklich zerstörerischen und zersetzenden Botschaften der Verschwörungstheoretiker, die Menschenleben kosten. Ich glaube, eine etwas durchgeführte Kontrolle oder ein Nachfragen, gerade auch bei der älteren Generation: Wie seht ihr das im Moment? Fühlt ihr euch eigentlich in Gefahr? Wie verhaltet ihr euch? Das ist vielleicht sogar noch wichtiger als dieses ständige Angsthaben, dass ich selbst jetzt etwas dahin schleppe. Berechnungen zu Todesfällen im Vergleich USA/ Deutschland: „How many needless COVID-19 deaths were caused by delays in responding? Most of them “: https://www.statnews.com/2020/06/19/faster-response-prevented-most-us-covid-19-deaths/ Zweitinfektion eines Mannes aus Hongkong mit dem Coronavirus: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/ corona-reinfektionen-101.html Perkolationseffekte: „The abundance threshold for plague as a critical percolation phenomenon“: https://www.nature.com/articles/nature07053 ZEIT-Gastbeitrag von Christian Drosten: „Ein Plan für den Herbst“ https://www.zeit.de/2020/33/corona-zweitewelle-eindaemmung-massnahmen-christian-drosten Der japanische Weg: „Japan‘s COVID-19 Response“: https://www.mhlw.go.jp/content/10900000/ 000635891.pdf Dauer der Infektiosität von Patienten: „Shedding of infectious virus in hospitalized patients with coronavirus-disease-19 (COVID-19): duration and key determinants“: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/ 2020.06.08.20125310v1 „Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19“: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32296168/
     
    (50) Das Virus kommt wieder
    2020-06-23 (duration 47m)
    [transcript]
    19:59 Wenn ich das richtig verstehe - aber ich muss sagen, ich bin da auch nur Zeitungsleser -, hat man dort die Schulen schon relativ weitgehend geöffnet und eher auf eine Symptomkontrolle bei den Schülern gesetzt und hat dann gesehen: Es kommt zu Schulausbrüchen. Ich würde im Moment auch nicht sagen, dass das ein falsches Mittel oder eine falsche Herangehensweise ist. Ich würde eher sagen, wir haben hier den Fall eines Landes, das sehr gut gehandelt hat in der ersten Welle und sehr effizient war, und dann vielleicht einen Tick früher geöffnet hat als bei uns. Und das ist jetzt, was man beobachtet. Ich weiß aus Gesprächen mit Kollegen, zum Beispiel in den Niederlanden: Dort hat man auch die Schulen schon etwas früher geöffnet. Ich glaube, auch nicht gleich in voller Belegung. Dort kommt es zu anderen Problemen. Man hat dort gesagt, die Schüler, die Symptome haben, die sollen immer gleich einen PCR-Test kriegen, sonst sollen die nicht zur Schule kommen. Und was dann passiert ist, ist etwas, das bei uns auch passieren wird, wenn wir so handeln würden - also jeder symptomatische Schüler muss getestet werden. Es ist dann ja so, man kennt sich im Klassenverband, und der Schüler X, der kommt heute nicht, weil der zum PCR-Test muss. Was heißt das? Heißt das jetzt, dass der in den letzten Tagen im Unterricht hier neben und zwischen uns saß und schon symptomatisch oder präsymptomatisch das Virus von sich gegeben hat? Alle haben dann Angst und diskutieren darüber. Wenn er dann am nächsten Tag wiederkommt und sagt, die PCR war negativ, dann wird es heißen: Was hat eigentlich so ein PCR-Test für eine Aussagekraft? Wie wäre es, wenn der sich jetzt noch mal testet? Ist er dann auch wieder negativ? Können wir uns darauf verlassen? Und da kommen Ängste und Diskussionen. Da kommt es zu einer Art von Stigmatisierung, die ganz unangenehm und diskriminierend ist. Die Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, haben mir gesagt, dass man das deswegen nach zwei Wochen in Holland wieder aufgegeben hat, diese Art von Testung. Und das ist blöd, weil man dort in eine Situation eingestiegen ist, in der man gesagt hat, wir machen das auf eine sichere Art und Weise mit der Schulöffnung, jeder symptomatische Schüler wird getestet. Dann passiert so etwas, und dann muss man dieses Sicherheitsnetz wegnehmen. Aber das heißt ja nicht in der Konsequenz, dass man dann auch wieder die Schulen zumacht, weil man die Sicherheit nicht mehr gewährleisten kann oder so. Sondern das heißt, jetzt ist diese Sicherheitsmaßnahme doch nicht mehr da, weil die Schulen immer noch offen sind. Und jetzt? Und dieses Fragezeichen steht dort im Raum. Das ist ein gesellschaftliches Fragezeichen. Wir sollten das für uns antizipieren, dass wir auch in solche Situationen reinlaufen, wenn wir das nicht vorwegnehmen und vorher schon versuchen zu beantworten, auch im Dialog mit unseren Nachbarländern, die solche Erfahrungen machen - und vor allem nicht irgendwelche Schuldigen suchen. Nicht in Gruppen, nicht in „der Politik“ und erst recht nicht in Form von einzelnen Personen, die sich irgendwo engagieren. Sondern man muss die Sache betrachten. Man sagt da im englischen Fußball - ich bin ja kein Fußballfan, aber diesen Spruch kenne ich -, man sagt da eben: „Play the ball, not the man“. Und das ist, glaube ich, etwas ganz Entscheidendes, das wir uns im Umgang mit dieser gesellschaftlichen Diskussion, die jetzt kommen wird, unbedingt zu Herzen nehmen müssen.
     
