Mensch, Frau Nora!

Mein Name ist Nora. Und irgendwie fühlten sich Menschen in meiner Umgebung schon immer veranlasst, mich „Frau Nora“ zu nennen. In den unterschiedlichsten Gemütszuständen. Das kann ein „Mensch, Frau Nora!“ sein wie in: Schön, dass du da bist, lange nicht gesehen. Oder ein „Mensch, Frau Nora!“ wie in: Das ist ja mal ein dickes Ding. Oder ein „Mensch, Frau Nora!“ wie in: Was hast du denn da schon wieder angestellt?! Es gibt da aber noch den anderen Teil in mir. Den Definitionsteil. Wer bin ich eigentlich? Und auch darauf kann ich nur im Dreiklang antworten: Mensch. Frau. Nora. Heißt im Klartext: In erster Linie bin ich ein Mensch – mit allen Vor- und Nachteilen, die das Menschsein so mit sich bringt. Dann bin ich biologisch betrachtet eine Frau. Das kann ich mit einiger Gewissheit wohl sagen. Für manche Menschen ist das wichtig, für andere weniger. Letzten Endes bin ich aber vor allem ich: Nora. Und das, was aus mir raus kommt: Gedanken in Texten und Tönen.

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episode 39: Ich darf jetzt mal einfach 'ne Scheißlaune haben


Gespräch mit der Psychotherapeutin Ulrike Sckaer über das Recht auf schlechte Laune

Wer gerade in Zeiten der Corona-Pandemie schlechte Laune hat oder Ängste oder keine Energie, die Krise für sich positiv zu wenden, hat es schwer. Denn in den sozialen Netzwerken wird vor allem die kreative Energie sichtbar, die einige Menschen zur Bewältigung der Krise in sich entdecken. Das ist auf der einen Seite schön, für all diejenigen, die so einen Strategie für sich gefunden haben. Es übt aber auch einen unglaublichen Druck auf all jene aus, die das eben gerade nicht können. Die sich niedergeschlagen fühlen, die nicht weiter wissen und die sich isoliert fühlen. Gefühle, die eine Berechtigung haben, sagt die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer - und kämpft in dieser Podcast-Episode für ein Recht auf "Scheißlaune".

Ein Recht, dass übrigens auch diejenigen vor Herausforderungen stellt, die gerne helfen wollen. Freunde, Verwandte, Bekannte, die schnell mit guten Ratschlägen zu Hilfe eilen wollen. Viel wichtiger ist es aber, sagt die Psychotherapeutin, zuzuhören. Und auch mal anzuerkennen, dass eine Situation wirklich nicht toll ist - und zuzugeben, dass man da jetzt auch keine Lösung hat.

Denn wenn wir ehrlich sind: Niemand von uns hat die Situation gerade unter Kontrolle. Wir können die Entwicklungen nicht voraussehen - und die Corona-Pandemie lässt sich auch nicht so einfach kontrollieren. Auch wenn es der einen oder dem anderen gelingt, zumindest die Auswirkungen auf das eigene Leben in gewissem Maße unter Kontrolle zu bringen. Aber ausgesucht hat sich das niemand von uns.

Buchtipp

"Miese Stimmung: Eine Streitschrift gegen positives Denken" von Arnold Retzer erschienen im August 2012 im S. Fischer Verlag. Könnt ihr vertrauensvoll in der lokalen Buchhandlung eures Vertrauens bestellen.


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 2020-04-09  25m