Delikt – Wahre Verbrechen aus Österreichs Süden

Bei delikt, dem Kriminalpodcast der Kleinen Zeitung, geht es um Verbrechen mit Bezug zur Steiermark oder zu Kärnten. Redakteurinnen und Redakteure der Kleinen Zeitung erklären im Gespräch mit Moderator David Knes die Umstände der Verbrechen und sprechen über Hintergründe, die so nicht zu lesen waren. Die Fälle reichen von einigen der bekanntesten der österreichischen Kriminalgeschichte (zum Beispiel Jack Unterweger, der Kindberger Herzfresser oder der Kinderarzt Franz Wurst), bis zu Verbrechen, von denen viele noch nie gehört haben, obwohl sie sich vielleicht in ihrer unmittelbaren Nähe zugetragen haben. Die aktuelle fünfte Staffel bringt acht weitere delikt-Folgen. Etwa als Suizid getarnte Morde, aufsehenerregende Betrugsfälle, oder einen Italiener, der dem Mordkomplott seiner Lebensgefährtin zum Opfer fiel. In einer Folge erklärt ein Strafrichter seine Arbeit und spricht über spannende Themen, die in der Justiz für Diskussionen sorgen. Abonnieren Sie den Podcast, um keine Folge zu verpassen

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episode 8: Badewannen-Mord: Eine Schwangerschaft als Todesurteil


In einer Sommernacht im Jahr 2019 kam es im Bezirk Villach-Land zu einem schrecklichen Verbrechen. Die 31-jährige Christine (alle Namen von der Redaktion geändert) wurde in ihrer eigenen Wohnung auf brutalste Weise erschlagen, in ihre gefüllte Badewanne gelegt und unter Wasser gedrückt. Der Täter wollte sicher gehen, dass sie wirklich tot ist und dabei seine Spuren verwischen. 

Die Frau war dreifache Mutter, ihre drei kleinen Kinder schliefen während der Tat in der Wohnung. Christine war auch hochschwanger zu einem vierten Kind. Weder sie noch das Ungeborene hatte eine Chance. 

Ein Nachbar hörte verdächtige Geräusche und alarmierte die Polizei. Die Ermittlungen ergaben, dass Christines Schwangerschaft aus der Affäre mit Thomas hervorging. Die beiden lernten sich bei einem Fußballspiel kennen – Thomas war Schiedsrichter – und gingen eine Beziehung ein. Als Christine ihm ihre Schwangerschaft offenbarte, verlangte er von ihr, das Kind nicht auf die Welt zu bringen. Doch Christine weigerte sich, sie wollte das Kind bekommen und das sich der Vater zu dem Kind bekennt. 

Es stellte sich heraus, dass Thomas nicht nur ein verheirateter Familienvater war und eine Affäre mit Christine hatte. Er hatte auch noch eine zweite Geliebte. Seine Ehe und die beiden Affären überschnitten sich über Jahre, Thomas führte ein kompliziertes Doppelleben. Mit der Geburt von seinem Kind mit Christine, drohte sein kompliziertes Gebilde zusammenzubrechen – er drohte Christine, doch sie ließ sich nicht unterkriegen. Das war ihr Todesurteil. 

Obwohl Thomas die einzige Person mit einem Motiv war, bestritt er alles. Indizien gegen ihn redete er oder seine Verteidiger klein. Aber zu erdrückend war die Beweislage gegen ihn. Vor allem ein T-Shirt und Sportschuhe waren es, die eindeutig auf ihn als Täter zeigten. 

Ein skurriler Nebenschauplatz in diesem erschütterndem Kriminalfall war der Gerichtsprozess. Thomas hatte insgesamt drei Verteidiger, von denen zwei in der Verhandlung kein gutes Haar aneinander ließen.    


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 2022-06-01  49m