    (49) Es liegt in unserer Hand
    2020-06-16 (duration 1h1m)
    [transcript]
    53:20 Ja, sicher. Natürlich ist es so, dass ich da jetzt keine spezielle Erfahrung zu habe. Nach allem, was ich so lese, ist es so, dass man sich draußen weniger infiziert. Aber der Effekt von so vielen Leuten an einem Fleck, der wird natürlich auch dagegen spielen. Und natürlich wird das dazu führen, dass sich wieder Nester von Virusverbreitung bilden. Jetzt haben wir in Deutschland zum Glück im Moment eine so niedrige Inzidenz, dass es durchaus vorstellbar ist, dass auch eine große Menschenansammlung zusammenkommt, ohne dass da auch nur ein Infizierter dabei ist. Das ist natürlich ein Effekt und eine Hoffnung, die man jetzt nicht vergessen darf. Wir sind eben wirklich in einem absolut niedrigen Inzidenzbereich in Deutschland. Und vollkommen unabhängig von der Betrachtung, ob so eine große Menschentraube gefährlich ist – ich denke, das ist sie – kann man aber dennoch hoffen, dass trotz aller Gefahr nichts passiert ist, weil einfach gar kein Virus da war. *Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version der Podcastfolge hat Christian Drosten an dieser Stelle längere Ausführungen zur Datengrundlage für die Seroprävalenz-Studie in Schweden gemacht. Dabei ist ein Fehler in der Darstellung der Stichprobenauswahl passiert. Wir haben uns deshalb entscheiden, diese Passage nachträglich herauszukürzen. Global, regional, and national estimates of the population at increased risk of severe COVID-19 due to underlying health conditions in 2020: a modelling study https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/ PIIS2214-109X(20)30264-3/fulltext The role of children in the spread of COVID-19: Using household data from Bnei Brak, Israel, to estimate the relative susceptibility and infectivity of children https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.06.03.20121145v1.full.pdf Viral RNA Load in Mildly Symptomatic and Asymptomatic Children with COVID-19, Seoul https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/10/20-2449_ article Seroepidemiologiska studier efter genomgången covid-19 (Delrapport 1) https://www.folkhalsomyndigheten.se/contentassets/6561cbb8fcb8435788fb69f5fd1b4356/seroepidemiologiska-studier-genomgangen-covid-1-delrapport-1.pdf
    15:04 Wir haben im Moment in Deutschland schon eine klare Fokussierung auf das Verhindern von größeren Aus brüchen, auf das Verhindern von SuperspreadingEvents. Wir haben darüber ja schon mehrmals gesprochen. Wir sind in Deutschland, nach dieser erfolgreichen Intervention durch die Kontaktmaßnahmen, jetzt in der komfortablen Situation, dass wir uns tatsächlich auf das Verhindern dieser größeren Übertragungscluster konzentrieren können. Und wir dürfen berechtigterweise hoffen, dass wir damit vielleicht, wenn wir sehr aufmerksam dabei sind, tatsächlich über den Herbst und Winter kommen, ohne in so etwas, wie eine zweite Welle zu geraten. Man hört im Moment in der Öffentlichkeit, Besprechungen darüber, ob es eine zweite Welle gibt, ja oder nein. Und in den informierteren Debatten darüber, will ich mal sagen, kommt man dann häufig zu der Erkenntnis: Es liegt an uns. Es ist keine Naturkonstante, dass eine zweite Welle kommt und wir wehrlos dagegen sind. Sondern wir sind jetzt in einer Situation, in der wir das kontrollieren können. Ich will an dieser Stelle auch mal zum Vergleich sagen, weil da auch immer viel gezweifelt wird: Wir müssen nur in die USA schauen, wo eine sehr durchsichtige Situation herrscht, wo wir also nicht diesen Mangel an Meldeaktivität haben, wie zum Beispiel in Brasilien oder Indien, wo man nur ahnen kann, was da gerade los ist. In den USA haben wir wirklich ein aktives Meldesystem. Wir haben ungefähr die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten, die wie in Deutschland relativ lange Kontaktsperren aktiv hatten und das jetzt zum Teil immer noch haben. Es gibt Bundesstaaten, da ist immer noch relativ viel Kontaktsperre. Und das war viel länger nötig als bei uns, weil es dort viel später losging mit dem Bremsen. Man hat es zu spät bemerkt. Aber andere Bundesstaaten haben eben relativ früh die Maßnahmen wieder zurückgenommen, die haben zu früh die Bremse gelöst. Und da ist die Inzidenz direkt wieder hoch gegangen. Also ganz anders als in Deutschland, wo man gesagt hat, mit den Lockerungen schauen wir mal, wie sich das entwickelt. Und unsere Erfahrung jetzt im Alltag ist, die Meldezahlen gehen jetzt erst mal gar nicht mehr groß hoch. Das ist eine gute Situation, das ist dort ganz anders. Augenblicklich, also mit der erwartbaren zwei- bis dreiwöchigen Latenz nach den Lockerungen, schnellen die neuen Fälle jetzt wieder hoch. Und wir sehen Entwicklungen, wo man eigentlich absehen kann, dass wir in kurzer Zeit demnächst über dem damaligen ersten Inzidenzgipfel drüber sind. Wir sind dort in einer ganz schwierigen gesellschaftlichen Situation. Denn genau wie bei uns auch will natürlich dort niemand wieder zurück in diese breiten Lockdown-Maßnahmen mit dem entsprechenden Wirtschaftsschaden. Also in dieses „The hammer and the dance“. Aber man muss sich jetzt überlegen: Warum klappt es nicht mit dem Tanzen? Also warum kommt man damit nicht klar? Und die Antwort ist sicherlich die, dass man eben nicht so weit die Inzidenz gebremst hat, dass die Superspreading-Events gezielt angegangen werden können. Und dass man die Einzelübertragungen, die im Hintergrund stattfinden, zunächst einmal ein bisschen außer Acht lassen kann. Also dass man sich wirklich fokussieren kann, insbesondere auf diese Ausbruchsereignisse. Denn das ist viel besser greifbar und da kann man sehr schnell durch eine größere Quarantäne intervenieren. Diese Strategie, funktioniert aber nur solange die Gesundheitsämter jedem einzelnen möglichen Übertragungscluster noch hinterherkommen. Und solange sich die Zahl der Übertragungscluster in der Bevölkerung nicht so hochgeschaukelt hat, dass man das vergessen kann. Wir können für uns in Deutschland nur hoffen, dass wir diesen Effekt, den wir jetzt erreicht haben, möglichst lange erhalten können. Im Moment hilft uns natürlich der Sommer dabei. Aber zum Herbst hin werden wir eine große Änderung haben, nämlich, dass bis dahin die Schulen und die Kitas wieder in Gänze geöffnet werden müssen. Ich denke, wir sind uns alle gesellschaftlich darüber einig, dass daran eigentlich kein Weg vorbeigehen kann. Wir sind jetzt in so einer Test- und Vorlaufphase, wo man sagt, machen wir mal wieder auf, denn die Sommerferien kommen sowieso. Und wenn was schief geht, dann ist das noch mal eine Gelegenheit zu sagen, okay, jetzt mal durchatmen. Das wäre fast schief gegangen. Jetzt machen wir erst mal Ferien und gehen noch einmal in eine Fehleranalyse. In diese Situation könnten wir in ein paar Wochen kommen. Ich hoffe nicht, dass das so ist. Das sind zum Teil auch stochastische Effekte, also so ein bisschen statistischer Zufall, ob das passiert oder nicht. Aber stellen wir uns vor, das geht glimpflich aus und wir gehen dann gegen September in eine Situation, wo in allen Bundesländern alle Schulen offen sind, in voller Klassenstärke. Natürlich wissen wir, es ist nicht realistisch, dass sich Schüler und gerade kleinere Kinder an Abstandsregeln halten. Die können natürlich auch nicht durchgehend eine Maske tragen, das wird einfach nicht befolgt werden. Und die Frage ist natürlich: Was bedeutet das dann? Und darum haben wir mehrere Podcast-Folgen darüber gemacht.
     
    (48) There is glory in prevention
    2020-06-11 (duration 56m)
    [transcript]
    41:57 Ja, also ich habe relativ viel zu tun als Wissenschaftler, und ich plane nicht auf Dauer, eine Journalistenkarriere einzuschlagen. Ich will schon Wissenschaftler sein. Es ist ja aber auch so: Die vielen neuen Informationen muss man auch in Relation sehen zum Informationsbedürfnis. Das war sicherlich im März und April ganz anders als momentan. When 511 Epidemiologists Expect to Fly, Hug and Do 18 Other Everyday Activities Again https://www.nytimes.com/interactive/2020/06/08/ upshot/when-epidemiologists-will-do-everyday-things-coronavirus.html The ABO blood group locus and a chromosome 3 gene cluster associate with SARS-CoV-2 respiratory failure in an Italian-Spanish genome-wide association analysis https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.31.20114991v1 Systemic and mucosal antibody secretion specific to SARS-CoV-2 during mild versus severe COVID-19 https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.21.108308v1.full.pdf Estimating the effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 in Europe https://www.nature.com/articles/s41586-020-2405-7 The effect of large-scale anti-contagion policies on the COVID-19 pandemic https://www.nature.com/articles/s41586-020-2404-8 Maskenpflicht und ihre Wirkung auf die Corona-Pandemie: Was die Welt von Jena lernen kann https://download.uni-mainz.de/presse/03_wiwi_corona_masken_paper_zusammenfassung.pdf
     
    (47) Mutationen können auch Hoffnung bieten
    2020-06-09 (duration 54m)
    [transcript]
    47:58 Genau. Dann sehen wir eben, da gibt es viele Beispiele dafür: Dass das seit längerer Zeit zirkulierende Virus eben doch an Virulenz verloren hat. Wenn das ein gutes Tiermodell ist für den Menschen – und da kennen wir jetzt vor allem als Szenario das Frettchen bei der Influenza. Da gibt es solche Befunde. Und das wollen wir hoffen, vielleicht mal, dass sich das hier für dieses Virus beim Menschen auch einstellt, zusätzlich zu der sich mit Sicherheit einstellenden Populationsimmunität. Also wie wir es drehen und wenden: Das wird in jedem Fall harmloser werden. Schon alleine durch die Bevölkerungsimmunität. Aber vielleicht spielt eben auch die Evolution noch eine Rolle dabei. Korinna Hennig Ein Hoffnungsschimmer zum Ausblick. Das ist immer etwas, was wir gerne hören. Auch wenn man ihn nie festnageln kann, sondern immer nur als Möglichkeit eröffnen. Die nächste Podcast-Folge gibt es also am Donnerstag – zum Beispiel in der ARD-Audiothek und unter ndr.de/coronaupdate. Und ich möchte an der Stelle noch mal darauf hinweisen, dass wir dort auf unserer Website auch eine Stichwortsuche im Transkript über alle Folgen hinweg eingerichtet haben. Wer also zum Beispiel auf der Suche nach Erkenntnissen zu Antikörpertests ist, oder zu Impfstoffen, der wird vielleicht in einer früheren Folge schon fündig. Einmal auf „Alle Folgen“ klicken, dann auf „Manuskripte zum Download“ und dann auf „Stichwort“. Außerdem – ganz wichtig für diese Folge, die wir heute gehört haben: Wir haben natürlich auch ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen rund um das Coronavirus auf der Seite ndr.de/coronaupdate. Ich bin Korinna Hennig. Ich darf mich verabschieden und sage: Danke fürs Zuhören. Bis übermorgen – dann auch wieder mit ein bisschen leichterer Kost. SARS-CoV-2 Reverse Genetics Reveals a Variable Infection Gradient in the Respiratory Tract https://www.cell.com/cell/pdf/S00928674(20)30675-9.pdf?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0092867420306759%3Fshowall%3Dtrue Shared SARS-CoV-2 diversity suggests localised transmission of minority variants https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.28.118992v2
     
    (46) Update bestätigt Viruslast-Studie
    2020-06-04 (duration 56m)
    [transcript]
    49:21 Wir haben die Auswirkungen hier im Podcast auch gemerkt. Wir haben aktuelle Themen, die wir uns vorgenommen hatten, Studien, die wir besprechen wollten, immer wieder verschieben müssen. Hoffen wir jetzt, dass wir wieder in normaleres erkenntnisreiches Fahrwasser kommen in der kommenden Woche. An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age https://virologie-ccm.charite.de/fileadmin/user_ upload/microsites/m_cc05/virologie-ccm/dateien_upload/Weitere_Dateien/Charite_SARS-CoV-2_viral_load_2020-06-02.pdf Inferring change points in the spread of COVID-19 reveals the effectiveness of interventions https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/14/science.abb9789 The effectiveness and perceived burden of nonpharmaceutical interventions against COVID-19 transmission: a modelling study with 41 countries https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.28.20116129v2.article-info Mailab auf YouTube https://youtu.be/u439pm8uYSk
     
