Mensch, Frau Nora!

Mein Name ist Nora. Und irgendwie fühlten sich Menschen in meiner Umgebung schon immer veranlasst, mich „Frau Nora“ zu nennen. In den unterschiedlichsten Gemütszuständen. Das kann ein „Mensch, Frau Nora!“ sein wie in: Schön, dass du da bist, lange nicht gesehen. Oder ein „Mensch, Frau Nora!“ wie in: Das ist ja mal ein dickes Ding. Oder ein „Mensch, Frau Nora!“ wie in: Was hast du denn da schon wieder angestellt?! Es gibt da aber noch den anderen Teil in mir. Den Definitionsteil. Wer bin ich eigentlich? Und auch darauf kann ich nur im Dreiklang antworten: Mensch. Frau. Nora. Heißt im Klartext: In erster Linie bin ich ein Mensch – mit allen Vor- und Nachteilen, die das Menschsein so mit sich bringt. Dann bin ich biologisch betrachtet eine Frau. Das kann ich mit einiger Gewissheit wohl sagen. Für manche Menschen ist das wichtig, für andere weniger. Letzten Endes bin ich aber vor allem ich: Nora. Und das, was aus mir raus kommt: Gedanken in Texten und Tönen.

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episode 44: "Ich kann machen, was ich will in meinem eigenen Projekt."


Gespräch mit der Buchautorin und Journalistin Rebekka Endler

Rebekka Endler ist Journalistin und seit neuestem auch Buchautorin. Sie hat "Das Patriarchat der Dinge" geschrieben. Darin erklärt sie, warum die Welt Frauen nicht nicht passt. Oder besser gesagt Frauen und allen anderen nicht-cis-männlichen Personen. Denn die Welt ist für Cis-Männer gemacht. Cis steht für cisgender und bedeutet, dass sich Menschen mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt anhand der äußeren Geschlechtsmerkmalen zugewiesen wurde, voll identifizieren können.

Und weil sich bei vielen Menschen schon an dieser Stelle innerer Widerspruch regt: Die Welt ist für Männer gemacht, weil Frauen sehr lange Zeit in dieser Welt gar nicht vorgesehen waren. Weder im öffentlichen Leben noch in Machtpositionen. Mit ganz wenigen Ausnahmen. Und für diese Ausnahmen wurde jetzt nicht extra die Welt geändert. Dabei stellen Frauen mindestens 50 Prozent der Weltbevölkerung dar. Und auch hier in Deutschland müssen wir nicht sehr weit in den Geschichtsbüchern zurückblättern, um festzustellen: Nope, Frauen war eigentlich eine Rolle innerhalb der eigenen vier Wände zugedacht. Ebenso übrigens den Kindern, den Alten, Schwachen und Kranken. Der öffentliche Raum, der ist für körperlich einigermaßen fitte Männer gemacht.

Steile These findest du? Dann freue ich mich, wenn du den Podcast hörst. Denn natürlich belegen wir diese Thesen. Dabei geht es nicht darum, irgendwen an den Pranger zu stellen. Es geht um eine Erweiterung der Perspektive. Eine Chance, die Welt mal wieder mit anderen Augen wahrzunehmen als den eigenen. Es ist eine Chance, die unmittelbare Umgebung neu zu entdecken. Mehr dazu erfährst du in Rebekkas Buch: "Das Patriarchat der Dinge".


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 2021-04-17  1h2m