Delikt – Wahre Verbrechen aus Österreichs Süden

Franz Fuchs, Jack Unterweger, die Karlau-Geiselnahme oder die abscheulichen Verbrechen des Kinderarztes Franz Wurst: In dem Podcast „delikt“ geht es um große, aber auch unbekanntere Kriminalfälle aus Kärnten und der Steiermark. Redakteure der Kleinen Zeitung erklären im Gespräch mit Moderator David Knes die Umstände der Verbrechen und sprechen über Hintergründe, die so nicht zu lesen waren. Zum Auftakt der aktuellen dritten Staffel war Psychiater und Autor Reinhard Haller zu Gast. Er spricht über Fuchs, Unterweger und Co., aber auch über alltägliche Rache, Femizide und gefährliche Narzissten. „delikt“ erscheint nun wieder alle zwei Wochen. Die neuen Fälle reichen von einem vermeintlichen Vorzeige-Pflegeheim, hinter dessen Fassade Angst und Schrecken herrschten, über Bankangestellte, die einen Kunden ermordeten, oder eine okkulte Frauenbande, die selbst vor Mord nicht zurückschreckte, bis hin zu einem Betrug unfassbaren Ausmaßes.

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episode 7: Karl Otto Haas: „Ein Mädchen wird einmal für alles büßen“


Graz, 1973: Ein grauenhafter Mord an einer jungen Französin erschütterte die Stadt. Schnell war klar, dass es sich bei ihrem Mörder um Karl Otto Haas handeln muss – ihren Nachbar. Bis dahin war er nur durch kleinere Delikte aufgefallen, doch die Ermittlungen brachten seine hochgradig gefährliche Persönlichkeit zum Vorschein

In Briefen drohte er mehreren Frauen sie umzubringen, schilderte schreckliche Details, die er dafür schon geplant hatte. Europa solle auch seinen Massenmörder bekommen, war zu lesen. Oder "Ein Mädchen wird einmal für alles büßen." Seinen Zenit werde er bei zehn Toten erreicht haben, kündigte er an.

Dazu kam es nicht. Wenige Tage nach der Bluttat wurde Haas von einem Freund des Opfers erkannt. Die überforderte Gendarmerie ging dem Hinweis nicht nach, also nahm der Mann das Heft selbst in die Hand und  den Gesuchten mit zwei Helfern auf kuriose Art und Weise fest.

Ein Freigang mit tödlichen Folgen

Haas bekam lebenslang. Doch zwei Jahrzehnte später wurden seine Haftbedingungen erleichtert, er durfte arbeiten und bekam Ausgänge. Prompt wurde er erneut zum Mörder. Sein Opfer: Der 13-jährige Sohn einer vierfachen Mutter, die er in der Haft kennenlernte und die von seiner Vorgeschichte nichts wusste. 

Auf der Flucht ging er in Tirol mit einem Messer auf eine Nonne los, wenig später konnte ihn die Innsbrucker Polizei finden. Als er bei der Festnahme ein Messer zückte, erschoss ihn ein Beamter in Notwehr

Die Ereignisse lösten eine Diskussion über vorzeitige Entlassungen und Hafterleichterungen von Schwerverbrechern aus. Ein Thema, das auch heute, Jahrzehnte später, noch intensiv diskutiert wird.

In dieser Folge von delikt spricht Gastgeber David Knes mit dem langjährigem Kriminalreporter und Autor Hans Breitegger.

 

 


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 2021-05-16  29m