    (45) Abstandsgebot auch draußen ernst nehmen
    2020-06-02 (duration 41m)
    [transcript]
    08:33 Es gibt in der Fachzeitschrift „The Lancet“ jetzt eine Studie von einer Forschergruppe, größtenteils aus Kanada: Eine Metaanalyse, die verschiedene Datenquellen ausgewertet hat, um den Effekt von Maßnahmen zu messen: Abstandhalten, Mund-Nasen-Schutz und Schutz der Augen. Das ist eine ganz große Studie aus 170 Studien aus 16 Ländern. Ist jetzt das Abstandhalten noch relevant, wo die Neuinfektionszahlen doch vergleichsweise niedrig sind? Also dürfen zum Beispiel Großeltern ihre Enkelkinder nicht auf den Schoß nehmen?
    35:28 Und wenn Sie Fragen zum Podcast haben, die Christian Drosten möglicherweise beantworten kann, dann bitte nicht an ihn direkt mailen, und auch nicht an mich direkt mailen, sondern an: meinefrage@ndr.de. Dann habe ich noch einen Hinweis in eigener Sache: Wir sind ja für den Grimme Online Award nominiert, was uns sehr freut. Wer seine Stimme also für uns abgeben möchte, für das Coronavirus-Update, einfach unter grimme-online-award.de ins Internet gehen und dort auf Publikumsvoting klicken. Mein Name ist Korinna Hennig ich sage vielen Dank für heute. Wir hören uns übermorgen. Bleibt gesund, bis dann. Physical distancing, face maks, and eye protection to prevent person-to-person transmission of SARS-CoV-2 and COVID-19: a systematic review and meta-analysis https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/ PIIS0140-6736(20)31142-9/fulltext Remdesivir for the treatment of Covid-19 - Preliminary Report https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2007764
     
    (44) Die rote Murmel kontrollieren
    2020-05-28 (duration 56m)
    [transcript]
    53:42 Und zwar am Dienstag sprechen wir weiter, da gibt es eine neue Folge unseres Podcasts mit Christian Drosten, wie immer unter ndr.de/coronaupdate und in der ARD Audiothek. Und in der Audiothek findet sich auch unser spannender neuer Wissenschaftspodcast Synapsen, der sich in den ersten Folgen auch mit dem Coronavirus beschäftigt. Das ist ein bisschen anders als hier. Unser Host Maja Bahtijarević ist im Gespräch mit Wissenschaftsjournalisten über ihre Recherche. Da kommen dann aber verschiedene Forscher zu Wort und wir hören auch mal ins Labor rein. Morgen gibt es eine neue Folge zu dem Thema: Woher kommt das Virus eigentlich? Was ist dran an den Theorien über die Fledermäuse und Schuppentiere, aber auch darüber, ob das Virus auch aus einem Labor stammen könnte. All das im Wissenschaftspodcast Synapsen in der ARD Audiothek und unter ndr.de/synapsen. Unbedingt anhören. Vielen Dank fürs Zuhören an dieser Stelle. Ich bin Korinna Hennig und sage alles Gute, bis Dienstag. Why do some COVID-19 patients infect many others, whereas most don’t spread the virus at all? https://www.sciencemag.org/news/2020/05/why-dosome-covid-19-patients-infect-many-others-whereasmost-don-t-spread-virus-all Stochasticity and heterogeneity in the transmission dynamics of SARS-CoV-2 https://covid.idmod.org/data/Stochasticity_heterogeneity_transmission_dynamics_SARS-CoV-2.pdf Superspreading and the effect of individual variation on disease emergence https://www.nature.com/articles/nature04153 Clustering and superspreading potential of severe acute respiratory syndrome coronavirus-2 (SARSCoV-2) infections in Hong Kong https://www.researchsquare.com/article/rs-29548/v1 Pattern of early human-to-human transmission of Wuhan 2019 novel coronavirus (2019-nCoV), December 2019 to January 2020 https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.4.2000058 Estimating the overdispersion in COVID-19 transmission using outbreak sizes outside China https://wellcomeopenresearch.org/articles/5-67
     
    (43) Das Leben nach draußen verlagern
    2020-05-26 (duration 52m)
    [transcript]
    27:17 Oder auch so etwas, genau. Das ist etwas, das wir schon bei SARS-1 als Superspreading-Events bezeichnet haben. Das lässt sich mathematisch modellieren und fassen. Da gibt es eine ganze Reihe interessanter guter neuer Studien dazu, die auch sagen, so ein Phänomen treibt auch die Epidemie von SARS-2. Das ist eine ganz wichtige Implikation, denn diese Massenübertragungsereignisse finden doch eher übers Aerosol statt. Und wenn wir wissen, dass das gleichzeitig die Übertragungsart ist, die die ganze Epidemie treibt, nach dem Motto, wenn man dieses Übertragungsereignis abschneidet, dann hat man im Prinzip die ganze Epidemie kontrolliert. Das ist ja genau das, was wir wollen. In dieser zweiten Phase, wo wir sagen „The Hammer and the Dance“. Wir sind jetzt in der Phase „The Dance“, dass man jetzt merkt, wo man den Tanzpartner, die Epidemie, den Tiger anfassen darf und wo nicht. Das ist eine ganz wichtige neue Erkenntnis, dass wir uns konzentrieren müssen auf massenhafte Übertragungsereignisse und Aerosol-Übertragung, wenn wir möglichst gezielt unsere Maßnahmen steuern wollen.
    48:36 An dieser Stelle freue ich mich, dass ich auf einen anderen Podcast hinweisen darf, der sich in diesen Tagen auch mit Themen rund um das Coronavirus beschäftigt. Wir haben einen neuen Wissenschaftspodcast bei NDR Info, der heißt Synapsen und will Wissenschaft erlebbar machen. Das heißt, wir haben Kollegen und Kolleginnen, Wissenschaftsjournalisten, die große Themenkomplexe gründlich recherchieren, die Orte der Forschung aufsuchen und von dort auch was zum Hören mitbringen. Die aber auch Fragen, Zweifel und Zufälle dabei thematisieren, die in der Wissenschaft eine große Rolle spielen und sie auch antreiben. Man muss dazu sagen, das ist ein ganz anderer Podcast als der hier mit Christian Drosten, kein reines Interview, sondern eine erzählte Recherche. Unsere Hosts sprechen also mit Kollegen und Kolleginnen, der Podcast richtet sich auch eher nicht an Menschen, die selbst schon ganz tief in einem Thema drinstecken, sondern ganz allgemein an wissenschaftsinteressierte Laien. Da sollen auch ganz andere Themen besprochen werden als nur die Corona-Krise. Die Wissenschaft hat ja sehr viel zu bieten. Aber jetzt zum Auftakt klären wir im Podcast „Synapsen“ Dinge, die hier mit Christian Drosten nicht ganz ausführlich thematisiert werden können. Die ersten beiden Folgen sind schon online, da geht es zum einen um Antikörpertests und die Frage, wie sie eigentlich zustande kommen und was sie aussagen, und zum anderen um Modellierungen, um eine ganz eigene Disziplin, die plötzlich mit der Corona-Krise im Rampenlicht steht. Neue Folgen von „Synapsen“ finden Sie, findet ihr immer freitags unter ndr.de/synapsen und in der ARD Audiothek. Dort gibt es auch unser Update mit Christian Drosten wieder, nämlich übermorgen, am Donnerstag. Vielen Dank fürs Zuhören heute, ich sage tschüss, bis dann! Stellungnahme der DGKH, der DGPI, der DAKJ, der GHUP und dem bvkj: Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden https://dgpi.de/stellungnahme-schulen-und-kitas-sollen-wieder-geoeffnet-werden/ Household Secondary Attack Rate of COVID-19 and Associated Determinants https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.11.20056010v1 The characteristics of household transmission of https://academic.oup.com/cid/advance-article/ doi/10.1093/cid/ciaa450/5821281 Repeated seroprevalence of anti-SARS-CoV-2 IgG antibodies in a population-based sample from Geneva, Switzerland https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.02.20088898v1 Förekomsten av covid-19 i region Stockholm, 26 mars–3 april 2020 https://www.folkhalsomyndigheten.se/publicerat-material/publikationsarkiv/f/forekomsten-av-covid-19-iregion-stockholm-26-mars3-april-2020
     
    (42) Bei der Schweinegrippe kam alles anders
    2020-05-19 (duration 51m)
    [transcript]
    43:40 Gerne. Use of all cause mortality to quantify the consequences of covid-19 in Nembro, Lombardy: descriptive study https://www.bmj.com/content/369/bmj.m1835 Case Fatality Risk of Influenza A (H1N1pdm09): A Systematic Review https://journals.lww.com/epidem/fulltext/2013/11000/Case_Fatality_Risk_of_Influenza_A__H1N1pdm09___A.6.aspx
    13:06 Wir haben dort bei der Influenza, was ja immer unser Vergleich ist, weniger Saisonalität, also weniger Konzentration der Inzidenz in ein paar Monaten. Das ist mehr übers Jahr verteilt. Aber dennoch gibt es dort auch Influenza, und zwar nicht wenig. Ich denke bei dieser Infektion wird es so sein, dass eine Welle ankommt - und übrigens gibt es fast in allen afrikanischen Ländern auch Maßnahmen, das zu verlangsamen, auch dort gibt es die Idee „flatten the curve“. Die Frage ist immer: Kann man das so durchziehen? Und es wird dort jetzt mehr Infektionswellen geben, die weniger einem Temperatureffekt unterliegen. Allgemein, nur ums vollständig einmal gesagt zu haben, ist es aber auch in tropischen Ländern so, dass es bei der Influenza und bei Erkältungskrankheiten allgemein auch saisonale Häufungen gibt. Zum Beispiel in Westafrika ist es der bekannte Harmattan, also die Saison, wo der Himmel bedeckt ist, wo es eine höhere Luftfeuchtigkeit gibt und kältere Temperaturen, das ist so um den Februar, März rum, da gibt es mehr Erkältungskrankheiten.
     
    (41) Der Tanz mit dem Tiger
    2020-05-14 (duration 48m)
    [transcript]
    45:52 Und sehr gern möchte ich noch mal auf den Grimme Online Award hinweisen, wir sind mit unserem Podcast nämlich nominiert in der Kategorie Information. Darüber freuen wir uns natürlich wirklich sehr! Und es gibt auch ein Publikumsvoting. Wenn ihr also mitmachen wollt, wenn Sie mitmachen wollen: Einfach unter grimme-online-award.de die Stimme abgeben. Und an dieser Stelle noch mal eine wichtige Internetadresse. Wer Informationen rund um diesen Podcast sucht: Unter ndr.de/coronaupdate gibt es zum Beispiel ein Glossar und die Links zu den Quellen, die wir hier besprechen. Und ganz wichtig: Wir haben eine Volltextsuche über alle Transkripte eingerichtet, da kann man nach einem bestimmten Stichwort suchen. Uns erreichen nämlich oft Mails mit einer bestimmten Frage und der Bitte: Falls ihr das schon mal in einer anderen Folge besprochen habt, sagt mir bitte Bescheid. Aber leider, das schaffen wir nicht, vor allem nicht Christian Drosten oder ich persönlich. Wir bekommen einfach viel zu viele Mails. Deshalb auf die Transkripte klicken, dann auf Stichwortsuche, da findet man dann selbst alles. So, das war es an den üblichen sachdienlichen Hinweisen. Mein Name ist Korinna Hennig und ich bedanke mich wie immer fürs Zuhören und freue mich, wenn wir uns am nächsten Dienstag wieder hören. Passt gut auf euch auf! Das gemeinsame Interesse von Gesundheit und Wirtschaft: Eine Szenarienrechnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-digital-06-ifo-helmholtz-wirtschaft-gesundheit-corona_1. pdf An outbreak of severe Kawasaki-like disease at the Italian epicentre of the SARS-CoV-2 epidemic: an observational cohort study www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31103-X/fulltext
    09:31 Wir können dazu vielleicht etwas Generelles sagen, was die Autoren in der Studie an mehreren Stellen wiederholen, nämlich: Hier werden natürlich Annahmen getroffen. Es geht nicht ohne Annahmen. Zu diesen Annahmen gehören auch Vergröberungen der Realität. Das Ganze ist zum Teil etwas holzschnittartig. Natürlich muss man sagen: Wenn man sagt, es gibt 400 Gesundheitsämter in Deutschland, also werden die es wohl schaffen, 300 Fälle am Tag zu bearbeiten, da liegen schon andere detailliertere Überlegungen im Hintergrund vor. Aber natürlich wird man im Einzelfall kritisieren müssen, dass man diese Fälle sich auch auf der Karte verteilt vorstellen muss. Dann wird es immer so sein, dass es auch Häufigkeitsmaxima an bestimmten Orten gibt, wo man dann auch Schwierigkeiten haben wird, lokal damit klarzukommen. Aber es sind auch viele andere Dinge, die hier ganz grob vereinfacht sind. Einmal dieser Aspekt der regionalen Variabilität. Dann ist es auch so, und das wird deutlich gesagt: Es gibt einen großen Mangel an empirischen Daten, also an Erfahrungswerten für die Effekte auf die Wirtschaft, für Zahlen in Wirtschaftszweigen. Dann ist es auch so, es werden neben den Krankheits- und Todesfällen anhand des SARS-2-Virus andere gesundheitliche Schäden ausgeblendet. Also die Kollateralschäden dadurch, dass Patienten nicht ins Krankenhaus gehen wegen anderer Erkrankungen, aus Angst, sich zu infizieren. Dadurch, dass psychische Schäden entstehen, die auch erhebliche Folgeeffekte nach sich ziehen, übrigens auch wirtschaftliche Folgeeffekte. Das darf man nicht vergessen, also Krankheitseffekte. Da sagt man: Da untertreibt man den Effekt der SARS-2-Infektion, die Bedeutung; in Wirklichkeit sind auch andere Krankheiten viel wichtiger, also lass uns mal SARS-2 vergessen. Nein, das ist hier nicht die Argumentation. Sondern die Argumentation ist: Krankheit allgemein hat auch wirtschaftliche Folgeschäden. Und ja, wir könnten noch ein paar weitere Dinge an Einschränkungen nennen. Ich will einfach nur das sagen, was die Autoren auch sagen, das kann man jetzt nicht immer so zahlenmäßig für bare Münze nehmen. Aber qualitativ ist das Endergebnis dieser Studie robust. Diese qualitative Botschaft sagt einfach: Es ist nicht so, dass ein Eindämmen der Kontakte gut ist für die Epidemiologie, aber schlecht für die Wirtschaft. Und andersrum, wenn man die Wirtschaft fragen würde, was wollt ihr? Dann müsste die Wirtschaft sagen: Alles zurück auf null wie vorher, als gäbe es diese Erkrankung nicht, damit wir endlich wirtschaften können. So ist es auch nicht, denn es gibt Realitäten, und diese Realitäten sehen nun mal so aus, dass wir in einer Gesellschaft leben, die es nicht tolerieren wird, dass Personen höheren Alters abgewertet werden in dem Wert ihres Lebens, dass gefragt wird: „Wie viele Jahre bleiben noch? Ach so, sind ja nur so ein paar Jahre. Diese Personen kann man opfern.“ Das ist nicht unser ethischer Ansatz, unser gesellschaftlicher Ansatz in Deutschland. Auch wenn allerhand Leute mit Einzelmeinungen so etwas propagieren wollen, die Gesellschaft wird das nicht tolerieren. Deswegen wird es zwangsläufig dazu kommen, wenn die Fallzahlen ansteigen, wenn vermehrt Tote auftreten, dass wieder gebremst werden muss. Und hier resultiert eine sehr wichtige Grundannahme dieser Studie. Diese Grundannahme ist: Wir wollen mal davon ausgehen, dass wir nicht in einen neuen generellen Lockdown hineinmüssen. Also um das nochmal zu erklären: Es gibt dieses Konzept in der Pandemieforschung von „The hammer and the dance“. Also zunächst mal mit einem Hammer draufhauen - weil man nicht weiß, an welchen Stellen man die Infektion unterbrechen kann, unterbricht man sie überall, indem man einfach sagt, keiner geht raus, Kontaktsperre - das ist der Hammer. Den haben wir offenbar hinter uns. Dann kommt der Tanz mit dem Tiger, mit dieser Epidemie, wo man versucht, das Ganze unter Kontrolle zu halten, aber nicht komplett einzusperren, weil dann andere Dinge leiden, wie die Wirtschaft. In dieser Tanzphase sind wir. Jetzt wollen wir davon ausgehen, dass wir nicht zurückmüssen zum Hammer, in den totalen Lockdown, sondern dass wir Stückchen für Stückchen herausfinden, wo man dem Tiger ein bisschen mehr die Leine lösen kann, ohne dass er gleich über einen herfällt. Das ist die Grundidee. Und in die Realität übersetzt zum Beispiel die Frage: Wenn wir bestimmte Schuljahrgänge öffnen, wie wirkt sich das einen Monat später aus? Und wenn wir sehen, erfahrungsgemäß, weil wir keine echten wissenschaftlichen Daten dazu haben, dass es nicht zu schlimmen Zuständen kommt, zu hoher Neuinzidenz, dann kann man weiter nachregulieren und sagen: Jetzt erhöhen wir vielleicht auch noch die Klassengröße oder so etwas, nur als Beispiel für diesen Bereich Schule. Das geht in vielen anderen Bereichen auch. Wir haben beim letzten Podcast daüber geredet: Gastronomie, na klar muss da geöffnet werden. Na klar, darf das nicht zugrunde gehen. Jetzt überlegen wir mal im Detail: Außenbereiche, da kann man mal mit anfangen. Da haben wir einige Hinweise darauf, dass dort die Übertragungen weniger stattfinden werden. Und wenn das gut läuft, kann man nach einem Monat nachjustieren. Also solche Überlegungen, das ist der Tanz mit dem Tiger. Man hat den irgendwie an der Leine und muss den kontrollieren. Aber man muss die Leine auch an einigen Stellen lösen und zu manchen Momenten lösen. Unter dieser Voraussetzung sagen die Autoren jetzt, sie treffen bestimmte Annahmen. Die basieren auf Wirtschaftskenngrößen, Wirtschaftsdaten einzelner Wirtschaftszweige, deren angenommenes Leiden unter bestimmten detailbasierten Beschränkungen oder Lockerungen, und die angenommenen Folgen. Und es kommt zu einem interessanten Schluss, nämlich dass unter der Annahme einer bestimmten Inzidenz-Fallzahl, unter der Annahme einer bestimmten Zahl von Verstorbenen und eines bestimmten Bedarfs an Kontrollmaßnahmen, der dann resultiert - also viele Fälle erfordern viele Kontrollmaßnahmen im Detail. Damit meine ich zum Beispiel Fallverfolgung durchs Gesundheitsamt, Quarantäne über bestimmte Firmen, über Familien, die durch das Gesundheitsamt verhängt werden müssen, und zwar umso mehr, je mehr Infektionstätigkeit in der Bevölkerung ist.
     
    (40) Jetzt ist Alltagsverstand gefragt
    2020-05-12 (duration 56m)
    [transcript]
    52:49 Das glaube ich anhand dieser Einschätzung nicht, dass das irgendeine Implikation auf die Wirkung eines späteren Impfstoffs hätte. Projections Suggest Potential Late May COVID-19 Rebound https://www.mailman.columbia.edu/public-health-now/news/projections-suggest-potential-late-may-covid-19-rebound SARS-CoV-2 was already spreading in France in late December 2019 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/ Spike mutation pipeline reveals the emergence of a more transmissible form of SARS-CoV-2 https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.04.29.069054v2.full.pdf A novel bat coronavirus reveals natural insertions at the S1/S2 cleavage site of the Spike protein and a possible recombinant origin of HCoV-19 https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.03.02.974139v3.full.pdf
     
    (39) Welche Chancen neue Tests bieten
    2020-05-07 (duration 53m)
    [transcript]
    50:20 Wenn Sie, wenn ihr euch für die Hintergründe unseres Podcasts interessiert. Meine Kollegin Katharina Mahrenholtz und ich sind heute Abend zu Gast bei der re:publica. Für alle, denen das nichts sagt: Das ist Europas größte Digital- und Gesellschaftskonferenz. Die findet dieses Jahr natürlich auch nur online statt. Der positive Nebeneffekt daran ist: Das Programm ist für alle frei zugänglich, zu finden im Internet unter re-publica. tv. Und um 19:25 Uhr geht es da um unser Coronavirus-Update. Die nächste Folge unseres Podcasts gibt es dann wieder an dieser Stelle am kommenden Dienstag, wie immer unter ndr.de/coronaupdate und in der ARD Audiothek. Ich bin Korinna Hennig, danke an alle fürs Zuhören. Bleibt auf Abstand! Tschüß, bis Dienstag. Development and potential usefulness of the COVID-19 Ag Respi-Strip® diagnostic assay in a pandemic context. https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.24.20077776v1.full.pdf Sensitivity of nasopharyngeal swabs and saliva for the detection of severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.01.20081026v1.full.pdf Saliva Sample as a Non-Invasive Specimen for the Diagnosis of Coronavirus Disease-2019 (COVID-19): a Cross-Sectional Study https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.17.20070045v1 Saliva is more sensitive for SARS-CoV-2 detection in COVID-19 patients than nasopharyngeal swabs https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.16.20067835v1
     
    (38) Geöffnete Schulen bleiben ein Risiko
    2020-05-05 (duration 45m)
    [transcript]
    40:16 Genau, ich spiele auch Gitarre. Der Bodo Wartke ist technisch perfekt. Ich weiß das einfach auch sehr zu schätzen. Das ist in dieser Sendung TV Noir, das ist schon beeindruckend, wie perfekt er das herunterspielt. Das ist schon super. Also ein Lied, das er gerade geschrieben hat. Und wie er das auch singt, hat mich total gefreut. Und wir haben laut darüber gelacht. Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD21D/ vwLookupDownloads/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf/$FILE/Streeck_et_al_Infection_fatality_rate_of_SARS_CoV_2_infection2.pdf Cluster of COVID-19 in northern France: A retrospective closed cohort study https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.18.20071134v1 COVID-19 in schools – the experience in NSW http://ncirs.org.au/sites/default/files/2020-04/ NCIRS%20NSW%20Schools%20COVID_Summary_ FINAL%20public_26%20April%202020.pdf Shedding of infectious SARS-CoV-2 in symptomatic neonates, children and adolescents https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.27.20076778v1
    13:09 Ja, das ist ganz wichtig, sich das klarzumachen. Darum haben wir diese Kontaktmaßnahmen überhaupt eingeleitet, damit nicht so viele Fälle auf einmal auftreten. Es geht hier wirklich um die Geschwindigkeit. Wenn viele Fälle auf einmal auftreten, dann können Patienten die Behandlung nicht mehr bekommen, die sie brauchen. Dann steigen die Infektionssterblichkeit und die Fallsterblichkeit stark an. Das hat man beispielsweise in Wuhan und in Italien beobachtet. Das wollen wir mit allen Mitteln verhindern. Es ist aber auch hier noch mal dazuzusagen, auch wenn man ein Intensivbett bekommt, heißt das nicht, dass man diese Infektion gleich überlebt. Wir haben in verschiedenen Ländern unterschiedliche Überlebensraten, aber in bestimmten Altersgruppen, verstirbt ungefähr die Hälfte der Intensivpatienten trotz der Beatmung. Auch die Folgeerscheinungen einer Beatmung – Depression, verfrühte Demenz und viele andere lange langwierige Folgeerscheinungen, die unter Umständen das Leben nach überstandener Erkrankung nicht mehr lebenswert erscheinen lassen – alles das muss man auch mit einrechnen. Genügend Intensivbetten zu haben, ist nicht das Allheilmittel. Es geht bei „flattening the curve“ auch darum, dass man möglichst viele Patienten vor der Infektion schlichtweg schützen will. Das sind besonders die Risikogruppen – die möchte man über die Zeit bringen, bis ein Impfstoff vorhanden ist.
     
    (37) Noch mal Thema Kinder: Zwei neue Studien
    2020-04-30 (duration 35m)
    [transcript]
    32:56 Ich möchte an dieser Stelle noch mal einen anderen Podcast empfehlen. Da ist ja jetzt ein bisschen Luft zum Hören in den nächsten Tagen ohne Christian Drosten. So wie die Studienlage zum Coronavirus ist ja auch der Podcast-Dschungel ein dichter und manchmal unübersichtlicher. Aber es gibt Spannendes zum Hören, auch in der Corona-Krise. Die Kollegen von NJoy haben einen Podcast mit dem Moderator Tobi Schlegl entwickelt, „Fighting Corona“ heißt der. Er befasst sich mit dem, was Christian Drosten eben hier „den Belastungspuls im Gesundheitssystem“ genannt hat. Also mit all denen, für die in manchen Gegenden allabendlich applaudiert wird, die in der Corona-Krise alles geben, um uns zu versorgen und uns am Leben zu erhalten, die wirklich systemrelevant sind, aber oft für sehr wenig Geld arbeiten, in den Krankenhäusern zum Beispiel. Tobi Schlegl ist selbst ausgebildeter Rettungssanitäter, und in der aktuellen Folge spricht er mit einem Anästhesiepfleger, der uns einen Einblick in den Krankenhausalltag in der Corona-Krise gibt und in das, was die, die dort arbeiten, darüber denken. „Fighting Corona“, unter anderem in der ARD Audiothek. Und da gibt es am Dienstag auch unser Coronavirus-Update wieder. Und auch mit allen Informationen drum herum, den Transkripten, den Links zu den Studien, die wir hier besprechen, und einem Glossar für die wichtigsten Begriffe: Unter ndr.de/coronaupdate. Ich bin Korinna Hennig, ich sage auch euch und Ihnen Danke fürs Dabeisein, fürs Zuhören, fürs Mit- und Selberdenken. Alles Gute für die nächsten Tage, bis Dienstag! Charité Berlin: An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age https://virologie-ccm.charite.de/fileadmin/user_ upload/microsites/m_cc05/virologie-ccm/dateien_upload/Weitere_Dateien/analysis-of-SARS-CoV-2viral-load-by-patient-age-v2.pdf The Lancet: Impact of contact tracing on SARS-CoV-2 transmission https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/ PIIS1473-3099(20)30357-1/fulltext Science: Changes in contact patterns shape the dynamics oft he COVID-19 outbreak in China https://science.sciencemag.org/content/early/2020/04/28/science.abb8001?rss=1
    20:27 Genau. Ich kann den Satz anders betonen: „Children may be as infectious as adults“. Und das ist eigentlich, was wir hier sagen: Es könnte gut sein. Es könnte deswegen gut sein, weil sie die gleiche Viruskonzentration haben oder eine nicht unterscheidbare Viruskonzentration. Auch das ist wichtig, das so rum zu sagen, wir können das statistisch nicht unterscheiden. Jetzt muss man weiter nachschauen. Es gibt ein paar Sachen, die kann man sagen: Zum Beispiel wissen wir anhand von Isolationsstudien, wo wir lebendes Virus isolieren, dass das korreliert. Wir können auch sagen, dass es zeitlich korreliert. Denn wir wissen, in der ersten Woche können wir - und auch eine große, andere amerikanische Studie - aus den Patienten Virus isolieren, dann aber eher nicht mehr. Das kommt auch genau hin mit einer projizierten epidemiologisch ermittelten Infektionszeit, das haben wir hier auch schon besprochen, dass die Infektiosität eigentlich nach vier Tagen schon stark eingeschränkt ist und nach einer Woche bei den Patienten vorbei ist. Das passt alles ganz genau übereinander, sodass sich für mich einfach die Indizien jetzt derart mehren, dass ich auf der Basis unserer Studie sagen muss: Es ist wahrscheinlich so. Also ich sage nicht, es könnte sein, dass die genauso infektiös sind wie Erwachsene. Ich sage: Es könnte gut sein, dass die genauso infektiös sind wie Erwachsene. Ihre andere Frage war: Wenn wir jetzt sagen, die geben das Virus vielleicht so gut ab wie Erwachsene, sind sie denn genauso empfänglich? Können Sie es auch genauso gut kriegen wie Erwachsene? Da gibt es tatsächlich ein wichtiges neues Stück Literatur, das wir in den letzten zehn Minuten kurz besprechen können. Ich will nur sagen, vorweggeschickt: Bisher war es so; es gibt eine andere sehr, sehr gute Studie, die ist schon veröffentlicht. Die haben wir hier relativ früh im Podcast besprochen, als sie noch im Preprint war. Die ist jetzt in einer der wichtigsten Zeitschriften, „The Lancet“, erschienen. Die hat den Begutachtungsprozess überstanden und ist ein zertifiziertes Stück Wissenschaft, wenn man so will. Die sagt, in Haushaltsstudien, und das sind 1200, 1300 - ich weiß die Zahl nicht mehr genau-, von Kontakten von Indexpatienten in Haushalten, infizieren sich Kinder zu gleichen Raten wie Erwachsene. Also genauso viele Kinder, es sind so um die 12, 15 Prozent, ich weiß es nicht ganz genau, infizieren sich. Jetzt gibt es eine andere Studie, die ist in Shanghai und in Wuhan gemacht worden. Die hat im Prinzip dasselbe ermittelt. Im Hintergrund, im Kleingedruckten dieses Artikels, dazu muss man sich das Kleingedruckte mit runterladen und eine Nebenveröffentlichung mitlesen, die in einem Paper mit erschienen ist, in einer führenden Wissenschaftszeitschrift, in „Science“, die ist gestern Nachmittag erschienen. Sie können sich vorstellen, wie sich hier die Informationen überschlagen. Während wir gestern Nachmittag bei Nacht und Nebel unser eigenes Paper schreiben, kommt noch dieses andere Paper raus, das ich heute Morgen gelesen habe, weil ich es gestern nicht geschafft habe zu lesen. Das ist auch ein interessantes Paper. Im Kleingedruckten sieht man eine ähnliche Erhebung, mit etwas anderen Daten, etwas anderen Conclusions. Aber das kommt schon hin. Was hier gemacht wird, ist auch eine Kontaktuntersuchung. Diese Kontaktuntersuchung ist an Patientengruppen unterschiedlicher Altersstufen zusammengefasst worden, und zwar, was man gemacht hat: Man hatte fünf Patienten unter 15 Jahren, von null bis 15 Jahren, in Haushalten untersucht, dann Patienten zwischen 15 und 64, das normale Erwachsenenalter und dann die über 64, das Ruhestandsalter, wo wir auch wissen, besondere Gefährdung durch die Erkrankung. Hier hat man durch PCR-Testung geschaut, wie viel Infizierte man findet. Und man findet 6,2 Prozent bei den Kindern, 8,6 Prozent bei den Erwachsenen. Übrigens: 16,3 Prozent bei den Alten, also dort eine offenbar erhöhte Infektionsrate. Das ist interessant, erst mal als Rohdaten betrachtet. Da kann man sagen: 6,2 Prozent der Kinder haben sich infiziert an einem Indexpatienten. 8,6 Prozent der Erwachsenen haben sich infiziert an einem Indexpatienten.
     
    (36) Die Rolle von Kindern ist nicht geklärt
    2020-04-28 (duration 48m)
    [transcript]
    40:30 Wichtiger Hinweis: Wir sind im Forschungsstadium noch weit entfernt vom Patienten. Herr Drosten, viele unserer Hörer lesen ja auch immer wieder Interviews mit Ihnen. Und viele haben uns zuletzt sehr besorgt gemailt, weil Sie in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ von Morddrohungen berichtet haben, die Sie erhalten. Über Hassmails haben wir hier schon gesprochen. Was treibt Sie an, trotzdem weiterzumachen?
     
    (34) Verspielen wir unseren Vorsprung?
    2020-04-22 (duration 48m)
    [transcript]
    43:02 Diese Studie sagt in diesem Zustand nichts aus. Die werden den Autoren wahrscheinlich die Möglichkeit geben, diese Experimente einfach noch mal neu zu machen. Es gibt heutzutage auch Wissenschaftszeitschriften, die veröffentlichen jeden Mist. Selbst dann ist es so, dass ein Wissenschaftler draufschauen muss, wenn man so etwas in der Öffentlichkeit diskutieren will. Insbesondere, wenn man daraus bestimmte Schlüsse, Handlungsanweisungen für die Politik oder die Gesellschaft oder die Medizin ziehen will. Man muss es immer von Experten noch mal beurteilen lassen. Das ist wissenschaftliche Meinungsbildung. Leider ist es so, dass manche Wissenschaftler sehr stark auf Krawall gebürstet sind. Die schreiben in ihre Überschriften etwas rein, das dramatisch klingt. Die präsentieren ihre Daten mit einer Dramatik, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Deaths registered weekly in England and Wales, provisional: week ending 10 April 2020 https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/birthsdeathsandmarriages/deaths/bulletins/ deathsregisteredweeklyinenglandandwalesprovisional/weekending10april2020 Patient-derived mutations impact pathogenicity of SARS-CoV-2 https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.14.20060160v1.full.pdf Estimating the burden of SARS-CoV-2 in France https://hal-pasteur.archives-ouvertes.fr/ pasteur-02548181/document 28.000 Missing Deaths: Tracking the True Toll of the Coronavirus Crisis https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/ world/coronavirus-missing-deaths.html
    10:27 Ja, genau. Wir fangen jetzt so langsam an, dass wir die Übersterblichkeit sehen können. Es ist in den letzten Wochen viel das Argument gemacht worden, dass das alles so harmlos ist mit diesem neuen Virus, denn man sieht noch gar keine Übersterblichkeit. Und dann wurde immer der Grippe-Vergleich angestellt. Dann wurde gesagt, 2017 gab es so eine schwere Grippe-Epidemie mit 25.000 oder 30.000 Toten. Bei diesem Virus ist das ja gar nicht zu sehen, wir sind immer noch unter 6000 Toten. Das ist immer ein hinkender Vergleich, weil man da zwei verschiedene Dinge vergleicht. In der Influenzasaison wird die Übersterblichkeit ermittelt. Das heißt, man schaut, wie viele Menschen normalerweise im Jahresdurchschnitt sterben. Dann nimmt man speziell dieses Zeitfenster, in dem man weiß, dass die Influenza in der Bevölkerung zirkuliert, und ermittelt da auch die Zahl der Verstorbenen. Dann subtrahiert man und die Differenz ist die Übersterblichkeit. Die schreibt man der Influenza zu. Das sind direkte Viruseffekte, direkte Todesfälle durch das Virus, das sind aber auch nicht bekannte Todesfälle durch das Virus. Das sind häufig auch Personen, die sind zu Hause gestorben. Die waren in vielen Fällen schon vorher krank. Die waren vielleicht bettlägerig und so weiter. Und die sind einfach in der Zeit gestorben. Aber wenn man zählt, wie viele Todesfälle von dieser Art stattfinden, dass jemand, der alt ist und zu Hause vielleicht gepflegt wird, stirbt, dann sind das deutlich mehr in Influenzasaison. Dann muss man wissen, jemand, der alt ist und bettlägerig, wo die Lunge nicht gut belüftet ist, wenn der sich eine Influenzainfektion holt, dann kann das ganz schnell gehen. Das kann auch so schnell gehen, dass man gar nicht merkt, dass der eigentlich eine akute Viruserkrankung hat. Selbst die dann folgende Lungenentzündung, die bakteriell ist, die kann unbemerkt laufen. Gerade bei sehr alten Patienten kann so was auch ohne großes Fieber gehen, ohne dass Pflegekräfte das merken oder Familienangehörige es so richtig merken. Solche Fälle werden da auch alle miterfasst. Da hat man nicht die Auffassung, das ist eine akute Virusinfektion gewesen, jetzt machen wir mal einen Test, dann wissen wir, das ist eine Influenza. So läuft es in Wirklichkeit nicht. Dann sind noch die Fälle dabei, die so laufen wie bei dem neuen Virus, wo man sieht, das ist ein akutes Geschehen. Da machen wir einen Test und da wissen wir, das ist Influenza. Und offenbar ist der Patient daran gestorben, vielleicht sogar auf der Intensivstation. Aber da muss man dazusagen, wenn man so zählen will, dann zählen wir in der Influenzasaison im Bereich von ein paar Hundert in Deutschland oder vielleicht etwas über 1000 oder 2000 maximal, wirklich maximal. Und das über die ganze Influenzasaison verteilt. Also mal ganz grob gedacht zwischen Weihnachten und ein paar Wochen nach Karneval. Wir sind ja jetzt auch in einer anderen Jahreszeit. Es gibt diese Aufstellung, die Sie genannt haben, das ist das englische Amt für Statistik. Ich habe heute Morgen noch eine andere gefunden, die ist vielleicht auch für Hörer noch interessanter anzuschauen, weil die noch mehr Länder betrachtet, die ist in der „New York Times“ erschienen. Es gibt in der Zeitung „The Economist“ eine ähnliche Untersuchung oder Auswertung über mehrere Länder. Ich würde vorschlagen, wir stellen den Link der „New York Times“ auch in unsere Referenzen rein, weil die „New York Times“ im Moment alle Coronavirus-Berichterstattung freistellt. Das heißt, jeder kann da ran ohne Abonnement. Dann kann man sich das mal anschauen. Da sieht man schöne Grafiken, die zeigen, wie über den Jahresverlauf die Sterblichkeit in vielen Ländern ist, da ist auch England dabei, damit hatten wir ja angefangen, aber auch Spanien, Frankreich, Holland, Belgien, Schweden, Indonesien ist auch dabei und die Türkei. Da ist es Istanbul und auch in Indonesien ist es nur Jakarta, die Hauptstadt. Weil in vielen Ländern so genau gar nicht erfasst wird, wie die Sterblichkeit ist. Aber hier sieht man jetzt sehr gut, wie sich die Sterblichkeit über den Jahresverlauf entwickelt. Das sind zum Teil auch mehrjährige Durchschnitte. Und wie dann plötzlich die Sterblichkeit in diesem Jahr hochschießt, und zwar wirklich steil, sodass man sieht, es ist ein sehr deutlicher Effekt, der hier eintritt. Also in vielen Ländern findet in diesen jetzigen Wochen eine Verdoppelung der momentanen Sterblichkeit statt. Und alle diese Kurven weisen nach oben. Das heißt, wenn das so weiterlaufen würde, das tut es zum Glück nicht, denn alle diese Länder sind in starke soziale Distanzierungsmaßnahmen eingetreten. Wir sehen im Moment praktisch keinen freilaufenden Ausbruch von SARS-2. Das müssen wir uns auch klarmachen. Fast alle Länder der Welt, die Daten erfassen, die an ein normales Nachrichtensystem angeschlossen sind, haben Distanzierungsmaßnahmen bis hin zu drastischen Maßnahmen eingeführt. Aber selbst unter diesen Distanzierungsmaßnahmen sehen wir hier, und das ist in vielen Ländern die anlaufende Phase, wo diese Distanzierungsmaßnahmen gerade in Kraft treten, wie steil das nach oben geht. Wir können nur hoffen, dass sich das jetzt nicht noch über lange Zeit weiter fortsetzt. Wir sind in Deutschland in einer ganz besonders guten Situation, weil wir mit diesen Distanzierungsmaßnahmen so früh angefangen haben. Wir müssen uns einfach klarmachen, die Politik braucht zwei Kriterien, um Distanzierungsmaßnahmen einzuführen. Erstens müssen bestimmte Bilder sichtbar sein, die zeigen, wie ernst die Lage ist, also die Überforderung der Intensivmedizin. Das findet häufig in Form von Fernsehbildern statt, wo man sich einfach denkt: Ganz klar, das wollen wir bei uns nicht haben, diese Situation. Und dann ein zweiter Eindruck: Das Problem ist jetzt auch bei uns im Land schon angekommen. Das Virus ist bei uns, das wird nicht nur eingeschleppt. Wir können hier nicht durch Grenzschließungen was machen, sondern wir haben das schon im Land. In vielen Ländern war der erste Eindruck, den Politiker darüber hatten, dass man das schon ernsthaft im Land hat, dadurch, dass schon Todesfälle da waren. Und plötzlich werden es immer mehr Todesfälle. Und jetzt so langsam muss man es ernst nehmen. Nur, diese Todesfälle haben eine Verzögerung von einem Monat gegenüber den Infektionen. Es dauert, bis man stirbt. Man muss sich infizieren, dann ist man erst mal ein bisschen krank, dann wird man schwerer krank. Dann auf der Intensivstation kriegt man nicht mehr die Kurve, dann ist man nach einem Monat verstorben. Dieser Eindruck, wir haben Verstorbene an diesem Virus, das war in vielen Ländern eigentlich das erste Anzeichen. Da hatte man aber schon einen Monat verpasst. In Deutschland haben wir diesen Monat nicht verpasst, weil wir so früh und so breit mit der Diagnostik begonnen haben. Wir haben in Berlin im Januar angefangen, das einzuführen. Wir hatten Ende Januar alle Unikliniken so weit, dass sie das konnten, hier über den Kollegenkreis der Uniklinik Labore und dann aber auch ganz schnell die niedergelassenen Labore. Die haben schnell mitgezogen und waren dann die treibende Kraft. Deutschland war Mitte Februar vollkommen in der Lage, das weitflächig zu diagnostizieren und hat über den März noch mal ganz stark die Kapazität weiter erhöht. So kam es, dass wir in der Zeit nach Karneval nicht nur gesehen haben, es gibt importierte Fälle. Da gab es damals einen Fall in Baden-Württemberg. Da können wir uns noch alle gut daran erinnern, aus Italien importiert. Sondern wir hatten in derselben Woche auch die Detektion bei uns im Land, und zwar zum Teil in Form von Zufallsbefunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ein Kollege aus Baden-Württemberg rief mich an und sagte: „Wir haben übrigens nicht nur diesen einen importierten Fall, sondern weil unsere Labore das können, haben wir an vielen verschiedenen Stellen einfach mal angefangen, parallel zur Influenzatestung im Labor einen SARS-2-Test mitlaufen zu lassen. Und wir haben plötzlich bei den ersten drei Patienten einen dabei, den man als Zufallsbefund in der Influenzatestung im eigenen Land hatte. Der nichts mit dem eingeschleppten Fall und der daraus folgenden Übertragungskette zu tun hatte.“ Dadurch entsteht ein ganz anderer Eindruck, wenn man plötzlich merkt, das zirkuliert hier schon bei uns im Land. Das hat denselben Informationswert wie in anderen Ländern, Italien, England, Frankreich der Eindruck: Wir haben auf einmal Verstorbene. Das ist dieselbe Information. Deswegen haben wir in Deutschland diesen Monat Vorsprung. Deswegen muss ich sagen, bedauere ich es, in diesen Tagen so sehr, zu sehen, dass wir gerade dabei sind, diesen Vorsprung hier in Deutschland vielleicht komplett zu verspielen. Wenn wir schauen, wo wir stehen in der in der Entwicklung unseres Ausbruchs – da gibt es auch eine statistische Veröffentlichung – gehören wir zu den besten Ländern weltweit. Wir gehören zu den ganz wenigen Ländern weltweit, bei denen die Zahlen wirklich gerade rückläufig sind. Wir sind unter diesen Ländern das Land mit der größten Bevölkerungszahl und mit der klarsten Nachrichtenlage. Im Prinzip fast so eine Kombination großes Land und transparentes Land an der einsamen, absoluten Spitze dieser Statistik. Und jetzt plötzlich sehen wir diese Geschichten von Einkaufsmalls, die im Ganzen wieder frequentiert werden, wo die ganze Einkaufsmall wieder voller Leute ist. Warum? Weil jedes einzelne kleine Ladengeschäft unter 800 Quadratmeter Fläche hat und geöffnet wird. Man muss sich da schon mal fragen, ob das alles wirklich sinnvoll ist. Da muss ich ausnahmsweise mal auch ein bisschen Meinung bekunden hier in diesem Podcast.
     
    (33) Herdenimmunität noch lange nicht in Sicht
    2020-04-20 (duration 42m)
    [transcript]
    41:30 Viele Ansätze heute in der Folge, um das Virus besser zu verstehen, aber auch sachdienliche Hinweise für alle, die sich nach der Quarantäne Gedanken machen, ob und wie lange sie noch ansteckend sind. Unser Coronavirus-Update gibt es also am Mittwoch wieder, jetzt im Zwei-Tages-Rhythmus, wie schon besprochen, zu finden mittags in der ARD Audiothek oder unter ndr. de/coronaupdate. Es gibt aber auch noch andere tolle Podcasts. Was wir hier machen, ist ja nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was es in diesen völlig ungewohnten Zeiten rund um das Virus zu besprechen gibt. Wir alle haben noch viel mehr Fragen. Zum Beispiel: Was macht die Corona-Krise mit unserer Gesellschaft langfristig? Nützt sie dem Klimaschutz? Werden wir alle besser darin, Fake-News zu erkennen? Anja Reschke spricht im After Corona Club mit klugen Menschen aus ganz anderen Disziplinen über diese Fragen. Mit dem Angstforscher Borwin Bandelow kürzlich. Es gibt einen optimistischen Blick des Zukunftsforschers Matthias Horx. Und die Pädagogin Birgit Eickelmann zum Bespiel schaut kritisch auf die Chancengleichheit in Zeiten digitaler Bildung. Den After Corona Club gibt es auch in der ARD Audiothek, jeden Tag eine neue Folge. Danke fürs Zuhören in diesem Podcast – mein Name ist Korinna Hennig. Wenn ihr mögt, wenn Sie mögen, bis übermorgen! Suppression of COVID-19 outbreak in the municipality of Vo, Italy https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.17.20053157v1 COVID-19 Antibody Seroprevalence in Santa Clara County, California https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.14.20062463v1 Spread of SARS-CoV-2 in the Icelandic Population https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2006100?query=featured_coronavirus Epidemiology and Transmission of COVID-19 in Shenzhen China: Analysis of 391 cases and 1,286 of their close contacts https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.03.20028423v3 Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19 https://www.nature.com/articles/s41591-020-0869-5
     
    (30) Forscher hoffen auf Datenspenden
    2020-04-08 (duration 38m)
    [transcript]
    38:31 Wir gehen mit unserem Podcast hier in die Feiertagspause: Über die Ostertage gönnen wir Christian Drosten ab morgen eine Auszeit. Diesen Podcast wird es nach Ostern natürlich weitergeben. Aber von der kommenden Woche an werden wir uns nicht mehr jeden Tag, sondern jeden zweiten Tag melden. Denn Christian Drosten ist ja eigentlich Forscher, er braucht Zeit für seine Arbeit am Institut für Virologie und auch für die Vorbereitung auf diesen Podcast. Wir haben es ja oft thematisiert: Es erscheinen zurzeit unzählige vorveröffentlichte Studien, die noch nicht wissenschaftlich begutachtet sind, und es braucht Zeit, um sich da einzulesen und die Spreu vom Weizen zu trennen, damit wir das hier in unserem Update auch fundiert besprechen können. Wir freuen uns, wenn Ihr, wenn Sie dafür Verständnis haben. Alle Informationen zur Fitnesstracker-Datenspende: www.corona-datenspende.de Harnessing wearable device data to improve state-level real-time surveillance of influenza-like illness in the USA: a population-based study: https://www.thelancet.com/journals/landig/article/ PIIS2589-7500(19)30222-5/fulltext
     
    (20) Deutschland kann nur bedingt von anderen lernen
    2020-03-24 (duration 31m)
    [transcript]
    25:36 Genau. Und wir haben ja unsere eigene Studie, die ist seit Wochen auf so einem Preprint-Server veröffentlicht und viel besprochen worden, ist aber immer noch nicht formal in einem Wissenschaftsjournal veröffentlicht. Da sehen Sie mal, wie lange diese Verzögerung ist. Diese Studie hat auch schon gezeigt, dass das Virus im Rachen repliziert in der Frühphase der Infektion und dass das Virus in Abstrichen selbst in den allerfrühesten Abstrichen schon so hoch nachweisbar ist, dass es selbst am Tag eins und zwei in Abstrichen schon auf dem absteigenden Ast ist. Also je weiter man dann wartet – und wenn man von einem Patienten täglich Abstriche nimmt -, wird das immer weniger, schon von Anfang an. Genau dasselbe haben diese Autoren auch gefunden bei einer Gruppe von 94 Fällen in Guangdong, also in Südchina nahe bei Hongkong. Die haben mit einer Gruppe aus Guangdong zusammengearbeitet. Und bei denen war das genau wie bei uns auch, nur sind es bei denen viel mehr Fälle als bei uns. Bei uns waren das nur die Münchner Fälle. Und die haben gesehen, dass schon vom ersten Tag an das Virus auf dem absteigenden Ast ist. Das heißt, der Gipfel des Virus muss schon vor dem ersten Tag liegen. Dann haben Sie was sehr Interessantes gemacht, was rein Epidemiologisches: Sie haben sich auch in dem selben Kontext Übertragungsfälle angeschaut, und zwar 77 Paare, 77 Patienten, wo man weiß, der hat den infiziert, und hat genau geschaut: Wie lange hat das eigentlich gedauert? Also von dem Symptombeginn bei dem einen bis zum Symptombeginn bei dem anderen? Wie ist im Durchschnitt diese Zeitdauer, die man serielles Intervall nennt, also „Serienlänge“ bei der Infektion vielleicht auf Deutsch – Serial Interval ist eigentlich der englische Begriff dafür. Und den haben die genau bestimmt in dieser Studie. Der ist im Median 5,2 Tage, im Mittelwert 5,8, das ist also eine etwas schiefe Verteilung, aber doch mit sehr nah beieinander liegenden Mittelwerten, also 5,2 bis 5,8, kann man sagen, ist die Serienlänge. Und jetzt kommt das Interessante: Die haben auch aus ihrer eigenen früheren, sehr gut gemachten Studie die Inkubationszeit dagegen gerechnet: 5,2 Tage mittlere Inkubationszeit. Das ist natürlich interessant, denn wir haben hier ein Phänomen, wo praktisch das Serienintervall, die Serienlänge, fast genau so lang ist wie die Inkubationszeit. Das sagt uns, dass der mittlere Patient eigentlich genauso lang auf die Symptome wartet nach Infektion, wie es braucht, um diese Infektion zwischen zwei Patienten zu übertragen. Und wenn man sich das mal so klarmacht, bedeutet das, dass wir nicht nur am Tag des Symptombeginns im Mittel einen Übertragungsbeginn haben, sondern wahrscheinlich schon auch davor. Also der mittlere Patient wird praktisch am Tag des Symptombeginns übertragen, aber das ist nur der mittlere Patient. Einige Patienten werden erst nach Symptombeginn übertragen und leider werden einige aber auch schon vor Symptombeginn übertragen. Das ist dann eine Wahrscheinlichkeitsverteilung, die man da ausrechnen kann. Und wenn man das genau gegeneinander adjustiert, dann ist der Häufigkeitsgipfel bei der Infektiosität sogar einen halben Tag vor dem Symptombeginn, im Mittel. Und in der Masse der Infektionen, wo man sagen kann, da ist wahrscheinlich so viel Virus, dass das von der Viruslast reicht, und das ist auch von der Epidemiologie her, von der tatsächlich beobachteten Infektionstätigkeit hinreichend für eine Übertragung – da kann man sagen, die Infektiosität startet zweieinhalb Tage vor dem Beginn der Symptome, im Mittel. Und die sogenannte Area under the curve, also der Bereich, der von dieser Wahrscheinlichkeitskurve abgedeckt wird, vor dem Symptombeginn, ist 44 Prozent. Das heißt, man kann davon ausgehen, 44 Prozent aller Infektionsereignisse haben stattgefunden, bevor der Infizierende überhaupt krank war.
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    Wer hätte gedacht, dass es so kompliziert ist?
    2021-05-22
    [transcript]
    1:57:43 Sie eigentlich unterstützen sollen, Ämtern und und Einrichtungen irgendwie der Ansage kriegen, naja dann mach halt einen Film an und setzt die da vor, die werden schon glücklich werden, ne? Also so dieses Green Forsting ähm auch,
    1:57:43 Sie eigentlich unterstützen sollen, Ämtern und und Einrichtungen irgendwie der Ansage kriegen, naja dann mach halt einen Film an und setzt die da vor, die werden schon glücklich werden, ne? Also so dieses Green Forsting ähm auch,
    1:54:57 Genau. Also Continuou, the practice of moving walls, beyond,
     
    Kultur ändern, Struktur bitte nicht
    2021-02-18 (duration 1h53m)
    [transcript]
    1:22:34 zwanzig einundzwanzig gepostet wurde und der heißt The Check Situation ist Word,
    1:22:34 zwanzig einundzwanzig gepostet wurde und der heißt The Check Situation ist Word,
    1:27:53 Die Software ist so, schreibt er dann auch noch Morifective at Preventing Students von Going to the Batum, deine Preventing Cheating, also,
     
    Magentee und die gängigen Exzesse
    2020-12-03 (duration 1h34m)
    [transcript]
    1:02:01 Das ist der Podcast von Terry Green, denn du ja glaube ich auch ab und zu mal hörst, ne? Und ich weiß nicht, ob du die beiden Folgen gehört hast, aber die eine.
    1:02:01 Das ist der Podcast von Terry Green, denn du ja glaube ich auch ab und zu mal hörst, ne? Und ich weiß nicht, ob du die beiden Folgen gehört hast, aber die eine.
    59:22 Ähm ein anlistet YouTube-Videos in the meaning of the Copyright Act. Also es geht wirklich um Copyright Acts Geschichten. Ich gucke mal, ob ich spontan nach äh rausfinden will, was genau die Anklage jetzt sagt.
     
    Stones that calculate
    2020-09-17 (duration 1h24m)
    [transcript]
    1:17:43 Gründern mit kooperativen Mitglied ist, wenn man so möchtest und das jüngste Mitglied der Kaup, nämlich Grey, Green, Hamilton
    1:09:46 Also einmal what is the stone, also was ist überhaupt das Material? Also die Materialität und dann stone
    25:38 Ich hoffe, wenig Erklärung bedarf, aber wir können's ja trotzdem kurz einmal erklären. Äh der Tweet inzwischen gelöscht, sagte damals ähm Allifes Metal of the Time, glaube ich, im Wort.
     
    Techno-Panik und Sisyphos
    2020-07-08 (duration 1h25m)
    [transcript]
    1:15:07 Ja, dann als the Flow ist hier was.
    1:13:46 Also solche Sachen kommen immer wieder. Äh einen fand ich noch interessant von Gabi Witthaus, eine Antwort. Ähm, Cois-Design the Prioritas Content. Also, jeder Art von Kurs, die sein, dass sich äh nur um Inhalte schert.
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    Neuigkeiten: #CLCDoOO und #OERxDomains
    2021-05-14 (duration 36m)
    [transcript]
    29:31 Delivery the ber Minimum.
    19:18 Ich habe irgendeine Corntec, the German Highway Lanscape.
    10:48 White Paper äh bei German ähm Culture for the German Hieer at Landscape
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    Väter- und Mütterbilder
    2021-05-01 (duration 35m)
    [transcript]
    00:00 MKL? What the fuck? Mit.
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